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Chuck Jones - The Evolution of an Artist

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    Hi ich heiße Tony
    und das ist "Every Frame a Painting".
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    Wenn du aufgewachsen bist wie ich hast
    du bestimmt viel Looney Tunes geschaut.
  • 0:14 - 0:15
    Und wenn du aufs
    Intro geachtet hast
  • 0:15 - 0:17
    kennst du diesen Namen.
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    "Mein voller Name ist
    Charles Martin Jones."
  • 0:20 - 0:22
    "Hier gehöre ich nicht wirklich hin,
  • 0:23 - 0:25
    ich gehöre hinter die Kamera."
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    Chuck Jones ist einer der unerreichten
    Meister der bildlichen Komödie.
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    Zwischen 1938 und 1962 hat er bei
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    mehr als 200 Trickfilmen
    für WB Regie geführt.
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    Zehn Filme im Jahr,
    sechs Minuten pro Film.
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    Das Erstaunliche ist, das sie sich
    auch nach 50 Jahren noch halten.
  • 0:45 - 0:48
    Und unter ihnen sind einige der
    besten Kurzfilme aller Zeiten.
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    Aber nichts davon geschah über Nacht.
    Es war ein langer Prozess.
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    Lasst uns heute also schauen...
  • 0:56 - 0:58
    wie ein begabter Künstler
    einer der Größten wurde.
  • 0:59 - 1:02
    "Na schön.
    Lasst uns mit dem Film beginnen!"
  • 1:04 - 1:06
    "NEIN! NEIN!"
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    Der bedeutendste Aspekt
    jedes Chuck Jones Trickfilms
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    (und die du am ehesten erinnerst)
    sind die Witze.
  • 1:17 - 1:19
    geschrieben von
    Michael Maltese und Tedd Pierce.
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    Fast jeder der Scherze folgt einem
    klassischen, zweiteiligen Aufbau.
  • 1:22 - 1:24
    Der erste Teil...
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    lässt dich eine Annahme treffen.
    Der zweite Teil...
  • 1:32 - 1:33
    widerlegt sie.
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    Das ist alles. Annahme -
  • 1:40 - 1:41
    Realität.
  • 1:41 - 1:43
    Und in den frühen Cartoons
    sind die Witze fantastisch.
  • 1:43 - 1:45
    und sie kommen Schlag auf Schlag.
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    Die Wahrheit ist aber:
    die Witze sind nur die Oberfläche.
  • 1:51 - 1:53
    Was diese Filme wirklich hervorhebt
  • 1:53 - 1:56
    ist die Mühe, die in
    die Charaktere gesteckt wurde.
  • 1:56 - 1:57
    Dieser Prozess dauerte
    eine ganze Weile.
  • 1:57 - 2:00
    "Alle Charaktere sind Lernprozesse."
  • 2:00 - 2:04
    "Das ist für viele
    schwer verständlich, zu erkennen,
  • 2:04 - 2:08
    dass Schauspieler Talent mitbringen,da
    sie schon andere Rollen gespielt haben."
  • 2:09 - 2:10
    "Hallo."
  • 2:10 - 2:12
    "Wenn du mit einer Zeichnung arbeitest,
    hast du nur die Zeichnung
  • 2:12 - 2:14
    und du musst die Persönlichkeit
    entwickeln."
  • 2:14 - 2:15
    Nimm zum Beispiel Daffy Duck.
  • 2:15 - 2:17
    In seinen ersten Auftritten...
  • 2:20 - 2:23
    ...war Daffy mehr oder weniger verrückt.
  • 2:23 - 2:25
    "Meine Güte, was für eine verrückte Ente."
  • 2:26 - 2:28
    Aber im Verlauf von 15 Jahren
    veränderte er sich
  • 2:28 - 2:31
    von dem, der über Späße lacht,
    zur Zielscheibe der Späße.
  • 2:36 - 2:39
    Dieser Daffy ist weniger verrückt, aber
    es ist leichter zu verstehen was er möchte.
  • 2:39 - 2:40
    Er möchte Geld.
  • 2:41 - 2:42
    Er möchte ein Star sein.
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    Kurz: er möchte Ruhm.
  • 2:44 - 2:46
    "Das ist eine Aufgabe für...
  • 2:48 - 2:51
    ...den MASKIERTEN RÄCHER!"
  • 2:51 - 2:55
    Tatsächlich haben alle Charaktere von
    Chuck Jones klar erkennbare Motive.
  • 2:55 - 2:57
    Dieser möchte ein Zuhause.
  • 2:57 - 2:59
    Dieser möchte tagträumen.
  • 2:59 - 3:02
    Und dieser braucht jemanden,
    den er lieben kann.
  • 3:02 - 3:06
    "Ah, mein kleiner Liebling, es ist
    Liebe auf den ersten Blick, nicht wahr?"
  • 3:06 - 3:09
    Achte darauf: jedes Bedürfnis
    ist sehr simpel.
  • 3:09 - 3:12
    Und je simpler die Begierde,
    desto lebendiger der Charakter.
  • 3:14 - 3:16
    Sobald du weißt
    was die Person will
  • 3:16 - 3:17
    kommt die nächste Frage:
  • 3:17 - 3:20
    Wie verhält sich
    diese bestimmte Figur?
  • 3:20 - 3:24
    "Jede Handlung wird davon bestimmt,
    was in dir vorgeht."
  • 3:24 - 3:26
    "Du musst wie der Charakter
    denken können."
  • 3:26 - 3:30
    "Wenn du an den Handlungen der Person
    nicht erkennst was passiert,
  • 3:30 - 3:31
    animierst du nicht."
  • 3:31 - 3:34
    "Ich bin eine Schlange,
    und du hast mich beschworen, nicht wahr?"
  • 3:35 - 3:36
    "Dialoge helfen dabei,...
  • 3:36 - 3:39
    aber sie sind nicht der Grund,
    dass es funktioniert."
  • 3:39 - 3:42
    "Die Geschichte sollte durch die
    Handlungen selbsterklärend sein."
  • 3:43 - 3:45
    Sagen wir mal du weißt
    was die Person will
  • 3:45 - 3:47
    und du weißt was sie dafür tun würde.
  • 3:47 - 3:48
    Was ist mit den Witzen?
  • 3:48 - 3:50
    Was geschieht mit der Annahme...
  • 3:52 - 3:53
    und der Realität?
  • 3:53 - 3:56
    Nun, jetzt beinhaltet die Annahme
    die Persönlichkeit des Charakters.
  • 3:56 - 4:00
    Zum Beispiel: wir wissen,
    Daffy wird immer einen Streit anfangen,
  • 4:01 - 4:03
    weil es Teil seiner Begierde
    nach Ruhm ist.
  • 4:05 - 4:06
    "Übernimm mal."
  • 4:06 - 4:08
    Ebenso wissen wir, die
    Falle des Kojoten werden fehlschlagen,
  • 4:08 - 4:11
    also kann Jones diesen Gag
    abseits bringen,
  • 4:11 - 4:13
    was ihn letztlich noch witziger macht.
  • 4:19 - 4:21
    Dieses Vorgehen birgt aber ein Risiko.
  • 4:21 - 4:24
    Wenn du dich nur auf gute Witze mit
    denselben, festen Charakteren konzentrierst
  • 4:24 - 4:26
    landest du leicht in einem "Schema-F".
  • 4:26 - 4:29
    "Manchmal tut mir der Kojote
    richtig Leid."
  • 4:30 - 4:32
    "Manchmal wünschte ich
    er würde ihn fangen."
  • 4:38 - 4:41
    "Wenn er ihn fangen würde
    gäbe es keinen Roadrunner mehr."
  • 4:42 - 4:43
    "Das würdest dir nicht gefallen, oder?
  • 4:43 - 4:46
    Um dieses Problem zu umgehen
    hat Jones etwas gemacht.
  • 4:46 - 4:49
    Dies ist einer der kennzeichnenden
    Aspekte seiner Arbeit.
  • 4:49 - 4:52
    Es ist ein Wort, welches er benutzt und
    andere mit ihm verbinden.
  • 4:53 - 4:54
    "Beep Beep!"
  • 4:54 - 4:57
    "Es sticht hervor als Beispiel
    seiner Art der Disziplin,
  • 4:57 - 5:00
    welche C. Jones sich selbst gesetzt hat.
  • 5:00 - 5:02
    "Das ist ein zentraler Faktor in
    allen Komödien und Dramen."
  • 5:03 - 5:04
    "Was sind deine Disziplinen?"
  • 5:04 - 5:08
    Disziplin. Die Herausforderungen und
    Grenzen, die du dir selber setzt.
  • 5:08 - 5:10
    Zum Beispiel einen Person
    ohne Mund zu entwerfen.
  • 5:11 - 5:12
    Oder ohne Gesicht.
  • 5:13 - 5:15
    Oder keine Dialoge zu nutzen außer diesem:
  • 5:17 - 5:21
    "Hallo, mein Baby, hallo, meine Süße,
    hallo, mein Ragtime-Mädl."
  • 5:21 - 5:24
    Weil Animation dich alles machen lässt
  • 5:24 - 5:26
    musst du dir überlegen
    was du nicht tun wirst.
  • 5:26 - 5:28
    In Jones' Fall
    gab es eine Menge Regeln
  • 5:28 - 5:30
    über die Welt, die Personen
    und ihr Verhalten
  • 5:30 - 5:33
    Zum Beispiel: Bugs Bunny
    fing nie einen Streit an.
  • 5:33 - 5:35
    Jemand musste dies tun...
  • 5:35 - 5:39
    "Töte den Hasen! Töte den Hasen!
    Töte den Hasen!"
  • 5:39 - 5:41
    ...und nur dann würde er zurückschlagen.
  • 5:41 - 5:43
    "Töte den Hasen?"
  • 5:44 - 5:48
    "Bugs Bunny ist nicht einfach ein
    verrückter Hase."
  • 5:48 - 5:51
    "Jemand versucht immer ihn zu schnappen.
    Und er rächt sich dann."
  • 5:51 - 5:54
    "Er muss provoziert worden sein.
    Das haben wir gelernt."
  • 5:54 - 5:55
    "Es ist sehr wichtig, dass er
    vorher provoziert wurde,
  • 5:55 - 5:57
    denn sonst wäre er ein Tyrann."
  • 5:58 - 6:02
    "Natürlich siehst du ein,
    dass das Krieg bedeutet."
  • 6:02 - 6:05
    Eine ähnliche Einschränkung betraf
    Mimik und Gestik der Personen.
  • 6:05 - 6:09
    Anfangs durchliefen sie eine
    schnelle Reihe an Gesichtsausdrücken.
  • 6:12 - 6:15
    Aber im Laufe der Zeit
    wurden diese immer weniger.
  • 6:15 - 6:19
    "Besonders in den späteren Filmen
    mochte Chuck es sehr
  • 6:19 - 6:24
    nur die kleinstmöglichen
    Gesten zu benutzen...
  • 6:24 - 6:27
    und Gesichtsausdrücke,
    um Lacher zu erzielen."
  • 6:32 - 6:35
    "Chucks Gesichtsausdrücke waren
    die besten im Geschäft,...
  • 6:35 - 6:37
    weil er ein Minimalist war."
  • 6:43 - 6:45
    "Jede Komik entsteht aus zwei Dingen."
  • 6:45 - 6:48
    "Ich glaube jede Komik entsteht aus
    menschlichem Verhalten und Logik."
  • 6:49 - 6:50
    "Wenn es nicht logisch ist,
    wird es nicht komisch...
  • 6:50 - 6:52
    ...und wenn es nicht menschlich ist...
  • 6:52 - 6:53
    ...woher weißt du dann, dass es komisch ist?"
  • 6:54 - 6:56
    Versuche es so zu sehen:
    dies ist menschliches Verhalten.
  • 6:56 - 6:58
    "HA HA! Jetzt...!
  • 7:01 - 7:02
    Das war Logik.
  • 7:02 - 7:05
    Und Logik ist etwas,
    in dem du dich stetig verbesserst.
  • 7:07 - 7:08
    Aber was ist mit
    menschlichem Verhalten?
  • 7:08 - 7:10
    Wie verbesserst du dein Verständnis dafür?
  • 7:11 - 7:13
    Die Wahrheit ist: es gibt nur einen Weg,...
  • 7:13 - 7:14
    und Filme schauen ist es nicht.
  • 7:19 - 7:22
    "Wenn du mit Chuck sprichst
    ermutigt er einen immer
  • 7:22 - 7:25
    an die Quelle zu gehen:
    wahres Leben zu studieren, Kunst...
  • 7:25 - 7:30
    und das auf deine Animationen anzuwenden.
    Du kannst nicht nur lustige Gesichter zeichnen."
  • 7:34 - 7:37
    Jones glaubte, dass es nicht genügt
    einfach nur Filme zu schauen.
  • 7:37 - 7:39
    Du musstest auch andere Interessen
    als Filme haben.
  • 7:39 - 7:41
    Du musstest das
    wirkliche Leben studieren.
  • 7:41 - 7:42
    Allem voran, unterstützte er dies:
  • 7:43 - 7:45
    "Lesen. Lies alles."
  • 7:46 - 7:47
    "Es hilft nicht viel
    beim zeichnen...
  • 7:47 - 7:49
    sofern du nicht etwas zu zeichnen hast...
  • 7:49 - 7:50
    und der einzige Ort,
    etwas zu zeichnen zu finden
  • 7:50 - 7:52
    ist dein Verstand."
  • 7:52 - 7:54
    "Und der einzige Weg,
    den Verstand zu trainieren...
  • 7:54 - 7:56
    ist ihm neue Ideen zu präsentieren...
  • 7:56 - 7:58
    damit er überrascht wird...
  • 8:02 - 8:04
    und sagt 'Mensch,
    das habe ich nicht gewusst.'"
  • 8:04 - 8:05
    "Das ist die tollste Sache der Welt...
  • 8:05 - 8:09
    das 'Mann, das wusste ich nicht.'
    Und das ist schon alles, weißt du?"
  • 8:09 - 8:12
    Das ist schon alles.
    Es geht nicht nur um Witze,
  • 8:12 - 8:14
    Nicht nur um Charaktere.
  • 8:14 - 8:15
    Nicht nur um Disziplin.
  • 8:16 - 8:18
    Es geht um die Erforschung der wahren Welt
    und etwas Neues zu lernen.
  • 8:18 - 8:21
    Und das dann in die Werk einzubringen.
  • 8:21 - 8:22
    Mit anderen Worten: Inspiration.
  • 8:26 - 8:28
    Und das Beste an
    dieser Form der Inspiration?
  • 8:28 - 8:32
    "Du kannst sie überall finden.
    Überall."
Title:
Chuck Jones - The Evolution of an Artist
Description:

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Video Language:
English, British
Duration:
08:54

German subtitles

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