Hi ich heiße Tony
und das ist "Every Frame a Painting".
Wenn du aufgewachsen bist wie ich hast
du bestimmt viel Looney Tunes geschaut.
Und wenn du aufs
Intro geachtet hast
kennst du diesen Namen.
"Mein voller Name ist
Charles Martin Jones."
"Hier gehöre ich nicht wirklich hin,
ich gehöre hinter die Kamera."
Chuck Jones ist einer der unerreichten
Meister der bildlichen Komödie.
Zwischen 1938 und 1962 hat er bei
mehr als 200 Trickfilmen
für WB Regie geführt.
Zehn Filme im Jahr,
sechs Minuten pro Film.
Das Erstaunliche ist, das sie sich
auch nach 50 Jahren noch halten.
Und unter ihnen sind einige der
besten Kurzfilme aller Zeiten.
Aber nichts davon geschah über Nacht.
Es war ein langer Prozess.
Lasst uns heute also schauen...
wie ein begabter Künstler
einer der Größten wurde.
"Na schön.
Lasst uns mit dem Film beginnen!"
"NEIN! NEIN!"
Der bedeutendste Aspekt
jedes Chuck Jones Trickfilms
(und die du am ehesten erinnerst)
sind die Witze.
geschrieben von
Michael Maltese und Tedd Pierce.
Fast jeder der Scherze folgt einem
klassischen, zweiteiligen Aufbau.
Der erste Teil...
lässt dich eine Annahme treffen.
Der zweite Teil...
widerlegt sie.
Das ist alles. Annahme -
Realität.
Und in den frühen Cartoons
sind die Witze fantastisch.
und sie kommen Schlag auf Schlag.
Die Wahrheit ist aber:
die Witze sind nur die Oberfläche.
Was diese Filme wirklich hervorhebt
ist die Mühe, die in
die Charaktere gesteckt wurde.
Dieser Prozess dauerte
eine ganze Weile.
"Alle Charaktere sind Lernprozesse."
"Das ist für viele
schwer verständlich, zu erkennen,
dass Schauspieler Talent mitbringen,da
sie schon andere Rollen gespielt haben."
"Hallo."
"Wenn du mit einer Zeichnung arbeitest,
hast du nur die Zeichnung
und du musst die Persönlichkeit
entwickeln."
Nimm zum Beispiel Daffy Duck.
In seinen ersten Auftritten...
...war Daffy mehr oder weniger verrückt.
"Meine Güte, was für eine verrückte Ente."
Aber im Verlauf von 15 Jahren
veränderte er sich
von dem, der über Späße lacht,
zur Zielscheibe der Späße.
Dieser Daffy ist weniger verrückt, aber
es ist leichter zu verstehen was er möchte.
Er möchte Geld.
Er möchte ein Star sein.
Kurz: er möchte Ruhm.
"Das ist eine Aufgabe für...
...den MASKIERTEN RÄCHER!"
Tatsächlich haben alle Charaktere von
Chuck Jones klar erkennbare Motive.
Dieser möchte ein Zuhause.
Dieser möchte tagträumen.
Und dieser braucht jemanden,
den er lieben kann.
"Ah, mein kleiner Liebling, es ist
Liebe auf den ersten Blick, nicht wahr?"
Achte darauf: jedes Bedürfnis
ist sehr simpel.
Und je simpler die Begierde,
desto lebendiger der Charakter.
Sobald du weißt
was die Person will
kommt die nächste Frage:
Wie verhält sich
diese bestimmte Figur?
"Jede Handlung wird davon bestimmt,
was in dir vorgeht."
"Du musst wie der Charakter
denken können."
"Wenn du an den Handlungen der Person
nicht erkennst was passiert,
animierst du nicht."
"Ich bin eine Schlange,
und du hast mich beschworen, nicht wahr?"
"Dialoge helfen dabei,...
aber sie sind nicht der Grund,
dass es funktioniert."
"Die Geschichte sollte durch die
Handlungen selbsterklärend sein."
Sagen wir mal du weißt
was die Person will
und du weißt was sie dafür tun würde.
Was ist mit den Witzen?
Was geschieht mit der Annahme...
und der Realität?
Nun, jetzt beinhaltet die Annahme
die Persönlichkeit des Charakters.
Zum Beispiel: wir wissen,
Daffy wird immer einen Streit anfangen,
weil es Teil seiner Begierde
nach Ruhm ist.
"Übernimm mal."
Ebenso wissen wir, die
Falle des Kojoten werden fehlschlagen,
also kann Jones diesen Gag
abseits bringen,
was ihn letztlich noch witziger macht.
Dieses Vorgehen birgt aber ein Risiko.
Wenn du dich nur auf gute Witze mit
denselben, festen Charakteren konzentrierst
landest du leicht in einem "Schema-F".
"Manchmal tut mir der Kojote
richtig Leid."
"Manchmal wünschte ich
er würde ihn fangen."
"Wenn er ihn fangen würde
gäbe es keinen Roadrunner mehr."
"Das würdest dir nicht gefallen, oder?
Um dieses Problem zu umgehen
hat Jones etwas gemacht.
Dies ist einer der kennzeichnenden
Aspekte seiner Arbeit.
Es ist ein Wort, welches er benutzt und
andere mit ihm verbinden.
"Beep Beep!"
"Es sticht hervor als Beispiel
seiner Art der Disziplin,
welche C. Jones sich selbst gesetzt hat.
"Das ist ein zentraler Faktor in
allen Komödien und Dramen."
"Was sind deine Disziplinen?"
Disziplin. Die Herausforderungen und
Grenzen, die du dir selber setzt.
Zum Beispiel einen Person
ohne Mund zu entwerfen.
Oder ohne Gesicht.
Oder keine Dialoge zu nutzen außer diesem:
"Hallo, mein Baby, hallo, meine Süße,
hallo, mein Ragtime-Mädl."
Weil Animation dich alles machen lässt
musst du dir überlegen
was du nicht tun wirst.
In Jones' Fall
gab es eine Menge Regeln
über die Welt, die Personen
und ihr Verhalten
Zum Beispiel: Bugs Bunny
fing nie einen Streit an.
Jemand musste dies tun...
"Töte den Hasen! Töte den Hasen!
Töte den Hasen!"
...und nur dann würde er zurückschlagen.
"Töte den Hasen?"
"Bugs Bunny ist nicht einfach ein
verrückter Hase."
"Jemand versucht immer ihn zu schnappen.
Und er rächt sich dann."
"Er muss provoziert worden sein.
Das haben wir gelernt."
"Es ist sehr wichtig, dass er
vorher provoziert wurde,
denn sonst wäre er ein Tyrann."
"Natürlich siehst du ein,
dass das Krieg bedeutet."
Eine ähnliche Einschränkung betraf
Mimik und Gestik der Personen.
Anfangs durchliefen sie eine
schnelle Reihe an Gesichtsausdrücken.
Aber im Laufe der Zeit
wurden diese immer weniger.
"Besonders in den späteren Filmen
mochte Chuck es sehr
nur die kleinstmöglichen
Gesten zu benutzen...
und Gesichtsausdrücke,
um Lacher zu erzielen."
"Chucks Gesichtsausdrücke waren
die besten im Geschäft,...
weil er ein Minimalist war."
"Jede Komik entsteht aus zwei Dingen."
"Ich glaube jede Komik entsteht aus
menschlichem Verhalten und Logik."
"Wenn es nicht logisch ist,
wird es nicht komisch...
...und wenn es nicht menschlich ist...
...woher weißt du dann, dass es komisch ist?"
Versuche es so zu sehen:
dies ist menschliches Verhalten.
"HA HA! Jetzt...!
Das war Logik.
Und Logik ist etwas,
in dem du dich stetig verbesserst.
Aber was ist mit
menschlichem Verhalten?
Wie verbesserst du dein Verständnis dafür?
Die Wahrheit ist: es gibt nur einen Weg,...
und Filme schauen ist es nicht.
"Wenn du mit Chuck sprichst
ermutigt er einen immer
an die Quelle zu gehen:
wahres Leben zu studieren, Kunst...
und das auf deine Animationen anzuwenden.
Du kannst nicht nur lustige Gesichter zeichnen."
Jones glaubte, dass es nicht genügt
einfach nur Filme zu schauen.
Du musstest auch andere Interessen
als Filme haben.
Du musstest das
wirkliche Leben studieren.
Allem voran, unterstützte er dies:
"Lesen. Lies alles."
"Es hilft nicht viel
beim zeichnen...
sofern du nicht etwas zu zeichnen hast...
und der einzige Ort,
etwas zu zeichnen zu finden
ist dein Verstand."
"Und der einzige Weg,
den Verstand zu trainieren...
ist ihm neue Ideen zu präsentieren...
damit er überrascht wird...
und sagt 'Mensch,
das habe ich nicht gewusst.'"
"Das ist die tollste Sache der Welt...
das 'Mann, das wusste ich nicht.'
Und das ist schon alles, weißt du?"
Das ist schon alles.
Es geht nicht nur um Witze,
Nicht nur um Charaktere.
Nicht nur um Disziplin.
Es geht um die Erforschung der wahren Welt
und etwas Neues zu lernen.
Und das dann in die Werk einzubringen.
Mit anderen Worten: Inspiration.
Und das Beste an
dieser Form der Inspiration?
"Du kannst sie überall finden.
Überall."