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Buster Keaton - The Art of the Gag

  • 0:03 - 0:06
    Hi, mein Name ist Tony
    und das ist "Every frame a painting".
  • 0:08 - 0:10
    Es gibt einige Filmemacher,
    die so inspirierend sind
  • 0:10 - 0:14
    dass, man überall Spuren
    ihrer Ideen finden kann.
  • 0:17 - 0:20
    Ich sehe Parallelen dieses Filmemachers
    in Werken von Wes Anderson.
  • 0:23 - 0:26
    Seine Akrobatik und Stunts
    bei Jackie Chan.
  • 0:28 - 0:31
    Und die ausdruckslose Haltung
    bei Bill Murray.
  • 0:35 - 0:38
    Er ist natürlich Buster Keaton, einer der
    drei größten Komiker des Stummfilms.
  • 0:39 - 0:42
    "Er war, wie wir jetzt erst merken...
  • 0:43 - 0:47
    ...der größte aller Clowns
    in der Geschichte des Kinos."
  • 0:48 - 0:49
    Und fast 100 Jahre später
  • 0:49 - 0:52
    können wir noch immer einiges von ihm
    über visuelle Komik lernen.
  • 0:53 - 0:56
    Lassen sie uns heute einen Blick auf
    das Entstehen eines Gags werfen.
  • 0:57 - 0:57
    Bereit?
  • 1:00 - 1:01
    Los gehts.
  • 1:08 - 1:11
    Zuerst muss man wissen, dass
  • 1:10 - 1:12
    visuelle Komik durch Aktion erzählt wird
  • 1:13 - 1:15
    Keaton war ein visueller
    Geschichtenerzähler und er mochte es nicht
  • 1:15 - 1:18
    wenn andere Regisseure ihre Geschichten
    durch die Textkarten erzählten.
  • 1:19 - 1:22
    "Gewöhnlich benutzte man in Filmen
    240 Textkarten...
  • 1:22 - 1:23
    "...das war der Durchschnitt."
  • 1:24 - 1:27
    -"240 war der Durchschnitt?"
    -"Ja, und ich verwendete nie mehr als 56."
  • 1:28 - 1:31
    Er vermied Textkarten, indem er
    den Fokus auf Gestik und Mimik zog.
  • 1:31 - 1:35
    In dieser Einstellung wissen sie nicht
    über was sich die beiden unterhalten.
  • 1:35 - 1:38
    Alles was sie wissen sollen, wird durch
    den Tisch und ihre Körpersprache erzählt.
  • 1:39 - 1:41
    "Aber was sie schreiben mussten...
  • 1:40 - 1:43
    "Sie mussten mit den Zuschauern
    kommunizieren..."
  • 1:46 - 1:48
    -"Durch Aktion"
    -"Genau. Wir entfernten die Untertitel..."
  • 1:48 - 1:52
    "...sofort in dem Moment, wenn wir
    merkten, dass wir es durch Aktion
    erzählen konnten."
  • 1:52 - 1:54
    Keaton war überzeugt davon, dass
    jede Handlung einzigartig sein sollte.
  • 1:55 - 1:56
    Keine Wiederholungen.
  • 2:00 - 2:02
    Jeder einzelne Fall...
  • 2:03 - 2:04
    ist eine Möglichkeit...
  • 2:06 - 2:07
    für Kreativität.
  • 2:08 - 2:11
    Sobald die Aktion an sich klar ist
    macht sich das zweite Problem bemerkbar:
  • 2:11 - 2:13
    Wo soll die Kamera aufgestellt werden?
  • 2:18 - 2:22
    Visuelle Gags funktionieren in der Regel
    aus einer bestimmten Perspektive.
  • 2:22 - 2:23
    Und wenn die Perspektive verändert wird...
  • 2:24 - 2:27
    dann wird auch der Gag verändert und
    funktioniert möglicherweise nicht mehr so gut.
  • 2:28 - 2:30
    Die richtige Perspektive zu finden, ist
    von Versuch und Fehlschlag begleitet.
  • 2:30 - 2:33
    Lassen sie uns zwei mögliche Aufstellungen
    der Kamera für den gleichen Gag betrachten.
  • 2:34 - 2:35
    Hier ist die erste.
  • 2:43 - 2:44
    Und hier die zweite.
  • 2:52 - 2:55
    Bei der ersten Einstellung nimmt das Auto
    den meisten Platz im Bild ein
  • 2:55 - 2:57
    und man bekommt keinen guten Blick auf
    Buster, bis er sich umdreht.
  • 2:59 - 3:01
    In der zweiten Einstellung ist das Auto
    jedoch im Hintergrund platziert
  • 3:01 - 3:04
    und man kann durchgehend das Gesicht
    beobachten.
  • 3:04 - 3:08
    Diese Millisekunde, in der wir mehr wissen
    als der Darsteller
  • 3:07 - 3:10
    ...das ist aus dieser Perspektive
    viel besser.
  • 3:11 - 3:13
    In der ersten Einstellung, teilt die
    Perspektive unsere Aufmerksamkeit.
  • 3:13 - 3:17
    Unsere Augen möchten sein Gesicht
    und das Schild zur selben Zeit sehen.
  • 3:17 - 3:19
    Jedoch mit der neuen Einstellung...
  • 3:19 - 3:20
    Sehen wir selbstverständlich auf ihn...
  • 3:21 - 3:22
    dann das Schild
  • 3:23 - 3:26
    dann zurück zu ihm.
    Viel besser.
  • 3:29 - 3:30
    Kommen wir nun zu der dritte Frage...
  • 3:31 - 3:34
    Welche Regeln gibt es in dieser
    speziellen Welt?
  • 3:35 - 3:38
    Busters Welt ist unkompliziert
    und beherrscht durch ein Gesetz.
  • 3:43 - 3:46
    Wenn die Kamera es nicht sehen kann,
    sieht es der Charakter auch nicht.
  • 3:47 - 3:50
    In Busters Welt sind die Seiten des Bildes
    die Grenzen für die Charaktere
  • 3:50 - 3:52
    und was für die Zuschauer sichtbar
    ist.
  • 3:54 - 3:56
    So entstehen Gags die visuell Sinn machen
  • 3:58 - 3:59
    jedoch nicht logisch erklärbar sind.
  • 4:00 - 4:03
    Viele seiner Gags behandeln menschliche
    Bewegungen in der unkomplizierten Welt.
  • 4:04 - 4:05
    Er kann nach rechts gehen...
  • 4:06 - 4:06
    nach links...
  • 4:07 - 4:08
    aufwärts...
  • 4:09 - 4:10
    abwärts...
  • 4:11 - 4:12
    weg von der Kamera...
  • 4:14 - 4:14
    und auf sie zu.
  • 4:15 - 4:16
    Kommt es ihnen bekannt vor?
  • 4:16 - 4:20
    -" Sie wurde ermordet.
    Und sie glauben ich war es."
  • 4:21 - 4:22
    -"Hey!"
  • 4:24 - 4:27
    Wie auch Wes Anderson,
    fand Buster Keaton Komik durch Raum.
  • 4:31 - 4:35
    Er platzierte die Kamera oft weiter weg,
    um Komik durch Formen zu zeigen.
  • 4:35 - 4:36
    Durch Kreise...
  • 4:37 - 4:38
    Dreiecke...
  • 4:39 - 4:40
    parallele Linien...
  • 4:41 - 4:44
    und natürlich durch das Seitenverhältnis
    des Filmes: das Rechteck.
  • 4:46 - 4:49
    Dieses Darstellen ermutigt das Publikum
  • 4:49 - 4:53
    selbst nach der Komik im dargestellten
    Bild zu suchen.
  • 4:53 - 4:54
    Wo sehen sie hin in dieser Einstellung?
  • 4:59 - 5:00
    Wo ist er?
  • 5:03 - 5:04
    Einige dieser Gags haben ihre Wurzeln
    im Theatergenre Vaudeville
  • 5:05 - 5:07
    und sind wie ein Zaubertrick konstruiert.
  • 5:12 - 5:13
    Und wie bei alles großen Zaubertricks
  • 5:13 - 5:16
    ist der spannende Teil zu erraten, wie
    es gemacht wurde.
  • 5:19 - 5:23
    Keaton nannte diese Art
    "Impossible gags".
  • 5:26 - 5:28
    Sie zählen zu seinen einfallsreichsten
    und unerklärbaren Gags.
  • 5:31 - 5:33
    Als Geschichtenerzähler fand er es
    jedoch schwierig sie einzusetzen
  • 5:33 - 5:34
    weil sie die Regeln seiner einfachen
    Welt außer Kraft setzten.
  • 5:35 - 5:39
    -"Wir mussten mit den impossible gags
    bzw. cartoon gags aufhören."
  • 5:40 - 5:43
    -"Wir verwendeten keine mehr, als wir
    mit dem Drehen von Langfilmen begannen."
  • 5:43 - 5:47
    -"Es musste realistisch sein, denn die
    Handlung wäre sonst nicht glaubhaft gewesen."
  • 5:48 - 5:51
    Stattdessen wurden die sogenannten
    natural gags verwendet.
  • 5:52 - 5:56
    Die Komik bildet sich aus dem Handeln des
    Charakters und der jeweiligen Situation.
  • 5:57 - 5:58
    Beachten sie, was er mit dieser Tür macht.
  • 6:04 - 6:06
    Keaton bezeichnete dies als visuelle Komik
  • 6:06 - 6:08
    sich offen zu halten für Improvisationen.
  • 6:09 - 6:12
    -"Wie viel war geplant und wie viel davon
    wurde am Ende verwendet?"
  • 6:12 - 6:14
    -"Wie viel wurde improvisiert?"
  • 6:14 - 6:16
    -"Nun, als eine Regel galt 50 Prozent..."
  • 6:19 - 6:21
    -"...wurden vor dem Drehen geplant..."
  • 6:21 - 6:24
    -"...und der Rest währenddessen entwickelt."
  • 6:25 - 6:26
    Manchmal gab es Gags,
    die er so gerne hatte,
  • 6:26 - 6:28
    dass er sie ein zweites Mal verwendete.
  • 6:30 - 6:33
    Andererseits gab es auch Gags, die zwar
    geplant waren, jedoch an diesem Tag nicht funktionierten.
  • 6:34 - 6:36
    Daraufhin entfernte er sie einfach.
  • 6:37 - 6:38
    -"...weil sie sich nicht als gut
    herausstellten und nicht funktionierten."
  • 6:39 - 6:41
    -" Und dann gibt es noch die zufälligen
    Gags."
  • 6:42 - 6:43
    Eigentlich sollte er diesen Sprung
    schaffen.
  • 6:44 - 6:45
    Er verfehlte ihn aber...
  • 6:45 - 6:47
    Er entschied den Fehler zu behalten und
    darauf aufzubauen.
  • 6:49 - 6:52
    -"Man bekommt selten eine so gute Szene
    beim zweiten Mal drehen."
  • 6:52 - 6:55
    -"Normalerweise passiert das nur beim
    ersten Dreh."
  • 6:55 - 6:56
    -"Vielleicht ist das einer der Gründe..."
  • 6:56 - 6:58
    -"...dass es so viel Gelächter gab
    neulich nachts."
  • 6:59 - 7:00
    -"Ich meine, die jungen Leute und ich
    hatten dieses Gefühl..."
  • 7:01 - 7:03
    -"...dass das was wir sahen, in demselben
    Moment passierte."
  • 7:06 - 7:07
    "-Dass es nur einmal so passiert
    sein konnte..."
  • 7:07 - 7:09
    -"...Das war nichts, was geübt und
    wieder und wieder gemacht werden konnte."
  • 7:10 - 7:11
    Und das bringt uns zum letzten Kapitel
    über Buster Keaton
  • 7:12 - 7:13
    und seine berühmte Regel.
  • 7:17 - 7:18
    Täusche nie einen Gag vor.
  • 7:18 - 7:21
    Für Keaton gab es nur einen Weg
    das Publikum zu überzeugen...
  • 7:21 - 7:23
    ...dass alles real ist was es sieht.
  • 7:23 - 7:24
    Er musste es tatsächlich machen...
  • 7:28 - 7:30
    ...ohne Schnitt.
  • 7:30 - 7:32
    Er verfolgte diese Regel so streng
    dass er einmal sagte...
  • 7:32 - 7:34
    "Entweder wir bekommen das beim
    ersten Dreh hin...
  • 7:38 - 7:40
    ...oder wir schmeißen den Gag raus."
  • 7:41 - 7:43
    Das ist der Grund warum er lebendig
    bleibt, sogar 100 Jahre später.
  • 7:44 - 7:46
    Nicht nur für seine Fähigeiten,
    sondern auch für seine Integrität.
  • 7:47 - 7:48
    Das ist er wirklich.
  • 7:50 - 7:53
    Und kein Fortschritt in der Technologie
    kann dies nachahmen.
  • 7:54 - 7:57
    Sogar heute, sind wir beeindruckt, wenn
    Filmemacher auf praktische Stunts zurückgreifen.
  • 7:58 - 8:00
    Aber ich denke er machte es vor
    95 Jahren besser.
  • 8:01 - 8:02
    Ganz gleich wie oft...
  • 8:03 - 8:04
    jemand ihm die Ehre erweist...
  • 8:14 - 8:18
    Nichts kommt dem Original nahe.
Title:
Buster Keaton - The Art of the Gag
Description:

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Video Language:
English
Duration:
08:35

German subtitles

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