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Charles Limb: Das Hirn auf Impro

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    Ich bin also ein Chirurg, der Kreativität erforscht,
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    und noch nie hat ein Patient mich gebeten,
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    "Ich möchte gerne, dass Sie bei meiner OP kreativ sind."
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    Und deshalb denke Ich, dass das Ganze ein bisschen ironisch ist.
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    Obwohl Ich schon viele OPs vorgenommen habe, kann ich sagen,
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    dass es doch Ähnlichkeiten mit dem Spielen eines Instruments hat.
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    Und mich hat diese starke und andauernde Faszination an Tönen
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    dazu gebracht, sowohl Chirurg zu werden,
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    als auch die Wissenschaft der Töne, besonders Musik, zu studieren.
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    Deshalb werde ich Ihnen in den nächsten Minuten versuchen,
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    über meine Karriere zu erzählen
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    und darüber, wie ich in effektiv versuche, Musik zu studieren
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    und die Fragen dazu wirklich beim Schopf zu packen,
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    wie das Gehirn kreativ werden kann.
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    Den Großteil dieser Arbeit habe ich an der John Hopkins University durchgeführt,
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    aber auch am National Institute of Health, wo ich vorher war.
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    Ich werde einige wissenschaftliche Experimente abhandeln
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    und versuchen, drei musikalische Experimente zu behandeln.
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    Als erstes spiele ich ein Video für Sie.
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    Dies ist ein Video von Keith Jarrett, einem bekannten Jazz-Improvisateur
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    und wahrscheinlich das bekannteste, geradezu ikonenhafte Beispiel
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    für jemanden, der Improvisation auf ein viel höheres Niveau bringt.
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    Er improvisiert ganze Konzerte
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    spontan,
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    und er wird sie nie wieder in der selben Weise spielen.
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    Diese Form ausgeprägter Kreativität
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    finde ich, ist ein großartiges Beispiel.
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    Warum schauen wir uns das Video nicht einfach an.
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    (Musik)
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    Was da passiert ist bemerkenswert, ja phantastisch.
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    Ich habe immer -- nur als Zuhörer, als Fan --
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    Ich höre das, und ich bin verblüfft.
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    Ich denke: Wie kann das möglich sein?
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    Wie kann das Gehirn so viele Informationen,
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    so viel Musik spontan produzieren?
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    Also habe ich mich mit diesem Konzept wissenschaftlich auseinandergesetzt,
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    dass künstlerische Kreativität zauberhaft ist, aber keine Zauberei.
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    Das heißt, es ist ein Produkt des Gehirns.
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    Es gibt nicht zu viele hirntote Menschen, die Kunst schaffen.
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    Und mit dieser Idee, dass künstlerische Kreativität
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    effektiv ein neurologisches Produkt ist,
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    nahm ich diese These, damit wir sie untersuchen können,
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    genau so, wie wir irgendeinen anderen komplexen neurologischen Prozess untersuchen können.
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    Und ich glaube, dort gibt es einige Teilfragen, die ich stelle.
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    Ist es wirklich möglich, Kreativität wissenschaftlich zu untersuchen?
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    Das ist eine gute Frage, denke ich.
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    Und ich kann Ihnen sagen, dass die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen zu Musik
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    sehr schwer zu verstehen sind.
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    Wenn Sie sie durchgehen, werden Sie Schwierigkeiten haben, die Musik darin zu finden.
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    Tatsächlich scheint es, als seien sie äußerst unmusikalisch
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    und den ganzen Sinn der Musik verfehlen.
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    Das wirft die zweite Frage auf:
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    Warum sollten Wissenschaftler Kreativität untersuchen?
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    Vielleicht sind wir nicht die Richtigen dafür.
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    Es wäre gut möglich,
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    aber ich kann sagen, aus wissenschaftlicher Sicht --
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    wir haben heute viel über Innovation gesprochen --
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    die Forschung von Innovation,
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    unser Verständnis von der Innovationsfähigkeit unseres Gehirns
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    steckt in den Kinderschuhen.
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    Wir wissen wirklich äußerst wenig über unsere Fähigkeit zur Kreativität.
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    Deswegen denke ich, dass wir
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    während der nächten 10, 20, 30 Jahre
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    eine wahre Kreativitätswissenschaft erleben werden, die aufkeimt und gedeiht.
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    Denn jetzt haben wir neue Arbeitsmethoden,
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    um einen Vorgang wie diesen zu nehmen,
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    komplexe Jazz-Improvisation, und durchdringend zu untersuchen.
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    Und so kommen wir bis zum Gehirn.
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    Alle von uns haben dieses bemerksenwerte Gehirn,
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    das wir - nett ausgedrückt - kaum verstehen.
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    Ich denke dass Neurowissenschaftler
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    wesentlich mehr Fragen als Antworten haben.
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    Und selbst ich werde Ihnen heute nicht viele Antworten geben,
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    sondern nur eine Menge Fragen stellen.
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    Schließlich ist es das, was ich in meinem Labor tue.
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    Ich stelle Fragen dazu, wie unser Gehirn uns ermöglichen kann, das zu tun.
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    Das ist meine Hauptmethode. Sie heißt funktionelle MRT.
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    Falls Sie in einer Kernspintomographie waren, ist das sehr ähnlich.
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    aber dieser ist speziell ausgestattet,
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    um nicht nur Fotos vom Gehirn zu machen,
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    sondern auch von den aktiven Bereichen des Gehirns.
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    Das funktioniert folgendermaßen.
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    Es gibt eine Methode namens BOLD-Verfahren, was
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    soviel heißt wie die Darstellung des Sauerstoffgehaltes im Blut.
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    Wenn Sie also in einem MRT sind,
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    sind Sie in einem großen Magneten
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    der Ihre Moleküle in bestimmten Bereichen ausrichtet.
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    Wenn ein Hirnbereich, also ein neuraler Bereich, aktiv ist,
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    fließt viel Blut in diesen Bereich.
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    Dieser Blutfluss sorgt dafür,
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    dass hier mehr Blut ist
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    und die Deoxyhämoglobin-Konzentration ändert.
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    Deoxyhämoglobin kann im MRT erfasst werden,
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    Oxyhämoglobin dagegen nicht.
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    Mit dieser Inferenzmethode --
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    wir messen den Blutfluss, nicht neurale Aktivität --
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    können wir den Bereich des Gehirns ausmachen, der mehr Blut bekommt
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    und deswegen während einer bestimmten Aufgabe aktiv war.
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    So genau furnktioniert ein MRT.
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    Die Methode wurde seit den 90ern angewandt,
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    um äußerst komplexe Vorgänge zu untersuchen.
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    Nun werde ich einer Studie besprechen, die ich durchgeführt habe.
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    Sie hieß Jazz in einem Kernspintomographen.
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    Ich hab sie mit einem Kollegen von mir, Alan Braun, an der NIH durchgeführt.
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    Hier ein kleines Video, wie wir dieses Projekts durchführten.
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    (Video) Charles Limb: Das ist ein MIDI-Keyboard aus Plastik
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    das wir für Jazz-Experimente benutzen.
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    Es ist ein 35-Tasten Keyboard,
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    das sowohl in den Scanner passt und
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    als auch magnetisch sicher ist.
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    Außerdem hat es minimale Interferenz,
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    die zu irgendeinem Messfehler beitragen würde.
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    Wir haben zudem dieses Kissen als Auflage auf den Beinen der Spieler,
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    während sie im Scanner auf dem Rücken liegend spielen.
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    Und das funktioniert so -- eigentlich gibts es gar keine Töne von sich.
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    Es sendet ein sogenanntes MIDI-Signal --
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    oder Musical Instrument Digital Interface --
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    durch diese Drähte in dieses Gehäuse und dann in den Computer,
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    der dann einen hochwertigen Klavierklang auslöst, etwa so.
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    (Musik)
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    (Musik)
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    CL: Okay, so funktioniert das.
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    Und so haben wir durch dieses Keyboard
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    die Möglichkeit, einen musikalischen Vorgang zu nehmen und zu untersuchen.
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    Was macht man also jetzt, wenn man dieses tolle Keyboard hat?
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    Man kann nicht einfach -- "Klasse dass wir dieses Keyboard haben."
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    Wir müssen ein wissenschaftliches Experiment ausdenken.
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    So stützt sich das Experiment eigentlich auf Folgendes.
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    Was passiert im Gehirn, wenn etwas auswendig und überlernt wird,
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    und was geschieht im Gehirn, während etwas
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    spontan entsteht oder imporivisiert wird,
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    das motorisch übereinstimmt
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    aber auch auf der Basis der untergeordneten Sensomotorik?
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    Und so habe ich hier, was ich Paradigmen nenne.
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    Es gibt das Tonleiterparadigma, bei dem nur auswendig Tonleitern rauf und runter gespielt werden.
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    Und dann kann man auf einer Tonleiter improvisieren.
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    viertel Noten, Metronom, rechte Hand -
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    Wissenschaftlich sehr sicher,
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    aber musikalisch sehr langweilg.
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    Und dann gibt es das untere, das Jazz Paradigma heißt.
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    Wir brachten also professionelle Jazzmusiker ins NIH,
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    und ließen sie das Musikstück links – unten links – auswendig lernen,
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    das Stück, das ich Ihnen gespielt habe -
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    und danach ließen wir sie zu den gleichen Akkordwechseln improvisieren.
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    Und wenn Sie hier auf das Ton-Icon unten links klicken könnten,
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    das ist ein Beispiel, das im Tomographen aufgenommen wurde.
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    (Musik)
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    Letztlich ist es nicht eine sehr natürliche Umgebung,
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    aber sie sind im Stande, richtige Musik zu spielen.
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    Und ich habe dieses Solo 200 Mal gehört,
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    und ich mag es immer noch.
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    Und die Musiker fühlten sich am Ende wohl.
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    Und so analysierten wir zuerst die Anzahl Noten.
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    Spielten sie in Wirklichkeit einfach nur viel mehr Noten, wenn sie improvisierten?
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    Das war nicht, was sich abspielte.
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    Und dann schauten wir die Gehirnaktivität an.
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    Ich will versuchen, dies für Sie kurz darzustellen.
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    Dies sind Kontrastbilder, die die Unterschiede zeigen
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    zwischen den Veränderungen, wenn jemand improvisiert
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    und wenn jemand etwas auswendig spielt.
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    Rot sind die aktiven Regionen im präfrontalen Kortex,
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    dem Stirnhirnlappen.
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    Und in blau ist diese inaktive Region.
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    Wir hatten also dieses Gebiet, das mittlerer präfrontaler Kortex heißt,
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    in dem die Aktivität in die Höhe schoss.
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    Wir hatten diesen breiten Fleck, die Nebenhirnrinde
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    in der die Aktivität stark nachließ, und ich fasse für Sie hier zusammen.
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    Dies hier sind multifunktionale Regionen des Gehirns.
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    Wie ich zu sagen pflege, dies sind nicht Jazz-Areale des Gehirns.
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    Sie machen eine Menge Dinge,
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    die mit Selbst-Reflektion zu tun haben,
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    Introspektion, Arbeitsgedächtnis, und so weiter.
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    Wirklich, das Bewusstsein liegt im Frontalllappen.
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    Aber wir haben diese Kombination
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    dass eine Region, von der man denkt, dass sie für Selbststeuerung zuständig ist, ausschaltet,
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    und diese Region, die für Autobiographisches zuständig ist,
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    oder Ausdrucksstärke, aktiv wird.
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    Und wir denken, zumindest vorläufig -
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    es ist eine Studie. Sie ist wahrscheinlich falsch.
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    Aber es ist eine Studie.
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    Wir glauben, dass es zumindest eine begründete Hypothese ist,
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    dass man diese merkwürdige Trennung
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    im Frontallappen haben muss, um kreativ zu sein.
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    Eine Region ist eingeschaltet, eine andere große Region schaltet ab.
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    so dass man keine Hemmungen hat, bereit ist, Fehler zu machen,
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    so dass man nicht die ganze Zeit
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    all diese neuen generativen Impulse unterbricht.
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    Nun wissen viele Leute, dass Musik nicht immer ein Solo ist -
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    manchmal wird es kommunikativ gemacht.
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    Und so war die nächste Frage:
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    Was geschieht, wenn Musizierende sich abwechseln,
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    etwas, das "trading fours" heißt,
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    etwas, das in Jazzexperimenten oft gemacht wird?
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    Dies ist ein Zwölftakt Blues.
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    Und ich habe ihn hier in Viertakt-Gruppen gegliedert,
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    damit Sie wissen, wann gewechselt wird.
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    Was wir jetzt machten, war, Musiker in den Scanner zu bringen - gleich wie vorher -
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    diese Melodie auswendig lernen zu lassen
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    und mit einen anderen Musiker draußen im Kontrollraum
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    hin und her zu wechseln.
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    Dies ist ein Musiker, Mike Pope,
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    einer der weltbesten Bassisten und ein fantastischer Klavierspieler.
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    Hier spielt er das Stück,
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    das wir soeben sahen.
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    nur etwas besser, als ich es geschrieben habe.
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    (Video) CL: Mike, komm herein (Man:Möge die Macht mit dir sein).
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    Krankenschwester: Sie haben nichts in Ihren Taschen, nicht wahr, Mike?
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    Mike Pope: Nein, Nichts ist in meinen Taschen. (Nurse: OK)
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    CL: Du musst die richtige Einstellung haben, um da mitzumachen.
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    (Gelächter)
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    Es macht eigentlich noch Spaß.
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    Und so spielen wir abwechselnd.
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    Er ist dort drin. Sie können hier oben seine Beine sehen.
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    Und dann bin ich im Kontrollraum, hier, spiele im Wechsel.
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    (Music)
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    (Video) Mike Pope: Dies ist eine recht gute Representation
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    davon, wie es funktioniert.
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    Und es ist gut, dass es nicht zu schnell ist.
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    Die Tatsache, dass wir es immer wieder spielen
  • 10:27 - 10:30
    ermöglicht es dir, dich an die Umgebung zu gewöhnen.
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    So war das schwerste für mich dieses kinästethische Ding,
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    meine Hände zu sehen
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    durch zwei Spiegel,
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    während ich auf dem Rücken lag
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    und nichts bewegen konnte, außer meinen Händen.
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    Das war anspruchsvoll.
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    Andererseits
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    gab es definitiv Momente,
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    Es gab Momente
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    von waschechtem gutem musikalischem Zwiegespräch. Definitiv.
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    CL: Jetzt werde ich mir einen Moment Zeit nehmen.
  • 10:57 - 10:59
    Und was Sie hier sehen -
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    Und ich begehe eine wissenschaftliche Todsünde,
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    in dem ich Ihnen vorläufige Resultate präsentiere.
  • 11:03 - 11:05
    Dies hier sind die Daten einer Person.
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    Dies sind in der TAt Mike Popes Daten.
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    Was zeige ich Ihnen also hier?
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    Wenn er im 4-Takt-Wechsel mit mir improvisierte, anders als beim auswenig Gelernten,
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    leuchteten seine Sprachregionen, die Brocaregion, auf,
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    das heißt, die unteren Frontallappen links.
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    Er hatte es auch übereinstimmend rechts.
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    Dies ist die Region, von der man glaubt, sie sei zuständig für ausdrucksstarke Kommunikation.
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    Das Konzept, dass Musik eine Sprache ist,
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    na ja, vielleicht gibt es wirklich eine neurologische Grundlage dafür,
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    und wir können es beobachten, wenn zwei Musiker ein musikalisches Zwiegespräch führen.
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    Und so haben wir dies mit acht Versuchspersonen gemacht,
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    und sind eben erst dabei, die Resultate zusammen zu bringen.
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    So hoffe ich, dass wir bald etwas Sinnvolles dazu sagen können.
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    Jetzt, wenn ich über Improvisation und Sprache nachdenke, was kommt als nächstes?
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    Rap, natürlich, rap -
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    Freistil.
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    Und ich war immer fasziniert von Freestil-Rap.
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    Und lassen Sie uns loslegen und dieses Video hier spielen.
  • 11:47 - 11:49
    (Video) Mos Def: ♫... braune Haut bin ich,5-10 stehend bin ich♫
  • 11:49 - 11:52
    ♫ Rocke, wenn ich in deiner Nähe bin♫
  • 11:52 - 11:54
    Komplette Synergie, erkenne Symmetrie♫
  • 11:54 - 11:57
    Geh und versuch mich zu verletzen, chemisch runterzubrechen♫♫
  • 11:57 - 11:59
    ♫bin nicht Nr. 10 Zeremonienmeister, rede darüber, wenn ich es dann bin♫
  • 11:59 - 12:02
    ♫style es wie Kennedy, spät wie ein 10 zu 3♫
  • 12:02 - 12:05
    ♫Wenn ich sage wenn ich bin, sagen Mädchen, bieg diesen Schlüssel. Stop♫
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    CL: und so gibt es hier viel Analogien zwischen
  • 12:07 - 12:09
    dem, was bei Freistilrap und Jazz geschieht.
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    Es gibt tatsächlich sehr viele Übereinstimmungen zwischen den zwei Musikformen.
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    Ich denke in verschiedenen Zeitperioden.
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    In vielem dient Rap den gleichen sozialen Aufgaben,
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    denen der Jazz früher diente.
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    Wie studiert man jetzt Rap wissenschaftlich?
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    Und meine Kollegen denken ich bin verrrückt,
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    aber ich glaube, es ist sehr brauchbar.
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    Und dies ist was Sie machen: Sie laden einen Freistil-Künstler ein,
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    und lassen ihn einen Rap auswendig lernen, den Sie für ihn geschrieben haben,
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    den er noch nie vorher gehört hat.
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    und danach lassen Sie ihn improvisieren.
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    Ich sagte also meinen Laborkollegen, ich würde für TED rappen,
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    und sie antworteten: "das wirst du nicht tun."
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    Und da dachte ich -
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    (Applaus)
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    Aber hier ist die Sache.
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    Mit diesem großen Bildschirm können Sie alle mit uns rappen, O.K.?
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    Ich ließ sie also diese Einheit
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    unten links auswendig zu lernen. Ton bitte.
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    Das ist die Kontrollbedingung. Das lernten sie auswendig.
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    Computer: ♫Speicher, schlag♫
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    CL:♫ Schlag zum Takt in bekannter Wiederholung♫
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    ♫ Rhytmus und Vers, machen mich komplett♫
  • 13:03 - 13:05
    ♫Der Aufstieg ist sublim, wenn ich am Mic bin♫
  • 13:05 - 13:08
    ♫Reimwörter spalten, die dich treffen wie ein Blitz♫
  • 13:08 - 13:10
    ♫Ich fahnde nach der Wahrheit in dieser ewigen Suche♫
  • 13:10 - 13:13
    ♫Meine Passion ist nicht Mode, Sie sehen, wie ich angezogen bin♫
  • 13:13 - 13:16
    ♫Psychopatische Worte erscheinen in meinem Kopf♫
  • 13:16 - 13:19
    ♫Flüstern diesen Text, den nur ich hören kann♫
  • 13:19 - 13:21
    ♫Die Kunst, das zu entdecken, das in der Luft hängt♫
  • 13:21 - 13:24
    ♫im Geist derer, die nicht eingeschränkt sind♫
  • 13:24 - 13:27
    ♫ All diese Worte fließen hervor wie Regen ♫
  • 13:27 - 13:30
    ♫Ich brauche einen verrückten Wissenschaftler, um mein Gehirn zu prüfen♫
  • 13:30 - 13:39
    (Applause)
  • 13:39 - 13:42
    Ich garantiere Ihnen, das wird nie wieder geschehen.
  • 13:42 - 13:44
    (Gelächter)
  • 13:44 - 13:46
    So jetzt, was toll ist bei diesen Freistilern,
  • 13:46 - 13:48
    Sie werden verschiedene Stichwörter erhalten
  • 13:48 - 13:50
    Sie wissen nicht, was kommt, aber sie werden etwas spontan hören.
  • 13:50 - 13:52
    Los, drücken Sie auf das rechte Ton-Icon.
  • 13:52 - 13:55
    Sie werden drei normale Stichwörter bekommen: "wie", "nicht" und "Kopf".
  • 13:55 - 13:57
    Er weiß nicht, was kommen wird.
  • 13:57 - 13:59
    Freistiler: ♫Ich bin wie eine Art von (unverständlich)♫
  • 13:59 - 14:02
    ♫ (unverständlich) außerirdisch, himmlische Szene♫
  • 14:02 - 14:05
    ♫Schwarz in den Tagen, an denen ich in Pyramiden saß und meditierte♫
  • 14:05 - 14:08
    ♫♫mit zwei Mikrofonen, die über meinem Kopf schwebten♫
  • 14:08 - 14:11
    ♫ Schau ob ich immer noch hören kann, den Ton abspalten♫
  • 14:11 - 14:13
    ♫Schau was grinst du♫
  • 14:13 - 14:15
    ♫Ich lehre die Kinder hinten im Schulzimmer♫
  • 14:15 - 14:18
    ♫die Botschaft der Apokalyptischen♫
  • 14:18 - 14:21
    ♫allerdings nicht wirklich, denn ich muss es einfach lassen♫
  • 14:21 - 14:23
    ♫(unklar) instrumental♫
  • 14:23 - 14:26
    ♫nachteilig, wenn Super Mario spielend♫
  • 14:26 - 14:30
    ♫(unklar) Lautsprecher (unklar) hip hop♫
  • 14:30 - 14:32
    CL: Wieder geschieht hier eine unglaubliche Sache.
  • 14:32 - 14:34
    Es geschieht etwas, das neurologisch außergewöhnlich ist♫
  • 14:34 - 14:36
    Ob Sie die Musik mögen oder nicht, ist nicht relevant.
  • 14:36 - 14:38
    In Sachen Kreativität ist dies ein phänomenales Ding.
  • 14:38 - 14:41
    Dies ist ein kurzes Video darüber, wie wir es im Scanner machen.
  • 14:41 - 14:44
    (Gelächter)
  • 14:44 - 14:46
    (Video) CL: Wir sind hier mit Emmanuel.
  • 14:46 - 14:48
    CL: Das wurde übrigens im Scanner drin aufgenommen.
  • 14:48 - 14:50
    (Video) CL: Das ist Emmanuel im Scanner.
  • 14:51 - 14:54
    Er hat soeben diesen Vers für uns auswendig gelernt.
  • 14:57 - 15:00
    Emmanuel ♫dicht am Takt, ohne zu wiederholen♫
  • 15:00 - 15:03
    ♫machen Rhytmus und Reim micih komplett♫
  • 15:03 - 15:06
    ♫Der Aufstieg ist sublim, wenn ich am Mic bin♫
  • 15:06 - 15:08
    ♫Reimwörter spalten, die dich treffen wie ein Blitz♫
  • 15:08 - 15:11
    ♫Ich fahnde nach der Wahrheit in dieser ewigen Suche♫
  • 15:11 - 15:14
    ♫ Ich geb Mode weiter, Sie sehen, wie ich angezogen bin♫
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    CL: Ok, ich stoppe mal. Was sehen wir jetzt in seinem Gehirn?
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    Also, das sind ehrlich gesagt vier Rapperhirne.
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    Und was wir sehen, die Sprachregionen leuchten auf.
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    andererseits - mit geschlossenen Augen -
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    im Vergleich von Freistilen und Auswendiglernen
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    feuern auch große visuelle Regionen.
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    Da findet eine massive Gehirnaktivität statt, die in Bewegunsgkoordination involviert ist.
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    Sie haben erhöhte Gehirnaktivität, wenn Sie eine vergleichbare Aufgabe erfüllen
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    wenn diese eine Aufgabe kreativ und die andere Aufgabe auswendig gelernt ist.
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    Es ist sehr provisorisch, aber ich finde es ziemlich cool.
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    Also schlussendlich müssen wir noch viele Fragen stellen.
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    Und wie ich schon sagte, wir werden hier Fragen stellen, nicht beantworten.
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    Aber wir wollen neurologisch and die Wurzel des kreativen Genies gelangen.
  • 15:49 - 15:52
    Und ich glaube, dass wir mit diesen Methoden nahe dran sind.
  • 15:52 - 15:54
    Und ich glaube, hoffentlich in den nächsten 10, 20 Jahren,
  • 15:54 - 15:56
    werden Sie richtige, aussagekräftige Studien sehen
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    die sagen werden, dass die Wissenschaft zur Kunst aufschließen muss,
  • 16:00 - 16:02
    und vielleicht fangen wir jetzt damit an, dorthin zu kommen.
  • 16:02 - 16:04
    Daher danke ich Ihnen. Vielmals.
  • 16:04 - 16:09
    (Applaus)
Title:
Charles Limb: Das Hirn auf Impro
Speaker:
Charles Limb
Description:

Der Musiker und Jazz-Lehrer Cahrles Limb wollte wissen, wie das Gehirn während musikalischer Improvisation arbeitet -- um das herauszufinden, steckte er Jazz-Musiker und Rapper in einen Kernspintomographen. Was er und sein Team herausgefunden haben, hat grosse Bedeutung für unser Verständnis von Kreativität in allen Formen.

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Video Language:
English
Team:
closed TED
Project:
TEDTalks
Duration:
16:10
Susi Tuerler added a translation

German subtitles

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