Macht Geld fies und gemein?
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0:01 - 0:03Ich möchte, dass Sie sich mal
für einen Moment vorstellen, -
0:03 - 0:07Monopoly zu spielen.
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0:07 - 0:09Allerdings ist in diesem Spiel
die Kombination -
0:09 - 0:12aus Fähigkeit, Talent und Glück,
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0:12 - 0:15die Ihnen im Spiel, wie auch im Leben,
zum Erfolg verhilft, -
0:15 - 0:16bedeutungslos geworden.
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0:16 - 0:19Das Spiel ist nämlich gezinkt
-
0:19 - 0:21und Sie sind damit im Vorteil.
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0:21 - 0:22Sie haben mehr Geld,
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0:22 - 0:25mehr mögliche Spielzüge und
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0:25 - 0:27einen größeren Zugriff auf Ressourcen.
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0:27 - 0:29Wenn Sie jetzt über dieses Szenario
nachdenken, -
0:29 - 0:31möchte ich, dass Sie sich
folgende Frage stellen: -
0:31 - 0:33Wie könnte die Tatsache,
-
0:33 - 0:36dass Sie ein besser gestellter Spieler
in einem gezinkten Spiel sind, -
0:36 - 0:39die Art und Weise verändern,
wie Sie über sich selbst -
0:39 - 0:43und den anderen Spieler denken?
-
0:43 - 0:46Also haben wir eine Studie an
der Universität Berkeley durchgeführt, -
0:46 - 0:48um uns genau dieser Frage zu widmen.
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0:48 - 0:51Wir luden über 100 zufällig
ausgewählte Paare -
0:51 - 0:53ins Labor ein
-
0:53 - 0:54und ließen per Münzwurf
-
0:54 - 0:56den Zufall entscheiden, welcher der beiden
-
0:56 - 0:59zum reichen Spieler
im gezinkten Spiel wurde. -
0:59 - 1:01Die reichen Spieler bekamen
doppelt so viel Geld. -
1:01 - 1:03Beim Zug über "Los!"
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1:03 - 1:05erhielten sie das doppelte Gehalt
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1:05 - 1:07und sie durften anstatt einem
alle beide Würfel nutzen, -
1:07 - 1:09so dass sie viel mehr Spielzüge
machen konnten. -
1:09 - 1:12(Gelächter)
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1:12 - 1:1415 Minuten lang
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1:14 - 1:17beobachteten wir mit Hilfe
versteckter Kameras das Geschehen. -
1:17 - 1:19Und heute möchte ich Ihnen erstmalig
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1:19 - 1:21einen Einblick geben,
was wir dabei festgestellt haben. -
1:21 - 1:23Bitte entschuldigen Sie in
manchen Fällen die Tonqualität, -
1:23 - 1:26denn, wie gesagt,
es waren versteckte Kameras. -
1:26 - 1:28Deshalb gibt es auch Untertitel.
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1:28 - 1:29Reicher Spieler: Wie viele 500er hast du?
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1:29 - 1:30Armer Spieler: Nur einen.
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1:30 - 1:32Reicher Spieler: Ernsthaft?
Armer Spieler: Ja. -
1:32 - 1:33Reicher Spieler: Ich habe drei. (Lacht)
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1:33 - 1:35Ich weiß nicht,
warum sie mir so viele gegeben haben. -
1:35 - 1:37Paul Piff: Den Spielern ist
also schnell aufgefallen, -
1:37 - 1:38dass da etwas im Busch war.
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1:38 - 1:41Eine Person hat eindeutig viel mehr Geld
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1:41 - 1:43als die andere und trotzdem sahen wir,
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1:43 - 1:45wie im Verlauf des Spiels
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1:45 - 1:47unübersehbare sowie
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1:47 - 1:49dramatische Unterschiede
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1:49 - 1:51zwischen den zwei Spielern
deutlich wurden. -
1:51 - 1:53Der reiche Spieler
-
1:53 - 1:56begann sich lauter
auf dem Brett zu bewegen -
1:56 - 1:57und während der Züge regelrecht
mit seiner Spielfigur -
1:57 - 2:00auf das Spielbrett einzuhämmern.
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2:00 - 2:03Unter den reichen Spielern
waren dominantes Verhalten -
2:03 - 2:05und nonverbale Zeichen häufiger,
-
2:05 - 2:07sie legten Machtgehabe an den Tag
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2:07 - 2:11und jubelten öfter.
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2:11 - 2:14Wir hatten eine Schale mit Salzbrezeln
auf eine Seite des Tisches gestellt. -
2:14 - 2:16Das sehen Sie dort in der
unteren rechten Ecke. -
2:16 - 2:19So konnten wir das Konsumverhalten
der Teilnehmer beobachten. -
2:19 - 2:24Wir haben also nur beobachtet, wie viele
Salzbrezeln die Teilnehmer essen. -
2:24 - 2:26Reicher Spieler:
Sind die Knabbereien eine Falle? -
2:26 - 2:27Armer Spieler: Ich weiß nicht.
-
2:27 - 2:31Paul Piff: Okay, keine Überraschung,
die Probanden ahnen was wir vorhaben. -
2:31 - 2:32Sie fragen sich,
was diese Schale mit Salzbrezeln -
2:32 - 2:34dort überhaupt soll.
-
2:34 - 2:36Einer fragt sogar,
wie Sie gerade gesehen haben, -
2:36 - 2:39ob die Schale mit Salzbrezeln
eine Falle sei. -
2:39 - 2:42Und trotzdem scheint
die Macht der Situation -
2:42 - 2:44unweigerlich beherrschend zu sein
-
2:44 - 2:48und die reichen Spieler fangen an,
mehr Salzbrezeln zu essen. -
2:52 - 2:54Reicher Spieler: Ich liebe Salzbrezeln.
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2:54 - 2:56(Gelächter)
-
2:58 - 3:00Paul Piff: Im weiteren Verlauf des Spiels
-
3:00 - 3:02trat eines der wirklich interessanten
und dramatischen Verhaltensmuster, -
3:02 - 3:06die wir beobachteten, in Erscheinung.
-
3:06 - 3:07Die reichen Spieler wurden tatsächlich
-
3:07 - 3:11immer unhöflicher der
anderen Person gegenüber -
3:11 - 3:13und immer unempfindlicher
gegenüber der Notlage -
3:13 - 3:14dieser armen, armen Spieler
-
3:14 - 3:17und sie stellten immer offensichtlicher
-
3:17 - 3:19ihren materiellen Erfolg zur Schau.
-
3:19 - 3:22Außerdem gaben sie häufiger
mit ihrem Erfolg an. -
3:24 - 3:28Reicher Spieler: Ich kann mir alles leisten.
-
3:28 - 3:29Armer Spieler: Was kostet das?
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3:29 - 3:33Reicher Spieler: Du schuldest mir 24 Dollar.
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3:33 - 3:36Du verlierst gleich dein ganzes Geld.
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3:36 - 3:38Ich kaufe das. Ich hab so viel Geld.
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3:38 - 3:40Ich habe so viel Geld, es wird ewig dauern.
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3:40 - 3:42Reicher Spieler 2:
Ich kaufe das ganze Brett auf. -
3:42 - 3:44Reicher Spieler 3:
Bald geht dir das Geld aus. -
3:44 - 3:47Ich bin an diesem Punkt fast unantastbar.
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3:47 - 3:49Paul Piff: Okay, und jetzt dazu,
-
3:49 - 3:51was ich wirklich interessant fand:
-
3:51 - 3:54Nach Ende der 15 Minuten
-
3:54 - 3:58baten wir die Spieler, ihre Empfindungen
während des Spiels zu beschreiben. -
3:58 - 4:01Als die reichen Spieler darüber redeten,
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4:01 - 4:02weshalb sie dieses gezinkte Monopoly-Spiel
-
4:02 - 4:04zwangsläufig gewonnen hatten --
-
4:04 - 4:09(Gelächter) --
-
4:09 - 4:13sprachen sie davon, was sie alles
unternommen hatten, -
4:13 - 4:16um die verschiedenen Grundstücke zu kaufen
-
4:16 - 4:18und in diesem Spiel erfolgreich zu sein.
-
4:18 - 4:21Sie gewöhnten sich nur schwer an
-
4:21 - 4:24die Besonderheiten der Situation;
-
4:24 - 4:26zum Beispiel das Werfen der Münze,
-
4:26 - 4:29das ihnen zufällig diese
-
4:29 - 4:32vorteilhafte Position eingebracht hatte.
-
4:32 - 4:34Und das ist ein wirklich,
wirklich unglaublicher Einblick -
4:34 - 4:40in die Art und Weise, wie Vorteile
vom Verstand bewertet werden. -
4:40 - 4:42Dieses Monopoly-Spiel kann also
-
4:42 - 4:45als Metapher für das Verstehen
unserer Gesellschaft -
4:45 - 4:48und ihrer hierarchischen Strukturen
gesehen werden, -
4:48 - 4:51in der einige wenige Menschen großen
Wohlstand und großes Ansehen genießen, -
4:51 - 4:52andere hingegen nicht.
-
4:52 - 4:55Sie haben weitaus weniger Vermögen und
einen geringeren Status, -
4:55 - 4:58sowie einen erschwerten
Zugang zu wertvollen Ressourcen. -
4:58 - 5:01Meine Kollegen und ich haben also in den
vergangenen sieben Jahren -
5:01 - 5:05die Auswirkungen dieser Art
von Hierarchien untersucht. -
5:05 - 5:09Wir haben durch Dutzende von Studien
-
5:09 - 5:12mit Tausenden von Teilnehmern
aus dem ganzen Land herausgefunden, -
5:12 - 5:17dass mit zunehmendem Wohlstand
einer Person -
5:17 - 5:23die Fähigkeit, Mitgefühl und Empathie
zu empfinden, abnimmt. -
5:23 - 5:27Außerdem glauben die Probanden verstärkt,
sie hätten den Wohlstand verdient und -
5:27 - 5:31ihr Egoismus nimmt zu.
-
5:31 - 5:33Anhand von Befragungen haben
wir festgestellt, -
5:33 - 5:35dass wohlhabende Menschen
eher dazu neigen, -
5:35 - 5:38Geiz als etwas Gutes zu moralisieren.
-
5:38 - 5:40Sie halten auch das Verfolgen
eigener Interessen -
5:40 - 5:43für vorteilhaft und moralisch richtig.
-
5:43 - 5:45Ich will also heute
-
5:45 - 5:49über die Auswirkungen dieser
Eigeninteressen sprechen -
5:49 - 5:52und erklären, warum es wichtig ist, dass
wir uns um diese Auswirkungen kümmern. -
5:52 - 5:55Enden möchte ich damit,
was wir dagegen tun könnten. -
5:55 - 5:58Einige der ersten der Studien, die wir auf
diesem Gebiet durchgeführt haben, -
5:58 - 5:59beschäftigten sich mit Hilfsverhalten,
-
5:59 - 6:01etwas, das unter Sozialpsychologen
-
6:01 - 6:03"pro-soziales Verhalten" genannt wird.
-
6:03 - 6:06Wir haben uns vor allem dafür interessiert,
-
6:06 - 6:08wer einer anderen Person
am ehesten Hilfe anbietet: -
6:08 - 6:11eine arme Person oder eine reiche?
-
6:11 - 6:16Für eine der Studien brachten wir
-
6:16 - 6:18reiche und arme Gesellschaftsmitglieder
ins Labor -
6:18 - 6:22und gaben jedem von ihnen Zahlungsmittel
im Wert von 10 Dollar. -
6:22 - 6:23Den Teilnehmern wurde mitgeteilt,
-
6:23 - 6:26dass sie die 10 Dollar entweder behalten
-
6:26 - 6:28oder teilen können,
-
6:28 - 6:30wenn sie wollen auch mit einem Fremden,
-
6:30 - 6:31der völlig anonym ist.
-
6:31 - 6:34Sie würden diese fremde Person
nie treffen und umgekehrt. -
6:34 - 6:37Dann haben wir beobachtet, wie viel
die Leute von ihrem Geld abgaben. -
6:37 - 6:40Personen, die zwischen 25.000 Dollar oder
-
6:40 - 6:42auch mal weniger als 15.000 Dollar
im Jahr verdienten, -
6:42 - 6:44gaben 44 % mehr ihres Geldes
-
6:44 - 6:45an die fremde Person
-
6:45 - 6:48als Menschen, die zwischen 150.000
-
6:48 - 6:51und 200.000 Dollar pro Jahr verdienten.
-
6:51 - 6:54Wir ließen die Probanden Spiele spielen,
-
6:54 - 6:56um zu beobachten, wer eher schummelte,
-
6:56 - 6:59um seine Chance auf einen Gewinn zu erhöhen.
-
6:59 - 7:01In einem dieser Spiele,
manipulierten wir einen Computer, -
7:01 - 7:04so dass beim Würfeln das Überschreiten
einer bestimmten Augenzahl -
7:04 - 7:05unmöglich gemacht wurde.
-
7:05 - 7:08Es konnten nicht mehr als 12 Augen
erreicht werden -
7:08 - 7:11und trotzdem: Je reicher man war,
-
7:11 - 7:13desto höher war die Wahrscheinlichkeit,
dass man schummelte, -
7:13 - 7:17um Punkte zu sammeln, die zu einem
Bargewinn von 50 Dollar führen konnten. -
7:17 - 7:21Manchmal war sie drei- bis viermal so hoch.
-
7:21 - 7:23Wir haben eine weitere Studie durchgeführt,
-
7:23 - 7:26in deren Verlauf wir untersucht haben,
ob es Leute gibt, die gewillt sind -
7:26 - 7:29Süßigkeiten aus einem Glas zu nehmen,
auf dem eindeutig steht, -
7:29 - 7:31dass es für Kinder reserviert ist.
-
7:31 - 7:34(Gelächter)
-
7:34 - 7:36Ich scherze nicht.
-
7:36 - 7:39Ich weiß, dass es wie ein Witz klingt.
-
7:39 - 7:41Wir haben den Probanden ausdrücklich gesagt,
-
7:41 - 7:43dass die Süßigkeiten für eine Gruppe
von Kindern bestimmt sind, -
7:43 - 7:46die sich als Versuchspersonen in einem
benachbarten Labor aufhalten. -
7:46 - 7:48Also: Die Kinder sind im Versuchslabor.
Die Süßigkeiten sind für sie. -
7:48 - 7:51Wir haben uns angeschaut, wie viele Süßigkeiten
die Probanden aus dem Glas nahmen. -
7:51 - 7:53Probanden, die sich wohlhabend fühlten,
-
7:53 - 7:54nahmen zweimal mehr Süßigkeiten
-
7:54 - 7:57als Probanden, die sich arm fühlten.
-
7:57 - 8:00Wir haben sogar eine Untersuchung
mit Autos durchgeführt. -
8:00 - 8:02Also nicht nur irgendwelche Autos,
-
8:02 - 8:05sondern wir haben uns angeschaut,
ob Fahrer von verschiedenen Automarken -
8:05 - 8:08mehr oder weniger geneigt waren,
das Gesetz zu brechen. -
8:08 - 8:11In einer dieser Studien haben wir getestet,
-
8:11 - 8:15ob die Autofahrer für einen
Fußgänger anhalten würden, -
8:15 - 8:18den wir am Zebrastreifen darauf
warten ließen, die Straße zu überqueren. -
8:18 - 8:20Hier in Kalifornien ist es so,
wie Sie alle wissen, -
8:20 - 8:22weil wir uns ja alle daran halten:
Das Gesetz sagt, -
8:22 - 8:26dass man für einen Fußgänger anhalten muss,
der die Straße überqueren will. -
8:26 - 8:28Hier also mal ein Beispiel,
wie wir die Studie durchgeführt haben. -
8:28 - 8:30Links steht unser Mitarbeiter,
-
8:30 - 8:32der sich als Fußgänger ausgibt.
-
8:32 - 8:36Er geht auf den Zebrastreifen zu, als der rote
Transporter erfolgreich zum Stehen kommt. -
8:36 - 8:38In typisch kalifornischer Manier
wird das rote Auto -
8:38 - 8:41von einem Bus überholt,
der unseren Fußgänger fast überfährt. -
8:41 - 8:42(Gelächter)
-
8:42 - 8:44Hier jetzt ein Beispiel mit
einem teureren Auto, -
8:44 - 8:46einem Toyota Prius, der nicht anhält,
-
8:46 - 8:50und einem BMW, der dasselbe tut.
-
8:51 - 8:54Wir haben das mit Hunderten von Autos
-
8:54 - 8:56an verschiedenen Tagen durchgeführt
-
8:56 - 8:59und geschaut, wer anhält und wer nicht.
-
9:00 - 9:03So haben wir Folgendes herausgefunden:
-
9:03 - 9:07Je höher der Preis eines Autos stieg,
-
9:07 - 9:09desto größer war die Tendenz des Fahrers
-
9:09 - 9:10das Gesetz zu brechen.
-
9:10 - 9:13Keines der Autos, kein einziges der Autos
-
9:13 - 9:16in der billigsten Fahrzeugkategorie
-
9:16 - 9:18hat das Gesetz gebrochen.
-
9:18 - 9:20Aber fast 50 % der Autos
-
9:20 - 9:22in der teuersten Kategorie
-
9:22 - 9:25haben das Gesetz gebrochen.
-
9:25 - 9:27Wir haben auch andere Studien
durchgeführt und herausgefunden, -
9:27 - 9:31dass wohlhabendere Personen
in Verhandlungen eher lügen, -
9:31 - 9:33sich auf Arbeit eher unmoralisch verhalten,
-
9:33 - 9:35also zum Beispiel Geld
aus der Kasse klauen, -
9:35 - 9:41sich bestechen lassen oder die Kunden anlügen.
-
9:41 - 9:42Ich will damit nicht sagen,
-
9:42 - 9:44dass nur wohlhabende Menschen
-
9:44 - 9:46diese Verhaltensmuster zeigen.
-
9:46 - 9:48Wirklich nicht. Tatsächlich denke ich,
dass wir alle -
9:48 - 9:51in unserem Alltag, jede Stunde,
jede Minute, -
9:51 - 9:54mit gegensätzlichen Motivationen
zu kämpfen haben, -
9:54 - 9:58wenn es darum geht, ob wir unsere Interessen
-
9:58 - 10:00über die von anderen Personen stellen.
-
10:00 - 10:02Und das ist auch verständlich,
-
10:02 - 10:05denn der amerikanische Traum ist eine Idee,
-
10:05 - 10:08die besagt, dass wir alle
dieselben Möglichkeiten haben, -
10:08 - 10:10erfolgreich zu sein und voran zu kommen,
-
10:10 - 10:13so lange wir uns anstrengen
und hart arbeiten. -
10:13 - 10:15Manchmal heißt das eben auch,
-
10:15 - 10:18dass wir unsere eigenen Interessen
-
10:18 - 10:22über die Interessen und das Wohlergehen
der Leute um uns herum stellen müssen. -
10:22 - 10:24Wir haben aber herausgefunden,
-
10:24 - 10:26dass, je wohlhabender man ist,
-
10:26 - 10:29desto wahrscheinlicher verfolgt man eine
bestimmte Vision von persönlichem Erfolg, -
10:29 - 10:31eigenen Leistungen und Errungenschaften,
-
10:31 - 10:35zum Schaden seiner Mitmenschen.
-
10:35 - 10:38Hier sehen Sie das durchschnittliche
Einkommen, das jedes Fünftel der Haushalte -
10:38 - 10:41und die oberen 5 %
der Bevölkerung im Lauf -
10:41 - 10:43der letzten 20 Jahre zur Verfügung hatte.
-
10:43 - 10:461993 waren die Unterschiede beim Einkommen
-
10:46 - 10:49zwischen den einzelnen Fünfteln
der Bevölkerung -
10:49 - 10:52ziemlich erschreckend.
-
10:52 - 10:54Es ist nicht schwer,
die Unterschiede zu erkennen. -
10:54 - 10:57Aber im Lauf der letzten 20 Jahre,
-
10:57 - 10:59ist aus diesem wesentlichen Unterschied
eine riesige Lücke geworden, -
10:59 - 11:02zwischen den oberen 5 %
und allen anderen. -
11:02 - 11:06Tatsächlich besitzen die oberen
20 % unserer Bevölkerung -
11:06 - 11:09nahezu 90 % des gesamten
Vermögens in unserem Land. -
11:09 - 11:11Noch nie zuvor gab es eine solche
-
11:11 - 11:14wirtschaftliche Ungleichheit.
-
11:16 - 11:18Das heißt nicht nur,
dass sich der Wohlstand -
11:18 - 11:22zunehmend in den Händen einiger
ausgewählter Personengruppen befindet, -
11:22 - 11:25sondern auch, dass der amerikanische Traum
-
11:25 - 11:27für die meisten von uns
-
11:27 - 11:30in immer weitere Ferne rückt.
-
11:30 - 11:32Wir haben herausgefunden,
-
11:32 - 11:34dass je wohlhabender man ist,
-
11:34 - 11:37desto mehr fühlt man sich berechtigt,
so wohlhabend zu sein, -
11:37 - 11:40und desto eher priorisiert man
die eigenen Interessen -
11:40 - 11:42vor denen anderer Menschen
-
11:42 - 11:45und ist bereit den eigenen Interessen
zu dienen. -
11:45 - 11:47Also wenn das stimmt,
dann gibt es keinen Grund zu denken, -
11:47 - 11:49dass sich diese Muster ändern.
-
11:49 - 11:51Tatsächlich haben wir also
jeden Grund zu denken, -
11:51 - 11:52dass sie sich nur verschlimmern werden
-
11:52 - 11:55und so würde es dann aussehen,
wenn es sich in den nächsten 20 Jahren -
11:55 - 12:00weiterhin so linear entwickelt.
-
12:00 - 12:03Ungleichheit, wirtschaftliche Ungleichheit,
-
12:03 - 12:05ist etwas, worüber wir alle
besorgt sein sollten. -
12:05 - 12:07Nicht nur wegen den Menschen,
die am unteren Ende -
12:07 - 12:09der sozialen Hierarchie stehen,
-
12:09 - 12:11sondern weil es Einzelpersonen
und Gruppen schlechter geht, -
12:11 - 12:16wenn wirtschaftliche Ungleichheit herrscht.
-
12:16 - 12:19Das gilt nicht nur für den unteren Rand
der Gesellschaft, sondern für alle. -
12:19 - 12:21Aus den besten Laboren weltweit
-
12:21 - 12:24kommen zahlreiche spannende
Forschungsergebnisse, -
12:24 - 12:27die die Bandbreite der Dinge aufzeigen,
-
12:27 - 12:28die durch die steigende
wirtschaftliche Ungleichheit -
12:28 - 12:31untergraben werden.
-
12:31 - 12:34Soziale Mobilität, Dinge,
die uns wirklich wichtig sind, -
12:34 - 12:36körperliche Gesundheit, soziales Vertrauen,
-
12:36 - 12:39all das geht den Bach hinunter, wenn die
wirtschaftliche Ungleichheit steigt. -
12:39 - 12:41Gleichzeitig verschärfen sich
all die negativen Dinge -
12:41 - 12:44in sozialen Gruppen und Gemeinschaften,
-
12:44 - 12:46Dinge wie Übergewicht, Gewalt,
-
12:46 - 12:48Verhaftungen und Strafvollzug,
-
12:48 - 12:52das alles verschlimmert sich, wenn die
wirtschaftliche Ungleichheit zunimmt. -
12:52 - 12:54Und auch hier betreffen diese Auswirkungen
-
12:54 - 12:56nicht nur einige Wenige, die Folgen
-
12:56 - 12:59werden von allen Gesellschaftsschichten
widergespiegelt. -
12:59 - 13:02Sogar die Menschen am oberen Ende
bekommen die Konsequenzen zu spüren. -
13:02 - 13:05Was können wir also tun?
-
13:05 - 13:09Dieser Teufelskreis aus nicht enden wollenden
-
13:09 - 13:11schädlichen und negativen Effekten wirkt,
-
13:11 - 13:15als sei er außer Kontrolle
-
13:15 - 13:16und es scheint,
als könnten wir nichts tun, -
13:16 - 13:19vor allem nichts,
was ein einzelner Mensch tun kann. -
13:19 - 13:23Aber tatsächlich haben wir in unseren Tests
-
13:23 - 13:26herausgefunden,
-
13:26 - 13:31dass kleine psychologische Interventionen,
-
13:31 - 13:35kleine Veränderungen von Werten und Normen,
-
13:35 - 13:38kleine Schubser in bestimmte Richtungen,
-
13:38 - 13:41das Gefühl von Gleichheit und Empathie
wiederherstellen können. -
13:41 - 13:44Zum Beispiel die Leute
-
13:44 - 13:46an die Vorteile von Zusammenarbeit
-
13:46 - 13:49oder an die Vorteile von Gemeinschaft
zu erinnern, -
13:49 - 13:53führt bei wohlhabenderen Menschen dazu,
-
13:53 - 13:55dass sie genauso egalitär handeln
wie arme Leute. -
13:55 - 13:59In einer Studie sahen die Probanden
ein kurzes Video, -
13:59 - 14:03nur 46 Sekunden lang,
in dem es um Kinderarmut ging. -
14:03 - 14:06Das Video sollte sie
-
14:06 - 14:08an die Bedürfnisse der anderen Menschen
auf der Welt erinnern, -
14:08 - 14:10und nachdem die Probanden es
gesehen hatten -
14:10 - 14:12testeten wir, ob sie bereit waren,
-
14:12 - 14:15ihre Zeit einem gestressten Fremden
anzubieten, -
14:15 - 14:19den wir ihnen im Labor vorstellten.
-
14:19 - 14:22Eine Stunde nachdem sie das Video
gesehen hatten, -
14:22 - 14:24opferten die wohlhabenden Probanden
-
14:24 - 14:26ihre Zeit genauso oft,
um der anderen Person zu helfen, -
14:26 - 14:29wie ein armer Proband.
-
14:29 - 14:32Das lässt vermuten, dass diese Unterschiede
-
14:32 - 14:33nicht angeboren oder endgültig sind,
-
14:33 - 14:35sondern sie sind sehr formbar,
-
14:35 - 14:37selbst durch leichte Veränderungen im
Wertesystem eines Menschen -
14:37 - 14:39und kleine Schubser in Richtung
-
14:39 - 14:41Mitgefühl und Empathie.
-
14:41 - 14:43Und außerhalb unseres Labors
-
14:43 - 14:47beobachten wir mehr und mehr Zeichen
der Veränderung in der Gesellschaft. -
14:47 - 14:50Bill Gates, eine der reichsten Personen
unseres Landes, -
14:50 - 14:52sprach bei seiner Abschlussfeier
in Harvard -
14:52 - 14:54über das Problem, mit dem
unsere Gesellschaft konfrontiert ist, -
14:54 - 14:57nämlich dass Ungleichheit die beängstigendste
Herausforderung heutzutage ist. -
14:57 - 15:00Er sprach auch darüber, was im Kampf
gegen Ungleichheit getan werden muss -
15:00 - 15:03und sagte in diesem Zusammenhang:
"Der größte Fortschritt der Menschheit -
15:03 - 15:05liegt nicht in den Entdeckungen,
-
15:05 - 15:08sondern in der Anwendung
dieser Entdeckungen, -
15:08 - 15:11um für mehr Gleichheit zu sorgen."
-
15:11 - 15:13Und dann gibt es noch das "Giving Pledge",
-
15:13 - 15:15eine Organisation, in der mehr als 100
-
15:15 - 15:18der reichsten Personen unseres Landes
-
15:18 - 15:22die Hälfte ihres Vermögens
für wohltätige Zwecke spenden. -
15:22 - 15:23Außerdem entstehen
-
15:23 - 15:27Dutzende von Bürgerbewegungen
-
15:27 - 15:29wie zum Beispiel "We are the One Percent"
[Wir sind das eine Prozent], -
15:29 - 15:31die "Resource Generation"
[Ressourcen-Generation] -
15:31 - 15:33oder "Wealth for Common Good"
[Wohlstand für alle], -
15:33 - 15:36Organisationen, in denen
-
15:36 - 15:38die priviligierten Mitglieder
der Gesellschaft, -
15:38 - 15:40Mitglieder der oberen paar Prozent und
-
15:40 - 15:42andere wohlhabende Menschen
-
15:42 - 15:46ihre eigenen wirtschaftlichen
Ressourcen nutzen, -
15:46 - 15:50Alt wie Jung, das ist das,
was mich derart fasziniert, -
15:50 - 15:52die ihr Privileg wirksam einsetzen,
-
15:52 - 15:54ihre eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten,
-
15:54 - 15:57um gegen Ungleichheit zu kämpfen,
-
15:57 - 16:00indem sie sich für Sozialpolitik einsetzen,
-
16:00 - 16:02für neue gesellschaftliche Werte
-
16:02 - 16:04und für Veränderungen im Verhalten
der Menschen, -
16:04 - 16:07die zwar ihren eigenen wirtschaftlichen
Interessen entgegenwirken, -
16:07 - 16:11aber über kurz oder lang den amerikanischen
Traum wiederherstellen könnten. -
16:11 - 16:13Vielen Dank.
-
16:13 - 16:17(Applaus)
- Title:
- Macht Geld fies und gemein?
- Speaker:
- Paul Piff
- Description:
-
Es ist erstaunlich, was ein gezinktes Monopoly-Spiel alles aufdecken kann. In diesem unterhaltsamen, aber ernüchternden Vortrag zeigt Sozialpsychologe Paul Piff, wie sich Menschen verhalten, wenn sie sich reich fühlen. (Kleiner Tipp: ziemlich fies und gemein.) Aber auch wenn das Problem der Ungleichheit eine komplexe und abschreckende Herausforderung darstellt, gibt es gute Nachrichten. (Aufgenommen bei TEDxMarin)
- Video Language:
- English
- Team:
closed TED
- Project:
- TEDTalks
- Duration:
- 16:35
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Peggy Spitzner accepted German subtitles for Does money make you mean? |
Judith Matz
Hallo! Eine technische Anmerkung -- für diesen Talk sind 2 Approval-Tasks generiert worden. Das passiert dann, wenn man beim Review mehr als einmal auf die Schaltfläche zum Fertigstellen klickt. Bitte beim nächsten Mal darauf achten, wirklich nur einmal zu klicken. Leider ist die Benutzeroberfläche nicht sonderlich rückmeldefreudig, daher passiert das hier jedem mindestens einmal. :)
Nadine Hennig
Hallo ihr beiden! Tolle Übersetzung und toller Review. Besonders du, Peggy, hast sehr gute Arbeit geleistet. Weiter so! Lg, Nadine