Krzysztof Wodiczko: Monument for the Living | Art21 "Extended Play"
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0:06 - 0:09[Krzysztof Wodiczko]:
Diese Zeichnung ist meine erste -
0:09 - 0:14Untersuchung des Projektionsortes.
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0:14 - 0:15Da ist die Bildhauerei.
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0:16 - 0:18Sie steht auf dem Sockel und...
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0:18 - 0:21Es war mir ser wichtig mich zu vorstellen,
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0:21 - 0:27wie diese Statue durch die Projektion
animiert werden könnte. -
0:27 - 0:30[Krzysztof Wodiczko -
Denkmal für die Lebenden] -
0:30 - 0:31[Krzysztof Wodiczko]:
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0:31 - 0:35Menschen versammeln sich
immer vor Denkmälern. -
0:36 - 0:40Es gibt Ereignisse, Demonstrationen,
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0:40 - 0:44manchmal sitzen uns auf deren Schultern,
schwenken Fahne, -
0:44 - 0:47wir malen sie mit neuen Narrative an.
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0:48 - 0:52Diese Denkmäler haben schon andere
Ereignisse erlebt, -
0:52 - 0:54erhebliche Ereignisse darunter.
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0:55 - 0:57Wir wollen, dass die Denkmäler
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0:57 - 1:00beobachten und festhalten... überwachen
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1:00 - 1:03was wir heute machen, nochmals.
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1:05 - 1:08Für viele Jahre habe ich versucht,
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1:08 - 1:11eine Stimme zu geben, oder zu vergrößen.
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1:11 - 1:13Die Stimme, die nicht gehört wird,
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1:13 - 1:16oder die sogar zum Schweigen
gebracht wird. -
1:16 - 1:19[Ton, auf Japanisch]:
Ich sah viele tote Kinder. Es war grausam. -
1:19 - 1:21Sie sind hineingesprungen,
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1:21 - 1:23unbewußt dass das Wasser vergiftet
und strahlend war. -
1:23 - 1:26[Krzysztof Wodiczko]:
Es gibt mehr als 70 Millionen Flüchtlinge, -
1:27 - 1:32Menschen, die ihr Herkunftsland zu fliehen
erzwungen wurden, -
1:32 - 1:37weil diese Herkunftslände
in Kriege verwickelt sind, -
1:37 - 1:38Bürgerkriege am meistens.
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1:40 - 1:44Am Madison Square Park gibt es
vier andere Denkmäler. -
1:44 - 1:46Dieses ist das prominentesten.
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1:46 - 1:50Und ist definitiv
mit dem Bürgerkrieg verbunden. -
1:51 - 1:54Eigentlich haben wir kein
Denkmal für Flüchtlinge. -
1:57 - 2:00[Ton]: Ich verließ meine Eltern,
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2:00 - 2:02meine Mutter, und meine Geschwistern,
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2:02 - 2:04aber 'Auf Wiedersehen' habe ich
gar nicht gesagt. -
2:04 - 2:06Ich fuhr wie Sie sehen mich ab.
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2:07 - 2:09Wir waren für 10 Jahren in dieser Lage,
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2:09 - 2:12in einem Zelt zu schlafen, aufzuwachen
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2:12 - 2:14und den ganzen Tag
mit Angst zu verbringen, -
2:14 - 2:17ohne die Möglichkeit, etwas
aus unseren Leben zu machen. -
2:17 - 2:19Es war Folter.
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2:19 - 2:22Es gab keine Hoffnung
auf ein besseres Leben. -
2:23 - 2:25Neunzehn Jahre meiner Jugendzeit,
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2:25 - 2:28meines Lebens, waren mir weggenommen.
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2:28 - 2:32[Krzysztof Wodiczko]:
Einen Flüchtling zu sehen und anhören -
2:32 - 2:36ist eine sehr außergewöhnliche Gelegenheit
für die Öffentlichkeit. -
2:37 - 2:40[Ton]: Es war mir schwer,
mein Kind zu verlassen. -
2:40 - 2:44Wenn jemand kann es sich vorstellen,
ein Kind züruckzulassen... -
2:44 - 2:46I glaube niemand würde sowas machen,
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2:46 - 2:49ein Kind sogar für nur ein
oder zwei Tage zu verlassen. -
2:49 - 2:55Ich musste mein Kind
für zehn Jahren zurücklassen. -
2:56 - 2:57Zehn Jahren!
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2:58 - 3:00[Krzysztof Wodiczko]: Um mit solchen
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3:00 - 3:04traumatischen Erinnerungen zu leben,
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3:05 - 3:09sind das Sprechen und die Kommunikation
extrem wichtig. -
3:09 - 3:13Für diejenigen, die Trauma
überzuwinden versuchen, -
3:13 - 3:17ist es ganz klar,
dass nichts schmerzvoller ist -
3:17 - 3:19als das überwältigend Erlebnis
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3:19 - 3:22von alles, das nicht mitgeteilt
und besprecht wird. -
3:22 - 3:24Wenn es mitgeteilt wird,
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3:24 - 3:26dann wird der Weg
zu einem gesunderen Leben -
3:26 - 3:29mit den traumatischen Erinnerungen
auch geöffnet. -
3:33 - 3:38Dieser ist mein Ansatz zu Denkmäler.
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3:40 - 3:41Wir müssen sie hilfen,
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3:41 - 3:44nützlich für die Lebenden zu sein,
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3:44 - 3:47sie entsprechend für uns zu machen,
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3:47 - 3:52sodass wir eine Zukunft bauen können,
die bessere Zukunft. -
3:52 - 3:54Vielleicht eine Zukunft,
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3:54 - 3:57wohin einige diese Denkmäler,
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3:57 - 4:01sowie Kriegsdenkmäler,
müssen gar nie gebaut werden, -
4:01 - 4:04weil es kein Krieg mehr geben wird,
und keine Flüchtlinge.
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