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Sam Richards: Ein radikales Experiment in Empathie

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    Meine Studenten fragen mich oft,
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    "Was ist Soziologie?"
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    Ich sage ihnen, "Es ist die Lehre
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    von der Art, in der Menschen von
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    den Dingen geformt werden, die sich nicht sehen."
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    Sie fragen, "Wie kann ich ein Soziologe sein?
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    Wie kann ich diese unsichtbaren Kräfte verstehen?"
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    Und ich sage, "Empathie.
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    Fangt mit Empathie an.
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    Es beginnt alles mit Empathie.
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    Tretet heraus aus euren Fußstapfen,
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    und tretet in die Fußstapfen einer anderen Person."
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    Also, ich gebe Ihnen ein Beispiel.
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    Ich stelle mir mein Leben vor,
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    wenn vor hundert Jahren
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    China die mächtigste Nation auf der Welt gewesen wäre
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    und sie auf der Suche nach Kohle
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    in die Vereinigten Staaten gekommen wären,
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    und sie sie gefunden hätten, und sie in Wahrheit jede Menge davon hier gefunden hätten.
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    Und sehr bald hätten sie begonnen, diese Kohle abzutransportieren,
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    Tonne um Tonne,
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    Zugwagon um Zugwagon, Bootsladung um Bootsladung,
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    zurück nach China und überall in die Welt.
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    Und sie würden unglaublich reich während sie das täten.
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    Sie bauten schöne Städte,
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    die alle von dieser Kohle betrieben würden.
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    Und hier vor Ort in den Vereinigten Staaten
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    erlebten wir wirtschaftliche Verzweiflung, Entbehrung.
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    Das würde ich sehen.
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    Ich sähe Menschen, kämpfen um zurecht zu kommen,
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    nicht wissend, was was ist und was als nächstes kommt.
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    Und ich würde mir selbst die Frage stellen.
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    Ich dächte, "Wie kann es sein, dass wir hier in den Vereinigten Staaten so arm sind,
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    denn Kohle ist so ein wertvoller Rohstoff,
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    es ist so viel Geld?"
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    Und mir würde klar,
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    dass das so wäre, weil die Chinesen dich bei der
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    kleinen herrschenden Klasse hier in Amerika eingeschmeichelt hätten,
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    die das ganze Geld und diesen ganzen Wohlstand für sich selbst stählen.
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    Und der Rest von uns, die große Mehrheit von uns,
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    kämpft, um über die Runden zu kommen.
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    Und die Chinesen gäben dieser kleinen herrschenden Elite
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    jede Menge militärischer Waffen und ausgeklügelte Technologie,
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    um sicher zu stellen, dass Menschen wie ich
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    nicht gegen diese Art von Beziehung demonstrierten.
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    Klingt das bekannt?
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    Und sie täten Dinge, wie den Amerikanern
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    beizubringen, beim Beschützen der Kohle zu helfen.
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    Und überall, wären Symbole der Chinesen –
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    überall, eine permanente Erinnerung.
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    Und drüben in China,
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    was sagen sie in China?
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    Nichts. Sie sprechen nicht über uns. Sie sprechen nicht über die Kohle.
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    Wenn Sie sie gefragt würden,
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    dann würden sie sagen, " Nun, wissen Sie, wir brauchen die Kohle.
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    Ich meine, kommen Sie schon, ich werde doch mein Thermostat nicht runterdrehen.
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    Das können Sie nicht erwarten."
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    Und so werde ich wütend, und ich werde stocksauer,
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    wie es viele durchschnittliche Menschen werden.
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    Und wir kämpfen dagegen, und es wird wirklich hässlich.
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    Und die Chinesen antworten in wirklich hässlicher Weise.
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    Und bevor wir es sehen, schicken sie Panzer
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    und dann schicken sie Truppen
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    und eine Menge Menschen sterben,
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    und es ist eine sehr, sehr schwierige Situation.
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    Können Sie sich vorstellen, wie Sie sich fühlen würden,
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    wenn Sie an meiner Stelle wären?
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    Können Sie sich vorstellen, aus diesem Gebäude zu gehen
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    und einen Panzer draußen stehen zu sehen
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    oder einen LKW voller Soldaten?
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    Und stellen Sie sich nur vor, wie Sie sich fühlen würden.
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    Denn Sie wissen, warum sie hier sind, und Sie wissen, was sie hier tun.
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    Und Sie fühlen gerade diese Wut und Sie fühlen diese Angst.
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    Wenn Sie das können, dann ist es Empathie -- das ist Empathie.
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    Sie haben Ihre Position verlassen und Sie haben an meiner gestanden.
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    Und Sie müssen das fühlen.
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    Okay, das war also das Aufwärmen.
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    Das war das Aufwärmen.
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    Jetzt werden wir das wirklich
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    radikale Experiment angehen.
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    Und für den Rest meines Vortrages möchte ich, dass Sie sich
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    in die Position einen durchschnittlichen
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    arabischen Moslem versetzen,
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    der im Mittleren Osten lebt --
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    um genau zu sein, im Irak.
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    Um Ihnen zu helfen,
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    vielleicht sind Sie ein Mitglied dieser Familie der Mittelschicht aus Baghdad --
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    und Sie wollen das beste für Ihre Kinder.
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    Sie wollen, dass Ihre Kinder ein besseres Leben haben.
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    Und Sie sehen die Nachrichten, Sie sind aufmerksam,
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    Sie lesen die Zeitung, Sie gehen mit Ihren Freunden ins Café,
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    und Sie lesen die Zeitungen aus allen Teilen der Welt.
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    Und manchmal sehen Sie sogar Satellitenfernsehen,
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    CNN aus den Vereingten Staaten.
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    Sie haben also ein Gefühl dafür, was die Amerikaner denken.
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    Aber eigentlich wollen Sie einfach ein besseres Leben für sich selbst.
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    Das ist es, was Sie wollen.
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    Sie sind ein arabischer Moslem, der im Irak lebt.
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    Sie möchten ein besseres Leben für sich.
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    Also gut, lassen Sie mich Ihnen helfen.
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    Lassen Sie mich Ihnen helfen mit einigen Dingen,
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    die Sie vielleicht denken.
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    Nummer eins: dieses Einfallen in Ihr Land,
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    in den letzten 20 Jahren und davor,
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    der Grund, warum irgendjemand -- und die USA besonders -- an Ihrem Land
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    interessiert ist, ist Öl.
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    Es geht nur ums Öl; Sie wissen das, alle wissen das.
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    Die Menschen in den Vereinigten Staaten wissen, dass es ums Öl geht.
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    Denn jemand anderes
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    hat einen Plan für Ihre Ressource.
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    Es sind Ihre Ressourcen, und nicht die Ressourcen von anderen.
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    Es ist Ihr Land, es sind Ihre Ressourcen.
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    Jemand anderes hat einen Plan dafür.
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    Und wissen Sie, warum sie einen Plan haben?
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    Wissen Sie, warum sie ein Auge drauf geworfen haben?
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    Weil sie ein ganzes Wirtschaftssystem haben,
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    das von dem Öl abhängig ist --
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    fremdem Öl,
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    Öl aus Teilen der Welt, die sie nicht besitzen.
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    Und was denken Sie außerdem noch über diese Menschen?
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    Die Amerikaner, die sind reich.
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    Kommen Sie schon, sie leben in großen Häusern, sie haben große Autos,
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    sie haben alle blonde Haare, blaue Augen, sie sind glücklich.
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    Das denken Sie. Es ist natürlich nicht wahr,
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    aber das ist Eindruck aus dem Medien, das was sie verstehen.
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    Und sie haben große Städte,
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    und die Städte sind alle abhängig vom Öl.
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    Und zu Hause, was sehen Sie?
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    Armut, Verzweiflung, Kampf.
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    Sehen Sie, Sie leben nicht in einem wohlhabenden Land.
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    Dies ist der Irak.
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    Dies ist, was Sie sehen.
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    Sie sehen Menschen, die kämpfen um über die Runden zu kommen.
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    Ich meine, es ist nicht einfach; Sie sehen eine Menge Armut.
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    Und Sie haben eine Meinung darüber.
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    Diese Menschen haben einen Plan für Ihre Ressource,
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    und dies ist was Sie sehen?
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    Und da ist noch was, worüber Sie reden --
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    die Amerikaner reden darüber nicht, aber Sie tun das.
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    Da ist diese Sache, die Militarisierung der Welt,
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    und die stammt direkt aus der Mitte der Vereinigten Staaten.
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    Und die Vereinigten Staaten
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    verantworten fast die Hälfte
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    der weltweiten Ausgaben für das Militär --
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    7
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    Und Sie spüren das, Sie sehen das jeden Tag.
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    Es ist Teil Ihres Lebens.
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    Sie reden mit Ihren Freunden darüber.
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    Sie lesen darüber.
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    Und früher, als Saddam Hussein an der Macht war,
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    interessierten sich die Amerikaner nicht für seine Verbrechen.
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    Als er die Kurden vergast hat und Iran vergast hat,
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    hat es sie nicht interessiert.
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    Als das Öl in Gefahr war,
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    waren die Dinge plötzlich irgendwie wichtig.
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    Und Sie sehen noch etwas anderes,
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    die Vereinigten Staaten,
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    der Mittelpunkt der Demokratie auf der Welt,
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    scheinen nicht wirklich die demokratischen Länder
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    der Welt zu unterstützen.
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    Es gibt eine Menge Länder, Öl produzierende Länder,
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    die nicht besonders demokratisch sind, aber von den Vereinigten Staaten unterstützt werden.
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    Das ist seltsam.
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    Oh, diese Einmärsche, diese zwei Kriege,
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    die 10 Jahre Sanktionen,
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    die acht Jahre Besatzung,
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    der Aufstand, der über Ihre Menschen gebracht wurde,
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    diese hunderttausenden
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    von zivilen Toten,
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    alles wegen des Öls.
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    Sie können nicht anders, als so zu denken.
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    Sie reden darüber.
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    Es ist immer an vorderster Stelle in Ihren Köpfen.
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    Sie sagen, "Wie ist das möglich?"
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    Und dieser Mann, er ist jeder Mann --
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    Ihr Großvater, Ihre Onkel,
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    Ihr Vater, Ihr Sohn,
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    Ihr Nachbar, Ihr Lehrer, Ihr Schüler.
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    Früher ein Leben voll Glück und Freude,
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    und plötzlich Schmerz und Sorgen.
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    Jeder in Ihrem Land
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    wurde von der Gewalt betroffen,
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    dem Blutvergießen, dem Schmerz,
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    dem Horror, jeder einzelne.
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    Es gibt keine einzige Person in Ihrem Land,
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    die nicht davon betroffen wurde.
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    Aber da ist noch was.
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    Da ist noch was mit diesen Menschen,
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    diesen Amerikanern, die da sind.
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    Es gibt da noch etwas mehr, das Sie sehen – sie selbst sehen das nicht.
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    Und was sehen Sie? Sie sind Christen.
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    Sie sind Christen.
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    Sie ehren den christlichen Gott, sie haben Kreuze, sie tagen Bibeln.
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    Ihre Bibeln haben kleine Abzeichen
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    auf denen "U.S. Army" steht.
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    Und Ihre Führer, ihre Führer:
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    bevor sie ihre Söhne und Töchter in
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    Krieg in Ihrem Land schicken --
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    und Sie kennen den Grund --
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    bevor sie sie entsenden,
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    gehen sie in eine christliche Kirche, und sie beten zu ihrem christlichen Gott,
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    und sie bitten diesen Gott um Schutz und Hilfe.
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    Warum?
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    Denn offensichtlich, wenn Menschen in dem Krieg sterben,
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    sind sie Moslems, sind sie Iraker --
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    sind sie keine Amerikaner.
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    Sie möchten nicht, dass Amerikaner sterben. Gott, schütze unsere Truppen.
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    Und Sie haben eine Meinung darüber --
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    natürlich haben Sie die.
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    Und sie tun wundervolle Dinge.
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    Sie lesen davon, Sie hören davon.
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    Sie sind da um Schulen zu bauen und Menschen zu helfen, das wollen sie tun.
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    Sie tun wundervolle Dinge, aber sie tun auch schlechte Dinge,
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    und Sie können den Unterschied nicht sehen.
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    Und dieser Mann, da kommt ein Mann wie Lt. Gen. William Boykin.
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    Ich meine, da ist ein Mann der sagt, dass Ihr Gott ein falscher Gott ist.
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    Ihr Gott ist ein Götze, sein Gott ist der wahre Gott.
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    Die Lösung des Konflikte im Mittleren Osten ist, nach seiner Ansicht,
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    Sie alle zum Christentum zu konvertieren --
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    werden Sie einfach Ihre Religion los.
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    Und Sie wissen das. Die Amerikaner lesen nichts über diesen Mann.
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    Sie wissen nichts über ihn, aber Sie schon.
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    Sie geben es weiter. Sie geben seine Worte weiter.
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    Ich meine, das hier ist ernst.
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    Er war einer der führenden Kommandeure bei der zweiten Invasion des Iraks.
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    Und Sie denken, "Gott, wenn dieser Mann das sagt,
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    dann müssen alle Soldaten das sagen."
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    Und dieses Wort,
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    George Bush hat diesen Krieg einen Kreuzzug genannt.
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    Mann, die Amerikaner, sind irgendwie so, "Ah, Kreuzzug.
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    Was auch immer. Ich weiß es nicht."
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    Aber Sie wissen, was das heißt.
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    Es ist ein heiliger Krieg gegen Moslems.
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    Marschiere ein, unterdrücke sie, nimm ihre Ressourcen.
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    Wenn sie sich nicht unterwerfen, töte sie.
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    Darum geht es doch.
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    Und Sie denken,"Mein Gott, diese Christen kommen, um uns zu töten."
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    Das ist beängstigend.
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    Sie haben Angst. Natürlich haben Sie Angst.
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    Und dieser Mann, Terry Jones:
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    Ich meine, hier ist ein Mann, der Koranbücher verbrennen will.
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    Und die Amerikaner: "Ah, er ist ein Schwachkopf.
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    Er ist ein ehemaliger Hotel Manager;
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    er hat drei Dutzend Mitglieder in seiner Kirche."
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    Die lachen über ihn. Sie lachen nicht über ihn.
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    Denn im Zusammenhang mit allem anderen,
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    passt das alles zusammen.
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    Ich meine, natürlich sehen die Amerikaner das so,
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    also protestieren die Menschen im gesamten Mittleren Osten,
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    nicht nur in Ihrem Land.
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    "Er will Koranbücher verbrennen, unser heiliges Buch.
  • 10:28 - 10:30
    Diese Christen, wer sind diese Christen?
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    Sie sind so böse, sie sind so gemein --
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    darum geht es ihnen."
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    So denken Sie als arabischer Moslem,
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    als ein Iraker.
  • 10:38 - 10:40
    Natürlich werden Sie das denken.
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    Und dann sagt
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    Ihr Cousin, "Hey, schau dir mal diese Internetseite an.
  • 10:44 - 10:46
    Das musst du sehen -- Bibel Trainingslager.
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    Diese Christen sind bekloppt.
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    Sie trainieren ihre kleinen Kinder, um sie zu Soldaten für Jesus zu machen.
  • 10:51 - 10:53
    Sie nehmen diese kleinen Kinder und lassen sie durch diese Dinger rennen,
  • 10:53 - 10:55
    bis sie ihnen beigebracht haben, "Jawohl, Jawohl." zu sagen
  • 10:55 - 10:58
    und sie lehren sie Dinge wie Handgranaten zu werfen, Waffenkunde und -pflege.
  • 10:58 - 11:00
    Und gehen Sie zu der Internetseite.
  • 11:00 - 11:02
    Da steht gross "U.S. Army" drauf.
  • 11:02 - 11:05
    Ich meine, diese Christen, die sind verrückt. Wie können sie ihren kleinen Kindern das antun?"
  • 11:05 - 11:07
    Und Sie lesen diese Internetseite.
  • 11:07 - 11:10
    Natürlich sagen die Christen in den Vereinigten Staaten oder alle anderen,
  • 11:10 - 11:12
    "Ah, das ist eine winzig kleine Kirche mitten im Nirgendwo."
  • 11:12 - 11:14
    Sie wissen das nicht.
  • 11:14 - 11:17
    Für Sie klingt das nach allen Christen.
  • 11:17 - 11:19
    Es ist überall im Netz, Bibel Trainingslager.
  • 11:19 - 11:21
    Schauen Sie sich das hier an:
  • 11:21 - 11:23
    sie bringen ihren Kindern sogar bei --
  • 11:23 - 11:25
    sie trainieren sie auf die gleiche Weise, wie die U.S. Marine trainiert.
  • 11:25 - 11:27
    Ist das nicht interessant?
  • 11:27 - 11:29
    Es macht Ihnen Angst, und es beunruhigt Sie.
  • 11:29 - 11:31
    Diese Männer also, die sehen Sie.
  • 11:31 - 11:34
    Sehen Sie, ich, Sam Richards, ich weiss wer diese Männer sind.
  • 11:34 - 11:36
    Sie sind meine Studenten, meine Freunde.
  • 11:36 - 11:38
    Ich weiss, was sie denken: "Sie wissen es nicht."
  • 11:38 - 11:40
    Wenn Sie sie sehen,
  • 11:40 - 11:43
    sind sie jemand anderes, sie sind etwas anderes.
  • 11:43 - 11:46
    Das sind sie für Sie.
  • 11:46 - 11:49
    Wir sehen es nicht auf diese Weise in den Vereinigten Staaten,
  • 11:49 - 11:52
    aber Sie sehen es so.
  • 11:54 - 11:56
    Hier also.
  • 11:56 - 11:58
    Natürlich, haben Sie das alles falsch verstanden.
  • 11:58 - 12:01
    Sie verallgemeinern. Das ist falsch.
  • 12:01 - 12:03
    Sie verstehen die Amerikaner nicht.
  • 12:03 - 12:05
    Es ist keine christliche Invasion.
  • 12:05 - 12:07
    Wir sind nicht nur wegen dem Öl da; wir sind aus ganz vielen Gründen da.
  • 12:07 - 12:09
    Sie sehen das falsch. Sie haben es nicht verstanden.
  • 12:09 - 12:12
    Natürlich, die meisten von Ihnen unterstützen die Aufstände nicht;
  • 12:12 - 12:14
    Sie unterstützen es nicht, Amerikaner zu töten;
  • 12:14 - 12:16
    Sie unterstützen die Terroristen nicht.
  • 12:16 - 12:18
    Natürlich tun Sie das nicht. Nur wenige Menschen tun das.
  • 12:18 - 12:21
    Aber einige von Ihnen tun das.
  • 12:21 - 12:24
    Und das ist eine Perspektive.
  • 12:24 - 12:26
    Okay, nun werden wir folgendes tun.
  • 12:26 - 12:28
    Verlassen Sie den Standpunkt
  • 12:28 - 12:30
    auf dem Sie gerade stehen
  • 12:30 - 12:32
    und nehmen Sie Ihren normalen Standpunkt wieder ein.
  • 12:32 - 12:34
    Nun sind wieder alle zurück im Raum, gut.
  • 12:34 - 12:36
    Jetzt kommt das radikale Experiment.
  • 12:36 - 12:38
    Wir sind alle zurück zuhause.
  • 12:38 - 12:40
    Dieses Bild: diese Frau,
  • 12:40 - 12:42
    Mann, ich fühle mit ihr,
  • 12:42 - 12:44
    Ich fühle mit ihr.
  • 12:44 - 12:46
    Sie ist meine Schwester,
  • 12:46 - 12:49
    meine Frau, meine Kusine, meine Nachbarin.
  • 12:49 - 12:51
    Sie ist jemand für mich.
  • 12:51 - 12:53
    Diese Männer, die da stehen, jeder auf diesem Bild.
  • 12:53 - 12:56
    Ich fühle dieses Bild, Mensch.
  • 12:56 - 12:58
    Nun möchte ich, dass sie folgendes tun.
  • 12:58 - 13:01
    Lassen Sie uns zurück zu dem ersten Beispiel mit den Chinesen gehen.
  • 13:02 - 13:04
    Ich möchte, dass Sie sich hinein versetzten.
  • 13:04 - 13:07
    Es dreht sich also alles um die Kohle, und die Chinesen sind hier in den Vereinigten Staaten.
  • 13:07 - 13:09
    Und ich möchte, dass Sie sie sich als chinesische Frau vorstellen,
  • 13:09 - 13:12
    die eine chinesische Flagge erhält,
  • 13:12 - 13:15
    weil ihr Geliebter in Amerika gestorben ist,
  • 13:15 - 13:17
    während des Kohleaufstands.
  • 13:17 - 13:19
    Und die Soldaten sind Chinesen,
  • 13:19 - 13:21
    und alle anderen sind Chinesen.
  • 13:21 - 13:24
    Als Amerikaner, wie fühlen Sie sich bei diesem Bild?
  • 13:26 - 13:29
    Was halten Sie von dieser Szene?
  • 13:31 - 13:33
    Gut, versuchen Sie es. Kommen Sie zurück.
  • 13:33 - 13:35
    Das ist diese Szene hier.
  • 13:35 - 13:37
    Es ist ein Amerikaner, Amerikanische Soldaten,
  • 13:37 - 13:39
    eine amerikanische Frau, die ihren Geliebten
  • 13:39 - 13:42
    im Mittleren Osten verloren hat -- im Irak oder Afghanistan.
  • 13:42 - 13:44
    Jetzt, nehmen Sie wieder
  • 13:44 - 13:46
    der Standpunkt eines
  • 13:46 - 13:49
    arabischen Moslems im Irak ein.
  • 13:50 - 13:53
    Was fühlen Sie bei diesem Bild,
  • 13:53 - 13:55
    was denken Sie
  • 13:55 - 13:58
    über diese Frau?
  • 14:05 - 14:07
    Gut.
  • 14:07 - 14:09
    Folgen Sie mir hierbei,
  • 14:09 - 14:11
    denn ich gehe hier ein großes Risiko ein.
  • 14:11 - 14:14
    Und ich lade Sie ein, dieses Risiko mit mir einzugehen.
  • 14:14 - 14:16
    Diese Herren hier, sie sind Rebellen.
  • 14:16 - 14:18
    Sie wurden von amerikanischen Soldaten gefangen
  • 14:18 - 14:20
    als sie versuchten, Amerikaner zu töten.
  • 14:20 - 14:23
    Und vielleicht hatten sie Erfolg. Vielleicht hatten sie Erfolg.
  • 14:23 - 14:25
    Nehmen Sie den Standpunkt
  • 14:25 - 14:29
    des Amerikaners ein, der sie gefangen genommen hat.
  • 14:29 - 14:31
    Können Sie die Wut fühlen?
  • 14:31 - 14:33
    Können Sie nachvollziehen, dass sie es den Männern heimzahlen
  • 14:33 - 14:35
    und ihre Hälse umdrehen wollen?
  • 14:35 - 14:37
    Können Sie das empfinden?
  • 14:37 - 14:39
    Es sollte nicht so schwierig sein.
  • 14:39 - 14:42
    Sie müssen nur – oh, Mann.
  • 14:44 - 14:48
    Jetzt, versetzten Sie sich in ihre Lage.
  • 14:50 - 14:52
    Sind sie brutale Mörder
  • 14:52 - 14:55
    oder patriotische Verteidiger?
  • 14:55 - 14:57
    Was von beidem?
  • 14:58 - 15:01
    Können Sie ihre Wut fühlen,
  • 15:01 - 15:03
    ihre Angst,
  • 15:03 - 15:05
    ihren Zorn
  • 15:05 - 15:07
    über das, was in ihrem Land passiert?
  • 15:07 - 15:09
    Können Sie sich vorstellen,
  • 15:09 - 15:12
    dass sich vielleicht einer von ihnen am Morgen
  • 15:12 - 15:15
    zu seinem Kind herunter gebeugt und es umarmt hat
  • 15:15 - 15:19
    und sagte, "Schatz, ich bin nachher zurück.
  • 15:19 - 15:22
    Ich werde eure Freiheit verteidigen, eure Leben.
  • 15:22 - 15:26
    Ich werde für uns sorgen,
  • 15:26 - 15:28
    für die Zukunft unseres Landes."
  • 15:28 - 15:30
    Können Sie sich das vorstellen?
  • 15:30 - 15:33
    Können Sie sich vorstellen, das zu sagen?
  • 15:33 - 15:36
    Können Sie sich hinein versetzen?
  • 15:37 - 15:40
    Was glauben Sie, was sie fühlen?
  • 15:47 - 15:49
    Sehen Sie, das ist Empathie.
  • 15:49 - 15:52
    Es ist auch Verstehen.
  • 15:52 - 15:54
    Jetzt, werden Sie vielleicht fragen,
  • 15:54 - 15:57
    "Okay, Sam, warum machen Sie sowas?
  • 15:57 - 15:59
    Warum nehmen Sie gerade dieses von allen Beispielen?"
  • 15:59 - 16:02
    Und ich sage, darum ... darum.
  • 16:02 - 16:04
    Sie dürfen diese Menschen hassen.
  • 16:04 - 16:07
    Sie dürfen Sie einfach mit
  • 16:07 - 16:09
    jedem Bisschen Ihres Seins hassen.
  • 16:09 - 16:11
    Und wenn ich Sie dazu bewegen kann,
  • 16:11 - 16:13
    sich ein Stückchen,
  • 16:13 - 16:15
    eine kleines Stückchen
  • 16:15 - 16:17
    in ihre Situation hinein zu versetzen,
  • 16:17 - 16:20
    dann stellen Sie sich das Ausmaß der soziologischen Analyse vor,
  • 16:20 - 16:24
    dass Sie in allen Bereichen Ihres Lebens vornehmen können?
  • 16:24 - 16:26
    Sie können große Brücken überqueren,
  • 16:26 - 16:28
    wenn es darum geht, zu verstehen,
  • 16:28 - 16:31
    warum diese Person auf der Überholspur
  • 16:31 - 16:34
    50 Kilometer pro Stunde fährt
  • 16:34 - 16:36
    oder Ihren pubertierenden Sohn,
  • 16:36 - 16:38
    oder Ihren Nachbarn, der Sie nervt,
  • 16:38 - 16:40
    weil er Sonntags morgens den Rasen mäht.
  • 16:40 - 16:43
    Was immer es ist, Sie können sehr weit kommen.
  • 16:43 - 16:45
    Dies sage ich meinen Studenten:
  • 16:45 - 16:49
    Verlassen Sie Ihre klitzekleine Welt.
  • 16:49 - 16:51
    Treten Sie ein in die klitzekleine Welt
  • 16:51 - 16:53
    von jemand anderem.
  • 16:53 - 16:57
    Machen Sie das dann wieder und wieder und wieder.
  • 16:57 - 16:59
    Und plötzlich werden all diese klitzekleinen Welten
  • 16:59 - 17:01
    zusammen zu einem komplexen Netz.
  • 17:01 - 17:04
    Sie bilden eine große, komplexe Welt.
  • 17:04 - 17:06
    Und plötzlich, ohne dass Sie es merken,
  • 17:06 - 17:09
    sehen Sie die Welt anders.
  • 17:09 - 17:11
    Alles hat sich verändert.
  • 17:11 - 17:13
    Alle in Ihrem Leben hat sich verändert.
  • 17:13 - 17:16
    Und das ist es natürlich, worum es geht.
  • 17:16 - 17:19
    Nehmen Sie an anderen Leben teil,
  • 17:19 - 17:21
    anderen Visionen.
  • 17:21 - 17:23
    Anderen Menschen zuzuhören,
  • 17:23 - 17:26
    bereichert uns selbst.
  • 17:26 - 17:28
    Ich sage nicht,
  • 17:28 - 17:30
    dass ich die Terroristen im Irak unterstütze,
  • 17:30 - 17:32
    aber als Soziologe,
  • 17:32 - 17:34
    sage ich,
  • 17:34 - 17:37
    dass ich verstehe.
  • 17:38 - 17:42
    Und jetzt tun Sie das vielleicht -- vielleicht -- auch.
  • 17:42 - 17:44
    Vielen Dank.
  • 17:44 - 17:46
    (Applaus)
Title:
Sam Richards: Ein radikales Experiment in Empathie
Speaker:
Sam Richards
Description:

Indem er die Amerikaner in seinem Publikum bei TEDxPSU Schritt für Schritt durch einen Gedankengang führt, stellt der Soziologist Sam Richards eine außergewöhnliche Herausforderung auf: Können Sie die Motivation eines irakischen Rebellen verstehen – nicht gutheißen, aber verstehen? Und als Weiterführung, kann irgendjemand einen anderen wirklich verstehen und mit ihm fühlen?

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Video Language:
English
Team:
TED
Project:
TEDTalks
Duration:
17:47
Anja Lehmann added a translation

German subtitles

Revisions