Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen | Johannes Korten | TEDxKoeln
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0:15 - 0:18"Wer bin ich -- und wenn ja, wie viele?",
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0:18 - 0:21so heißt ein Buch
von Richard David Precht, -
0:21 - 0:23aber das ist nicht das Buch,
um das es geht. -
0:23 - 0:25In der Anmoderation ist es
schon gesagt worden. -
0:25 - 0:29Es geht um das Buch
von Kai, Kai Erik Fitzner, -
0:29 - 0:34und das Buch hat mein Leben verändert,
und zwar nicht, weil ich es gelesen habe, -
0:34 - 0:38sondern weil es mir
ganz viele Dinge klar gemacht hat; -
0:38 - 0:40weil ich ganz viel lernen durfte,
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0:40 - 0:43weil ich wundervolle Menschen
kennengelernt habe, -
0:43 - 0:47ja, und weil ich die große Freude hatte
-- wir haben gerade über Glück gehört -- -
0:47 - 0:51weil ich das Glück hatte,
einem Menschen oder einer Familie -
0:51 - 0:53in einer schweren Zeit helfen zu können.
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0:53 - 0:57Und ich habe mich selten auf eine Rede
so akribisch vorbereitet wie heute. -
0:57 - 1:03In der Vorbereitung ist mir aufgefallen
-- wir reden ja über Identität -- -
1:03 - 1:05und mir sind aber
noch drei andere Begriffe -
1:05 - 1:09in der Vorbereitung
immer wieder aufgefallen, -
1:09 - 1:12und zwar ist das einmal
der Identitätsbegriff, -
1:12 - 1:14der eine ganz entscheidende Rolle
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1:14 - 1:17auch in dieser Geschichte
von einem Buch für Kai spielt. -
1:17 - 1:19Es ist der Ideenbegriff.
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1:19 - 1:25Es braucht Ideen für Identität,
und am Ende helfen mir alle Ideen nichts, -
1:25 - 1:28wenn ich sie nicht auch
initiativ werden lasse, -
1:28 - 1:31das heißt wenn ich Ideen
ins Machen bringe. -
1:31 - 1:35Ich möchte Ihnen einfach so ein bisschen
die Geschichte von Kai erzählen. -
1:35 - 1:40Also, was ist da passiert
seit Mai mit mir, mit Kai, -
1:40 - 1:44und was es vorher gewesen, und warum
hat das was mit Identität zu tun? -
1:44 - 1:48Kai und ich haben uns vor 4 Jahren
in Dresden kennengelernt. -
1:48 - 1:52Wir waren auf einer Veranstaltung
auf einem Podium, haben Vorträge gehalten, -
1:52 - 1:56er für seinen damaligen
Arbeitgeber, ich für meinen, -
1:56 - 1:59und wir waren uns irgendwie sympathisch.
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1:59 - 2:03Der Veranstalter hatte eine Führung
durch die Frauenkirche organisiert. -
2:03 - 2:06Wir sind dann abends noch
in die Innenstadt gefahren, -
2:06 - 2:09haben die Frauenkirche, diese
wunderschöne Rotunde uns angeguckt -
2:09 - 2:12und sind anschließend Bier
zusammen trinken gegangen. -
2:12 - 2:17Wir kamen auf das Thema
"Organisationsentwicklung": -
2:17 - 2:23Wie stellen sich Unternehmen
für das digitale Zeitalter auf? -
2:23 - 2:28Was müssen Unternehmen mit
ihrer Unternehmensidentität machen, -
2:28 - 2:32um für die digitale Welt
tatsächlich gerüstet zu sein? -
2:32 - 2:34Und wir waren uns einig,
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2:34 - 2:37dass das auch was mit den individuellen
Identitäten in Unternehmen zu tun hat; -
2:37 - 2:40dass die Unternehmensidentität
weniger wichtig wird, -
2:40 - 2:43sondern dass die Identitäten
einzelner Mitarbeiter -
2:43 - 2:44eine viel größere Rolle spielen;
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2:44 - 2:47dass es Personen braucht,
die sichtbar werden, -
2:47 - 2:51das heißt Identität hat was
mit Sichtbarkeit zu tun. -
2:51 - 2:55Kai und ich waren damals -- es ist
gerade gesagt worden -- Internetveteranen. -
2:55 - 2:58Ich bin gefühlt
schon immer irgendwie online -
2:58 - 3:01und probier auch jedes
soziale Netzwerk aus, was sich bietet. -
3:01 - 3:04Das hat was mit meinem Beruf zu tun,
aber auch mit meiner Leidenschaft, -
3:04 - 3:08eben nicht nur mit meinem Beruf,
sondern ich bin halt gerne online. -
3:08 - 3:10Ich habe tolle Menschen da kennen gelernt.
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3:10 - 3:13Ich kann Ideen austauschen.
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3:13 - 3:17Das Internet ist ein Ideenraum für mich,
in dem ich Ideen diskutieren kann, -
3:17 - 3:19in dem ich sie schleifen kann.
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3:19 - 3:23Und da waren Kai und ich uns einig,
dass darin eine große Chance liegt -- -
3:23 - 3:28das Netz tatsächlich zu nutzen,
um Ideen gemeinsamen zu entwickeln. -
3:28 - 3:33Geografisch wohnten wir
nicht gerade um die Ecke. -
3:33 - 3:35Kai lebt in Oldenburg, ich lebe in Bochum.
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3:35 - 3:38Und so sind wir über das Internet
immer verbunden geblieben, -
3:38 - 3:43haben uns inspiriert mit
Blogbeiträgen, mit Diskussionen, -
3:43 - 3:45und getroffen haben wir uns
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3:45 - 3:48eigentlich immer nur
auf Barcamps oder Netzkonferenzen. -
3:48 - 3:51Das war in den letzten 4 Jahren
vielleicht eine Handvoll Mal. -
3:51 - 3:53Es war jetzt keine dicke Freundschaft,
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3:53 - 3:55also keine Lebensfreundschaft,
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3:55 - 3:56wo man sich seit der Schule kennt,
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3:56 - 4:00sondern das war so eine lose Freundschaft,
die über das Netz gepflegt wurde, -
4:00 - 4:03und wo wir uns ausgetauscht haben.
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4:03 - 4:06Wir wollten eigentlich beide
zur Republica, der großen Netzkonferenz, -
4:06 - 4:12nach Berlin fahren, und es war so,
dass Kai ein zwei Tage vorher mir schrieb, -
4:12 - 4:14dass er leider nicht kommen könne,
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4:14 - 4:17weil er sich eine dicke Grippe eingefangen
hat und einfach zu schlapp ist. -
4:17 - 4:19Das fand ich bedauerlich.
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4:19 - 4:21Ich bin dann nach Berlin gefahren,
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4:21 - 4:24musste auch am ersten Tag
direkt wieder abreisen, -
4:24 - 4:26weil meine kleine Tochter
krank geworden ist. -
4:26 - 4:28Wir also waren nicht auf der Konferenz.
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4:28 - 4:30Es war ein paar Tage still.
Ich fragte mich, was ist. -
4:30 - 4:31Er meldet sich nicht mehr.
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4:31 - 4:36Normalerweise postet er jeden Tag auch.
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4:36 - 4:38Ich habe dann nachgefragt, was Sache ist,
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4:38 - 4:41und kriegte dann eine Nachricht,
die mich einfach sehr berührt hat. -
4:41 - 4:46Das war die Nachricht, dass Kai
eine Herzmuskelentzündung hat -
4:46 - 4:50und auf der Intensivstation
im Krankenhaus liegt. -
4:50 - 4:53Ein paar Tage später kam dann
eine noch schlimmere Nachricht, -
4:53 - 4:56nämlich dass er einen Schlaganfall hat
und im künstlichen Koma liegt -
4:56 - 5:00und dass ist völlig offen ist,
ob er irgendwie überleben wird. -
5:00 - 5:04Da ich in einer ähnlichen
Lebenssituation bin wie er -- -
5:04 - 5:09man hat Familie, Kai hatte sich
gerade selbstständig gemacht. -
5:09 - 5:13In meiner eigenen Familie, mein Bruder
hat einen Schlaganfall gehabt -- -
5:13 - 5:15ich weiß, was das mit Familien macht.
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5:15 - 5:17Das hat mich sehr berührt
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5:17 - 5:19und ich habe einen Blogpost
geschrieben, der hieß: -
5:19 - 5:22"Der Tod ist ein Arsch."
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5:22 - 5:25Dieser Blogpost hat
ein paar Leute schon berührt, -
5:25 - 5:29und ein Tag später bin ich wieder online,
abends zu Hause auf der Couch, -
5:29 - 5:33lese bei Facebook eine Nachricht
von Raja, von Kais Frau. -
5:33 - 5:40Raja hat eine Idee -- womit wir
wieder bei der Idee sind -- -
5:40 - 5:46nämlich dieses Buch hier, das Kai
vor zehn Jahren geschrieben hat, -
5:46 - 5:49und was er bis dato
im Eigenverlag veröffentlicht hat, -
5:49 - 5:53einem großen
Online-Buchhändler zu [ver]kaufen, -
5:53 - 5:55um Einkommen
für die Familie zu generieren. -
5:55 - 5:58Kai hatte sich gerade
selbstständig gemacht. -
5:58 - 6:00Es stand finanziell wirklich auf der Kippe
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6:00 - 6:03und es ging darum,
ein paar Einnahmen zu generieren, -
6:03 - 6:06durch den [Ver]kauf dieses Buches.
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6:06 - 6:09Sie hatte das im Freundeskreis
von Kai geteilt. -
6:09 - 6:12Sie hatte die Zugangsdaten
zu seinem Account, Gott sei Dank. -
6:12 - 6:13Und ... Wuups.
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6:16 - 6:18Kriegen Sie das wieder hin?
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6:19 - 6:20Super.
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6:22 - 6:25Und sie bat darum, dieses Buch zu kaufen.
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6:25 - 6:27Das war aber nur
im geschlossenen Freundeskreis. -
6:27 - 6:30Das waren zwar viele Menschen
-- Kai ist auch gut vernetzt --, -
6:30 - 6:33aber mir war von vornherein klar,
dass das jetzt nicht dazu führen wird, -
6:33 - 6:35um die Familie wirklich durchzubringen.
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6:35 - 6:38Dann habe ich ihr
eine kurze Nachricht geschrieben: -
6:38 - 6:40"Raja, wenn du willst,
dass das was bringt, -
6:40 - 6:42macht es irgendwie öffentlich,
und ich überlege mir was, -
6:42 - 6:44wie wir das pushen können."
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6:44 - 6:45Das war dann ganz einfach.
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6:45 - 6:48Kai ist ein Netzmensch gewesen,
kennt ganz viele Leute. -
6:48 - 6:52Ich bin ein Netzmensch seit [eh und] jeh,
und wir sind einfach vernetzt. -
6:52 - 6:56Und ich habe nichts anderes gemacht,
als diese Idee zu verbreiten; -
6:56 - 7:00also initiativ werden im Sinne von
einfach diese Idee zu teilen. -
7:00 - 7:04Was dann passiert ist, war wirklich
-- wir haben gerade gehört über Nacht -- -
7:04 - 7:08ich bin morgens online, ich habe
abends diesen Aufruf weiter verteilt. -
7:08 - 7:12Der ist von ein paar Multiplikatoren
über Nacht weiter verbreitet worden. -
7:12 - 7:17Am Abend dieses Tages war
das Buch auf Verkaufsrang 60755 -
7:17 - 7:20und als ich am nächsten Morgen
aufgewacht bin -- ungelogen -- -
7:20 - 7:22war es auf Platz zwei.
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7:22 - 7:25Das Buch ist also wirklich über Nacht,
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7:25 - 7:27also die Idee ist nicht nur
weiter verteilt worden, -
7:27 - 7:30sondern die Idee hat halt dazu geführt,
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7:30 - 7:32dass tatsächlich Menschen
initiativ geworden sind. -
7:32 - 7:34Es war einfach.
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7:34 - 7:36Man musste nur dieses Buch kaufen,
in Anführungsstrichen. -
7:36 - 7:40Ich habe dann am nächsten Morgen --
wie das so ist als Ökobanker, -
7:40 - 7:43sitzt man an der Quelle
und hat es relativ einfach -- -
7:43 - 7:46ein Konto eröffnet, ein Spendenkonto
auf Vertrauensbasis. -
7:46 - 7:48Das ist auch so ein Punkt.
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7:48 - 7:51Glück[lich] kann zum Beispiel auch machen,
sich über Regeln hinwegzusetzen. -
7:51 - 7:54Das macht auch sehr glücklich,
wenn man sich mal die Freiheit nimmt, -
7:54 - 7:57nicht das zu tun,
was in Recht und Gesetz steht. -
7:57 - 8:00Wenn man sich daran gehalten hätte,
hätte das mit dem Spendenkonto -
8:00 - 8:02wahrscheinlich irgendwie
zwei Wochen gedauert -
8:02 - 8:04und dann wäre alles vorbei gewesen.
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8:04 - 8:07Ich habe einfach dieses Konto eröffnet
und die Menschen haben mir tatsächlich -
8:07 - 8:09auf Vertrauensbasis Geld überwiesen.
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8:09 - 8:12Ich habe vor ein paar Tagen
auch in der Vorbereitung mal -
8:12 - 8:16die Kontoauszüge dieses Kontos gesammelt.
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8:16 - 8:18Es sind über 300 Menschen,
die mir einfach so Beträge -
8:18 - 8:23zwischen 2 und 1000 Euro
auf dieses Konto überwiesen haben, -
8:23 - 8:28in dem Vertrauen darauf,
dass ich dieses Geld weiterleite. -
8:28 - 8:31Und das hat eben was
mit meiner Identität zu tun: -
8:31 - 8:35dass ich im Netz tatsächlich
als der auftrete, der ich auch bin; -
8:35 - 8:37dass ich versuche, da
sehr glaubwürdig zu sein -
8:37 - 8:39und dass ich das Ganze
transparent gemacht habe. -
8:39 - 8:42Ich habe die ganze Zeit darüber berichtet.
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8:42 - 8:46Wie man aus einer individuellen
Identität am Ende des Tages -
8:46 - 8:48sogar eine kollektive Identität macht,
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8:48 - 8:52die dann eben unter "Ein Buch für Kai"
im Netz solche Wellen schlägt, -
8:52 - 8:57dazu braucht es eben solche
simplen Mechanismen wie einen Hashtag. -
8:57 - 9:01Da ich beruflich ganz viel damit mache,
habe ich das in der ganzen Zeit -
9:01 - 9:04immer sauber beobachtet und auch mir
die Zahlen mal mit geschrieben, -
9:04 - 9:08um mal zu verdeutlichen,
was aus einer kleinen Idee, -
9:08 - 9:13die von Leuten, die tatsächlich
eine authentische Identität im Netz haben -
9:13 - 9:16und die initiativ werden,
was daraus werden kann. -
9:16 - 9:21Der Post von Raja ist insgesamt
21000-mal weiter verbreitet worden. -
9:21 - 9:24Wir haben über 300 Menschen
gehabt am Ende, -
9:24 - 9:29die dieses Buch --
die Geld gespendet haben, -
9:29 - 9:31und was noch toller ist:
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9:31 - 9:34Wir haben durch die Kraft des Netzes
tatsächlich Menschen gefunden, -
9:34 - 9:38die dafür gesorgt haben, dass das Ding
nicht nur im Eigenverlag erscheinen muss, -
9:38 - 9:41sondern dass das jetzt
in den letzten Wochen -
9:41 - 9:43tatsächlich einen ordentlichen
Verlag gefunden hat, -
9:43 - 9:45der einen tollen Vertrag gemacht hat,
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9:45 - 9:48und wo jetzt erstmal
finanzielle Sicherheit da ist. -
9:48 - 9:54Eine kleine Idee, die identifizierbar ist,
die Menschen überzeugt, -
9:54 - 9:58die Begeisterungspotenzial hat,
die einfach ist -
9:58 - 10:02und die Menschen dazu bringt,
initiativ zu werden. -
10:02 - 10:06Ich habe in einem zusammenfassenden
Post mal geschrieben: -
10:06 - 10:10"Das Netz ist ein guter Ort,
wenn wir es gemeinsam dazu machen." -
10:10 - 10:14Und wie wir das hinkriegen,
ist eben wirklich uns zu verdeutlichen: -
10:14 - 10:20Wir müssen authentisch sein.
Wir müssen sichtbar sein. -
10:20 - 10:22Es braucht gute Ideen,
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10:22 - 10:25aber hundert gute Ideen alleine
nützen gar nichts, -
10:25 - 10:28wenn wir nicht auch ins Machen kommen,
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10:28 - 10:34und sei es nur Ideen weiter verteilen,
Ideen in Ideenräumen zu diskutieren, -
10:34 - 10:40vorurteilsfrei, und am Ende
tatsächlich initiativ zu werden. -
10:40 - 10:45Ich wünsche Ihnen und uns allen,
dass wir das hinkriegen, -
10:45 - 10:47dass wir immer gute Ideen haben.
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10:47 - 10:51Ich glaube, wenn man glücklich ist,
zum Beispiel, hat man von selbst -
10:51 - 10:53ganz viele gute Ideen.
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10:53 - 10:56Ich wünsche uns, dass wir
in unseren Identitäten sehr klar sind; -
10:56 - 10:59dass wir den Mut haben,
auch tatsächlich offen zu sein. -
10:59 - 11:01Dazu gehört manchmal Mut.
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11:01 - 11:04Viele verstecken sich dann
hinter Fassaden und trauen sich nicht. -
11:04 - 11:05Ich rate jedem,
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11:05 - 11:09so eine große Sache kriegen sie nur hin,
wenn sie wirklich den Mut haben, -
11:09 - 11:11auch damit raus zu gehen.
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11:11 - 11:16Es gehörte Mut bei Raja dazu,
diese Idee öffentlich zu machen, -
11:16 - 11:20denn sie hat damit gesagt:
Wir haben Schulden. -
11:20 - 11:22Das ist kein einfacher Schritt
für sie gewesen. -
11:22 - 11:24Was dann passiert ist,
auch mit Presse und so weiter, -
11:24 - 11:28wie man ihr auf die Pelle gerückt ist,
das war keine einfache Situation, -
11:28 - 11:30aber am Ende hat es dazu geführt,
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11:30 - 11:32dass sie für ihre Familie
was Großes bewegt hat -
11:32 - 11:37und dass sie hoffentlich
für die Zukunft abgesichert sind. -
11:37 - 11:41Ich wünsche Ihnen und uns allen einfach,
dass wir daran weiter mitarbeiten. -
11:41 - 11:46Gute Ideen. Bleiben Sie authentisch
und werden Sie initiativ. -
11:46 - 11:47Vielen Dank.
-
11:47 - 11:55(Applaus)
- Title:
- Das Netz ist ein guter Ort, wenn wir es gemeinsam dazu machen | Johannes Korten | TEDxKoeln
- Description:
-
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Das Netz ist weit mehr als eine Empörungs- und Shitstorm-Maschinerie. Wir können gemeinsam etwas bewegen. Der Internetveteran Johannes Korten ist davon überzeugt: ausschlaggebend dafür ist eine erkennbare Haltung, eine Identität, und zwar sowohl individuell als auch als kollektiv. Mit unserer Haltung gelingt es uns immer wieder, im Netz Menschen zu aktivieren, Gutes zu tun und sich zu engagieren. Der TEDxKoeln-Talk wird zeigen, wie das gelingen kann und welche Voraussetzungen es dafür braucht.
Johannes Korten war gefühlt schon immer online. In der Kohlenstoffwelt war er Vater zweier Kinder, Jazz-Liebhaber, Sachertorten-Bäcker und Hobby-Radler. Beruflich stellte er seine Talente seit fast neun Jahren in den Dienst einer großen sozial-ökologischen Bank, für die er als Brand- und Marketing-Manager arbeitete.
Johannes Korten nahm sich im Juni 2016 das Leben.
Dieser Vortrag wurde bei einem TEDx-Event gehalten, der dem Format für TED-Konferenzen entspricht, aber eigenständig von einem lokalen Veranstalter organisiert wurde. Erfahren Sie mehr unter http://ted.com/tedx.
- Video Language:
- German
- Team:
closed TED
- Project:
- TEDxTalks
- Duration:
- 12:03
