Wie Zucker das Gehirn beeinflusst – Nicole Avena
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0:07 - 0:09Stell dir warme, klebrige Plätzchen,
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0:09 - 0:12knusprige Süßigkeiten, samtige Kuchen,
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0:12 - 0:15Waffeln voller Eiscreme vor.
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0:15 - 0:17Läuft dir der Speichel im Mund zusammen?
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0:17 - 0:18Verspürst du Heißhunger?
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0:18 - 0:19Weshalb?
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0:19 - 0:20Was passiert im Gehirn,
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0:20 - 0:24dass man zuckerhaltiger Nahrung
so schwer widerstehen kann? -
0:24 - 0:27Zucker ist ein allgemeiner Begriff,
um eine Molekülklasse -- -
0:27 - 0:28die Kohlenhydrate -- zu bezeichnen,
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0:28 - 0:31die in vielen Speisen
und Getränken enthalten sind. -
0:31 - 0:34Auf den Etiketten von Süßigkeiten,
die du kaufst, findest du: -
0:34 - 0:37Glucose, Fructose, Saccharose,
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0:37 - 0:40Maltose, Lactose, Dextrose und Stärke --
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0:40 - 0:42alles Formen von Zucker.
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0:42 - 0:44So auch Maissirup,
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0:44 - 0:47Fruchtsaft, Rohzucker und Honig.
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0:47 - 0:50Zucker steckt nicht nur
in Süßigkeiten und Desserts, -
0:50 - 0:52sondern auch im Ketchup, Jogurt
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0:52 - 0:56getrockneten Früchten, aromatisiertem
Wasser oder in Müsliriegeln. -
0:56 - 0:58Da Zucker überall ist,
ist es wichtig zu verstehen, -
0:58 - 1:00wie er das Gehirn beeinflusst.
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1:00 - 1:02Was passiert, wenn Zucker
deine Zunge berührt? -
1:02 - 1:05Erhöht der Verzehr von Zucker
das Verlangen nach mehr? -
1:06 - 1:07Du isst einen Löffel Cornflakes.
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1:07 - 1:11Der darin enthaltene Zucker aktiviert
die Rezeptoren für Süßes, -
1:11 - 1:13die Teil der Geschmacksknospen
der Zunge sind. -
1:13 - 1:16Diese Rezeptoren senden
ein Signal an das Stammhirn -
1:16 - 1:19und zweigen von dort in
verschiedene Areale des Vorderhirns ab. -
1:19 - 1:22Eines davon ist die Großhirnrinde.
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1:22 - 1:26Die einzelnen Bereiche der Großhirnrinde
verarbeiten jeweils die Geschmäcker: -
1:26 - 1:28bitter, salzig, umami,
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1:28 - 1:30und in unserem Fall, süß.
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1:30 - 1:33Von hier aus aktiviert das Signal
das Belohnungssystem des Gehirns. -
1:33 - 1:37Das Belohnungssystem ist eine Reihe
elektrischer und chemischer Bahnen -
1:37 - 1:40durch verschiedene Gehirnregionen.
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1:40 - 1:41Es ist ein komplexes Netz,
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1:41 - 1:45doch es beantwortet uns
eine einzige, unbewusste Frage: -
1:45 - 1:46Soll ich das nochmal machen?
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1:46 - 1:50Das warme, flaumige Gefühl, wenn du
Großmutters Schokoladenkuchen probierst? -
1:50 - 1:51Das ist die Antwort des Systems,
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1:51 - 1:53"Mmmmh, ja!"
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1:53 - 1:55Es wird nicht nur durch Nahrung aktiviert.
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1:55 - 1:58Geselligkeit, Sexualverhalten und Drogen
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1:58 - 2:01sind nur einige wenige Beispiele
von Dingen und Erfahrungen, -
2:01 - 2:03die das Belohnungssystem aktivieren.
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2:03 - 2:09Die Überreizung des Belohnungssystem
löst eine Reihe von Problemen aus: -
2:09 - 2:12Kontrollverlust, Heißhunger und
eine erhöhte Toleranz gegenüber Zucker. -
2:13 - 2:15Doch zurück zu unserer Müsliportion.
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2:15 - 2:19Sie wandert durch deinen Magen
und landet schließlich in deinem Darm. -
2:19 - 2:20Und stell dir vor!
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2:20 - 2:22Dort befinden sich ebenfalls
Rezeptoren für Zucker, -
2:22 - 2:24die keine Geschmacksknospen sind,
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2:24 - 2:27sondern Signale wie Sättigung
an das Gehirn senden -
2:27 - 2:29oder die Insulinproduktion anregen,
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2:29 - 2:31um mit dem zusätzlichen Zucker umzugehen.
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2:32 - 2:35Die Hauptwährung des
Belohnungssystems ist Dopamin, -
2:35 - 2:37eine wichtige Chemikalie
oder Neurotransmitter. -
2:37 - 2:40Viele Dopaminrezeptoren
befinden sich im Vorderhirn, -
2:40 - 2:42die aber nicht gleichmäßig verteilt sind.
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2:42 - 2:45Bestimmte Areale enthalten
dichte Bündel aus Rezeptoren -
2:45 - 2:48und diese Dopaminzentren sind Teil
unseres Belohnungssystems. -
2:49 - 2:52Drogen wie Alkohol, Nikotin oder Heroin
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2:52 - 2:53senden Dopamin im Überschuss,
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2:53 - 2:56was manche Menschen dauerhaft
diesen Zustand suchen lässt, -
2:56 - 2:59in anderen Worten, abhängig macht.
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2:59 - 3:04Zucker verursacht auch die Freisetzung von
Dopamin, jedoch nicht so stark wie Drogen. -
3:04 - 3:07Zucker gehört zu den wenigen
dopaminauslösenden Lebensmitteln. -
3:07 - 3:09Zum Beispiel hat Brokkoli keinen Effekt,
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3:09 - 3:10was wohl erklärt,
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3:10 - 3:13warum Kinder so ungern
ihr Gemüse essen. -
3:13 - 3:15Apropos gesunde Lebensmittel:
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3:15 - 3:18Nehmen wir an, du hast Hunger
und isst eine ausgewogene Mahlzeit. -
3:18 - 3:21Dann steigt die Konzentration des
Dopamins im Belohnungssystem. -
3:21 - 3:25Doch wenn du dasselbe Gericht
mehrere Tage am Stück isst, -
3:25 - 3:29sinkt der Dopaminlevel immer mehr
und steht schließlich still. -
3:29 - 3:31Denn wenn es um Nahrung geht,
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3:31 - 3:35entwickelte das Gehirn besondere
Aufmerksamkeit für neue Geschmäcker. -
3:35 - 3:36Weshalb?
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3:36 - 3:37Zweierlei Gründe:
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3:37 - 3:40Erstens, um verdorbene
Lebensmittel zu erkennen. -
3:40 - 3:43Und zweitens, je mehr Vielfalt wir
in unserer Ernährung haben, -
3:43 - 3:46desto wahrscheinlicher nehmen wir alle
notwendigen Nährstoffe auf. -
3:46 - 3:47Um die Vielfalt zu wahren,
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3:47 - 3:50müssen wir neue Nahrung erkennen können
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3:50 - 3:54und vor allem auch dauerhaft
neue Nahrung essen wollen. -
3:54 - 3:57Deshalb sinkt die Konzentration von
Dopamin beim Verzehr derselben Nahrung. -
3:57 - 3:59Doch zurück zu der Mahlzeit.
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3:59 - 4:02Was passiert, wenn du anstelle
der gesunden, ausgewogenen Speise -
4:02 - 4:04ein sehr zuckerhaltiges Lebensmittel isst?
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4:04 - 4:07Wenn du selten Zucker isst
oder nicht viel auf einmal, -
4:07 - 4:10ist der Effekt ähnlich wie bei
der ausgewogenen Mahlzeit. -
4:10 - 4:14Doch wenn du zu viel Zucker isst,
verflacht sich die Dopaminfreigabe nicht. -
4:14 - 4:18Anders gesagt, ein erhöhter Zuckerkonsum
fühlt sich weiterhin belohnend an. -
4:18 - 4:21Dadurch verhält sich Zucker
ein wenig wie eine Droge. -
4:21 - 4:25Darum scheinen Menschen
süchtig nach Zucker zu sein. -
4:25 - 4:28Erinnere dich an all die
verschiedenen Arten von Zucker. -
4:28 - 4:31Jede ist einzigartig, doch bei
jeder Einnahme von Zucker -
4:31 - 4:35wird ein Dominoeffekt im Gehirn ausgelöst,
der sich belohnend anfühlt. -
4:35 - 4:39Zu viel und zu oft, und die Dinge
laufen aus dem Ruder. -
4:39 - 4:43Also ja, Überkonsum von Zucker kann
Suchterscheinungen hervorrufen, -
4:43 - 4:46doch hin und wieder ein Stück Kuchen
wird dir nicht schaden.
- Title:
- Wie Zucker das Gehirn beeinflusst – Nicole Avena
- Speaker:
- Nicole Avena
- Description:
-
Die ganze Lektion unter: http://ed.ted.com/lessons/how-sugar-affects-the-brain-nicole-avena
Wenn du etwas stark Zuckerhaltiges isst, bemerken das deine Geschmacksknospen, dein Darm und dein Gehirn. Diese Aktivierung deines Belohnungssystems ähnelt anderen süchtig machenden Substanzen wie Alkohol oder Nikotin – ein Übermaß an Zucker erhöht die Konzentration von Dopamin und lässt dich nach mehr verlangen. Nicole Avena erklärt, warum Süßigkeiten und Leckereien in Maßen genossen werden sollten.
Lektion von Nicole Avena, Animation von STK Films.
- Video Language:
- English
- Team:
closed TED
- Project:
- TED-Ed
- Duration:
- 05:03
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Michelle Mehrtens edited German subtitles for How sugar affects the brain | |
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Nadine Hennig edited German subtitles for How sugar affects the brain | |
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Retired user approved German subtitles for How sugar affects the brain | |
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Retired user edited German subtitles for How sugar affects the brain | |
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Patrik Blaszczok edited German subtitles for How sugar affects the brain |