< Return to Video

Vordenker haben überraschende Gewohnheiten

  • 0:01 - 0:06
    Vor sieben Jahren bat mich ein Student,
    in seine Firma zu investieren.
  • 0:06 - 0:08
    Er: "Ich arbeite mit drei Freunden daran,
  • 0:08 - 0:12
    eine Branche mit Online-Handel
    zu revolutionieren."
  • 0:12 - 0:15
    Ich: "Sie waren also den ganzen
    Sommer damit beschäftigt?"
  • 0:15 - 0:18
    "Nein, wir absolvierten
    alle ein Praktikum als Plan B."
  • 0:18 - 0:22
    "Aber nach dem Studium
    geben Sie im Projekt Vollgas?"
  • 0:22 - 0:26
    "Nicht wirklich. Wir haben uns
    zur Sicherheit Jobs gesucht."
  • 0:26 - 0:27
    Sechs Monate später,
  • 0:27 - 0:29
    am Tag vor der Firmeneröffnung,
  • 0:29 - 0:31
    gab es noch keine
    funktionierende Website.
  • 0:31 - 0:34
    Ich: "Die Firma besteht
    nur aus dieser Website.
  • 0:34 - 0:37
    Das ist alles, was sie ist!"
  • 0:37 - 0:41
    Selbstverständlich
    habe ich nicht investiert.
  • 0:42 - 0:44
    Schließlich nannten sie
    die Firma Warby Parker.
  • 0:44 - 0:46
    (Lachen)
  • 0:46 - 0:48
    Sie verkaufen Brillen online.
  • 0:48 - 0:52
    Erst kürzlich wurden sie zur
    innovativsten Firma der Welt gekürt
  • 0:52 - 0:54
    und auf über 1 Milliarde Dollar geschätzt.
  • 0:54 - 0:58
    Und jetzt regelt meine Frau
    unsere Finanzen.
  • 0:58 - 0:59
    (Lachen)
  • 0:59 - 1:01
    Wie konnte ich mich so irren?
  • 1:01 - 1:05
    Ich habe mich mit Menschen befasst,
    die ich "Originale" nenne.
  • 1:05 - 1:07
    Originale sind unangepasst;
  • 1:07 - 1:09
    Menschen, die nicht nur neue Ideen haben,
  • 1:09 - 1:12
    sondern auch etwas dafür tun;
  • 1:12 - 1:15
    Menschen, die sich abheben
    und ihre Ansicht äußern.
  • 1:15 - 1:17
    Originale sind die Treiber
    von Kreativität und Wandel;
  • 1:17 - 1:20
    die Menschen, auf die man setzen sollte.
  • 1:20 - 1:23
    Und sie sind ganz anders,
    als ich es erwartet hätte.
  • 1:23 - 1:25
    Ich möchte Ihnen heute drei Wege zeigen,
  • 1:25 - 1:27
    wie man Originale erkennt
  • 1:27 - 1:30
    und ihnen etwas ähnlicher wird.
  • 1:30 - 1:34
    Ich ignorierte Warby Parker vor allem,
  • 1:34 - 1:37
    weil sie so langsam in die Gänge kamen.
  • 1:37 - 1:41
    Sie alle kennen Aufschieber.
  • 1:43 - 1:48
    Zugegeben, ich bin das Gegenteil.
    Ich bin ein Anschieber.
  • 1:48 - 1:49
    Ja, das bin ich.
  • 1:49 - 1:52
    Diese Panik vor einer
    wichtigen Abgabefrist,
  • 1:52 - 1:55
    wenn man noch gar nichts gemacht hat,
  • 1:55 - 1:57
    die bekomme ich auch,
    nur ein paar Monate früher.
  • 1:57 - 2:00
    (Lachen)
  • 2:00 - 2:07
    Schon als Kind nahm ich
    Nintendo-Spiele sehr ernst.
  • 2:07 - 2:09
    Ich wachte um 5 Uhr morgens auf
  • 2:09 - 2:12
    und spielte solange, bis ich gewann.
  • 2:12 - 2:16
    Letztlich ging es so weit,
    dass die lokale Presse
  • 2:16 - 2:20
    mich als Beispiel für die Schattenseite
    von Nintendo-Spielen vorführte.
  • 2:20 - 2:23
    (Lachen)
  • 2:23 - 2:26
    (Applaus)
  • 2:29 - 2:32
    Seitdem habe ich einige Haare gelassen.
  • 2:32 - 2:37
    (Lachen)
  • 2:37 - 2:40
    Im College kam mir das zu Gute,
  • 2:40 - 2:45
    denn ich hatte meine Diplomarbeit
    vier Monate vor der Abgabefrist fertig.
  • 2:46 - 2:50
    Bis vor wenigen Jahren
    war ich darauf auch stolz.
  • 2:50 - 2:54
    Da meinte eine meiner Studentinnen, Jihae:
  • 2:54 - 2:57
    "Ich habe die kreativsten Ideen,
    wenn ich etwas aufschiebe."
  • 2:57 - 3:01
    Ich darauf: "Nett, und wo sind
    Ihre vier ausständigen Arbeiten?"
  • 3:01 - 3:02
    (Lachen)
  • 3:02 - 3:04
    Sie war eine der kreativsten Studentinnen.
  • 3:04 - 3:08
    Als Organisationspsychologe
    teste ich genau solche Überlegungen.
  • 3:08 - 3:10
    Ich forderte sie auf, Daten zu sammeln.
  • 3:10 - 3:12
    Sie ging in ein paar Unternehmen.
  • 3:12 - 3:15
    Sie fragte die Mitarbeiter,
    wie oft sie etwas aufschieben.
  • 3:15 - 3:19
    Dann fragte sie deren Vorgesetzte,
    wie kreativ und innovativ jeder sei.
  • 3:19 - 3:22
    Tatsächlich wurden Anschieber wie ich,
  • 3:22 - 3:24
    die alles schnell erledigen,
  • 3:24 - 3:26
    als weniger kreativ eingeschätzt
  • 3:26 - 3:28
    als gemäßigte Aufschieber.
  • 3:28 - 3:32
    Wie ist das bei chronischen Aufschiebern?
  • 3:32 - 3:35
    Sie konnte es nicht sagen.
    Deren Bögen waren nicht ausgefüllt.
  • 3:35 - 3:37
    (Lachen)
  • 3:37 - 3:40
    Nein, hier sind unsere Ergebnisse.
  • 3:40 - 3:44
    Jene, die bis zur letzten Minute warten,
  • 3:44 - 3:49
    trödeln so lange herum,
    dass sie keine neuen Ideen erzeugen.
  • 3:49 - 3:52
    Menschen dagegen, die losstürmen,
  • 3:52 - 3:57
    haben auch keine originellen Ideen,
    weil sie so wahnsinnig nervös sind.
  • 3:57 - 4:02
    Originale finden anscheinend
    den optimalen Zeitpunkt.
  • 4:02 - 4:04
    Warum ist das so?
  • 4:04 - 4:06
    Vielleicht haben Originale
    nur schlechte Angewohnheiten.
  • 4:06 - 4:10
    Vielleicht hängen Kreativität
    und Aufschieberei gar nicht zusammen.
  • 4:10 - 4:13
    Um das herauszufinden,
    entwarfen wir einige Experimente.
  • 4:13 - 4:16
    Die Versuchspersonen sollten
    neue Geschäftsideen entwickeln,
  • 4:16 - 4:18
    die unabhängige Leser dann
  • 4:18 - 4:21
    auf Kreativität und Nutzen prüften.
  • 4:21 - 4:25
    Eine zufällig ausgewählte Gruppe
    sollte die Aufgabe sofort erledigen.
  • 4:25 - 4:27
    Die anderen sollten sie aufschieben.
  • 4:27 - 4:30
    Dafür lockten wir sie
    mit dem Minesweeper-Spiel,
  • 4:30 - 4:32
    entweder fünf oder zehn Minuten lang.
  • 4:32 - 4:35
    Gemäßigte Aufschieber
  • 4:35 - 4:40
    waren 16 % kreativer
    als die anderen zwei Gruppen.
  • 4:40 - 4:43
    Minesweeper ist toll,
    aber nicht Auslöser des Effekts.
  • 4:43 - 4:46
    Spielt man es, bevor man
    etwas über die Aufgabe erfährt,
  • 4:46 - 4:48
    gibt es keinen Kreativitätsschub.
  • 4:48 - 4:51
    Nur wenn man weiß,
    dass man an einer Aufgabe arbeitet,
  • 4:51 - 4:53
    und sie dann aufschiebt,
  • 4:53 - 4:55
    während sie im Hinterkopf noch aktiv ist,
  • 4:56 - 4:57
    beginnt die Kreativität.
  • 4:57 - 5:01
    Das Aufschieben ermöglicht es uns,
    verschiedene Aspekte zu betrachten,
  • 5:01 - 5:05
    nicht-linear zu denken und
    unerwartete Sprünge zu vollziehen.
  • 5:05 - 5:07
    Als diese Experimente zum Abschluss kamen,
  • 5:07 - 5:09
    begann ich mit meinem Buch über Originale.
  • 5:09 - 5:14
    Für mich war es der perfekte Zeitpunkt,
    mir selbst das Aufschieben beizubringen,
  • 5:14 - 5:17
    während ich ein Kapitel
    über das Aufschieben schrieb.
  • 5:17 - 5:20
    Ich wurde ein Meta-Aufschieber.
  • 5:20 - 5:23
    Wie jeder Anschieber,
    der etwas auf sich hält,
  • 5:23 - 5:25
    wachte ich früh am nächsten Morgen auf
  • 5:25 - 5:28
    und erstellte eine To-do-Liste
    für die Aufschieberei.
  • 5:28 - 5:31
    (Lachen)
  • 5:31 - 5:35
    Dann arbeitete ich fleißig daran,
  • 5:35 - 5:39
    mein Ziel nicht zu erreichen.
  • 5:40 - 5:42
    Ich begann mit meinem Aufschiebekapitel
  • 5:42 - 5:45
    und eines Tages
    -- da war ich halb fertig --
  • 5:45 - 5:47
    ließ ich es buchstäblich
    mitten im Satz liegen,
  • 5:47 - 5:48
    und das monatelang.
  • 5:48 - 5:51
    Das war eine Qual.
  • 5:51 - 5:55
    Aber als ich es wieder aufgriff,
    hatte ich ganz viele neue Ideen.
  • 5:55 - 5:56
    Aaron Sorkin würde sagen:
  • 5:56 - 6:00
    "Sie nennen es Aufschieberitis,
    ich nenne es Denken."
  • 6:00 - 6:02
    Im Laufe der Zeit fand ich heraus,
  • 6:02 - 6:06
    dass viele große Originale
    der Geschichte Aufschieber waren.
  • 6:06 - 6:07
    Nehmen wir Leonardo Da Vinci.
  • 6:07 - 6:11
    Er arbeitete 16 Jahre lang
  • 6:11 - 6:13
    an der Mona Lisa.
  • 6:13 - 6:14
    Er fühlte sich wie ein Versager.
  • 6:14 - 6:18
    Das schrieb er in sein Tagebuch.
  • 6:18 - 6:21
    Aber einige seiner Umwege in der Optik
  • 6:21 - 6:23
    veränderten seine Art, Licht abzubilden,
  • 6:23 - 6:26
    und machten einen besseren Maler aus ihm.
  • 6:26 - 6:28
    Wie steht es mit Martin Luther King, Jr.?
  • 6:28 - 6:31
    In der Nacht vor der Rede seines Lebens,
  • 6:31 - 6:32
    dem Marsch auf Washington,
  • 6:32 - 6:35
    bastelte er noch bis 3 Uhr früh daran.
  • 6:35 - 6:38
    Als er im Publikum
    auf seinen Auftritt wartete,
  • 6:38 - 6:43
    kritzelte er noch immer
    auf seinem Manuskript herum.
  • 6:43 - 6:45
    Nach 11 Minuten auf der Bühne
  • 6:45 - 6:47
    ließ er die vorbereiteten Notizen liegen
  • 6:47 - 6:50
    und sprach vier Worte,
    die Geschichte schrieben:
  • 6:50 - 6:52
    "Ich habe einen Traum."
  • 6:52 - 6:55
    Das stand nicht im Manuskript.
  • 6:55 - 7:00
    Da er bis zur letzten
    Minute an seiner Rede feilte,
  • 7:00 - 7:04
    blieb er für eine breite Palette
    an möglichen Ideen offen.
  • 7:04 - 7:06
    Da nichts in Stein gemeißelt war,
  • 7:06 - 7:09
    hatte er Raum für Improvisation.
  • 7:09 - 7:12
    Aufschieberei ist ein Laster,
    wenn es um Produktivität geht,
  • 7:12 - 7:15
    aber in Bezug auf Kreativität
    kann sie eine Tugend sein.
  • 7:15 - 7:19
    Viele große Originale
    fangen sehr schnell etwas an,
  • 7:19 - 7:21
    lassen sich dann aber viel Zeit.
  • 7:21 - 7:24
    Das entging mir damals bei Warby Parker.
  • 7:24 - 7:26
    Als sie ihr Projekt damals
    sechs Monate hinauszögerten,
  • 7:26 - 7:28
    sagte ich ihnen:
  • 7:28 - 7:32
    "Viele andere Unternehmen
    wollen Brillen online verkaufen."
  • 7:32 - 7:34
    Sie verpassten den Erstanbietervorteil.
  • 7:34 - 7:37
    Ich bemerkte nicht,
    dass sie diese Zeit nutzten,
  • 7:37 - 7:39
    die Onlinebestellung der Brillen
  • 7:39 - 7:41
    kundenfreundlicher zu gestalten.
  • 7:41 - 7:44
    Der Erstanbietervorteil
    ist oft ein Irrtum.
  • 7:44 - 7:48
    Schauen Sie sich diese Studie
    zu über 50 Produktgruppen an.
  • 7:48 - 7:50
    Sie vergleicht Erstanbieter,
    die den Markt schufen,
  • 7:50 - 7:55
    mit Folgeanbietern,
    die das Produkt verbesserten.
  • 7:55 - 7:59
    Die Erstanbieter scheitern zu 47 %,
  • 7:59 - 8:03
    die Folgeanbieter nur zu 8 %.
  • 8:03 - 8:06
    Auch Facebook, das soziale Netzwerk,
  • 8:06 - 8:09
    folgte auf Myspace und Friendster.
  • 8:09 - 8:13
    Google kam erst Jahre
    nach Altavista und Yahoo.
  • 8:13 - 8:16
    Es ist viel leichter,
    Ideen anderer zu verbessern,
  • 8:16 - 8:19
    als etwas Neues zu erfinden.
  • 8:19 - 8:23
    Um originell zu sein,
    muss man nicht der Erste sein,
  • 8:23 - 8:26
    nur anders und besser.
  • 8:26 - 8:29
    Aber nicht nur deshalb
    war Warby Parker nichts für mich.
  • 8:29 - 8:32
    Sie hatten auch so viele Zweifel.
  • 8:32 - 8:34
    Sie hatten einen Plan B.
  • 8:34 - 8:37
    Deshalb zweifelte ich an ihrem Mut,
    "ein Original" zu sein.
  • 8:37 - 8:41
    Ich dachte nämlich,
    Originale sähen so aus:
  • 8:41 - 8:45
    [Wie sage ich das am besten ...
    ... ich bin einfach toll.]
  • 8:45 - 8:47
    (Lachen)
  • 8:47 - 8:48
    Auf den ersten Blick
  • 8:48 - 8:51
    scheinen viele Originale selbstbewusst,
  • 8:51 - 8:52
    aber tief im Inneren
  • 8:52 - 8:55
    sind sie genauso ängstlich
    und unsicher wie wir alle.
  • 8:55 - 8:57
    Sie gehen bloß anders damit um.
  • 8:57 - 9:00
    Für die meisten von uns
    sieht der kreative Prozess so aus:
  • 9:00 - 9:02
    [1. Das ist toll. 2. Schwierig. 3. Mist.
  • 9:02 - 9:06
    4. Ich bin mies.
    5. Könnte funktionieren. 6. Toll.]
  • 9:06 - 9:08
    (Lachen)
  • 9:08 - 9:12
    Meine Forschungen brachten
    zwei Arten des Zweifels zum Vorschein:
  • 9:12 - 9:14
    Selbstzweifel und Zweifel an der Idee.
  • 9:14 - 9:15
    Der Selbstzweifel lähmt.
  • 9:15 - 9:17
    Er bringt Sie zum Erstarren.
  • 9:17 - 9:18
    Zweifel an der Idee sind anregend.
  • 9:18 - 9:21
    Sie spornen zum Testen,
    Experimentieren, Verfeinern an.
  • 9:21 - 9:23
    So war das bei MLK .
  • 9:23 - 9:26
    Der Schlüssel zur Originalität
  • 9:26 - 9:28
    liegt ganz einfach darin,
  • 9:28 - 9:32
    den Sprung von drei auf vier auszulassen.
  • 9:32 - 9:33
    Statt zu sagen: "Ich bin mies",
  • 9:33 - 9:37
    sagt man: "Die ersten Entwürfe
    sind immer mies.
  • 9:37 - 9:39
    Ich muss noch daran arbeiten."
  • 9:39 - 9:41
    Aber wie kommt man dahin?
  • 9:41 - 9:42
    Es gibt einen Hinweis:
  • 9:42 - 9:45
    der Internetbrowser, den Sie benutzen.
  • 9:45 - 9:48
    Wir können Ihre berufliche
    Leistung und Hingabe
  • 9:48 - 9:51
    anhand Ihres Browsers vorhersagen.
  • 9:51 - 9:55
    Manchen hier werden die Ergebnisse
    dieser Studie nicht gefallen.
  • 9:55 - 9:56
    (Lachen)
  • 9:56 - 10:00
    Es gibt klare Anzeichen dafür,
    dass Firefox- und Chrome-Nutzer
  • 10:00 - 10:04
    deutlich mehr leisten als Nutzer von
    Internet Explorer und Safari.
  • 10:04 - 10:05
    Ja!
  • 10:05 - 10:07
    (Applaus)
  • 10:07 - 10:11
    Sie halten ihren Job übrigens
    auch um 15 % länger.
  • 10:11 - 10:13
    Warum? Es liegt nicht an der Technik.
  • 10:13 - 10:17
    Die vier Browsernutzer haben
    eine ähnliche Tippgeschwindigkeit
  • 10:17 - 10:20
    und besitzen ähnliche Computerkenntnisse.
  • 10:20 - 10:22
    Aber wie sind Sie zu dem Browser gekommen?
  • 10:22 - 10:24
    Internet Explorer oder Safari
  • 10:24 - 10:27
    sind auf Ihrem Computer vorinstalliert.
  • 10:27 - 10:31
    Damit wählen Sie die vorgegebene Option.
  • 10:31 - 10:34
    Wenn Sie Firefox oder Chrome nutzen,
    haben Sie den Standard angezweifelt
  • 10:34 - 10:37
    und nach einer anderen Option gesucht.
  • 10:37 - 10:40
    Sie waren etwas einfallsreicher
    in der Beschaffung.
  • 10:40 - 10:42
    Wenn Leute das hören,
    denken sie vielleicht,
  • 10:42 - 10:46
    sie bräuchten nur einen anderen Browser,
    um erfolgreicher zu werden.
  • 10:46 - 10:47
    (Lachen)
  • 10:47 - 10:49
    Nein, es geht darum,
  • 10:49 - 10:51
    von vornherein den Standard anzuzweifeln
  • 10:51 - 10:54
    und nach besseren Optionen zu suchen.
  • 10:54 - 10:55
    Wenn Sie das gut machen,
  • 10:55 - 10:59
    erleben Sie das Gegenteil des Déjà-Vu.
  • 10:59 - 11:02
    Man nennt es "Vuja De".
  • 11:02 - 11:05
    (Lachen)
  • 11:05 - 11:08
    Vuja De ist, wenn man etwas,
    das man schon oft gesehen hat,
  • 11:08 - 11:12
    plötzlich ganz anders betrachtet;
  • 11:12 - 11:15
    wie ein Drehbuchautor,
    der über ein halbes Jahrhundert
  • 11:15 - 11:18
    auf den Durchbruch
    seines Drehbuchs wartet.
  • 11:18 - 11:22
    In allen vorangegangenen Versionen
    war die Hauptfigur eine böse Königin.
  • 11:22 - 11:25
    Aber Jennifer Lee fragte sich,
    ob das sinnvoll ist.
  • 11:25 - 11:27
    Sie änderte den 1. Akt,
  • 11:27 - 11:30
    erfand den Bösewicht neu
    als gequälten Helden
  • 11:30 - 11:34
    und Frozen [Die Eiskönigin] wurde
    zum erfolgreichsten Animationsfilm.
  • 11:34 - 11:36
    Dahinter steckt eine simple Weisheit.
  • 11:36 - 11:39
    Wenn Sie an etwas zweifeln,
    bleiben Sie dran.
  • 11:39 - 11:42
    (Lachen)
  • 11:42 - 11:43
    Wie ist es mit der Angst?
  • 11:43 - 11:46
    Originale haben auch Angst.
  • 11:46 - 11:47
    Sie haben Versagensängste.
  • 11:47 - 11:50
    Aber etwas unterscheidet sie von uns.
  • 11:50 - 11:52
    Sie haben noch mehr Angst vorm Aufgeben.
  • 11:52 - 11:55
    Sie wissen, dass ein bankrottes
    Unternehmen Scheitern bedeutet,
  • 11:55 - 11:58
    aber auch, wenn man es
    gar nicht erst an den Start bringt.
  • 11:58 - 12:02
    Sie wissen, dass man schlussendlich
    nicht bereut, was man getan hat,
  • 12:02 - 12:04
    sondern was man nicht getan hat.
  • 12:04 - 12:07
    Die Dinge, für die wir uns
    eine zweite Chance wünschen,
  • 12:07 - 12:10
    sind erwiesenermaßen
    unsere nicht ergriffenen Chancen.
  • 12:10 - 12:13
    Elon Musk hat sich
    Teslas Erfolg nicht erwartet.
  • 12:13 - 12:16
    Er sah voraus, dass es
    die ersten SpaceX-Raketen
  • 12:16 - 12:20
    nicht in die Umlaufbahn oder gar
    den Rückweg schaffen würden,
  • 12:20 - 12:22
    aber man musste es probieren.
  • 12:22 - 12:25
    Viele von uns versuchen es nicht einmal,
  • 12:25 - 12:27
    unsere großen Ideen umzusetzen.
  • 12:27 - 12:29
    Aber ich habe gute Neuigkeiten.
  • 12:29 - 12:32
    Wir werden nicht an unseren
    schlechten Ideen gemessen.
  • 12:32 - 12:33
    Viele befürchten das.
  • 12:33 - 12:35
    Egal in welcher Branche,
  • 12:35 - 12:39
    fragt man Menschen nach ihren besten Ideen
    und ihren wichtigsten Vorschlägen,
  • 12:39 - 12:43
    dann haben 85 % von ihnen
    sie nicht ausgesprochen.
  • 12:43 - 12:47
    Sie haben Angst sich zu blamieren,
    als dumm dazustehen.
  • 12:47 - 12:48
    Aber wissen Sie was?
  • 12:48 - 12:53
    Originale haben viele schlechte Ideen,
    tonnenweise sogar.
  • 12:53 - 12:55
    Nehmen wir den Mann, der das hier erfand.
  • 12:55 - 12:58
    Stört es Sie, dass er
    eine sprechende Puppe erfand,
  • 12:58 - 13:02
    vor der sowohl Erwachsene
    als auch Kinder gruselte?
  • 13:02 - 13:06
    Nein. Sie feiern Thomas Edison
    als Erfinder der Glühbirne.
  • 13:06 - 13:09
    (Lachen)
  • 13:09 - 13:11
    Wohin Sie auch schauen,
  • 13:11 - 13:14
    die größten Originale sind jene,
    die am häufigsten scheitern,
  • 13:14 - 13:16
    denn sie probieren am meisten aus.
  • 13:16 - 13:19
    Klassische Komponisten etwa,
    die Besten der Besten --
  • 13:19 - 13:23
    Warum widmen Enzyklopädien
    einigen von ihnen so viele Seiten?
  • 13:23 - 13:26
    Warum werden die Werke einiger
    öfter aufgenommen als die anderer?
  • 13:26 - 13:27
    Ein guter Indikator
  • 13:27 - 13:31
    ist die schiere Menge an Werken,
    die sie erschaffen haben.
  • 13:31 - 13:34
    Je mehr produziert wird,
    desto größer ist die Auswahl
  • 13:34 - 13:38
    und umso höher die Chance,
    dass etwas Originelles darunter ist.
  • 13:38 - 13:42
    Selbst die drei Hauptfiguren der Klassik
    -- Bach, Beethoven, Mozart --
  • 13:42 - 13:46
    mussten hunderte von
    Kompositionen erstellen,
  • 13:46 - 13:50
    um wenige Meisterwerke zu erschaffen.
  • 13:50 - 13:52
    Sie fragen sich vielleicht,
  • 13:52 - 13:56
    wie dieser Typ so groß geworden ist,
    ohne viel dafür zu tun?
  • 13:56 - 13:59
    Keine Ahnung, wie Wagner das gemacht hat.
  • 13:59 - 14:02
    Die meisten von uns
    müssen mehr Ideen entwickeln,
  • 14:02 - 14:05
    um origineller zu werden.
  • 14:05 - 14:08
    Die Gründer von Warby Parker
    suchten für ihre Marke
  • 14:08 - 14:13
    nach einem eleganten, einzigartigen Namen,
    der nicht negativ belegt war.
  • 14:13 - 14:16
    Sie probierten über
    2 000 Möglichkeiten aus,
  • 14:16 - 14:20
    bevor sie sich letztendlich
    für Warby und Parker entschieden.
  • 14:20 - 14:23
    Schlussendlich sind Originale
  • 14:23 - 14:26
    also gar nicht so anders als wir.
  • 14:26 - 14:29
    Sie kennen Ängste und Zweifel.
    Sie schieben Dinge auf.
  • 14:29 - 14:31
    Sie haben schlechte Ideen.
  • 14:31 - 14:33
    Und kommt ihr Erfolg
  • 14:33 - 14:36
    nicht trotz dieser Eigenschaften,
    sondern gerade deswegen.
  • 14:36 - 14:39
    Machen Sie nicht denselben Fehler wie ich.
  • 14:39 - 14:41
    Schreiben Sie diese Leute nicht ab.
  • 14:41 - 14:43
    Und wenn Sie selbst so sind,
    geben Sie sich auch nicht auf.
  • 14:43 - 14:46
    Schnell anfangen und sich
    bei der Vollendung Zeit lassen
  • 14:46 - 14:48
    kann Ihre Kreativität steigern.
  • 14:48 - 14:51
    Zweifel an der Idee und die Angst,
    es nicht zu versuchen,
  • 14:51 - 14:53
    können Sie motivieren.
  • 14:53 - 14:57
    Viele schlechte Ideen sind notwendig,
    um einige gute zu entwickeln.
  • 14:57 - 14:59
    Ein Original zu sein ist nicht einfach.
  • 14:59 - 15:01
    Aber es besteht kein Zweifel:
  • 15:01 - 15:04
    Es ist der beste Weg, die Welt
    um uns herum zu verbessern.
  • 15:04 - 15:05
    Danke.
  • 15:05 - 15:09
    (Applaus)
Title:
Vordenker haben überraschende Gewohnheiten
Speaker:
Adam Grant
Description:

Wie kommen kreative Menschen zu ihren wunderbaren Ideen? Der Organisationspsychologe Adam Grant erforscht "Originale": Denker, die neue Ideen erträumen und etwas dafür tun, um sie Wirklichkeit werden zu lassen. In diesem Vortrag erfahren Sie drei unerwartete Gewohnheiten von "Originalen" kennen -- Scheitern mit eingeschlossen. "Die größten Originale sind jene, die am häufigsten scheitern, denn sie sind diejenigen, die am meisten ausprobieren", meint Grant. "Man braucht viele schlechte Ideen, um ein paar gute hervorzubringen."

more » « less
Video Language:
English
Team:
closed TED
Project:
TEDTalks
Duration:
15:25

German subtitles

Revisions Compare revisions