Vordenker haben überraschende Gewohnheiten
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0:01 - 0:06Vor sieben Jahren bat mich ein Student,
in seine Firma zu investieren. -
0:06 - 0:08Er: "Ich arbeite mit drei Freunden daran,
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0:08 - 0:12eine Branche mit Online-Handel
zu revolutionieren." -
0:12 - 0:15Ich: "Sie waren also den ganzen
Sommer damit beschäftigt?" -
0:15 - 0:18"Nein, wir absolvierten
alle ein Praktikum als Plan B." -
0:18 - 0:22"Aber nach dem Studium
geben Sie im Projekt Vollgas?" -
0:22 - 0:26"Nicht wirklich. Wir haben uns
zur Sicherheit Jobs gesucht." -
0:26 - 0:27Sechs Monate später,
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0:27 - 0:29am Tag vor der Firmeneröffnung,
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0:29 - 0:31gab es noch keine
funktionierende Website. -
0:31 - 0:34Ich: "Die Firma besteht
nur aus dieser Website. -
0:34 - 0:37Das ist alles, was sie ist!"
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0:37 - 0:41Selbstverständlich
habe ich nicht investiert. -
0:42 - 0:44Schließlich nannten sie
die Firma Warby Parker. -
0:44 - 0:46(Lachen)
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0:46 - 0:48Sie verkaufen Brillen online.
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0:48 - 0:52Erst kürzlich wurden sie zur
innovativsten Firma der Welt gekürt -
0:52 - 0:54und auf über 1 Milliarde Dollar geschätzt.
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0:54 - 0:58Und jetzt regelt meine Frau
unsere Finanzen. -
0:58 - 0:59(Lachen)
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0:59 - 1:01Wie konnte ich mich so irren?
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1:01 - 1:05Ich habe mich mit Menschen befasst,
die ich "Originale" nenne. -
1:05 - 1:07Originale sind unangepasst;
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1:07 - 1:09Menschen, die nicht nur neue Ideen haben,
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1:09 - 1:12sondern auch etwas dafür tun;
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1:12 - 1:15Menschen, die sich abheben
und ihre Ansicht äußern. -
1:15 - 1:17Originale sind die Treiber
von Kreativität und Wandel; -
1:17 - 1:20die Menschen, auf die man setzen sollte.
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1:20 - 1:23Und sie sind ganz anders,
als ich es erwartet hätte. -
1:23 - 1:25Ich möchte Ihnen heute drei Wege zeigen,
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1:25 - 1:27wie man Originale erkennt
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1:27 - 1:30und ihnen etwas ähnlicher wird.
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1:30 - 1:34Ich ignorierte Warby Parker vor allem,
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1:34 - 1:37weil sie so langsam in die Gänge kamen.
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1:37 - 1:41Sie alle kennen Aufschieber.
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1:43 - 1:48Zugegeben, ich bin das Gegenteil.
Ich bin ein Anschieber. -
1:48 - 1:49Ja, das bin ich.
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1:49 - 1:52Diese Panik vor einer
wichtigen Abgabefrist, -
1:52 - 1:55wenn man noch gar nichts gemacht hat,
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1:55 - 1:57die bekomme ich auch,
nur ein paar Monate früher. -
1:57 - 2:00(Lachen)
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2:00 - 2:07Schon als Kind nahm ich
Nintendo-Spiele sehr ernst. -
2:07 - 2:09Ich wachte um 5 Uhr morgens auf
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2:09 - 2:12und spielte solange, bis ich gewann.
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2:12 - 2:16Letztlich ging es so weit,
dass die lokale Presse -
2:16 - 2:20mich als Beispiel für die Schattenseite
von Nintendo-Spielen vorführte. -
2:20 - 2:23(Lachen)
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2:23 - 2:26(Applaus)
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2:29 - 2:32Seitdem habe ich einige Haare gelassen.
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2:32 - 2:37(Lachen)
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2:37 - 2:40Im College kam mir das zu Gute,
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2:40 - 2:45denn ich hatte meine Diplomarbeit
vier Monate vor der Abgabefrist fertig. -
2:46 - 2:50Bis vor wenigen Jahren
war ich darauf auch stolz. -
2:50 - 2:54Da meinte eine meiner Studentinnen, Jihae:
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2:54 - 2:57"Ich habe die kreativsten Ideen,
wenn ich etwas aufschiebe." -
2:57 - 3:01Ich darauf: "Nett, und wo sind
Ihre vier ausständigen Arbeiten?" -
3:01 - 3:02(Lachen)
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3:02 - 3:04Sie war eine der kreativsten Studentinnen.
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3:04 - 3:08Als Organisationspsychologe
teste ich genau solche Überlegungen. -
3:08 - 3:10Ich forderte sie auf, Daten zu sammeln.
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3:10 - 3:12Sie ging in ein paar Unternehmen.
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3:12 - 3:15Sie fragte die Mitarbeiter,
wie oft sie etwas aufschieben. -
3:15 - 3:19Dann fragte sie deren Vorgesetzte,
wie kreativ und innovativ jeder sei. -
3:19 - 3:22Tatsächlich wurden Anschieber wie ich,
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3:22 - 3:24die alles schnell erledigen,
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3:24 - 3:26als weniger kreativ eingeschätzt
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3:26 - 3:28als gemäßigte Aufschieber.
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3:28 - 3:32Wie ist das bei chronischen Aufschiebern?
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3:32 - 3:35Sie konnte es nicht sagen.
Deren Bögen waren nicht ausgefüllt. -
3:35 - 3:37(Lachen)
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3:37 - 3:40Nein, hier sind unsere Ergebnisse.
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3:40 - 3:44Jene, die bis zur letzten Minute warten,
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3:44 - 3:49trödeln so lange herum,
dass sie keine neuen Ideen erzeugen. -
3:49 - 3:52Menschen dagegen, die losstürmen,
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3:52 - 3:57haben auch keine originellen Ideen,
weil sie so wahnsinnig nervös sind. -
3:57 - 4:02Originale finden anscheinend
den optimalen Zeitpunkt. -
4:02 - 4:04Warum ist das so?
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4:04 - 4:06Vielleicht haben Originale
nur schlechte Angewohnheiten. -
4:06 - 4:10Vielleicht hängen Kreativität
und Aufschieberei gar nicht zusammen. -
4:10 - 4:13Um das herauszufinden,
entwarfen wir einige Experimente. -
4:13 - 4:16Die Versuchspersonen sollten
neue Geschäftsideen entwickeln, -
4:16 - 4:18die unabhängige Leser dann
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4:18 - 4:21auf Kreativität und Nutzen prüften.
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4:21 - 4:25Eine zufällig ausgewählte Gruppe
sollte die Aufgabe sofort erledigen. -
4:25 - 4:27Die anderen sollten sie aufschieben.
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4:27 - 4:30Dafür lockten wir sie
mit dem Minesweeper-Spiel, -
4:30 - 4:32entweder fünf oder zehn Minuten lang.
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4:32 - 4:35Gemäßigte Aufschieber
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4:35 - 4:40waren 16 % kreativer
als die anderen zwei Gruppen. -
4:40 - 4:43Minesweeper ist toll,
aber nicht Auslöser des Effekts. -
4:43 - 4:46Spielt man es, bevor man
etwas über die Aufgabe erfährt, -
4:46 - 4:48gibt es keinen Kreativitätsschub.
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4:48 - 4:51Nur wenn man weiß,
dass man an einer Aufgabe arbeitet, -
4:51 - 4:53und sie dann aufschiebt,
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4:53 - 4:55während sie im Hinterkopf noch aktiv ist,
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4:56 - 4:57beginnt die Kreativität.
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4:57 - 5:01Das Aufschieben ermöglicht es uns,
verschiedene Aspekte zu betrachten, -
5:01 - 5:05nicht-linear zu denken und
unerwartete Sprünge zu vollziehen. -
5:05 - 5:07Als diese Experimente zum Abschluss kamen,
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5:07 - 5:09begann ich mit meinem Buch über Originale.
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5:09 - 5:14Für mich war es der perfekte Zeitpunkt,
mir selbst das Aufschieben beizubringen, -
5:14 - 5:17während ich ein Kapitel
über das Aufschieben schrieb. -
5:17 - 5:20Ich wurde ein Meta-Aufschieber.
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5:20 - 5:23Wie jeder Anschieber,
der etwas auf sich hält, -
5:23 - 5:25wachte ich früh am nächsten Morgen auf
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5:25 - 5:28und erstellte eine To-do-Liste
für die Aufschieberei. -
5:28 - 5:31(Lachen)
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5:31 - 5:35Dann arbeitete ich fleißig daran,
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5:35 - 5:39mein Ziel nicht zu erreichen.
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5:40 - 5:42Ich begann mit meinem Aufschiebekapitel
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5:42 - 5:45und eines Tages
-- da war ich halb fertig -- -
5:45 - 5:47ließ ich es buchstäblich
mitten im Satz liegen, -
5:47 - 5:48und das monatelang.
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5:48 - 5:51Das war eine Qual.
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5:51 - 5:55Aber als ich es wieder aufgriff,
hatte ich ganz viele neue Ideen. -
5:55 - 5:56Aaron Sorkin würde sagen:
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5:56 - 6:00"Sie nennen es Aufschieberitis,
ich nenne es Denken." -
6:00 - 6:02Im Laufe der Zeit fand ich heraus,
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6:02 - 6:06dass viele große Originale
der Geschichte Aufschieber waren. -
6:06 - 6:07Nehmen wir Leonardo Da Vinci.
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6:07 - 6:11Er arbeitete 16 Jahre lang
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6:11 - 6:13an der Mona Lisa.
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6:13 - 6:14Er fühlte sich wie ein Versager.
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6:14 - 6:18Das schrieb er in sein Tagebuch.
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6:18 - 6:21Aber einige seiner Umwege in der Optik
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6:21 - 6:23veränderten seine Art, Licht abzubilden,
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6:23 - 6:26und machten einen besseren Maler aus ihm.
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6:26 - 6:28Wie steht es mit Martin Luther King, Jr.?
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6:28 - 6:31In der Nacht vor der Rede seines Lebens,
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6:31 - 6:32dem Marsch auf Washington,
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6:32 - 6:35bastelte er noch bis 3 Uhr früh daran.
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6:35 - 6:38Als er im Publikum
auf seinen Auftritt wartete, -
6:38 - 6:43kritzelte er noch immer
auf seinem Manuskript herum. -
6:43 - 6:45Nach 11 Minuten auf der Bühne
-
6:45 - 6:47ließ er die vorbereiteten Notizen liegen
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6:47 - 6:50und sprach vier Worte,
die Geschichte schrieben: -
6:50 - 6:52"Ich habe einen Traum."
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6:52 - 6:55Das stand nicht im Manuskript.
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6:55 - 7:00Da er bis zur letzten
Minute an seiner Rede feilte, -
7:00 - 7:04blieb er für eine breite Palette
an möglichen Ideen offen. -
7:04 - 7:06Da nichts in Stein gemeißelt war,
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7:06 - 7:09hatte er Raum für Improvisation.
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7:09 - 7:12Aufschieberei ist ein Laster,
wenn es um Produktivität geht, -
7:12 - 7:15aber in Bezug auf Kreativität
kann sie eine Tugend sein. -
7:15 - 7:19Viele große Originale
fangen sehr schnell etwas an, -
7:19 - 7:21lassen sich dann aber viel Zeit.
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7:21 - 7:24Das entging mir damals bei Warby Parker.
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7:24 - 7:26Als sie ihr Projekt damals
sechs Monate hinauszögerten, -
7:26 - 7:28sagte ich ihnen:
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7:28 - 7:32"Viele andere Unternehmen
wollen Brillen online verkaufen." -
7:32 - 7:34Sie verpassten den Erstanbietervorteil.
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7:34 - 7:37Ich bemerkte nicht,
dass sie diese Zeit nutzten, -
7:37 - 7:39die Onlinebestellung der Brillen
-
7:39 - 7:41kundenfreundlicher zu gestalten.
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7:41 - 7:44Der Erstanbietervorteil
ist oft ein Irrtum. -
7:44 - 7:48Schauen Sie sich diese Studie
zu über 50 Produktgruppen an. -
7:48 - 7:50Sie vergleicht Erstanbieter,
die den Markt schufen, -
7:50 - 7:55mit Folgeanbietern,
die das Produkt verbesserten. -
7:55 - 7:59Die Erstanbieter scheitern zu 47 %,
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7:59 - 8:03die Folgeanbieter nur zu 8 %.
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8:03 - 8:06Auch Facebook, das soziale Netzwerk,
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8:06 - 8:09folgte auf Myspace und Friendster.
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8:09 - 8:13Google kam erst Jahre
nach Altavista und Yahoo. -
8:13 - 8:16Es ist viel leichter,
Ideen anderer zu verbessern, -
8:16 - 8:19als etwas Neues zu erfinden.
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8:19 - 8:23Um originell zu sein,
muss man nicht der Erste sein, -
8:23 - 8:26nur anders und besser.
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8:26 - 8:29Aber nicht nur deshalb
war Warby Parker nichts für mich. -
8:29 - 8:32Sie hatten auch so viele Zweifel.
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8:32 - 8:34Sie hatten einen Plan B.
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8:34 - 8:37Deshalb zweifelte ich an ihrem Mut,
"ein Original" zu sein. -
8:37 - 8:41Ich dachte nämlich,
Originale sähen so aus: -
8:41 - 8:45[Wie sage ich das am besten ...
... ich bin einfach toll.] -
8:45 - 8:47(Lachen)
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8:47 - 8:48Auf den ersten Blick
-
8:48 - 8:51scheinen viele Originale selbstbewusst,
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8:51 - 8:52aber tief im Inneren
-
8:52 - 8:55sind sie genauso ängstlich
und unsicher wie wir alle. -
8:55 - 8:57Sie gehen bloß anders damit um.
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8:57 - 9:00Für die meisten von uns
sieht der kreative Prozess so aus: -
9:00 - 9:02[1. Das ist toll. 2. Schwierig. 3. Mist.
-
9:02 - 9:064. Ich bin mies.
5. Könnte funktionieren. 6. Toll.] -
9:06 - 9:08(Lachen)
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9:08 - 9:12Meine Forschungen brachten
zwei Arten des Zweifels zum Vorschein: -
9:12 - 9:14Selbstzweifel und Zweifel an der Idee.
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9:14 - 9:15Der Selbstzweifel lähmt.
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9:15 - 9:17Er bringt Sie zum Erstarren.
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9:17 - 9:18Zweifel an der Idee sind anregend.
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9:18 - 9:21Sie spornen zum Testen,
Experimentieren, Verfeinern an. -
9:21 - 9:23So war das bei MLK .
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9:23 - 9:26Der Schlüssel zur Originalität
-
9:26 - 9:28liegt ganz einfach darin,
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9:28 - 9:32den Sprung von drei auf vier auszulassen.
-
9:32 - 9:33Statt zu sagen: "Ich bin mies",
-
9:33 - 9:37sagt man: "Die ersten Entwürfe
sind immer mies. -
9:37 - 9:39Ich muss noch daran arbeiten."
-
9:39 - 9:41Aber wie kommt man dahin?
-
9:41 - 9:42Es gibt einen Hinweis:
-
9:42 - 9:45der Internetbrowser, den Sie benutzen.
-
9:45 - 9:48Wir können Ihre berufliche
Leistung und Hingabe -
9:48 - 9:51anhand Ihres Browsers vorhersagen.
-
9:51 - 9:55Manchen hier werden die Ergebnisse
dieser Studie nicht gefallen. -
9:55 - 9:56(Lachen)
-
9:56 - 10:00Es gibt klare Anzeichen dafür,
dass Firefox- und Chrome-Nutzer -
10:00 - 10:04deutlich mehr leisten als Nutzer von
Internet Explorer und Safari. -
10:04 - 10:05Ja!
-
10:05 - 10:07(Applaus)
-
10:07 - 10:11Sie halten ihren Job übrigens
auch um 15 % länger. -
10:11 - 10:13Warum? Es liegt nicht an der Technik.
-
10:13 - 10:17Die vier Browsernutzer haben
eine ähnliche Tippgeschwindigkeit -
10:17 - 10:20und besitzen ähnliche Computerkenntnisse.
-
10:20 - 10:22Aber wie sind Sie zu dem Browser gekommen?
-
10:22 - 10:24Internet Explorer oder Safari
-
10:24 - 10:27sind auf Ihrem Computer vorinstalliert.
-
10:27 - 10:31Damit wählen Sie die vorgegebene Option.
-
10:31 - 10:34Wenn Sie Firefox oder Chrome nutzen,
haben Sie den Standard angezweifelt -
10:34 - 10:37und nach einer anderen Option gesucht.
-
10:37 - 10:40Sie waren etwas einfallsreicher
in der Beschaffung. -
10:40 - 10:42Wenn Leute das hören,
denken sie vielleicht, -
10:42 - 10:46sie bräuchten nur einen anderen Browser,
um erfolgreicher zu werden. -
10:46 - 10:47(Lachen)
-
10:47 - 10:49Nein, es geht darum,
-
10:49 - 10:51von vornherein den Standard anzuzweifeln
-
10:51 - 10:54und nach besseren Optionen zu suchen.
-
10:54 - 10:55Wenn Sie das gut machen,
-
10:55 - 10:59erleben Sie das Gegenteil des Déjà-Vu.
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10:59 - 11:02Man nennt es "Vuja De".
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11:02 - 11:05(Lachen)
-
11:05 - 11:08Vuja De ist, wenn man etwas,
das man schon oft gesehen hat, -
11:08 - 11:12plötzlich ganz anders betrachtet;
-
11:12 - 11:15wie ein Drehbuchautor,
der über ein halbes Jahrhundert -
11:15 - 11:18auf den Durchbruch
seines Drehbuchs wartet. -
11:18 - 11:22In allen vorangegangenen Versionen
war die Hauptfigur eine böse Königin. -
11:22 - 11:25Aber Jennifer Lee fragte sich,
ob das sinnvoll ist. -
11:25 - 11:27Sie änderte den 1. Akt,
-
11:27 - 11:30erfand den Bösewicht neu
als gequälten Helden -
11:30 - 11:34und Frozen [Die Eiskönigin] wurde
zum erfolgreichsten Animationsfilm. -
11:34 - 11:36Dahinter steckt eine simple Weisheit.
-
11:36 - 11:39Wenn Sie an etwas zweifeln,
bleiben Sie dran. -
11:39 - 11:42(Lachen)
-
11:42 - 11:43Wie ist es mit der Angst?
-
11:43 - 11:46Originale haben auch Angst.
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11:46 - 11:47Sie haben Versagensängste.
-
11:47 - 11:50Aber etwas unterscheidet sie von uns.
-
11:50 - 11:52Sie haben noch mehr Angst vorm Aufgeben.
-
11:52 - 11:55Sie wissen, dass ein bankrottes
Unternehmen Scheitern bedeutet, -
11:55 - 11:58aber auch, wenn man es
gar nicht erst an den Start bringt. -
11:58 - 12:02Sie wissen, dass man schlussendlich
nicht bereut, was man getan hat, -
12:02 - 12:04sondern was man nicht getan hat.
-
12:04 - 12:07Die Dinge, für die wir uns
eine zweite Chance wünschen, -
12:07 - 12:10sind erwiesenermaßen
unsere nicht ergriffenen Chancen. -
12:10 - 12:13Elon Musk hat sich
Teslas Erfolg nicht erwartet. -
12:13 - 12:16Er sah voraus, dass es
die ersten SpaceX-Raketen -
12:16 - 12:20nicht in die Umlaufbahn oder gar
den Rückweg schaffen würden, -
12:20 - 12:22aber man musste es probieren.
-
12:22 - 12:25Viele von uns versuchen es nicht einmal,
-
12:25 - 12:27unsere großen Ideen umzusetzen.
-
12:27 - 12:29Aber ich habe gute Neuigkeiten.
-
12:29 - 12:32Wir werden nicht an unseren
schlechten Ideen gemessen. -
12:32 - 12:33Viele befürchten das.
-
12:33 - 12:35Egal in welcher Branche,
-
12:35 - 12:39fragt man Menschen nach ihren besten Ideen
und ihren wichtigsten Vorschlägen, -
12:39 - 12:43dann haben 85 % von ihnen
sie nicht ausgesprochen. -
12:43 - 12:47Sie haben Angst sich zu blamieren,
als dumm dazustehen. -
12:47 - 12:48Aber wissen Sie was?
-
12:48 - 12:53Originale haben viele schlechte Ideen,
tonnenweise sogar. -
12:53 - 12:55Nehmen wir den Mann, der das hier erfand.
-
12:55 - 12:58Stört es Sie, dass er
eine sprechende Puppe erfand, -
12:58 - 13:02vor der sowohl Erwachsene
als auch Kinder gruselte? -
13:02 - 13:06Nein. Sie feiern Thomas Edison
als Erfinder der Glühbirne. -
13:06 - 13:09(Lachen)
-
13:09 - 13:11Wohin Sie auch schauen,
-
13:11 - 13:14die größten Originale sind jene,
die am häufigsten scheitern, -
13:14 - 13:16denn sie probieren am meisten aus.
-
13:16 - 13:19Klassische Komponisten etwa,
die Besten der Besten -- -
13:19 - 13:23Warum widmen Enzyklopädien
einigen von ihnen so viele Seiten? -
13:23 - 13:26Warum werden die Werke einiger
öfter aufgenommen als die anderer? -
13:26 - 13:27Ein guter Indikator
-
13:27 - 13:31ist die schiere Menge an Werken,
die sie erschaffen haben. -
13:31 - 13:34Je mehr produziert wird,
desto größer ist die Auswahl -
13:34 - 13:38und umso höher die Chance,
dass etwas Originelles darunter ist. -
13:38 - 13:42Selbst die drei Hauptfiguren der Klassik
-- Bach, Beethoven, Mozart -- -
13:42 - 13:46mussten hunderte von
Kompositionen erstellen, -
13:46 - 13:50um wenige Meisterwerke zu erschaffen.
-
13:50 - 13:52Sie fragen sich vielleicht,
-
13:52 - 13:56wie dieser Typ so groß geworden ist,
ohne viel dafür zu tun? -
13:56 - 13:59Keine Ahnung, wie Wagner das gemacht hat.
-
13:59 - 14:02Die meisten von uns
müssen mehr Ideen entwickeln, -
14:02 - 14:05um origineller zu werden.
-
14:05 - 14:08Die Gründer von Warby Parker
suchten für ihre Marke -
14:08 - 14:13nach einem eleganten, einzigartigen Namen,
der nicht negativ belegt war. -
14:13 - 14:16Sie probierten über
2 000 Möglichkeiten aus, -
14:16 - 14:20bevor sie sich letztendlich
für Warby und Parker entschieden. -
14:20 - 14:23Schlussendlich sind Originale
-
14:23 - 14:26also gar nicht so anders als wir.
-
14:26 - 14:29Sie kennen Ängste und Zweifel.
Sie schieben Dinge auf. -
14:29 - 14:31Sie haben schlechte Ideen.
-
14:31 - 14:33Und kommt ihr Erfolg
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14:33 - 14:36nicht trotz dieser Eigenschaften,
sondern gerade deswegen. -
14:36 - 14:39Machen Sie nicht denselben Fehler wie ich.
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14:39 - 14:41Schreiben Sie diese Leute nicht ab.
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14:41 - 14:43Und wenn Sie selbst so sind,
geben Sie sich auch nicht auf. -
14:43 - 14:46Schnell anfangen und sich
bei der Vollendung Zeit lassen -
14:46 - 14:48kann Ihre Kreativität steigern.
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14:48 - 14:51Zweifel an der Idee und die Angst,
es nicht zu versuchen, -
14:51 - 14:53können Sie motivieren.
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14:53 - 14:57Viele schlechte Ideen sind notwendig,
um einige gute zu entwickeln. -
14:57 - 14:59Ein Original zu sein ist nicht einfach.
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14:59 - 15:01Aber es besteht kein Zweifel:
-
15:01 - 15:04Es ist der beste Weg, die Welt
um uns herum zu verbessern. -
15:04 - 15:05Danke.
-
15:05 - 15:09(Applaus)
- Title:
- Vordenker haben überraschende Gewohnheiten
- Speaker:
- Adam Grant
- Description:
-
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Wie kommen kreative Menschen zu ihren wunderbaren Ideen? Der Organisationspsychologe Adam Grant erforscht "Originale": Denker, die neue Ideen erträumen und etwas dafür tun, um sie Wirklichkeit werden zu lassen. In diesem Vortrag erfahren Sie drei unerwartete Gewohnheiten von "Originalen" kennen -- Scheitern mit eingeschlossen. "Die größten Originale sind jene, die am häufigsten scheitern, denn sie sind diejenigen, die am meisten ausprobieren", meint Grant. "Man braucht viele schlechte Ideen, um ein paar gute hervorzubringen."
- Video Language:
- English
- Team:
closed TED
- Project:
- TEDTalks
- Duration:
- 15:25
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Patricia Calderón Koch accepted German subtitles for The surprising habits of original thinkers | |
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