-
Niemand tanzt so anmutig wie ich.
-
So ist es am besten.
-
Oder lieber hier?
-
So sehe ich vornehmer aus.
-
Vor dieser Kunst und Schönheit
muss sich alles neigen.
-
Es war einmal ein König,
-
der nicht mehr allein sein wollte.
-
Er suchte und er fand,
-
doch drei wollten ihn heiraten.
-
Was tun?
-
Prunk und Schönheit verachtete er.
-
Schließlich wählte er
-
Unschuld,
-
Unschuld und ein gutes Herz.
-
Aschenbrödel, hör doch auf
mit dem alten Lied!
-
Ich sitze hier am Kamin.
-
Lasst mich singen.
-
Es war einmal ein König...
-
- Es war einmal...
- Und so weiter.
-
Hörst du jetzt wohl auf?
-
Sonst kriegst du...
-
Es war einmal...
-
Wer mag das sein?
-
Wer mag das sein?
-
Habt Erbarmen.
-
Ein Bettler. Scher dich fort.
-
Hier, nehmt.
-
Ein kleines Frühstück.
-
Vielleicht belohnt euch der Himmel,
-
noch ehe der Tag zu Ende ist.
-
Keine tut es mir gleich,
die Männer zu betören.
-
Ich kann den Jammer nicht ansehen.
Welch ein schreckliches Los!
-
Noch immer hier?
-
Und Brot und Kaffee?
-
Nimm deinen Lohn!
-
- Ach, wer hilft mir?
- Haltet ein, ich bitte!
-
Liebe Töchter des Don Magnifico,
Prinz Ramiro kommt hierher.
-
Er bringt euch in seinen Palast.
-
Es wird gesungen und getanzt.
-
Und die schönste Dame
-
wird seine teure Braut.
-
Und der Prinz?
-
Er kommt hierher.
-
Und die schönste Dame?
-
Wird er erwählen.
-
Aschenbrödel, komm her.
-
Meine Schuhe, meinen Hut.
-
Aschenbrödel, komm her.
-
Meinen Fächer, meinen Schmuck.
-
Aschenbrödel, hierher,
Aschenbrödel, dorthin.
-
Aschenbrödel, geh hinauf,
Aschenbrödel, komm herunter.
-
Wie ihr mich plagt!
Sie wollen mich umbringen.
-
Gewiss kann Don Ramiro
mir nicht widerstehen.
-
Er kann mir nicht widerstehen.
-
Es ist um sie geschehen.
Ich platze fast vor Lachen.
-
Aschenbrödel, hol unsere Bänder
und unsere Mäntel.
-
- Die Salben und Pomaden.
- Meine Diamanten.
-
Hört mich an, Schwestern...
-
Wie, Schwestern? Sei nicht so frech.
-
Was unterstehst du dich?
-
Ich muss stets neue Launen dulden.
-
Wir müssen uns beeilen.
-
Wir müssen es dem Vater berichten.
-
Ich will die Erste sein,
die es ihm meldet.
-
Verzeih, ich bin die Ältere.
-
- Nein, ich will es ihm sagen.
- Es ist mein gutes Recht.
-
Ich will ihn wecken,
du kannst mir folgen.
-
Du kriegst mich nicht herum.
-
Da kommt er schon.
-
Ihr, die ihr euch meine Töchter nennt,
-
ich habe euch satt!
-
Ich hatte einen herrlichen Traum
-
und ihr kamt und störtet ihn.
-
Jetzt schämen sie sich.
-
Richtige Baronessen!
-
Seid still und gebt gut Acht.
-
Überlegt, was der Traum bedeutet.
-
Teils war er konfus, teils klar.
Ich träumte von einem schönen Esel.
-
Er war sehr würdevoll.
-
Plötzlich geschah ein Wunder.
-
Hunderte Federn wuchsen ihm
aus den Schultern,
-
und er flug davon.
-
Er setzte sich auf einen Kirchturm
als wäre er auf einem Thron.
-
Und drunten begannen
-
die Glocken zu läuten.
-
Plötzlich weckte mich
euer Geschnatter auf.
-
Den Sinn dieses wirren Traumes
-
will ich euch erklären.
-
Das Glockengeläute
bedeutet Freude in meinem Haus.
-
Die Federn seid ihr selber.
-
Der Flug besagt den Aufstieg
in der Welt.
-
Und der Esel, der bin ich.
-
Wer euch ansieht, erkennt,
dass euer Vater der Esel ist.
-
Ihr werdet beide die Mütter
von Prinzen sein.
-
Und der Opa wird ein Dutzend
Enkelkinder umarmen.
-
Hier ein kleiner König,
euch zu Diensten.
-
Dort noch ein kleiner König,
euch zu Diensten.
-
Und alles gereicht mir zur Ehre.
-
- Ihr müsst wissen, dass...
- Prinz Ramiro...
-
...der sich vor drei Tagen...
-
...eine halbe Meile
von hier ansiedelte...
-
...sich eine Frau nehmen will.
-
Er hat uns eingeladen.
-
- Und alsbald...
- ...kommt er uns holen.
-
Und wird die Schönste erwählen.
-
Zwar kenne ich
den Prinzen nicht, aber...
-
Er wird wählen... Er lädt euch ein...
Zur Frau... Die Schönste!
-
Mir schwinden die Sinne.
-
Aschenbrödel, meinen Kaffee.
-
Töchter, die Hälfte des Hauses
ist schon eingefallen,
-
die andere Hälfte
steht nicht mehr lange.
-
Wir müssen es stützen.
-
Jetzt heißt es gewitzt sein.
-
Sprecht gebildet.
-
Zieht eure schönsten Kleider an.
-
Es geht um ein Fürstentum.
-
Menschenleer.
-
Ist niemand hier?
-
Keine Antwort.
-
Verkleidet will ich mir
die Damen ansehen.
-
Kommt denn niemand?
-
Und doch sagte der weise Alidoro,
-
hier sei eine Kluge, Schöne,
die würdig ist, dass ich sie heirate.
-
Heiraten, ohne Liebe!
-
Grausames Geschick,
das mir diese schwere Wahl auferlegt.
-
Ich will suchen.
-
Wir wollen sehen.
-
Es war einmal ein König...
-
Ach! Da liegt es.
-
Was ist los?
-
Wie mein Herz klopft.
-
Bin ich ein Ungeheuer?
-
Ja.
-
Nein, mein Herr.
-
Ich weiß nicht, was es war,
das in ihren Augen strahlte.
-
Warum schlägt mein Herz so stark?
-
Ich möchte es ihr sagen,
doch ich wage es nicht.
-
Ich möchte es ihm sagen,
und doch schweige ich.
-
Wie ansprechend ist ihr Gesicht!
-
Wie ansprechend ist sein Gesicht!
-
Wie hold ist dies Lächeln!
-
Es dringt mir ins Herz
und gibt mir Hoffnung.
-
Ich suche die Töchter des Barons.
-
Wo sind sie?
-
Ich sehe sie nirgends.
-
Sie sind in den anderen Räumen.
-
Sie kommen gleich.
-
Hoffnung, lebe wohl.
-
Und wer seid Ihr?
-
Ich weiß es gar nicht.
-
- Ihr wisst es nicht?
- Eigentlich nicht.
-
Mein Vater ist nicht mein Vater,
also sind meine Schwestern...
-
Meine Mutter war Witwe,
aber sie war auch ihre Mutter...
-
Mein hochmütiger Vater...
-
Er ist nicht mein Vater,
also sind meine Schwestern...
-
Meine Mutter war Witwe...
-
Ich bin ganz verwirrt.
-
Verzeiht, dass ich so einfältig bin.
-
Ihre Einfalt entzückt mich.
-
Aschenbrödel,
-
komm her.
-
Was ist dieses Geschrei?
-
Von wo der Wind auch bläst,
-
habe ich keine Ruhe.
Ich muss alles tun.
-
Ihre Stimme, ihr Antlitz
sind nicht von dieser Welt.
-
Ich bin ganz betört,
ich bin außer mir.
-
Lebt wohl, mein Herr.
-
- Aschenbrödel!
- Ich komme schon.
-
- Aber mein Herz bleibt hier.
- Diese Unschuld! Diese Reinheit!
-
Sie hat mein Herz gestohlen,
es gehört nicht mehr mir.
-
Wieso dieses reizende Gesicht
in diesen Lumpen?
-
Don Magnifico ist noch immer
nicht hier.
-
Ich will die Ankunft
des falschen Prinzen melden.
-
Es war ein guter Rat,
den Kammerdiener zu spielen.
-
So kann ich die Herzen
der Mädchen erforschen.
-
Während Dandini sich
als Prinz ausgibt...
-
Ich bitte tausendmal um Verzeihung.
-
Seine Hoheit, der Prinz?
-
- Er kommt sogleich.
- Wann?
-
In drei Minuten.
-
Sputet euch, Töchter!
-
Ich will ihnen Beine machen.
-
Am Spiegel ist ein Jahrhundert
wie eine Minute.
-
So ein Lärm!
-
Gewiss, es ist Dandini.
-
Mach rasch, wähle deine Braut.
-
Die Zeit entflieht.
-
Sonst muss der edle Stamm aussterben.
-
Wie die Biene im April froh flattert
-
von der Lilie zur Rose,
um eine süße Blume für sich zu finden,
-
so eile ich von einer Schönen
zur anderen.
-
Ich habe viele gesehen,
-
doch nirgends finde ich Verstand,
ein hübsches Gesicht,
-
einen Leckerbissen, der mir zusagt.
-
Prinz...
-
Hoheit...
-
Eine hohe Ehre!
-
Ein Sturzregen von Ehren!
-
Nicht der Rede wert.
-
Wie reizend, wie anmutig!
-
Ist es recht so?
-
Der ganze Papa.
-
Sieh dich vor, du Narr!
-
Ich bitte, senkt eure Augen.
-
Sie nehmen mir den Verstand.
-
Das Feuer einer doppelläufigen Kanone
-
hat schon eine Bresche geschlagen.
-
Diese Komödie nimmt ein böses Ende.
-
Er sieht mich an und seufzt,
er ist schon mein Sklave.
-
- Dummkopf!
- Danke.
-
Wirklich reizend!
-
Entzückender Mund, schöne Augen!
-
Ihr seid das achte
-
und neunte Weltwunder.
-
Wie der Vater, so die Töchter.
-
Danke!
-
Hoheit, Ihr seid zu gütig!
-
Echte Etruskerinnen!
-
- Ist es so recht?
- Du gehst ein bisschen zu weit.
-
Ich spiele den großen Herrn,
da muss ich hoch zielen.
-
Der darf euch nicht entgehen.
-
Um zu erläutern, was ich
noch gar nicht gesagt habe,
-
als ich nach langer Reise heimkehrte,
-
fand ich meinen Vater
-
auf dem Totenbett.
-
Er befahl mir,
-
zu heiraten, sonst würde ich enterbt.
-
Also habe ich alle Nachbarn eingeladen,
-
um einen Leckerbissen zu finden.
-
So ist es, jetzt muss ich Atem schöpfen.
-
Welche Beredsamkeit!
-
Welche Eleganz!
-
Aber die andere blickt mich an.
-
Da ist sie! Wie mein Herz schlägt!
-
Schöne Damen, habt ihr die Güte,
einem Kavalier den Arm zu reichen.
-
Der Wagen steht bereit.
-
So gehen wir.
-
Herr Vater...
-
Exzellenz, es ist keine Zeit
zu verlieren.
-
Was suchst du hier?
Bring meinen Hut und Stock.
-
Ja, Herr.
-
Bitte, die hohen Füße in Richtung
meiner prinzlichen Gemächer zu setzen.
-
Ich komme gleich.
-
Sie ist es, die ich wiedersehen will.
-
Lass mich in Frieden.
-
Er schilt sie aus.
-
- Ich habe keine Zeit.
- Was geschah?
-
Gibst du Ruhe?
-
Nur ein einziges Wort.
-
Herr, nur ein einziges Wort.
-
Nehmt mich ins Schloss mit.
-
Nur eine Stunde lang möchte ich tanzen.
-
Was ist los?
-
Die schöne Venus!
-
Er steht wie angewurzelt.
-
Mein Fräulein, was fällt dir ein?
-
- Du freches, faules Ding!
- Das müssen wir uns ansehen.
-
Lass mich sein, ich muss fort.
-
Gehen wir oder nicht?
-
Es zerreißt mir das Herz.
-
Nur eine halbe Stunde, eine Viertel.
-
- Ich schlage dich krumm und lahm.
- Genug!
-
Euer Gnaden!
-
Verschwinde.
-
Hoheit! Sie ist eine dumme Dienstmagd.
-
Dienstmagd?
-
- Dienstmagd?
- Er meint...
-
Die allerletzte.
-
Sie bildet sich etwas ein,
-
die Gute, aber sie taugt für nichts.
-
Geh ins Zimmer und wisch Staub.
-
Bald kann ich mich
nicht mehr beherrschen.
-
So lasst sie doch in Ruh!
-
Muss ich auf ewig
in der Asche hocken?
-
Meine Herren, redet ihm zu,
dass er mich zum Ball mitnimmt.
-
Ewig in der Asche hocken?
-
Laut meiner Liste leben
-
bei Don Magnifico drei Schwestern.
-
Da der Prinz eine Braut erwählt,
-
will ich auch die dritte sehen.
-
Wollt Ihr mir eine
dritte Tochter anhängen?
-
Die dritte Schwester.
-
Sie lebt... nicht mehr.
-
Davon steht hier nichts.
-
Sie sprechen von mir.
-
Nein, sie lebt noch.
-
Sei du nur still.
-
Seht her!
-
Ein Wort von dir,
und ich bringe dich um.
-
Ist sie tot?
-
Hoheit,
-
sie ist tot.
-
Man liest es ihnen
vom verblüfften Gesicht ab,
-
dass sie nicht wissen,
wo ihnen der Kopf steht.
-
Zweifel und Ungewissheit
bedrängen sie.
-
Man liest es ihnen
vom verblüfften Gesicht ab,
-
dass sie nicht wissen,
wo ihnen der Kopf steht.
-
Zweifel und Ungewissheit
bedrängen sie.
-
Tu den Mund auf
und es ist aus mit dir.
-
Helft mir, verlasst mich nicht!
Ach, was wird aus mir?
-
Ich schäume vor Wut.
-
Nun wird sich alles wenden.
-
Ihr Stolz wird in Asche vergehen.
-
Anstatt zu weinen, wirst du lachen.
-
Meine Tochter...
-
Nennt Ihr mich Tochter?
-
Mein Stiefvater will nicht
mein Vater sein,
-
aber Ihr...
-
Vergleiche ich Eure Lumpen mit meinen,
-
so bin ich wohl Eure würdige Tochter.
-
Komm mit mir, Tochter.
-
Mit dir? Wohin?
-
Zum Fest des Prinzen.
-
Willst du mich verspotten?
-
Nein! Erheitere dich!
-
Alles hat sich für dich gewendet!
-
Juwelen wirst du mit Füßen treten,
alle Herzen wirst du erobern.
-
Fürchte dich nicht, komm mit mir.
-
Der Herr, dessen Thron ewig währt,
-
gibt mir diese Worte ein.
-
Wenn du noch immer zweifelst,
-
so sieh, wer ich bin!
-
Im Himmel,
-
in der geheimnisvollen Tiefe
des Himmels,
-
auf dem erhabenen Thron der Macht,
-
wacht der Herrscher der Welt über uns.
-
Zu seinen Füßen grollt der Donner.
-
Er weiß, er sieht alles.
-
Er lässt das Gute
nicht zuschanden werden.
-
Er sieht dich am Herde,
sieht deine Tränen und Leiden.
-
Er schleudert seine Blitze,
um deinem Jammer ein Ende zu machen.
-
Alles ist anders geworden.
-
Deine Schmerzen sind vorbei.
-
Hörst du, dass etwas herannaht?
-
Im Triumph sollst du
in meiner Karosse fahren.
-
Bist du verwirrt?
-
Hast du gar nichts zu sagen?
-
Dein Kopf wirbelt
-
wie ein Schiff im Sturm,
-
das umhergeschleudert wird.
-
Nun hat sich der Sturm ausgetobt.
-
Dein Schicksal hat sich geändert.
-
Die Unschuld wird siegen.
-
Bravo, Don Magnifico!
-
Ihr habt Wein und Weinlese
aufs Beste erklärt.
-
Ich muss Eure Kenntnisse loben.
-
Er hat tüchtig studiert.
-
Steigt in unseren Keller hinab.
-
Wenn Ihr nach dreißig Kostproben
-
noch stehen könnt,
sollt Ihr mein Kellermeister werden.
-
Ich erkenne Talente an und belohne
die Weisheit.
-
Hoheit sind ein Quell der Güte.
-
Je mehr man schöpft,
desto mehr bleibt zurück.
-
Töchter, er widersteht euch nicht.
Meine Ehrung ist ein gutes Zeichen.
-
Clorindchen,
-
Tisbette,
-
bemüht euch um den Prinzen.
-
Ich gehe in den Keller.
-
Prüfe sie genau
und erstatte mir Bericht.
-
Spute dich, erfülle meine Befehle.
-
Verstehst du?
-
Ich verstehe.
-
Treuer Vassall, lebe wohl.
-
Jetzt stehe ich euch zur Verfügung.
Gewiss seid ihr beide schön gemeißelt,
-
und Amor
-
war der Bildhauer.
-
Ich bin die Ältere,
also gebührt mir das Vorrecht.
-
Ich bin die Jüngere, also werde ich
nicht so schnell altern.
-
Sie ist ein Kindskopf,
sie versteht nichts.
-
Sie ist wie Wasser ohne Salz,
weder das Eine noch das Andere.
-
Bitte mein Vorrecht zu beachten.
-
Seht, ich brauche kein Rouge.
-
Ihre weiße Haut ist nichts als Puder.
-
Bitte, begünstigt mich.
-
Meine Damen, wollt ihr mich aufspalten?
-
Ich habe zwei Augen
und brauche keine Brillen.
-
Vertrau mir, mein reizendes Fräulein.
-
Mein Herz schlägt nur für dich.
-
Ich neige mich vor Euer Hoheit.
-
Ich neige mich vor Euren.
-
Ich werde Berufung einlegen.
-
Lectum.
-
Wir sehen uns wieder.
-
Vielleicht, vielleicht auch nicht.
-
Klügste der Frauen!
-
Mein Kompliment!
-
Mein untertänigster Gruß!
-
In Anbetracht des Umstands,
dass er dreißig Flaschen gekostet hat,
-
und für drei genug getrunken hat,
-
und noch immer nicht umfällt,
-
gerühen Seine Majestät,
ihn zum Kellermeister zu ernennen,
-
Kommissar der Gläser,
mit hoher Amtsgewalt,
-
Präsident der Weinlese.
-
Deswegen drängt sich alles um Euch.
-
Kommissar? Leiter?
-
Präsident? Kellermeister?
-
Danke, danke!
-
Mir lacht das Herz im Leib.
-
Schreibt nieder, was ich euch sage.
-
Lasst sechstausend Kopien anfertigen.
-
Die Federn sind gezückt.
-
Wir, Don Magnifico,
-
in Großbuchstaben.
-
Dummköpfe, Großbuchstaben!
-
Richtig, jawohl!
-
WIR, DON MAGNIFICO, Herzog und Baron
-
des alten Besitzes Montefiascone,
-
Verwalter, Präsident,
-
und zwanzig andere Titel,
-
erlässt kraft seiner Autorität
-
das folgende Dekret:
-
Fünfzehn Jahre lang darf der Wein
-
mit keinem Tropfen Wasser
gepanscht werden.
-
Die Strafe ist die Strangulation,
-
weil, et cetera, ferner, et cetera,
im Jahr, et cetera, Baron, et cetera.
-
Baron, et cetera, es ist schon fertig.
-
Nun schlagt das Dekret
in der ganzen Stadt an.
-
Wir wollen das Mahl bereiten.
-
Der Wein wird in Strömen fließen.
-
Sechzehn Piaster für den,
der den meisten Malaga trinkt.
-
Stille, stille, keinen Laut.
-
Sag mir ehrlich, wie sind die beiden?
-
Mit gedämpfter Stimme,
streng vertraulich,
-
sie sind eine Mischung von Frechheit,
Laune und Eitelkeit.
-
Alidoro sagte mir,
eine Tochter des Barons...
-
Euer Lehrer ist ein Alleswisser,
aber er hat keinen Verstand.
-
Die mag heiraten, wer will,
aber unser Spiel geht weiter.
-
Das sind echte Wetterfahnen,
aber wir machen weiter.
-
Prinzlein, wo seid Ihr?
-
Prinzlein, wo seid Ihr?
-
Warum habt Ihr mich verlassen?
Ihr treibt mich zur Verzweiflung.
-
- Ich liebe Euch.
- Nein, ich liebe Euch.
-
Das sind alles Bagatellen.
-
Beide Schwestern
kann ich nicht heiraten.
-
Eine für mich.
-
Und die andere?
-
Und die andere?
-
Die andere
-
gebe ich meinem Freund.
-
Himmel, dem Kammerdiener?
-
Ich werde sanft und liebevoll sein.
-
Dem Kammerdiener? Niemals.
-
Ich bin sehr zärtlich.
-
Keinem Kammerdiener.
-
- Gemein.
- Banal.
-
Bei dem Gedanken wird mir übel.
-
Diesen Auftritt muss man sich merken.
-
Bei dem Gedanken wird mir übel.
-
Kommt herbei, nur näher, herein.
-
Ohne Zögern tretet ein.
-
Weiser Alidoro,
-
was soll dieser Lärm?
-
Eine Unbekannte nähert sich,
-
ihr Antlitz verhüllt ein Schleier.
-
Eine Dame!
-
Ja, so ist's.
-
Wer ist sie?
-
Sie sagte es nicht.
-
Ist sie schön?
-
Ja und nein.
-
Wer mag sie sein?
-
Niemand weiß es.
-
Sagt sie nichts?
-
Nein, mein Fräulein.
-
- Und kommt hierher?
- Gott weiß, warum.
-
Die Eifersucht zerfleischt mich schon.
-
- Warum überkommt mich
- Mir scheint, ich bin aus Zucker.
-
- eine unbekannte Erregung?
- Die Fliegen summen um mich her.
-
Du hast uns schon das Herz geraubt,
obwohl du noch verschleiert bist.
-
Was wird geschehen,
wenn du den Schleier fallen lässt?
-
Ich verachte die Gaben,
die der launische Zufall uns beschert.
-
Wer mich heiraten will,
-
muss mir Ehre, Liebe und Güte erweisen.
-
Diese Stimme, die mir ins Herz dringt,
-
ist mir nicht unbekannt.
-
Sie erweckt die Hoffnung in mir
und hebt mich über mich hinweg.
-
Liebliche, verschleierte Augen,
-
sendet euren hellen Strahl,
-
lasst euch sehen,
-
wenn auch nur um der Höflichkeit willen.
-
Nun werden wir etwas Erlesenes sehen.
-
Ich weiß nicht, was ich denken
oder sagen soll.
-
Das ist ein Zauberwerk,
ihr Antlitz macht mich sprachlos.
-
Ich weiß nicht, was ich denken
oder sagen soll.
-
Das ist ein Zauberwerk,
ihr Antlitz macht mich sprachlos.
-
Hoheit, es ist aufgetischt.
-
Himmel Herrgott!
-
Die Ähnlichkeit!
-
Genau wie das Aschenbrödel.
-
- Das dachten wir auch.
- Doch wenn man genau hinsieht...
-
- Unsere ist ungeschlacht.
- Die hier ist etwas feiner.
-
Aber sie ist nichts Besonderes.
-
Die andere sitzt in der Asche
und trägt nur Lumpen.
-
Der Alte ist unsicher.
-
Sie sieht mich zitternd an.
-
Steht doch nicht stocksteif umher,
gar mancher hat Hunger.
-
Schnell zu Tisch.
-
Nachher wird getanzt.
-
Dann soll die Allerschönste
meine Braut werden.
-
Da ich heute Prinz bin,
will ich für vier essen.
-
Mir scheint, ich säße im Garten
im Gebüsch und träumte.
-
Murmelnde Bächlein, singende Vöglein
-
versenken meine Seele
in ein Meer der Freuden.
-
Doch ich fürchte, dass die Unterwelt
-
in aller Stille
-
zu brennen beginnt.
-
Plötzlich bricht ein Erdbeben los.
-
Alles geht aus den Fugen
und ich wache auf.
-
Ich habe Angst, dass mein Traum
zu Ende ist.
-
Mir scheint, die beiden
machen sich über uns lustig.
-
Beim heurigen Wein,
ich bringe sie um.
-
Papa, regt Euch nicht auf.
-
Ich habe tausend Sorgen im Kopf.
-
Die Unbekannte hat uns gerade gefehlt.
-
Kann sie uns das Herz des Prinzen
abstreitig machen?
-
Sie sieht eben
dem Aschenbrödel ähnlich.
-
Wie ein Ei dem anderen.
-
Dass sie der Stiefschwester
ähnlich sieht, kann uns schaden.
-
Wisst ihr, welch ein Sturm ausbricht,
-
wenn jemand erfährt,
dass ich ihr Erbe verschleudert habe?
-
Alles habe ich verausgabt,
um euch auszustatten.
-
Sie ist nur Haut und Knochen.
-
Wenn das bekannt wird,
ist die Hölle los.
-
Warum besorgt sein, da wir hier sind?
-
Sind die Aussichten gut?
-
Gewiss. Ich bin meiner Sache sicher.
-
Bald werde ich Titel vergeben.
-
Heimlich nannte er mich ''mein Herz'',
dann seufzte er tief auf
-
und ging fort.
-
Was ist ein Seufzer?
-
Wenn er mich erblickt, lacht er.
-
Also hier seufzt er und dort lacht er.
-
Papa, Ihr seid klug,
-
was meint Ihr?
-
Ich setzte auf zwei Karten,
die richtige wird gewinnen.
-
Beiden wird er nicht entkommen.
Töchter, ihr versteht doch.
-
Ich verlasse mich auf euch.
-
Welche Tochter auch den Thron besteigt,
-
nimmer darf sie,
-
nimmer darf sie den guten Papa
im Stich lassen.
-
Ich sehe schon, wie man mich
beiseite nimmt,
-
den Hut lüftet und beginnt:
-
''Baron, könnt Ihr bei Eurer Tochter
ein Wort einlegen?''
-
''Hier: etwas für Euch.'' Und eine
Dublone gleitet mir in die Hand.
-
Meine Antwort: ''Ich will sehen.''
-
''Wir wollen es besprechen.''
-
''Euer Gesuch wird an den Palast
weitergeleitet.''
-
Ich drehe mich um; ein Häubchen
verbeugt sich vor mir
-
mit Seufzern und Komplimenten:
-
''Herr Baron, Ihr erinnert Euch
doch an die Geschichte...''
-
Ohne Geld spricht sie zu tauben Ohren.
-
Sie streckt die Hand aus,
steckt mir einen Piaster zu.
-
Ich, der Galan: ''Welch schöne Augen!''
-
''Was könnte ich Euch verweigern?''
-
''Ich will Euch glücklich machen!''
-
Um Mittag wache ich auf.
-
Kaum habe ich geläutet,
-
umringen Bittsteller mein Lager,
-
verlangen Protektion, Entschädigung.
-
Ein Narr will eine Professur.
-
Einer will die Konzession für Spangen,
ein anderer die Aalfischerei.
-
Ich ersticke unter Gesuchen,
-
Flaschen, Brokaten, Kerzen
und Lebensmitteln aller Arten.
-
Genug, genug! Fort mit euch!
-
Die Tür wird versperrt und verriegelt.
-
Lästige Störenfriede, hinaus mit euch.
-
Die schöne Unbekannte ist das Abbild
des armen Mädchens von heute morgen.
-
Sie erweckt ganz neue Gefühle
in meinem Herzen.
-
Auch Dandini scheint in sie
verliebt zu sein.
-
Da kommen sie.
Ich muss sie unbemerkt belauschen.
-
Lauf nicht davon! Ich gehe schon
viermal die Terrasse auf und ab.
-
Ändert Euren Ton, sonst gehe ich fort.
-
Was schadet es dir,
wenn ich von Liebe spreche?
-
Wenn ich aber einen anderen liebe?
-
Das sagst du mir ganz offen?
-
Erzürnt Euch nicht,
weil ich aufrichtig bin.
-
- Wen liebst du?
- Verzeiht...
-
- Wen liebst du?
- Euren Kammerdiener.
-
Welch ein Glück!
-
Das geht ja herrlich.
-
Haben Macht und Reichtum
keinen Einfluss auf dein Herz?
-
Mein Schmuck ist die Tugend,
mein Reichtum die Liebe.
-
So wirst du mein?
-
Erst müsst Ihr mich finden,
mich kennen lernen,
-
erfahren, wie ich lebe.
-
Teure, ich will zu dir eilen.
-
Folgt mir nicht, ich befehle es.
-
Was soll ich tun?
-
Da nehmt, sucht mich.
-
Wenn Ihr an meinem rechten Arm
den gleichen findet,
-
und wenn ich Euch dann nicht missfalle,
bin ich die Eure.
-
Was meinst du, Dandini?
-
Ich meine, dass aus dem Prinzen
ein Zeuge geworden ist.
-
Und wenn ich Euch dann nicht missfalle,
bin ich die Eure.
-
Was bedeutet das?
-
Mein weiser, guter Lehrer.
-
Mein Herz ist von Liebe erfüllt.
-
Was soll ich tun?
-
Was das Herz befiehlt.
-
Du bist nun nicht mehr Prinz.
-
Diese albernen Leute sollen
den Palast verlassen.
-
Hört zu, ihr Freunde!
-
Lasst meine Karosse vorfahren.
-
Auf Windesflügeln will ich fliegen.
-
Ich gelobe, sie zu finden.
-
Die Liebe leitet mich.
-
Hielt auch Jupiter sie in seinen Armen,
-
ich werde sie finden.
-
Reizendes Pfand, das mir so teuer ist.
-
Ich will dich an mein Herz drücken.
-
Wir eilen, wir fragen.
-
Wir suchen, wir finden.
-
Süße Hoffnung, eisige Furcht
wetteifern in meinem Herzen.
-
Also bin ich Prinz gewesen?
-
Auf einen Streich gestürzt?
-
Ich habe es recht gut gespielt.
-
Verzeiht meine Eile, doch beide
Töchter brennen vor Ungeduld.
-
Darf ich um die Entscheidung bitten?
-
- Die Wahl ist getroffen.
- Getroffen!
-
So sagt mir, ich bitte Euch!
-
Getroffen!
-
Werden meine Sprösslinge
in diesen Räumen leben?
-
Das wird später verlautbart.
Zur Zeit
-
- ist es ein Geheimnis.
- Welche ist es?
-
Clorinda
-
oder Tisbe?
-
- Nicht so eilig.
- Sagt es ihrem Vater.
-
Aber
-
- kein Wort.
- Gewiss, doch redet schnell.
-
Hört uns keiner?
-
Nicht einmal eine Fliege.
-
Es ist ein Geheimnis,
das Euch erstaunen wird.
-
Was mag's wohl sein?
-
Wir wollen uns setzen.
-
Sprecht rasch.
-
Es ist ein ganz ungewöhnlicher Fall.
-
Will er etwa mich heiraten?
-
- Ich verlasse mich auf Euch.
- Ich stehe zu Diensten.
-
Unter dem Siegel der Verschwiegenheit
über meine Worte.
-
Ich habe einen Tresor im Leibe.
-
Ein wichtiges Geheimnis,
eine seltsame Begebenheit
-
habe ich Euch mitzuteilen.
-
Etwas ganz Erstaunliches.
-
Ihr werdet es kaum glauben.
-
Ohne mit der Wimper zu zucken,
-
ohne Atem zu holen,
-
spitze ich die Ohren.
-
Ich stehe stockstill.
-
Ich zähle jedes Wort.
-
Ein weiser, erfahrener Mann
gibt stets den besten Rat.
-
Nähme ich eine Eurer Töchter,
wie müsste ich sie behandeln?
-
Nun bin ich gar Ratgeber!
Ihr seid zu gütig!
-
Exzellenz, vergebt, ich meine Hoheit,
hört mich an.
-
Habt stets dreißig Diener
-
und hundertsechzehn Pferde bereit.
-
Ladet Dutzende Grafen
und Herzöge zu Gast.
-
Immer Eis beim Abendessen,
Karossen und Landauer.
-
Es gibt ein kleines Missverständnis.
-
Ich gebe keine großen Feste,
ich esse die Abfälle.
-
Ich habe keine adeligen Freunde,
ich lebe mit Dienstboten
-
und gehe nur zu Fuß.
-
- Belieben zu scherzen?
- Wirklich nicht.
-
- Und all dies?
- Ist reine Erfindung.
-
Ich bin nur zum Scherz ein Prinz.
-
Ich bin verkleidet.
-
Nun ist der echte Prinz hier.
Er hat mir die Maske abgenommen.
-
Ich gehe wieder an meine Dienste.
-
Ich bin der Kammerdiener Dandini.
-
Ich mache Betten, bürste Kleider,
rasiere den Prinzen und frisiere ihn.
-
Sie rasieren den Prinzen
und frisieren ihn?
-
Für diese Beleidigung muss der echte
Prinz mir Rechenschaft ablegen.
-
Nur gemach, er tut nichts dergleichen.
Macht Euch gleich aus dem Staub.
-
- Ich gehe nicht.
- Ihr geht.
-
- Ich bin ein Baron.
- Der Stock ist bereit.
-
Wir sehen uns wieder.
Wir sprechen noch darüber.
-
Mein Schädel brummt wie ein Kontrabass,
der ohne Pause tobt.
-
Wie tief bin ich gefallen,
was für ein Sturz!
-
Bald erfährt es die ganze Stadt,
und lacht mich aus.
-
Du armer Teufel!
Euer Exzellenz, seid vorsichtig.
-
Ich kann sie frisieren, rasieren.
Seht euch nur den Tölpel an!
-
Es war einmal ein König,
-
der nicht mehr allein sein wollte.
-
Er suchte und er fand,
-
doch drei wollten ihn heiraten.
-
Was tun?
-
Prunk und Schönheit verachtete er.
-
Schließlich wählte er
-
Unschuld,
-
Unschuld und ein gutes Herz.
-
Wie teuer du mir bist!
-
Und er, dem ich deinen Gefährten gab,
ist mir noch teurer.
-
Was ist dieser Lärm?
-
Wie sie dreinsehen! Schon zurück?
-
Ich dachte, ihr kämt erst
am Morgen heim.
-
Genau das habe ich gesagt.
-
Wie ein Ei dem anderen.
-
Sie war das Original,
diese ist das Abbild.
-
- Ist alles fertig?
- Alles.
-
Warum schaut ihr mich so böse an?
-
Wegen einer Hexe,
die dir unglaublich ähnlich sieht.
-
Ich könnte dir das Fell gerben.
-
Was geht das mein Fell an?
-
Ein Ungewitter ist im Anzug.
-
Mehr als ein Ungewitter!
-
Ich wollte, der Blitz
träfe den Kammerdiener.
-
Erklärt mir, was geschehen ist.
-
Habt ihr heimliche Sorgen?
-
Geh, dumme Gans, richte das Essen.
-
Ja, ich gehe schon.
-
Welch schreckliche Laune!
-
Aber ich trage den Kammerdiener
im Herzen.
-
Verzeiht, Freunde.
-
Die Karosse des Prinzen ist umgekippt.
-
- Wen sehe ich?
- Ihr seid es?
-
Und wo ist der Prinz?
-
Erkennt Ihr ihn?
-
Der Kammerdiener!
-
Seht euch das an!
-
Verzeiht, dass der Zufall...
-
Bitte, keine Umstände.
-
Selbstverständlich.
-
Er kommt nicht ohne Grund.
Eine von euch wird seine Braut.
-
Aschenbrödel, bring den Lehnstuhl.
-
Nein, nur auf eine Minute.
Man holt eine andere Karosse.
-
Wollt Ihr schon gehen?
-
- Spute dich, Aschenbrödel.
- Sogleich.
-
Für den Prinzen.
-
Da steht er.
-
Dieser? Was seh' ich!
-
- Der Prinz!
- Bleib hier!
-
Der Armreif. Sie ist es!
-
Wie bin ich glücklich!
-
Bist du es?
-
Ihr seid der Prinz?
-
Unglaublich!
-
Wunderbar!
-
- Doch...
- Schweigt.
-
Ich werde verrückt.
-
- Wenn...
- Schweigt.
-
Was gibt's jetzt?
-
Das ist ein verworrener Knoten,
ein verfilztes Gewebe.
-
Je mehr man ihn zu entwirren sucht,
desto fester verfilzt es sich.
-
Mittlerweile brummt mir der Kopf.
-
Ich tappe im Finstern,
ich verliere den Verstand.
-
Dummes, schmutziges Ding!
-
Was suchst du hier?
-
Bei feinen Leuten hast du
nichts verloren.
-
Freche Dienstmagd, wer erlaubt dir,
dich bei uns aufzuhalten?
-
In die Küche mit dir,
komm nicht wieder heraus.
-
Widerliches Gesindel, vergebens sucht
ihr sie, die ich liebe, zu beschimpfen.
-
Seht Euch vor, denn alsbald
soll mein Zorn Euch treffen.
-
Ich wusste es, diese Komödie
ändert sich im zweiten Akt.
-
Jetzt beginnt die Tragödie,
das macht mir viel Vergnügen.
-
Ich bin erstarrt.
-
Ich bin versteinert.
-
Er hat den Verstand verloren.
-
- Aber eine Dienstmagd...
- Schweigt.
-
Ich kann meinen Zorn
nicht länger beherrschen.
-
Mein Herr, wenn es wahr ist,
dass Ihr im Herzen Liebe für mich tragt,
-
so verzeiht ihnen,
lasst ein gutes Herz siegen.
-
Seht doch diese Tränen,
diese Offenheit und Unschuld.
-
Seht doch die falsche Schlange.
-
Hoheit, was verlangt Ihr?
-
Ich will kein Wort mehr hören.
-
Diese hier wird meine Braut.
-
Das ist lächerlich.
-
Siehst du nicht, dass er nur scherzt?
-
Ich schwöre es.
-
Ich schwöre es: sie wird mein.
-
Ich dachte, dass eine meiner Töchter...
-
Ich passe nicht zu ihnen.
-
Ich bin gemein, banal.
-
So ist der Ball zurückgekehrt,
-
und der Weltmeister hat ihn
wieder hochgeworfen.
-
Komm, herrsche mit mir.
-
Erst einen Kuss
-
und eine Umarmung.
-
Fort mit dir.
-
Ihr hartherzigen Leute!
Ihr sollt zittern.
-
So ein Schelten und Brummen...
-
Geschrei und Gezeter...
-
Toben und Winseln...
-
Drohen und Seufzen...
-
Am Ende der Komödie
sind wir allesamt verrückt.
-
O welch ein Zauber!
-
Ich bin endlich glücklich!
-
Ist es ein Traum?
-
Alles hat sich gewendet.
-
Wirbelnd kreisen meine Gedanken,
und ich atme kaum vor Glück.
-
Komm nun, die Liebe leite dich
zu herrschen und zu triumphieren.
-
Man hat uns zum Narren gehalten.
-
Ich bin fast blind vor Wut.
-
Mir scheint, ich träume.
-
- Das Aschenbrödel...
- ...wird eine Prinzessin.
-
Wer seid Ihr?
-
Ich suchte Mitleid,
ihr habt mich verjagt.
-
Angelina erhörte das Elend
eines anderen.
-
Hier war sie eine Dienstmagd,
in Lumpen, saß in der Asche.
-
Nun wird sie den Thron besteigen.
-
Was geschieht mit uns?
-
Es liegt an euch,
ob ihr im Elend leben wollt,
-
oder vor dem Thron um Gnade bittet.
-
Das Hochzeitsfest ist schon bereitet.
-
Das ist der richtige Augenblick.
-
Vor ihr mich erniedrigen?
-
Entsetzlich!
-
Es ist eine bittere Pille,
aber es muss sein.
-
Und was denkt ihr?
-
Ich ergebe mich. Es geht nur
um Demütigung, nicht ums Leben.
-
Dank dir, o Himmel.
Meine Hoffnungen sind erfüllt.
-
Der Stolz ist besiegt.
-
Mein Schüler wird glücklich sein
-
Die Tugend hat gesiegt.
-
Ich bin zufrieden.
-
Das unstete Glücksrad
-
hat den Gipfel erreicht
und hält für dich ein.
-
Der Stolz liegt im Staub.
-
Die Tugend hat gesiegt.
-
Liebste...
-
Verzeiht, dass ich noch immer
unsicher und verwirrt bin.
-
Kürzlich saß ich noch in der Asche.
-
Nun sitze ich auf dem Thron.
-
Hoheit, Euch zu Füßen...
-
Werdet Ihr mich nie Tochter nennen?
-
- Diese Stolzen...
- Prinz, ich liege Euch zu Füßen.
-
Die alten Unbilden sind vergessen.
-
Ich will mich des Thrones
mehr als würdig erweisen.
-
Ich will mich rächen,
-
indem ich ihnen verzeihe.
-
Zu Schmerzen und Tränen
war ich geboren.
-
Ich ertrug es, und mein Herz
klagte nicht.
-
Wie durch einen Zauber
kam in meiner Jugendblüte
-
ein Blitzstrahl vom Himmel,
-
und änderte mein Los.
-
Trocknet eure Augen.
-
Warum zittert Ihr?
-
Kommt an mein Herz.
-
Tochter, Schwester, Freundin,
-
das alles will ich euch sein.
-
Sie rührt mich, sie ist himmlisch.
-
Vater, Gemahl, Freund,
welch ein Augenblick!
-
Du bist des Thrones würdig,
-
doch der Thron bedeutet dir nichts.
-
Nun sitze ich nicht mehr am Herde
und singe mein trauriges Lied.
-
Die langen Jahre des Leidens
waren ein Traumbild, ein Scherz.
-
Langsam ändert sich alles,
dein Seufzen kann jetzt enden.