Emotionale Erste Hilfe für alle
-
0:00 - 0:07Ich wuchs mit meinem
eineiigen Zwilling auf, -
0:07 - 0:10einem unglaublich liebevollen Bruder.
-
0:10 - 0:17Als Zwilling bemerkt man es sofort,
wenn einer bevorzugt wird. -
0:17 - 0:22War sein Keks auch nur
ein wenig größer, stellte ich Fragen. -
0:22 - 0:27Wie man sieht, litt ich
aber keinen Hunger. -
0:27 - 0:29(Lachen)
-
0:29 - 0:34Als Psychologe nahm ich Bevorzugung
auf andere Weise wahr, -
0:34 - 0:40und zwar, dass wir unseren Körper
mehr schätzen als unsere Psyche. -
0:40 - 0:46Für meine Promotion in Psychologie
studierte ich 9 Jahre an der Universität -
0:46 - 0:50und Sie glauben nicht, wie viele Leute
auf meine Visitenkarte schauen und sagen: -
0:50 - 0:55"Aha, ein Psychologe,
also kein richtiger Doktor", -
0:55 - 0:58als ob das auf meiner Karte stehen sollte.
-
0:58 - 1:03[Nur Psychologe, kein richtiger Doktor.
Ja, sehr enttäuschend.] (Lachen) -
1:03 - 1:10Diese Bevorzugung des Körpers
gegenüber der Psyche begegnet mir überall. -
1:10 - 1:11Ich besuchte kürzlich einen Freund,
-
1:11 - 1:14sein fünfjähriger Sohn
machte sich gerade bettfertig. -
1:14 - 1:18Er putze seine Zähne auf
einem Hocker vor dem Waschbecken. -
1:18 - 1:22Er rutschte aus
und verletzte sich am Hocker. -
1:22 - 1:24Er weinte eine Minute lang,
richtete sich wieder auf, -
1:24 - 1:32stieg zurück auf den Hocker
und klebte ein Pflaster auf die Wunde. -
1:32 - 1:35Der Junge konnte kaum die Schuhe binden,
-
1:35 - 1:40aber er wusste, dass man eine Wunde
abdecken muss, um sich nicht zu infizieren -
1:40 - 1:43und dass man seine
Zähne zweimal täglich putzt. -
1:43 - 1:46Wir alle wissen, wie wir
unseren Körper gesund halten -
1:46 - 1:49und unsere Zähne pflegen sollen.
-
1:49 - 1:53Wir wissen das, seit wir 5 Jahre alt sind.
-
1:53 - 1:58Was wissen wir über die
Gesunderhaltung unserer Psyche? -
1:58 - 2:00Nichts.
-
2:00 - 2:05Was lehren wir unsere Kinder
über emotionale Hygiene? -
2:05 - 2:07Nichts.
-
2:07 - 2:11Wieso kümmern wir uns
mehr um unsere Zähne -
2:11 - 2:14als um unsere Psyche?
-
2:14 - 2:21Warum ist unsere körperliche Gesundheit
so viel wichtiger als unsere psychische? -
2:21 - 2:27Wir sind öfter psychisch
verletzt als körperlich. -
2:27 - 2:31Das sind Verletzungen wie Misserfolg,
Zurückweisung oder Einsamkeit. -
2:31 - 2:34Wenn wir das ignorieren,
können sie sich verschlimmern -
2:34 - 2:37und unser Leben dramatisch beeinflussen.
-
2:37 - 2:41Auch wenn es wissenschaftlich
fundierte Methoden gibt, -
2:41 - 2:46um diese psychischen
Verletzungen zu behandeln, -
2:46 - 2:47tun wir es nicht.
-
2:47 - 2:50Es kommt uns nicht einmal
in den Sinn, dass wir das sollten. -
2:50 - 2:55"Oh, du fühlst dich niedergeschlagen?
Reiß dich zusammen, das ist nur im Kopf." -
2:55 - 2:58Sagen Sie das zu jemandem
mit einem gebrochenen Bein: -
2:58 - 3:01"Oh, geh einfach weiter,
das ist nur etwas am Bein." -
3:01 - 3:03(Lachen)
-
3:03 - 3:09Wir müssen die Lücke zwischen körperlicher
und psychischer Gesundheit schließen. -
3:09 - 3:12Es wird Zeit, beide
gleichberechtigt zu behandeln, -
3:12 - 3:15wie Zwillinge.
-
3:15 - 3:19Wo ich gerade dabei bin,
mein Bruder ist auch Psychologe. -
3:19 - 3:22Er ist also auch kein richtiger Doktor.
-
3:22 - 3:24(Lachen)
-
3:24 - 3:26Wir studierten allerdings nicht zusammen.
-
3:26 - 3:30Das Schwerste in meinem Leben
-
3:30 - 3:33war über den Atlantik
nach New York zu ziehen, -
3:33 - 3:36um in Psychologie zu promovieren.
-
3:36 - 3:39Wir waren das erste Mal im Leben getrennt,
-
3:39 - 3:42das war für uns beide schwer.
-
3:42 - 3:45Während er bei Familie und Freunden blieb,
-
3:45 - 3:49war ich allein in einem anderen Land.
-
3:49 - 3:50Wir fehlten uns schrecklich,
-
3:50 - 3:53doch internationale Anrufe
waren damals noch sehr teuer -
3:53 - 3:58und wir konnten uns nur
5 Minuten pro Woche leisten. -
3:58 - 4:02An unserem ersten
nicht gemeinsamen Geburtstag -
4:02 - 4:05wollten wir ordentlich auf den Putz hauen
-
4:05 - 4:07und 10 Minuten lang telefonieren.
-
4:07 - 4:11Ich ging den ganzen Vormittag
in meinem Zimmer auf und ab -
4:11 - 4:14und wartete auf seinen Anruf,
-
4:14 - 4:18und wartete und wartete.
Doch das Telefon klingelte nicht. -
4:18 - 4:20Wegen der Zeitverschiebung nahm ich an:
-
4:20 - 4:23"Er ist mit Freunden unterwegs
und ruft später an." -
4:23 - 4:25Damals gab es keine Mobiltelefone.
-
4:25 - 4:27Doch er rief nicht an.
-
4:27 - 4:32Mir wurde klar, dass er mich
nach über 10 Monaten Abwesenheit -
4:32 - 4:36nicht mehr so vermisste wie ich ihn.
-
4:36 - 4:39Ich wusste, er würde am Morgen anrufen.
-
4:39 - 4:45Aber das war die längste
und traurigste Nacht meines Lebens. -
4:45 - 4:47Ich erwachte am nächsten Morgen.
-
4:47 - 4:51Ich bemerkte, dass ich den Hörer
von der Gabel gestoßen hatte, -
4:51 - 4:55als ich am Vortag
durch mein Zimmer schritt. -
4:55 - 4:58Ich stieg aus dem Bett und legte
den Hörer wieder auf die Gabel. -
4:58 - 5:00Eine Sekunde danach klingelte es.
-
5:00 - 5:03Es war mein Bruder
und ja, er war sehr verärgert. -
5:03 - 5:06(Lachen)
-
5:06 - 5:09Auch für ihn war es die längste
und traurigste Nacht seines Lebens. -
5:09 - 5:12Ich versuchte mich zu erklären,
aber er sagte: -
5:12 - 5:15"Ich verstehe das nicht.
Wenn du siehst, dass ich nicht anrufe, -
5:15 - 5:19warum nimmst du nicht das Telefon
und rufst mich an?" -
5:19 - 5:24Er hatte Recht. Warum rief ich nicht an?
-
5:24 - 5:27Ich hatte damals keine Antwort,
heute weiß ich sie -
5:27 - 5:32und sie ist ganz einfach: Einsamkeit.
-
5:32 - 5:36Einsamkeit schlägt
eine tiefe psychische Wunde, -
5:36 - 5:40sie verzerrt unsere Wahrnehmung
und verwirrt unser Denken. -
5:40 - 5:46Sie lässt uns glauben, dass jene um uns
sich weniger sorgen als sie wirklich tun. -
5:46 - 5:48Wir fürchten uns, auf andere zuzugehen,
-
5:48 - 5:52weil wir auf Zurückweisung und
Herzschmerz eingestellt sind -
5:52 - 5:56und das Herz schon mehr schmerzt,
als wir ertragen können. -
5:56 - 6:00Die Einsamkeit hielt mich damals gefangen,
-
6:00 - 6:04doch weil mich ständig Leute umgaben,
wurde mir das nie richtig bewusst. -
6:04 - 6:09Einsamkeit ist eine subjektive Empfindung.
-
6:09 - 6:12Es hängt nur davon ab,
-
6:12 - 6:15ob man sich emotional oder sozial
von den Mitmenschen getrennt fühlt. -
6:15 - 6:17Das tat ich.
-
6:17 - 6:23Die vielen Untersuchungen über
Einsamkeit sind alle erschreckend. -
6:23 - 6:28Einsamkeit fühlt sich nicht nur elend an,
sie bringt dich sogar um. -
6:28 - 6:29Kein Scherz.
-
6:29 - 6:37Chronische Einsamkeit erhöht die Chance
auf einen frühen Tod um 14 Prozent. -
6:37 - 6:41Einsamkeit verursacht Bluthochdruck
und erhöht den Cholesterinspiegel. -
6:41 - 6:45Sie schwächt sogar das Immunsystem
-
6:45 - 6:49und macht uns anfällig
für verschiedene Erkrankungen. -
6:49 - 6:52Wissenschaftler ziehen den Schluss,
dass chronische Einsamkeit -
6:52 - 6:56für Gesundheit und Lebenserwartung
-
6:56 - 7:00ebenso schädlich ist
wie Zigarettenkonsum. -
7:00 - 7:05Auf Zigarettenpackungen stehen Warnungen
wie: "Das kann Sie umbringen." -
7:05 - 7:07Einsamkeit hat das nicht.
-
7:07 - 7:12Darum müssen wir besonders auf
unsere psychische Gesundheit achten -
7:12 - 7:15und emotionale Hygiene üben.
-
7:15 - 7:22Man kann keine psychische Wunde heilen,
ohne zu wissen, dass man verletzt ist. -
7:22 - 7:25Einsamkeit ist nicht
die einzige psychische Wunde, -
7:25 - 7:28die unsere Wahrnehmung verzerrt
und uns in die Irre führt. -
7:28 - 7:32Misserfolg kann das auch.
-
7:32 - 7:34Ich besuchte eine Tagesstätte,
-
7:34 - 7:39wo Kleinkinder mit
identischem Plastikspielzeug spielten. -
7:39 - 7:44Man schiebt einen roten Knopf
und ein süßes Hündchen kommt heraus. -
7:44 - 7:49Ein kleines Mädchen zog
den lila Knopf, drückte ihn dann, -
7:49 - 7:53schaute die Box an und lehnte
sich mit zuckender Unterlippe zurück. -
7:53 - 7:57Der Junge neben ihr beobachtete das,
schaute auf seine Box -
7:57 - 7:59und brach in Tränen aus,
-
7:59 - 8:01ohne sie auch nur anzufassen.
-
8:01 - 8:05Unterdessen probierte ein
anderes Mädchen alles, was ihr einfiel, -
8:05 - 8:06bis sie den roten Knopf schob,
-
8:06 - 8:11das süße Hündchen herauskam
und sie vor Freude kreischte. -
8:11 - 8:14Drei Kleinkinder mit
identischen Spielzeugen, -
8:14 - 8:18aber sehr unterschiedlichen
Reaktionen auf Misserfolg. -
8:18 - 8:22Die ersten beiden waren absolut fähig,
den roten Knopf zu schieben. -
8:22 - 8:26Das einzige, was sie vom Erfolg abhielt,
-
8:26 - 8:30war ihr Verstand, der sie glauben ließ,
sie könnten es nicht. -
8:30 - 8:34Erwachsene glauben das genauso, ständig.
-
8:34 - 8:40Wir alle haben bestimmte Gefühle
und Glaubenssätze, -
8:40 - 8:44wenn wir Frustrationen
und Rückschlägen begegnen. -
8:44 - 8:47Sind Sie sich bewusst, wie Ihr
Verstand auf Misserfolg reagiert? -
8:47 - 8:48Das sollten Sie sein.
-
8:48 - 8:52Wenn Ihr Verstand Sie glauben lässt,
dass Sie etwas nicht können -
8:52 - 8:54und Sie es glauben,
-
8:54 - 8:57dann werden Sie sich genauso hilflos
fühlen wie diese Kleinkinder -
8:57 - 9:01und zu früh aufgeben
oder es nicht einmal probieren. -
9:01 - 9:04Dann sind Sie noch mehr überzeugt,
dass Sie es nicht können. -
9:04 - 9:09Darum bewegen sich viele Menschen
weit unter ihren Möglichkeiten. -
9:09 - 9:12Irgendwann überzeugte sie
ein einziger Misserfolg, -
9:12 - 9:16dass sie es nicht schaffen
und sie glaubten es. -
9:16 - 9:22Sind wir einmal überzeugt,
können wir schwer davon loslassen. -
9:22 - 9:26Ich lernte das als Teenager
auf die harte Tour mit meinem Bruder. -
9:26 - 9:29Wir fuhren mit Freunden nachts
eine dunkle Straße entlang, -
9:29 - 9:31als die Polizei uns anhielt.
-
9:31 - 9:34Es gab einen Überfall in der Nähe
und sie suchten Verdächtige. -
9:34 - 9:38Der Beamte kam zum Auto
und leuchtete auf den Fahrer, -
9:38 - 9:43dann auf meinen Bruder
im Beifahrersitz und dann zu mir. -
9:43 - 9:45Er riss die Augen auf und sagte:
-
9:45 - 9:47"Woher kenne ich Ihr Gesicht?"
-
9:47 - 9:50(Lachen)
-
9:50 - 9:54Ich sagte: "Vom Beifahrersitz."
-
9:54 - 9:56(Lachen)
-
9:56 - 9:59Für ihn ergab das überhaupt keinen Sinn.
-
9:59 - 10:01Er dachte, ich hätte Drogen genommen.
-
10:01 - 10:02(Lachen)
-
10:02 - 10:05Er zog mich aus dem Wagen,
durchsuchte mich -
10:05 - 10:07und führte mich zum Polizeiauto.
-
10:07 - 10:10Erst nach der Überprüfung per Funk
-
10:10 - 10:14konnte ich meinen Zwilling erwähnen.
-
10:14 - 10:18Als wir wegfuhren,
sah ich in seinem Blick, -
10:18 - 10:23dass er glaubte, ich wäre
mit etwas davongekommen. -
10:23 - 10:27Unser Verstand ist schwer zu ändern,
sobald wir einmal überzeugt sind. -
10:27 - 10:31Es ist normal, sich nach
einer Niederlage entmutigt zu fühlen. -
10:31 - 10:36Aber glauben Sie nicht,
dass Sie es nicht schaffen können. -
10:36 - 10:39Bekämpfen Sie die Gefühle
von Hilflosigkeit. -
10:39 - 10:42Sie müssen die Situation
in die Hand nehmen -
10:42 - 10:46und die Negativspirale beenden,
bevor sie beginnt. -
10:46 - 10:48[Emotionales Bluten stoppen]
-
10:48 - 10:51Unser Geist und unsere Gefühle
-
10:51 - 10:54sind nicht die glaubwürdigen Freunde,
für die wir sie halten. -
10:54 - 10:56Das sind eher launische Freunde,
-
10:56 - 11:02in einer Minute unterstützend,
in der anderen sehr unangenehm. -
11:02 - 11:04Ich arbeitete mit einer Frau,
-
11:04 - 11:08die nach 20 Ehejahren
und einer grässlichen Scheidung -
11:08 - 11:10endlich für ihr erstes Date bereit war.
-
11:10 - 11:15Sie traf ihn online, er wirkte
nett und schien erfolgreich -
11:15 - 11:19und vor allem schien er sie zu mögen.
-
11:19 - 11:22Dementsprechend aufgeregt war sie.
Sie kaufte ein neues Kleid -
11:22 - 11:26und sie trafen sich in einer teuren Bar
in New York auf ein Getränk. -
11:26 - 11:33Nach 10 Minuten stand er auf, sagte:
"Ich bin nicht interessiert" und ging. -
11:33 - 11:38Ablehnung ist extrem schmerzhaft.
-
11:38 - 11:41Die Frau war so verletzt, dass sie
sich nicht bewegen konnte -
11:41 - 11:43und rief eine Freundin an.
-
11:43 - 11:47Die Freundin sagte ihr:
"Was hast du erwartet? -
11:47 - 11:50Du hast breite Hüften,
nichts Interessantes zu erzählen, -
11:50 - 11:53warum sollte so ein attraktiver
und erfolgreicher Mann -
11:53 - 11:57mit einer Verliererin wie dir ausgehen?"
-
11:57 - 12:00Schlimm, dass eine Freundin
so grausam sein kann. -
12:00 - 12:03Aber es wäre weniger überraschend,
-
12:03 - 12:06wenn nicht die Freundin dies gesagt hätte,
-
12:06 - 12:09sondern die Frau zu sich selbst.
-
12:09 - 12:13Wir alle tun das, besonders
nach einer Zurückweisung. -
12:13 - 12:17Wir beginnen an all unsere Fehler
und Schwächen zu denken, -
12:17 - 12:19was wir gern wären,
was wir gern nicht wären, -
12:19 - 12:20wir beschimpfen uns.
-
12:20 - 12:24Vielleicht nicht so derb,
aber wir alle tun es. -
12:24 - 12:28Interessanterweise tun wir das, obwohl
unser Selbstwert bereits beschädigt wurde. -
12:28 - 12:31Warum sollten wir ihn noch mehr zerstören?
-
12:31 - 12:34Einen körperlichen Schaden
würden wir nie vergrößern. -
12:34 - 12:37Sie würden sich nicht schneiden
und sagen: "Ja, genau! -
12:37 - 12:41Ich nehme ein Messer und versuche
es noch schlimmer zu machen." -
12:41 - 12:44Bei psychischen Verletzungen
tun wir das ständig. -
12:44 - 12:48Warum? Wegen schlechter
emotionaler Hygiene. -
12:48 - 12:50Wir nehmen unsere psychische
Gesundheit nicht wichtig. -
12:50 - 12:54Dutzende Studien belegen,
bei niedrigem Selbstwertgefühl -
12:54 - 12:58ist man empfänglicher
für Stress und Angst, -
12:58 - 13:03Fehler und Ablehnungen sind schmerzhafter
und schwerer zu verarbeiten. -
13:03 - 13:09Nach einer Zurückweisung sollte man
das Selbstwertgefühl wiederbeleben, -
13:09 - 13:13und nicht in den Ring steigen
und es zu Brei schlagen. -
13:13 - 13:15Behandeln Sie sich
bei emotionalem Schmerz -
13:15 - 13:21mit dem gleichen Mitgefühl, das Sie
von einem guten Freund erwarten würden. -
13:21 - 13:24[Schützen Sie Ihr Selbstwertgefühl]
-
13:24 - 13:28Wir müssen ungesundes psychologisches
Verhalten erkennen und ändern. -
13:28 - 13:32Eines der häufigsten und
ungesündesten heißt Grübeln. -
13:32 - 13:35Grübeln bedeutet Wiederkäuen.
-
13:35 - 13:39Wenn Sie Ärger mit der Chefin haben,
Ihr Professor Sie lächerlich macht -
13:39 - 13:42oder Sie Streit mit einer Freundin haben
-
13:42 - 13:46und Sie nicht aufhören können, die Szene
tagelang in Ihrem Kopf zu wiederholen, -
13:46 - 13:48manchmal sogar wochenlang.
-
13:48 - 13:54Grübeln über unerfreuliche Ereignisse
kann leicht zur Gewohnheit werden, -
13:54 - 13:56zu einer sehr kostspieligen.
-
13:56 - 14:00Mit häufigen ärgerlichen
und negativen Gedanken -
14:00 - 14:03setzt man sich der großen Gefahr aus,
-
14:03 - 14:07eine klinische Depression,
Alkoholismus, Essstörungen -
14:07 - 14:10und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen
zu entwickeln. -
14:10 - 14:16Der Drang zum Grübeln kann sich
sehr stark und bedeutend anfühlen. -
14:16 - 14:18Es ist schwierig, damit aufzuhören.
-
14:18 - 14:22Ich weiß das so genau,
weil ich vor über einem Jahr -
14:22 - 14:24selbst dieses Verhalten entwickelte.
-
14:24 - 14:31Mein Bruder erfuhr, dass er
ein Lymphom im dritten Stadium hatte. -
14:31 - 14:33Sein Krebs war sehr bösartig.
-
14:33 - 14:37Er hatte sichtbare Tumoren
am ganzen Körper -
14:37 - 14:42und musste eine rigide
Chemotherapie beginnen. -
14:42 - 14:46Ich dachte ständig daran,
was er durchmacht. -
14:46 - 14:50Ich konnte nicht aufhören
zu denken, wie sehr er leidet, -
14:50 - 14:54obwohl er sich nicht einmal beschwert hat.
-
14:54 - 14:57Er hatte eine unglaublich
positive Einstellung. -
14:57 - 15:00Seine psychische Gesundheit
war ausgezeichnet. -
15:00 - 15:05Ich war körperlich fit, aber
psychologisch ein Häufchen Elend. -
15:05 - 15:07Ich wusste, was zu tun ist.
-
15:07 - 15:11Studien zeigen, dass eine
zweiminütige Ablenkung genügt, -
15:11 - 15:14um den Grübelzwang sofort zu stoppen.
-
15:14 - 15:17Jedes Mal wenn ich Sorgen, Aufregung
oder negative Gedanken hatte, -
15:17 - 15:22dachte ich an etwas anderes,
bis der Drang sich legte. -
15:22 - 15:27Binnen einer Woche
änderte sich meine Perspektive -
15:27 - 15:31und ich wurde positiver
und optimistischer. -
15:31 - 15:369 Wochen nach der ersten Chemotherapie
hatte mein Bruder eine Computertomografie. -
15:36 - 15:39Ich war bei ihm, als die Ergebnisse kamen.
-
15:39 - 15:42Alle Tumoren waren verschwunden.
-
15:42 - 15:45Er hatte noch 3 Behandlungen vor sich,
-
15:45 - 15:48doch wir wussten, er würde sich erholen.
-
15:48 - 15:54Diese Aufnahme stammt von vor zwei Wochen.
-
15:54 - 15:57Durch Handeln, wenn Sie einsam sind,
-
15:57 - 16:00durch eine andere
Reaktion auf Misserfolg, -
16:00 - 16:03durch das Schützen
Ihres Selbstwertgefühls -
16:03 - 16:05und das Bekämpfen negativen Denkens
-
16:05 - 16:08werden Sie nicht nur Ihre
psychischen Wunden heilen, -
16:08 - 16:13sondern auch emotional
widerstandsfähiger und erfolgreicher. -
16:13 - 16:17Vor hundert Jahren begannen
Leute mit persönlicher Hygiene -
16:17 - 16:21und die Lebenserwartung
stieg über 50 Prozent -
16:21 - 16:24in wenigen Jahrzehnten.
-
16:24 - 16:28Ich glaube, unsere Lebensqualität
würde sich ebenso dramatisch verbessern, -
16:28 - 16:32wenn wir anfingen,
emotionale Hygiene zu betreiben. -
16:32 - 16:37Können Sie sich eine Welt vorstellen,
in der jeder psychisch gesünder wäre? -
16:37 - 16:40Wo es weniger Einsamkeit
und weniger Depression gäbe? -
16:40 - 16:43Wo Menschen wüssten,
wie man eine Niederlage überwindet? -
16:43 - 16:46Wo sie sich in ihrer Haut wohler
und machtvoller fühlen würden? -
16:46 - 16:50Wo sie glücklicher und erfüllter wären?
-
16:50 - 16:54Ich kann das, denn dies ist die Welt,
in der ich leben möchte -
16:54 - 16:58und in der auch mein Bruder leben möchte.
-
16:58 - 17:02Wenn man sich informiert
und einige Gewohnheiten ändert, -
17:02 - 17:06ist das die Welt,
in der wir alle leben können. -
17:06 - 17:08Vielen Dank.
-
17:08 - 17:11(Applaus)
- Title:
- Emotionale Erste Hilfe für alle
- Speaker:
- Guy Winch
- Description:
-
Wir suchen einen Arzt auf, sobald sich eine Grippe abzeichnet oder ein Schmerz uns quält. Warum suchen wir dann keinen Gesundheitsexperten auf, wenn wir emotionalen Schmerz spüren, wie z.B. Schuld, einen Verlust oder Einsamkeit?
Zu viele von uns behalten bekannte psychologische Gesundheitsprobleme für sich, sagt Guy Winch. Doch das müssen wir nicht. Er liefert ein überzeugendes Argument für das Praktizieren emotionaler Hygiene: ein Ansatz, sich um unsere Gefühle und unser Denken in gleicher Weise zu kümmern, wie wir es für unsere Körper tun. - Video Language:
- English
- Team:
closed TED
- Project:
- TEDTalks
- Duration:
- 17:24
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Retired user edited German subtitles for Why we all need to practice emotional first aid | |
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Retired user approved German subtitles for Why we all need to practice emotional first aid | |
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Patricia Calderón Koch edited German subtitles for Why we all need to practice emotional first aid | |
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Patricia Calderón Koch edited German subtitles for Why we all need to practice emotional first aid | |
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Patricia Calderón Koch accepted German subtitles for Why we all need to practice emotional first aid | |
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Torsten Lange edited German subtitles for Why we all need to practice emotional first aid |