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Hi, hier ist Sal und ich bin hier mit Dr. Andy Conelly an der Stanford Medical School.
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Hey Sal, ich bin heute hier um Histologie zu erklären.
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Histologie! Vergib mir meine vielleicht etwas blöde Frage, aber was ist eigentlich Histologie?
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Naja -ologie bedeutet ja die Wissenschaft von etwas und hier bedeutet Histo- "Gewebe".
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Wir werden uns die zellulären Komponenten von Organen angucken.
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Cool... yeah.
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Also was wir uns heute anschauen ist die Histologie des Dickdarms.
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Für den Kolon bekommen wir oft Gewebeproben von der Pathologie.
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Also der Kolon ist der Dickdarm.
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Wenn man also ein Stück vom Dickdarm hat, dass vom Patienten entnommen wurde, weil da ein Bereich
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mit Krebs ist.
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Es könnte Krebs sein, sie sind tatsächlich ziemlich gut beim durchführen einer Colonoskopie.
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Sich das Ganze von innen anschauen...
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Man hat sich das Ganze schon oft von innen angeschaut und man dachte es wäre Krebs,
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man hat ein Stck entnommen, zu uns geschickt und dann erst entfernt.
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Und warum schickt man das zu euch?
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Wenn sie wissen das es Krebs ist, um zu erfahren wie schwerwiegend es ist?
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Wie schwerwiegend der Krebs ist... Aber auch um eine wirklich gute Gewebeanalyse zu bekommen
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um sicher zu gehen, wenn sie ein Stück deines Darms entfernen, das es wirklich Krebs ist
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und nicht nur aussieht wie Krebs.
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Es ist also der finale Beweis, bevor man ein Stück entfernt.
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Und wenn der Krebs dann entfernt wird, wollen sie natürlich die Ränder checken
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um sicher zu gehen, das wirklich alles entfernt wurde.
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Aber wenn man da erst mal drin ist, findet man noch andere Arten von Gewebe, das hier ist ein Polyp.
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Also wenn wir sagen, die Ränder checken, meint man auf Nummer sicher zu gehen
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das man genug Material entfernt hat um den gesamten Krebs abzudecken.
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Dass man nicht sozusagen durch den Krebs geschnitten hat und was übrig gelassen hat.
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Ja, das ist richtig, weil dasdie traditionelle
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chirurgische Behandlung des Herausschneidens um zu Heilen ist.
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Darmkrebs, das scheint immer noch der Fall zu sein.
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Ja, weil man es herausschneidet um sicher zu gehen, das man wieder gesund wird.
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Aber da sind andere Arten von Krebs, die schon früh sehr weit streuen
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die man normalerweise nicht herausschneidet.
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Also ein Polyp kann man in einem entnommenen Stück Darm finden.
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Ein Polyp ist etwas das heraussteht.
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Irgendein Gewebe das heraussteht. Das muss kein Krebs sein.
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Nein, zum Beispiel ein bekannter Ort für sowas
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ist die Nasennebenhöhle. Manche Leute haben damit Probleme.
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Die haben dann Polypen in der Nasennebenhöhle.
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Die werden dann fast immer ausgebrannt.
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Und dann gibt es noch Bereiche wo die Darmwand
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ein bisschen angeraut ist, da nehmen wir dann Proben von.
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Das passiert wenn jemand allergisch auf Essen reagiert.
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Genau solche Irritationen.
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Ja, Irritationen bestimmter Stellen.
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Also es gibt Bereiche mit Irritationen,
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andere in denen ein Polyp heraussteht
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und wir schauen uns das dann unter dem Mikroskop an
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und das ist es dann, worum wir uns kümmern.
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Also das werden wir heute
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in diesem Video besprechen.
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Als als aller erstes schauen wir uns ein Beispiel
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eines normalen Rands an.
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Das ist also von einem kleinen Stück
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der Rand.
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Also das nennt man tatsächlich Geweberand?
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Ja, Geweberand.
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Gewöhnliches Gewebe.
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Das ist also der Rand einer Probe und der Chirurg würde sagen: Sind die Ränder okay?
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Dr: In diesem Beispiel sind die Ränder okay.
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Das ist ganz normal aussehender Darm.
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S: Das ist ein Querschnitt, der durch die Darmwand geht.
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Der Bereich hier oben rechts, wäre als das Darminnere, wo die Kacke ist...
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Dr: Ärtze sagen Stuhl. Das ist also Stuhl in der Mitte und das unterstützende Gewebe liegt darunter.
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S: Teil des strukturellen Gewebes der Röhre?
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Dr: Richtig. Lass uns jetzt unsere Probe genauer angucken.
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Das ist eine virtuelle Probe, bei der wir eine typische mikroskopische Probe genommen haben
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und in eine spezielle Maschine getan haben, die viele Bilder macht und diese dann
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zu einem riesigen Bild zusammensetzt. Das ermöglicht dann das hereinzoomen und anschauen.
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S: Also erst mal um mich zurecht zu finden, das ist ein Polyp...
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Dr: Nein, das ist gewöhnliches Gewebe - eine kleine Falte, aber kein Polyp.
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S: Okay, wie groß ist das, etwa ein Zentimeter?
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Dr: Ungefähr. Ich würde sagen, um die 5-6 mm.
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So, jetzt fahren wir herum, das ist die Steuerung für herein- und herauszoomen.
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So kann ich mir das ein bisschen näher anschauen, das hier ist die Schleimhaut.
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S: Schleimhaut, ich höre schon das Wort Schleim.
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Dr: Genau. Die Schleimhaut ist bedeckt mit Schleim. Der glibberige Teil sozusagen.
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S: Und das Weiße hier?
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Dr: Das Zeug ist der Schleim. Es bewahrt das innere vor dem Austrocknen,
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weil es ein wirklich feuchtes Gel ist. Das bedeutet auch das Sachen daran entlang gleiten
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ohne die Oberfläche zu beschädigen. Wenn du dir das anschaust, das ist ein ganz spezieller Aufbau,
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diese Drüsen, die sind wie aufgeklebte Reagenzgläser, deren Zweck es ist die Oberfläche zu vergrößern.
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S: Und der Begriff Drüse umschreibt jede Struktur die Flüssigkeit enthält und diese abgibt?
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Dr: Eine Drüse ist ein Epithel, das bedeutet es besteht aus eng zusammengepackten Zellen,
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und die Zellen haben ein Oben und ein Unten, und die sind von irgendetwas eingefasst,
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es gibt also eine Mitte und ein Draußen.
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S: Wenn wir über ein Epithel sprechen, ist das dann das was nach außen schaut?
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Dr: Ja. Das Epithel ist eine besondere Form von Zellen die der äußeren Welt begegnen und,
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nocheinmal, eng gepackt sind und es gibt ein Oben und ein Unten.
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S: Und auch wenn das für einen Laien nicht wie die äußere Welt aussieht,
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weil es in dir drin ist. Wir sind sozusagen riesige Donuts.
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Dr: Ja genau! Und der Colonoskopist beweist, das es mit der Welt dadraußen verbunden ist.
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S: HAHAHA! Ich kann mir vorstellen, wie die das beweisen.
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Dr: Also das ist immer noch die äußere Welt. Das ist ein Gebilde mit vielen Falten um
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die Oberfläche zu vergrößern. Die produziert auch den Schleim.
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Lass uns mal in die maximale Vergößerung gehen. Schau dir diese Zellen an! Wenn man die genauer betrachtet,
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sieht man, dass es 2 Typen gibt. Zum einen die hier, das ist eine Becherzelle.
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S: Becherzelle. Das ist nicht nur der weiße Teil, das geht da ganz runter?
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Dr: Naja, gib mir mal den Stift. Oben sieht das etwa so aus, und... siehst du das Weinglas?
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S: Das ist ja wirklich wie ein Becher geformt. Ich hab das Falsche eingekreist.
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Der Zellkern gehört zu einer anderen Zelle.
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Direkt daneben sind diese dünnen Zellen, die keinen Schleim beinhalten.
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Die Dinger hier sind die Langgezogenen.
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S: Bei denen man nur den Zellkern sieht? Das Weiße ist also nur der Schleim in der Zelle.
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Dr: Ja. Schleim ist der Begriff für die gesamte Struktur oder das Zeug was hier oben abgegeben wird,
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chemisch gesehen ist das Mucin, das ist wie das klebrige Zeug das Läufer essen,
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das ist einfach nur jede Menge in Wasser gelöster Zucker.
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S: Ich verstehe, wäre auch schlechtes Marketing wenn sie es Schleimbeutel nennen würden. HAHAHA.
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Dr: Genau! Aber der hier enthält jede Menge Zucker und Wasser
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das abgeben wird und diese Oberfläche bildet.
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S: Um Dinge vorbeigleiten zu lassen.
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Dr: Die Aufgabe der anderen Zelle ist die andere Aufgabe die im Dickdarm erledigt wird,
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nämlich das Wasser zu absorbieren. Die Idee dahinter ist, du willst nicht die 2 Liter Flüssigkeit ausscheiden,
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die du mit jeder Mahlzeit zu dir nimmst. Die willst du bei dir behalten.
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S: Das ist also die Hauptaufgabe des Dickdarms?
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Dr: Genau. Es ist der erdichtungsprozess des Stuhl. So absorbiert man eine Menge Wasser
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und zwar mit Hilfe dieser Zellen.
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S: Der Schleim kommt also hier raus und das Wasser wird dann von den Teilen ohne Schleim absorbiert, also hier.
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Dr: Jup. Das ist richtig. Die beiden Hauptdunktionen des Dickdarms werden von diesen beiden Zellen vollbracht.
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S: Um zu verstehen wo wir sind, das ganze Ding ist ca. 0.5 cm groß, was ist hier der Maßstab?
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Dr: Unser Lieblingsmaßstab hier sind die Blutgefäße, die roten Blutzellen,
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Die hier ist 7 Mikrometer im Durchmesser.
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7 Mikrometer. Ein Mikrometer ist ein Millionstel Meter oder ein Tausendstel von 1 Millimeter.
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Dr: Genau. Lass uns auf einen Hundertstel Millimeter runden.
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S: 100 von denen nebeneinander ergeben einen Millimeter. Das bedeutet das ein Millimeter mehr ist als der gesamte Bilschirm.
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Dr: Richtig. Man sieht an diesen Drüsen, 1 Millimeter wäre so viel,
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deshalb ist es von hier bis hier etwa 7 Millimeter.
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Dr: Rote Blutkörperchen findet man in fast jedem mikroskopischen Bild und die sind immer 7 Mikrometer.
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Schau hier, as ist hervorragend geformt. Man sieht diese schlauchförmigen Drüsen,
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hier nur angedeutet, weil die sind wie Reagenzgläser, die gehen manchmal nicht gerade hoch
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und runter, manchmal schaut man aus einem bestimmten Winkel auf sie.
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S: Die reichen bis zur Oberfläche, aber wir können sie nicht sehen, wegen der Schnittfläche?
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Wie die hier, die wurde in einem Winkel geschnitten, es sieht so aus als wäre sie eingebettet in 2D
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aber in 3D würde man eine ganze Röhre sehen.
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Dr: Um zu Mikroskopie zurück zu kommen, wir sehen das weil es nur 4 Mikrometer dick ist,
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und wir schicken Licht durch das Gewebe.
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Das ist der Grund warum man bei einem Querschnitt keine 3 Dimensionen hat, sondern nur 2.
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S: Cool! So sieht also ein gesunder Geweberand aus?
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Dr: Ja, das ist ein gesunder Dickdarm, man würde dankbarerweise sagen, auf der proximalen Seite,
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das bedeutet auf der zum Mund gelegenen Seite, ist alles okay. Man entnimmt eine andere Probe an der distalen Seite
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also mehr in Richtung Ende, und wenn das okay ist, bedeutet das der Krebs wurde entfernt.
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S: Wenn du sagst, die proximale Seite ist nah am Mund,
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heißt das der Mund des Stück Schlauchs, nicht der Person.
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Dr: Ja klar. Der proximale und destinale Rand ist okay, wenn sie so aussehen.