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Kevin Kelly erklärt, wie sich Technik entwickelt

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    Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe noch nicht
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    genau ergründet, was Technik für mein Leben bedeutet.
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    Das letzte Jahr habe ich nachgedacht, worum es wirklich gehen sollte.
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    Sollte ich Pro-Technik sein? Sollte ich sie völlig annehmen?
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    Sollte ich auf der Hut sein? Wie sie war ich von Letzterem sehr geleitet.
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    Aber auf der anderen Seite habe ich vor ein paar Jahren
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    all meinen Besitz aufgegeben;
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    meine ganze Technik verkauft -- bis auf ein Fahrrad --
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    und fuhr damit 5.000 Kilometer auf den Nebenstraßen Amerikas, nur mit Muskelkraft,
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    meistens angetrieben durch Kekse und Junk-Food.
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    (Lachen)
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    Seitdem habe ich versucht, mir die Technik
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    soweit vom Leib zu halten, dass sie nicht mein Leben bestimmt.
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    Gleichzeitig betreibe ich eine Webseite zu coolen Geräten,
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    auf der ich eine tägliche Besessenheit der neuesten Technik veröffentliche.
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    Also bin ich immer noch ratlos, was die wahre Bedeutung von Technik ist,
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    wie sie sich zur Menschheit, zur Natur verhält,
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    zum Spirituellen verhält.
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    Und ich bin mir nicht mal sicher, ob wir wissen, was Technik ist.
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    Eine Definition von Technik ist das, was zuerst aufgezeichnet wurde.
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    Dies ist das erste Beispiel moderner Nutzung von Technik, das ich finden kann.
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    Es war der empfohlene Lehrplan, um mit angewandter
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    Kunst und Wissenschaft an der Universität Cambridge 1829 umzugehen.
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    Davor gab es, offensichtlich, keine Technik. Aber offensichtlich doch.
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    Ich mag eine der Defintionen die Alan Kay für Technik hat.
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    Er sagt, Technik ist alles, was nach ihrer Geburt erfunden wurde.
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    (Lachen)
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    Es fasst eine Menge von dem zusammen, worüber wir sprechen.
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    Danny Hillis hat tatsächlich noch ein Update dafür --
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    er sagt, Technik ist alles, das noch nicht richtig funktioniert.
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    (Lachen)
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    Was auch, denke ich, ein wenig in die Richtung der aktuellen Idee geht.
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    Aber ich habe mich für eine andere Technikdefinition interessiert.
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    Etwas, wiederum, das auf etwas Fundamentaleres zurück geht.
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    Etwas das tiefer ging. Und als ich damit kämpfte, es zu verstehen,
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    kam ich auf einen Weg, die Frage zu fassen,
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    die scheinbar in meinen Forschungen für mich arbeitete.
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    Und ich werde, heute Morgen, zum ersten Mal darüber reden.
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    Dies ist ein sehr grober Versuch, laut zu denken.
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    Die Frage, die mir kam, war diese Frage:
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    Was will Technik? Und damit meine nicht, ob
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    sie Schokolade oder Vanille will. Mit dem was sie will meine ich,
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    was sind ihre inhärenten Trends und Neigungen?
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    Was sind ihre Tendenzen im Laufe der Zeit? Eine Art, nachzudenken ist es,
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    über biologische Organismen nachzudenken, von denen wir eine Menge gehört haben.
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    Der Trick den Richard Dawkins macht, ist es sozusagen,
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    sie einfach als Gene zu sehen, als Fahrzeuge für Gene.
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    Also sagt er, was wollen Gene? Das egoistische Gen.
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    Ich wende einen ähnlichen Trick an, um zu sagen,
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    Was wäre, wenn wir das Universum in unserer Kultur
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    durch die Augen der Technik ansähen? Was will Technik?
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    Offensichtlich ist das eine unvollständige Frage,
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    genau so, wie einen Organismus nur als ein Gen
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    zu sehen, ein unvollständiger Weg ist.
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    Aber es ist immer noch sehr produktiv. Also versuche ich zu sagen,
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    wenn wir die Weltansicht der Technik nehmen, was will sie?
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    Und ich denke, sobald wir die Frage gestellt haben,
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    müssen wir zurück gehen, in der Tat zum Leben. Weil in der Tat,
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    wenn wir die Ursprünge der Technik weit zurück strecken,
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    denke ich, kommen wir an einem Punkt zum Leben zurück.
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    Dort im Leben möchte ich meine kleine Entdeckungsreise beginnen.
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    Und wie sie von den vorherigen Rednern hörten,
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    wissen wir nicht wirklich, welches Leben es jezt auf der Erde gibt.
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    Wir haben keine Vorstellung.
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    Craig Venters kollossaler und brillianter Versuch
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    die DNA von Wesen im Ozean zu sequenzieren ist großartig.
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    Brian Farrels Arbeit ist Teil dieser Absicht es zu versuchen,
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    tatsächlich alle Spezies der Erde zu entdecken.
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    Eine der Sachen, die wir machen sollten, ist ein Raster des Planeten
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    und zufällig losgehen und die Kreuzungspunkte des Rasters untersuchen,
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    nur um zu sehen, was mit dem Leben ist. Und das taten wir
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    mit unserer kleinen Marsprobe, das haben wir nicht auf der Erde gmacht,
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    wir würden einige unglaubliche Spezies sehen.
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    Das ist kein anderer Planet. Das sind Dinge
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    die auf unserem Planeten versteckt sind.
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    Das ist eine Ameise, die den Honig ihrer Kollegen in ihrem Unterleib speichert.
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    Jeder dieser Organismen, die wir beschrieben haben -- die sie sahen
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    durch Jamie und andere, diese wundervollen Dinge --
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    Was jedes von ihnen macht, ist, dass
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    sie die Regeln des Lebens hacken.
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    Ich kann mir kein einzelnes biologisches Prinzip vorstellen,
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    das nicht irgendwo eine Ausnahme durch einen Organismus hat.
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    Jede einzelne Sache, die wir uns vorstellen können --
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    und sie haben Olivias Talk über das Sexualverhalten gehört,
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    sie werden merken, dass es nichts gibt, was für das gesamte Leben gilt,
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    weil jeder Einzelne von ihnen etwas darin hackt.
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    Dies ist eine solarbetriebene Seeschnecke. Ein Nacktkiemer.
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    Sie hat innen Chloroplasten eingelagert um sich mit Energie zu versorgen.
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    Dies ist eine andere Version. Es ist ein Fetzenfisch,
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    und der am Grund, der blaue ist ein Jungtier, das noch nicht die
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    Säure geschluckt hat, noch nicht den
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    braungrünen Algentümpelschaum in seinen Körper aufnahm, um ihm Energie zu geben.
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    Das sind Hacks und wenn wir die allgemeine Form der
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    Zugangs zum Lebens-Hacken ansehen, gibt es nach gegenwärtigem Konsens,
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    sechs Reiche. Sechs verschiedene breite Zugänge: Pflanzen,
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    Tiere, Pilze, die Proteste - die kleinen Dinger - Bakterien
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    und Archeabakterien. Archeen.
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    Das sind die üblichen Zugänge zu Leben. Das ist eine Art, heutiges Leben auf der Erde zu sehen-
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    Aber eine interessantere Art,
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    die derzeitige Art um einen lngfristigen Blick zu werfen,
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    ist, es aus einer evulotionären Perspektive zu betrachten.
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    Und hier haben wir einen Blick auf die Evolution, bei dem die Evolution
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    nicht linear mit der Zeit geht, sondern aus der Mitte kommt.
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    In der Mitte ist das Einfachste und es ist eine genealogische Tafel
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    allen Lebens auf der Erde. Es sind alle sechs Reiche.
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    Sie sehen 4000 repräsentative Spezies und sie sehen wo wir sind.
  • 6:21 - 6:22
    Aber was ich daran mag ist, dass sie zeigt, dass
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    jeder heute lebende Organismaus auf der Erde gleich entwickelt ist.
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    Diese Fungi und Bakterien sind so hoch entwickelt wie Menschen.
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    Sie waren genau so lange da und sind durch genau
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    dieselbe Art von Versuch und Irrtum gegangen, um dorthin zu gelangen.
  • 6:38 - 6:43
    Aber wir sehen dass jeder von ihnen tatsächlich hackt
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    und einen anderen Weg hat, herauszufinden, wie man lebt.
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    Und wenn wir die langfristigen Trends des Lebens nehmen, wenn wir sagen,
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    was will Evolution? Dann sehen wir verschiedene Dinge.
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    Eines dieser Dinge der Evolution ist, dass wir nirgends auf der Erde
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    waren, wo wir kein Leben finden.
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    Wir finden Leben auf dem Grund jedes langfristigen,
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    Langstrecken-Bohrkerns im Innern von Fels
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    den wir hochholen -- und es gibt Bakterien in den Poren des Felsens.
  • 7:13 - 7:17
    Und wo auch immer Leben ist, es zieht sich nie zurück. Es ist allgegenwärtig und will mehr sein.
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    Mehr und mehr der reglosen Materie des Globus
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    wird berührt und vom Leben angeregt.
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    Als zweite Sache sehen wir Diversität. Wir sehen auch Spezialisierung.
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    Wir sehen die Bewegung von einer Allzweck-Zelle
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    zu den Spezifischeren und Spezialisierteren.
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    Und wir sehen es zu einer sehr intuitiven Komplexität treiben-
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    Und tatsächlich haben wir aktuelle Daten, die zeigen, dass
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    es im Laufe der Zeit eine tatsächliche Drift zur Komplexität gibt.
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    Und zuletzt komme ich auf diese Nacktschnecke zurück.
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    Eines der Dinge, die wir am Leben sehen ist, dass es sich
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    vom Inneren zu steigender Geselligkeit bewegt. Und das bedeutet,
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    das es mehr und mehr Leben gibt, dessen ganze Umwelt anderes Leben ist.
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    Wie diese Chloroplastenzellen --
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    Sie sind vollständig von anderem Leben umgeben-
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    Sie berühren nie die innere Materie. Es gibt mehr und mehr Koevolution.
  • 8:06 - 8:09
    Also sind die allgemeinen, langfristigen Trends der Evolution
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    ungefähr diese fünf: Allgengenwart, Diversität, Spezialisierung,
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    Komplexität und Sozialisierung. Nun, ich nahm das und sagte,
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    ok, was sind die langfristigen Trends der Technik?
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    Und wieder ist meine Frage, was will Technik?
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    Und so fand ich bemerkenswerterweise haraus,
  • 8:30 - 8:33
    dass es auch eine Tendenz zur Spezialisierung gibt.
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    So sehen wir dass es einen allgemeinen Hammer gibt
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    und Hämmer werden mehr und mehr spezifisch im Laufe der Zeit.
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    Es gibt offensichtlich Diversität- Große Mengen an Sachen.
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    Dies ist der gesamte Hausrat eines japanischen Hauses.
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    Ich habe sogar meine Tochter -- gab ihr einen Stückzähler,
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    und ich gab ihr letzten Sommer den Auftrag rumzugehen
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    und die Anzahl der technischen Spezies in unserem Haushalt zu zählen.
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    Und sie kam auf 6000 verschiedene Produktspezies.
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    Ich habe etwas geforscht und herausgefunden, dass der König von England, Heinrich VIII,
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    nur etwa 7000 Sachen in seinem Haushalt hatte.
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    Und er war der König von England,
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    und das war das ganze Vermögen Englands dieser Zeit.
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    Also sehen wir gewaltige Mengen von Diversität in den Arten von Sachen.
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    Dies ist eine Szene aus Star Wars als der 3PO kommt
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    und Maschinen sieht, die Maschinen machen. Wie verdorben!
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    Nun, es ist wirklich das, worauf wir zusteuern: Weltmaschinen.
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    Und die Technik wird nur durch andere Technik hervorgebracht.
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    Die meisten Maschinen werden immer nur in Kontakt mit anderen Maschinen treten.
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    Und nicht Nicht-Technik oder sogar Leben.
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    Und drittens, die Idee, dass Maschinen biologischer und komplexer werden
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    ist an dieser Stelle ein Klischee. Und ich bin froh zu sagen,
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    ich bin teilweise verantworlich für das Klischee,
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    dass Maschinen biologisch werden, aber das ist ziemlich nahe liegend.
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    Die Haupttrends in der Technikevolution sind in Wahrheit
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    die selben wie in der biologischen Evolution. Die selben Triebe, die wir sehen
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    hin zu Allgegenwart, zu Diversität, zu Sozialisierung
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    zu Komplexität. Das ist vielleicht keine große Überraschung,
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    denn wenn wir etwa die Evolution der Rüstung kartieren,
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    können sie in der Tat einer Art evolutionären kladistischen Baum folgen.
  • 10:11 - 10:16
    Ich schlage vor, dass in der Tat Technik das siebte Reich des Lebens ist.
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    Das ihre Tätigkeiten und wie sie arbeitet so ähnlich sind,
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    dass wir von ihr als dem siebten Reich ausgehen können.
  • 10:24 - 10:27
    Also wäre es irgendwie näherungsweise da oben,
  • 10:27 - 10:33
    aus dem Reich der Tiere kommend. Und wenn wir das täten,
  • 10:33 - 10:36
    würden wir herausfinden -- wir könnten uns Technik tatsächlich so nähern.
  • 10:36 - 10:41
    Das ist Niles Eldredge- Er war mit Stephen Jay Gould Mitentwickler der
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    Theorie des Punktualismus.
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    Aber als Nebeneffekt sammelt er Kornette.
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    Er hat eine der weltgrößten Sammlungen -- etwa 500 davon.
  • 10:50 - 10:53
    Und er hat sich entschieden, die so zu behandeln, als wären sie Trilobiten oder Schnecken.
  • 10:53 - 10:55
    und eine morphologische Analyse zu machen
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    und zu versuchen, ihre genealogische Geschichte abzuleiten.
  • 10:59 - 11:01
    Das ist seine Tafel, die noch nicht richtig veröffentlicht ist.
  • 11:01 - 11:04
    Aber der interessanteste Aspekt daran ist,
  • 11:04 - 11:07
    dass, wenn sie die roten Linien unten ansehen,
  • 11:07 - 11:14
    zeigen sie im Kern eine Elternschaft einer Art von Kornett,
  • 11:14 - 11:18
    die nicht mehr gefertigt wird. Das passiert in der Biologie nicht.
  • 11:18 - 11:21
    Wenn etwas ausgelöscht ist, kann man es nicht als Eltern haben.
  • 11:21 - 11:24
    Aber das gibt es in der Technik. Und es zeigt sich,
  • 11:24 - 11:28
    dass das so bezeichnend ist, dass sie sich den Baum ansehen können,
  • 11:28 - 11:31
    und sie ihn tatsächlich benutzen können, um zu bestimmen,
  • 11:31 - 11:35
    das dies ein technisches System gegen ein bilogisches System ist.
  • 11:35 - 11:39
    In der Tat ist diese Idee der Wiederauferstehung der ganzen Idee so wichtig,
  • 11:39 - 11:43
    dass ich anfing, nachzudenken, was mit alter Technik passiert.
  • 11:43 - 11:48
    Und es stellt sich heraus, dass Technik in der Tat nicht stirbt.
  • 11:48 - 11:50
    Also schlug ich das einem Wissenschaftshistoriker vor und er sagte,
  • 11:50 - 11:55
    "Nun, was ist mit, sie wissen schon, Dampfautos?
  • 11:55 - 11:59
    Es gibt sie nicht mehr." Nun es gibt sie in der Tat.
  • 11:59 - 12:06
    Es gibt sie sogar so sehr, dass sie neue Teile für ein Stanley Dampfauto kaufen können.
  • 12:06 - 12:09
    Und dies ist eine Webseite von einem Typen der Neuteile für
  • 12:09 - 12:13
    das Stanley Auto verkauft. Und was ich mochte, ist dieses
  • 12:13 - 12:16
    Ein-Klick, in-den-Einkaufswagen-Schaltfläche --
  • 12:16 - 12:17
    (Lachen)
  • 12:17 - 12:22
    um Dampfventile zu kaufen. Ich meine, es war -- es war wirklich da.
  • 12:22 - 12:27
    Und so fing ich an zu denken, nun, vielleicht ist das nur ein Zufallsmuster.
  • 12:27 - 12:30
    Vielleicht sollte ich das irgendwie konservativer angehen.
  • 12:30 - 12:35
    Also nahm ich den großen Montgomery Ward Katalog von 1895
  • 12:35 - 12:38
    und ging ihn zufällig durch. Und ich nahm eine Seite -- nicht ganz zufällig --
  • 12:38 - 12:41
    Ich nahm eine Seite die tatsächlich komplizierter war als andere,
  • 12:41 - 12:43
    weil viele von den Seiten mit Sachen gefüllt sind,
  • 12:43 - 12:46
    die noch hergestellt werden. Aber ich nahm diese Seite
  • 12:46 - 12:50
    und sagte, wie viele von diesen Dingen werden noch hergestellt?
  • 12:50 - 12:55
    Und keine Antiquitäten. Ich will wissen, wie viele dieser Sachen noch in der Produktion sind.
  • 12:55 - 12:58
    Und die Antwort ist: Alle von ihnen.
  • 12:58 - 13:05
    Alle werden noch produziert. Da haben wir Maisrebbler,
  • 13:05 - 13:07
    Ich weiß nicht, wer Maisrebbler braucht.
  • 13:07 - 13:11
    Seien es Maisrebbler -- wir haben Pflüge; wir haben Gebläsemühlen;
  • 13:11 - 13:14
    all diese Dinge -- und das sind keine, nochmal, Antiquitäten, Sie sind --
  • 13:14 - 13:17
    Sie können sie bestellen. Sie können ins Netz gehen und sie jetzt kaufen,
  • 13:17 - 13:22
    fabrikneu hergestellt. In einem bestimmten Sinn stirbt Technik nicht.
  • 13:22 - 13:29
    In der Tat können sie für 50 Mäuse ein Steinzeitmesser kaufen,
  • 13:29 - 13:33
    das genau so hergestellt wurde wie vor 10.000 Jahren.
  • 13:33 - 13:37
    Es ist kurz, Knochengriff, 50 Mäuse, Und in der Tat,
  • 13:37 - 13:40
    was wichtig ist, ist dass diese Information tatsächlich nie ausstarb.
  • 13:40 - 13:42
    Sie ist nicht nur wiederbelebt worden. Es wird fortgesetzt.
  • 13:42 - 13:45
    Und in Papua Neu-Guinea stellte man bis vor zwei Dekaden
  • 13:45 - 13:52
    Steinäxte her, einfach aus praktischen Gründen.
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    Selbst wenn wir versuchen, eine Technik loszuwerden, ist es sehr schwer.
  • 13:56 - 14:00
    Wir haben von den Amish gehört, die Autos aufgeben.
  • 14:00 - 14:02
    Wir haben von Japanern gehört, die Gewehre aufgeben.
  • 14:02 - 14:04
    Wir haben von diesem und jenem gehört. Aber ich ging zurück und
  • 14:04 - 14:07
    nahm, was ich finden konnte, die Beispiele der Geschichte
  • 14:07 - 14:10
    als es Verbote von Technik gab,
  • 14:10 - 14:13
    und dann habe ich versucht herauszufinden, wann sie zurück kamen,
  • 14:13 - 14:16
    weil sie immer zurück kamen. Und es stellte sich heraus, dass die
  • 14:16 - 14:18
    Dauer der Ungesetzlichkeit und des Verbots immer
  • 14:18 - 14:23
    im Laufe der Zeit abnahm. Und das im Kern Technik verzögert werden kann,
  • 14:23 - 14:26
    aber man kann sie nicht töten. Das hat einen Sinn, weil in einem bestimmten Sinn
  • 14:26 - 14:31
    ist Kultur die Ansammlung von Ideen.
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    Dafür ist es das. Und so sterben Ideen nicht aus.
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    Und wenn wir das nehmen, wir nehmen die Idee dessen, was Kultur macht
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    und fügen sie der Langzeitprojektion hinzu -- wieder in der Evolution des Lebens --
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    finden wir heraus, dass es bei jedem Fall -- jedem größeren Übergang im Leben --
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    wirklich um Beschleunigen und Veränderung der Art,
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    wie die Evolution abläuft, geht.
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    Sie verändern in der Tat die Art, wie Ideen erschaffen werden.
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    Also verstärken diese Schritte der Evolution prinzipiell
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    die Evolution der Entwicklungsfähigkeit.
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    Was also im Laufe der Zeit im Leben geschieht,
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    ist dass die Möglichkeiten, wie man neue Ideen, diese neuen Hacks entwickelt,
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    zunehmen. Und die echten Tricks sind Wege,
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    auf denen man die Art des Entdeckens entdeckt.
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    Und was wir dann in der Singularität,
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    die Kurzweil und andere prophezeiten, sehen,
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    ist die Idee, dass Technik die Evolution beschleunigt.
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    Sie beschleunigt die Art, wie wir nach Ideen suchen.
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    Also wenn das Leben hackt --
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    Leben bedeutet hacken, das Überlensspiel --
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    dann ist Evolution eine Art, das Spiel durch Regeländerungen zu erweitern.
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    Und Technik ist tatsächlich eine bessere Art, sich zu entwickeln.
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    Das nennen wir ein "grenzenloses Spiel".
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    Das ist die Definition eines "grenzenlosen Spiels". Ein endliches Spiel spielt man um zu gewinnen,
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    und ein grenzenloses Spiel wird gespielt um weiter zu spielen.
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    Und ich glaube, dass Technik in der Tat eine kosmische Kraft ist.
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    Der Ursprung der Technik war nicht 1829,
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    aber es war der Anfang des Urknalls,
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    und zu diesem Zeitpunkt waren die ganzen gewaltigen Milliarden Sterne des Universums
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    komprimiert. Das ganze Universum war in einen kleinen Quantenpunkt komprimiert,
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    und es war darin so eng, dass es keinen Raum für Unterschiede gab.
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    Das ist die Definition. Es gab keine Temperatur.
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    Es gab überhaupt keine Unterschiede. Und mit dem Urknall,
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    erweiterte sich die Möglichkeit für Unterschiede.
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    Wenn er sich ausweitet und und die Dinge, die wir haben ausweiten
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    ist die Möglichkeit von Unterschieden, Diversität, Optionen, Auswahl,
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    Chancen, Möglichkeiten und Freiheiten.
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    Das ist alles grundsätzlich das Gleiche.
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    Und es sind diese Dinge, die uns die Technik bringt.
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    Das bringt uns Technik: Auswahl, Möglichkeiten, Freiheiten.
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    Darum geht es: Es ist diese Ausweitung von Raum um Unterschiede zu machen.
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    Und ein Hammer, wenn wir einen Hammer greifen, ist das was wir nehmen.
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    Und deshalb greifen wir weiter nach Technik --
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    weil wir diese Dinge wollen. Diese Dinge sind gut.
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    Unterschiede, Freiheit, Auswahl, Möglichkeiten.
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    Und jedes mal, wenn wir einer neuen Gelegenheit Platz machen,
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    erlauben wir einer Plattform neue zu erschaffen.
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    Und ich denke das ist wirklich wichtig. Weil wenn sie sich Mozart
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    vor der Erfindung der Technik des Pianos vorstellen können --
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    was das für ein Verlust für die Gesellschaft wäre.
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    Stellen sie sich vor van Gogh wäre
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    vor der Technik günstiger Ölmalerei.
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    Stellen sie sich Hitchcock vor der Filmtechnik vor.
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    Irgendwo werden heute Millionen junger Kinder geboren, deren Technik
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    des Selbstausdrucks noch nicht erfunden worden ist.
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    Wir haben eine moralische Verpflichtung Technik zu erfinden
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    damit jede Person auf dem Planeten das Potential hat
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    ihren wahren Unterschied zu realisieren.
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    Wir wollen eine Trillion Zillionen Spezies von Individuen.
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    Das ist es was Technik wirklich will.
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    Ich werde durch einige der Einwände springen,
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    weil ich keine Antworten darauf habe, warum es Waldsterben gibt.
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    Ich habe keine Antwort darauf, dass ein scheinbar schlechte
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    Technik gibt. Ich habe keine Antwort darauf,
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    wie das unsere Würde betrifft, nur den Vorschlag, dass
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    vielleicht das siebte Reich, weil es so nah an dem ist, worum es bei Leben geht,
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    vielleicht können wir es zurück bringen und dazu bringen uns zu helfen, das Leben zu kontrollieren.
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    Vielleicht ist die Tatsache,
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    dass, das was wir irgendwie versuchen mit der Technik ist, eine gute Heimat für sie zu finden.
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    Es ist schrecklich, DDT auf Baumwollfelder zu sprühen,
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    aber es ist richtig gut es zu nutzen,
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    um Millionen Todesfälle durch Malaria in einem kleinen Dorf zu verhindern.
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    Unsere Menschlichkeit wird durch Technik definiert.
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    All das, was wir denken, an der Menscheit zu mögen,
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    wird durch Technik gesteuert. Das ist das unendliche Spiel.
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    Darüber sprechen wir.
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    Sie sehen, Technik ist ein Weg, um die Evolution zu entwickeln.
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    Sie ist ein Weg um Möglichkeiten und Gelegenheiten zu entdecken und mehr zu erschaffen.
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    Und es ist in der Tat ein Weg, das Spiel zu spielen, alle Spiele zu spielen.
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    Das ist es, was Technik will.
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    Und wenn sie daran denken, was Technik will,
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    Ich denke es hat damit zu tun, dass jeder hier -- und das glaube ich wirklich --
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    jeder hier eine Aufgabe hat- Und ihre Aufgabe ist es,
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    ihr Leben damit zu verbringen, herauszuufiinden, was ihre Aufgabe ist.
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    Diese rekursive Beschaffenheit ist das unendliche Spiel.
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    Und wenn sie das gut spielen, dann beziehen sie andere Leute ein,
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    also erweitert sich das Spiel und geht weiter, sogar wenn sie nicht mehr sind.
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    Das ist das grenzenlose Spiel. Und Technik ist
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    das Medium in dem wir das grenzenlose Spiel spielen.
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    Und deshalb denke ich, dass wir Technik annehmen sollten,
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    weil sie ein essentieller Teil unserer Reise ist,
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    herauszfinden, wer wir sind.
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    Danke.
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    (Applaus)
Title:
Kevin Kelly erklärt, wie sich Technik entwickelt
Speaker:
Kevin Kelly
Description:

Technikenthusiast Kevin Kelly fragt: "Was will Technik?" und entdeckt, dass ihre Bewegung hin zu Allgengenwart und Komplexität der Evolution des Lebens stark ähnelt.

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Video Language:
English
Team:
closed TED
Project:
TEDTalks
Duration:
19:37
Lars Thias added a translation

German subtitles

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