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Mutual Aid Final

  • 0:33 - 0:38
    Gegenseitige Hilfe ist eine Leitidee anarchistischer
    Praxis und wichtig für das breite Verständnis
  • 0:38 - 0:41
    anarchistischer Standpunkte auf soziale
    Organisation.
  • 0:41 - 0:43
    Also... was ist es genau?
  • 0:43 - 0:48
    Nun... in der einfachsten Form ist es
    die Motivation für die Zusammenarbeit von zwei
  • 0:48 - 0:53
    oder mehr Menschen, um ein Problem zu lösen
    und daraus einen gemeinsamen Vorteil zu ziehen.
  • 0:53 - 0:57
    In anderen Worten bedeutet es Kooperation
    für das allgemeine Wohl.
  • 0:57 - 1:03
    In diesem Sinne ist gegenseitige Hilfe also keine
    neue oder ausschließlich anarchistische Idee.
  • 1:03 - 1:07
    Tatsächlich praktizierten schon die frühen
    Menschen gegenseitige Hilfe, um zu überleben,
  • 1:07 - 1:13
    und bis heute gibt es zahllose Beispiele der
    Idee im Pflanzen- und Tierreich.
  • 1:13 - 1:18
    Zum Verständnis der besonderen Rolle
    gegenseitiger Hilfe für Anarchisten,
  • 1:18 - 1:22
    müssen wir 100 Jahre zurück zu den Werken des berühmten russischen Anarchisten Pjotr Kropotkin
  • 1:22 - 1:26
    gehen, der nicht nur einen der fruchtbarsten
    Bärte aller Zeit trug, sondern außerdem
  • 1:26 - 1:30
    ein ausgebildeter Zoologe und
    evolutionärer Biologe war.
  • 1:32 - 1:36
    In Kropotkins Zeit war das Feld der
    evolutionären Biologie stark von Ideen
  • 1:36 - 1:40
    sozialer Darwinisten wie
    Thomas H. Huxley dominiert.
  • 1:40 - 1:44
    Durch skrupellose Anwendung der bekannten
    Maxime Darwins, "Überleben des Tüchtigsten",
  • 1:44 - 1:49
    auf menschliche Gesellschaften, hatten Huxley
    und seine Kollegen gefolgert, dass soziale
  • 1:49 - 1:53
    Hierarchien das Ergebnis natürlicher Selektion
    oder der Konkurrenz freier Individuen seien, und
  • 1:53 - 1:58
    demnach einen wichtigen und unausweichbaren
    Faktor menschlicher Evolution darstellen würden.
  • 1:58 - 2:02
    Wenig überraschend, war diese Idee besonders
    unter Reichen und politisch mächtigen, weißen
  • 2:02 - 2:07
    Männern bekannt, da sie ihnen eine pseudo-
    wissenschaftliche Rechtfertigung für ihre
  • 2:07 - 2:12
    gesellschaftlichen Privilege und eine rassistische
    Rationalisierung der europäischen Kolonisation
  • 2:12 - 2:17
    Asiens, Afrikas und Amerikas lieferte.
  • 2:17 - 2:22
    Kropotkin griff dieses konventionelle Wissen an
    als er 1902 das Buch "Gegenseitige Hilfe in
  • 2:22 - 2:27
    der Tier und Menschenwelt" veröffentlichte, in
    welchem er bewies, dass hinter Evolution mehr
  • 2:27 - 2:32
    als blinder, individueller Wettbewerb steckt.
  • 2:32 - 2:36
    Kropotkin zeigte, dass Spezies, die zusammen
    arbeiteten oder symbiotische Anordnungen
  • 2:36 - 2:41
    mit anderen Spezies basierend auf gemeinsamem
    Vorteil bildeten, sich der Umwelt besser
  • 2:41 - 2:46
    anpassen konnten und so einen evolutionären
    Vorteil gegenüber unsozialen Spezies erhielten.
  • 2:46 - 2:50
    In heutigen großstädtischen Gesellschaften
    werden Menschen sozialisiert um sich als
  • 2:50 - 2:55
    unabhängige Individuen mit eigenen Wohnungen,
    Bankkonten, Smartphones und
  • 2:55 - 2:56
    Facebook-Profilen zu sehen.
  • 2:56 - 3:01
    Diese Auffassung menschlicher Unabhängigkeit
    ist jedoch ein Mythos, der von Firmen und vom
  • 3:01 - 3:06
    Staat propagiert wird, um uns zu leicht zu
    kontrollierenden Konsumenten zu machen,
  • 3:06 - 3:09
    die sich hauptsächlich um das
    kurzfristige Wohl kümmern.
  • 3:09 - 3:12
    Die Wahrheit ist, dass Menschen unglaublich
    abhängig voneinander sind.
  • 3:12 - 3:15
    Das ist sogar der Schlüssel zum Erfolg
    unserer Spezies.
  • 3:15 - 3:19
    Denkst du je darüber nach, wo das Essen
    das du isst oder die Kleidung die du trägst
  • 3:19 - 3:20
    herkommen?
  • 3:20 - 3:24
    Über die Arbeit und Materialien für dein
    Haus und dein Auto?
  • 3:24 - 3:29
    Alleine, ohne die Komforts der Zivilisation,
    würden nur wenige von uns eine Woche
  • 3:29 - 3:34
    überleben, geschweige denn einen Bruchteil
    der unzähligen Waren die wir jeden Tag
  • 3:34 - 3:35
    konsumieren, produzieren.
  • 3:35 - 3:39
    Von der großen Pyramiden der Pharaonen des
    antiken Ägyptens bis zu den heutigen weltweiten
  • 3:39 - 3:43
    Produktionsketten, war die Hauptaufgabe
    der herrschende Klasse immer die
  • 3:43 - 3:45
    Organisation menschlicher Aktivität.
  • 3:45 - 3:49
    Dabei hat sich die herrschende Klasse
    immer auf Nötigung verlassen.
  • 3:49 - 3:53
    Im Kapitalismus ist diese Aktivität entweder
    durch direkte Gewalt oder durch die Gefahr
  • 3:53 - 3:59
    des Verhungerns in einem System des
    Reichtums und der Armut, organisiert.
  • 3:59 - 4:03
    Kapitalismus kann Menschen zu faszinierenden
    Dingen inspirieren, solange sie dadurch
  • 4:03 - 4:04
    Profit machen.
  • 4:04 - 4:08
    Es gibt aber viele wichtige Aufgaben, die
    durch ein fehlendes Profitmotiv nicht
  • 4:08 - 4:13
    bewältigt werden können, vom Ausrotten der
    Weltarmut und heilbarer Krankheiten bis
  • 4:13 - 4:15
    zum Entfernen von Plastik aus den Ozeanen.
  • 4:15 - 4:19
    Um diese gigantischen Aufgaben zu bewältigen,
    brauchen wir einen Sinneswandel im Umgang
  • 4:19 - 4:22
    miteinander und mit der Welt, in der
    wir leben.
  • 4:22 - 4:26
    Eine Verlagerung vom Kapitalismus zu
    gegenseitiger Hilfe.
  • 4:26 - 4:31
    Eindrücke des anarchistischen Ideals
    gegenseitiger Hilfe können in heutigen
  • 4:31 - 4:35
    Open Source Software Entwicklern und in
    Programmierern die neue Verschlüsselungsarten
  • 4:35 - 4:37
    entwickeln, um die NSA zu kontern.
  • 4:37 - 4:41
    Man sieht sie in der Organisation einer
    Tagesstätte durch Nachbarn und besonders
  • 4:41 - 4:45
    nach Katastrophen wie Hurricanes Katrina
    und Sandy, als sich ohne staatliche Hilfe
  • 4:45 - 4:49
    komplett Fremde Menschen einander halfen.
  • 4:49 - 4:53
    Man kann sie im Mut des syrischen Zivilschutzes
    erkennen, dessen Mitglieder ihre Leben
  • 4:53 - 4:57
    riskieren, um Kinder aus den Trümmern der
    durch Assad zerbombten Gebäude zu retten.
  • 4:57 - 5:02
    Stell dir eine Welt vor, in welcher menschliche
    Handlung nicht auf der Basis des Wettbewerbs
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    übe r künstlich "knappe" Ressourcen, sondern
    auf der Erfüllung der Bedürfnisse, organisiert ist,
  • 5:07 - 5:11
    und du wirst die Vision der Welt verstehen,
    die Anarchisten erschaffen wollen.
Title:
Mutual Aid Final
Description:

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Video Language:
English
Duration:
05:27

German subtitles

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