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KEINE PANIK — Hans Rosling zeigt Fakten über die Weltbevölkerung

  • 0:05 - 0:10
    Wir leben in einer Welt
    in ständiger Veränderung.
  • 0:11 - 0:15
    Massenwanderungen
    von Menschen in neue Mega-Städte
  • 0:15 - 0:18
    füllen schwindelerregende Wolkenkratzer
  • 0:18 - 0:21
    und ausgedehnte Slums.
  • 0:21 - 0:26
    Unbändiger Appetit
    auf Treibstoff und Nahrung,
  • 0:26 - 0:28
    unkalkulierbarer Klimawandel
  • 0:29 - 0:35
    und all das in einer Welt,
    in der die Bevölkerung weiter wächst.
  • 0:36 - 0:38
    Sollten wir uns Sorgen machen?
  • 0:38 - 0:42
    Sollten wir Angst haben?
  • 0:43 - 0:46
    Wie können wir das alles verstehen?
  • 0:53 - 0:59
    7 Milliarden Menschen leben auf unserem
    Planeten – ist er nicht wunderschön?
  • 0:59 - 1:04
    Aber wenn manche über die Welt der Zukunft
    nachdenken, geraten sie in Panik!
  • 1:04 - 1:06
    Andere ziehen es vor,
    lieber gar nicht erst nachzudenken.
  • 1:06 - 1:10
    Ich werde Ihnen heute zeigen,
    wie die Dinge wirklich sind.
  • 1:10 - 1:13
    Mein Name ist Hans Rosling,
    ich bin ein Statistiker der ...
  • 1:13 - 1:15
    NEIN, nein, nein,
    schalten Sie nicht ab!
  • 1:15 - 1:20
    Denn mit den aktuellen Zahlen aus allen
    Ländern zeige ich Ihnen die Welt ganz neu.
  • 1:20 - 1:23
    Ich werde Ihnen erzählen,
    wie sich die Weltbevölkerung verändert
  • 1:23 - 1:28
    und was uns die aktuellen Zahlen
    über die Zukunft der Welt verraten.
  • 1:28 - 1:32
    Wir stehen zweifellos
    vor großen Herausforderungen,
  • 1:33 - 1:37
    doch ist die Zukunft
    vielleicht doch nicht so düster
  • 1:37 - 1:42
    und es geht der Menschheit schon besser,
    als viele von Ihnen es glauben!
  • 1:44 - 1:45
    Keine Panik!
  • 1:46 - 1:47
    Die Wahrheit über die Bevölkerung
  • 1:47 - 1:50
    mit Professor Hans Rosling
  • 1:51 - 1:53
    Babys ...
  • 1:53 - 1:55
    jedes einzelne eine Freude.
  • 1:55 - 1:59
    Aber viele glauben, das
    Bevölkerungswachstum sei außer Kontrolle.
  • 2:00 - 2:02
    Manche sprechen sogar
    von einer Bevölkerungsbombe!
  • 2:03 - 2:06
    Haben sie recht?
  • 2:08 - 2:12
    Wo steht unsere Bevölkerung heute?
    Und wie sind wir hierher gekommen?
  • 2:12 - 2:16
    Ich werde Ihnen die Geschichte erzählen,
    von allen, die jemals gelebt haben ...
  • 2:16 - 2:20
    zumindest über die letzten
    paar Tausend Jahre.
  • 2:20 - 2:22
    Los geht's!
  • 2:22 - 2:25
    Ich zeige Ihnen zwei Achsen.
  • 2:25 - 2:29
    Diese hier zeigt die Zeit in Jahren,
  • 2:29 - 2:33
    und diese zeigt
    die Weltbevölkerung in Milliarden.
  • 2:33 - 2:40
    Für das Jahr 10 000 v. Chr.,
    als die ersten Menschen Bauern wurden,
  • 2:40 - 2:45
    schätzen Archäologen
    die Weltbevölkerung auf 10 Millionen.
  • 2:45 - 2:49
    Stellen Sie sich das vor: 10 Millionen!
    So viele, wie heute in Schweden leben!
  • 2:49 - 2:53
    Eine Welt voller Schweden!
  • 2:55 - 2:59
    Im Laufe der Jahrtausende
    gab es mehr Bauern, mehr Nahrung,
  • 2:59 - 3:02
    mehr Menschen ...
    und so entstanden große Imperien.
  • 3:02 - 3:07
    Ägypten, China, Indien ...
    und schließlich Europa!
  • 3:07 - 3:10
    Die Bevölkerung wuchs weiter,
    aber sehr langsam.
  • 3:10 - 3:14
    Und ich stoppe hier, im Jahr 1800.
  • 3:14 - 3:20
    Denn im Jahr 1800 erreichte
    die Weltbevölkerung eine Milliarde.
  • 3:20 - 3:22
    Stellen Sie sich das vor!
  • 3:22 - 3:27
    All die Zeit wächst die Bevölkerung nur
    mit einem Prozent-Bruchteil,
  • 3:27 - 3:29
    über Tausende von Jahren.
  • 3:29 - 3:33
    Aber im Jahr 1800 ändert sich
    mit der Industriellen Revolution alles
  • 3:33 - 3:36
    und die Bevölkerung beginnt
    schneller zu wachsen
  • 3:36 - 3:39
    In knapp über 100 Jahren
    erreicht sie 2 Milliarden.
  • 3:39 - 3:45
    Und dann, als ich zur Schule ging,
    waren es 3 Milliarden und viele meinten:
  • 3:45 - 3:50
    "Der Planet kann nicht noch mehr ernähren."
    Sogar Experten sagten das.
  • 3:50 - 3:52
    Aber das geschah wirklich ...
  • 3:52 - 3:59
    Wir wurden 4 Milliarden ... 5 Milliarden ...
    6 Milliarden ... 7 Milliarden!
  • 3:59 - 4:02
    Stellen Sie sich das vor!
  • 4:02 - 4:06
    Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung
    ist in meiner Lebenszeit dazu gekommen.
  • 4:06 - 4:09
    Und die Zahl steigt immer noch weiter.
  • 4:10 - 4:16
    Der Großteil des Bevölkerungswachstums hat
    in der letzten Zeit in Asien stattgefunden.
  • 4:16 - 4:21
    Hier in Bangladesch hat sich die Bevölkerung
    zu meiner Lebenszeit verdreifacht.
  • 4:21 - 4:28
    Von 50 Millionen auf
    mehr als 150 Millionen.
  • 4:28 - 4:33
    Es ist jetzt eines der dichtest
    besiedelten Länder der Welt.
  • 4:33 - 4:40
    Rund 15 Millionen leben jetzt schon
    in der stark bevölkerten Hauptstadt, Dhaka.
  • 4:40 - 4:45
    Die Menschen hier,
    in der Stadt und auf dem Land,
  • 4:45 - 4:49
    sind äußerst besorgt
    über die Größe von Familien.
  • 4:49 - 4:52
    Aber ein neues Bangladesch
    entwickelt sich ...
  • 4:52 - 4:59
    Wie bei Familie Khan. Mama Taslima,
    die Töchter Tanjina und die kleine Sadia,
  • 4:59 - 5:03
    und Papa Hannan.
  • 5:04 - 5:07
    Frauen brauchen lange, um fertig zu werden.
    Die Männer nicht so sehr.
  • 5:08 - 5:13
    Wieso auftragen, wenn man es
    mit den Händen wieder abwischt?
  • 5:14 - 5:18
    Taslima und Hannan stammen beide
    aus sehr großen Familien.
  • 5:18 - 5:22
    Aber sie haben entschieden,
    dass sie nur zwei Kinder haben wollen.
  • 5:22 - 5:25
    Überall in Bangladesch
    hört man einen Slogan:
  • 5:26 - 5:29
    "Nicht mehr als zwei Kinder –
    eins ist noch besser!"
  • 5:34 - 5:37
    Zum Glück habe ich nur zwei Kinder,
  • 5:37 - 5:40
    mehr könnte ich mir gar nicht leisten.
  • 5:40 - 5:42
    Zwei Kindern kann ich kaufen,
    was sie möchten.
  • 5:47 - 5:50
    Jetzt sind meine Taschen leer!
  • 5:51 - 5:56
    Taslima und Hannan sind Teil
    eines Kulturwandels, weg von Großfamilien.
  • 5:56 - 6:00
    Und für Taslima ist das
    auch zum Job geworden.
  • 6:00 - 6:04
    Sie arbeitet für die Regierung
    in der Familienplanung.
  • 6:04 - 6:07
    In diesem Programm sind in jedem Dorf
    Frauen wie Taslima angestellt.
  • 6:07 - 6:14
    Sie geht von Tür zu Tür und versucht,
    beim Aufbau kleinerer Familien zu helfen.
  • 6:15 - 6:17
    Wann hattest du deine letzte Periode?
  • 6:17 - 6:19
    Am 22.
  • 6:19 - 6:21
    Und du verhütest nicht?
  • 6:22 - 6:24
    Würde eine Schwangerschaft
    nicht zum Problem werden?
  • 6:24 - 6:26
    Ich werde nicht so leicht schwanger.
  • 6:26 - 6:28
    Aber du hast schon zwei Kinder.
  • 6:29 - 6:31
    Ich habe keine Zeit,
    in die Klinik zu gehen.
  • 6:32 - 6:36
    Taslima bietet moralische Unterstützung,
    Rat und, am wichtigsten:
  • 6:36 - 6:38
    eine breite Auswahl an Verhütungsmitteln.
  • 6:40 - 6:43
    Du hast schon drei Töchter,
    möchtest du wirklich noch mehr Kinder?
  • 6:45 - 6:46
    Das entscheidet der Vater.
  • 6:46 - 6:50
    Du bekommst doch das Kind,
    wieso entscheidet er?
  • 6:51 - 6:53
    Du erleidest den Schmerz, nicht er.
  • 6:54 - 6:56
    Wer muss den Schmerz erleiden?
  • 6:56 - 7:00
    Ich habe die Schmerzen, aber was
    soll ich tun, wenn er einen Jungen will?
  • 7:00 - 7:05
    Hier ist die Pille. Fange an, sie
    am ersten Tag deiner Periode zu nehmen.
  • 7:10 - 7:13
    Wenn einige weniger Bildung haben,
    sind sie manchmal schwer zu erreichen.
  • 7:14 - 7:16
    Aber so langsam vermitteln wir
    unsere Botschaft.
  • 7:17 - 7:23
    Wie erfolgreich war die Verringerung der
    Fruchtbarkeitsrate in Bangladesch?
  • 7:23 - 7:26
    Das ist die Zahl der Babys pro Frau.
  • 7:26 - 7:29
    In Schweden haben wir
    die Gapminder-Stiftung gegründet,
  • 7:29 - 7:34
    um die Daten der Welt verfügbar zu machen
    in einer Form, die jeder verstehen kann.
  • 7:34 - 7:38
    Also kann ich Ihnen zeigen,
    was Bangladesch passiert ist.
  • 7:38 - 7:41
    Hier, die horizontale Achse, Babys pro Frau.
  • 7:41 - 7:45
    Von 1 oder 2 ... bis ... 7 oder 8.
  • 7:45 - 7:50
    Und hier auf der vertikalen Achse
    die Lebensdauer, die Lebenserwartung,
  • 7:50 - 7:54
    wie viele Jahre ein Neugeborenes
    erwartungsgemäß leben wird.
  • 7:54 - 7:57
    Von 30 den ganzen Weg rauf bis 90.
  • 7:57 - 8:00
    Jetzt ... starten wir im Jahr 1972.
  • 8:00 - 8:05
    Ein sehr wichtiges Jahr für Bangladesch,
    das erste volle Jahr mit Unabhängigkeit.
  • 8:05 - 8:08
    In diesem Jahr war Bangladesch hier drüben
  • 8:08 - 8:11
    und sie hatten
    im Durchschnitt 7 Babys pro Frau.
  • 8:12 - 8:15
    Die Lebenserwartung lag unter 50 Jahre.
  • 8:15 - 8:17
    Was geschah nach der Unabhängigkeit?
  • 8:17 - 8:22
    Ist das Leben länger geworden in Bangladesch?
    Sind es weniger Kinder geworden?
  • 8:22 - 8:25
    Hier sind die Zahlen.
    Ich starte Bangladesch.
  • 8:25 - 8:29
    Tatsächlich, das Leben wird länger
    und die Babys weniger ... 6 ... 5 ...
  • 8:29 - 8:31
    und noch länger ... 4 ... 3 ...
  • 8:31 - 8:37
    Und sie landen bei fast 2. Es sind 2,2.
    Und die Lebensdauer ist 70 Jahre.
  • 8:37 - 8:43
    Es ist absolut verblüffend!
    In 40 Jahren hat sich Bangladesch bewegt
  • 8:43 - 8:48
    von 7 ... 6 ... 5 ... 4 ... 3 ... 2.
  • 8:48 - 8:52
    Es ist ein Wunder,
    das da in Bangladesch geschehen ist!
  • 8:52 - 8:57
    Aber war das nur in Bangladesch?
    Ich zeige Ihnen die ganze Welt.
  • 8:57 - 9:02
    Ich gehe 50 Jahre in der Zeit zurück,
    ins Jahr 1963.
  • 9:02 - 9:05
    Hier sind alle Länder.
  • 9:05 - 9:13
    Diese grünen sind Amerika, Nord und Süd.
    Die gelben sind Europa, Ost und West.
  • 9:13 - 9:18
    Blau ist Afrika, nördlich und südlich der Sahara.
  • 9:18 - 9:21
    Und rot ist Asien,
    wir nehmen Australien und Neuseeland dazu.
  • 9:21 - 9:25
    Die Größe des Kreises zeigt
    die Bevölkerungsgröße. Schauen Sie:
  • 9:25 - 9:32
    Die großen hier sind China und Indien.
    Und Bangladesch ist gleich dahinter.
  • 9:32 - 9:38
    1963 wurden im Schnitt
    5 Babys pro Frau geboren.
  • 9:38 - 9:42
    Aber es war eine geteilte Welt.
    Können Sie das sehen?
  • 9:42 - 9:46
    Diese Länder hier drüben,
    die entwickelten Länder,
  • 9:46 - 9:49
    hatten kleine Familien
    und ein langes Leben.
  • 9:49 - 9:55
    Dann gab es die Entwicklungsländer:
    große Familien und ein kurzes Leben.
  • 9:55 - 9:58
    Ganz wenige Länder waren dazwischen.
  • 9:58 - 10:00
    Schauen wir mal, was passiert ist.
  • 10:00 - 10:02
    Ich starte die Welt!
  • 10:02 - 10:04
    Los geht's!
  • 10:04 - 10:08
    Sie sehen China, der große Kreis,
    bekommt bessere Gesundheit.
  • 10:08 - 10:11
    Und dann starten sie mit Familienplanung,
    sie bewegen sich hin zu kleineren Familien.
  • 10:11 - 10:14
    Der große grüne – schauen Sie,
    Mexiko kommt hierher!
  • 10:14 - 10:17
    Das ist Brasilien,
    hier das Grün in Lateinamerika.
  • 10:17 - 10:19
    Und hier folgt Indien.
  • 10:19 - 10:22
    Die großen roten Kreise sind Länder
    in Asien, die in diese Richtung gehen.
  • 10:22 - 10:25
    Viele Afrikaner sind immer noch
    bei 'viele Kinder pro Frau'.
  • 10:25 - 10:30
    Und Bangladesch hier, es überholt
    Indien auf dem Weg zu kleinen Familien.
  • 10:30 - 10:33
    Nun sind fast alle Länder in diesem Teil.
    Sogar Afrika wandert langsam herauf.
  • 10:33 - 10:37
    Oooh! Das war das Erdbeben in Haiti!
  • 10:37 - 10:42
    Und jetzt sind alle hier oben.
    Was für eine Veränderung!
  • 10:42 - 10:48
    Heute liegt
    der weltweite Durchschnitt bei 2,5!
  • 10:48 - 10:52
    Vor 50 Jahren lag er bei 5.
  • 10:52 - 10:55
    Die Welt hat sich verändert:
  • 10:55 - 10:59
    Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau
    ist von 5 auf 2,5 gesunken.
  • 10:59 - 11:04
    Und sie sinkt immer noch weiter.
    Was für eine große Veränderung!
  • 11:04 - 11:11
    Leute denken, Länder wie Bangladesch sind
    ein Epizentrum der Bevölkerungsexplosion.
  • 11:11 - 11:13
    Sie könnten sich nicht mehr irren!
  • 11:14 - 11:17
    Für mich sind Gesundheitsarbeiter
    wie Frau Taslima und ihre Kolleginnen,
  • 11:17 - 11:24
    die ihre Länder in kurzer Zeit
    auf diese Weise bewegt haben,
  • 11:24 - 11:27
    hin zu besserer Gesundheit
    und kleineren Familien,
  • 11:27 - 11:30
    sie sind die Heldinnen unserer Zeit!
  • 11:30 - 11:32
    Da ist eine erstaunliche
    Veränderung vor sich gegangen.
  • 11:32 - 11:36
    Wir leben nicht länger
    in einer geteilten Welt!
  • 11:37 - 11:42
    Aber wie viel wissen die Leute
    von dieser erstaunlichen Veränderung?
  • 11:42 - 11:45
    Bei Gapminder zeigen wir
    nicht nur die Daten.
  • 11:45 - 11:51
    Wir messen auch, wie viel die Leute
    über die Welt wissen oder nicht wissen.
  • 11:51 - 11:54
    Eine erste Umfrage führten wir
    in Schweden durch.
  • 11:54 - 11:57
    Die Ergebnisse waren deprimierend!
  • 11:57 - 12:00
    Die zweite Umfrage fand
    in Großbritannien statt.
  • 12:00 - 12:05
    Wir machten uns große Hoffnungen, weil
    die Briten ja überall auf der Welt waren.
  • 12:05 - 12:07
    Wir dachten, wir würden
    hier gute Ergebnisse bekommen.
  • 12:07 - 12:08
    Hier war unsere erste Frage:
  • 12:08 - 12:13
    Wie viele Kinder bekommt eine Frau
    im Durchschnitt in Bangladesch?
  • 12:13 - 12:19
    Und es gab vier Antwortmöglichkeiten:
    2,5, 3,5, 4,5 oder 5,5.
  • 12:20 - 12:22
    Das ist das Ergebnis
    der britischen Umfrage.
  • 12:28 - 12:33
    Sie kennen die richtige Antwort:
    Es sind 2,5.
  • 12:33 - 12:38
    Nur 12 Prozent der Briten lagen richtig.
  • 12:38 - 12:42
    Also dachten wir, vielleicht sind es ja
    Menschen mit geringer Bildung,
  • 12:42 - 12:44
    die das Ergebnis verschlechtert haben.
  • 12:44 - 12:48
    Und so suchten wir die Leute von
    den tollen britischen Universitäten,
  • 12:48 - 12:50
    die einen Uni-Abschluss haben.
  • 12:50 - 12:56
    Hier sind sie, das ist das Ergebnis!
  • 12:58 - 13:01
    Sie waren noch schlechter!
  • 13:01 - 13:05
    Jetzt könnten Sie glauben, dass es den
    Briten an Wissen über die Welt mangelt.
  • 13:05 - 13:07
    Nein, nein!
  • 13:07 - 13:12
    Was wäre, wenn ich diesen Schimpansen
    und seine Freunde fragen würde?
  • 13:12 - 13:16
    Ich würde die verschiedenen Antworten
    auf Bananen schreiben
  • 13:16 - 13:18
    und sie eine aussuchen lassen.
  • 13:18 - 13:21
    Hier wäre das Resultat:
  • 13:21 - 13:24
    Die Schimpansen wissen natürlich nichts
    über Bangladesch.
  • 13:29 - 13:34
    Aber durch Zufall allein lägen sie
    doppelt so oft richtig wie die Briten.
  • 13:36 - 13:42
    Mehr als die Hälfte der Briten glaubt,
    es sind 4,5 oder mehr Kinder.
  • 13:43 - 13:49
    Das Problem ist nicht fehlendes Wissen:
    Es sind die vorgefassten Meinungen.
  • 13:49 - 13:52
    Die Briten können sich nicht vorstellen,
  • 13:52 - 13:55
    dass Frauen in Bangladesch
    im Schnitt 2,5 Babys bekommen.
  • 13:55 - 13:58
    Und Sie wissen, dass es jetzt schon
    nur mehr 2,2 sind.
  • 13:58 - 13:59
    Die Briten wissen das nicht.
  • 13:59 - 14:03
    Dass Taslima und ihre Familie
    die Norm in Bangladesch sind,
  • 14:03 - 14:05
    die am weitesten
    verbreitete Familiengröße.
  • 14:05 - 14:09
    Und das ist nicht nur dort so,
    überall auf der Welt!
  • 14:09 - 14:13
    In Brasilien: 2-Kind-Familien.
  • 14:13 - 14:17
    Vietnam: 2-Kind-Familien.
  • 14:17 - 14:22
    Und selbst in Indien gibt es
    in den meisten Familien heute 2 Kinder.
  • 14:22 - 14:27
    Auch auf dem afrikanischen Kontinent,
    in großen Städten wie Addis Abeba.
  • 14:27 - 14:30
    Dort gibt es weniger
    als 2 Kinder pro Frau.
  • 14:30 - 14:34
    Es können Moslems,
    Buddhisten, Hindus, Christen sein ...
  • 14:34 - 14:39
    Es gibt keine Religion,
    keine Kultur, keinen Kontinent,
  • 14:39 - 14:42
    wo 2-Kind-Familien nicht möglich sind.
  • 14:42 - 14:46
    Diese Veränderung von großen Familien
    runter zu 2-Kind-Familien
  • 14:46 - 14:48
    ist eine der wichtigsten Veränderungen,
  • 14:48 - 14:51
    die sich zu meiner Lebenszeit
    auf der Welt vollzogen hat.
  • 14:51 - 14:54
    Es ist beispiellos
    in der Geschichte der Menschheit.
  • 15:00 - 15:04
    Hier sind wir, zurück in Bangladesch.
    Finden wir die Gründe
  • 15:04 - 15:10
    hinter dieser historischen und stetigen
    Verlagerung von Groß- zu Kleinfamilien.
  • 15:10 - 15:14
    So gut wie alle Mädchen
    im muslimischen Bangladesch
  • 15:14 - 15:18
    gehen heute zur Schule,
    wie die 15-jährige Tanjina.
  • 15:18 - 15:22
    Die Regierung zahlt
    den Familien sogar Geld,
  • 15:22 - 15:25
    damit die Töchter auch die Sekundarstufe
    in der Schule absolvieren.
  • 15:25 - 15:31
    In der Schule von Tanjina gibt es
    jetzt mehr Mädchen als Jungen.
  • 15:34 - 15:36
    Was für eine Familie ist das?
  • 15:36 - 15:38
    Eine Großfamilie!
  • 15:38 - 15:40
    Wird ihnen die Nahrung knapp werden?
  • 15:40 - 15:44
    Die Lehre in dieser Schulstunde
    ist kaum zu übersehen.
  • 15:45 - 15:48
    Was für eine Familie ist das?
  • 15:48 - 15:50
    Werden sie Schwierigkeiten ausgesetzt?
  • 15:50 - 15:50
    Nein!
  • 15:51 - 15:58
    Bildung ist effektiv. Daraus ergeben sich
    neue Chancen für Frauen in Bangladesch.
  • 15:58 - 16:01
    Trotz andauernder Ungleichheiten
  • 16:01 - 16:05
    gibt es jetzt mehr Jobs
    und Tanjina hat hohe Ziele.
  • 16:05 - 16:08
    Ich gehe gern zur Schule.
  • 16:09 - 16:12
    Als meine Mutter jung war,
    wurde jung geheiratet.
  • 16:12 - 16:14
    Da war keine Zeit zum Lernen.
  • 16:15 - 16:20
    Aber heute können wir davon träumen,
    Arzt oder Ingenieur zu werden.
  • 16:20 - 16:24
    Immer mehr junge Frauen erkennen,
  • 16:24 - 16:26
    wie anders die Dinge für sie
    in Zukunft sein könnten.
  • 16:26 - 16:31
    Ich kann mir nicht vorstellen
    mit 17 zu heiraten.
  • 16:31 - 16:34
    Ich könnte mir nicht vorstellen,
    in zwei Jahren zu heiraten.
  • 16:34 - 16:36
    Es ist unmöglich.
  • 16:37 - 16:39
    Damals haben wir es nicht verstanden,
  • 16:39 - 16:41
    aber jetzt wissen die Leute es besser.
  • 16:43 - 16:47
    In welchem Alter
    möchtest du denn heiraten?
  • 16:48 - 16:49
    Fünfundzwanzig.
  • 16:50 - 16:53
    Ich schließe meine Ausbildung ab
    und suche mir einen Job.
  • 16:54 - 16:56
    Ich werde Ärztin und dann heirate ich.
  • 16:57 - 16:59
    Du bist sehr klug!
  • 17:03 - 17:06
    Es ist wunderbar,
    Taslima so voller Hoffnung
  • 17:06 - 17:09
    für eine strahlende Zukunft
    für ihre beiden Töchter zu sehen.
  • 17:09 - 17:15
    Aber eine essenzielle Transformation
    stärkt die Veränderung in Bangladesch.
  • 17:15 - 17:20
    Es ist die dramatische Verbesserung
    in den Überlebenschancen für Kleinkinder.
  • 17:24 - 17:30
    Es ist Ramadan, der muslimische Monat
    des Fastens und der Reflektion.
  • 17:30 - 17:33
    In dieser glückverheißenden Zeit
  • 17:33 - 17:38
    hilft Hannan seinen Eltern
    beim Pflegen des Familiengrabs.
  • 17:38 - 17:40
    Klopfe die Erde mit deinen Händen fest.
  • 17:40 - 17:48
    Drei von Hannans Geschwistern starben
    sehr jung. Sie sind hier begraben.
  • 17:48 - 17:50
    Sie starben an den Masern.
  • 17:51 - 17:54
    Wir weinten so sehr,
    es war so traurig.
  • 17:55 - 17:58
    Hätten wir hier Ärzte gehabt,
    hätten wir sie behandeln können.
  • 17:58 - 17:59
    Eines hätte vielleicht überlebt.
  • 18:00 - 18:03
    Wie kann ich es vergessen?
    Ich werde mich mein ganzes Leben erinnern.
  • 18:03 - 18:06
    Als Hannans Eltern ein junges Paar waren,
  • 18:06 - 18:12
    starb eines von fünf Kindern
    in Bangladesch, bevor es fünf Jahre alt war.
  • 18:12 - 18:17
    Alle Familien lebten in der ewigen Angst,
    eines oder mehrere Kinder zu verlieren.
  • 18:18 - 18:22
    Wir bekamen ein Kind nach dem anderen.
  • 18:22 - 18:24
    Wenn eins starb,
    hätte man nicht nur eins übrig.
  • 18:25 - 18:27
    So war das damals.
  • 18:28 - 18:31
    Wir dachten nicht darüber nach,
  • 18:31 - 18:35
    ob es zu viele Kinder waren
    und wie die Zukunft aussah.
  • 18:37 - 18:42
    In den letzten Jahrzehnten hat Bangladesch
    große gesundheitliche Fortschritte gemacht,
  • 18:42 - 18:45
    besonders bei den Überlebenschancen
    für Kleinkinder.
  • 18:45 - 18:48
    Impfungen, Behandlung von Infektionen
    und bessere Ernährung und Hygiene
  • 18:48 - 18:51
    haben das Leben von Millionen
    von Kindern gerettet.
  • 18:52 - 18:57
    Und jetzt, wo die Eltern sehen, dass alle
    ihrer Kinder wahrscheinlich überleben,
  • 18:57 - 19:02
    ist das größte Hindernis
    bei der Familienplanung verschwunden.
  • 19:02 - 19:08
    Selbst in den Slums von Dhaka haben
    Frauen jetzt im Schnitt nur 2 Kinder.
  • 19:14 - 19:17
    Die Überlebenschance
    von Kleinkindern treibt alles an.
  • 19:17 - 19:19
    Gehen wir zurück in der Geschichte.
  • 19:19 - 19:25
    Warum ist die Weltbevölkerung vor 1800
    so langsam gewachsen?
  • 19:25 - 19:30
    In der ganzen Geschichte zeigen uns
    geschichtliche Aufzeichnungen,
  • 19:30 - 19:34
    dass zwei Eltern im Schnitt
    um die 6 Kinder bekamen.
  • 19:34 - 19:38
    Das sieht nach einem sehr schnellen
    Bevölkerungswachstum aus.
  • 19:38 - 19:40
    Aber warum ist sie nicht gewachsen?
  • 19:40 - 19:44
    Weil 1 ... 2 ... 3 ... 4 von den Kindern
    gestorben sind,
  • 19:44 - 19:47
    bevor sie heranwachsen konnten,
    um selbst Eltern zu werden.
  • 19:47 - 19:52
    In der Vergangenheit haben Menschen nicht
    im Gleichgewicht mit der Natur gelebt,
  • 19:52 - 19:55
    sondern sie sind im Gleichgewicht
    mit der Natur gestorben.
  • 19:56 - 19:59
    Es war absolut tragisch!
  • 19:59 - 20:03
    Aber mit der Industriellen Revolution
    änderte sich das.
  • 20:03 - 20:07
    Bessere Löhne, mehr Nahrung,
    Leitungswasser,
  • 20:07 - 20:11
    bessere Hygiene, Seife,
    medizinische Fortschritte ...
  • 20:11 - 20:14
    Warum ist nach all diesen Fortschritten
    die Bevölkerung gewachsen?
  • 20:14 - 20:17
    Etwa, weil die Menschen
    mehr Kinder bekamen?
  • 20:17 - 20:22
    Nein! 1963, als ich in der Schule war,
  • 20:22 - 20:27
    war die Zahl der Kinder pro Frau
    sogar ein wenig gesunken, auf 5.
  • 20:27 - 20:32
    Der Grund für den schnellen Anstieg war
    die verbesserte Kinder-Überlebensrate.
  • 20:32 - 20:35
    Damals überlebten vier Kinder.
  • 20:35 - 20:40
    Aber eines von fünfen starb,
    das war immer noch schrecklich.
  • 20:40 - 20:44
    Die meisten Länder haben erst
    in den letzten Jahrzehnten
  • 20:44 - 20:50
    große Schritte in der Kindersterblichkeit
    und der Familienplanung gemacht.
  • 20:50 - 20:53
    Somit nähern wir uns jetzt
    einem neuen Gleichgewicht an.
  • 20:53 - 20:55
    Und es ist ein schönes Gleichgewicht:
  • 20:55 - 20:59
    2 Eltern bekommen im Schnitt
    2 Kinder, die überleben.
  • 20:59 - 21:02
    Wir haben Familien in einem
    sehr glücklichen Gleichgewicht.
  • 21:02 - 21:06
    Das ist weltweit
    die geläufigste Familiensituation.
  • 21:06 - 21:09
    Und was bedeutet das für die Zukunft?
  • 21:10 - 21:13
    Ich zeige Ihnen
    die beste Prognose für die Zukunft,
  • 21:13 - 21:16
    von den besten Demographen, die wir haben,
  • 21:16 - 21:19
    in der Abteilung für Bevölkerung
    der Vereinten Nationen.
  • 21:19 - 21:21
    Und die sieht so aus:
  • 21:21 - 21:25
    Sie wird zuerst weiter steigen,
  • 21:25 - 21:28
    rauf auf 8, dann auf 9 ...
    und dann geht es bis hier ...
  • 21:28 - 21:30
    Aber sehen Sie: Sie verlangsamt sich!
  • 21:30 - 21:34
    Zum Ende des Jahrhunderts
    wird die Kurve flacher.
  • 21:34 - 21:38
    Und wenn wir uns das näher
    anschauen, sehen Sie ...
  • 21:38 - 21:44
    dass wir eine Verlangsamung sehen,
    und das Ende des Bevölkerungsansprungs.
  • 21:45 - 21:50
    Natürlich ist das eine Prognose
    mit einem gewissen Grad an Unsicherheit,
  • 21:50 - 21:53
    aber wir sind sicher,
    dass wir in diesem Jahrhundert
  • 21:53 - 21:56
    das Ende des schnellen
    Bevölkerungswachstums erreichen.
  • 21:56 - 21:58
    All das ist zurückzuführen
  • 21:58 - 22:01
    auf den bemerkenswerten Effekt
    der sinkenden Fruchtbarkeitsrate.
  • 22:01 - 22:03
    Kehren wir zu dieser Ansicht zurück.
  • 22:03 - 22:06
    Ich zeigen Ihnen das anhand
    der Zahl der Kinder auf der Welt.
  • 22:06 - 22:10
    Die Zahl der Kinder von 0 bis 15 Jahren.
  • 22:10 - 22:12
    Da kommen sie, sehen Sie:
  • 22:13 - 22:17
    Die Zahl der Kinder steigt langsam an ...
    Dann steigt sie rasant ...
  • 22:17 - 22:20
    Hier, um die Jahrhundertwende,
  • 22:20 - 22:23
    gab es 2 Milliarden Kinder auf der Welt.
  • 22:23 - 22:26
    Für mich war das ein wichtiges Jahr,
  • 22:26 - 22:30
    weil damals Doris geboren wurde,
    mein erstes Enkelkind.
  • 22:30 - 22:35
    Es war eine sehr spezielle Zeit für Kinder
    auf der Welt, als sie geboren wurde.
  • 22:35 - 22:41
    Denn Demographen schätzen,
    dass sich von diesem Jahr an
  • 22:41 - 22:45
    die Zahl der Kinder auf der Welt
    so weiterentwickeln wird:
  • 22:45 - 22:47
    Sie wird nicht länger wachsen.
  • 22:47 - 22:52
    Am Ende dieses Jahrhunderts werden es
    immer noch 2 Milliarden Kinder sein.
  • 22:52 - 22:57
    Zu Doris' Geburt
    begann das Zeitalter von 'peak child' –
  • 22:57 - 23:00
    des 'globalen Kindermaximums'.
  • 23:00 - 23:03
    Die Zahl der Kinder wächst nicht mehr.
  • 23:03 - 23:06
    Das wird Sie jetzt verwirren.
  • 23:06 - 23:13
    Wieso wächst die Gesamtbevölkerung weiter,
    wenn die Kinderzahl nicht mehr ansteigt?
  • 23:13 - 23:16
    Woher kommen alle diese Erwachsenen?
  • 23:16 - 23:20
    Um das zu erklären, muss ich
    dieses schicke digitale Zeug verlassen,
  • 23:20 - 23:26
    und zu eindrucksvollem Unterrichtsmaterial
    übergehen, das wir entwickelt haben.
  • 23:26 - 23:30
    Meine Damen und Herren,
    ich zeige Ihnen die Weltbevölkerung ...
  • 23:30 - 23:34
    in der Form von Schaumstoffblöcken.
  • 23:35 - 23:40
    Ein Block steht für 1 Milliarde.
  • 23:40 - 23:44
    Das bedeutet, dass wir 2 Milliarden Kinder
    auf der Welt haben.
  • 23:44 - 23:50
    Dann haben wir 2 Milliarden im Alter
    zwischen 15 und 30 Jahren.
  • 23:50 - 23:52
    Das sind gerundete Zahlen.
  • 23:52 - 23:54
    Wir haben 1 Milliarde im Alter
    zwischen 30 und 45 Jahren.
  • 23:54 - 23:58
    Wir haben 1 Milliarde
    zwischen 45 und 60 Jahren
  • 23:58 - 24:00
    und dann haben wir meinen Block:
    60 Jahre und älter.
  • 24:00 - 24:03
    Wir sind hier ganz oben.
  • 24:03 - 24:06
    So sieht die Weltbevölkerung heute aus.
  • 24:06 - 24:10
    Sie sehen, dass hier 3 Milliarden fehlen.
  • 24:10 - 24:13
    Nur wenige von denen fehlen,
    weil sie gestorben sind.
  • 24:13 - 24:16
    Die meisten fehlen,
    weil sie niemals geboren wurden.
  • 24:16 - 24:22
    Denn vor 1980 wurden weltweit
    viel weniger Kinder geboren,
  • 24:22 - 24:25
    weil es weniger Frauen gab,
    die Kinder geboren haben.
  • 24:25 - 24:27
    Das ist das Bild,
    vor dem wir heute stehen.
  • 24:27 - 24:29
    Was wird also in der Zukunft passieren?
  • 24:29 - 24:32
    Wissen Sie, was mit älteren Menschen
    wie mir passiert?
  • 24:33 - 24:34
    Sie sterben!
  • 24:34 - 24:38
    Hier war doch jemand,
    der im Krankenhaus arbeitet.
  • 24:39 - 24:41
    Also, sie sterben!
  • 24:41 - 24:46
    Der Rest wird 15 Jahre älter
    und bekommt 2 Milliarden Kinder.
  • 24:47 - 24:50
    Diese hier sind jetzt alt,
    Zeit zu sterben.
  • 24:50 - 24:54
    Und dann werden die hier 15 Jahre älter
    und sie bekommen 2 Milliarden Kinder.
  • 24:54 - 24:59
    Sie sterben und der Rest wird 15 Jahre
    älter und hat 2 Milliarden Kinder.
  • 24:59 - 25:00
    Ah!
  • 25:00 - 25:03
    Ohne die Zahl der Kinder zu erhöhen,
  • 25:03 - 25:06
    ohne die Lebensdauer zu verlängern,
    haben wir 3 Milliarden Menschen mehr,
  • 25:06 - 25:11
    durch diese große und unausweichliche
    Auffüllung mit Erwachsenen.
  • 25:11 - 25:15
    Das passiert, wenn die große
    junge Generation älter wird.
  • 25:15 - 25:21
    Jetzt gibt es noch eine gute Nachricht
    für ältere Semester wie mich.
  • 25:22 - 25:25
    Alte Menschen werden
    voraussichtlich etwas länger leben.
  • 25:25 - 25:29
    Also können wir hier oben
    eine Milliarde für die Älteren hinzufügen.
  • 25:29 - 25:33
    Und ich hoffe dringend,
    dass ich Teil dieser Gruppe sein werde.
  • 25:33 - 25:39
    Dann kann ich noch lange leben und
    immer die jährlichen Statistiken lesen.
  • 25:39 - 25:43
    Aber wenn ich
    mit vielen Umwelt-Aktivisten spreche,
  • 25:43 - 25:46
    die wirklich besorgt sind um die Umwelt,
    erzählen die mir oft:
  • 25:46 - 25:51
    'Wir müssen das Bevölkerungswachstum
    bei 8 Milliarden stoppen'.
  • 25:51 - 25:53
    Im Gespräch zeigt sich erstens:
  • 25:53 - 25:56
    Sie wissen nicht, dass wir 'peak child'
    schon erreicht haben.
  • 25:56 - 25:59
    Und sie wissen nicht,
  • 25:59 - 26:02
    dass der größte Teil
    des anstehenden Bevölkerungswachstums
  • 26:02 - 26:04
    auf die unausweichliche Auffüllung
    mit Erwachsenen zurückzuführen ist.
  • 26:04 - 26:10
    Also steuern wir mehr oder
    weniger auf diese Zahl von Menschen zu.
  • 26:11 - 26:16
    Also wissen wir, wie viele Milliarden
    es sein werden, aber wo werden sie leben?
  • 26:16 - 26:19
    Jetzt und in der Zukunft?
  • 26:21 - 26:26
    Hier haben wir die Welt
    und hier sind die 7 Milliarden.
  • 26:26 - 26:33
    Davon lebt eine Milliarde in Amerika,
    Nord- und Südamerika zusammen.
  • 26:33 - 26:38
    Eine Milliarde in Europa,
    eine Milliarde in Afrika
  • 26:38 - 26:42
    und 4 Milliarden in Asien.
  • 26:42 - 26:44
    So sieht es heute aus,
    aber wie merkt man sich das?
  • 26:44 - 26:48
    Ich habe eine einfache Eselsbrücke:
    Ich stelle die Zahlen so zusammen
  • 26:48 - 26:51
    und dann haben wir
    den PIN-Code der Welt: 1114.
  • 26:52 - 26:55
    Was wird bis zur Mitte
    des Jahrhunderts passieren?
  • 26:55 - 26:57
    Das wissen wir ziemlich gut.
  • 26:57 - 26:59
    Europa, kein Wachstum.
  • 26:59 - 27:02
    Tatsächlich schrumpft
    die Bevölkerung in Europa.
  • 27:02 - 27:04
    In Amerika,
    ein bisschen mehr Menschen.
  • 27:04 - 27:06
    Hauptsächlich Rentner
    in Lateinamerika.
  • 27:06 - 27:10
    Das macht keinen Unterschied,
    die Bevölkerung bleibt fast konstant.
  • 27:10 - 27:13
    In Asien haben wir eine Milliarde mehr.
  • 27:13 - 27:16
    Dann ist das Bevölkerungswachstum
    in Asien vorbei.
  • 27:16 - 27:18
    In Afrika wird sich die Bevölkerung
    in den nächsten 40 Jahren
  • 27:18 - 27:21
    auf 2 Milliarden verdoppeln.
  • 27:21 - 27:25
    Blicken wir einmal
    aufs Ende des Jahrhunderts.
  • 27:25 - 27:30
    Wir wissen sehr sicher: Kein Wachstum
    in Europa, in Amerika, in Asien.
  • 27:30 - 27:32
    Aber Afrika,
    so zeigen es die Zahlen heute,
  • 27:32 - 27:35
    ist auf dem Weg
    zu einer weiteren Verdopplung.
  • 27:35 - 27:40
    Also werden es
    vier Milliarden in Afrika sein.
  • 27:40 - 27:45
    Im Jahr 2100 wird der finale PIN-Code
    voraussichtlich 1145 sein.
  • 27:46 - 27:50
    Also werden wir 2100
    eine deutlich andere Welt haben.
  • 27:50 - 27:54
    Die Menschen die in der Region leben,
    die ich den alten Westen nenne,
  • 27:54 - 27:56
    in Westeuropa und Nordamerika,
  • 27:56 - 27:59
    werden dann weniger als 10 Prozent
    der Weltbevölkerung ausmachen.
  • 27:59 - 28:03
    80 Prozent der Weltbevölkerung werden
    dann in Asien und Afrika leben.
  • 28:04 - 28:07
    Aber wird es genug Ressourcen geben,
    um sie alle zu versorgen?
  • 28:08 - 28:14
    Tja, das wird eine große Herausforderung
    und nichts wird automatisch passieren.
  • 28:14 - 28:22
    Aber ich halte es für möglich, dass all
    diese Milliarden gut zusammenleben können.
  • 28:29 - 28:34
    Die Möglichkeiten für ein gedeihendes
    und friedliches Asien
  • 28:34 - 28:37
    mit 5 Milliarden Menschen
    sind sicherlich leicht zu erkennen.
  • 28:37 - 28:40
    Japan, Südkorea
    und andere sind schon reich.
  • 28:40 - 28:46
    Auf dem Weg zum Wohlstand folgen ihnen
    größere und immer größere Teile von China,
  • 28:46 - 28:49
    Indien, Indonesien und
    viele andere asiatische Länder.
  • 28:49 - 28:53
    Selbst in ärmeren asiatischen Ländern
  • 28:53 - 28:57
    erreichen mehr und mehr Menschen
    ein ordentliches Leben.
  • 28:57 - 29:02
    Aber wie steht es mit dem künftigen Afrika
    mit bis zu 4 Milliarden Menschen?
  • 29:03 - 29:08
    Werden die meisten von ihnen
    in schrecklicher Armut leben?
  • 29:08 - 29:12
    Ich habe extreme Armut in Afrika gesehen.
  • 29:12 - 29:18
    Vor 30 Jahren verbrachte ich
    die zwei intensivsten Jahre meines Lebens
  • 29:18 - 29:25
    als Arzt in Mosambik, einem der ärmsten
    Länder an der Ostküste von Afrika.
  • 29:25 - 29:29
    Mosambik war gerade unabhängig geworden,
  • 29:29 - 29:33
    nach einem langen Krieg
    gegen die Kolonialmacht Portugal.
  • 29:33 - 29:41
    Ich war einer von zwei Ärzten – beide
    Ausländer – für 300 000 Menschen.
  • 29:41 - 29:47
    Das war das Krankenhaus.
    Meine Frau arbeitete dort als Hebamme.
  • 29:47 - 29:50
    Das ist die gesamte Belegschaft
    des Krankenhauses.
  • 29:50 - 29:54
    Diejenigen mit den weißen Kitteln
    hatten die Chance,
  • 29:54 - 29:58
    während der Kolonialzeit eine zumindest
    einjährige Ausbildung zu machen.
  • 29:58 - 30:01
    Die anderen ... Viele von ihnen
    konnten weder lesen noch schreiben.
  • 30:01 - 30:06
    Aber sie alle haben mit enormer Hingabe
    und Motivation gearbeitet.
  • 30:06 - 30:12
    Die Patienten hatten die schlimmsten von
    extremer Armut verursachten Krankheiten.
  • 30:12 - 30:15
    Unsere Ressourcen
    reichten oftmals nicht aus.
  • 30:15 - 30:22
    Als junger Arzt konnte ich oft nicht
    die Bedürfnisse der Patienten erfüllen.
  • 30:22 - 30:26
    Mosambik ist auch heute noch
    ein sehr armes Land.
  • 30:26 - 30:31
    Aber die Lage hat sich enorm verbessert,
    seit ich vor 30 Jahren dort war.
  • 30:36 - 30:43
    Es gibt ein brandneues Krankenhaus in
    der Stadt, in der ich vor 30 Jahren war.
  • 30:44 - 30:50
    Es ist viel größer, es gibt dort 15 Ärzte,
    11 von ihnen sind aus Mosambik.
  • 30:50 - 30:54
    Das gesamte Personal ist gut ausgebildet.
  • 30:55 - 31:01
    Der Geburtshelfer Dr. Cashimo
    ist der Direktor des Krankenhauses.
  • 31:02 - 31:04
    "Alles deutet darauf hin,
  • 31:04 - 31:06
    dass es ...
  • 31:06 - 31:08
    Zwillinge werden!"
  • 31:09 - 31:13
    Die Veränderung hier
    ist ganz erstaunlich für mich.
  • 31:14 - 31:16
    "Wir haben eine Notaufnahme,
  • 31:16 - 31:20
    wir haben eine Kinderabteilung
    und orthopädische Chirurgie.
  • 31:21 - 31:25
    Wir haben riesige Labore und
    unsere Apotheke arbeitet 24h/Tag."
  • 31:25 - 31:29
    Mit Kaiserschnitten werden
    gebärende Frauen routinemäßig gerettet,
  • 31:29 - 31:34
    was unmöglich war, als ich dort war.
  • 31:34 - 31:38
    Heute ist das hier möglich,
    mit einem professionallen Team
  • 31:38 - 31:45
    in einem OP-Saal, der so gut ausgerüstet
    ist wie überall auf der Welt.
  • 31:48 - 31:52
    Alles hat sich enorm verbessert.
  • 31:52 - 31:57
    Wer heute in Mosambik geboren wird, hat
    eine deutlich vielversprechendere Zukunft.
  • 32:00 - 32:04
    Nicht nur aufgrund von besserer
    Gesundheit, sondern auch
  • 32:04 - 32:08
    wegen einer boomenden Wirtschaft
    mit geschäftigen Häfen und Märkten,
  • 32:08 - 32:12
    mit neuen Industriebetrieben
    und vielen neuen Jobs.
  • 32:16 - 32:20
    Vielleicht denken Sie ja, dass diese
    guten Nachrichten nur für Städte zutreffen.
  • 32:21 - 32:24
    Und ja, die Herausforderung
    liegt in den ländlichen Gebieten,
  • 32:24 - 32:27
    wo die meisten Menschen leben.
  • 32:27 - 32:30
    Aber auch hier verändert sich die Lage.
  • 32:33 - 32:39
    Tief im nördlichen Mosambik
    liegt der Bezirk Mogovolas.
  • 32:40 - 32:45
    Die Heimat für Olivia, Andre
    und ihre junge Familie.
  • 32:47 - 32:51
    Wie viele andere arme Leute auf der Welt
    sind auch Olivia und Andre Bauern.
  • 32:52 - 32:56
    Was sie essen, ist abhängig von dem,
    was sie anbauen.
  • 33:00 - 33:04
    Es ist 4 Uhr morgens.
    Das Tagwerk wartet.
  • 33:07 - 33:09
    Andre macht sich
    auf den Weg zu den Feldern.
  • 33:10 - 33:13
    Olivia geht zuerst Wasser holen.
  • 33:13 - 33:16
    Beide müssen kilometerweit gehen.
  • 33:18 - 33:20
    Ich brauche zwei Stunden,
    um dorthin zu kommen.
  • 33:22 - 33:26
    Wenn viel los ist,
    dauert es zwei Stunden.
  • 33:28 - 33:32
    Zurück zu Hause bin ich müde und hungrig.
  • 33:34 - 33:40
    Ohne andere Transportmittel
    müssen sie alles tragen.
  • 33:43 - 33:47
    Olivia und Andre haben acht Kinder.
  • 33:47 - 33:50
    Die Fruchtbarkeitsrate ist in großen Teilen
    des ländlichen Afrikas immer noch hoch.
  • 33:50 - 33:55
    Und es sind die ärmsten Familien, in denen
    es die meisten hungrigen Mäuler gibt.
  • 33:55 - 33:59
    Alles was diese Familie
    erübrigen kann, wird verkauft.
  • 34:00 - 34:02
    Es ist wirklich schwer.
  • 34:03 - 34:10
    Ich baue alles Mögliche an,
    aber selbst auf diese Weise
  • 34:10 - 34:18
    verdiene ich noch nicht genug Geld,
    um meine Kinder zu versorgen.
  • 34:18 - 34:23
    Dennoch, auch auf dem Land geht
    das Wirtschaftswachstum langsam voran.
  • 34:24 - 34:30
    Ich habe drei Jahre gespart,
    um mir dieses Dach leisten zu können.
  • 34:30 - 34:33
    Andre hat sich zum Ziel gesetzt,
    etwas anzuschaffen,
  • 34:33 - 34:36
    von dem er glaubt,
    dass es alles ändern könnte:
  • 34:36 - 34:40
    Ich brauche unbedingt ein Fahrrad.
    Ohne Rad komme ich nirgendwo hin.
  • 34:42 - 34:47
    Fahrräder machen im Leben der armen
    Landbevölkerung einen großen Unterschied.
  • 34:47 - 34:52
    Damit sparen sie täglich mehrere Stunden
    und können so viel mehr erledigen.
  • 34:52 - 34:56
    Mit einem Rad können sie
    viel schwerere Lasten zum Markt bringen
  • 34:56 - 34:58
    und mehr Geld verdienen.
  • 34:58 - 35:00
    Sie können herumreisen,
    um Arbeit zu finden
  • 35:00 - 35:04
    und wenn sie krank werden, können sie
    rechtzeitig eine Klinik erreichen.
  • 35:06 - 35:13
    Über ein Fahrrad
    würde ich mich so freuen.
  • 35:13 - 35:17
    Ein Zuhause ohne ein Fahrrad
    ist einfach kein Zuhause.
  • 35:18 - 35:21
    Andre und Olivia
    sparen schon seit zwei Jahren.
  • 35:21 - 35:24
    Ein bisschen fehlt ihnen noch.
  • 35:24 - 35:29
    Alles hängt jetzt von der Sesamernte ab,
    die sie gerade einbringen.
  • 35:29 - 35:34
    Wenn sie einen guten Preis dafür
    bekommen, könnte es klappen.
  • 35:36 - 35:40
    Andre und Olivia leben
    in einem der ärmsten Länder.
  • 35:40 - 35:44
    Und sie leben in einer ländlichen Gegend,
    einer der ärmsten Regionen des Landes.
  • 35:44 - 35:49
    Wie viele Menschen gibt es auf der Welt,
    die so leben wie sie?
  • 35:49 - 35:51
    Wie viele sind so arm?
  • 35:51 - 35:53
    Ich zeige Ihnen diese Messlatte.
  • 35:53 - 35:56
    Sehr einfach.
    Arm ... und ... reich.
  • 35:56 - 35:59
    Hier haben wir unsere 7 Milliarden wieder.
  • 36:00 - 36:05
    Sehr vereinfacht sind sie hier aufgereiht,
    von den ärmsten zu den reichsten.
  • 36:05 - 36:11
    Nun, wie viel verdient die reichste
    Milliarde hier, in Dollar pro Tag?
  • 36:11 - 36:13
    Schauen wir mal hier.
  • 36:13 - 36:15
    Oh ... Ooohhhh ...
  • 36:15 - 36:16
    Es geht rauf, es geht rauf ...
  • 36:16 - 36:18
    Oojoijoijoijoi!
  • 36:18 - 36:20
    So hoch komm ich nicht mal rauf.
    100 Dollar pro Tag.
  • 36:21 - 36:26
    Schauen wir uns die mittlere Milliarde an.
    Wie viel verdienen die?
  • 36:26 - 36:31
    Das Geld kommt runter. Nur 10 Dollar.
  • 36:31 - 36:36
    Und jetzt geh ich zur ärmsten Milliarde.
    Wie viel verdienen die?
  • 36:36 - 36:38
    Nun ...
  • 36:38 - 36:40
    Nur einen Dollar.
  • 36:41 - 36:43
    Das sind die Unterschiede
    in der Welt heute.
  • 36:43 - 36:48
    Die Ökonomen ziehen eine Linie,
    die sie "Linie der extremen Armut" nennen.
  • 36:48 - 36:50
    Ein bisschen über einem Dollar.
  • 36:50 - 36:54
    Das ist, wenn du kaum genug Essen hast,
    um die Familie satt zu bekommen.
  • 36:54 - 36:57
    Du kannst dir nicht sicher sein,
    dass du jeden Tag etwas zu essen hast.
  • 36:57 - 37:00
    Eine Milliarde ist immer noch
    deutlich unter dieser Linie.
  • 37:00 - 37:04
    Und eine zweite Milliarde wird
    gleichsam geteilt durch diese Linie.
  • 37:04 - 37:06
    Alle anderen sind darüber.
  • 37:06 - 37:10
    Die ärmsten Menschen können sich kaum
    ein Paar Schuhe leisten.
  • 37:10 - 37:15
    Und wenn sie Schuhe haben, sparen sie
    als Nächstes auf ein Fahrrad.
  • 37:15 - 37:17
    Hier stehen Andre und Olivia.
  • 37:17 - 37:21
    Und nach einem Fahrrad
    sparen sie auf ein Motorrad.
  • 37:21 - 37:24
    Und nach dem Motorrad ist es ein Auto.
  • 37:25 - 37:28
    Ich kann mich erinnern, als meine Familie
    das erste Auto bekommen hat.
  • 37:28 - 37:30
    Es war ein kleiner, grauer Volkswagen.
  • 37:30 - 37:32
    Zuerst fuhren wir
    nach Norwegen in den Urlaub.
  • 37:32 - 37:35
    Weil Norwegen
    viel schöner ist als Schweden.
  • 37:35 - 37:39
    Es war eine fantastische Reise.
  • 37:39 - 37:42
    Und jetzt bin ich in dieser Gruppe.
  • 37:42 - 37:45
    Wie die reichste Milliarde kann ich
    mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegen.
  • 37:45 - 37:48
    Natürlich gibt es Leute, die noch viel
    reicher sind als die Flugzeug-Menschen.
  • 37:49 - 37:55
    Manche sind so reich, dass sie in Betracht
    ziehen, als Touristen ins All zu fliegen.
  • 37:55 - 37:57
    Und der Einkommensunterschied
  • 37:57 - 38:00
    zwischen den Flugzeug-Menschen
    zu den Extrem-Reichen hier drüben
  • 38:00 - 38:05
    ist fast genauso groß wie der
    von den Flugzeug-Menschen hier
  • 38:05 - 38:08
    bis ganz runter
    zu den Ärmsten auf dieser Seite.
  • 38:08 - 38:14
    Das wichtigste von dieser Messlatte,
    an das man sich erinnern sollte ...
  • 38:14 - 38:18
    Um das zu zeigen,
    brauche ich meine Stehleiter.
  • 38:18 - 38:23
    Manchmal muss man auch auf alte,
    gut funktionierende Technologie setzen.
  • 38:23 - 38:26
    Hier.
  • 38:29 - 38:33
    Nur so kann ich so hoch hinauf gelangen.
    Hier sind wir, nun bin ich an der Spitze.
  • 38:33 - 38:37
    Unser Problem, die wir von 100 Dollar
    pro Tag leben, ist, dass für uns,
  • 38:37 - 38:42
    wenn wir auf diejenigen herunterschauen,
    die von weniger leben,
  • 38:42 - 38:45
    alle gleich arm aussehen.
  • 38:45 - 38:47
    Wir können keinen Unterschied erkennen.
  • 38:47 - 38:51
    Es sieht so aus, als ob alle von
    derselben Geldmenge leben würden.
  • 38:51 - 38:53
    Und Sie sagen: "Oh, die sind alle arm."
  • 38:53 - 38:56
    Nein, ich kann Ihnen versichern,
  • 38:56 - 39:00
    weil ich Menschen von hier unten getroffen
    und mit ihnen gesprochen habe,
  • 39:00 - 39:05
    ich kann Ihnen versichern, dass
    diese Menschen hier unten sehr gut wissen,
  • 39:05 - 39:11
    wie viel besser das Leben wäre, wenn sie
    von 1 Dollar zu 10 Dollar gelangten.
  • 39:11 - 39:13
    10-mal so viel Einkommen.
  • 39:13 - 39:17
    Das ist ein riesiger Unterschied.
  • 39:17 - 39:23
    Das versuchen Olivia und Andre gerade.
  • 39:23 - 39:27
    Jeder Schritt, den sie
    entlang dieser Linie gehen,
  • 39:27 - 39:30
    von den Schuhen in Richtung Fahrrad,
  • 39:30 - 39:34
    so klein er auch aus der Ferne wirken mag,
  • 39:34 - 39:37
    macht für die beiden
    einen enormen Unterschied.
  • 39:37 - 39:42
    Und wenn Andre und Olivia
    dieses Rad kaufen können,
  • 39:42 - 39:45
    beschleunigt das ihre Bewegung
    auf dem Weg zu einem besseren Leben
  • 39:45 - 39:47
    und größerem Wohlstand
    hier an diesem Ende.
  • 39:47 - 39:52
    Heute bereiten sich Andre und Olivia
    auf den Verkauf ihrer Sesamernte vor,
  • 39:52 - 39:54
    die sie monatelang herangezogen haben.
  • 39:54 - 39:58
    Der Preis betrug einmal 25 Meticals.
  • 39:59 - 40:02
    Dieses Jahr ist es besser,
  • 40:02 - 40:05
    hoffentlich können wir
    für 40-45 Meticals verkaufen.
  • 40:06 - 40:09
    Aber Andre und Olivia müssen
    sehr vorsichtig sein,
  • 40:09 - 40:12
    wenn sie einen angemessenen Preis
    erzielen wollen.
  • 40:12 - 40:20
    Einige Käufer betrügen beim Abwiegen.
  • 40:20 - 40:26
    Wir wiegen also 10 Kilo ab,
  • 40:26 - 40:36
    bringen es zu den Käufern
    und die sagen, es wiege 7 oder 8.
  • 40:36 - 40:39
    Andre wird den Verkauf übernehmen.
  • 40:39 - 40:44
    Es wird das letzte Mal sein, hofft er,
  • 40:44 - 40:48
    dass er Hilfe braucht,
    um die Ernte zum Markt zu bringen.
  • 40:48 - 40:52
    Andre muss jetzt
    all seinen Verstand zusammennehmen.
  • 40:53 - 40:57
    Hey, hey, mein Freund.
    Rechne bitte richtig!
  • 40:58 - 41:03
    Der Handel ist abgeschlossen und Andre ist
    glücklich über den erzielten Preis.
  • 41:06 - 41:09
    Jetzt werde ich mein Geld ausgeben!
  • 41:10 - 41:15
    Es ist der Moment, für den
    die ganze Familie so hart gearbeitet hat.
  • 41:33 - 41:38
    Andres Reise zum Markt hat zu Fuß
    den ganzen Morgen gedauert.
  • 41:38 - 41:43
    Jetzt kann er in weniger als einer Stunde
    nach Hause radeln.
  • 41:50 - 41:52
    Du hast ein Rad gekauft!
  • 41:52 - 41:54
    Ja, Schatz! Ich hab ein Fahrrad gekauft!
  • 42:02 - 42:05
    Das Fahrrad kommt sofort zum Einsatz.
  • 42:06 - 42:08
    Die Kinder holen damit Wasser.
  • 42:08 - 42:12
    Andre transportiert damit
    mehr Feldfrüchte zum Markt
  • 42:12 - 42:15
    und, ebenso wichtig,
  • 42:15 - 42:18
    Olivia und Andre können jetzt leichter
    zu ihrem Unterricht für Erwachsene,
  • 42:18 - 42:23
    damit sie besser rechnen,
    schreiben und lesen lernen.
  • 42:25 - 42:31
    Jetzt werde ich auf ein Motorrad sparen,
    damit ich die Familie herumfahren kann.
  • 42:32 - 42:34
    Das möchte ich als nächstes.
  • 42:39 - 42:42
    Es ist großartig zu sehen,
  • 42:42 - 42:46
    wie Olivia und Andre auf ihrem Fahrrad
    aus der extremen Armut rausradeln.
  • 42:46 - 42:49
    Und sie verwenden das Fahrrad,
    um zum Unterricht zu fahren.
  • 42:50 - 42:55
    Bildung ist so wichtig für den Fortschritt
    von Menschen und ganzen Staaten.
  • 42:55 - 43:01
    Aber wie viele wissen, was wirklich
    in der Bildung auf der Welt passiert ist?
  • 43:01 - 43:04
    Wieder einmal Zeit für die große
    britische Ignoranz-Umfrage.
  • 43:04 - 43:06
    Los geht's!
    Wir fragten:
  • 43:06 - 43:11
    Wie viel Prozent aller Erwachsenen
    auf der Welt können lesen und schreiben?
  • 43:12 - 43:18
    Fragen wir das Publikum.
    Wie viele schätzen 20? Hände hoch!
  • 43:18 - 43:20
    40?
  • 43:22 - 43:24
    60?
  • 43:24 - 43:27
    Und 80? Ah, ah, ah.
  • 43:27 - 43:31
    Das ist das Ergebnis
    der britischen Befragung.
  • 43:36 - 43:43
    Sie können bestimmt anhand des britischen
    Ergebnisses die richtige Antwort erkennen.
  • 43:43 - 43:47
    Natürlich,
    80 Prozent ist die richtige Antwort.
  • 43:47 - 43:51
    Zumindest waren Sie deutlich besser
    als der britische Durchschnitt.
  • 43:51 - 43:55
    Ja, heutzutage können 80 Prozent
    der Weltbevölkerung lesen und schreiben.
  • 43:55 - 43:57
    Die Alphabetisierung liegt bei 80 %.
  • 43:57 - 44:00
    Tatsächlich sind die letzen Zahlen
    sogar ein bisschen höher.
  • 44:00 - 44:05
    Wenn ich das wieder mit dem Schimpansen
    vergleiche, Sie wissen schon ...
  • 44:05 - 44:08
    Die zufälligen Ergebnisse der Schimpansen.
  • 44:08 - 44:13
    Wir bekommen dreimal so viele richtige
    Antworten wie von den Briten.
  • 44:13 - 44:17
    Und jetzt die Leute von der Universität.
  • 44:17 - 44:20
    Vielleicht wissen sie das ja ...
    Oh, noch schlechter.
  • 44:20 - 44:24
    Was um Himmels Willen wird an
    diesen britischen Universitäten gelehrt?
  • 44:24 - 44:28
    Das allgemeine Bild von der Welt
    ist einige Jahrzehnte veraltet.
  • 44:28 - 44:31
    Die Medien haben es verabsäumt,
    das zu kommunizieren.
  • 44:31 - 44:35
    Aber vielleicht liegt es daran,
    dass sich die Welt so schnell verändert.
  • 44:35 - 44:37
    Meine Damen und Herren!
  • 44:37 - 44:41
    Ich werde Ihnen
    meine absolute Lieblingsgrafik zeigen.
  • 44:41 - 44:46
    Ich zeige Ihnen die Geschichte
    von 200 Ländern über 200 Jahre
  • 44:46 - 44:49
    in weniger als einer Minute.
  • 44:49 - 44:55
    Wir haben eine Achse für Einkommen,
    wir haben eine Achse für die Lebensdauer.
  • 44:55 - 45:00
    Ich starte im Jahr 1800
    und hier sind alle Länder.
  • 45:00 - 45:04
    Damals im Jahr 1800 waren alle unten,
    im armen und kranken Eck, sehen Sie das?
  • 45:04 - 45:07
    Geringe Lebensdauer, wenig Geld.
  • 45:07 - 45:09
    Und hier kommt der Effekt
    der Industriellen Revolution.
  • 45:09 - 45:12
    Natürlich erlangen die Länder
    in Westeuropa größeren Wohlstand,
  • 45:12 - 45:15
    aber sie werden am Anfang
    nicht wirklich gesünder.
  • 45:15 - 45:19
    Und die unter Kolonialherrschaft
    profitieren gar nicht.
  • 45:19 - 45:21
    Sie bleiben hier
    in der kranken und armen Ecke.
  • 45:21 - 45:24
    Nun verbessert sich die Gesundheit langsam.
  • 45:24 - 45:27
    Es geht hier rauf und wir kommen
    in ein neues Jahrhundert.
  • 45:27 - 45:32
    Und der schreckliche Erste Weltkrieg,
    und die darauf folgende Rezession.
  • 45:32 - 45:34
    Und der Zweite Weltkrieg.
  • 45:34 - 45:37
    Oh, und jetzt die Unabhängigkeit.
  • 45:37 - 45:41
    Und mit der Unabhängigkeit verbessert sich
    die Gesundheit, schneller als je zuvor.
  • 45:42 - 45:45
    Jetzt beginnt Chinas
    wirtschaftliche Aufholjagd,
  • 45:45 - 45:48
    wie auch die von anderen
    lateinamerikanischen Ländern.
  • 45:48 - 45:49
    Die kommen hier entlang, sehen Sie!
  • 45:49 - 45:53
    Hier folgt Indien und
    die afrikanischen Länder auch.
  • 45:53 - 45:56
    Es ist ein erstaunlicher Wandel,
    der da in der Welt passiert.
  • 45:57 - 46:00
    Hier an der Spitze haben wir
    die USA und Großbritannien,
  • 46:00 - 46:03
    aber die bewegen sich
    nicht mehr so schnell.
  • 46:03 - 46:05
    Die hier in der Mitte
    bewegen sich jetzt schnell.
  • 46:05 - 46:09
    China bewegt sich sehr schnell,
    um aufzuholen. Und Bangladesch ...
  • 46:09 - 46:12
    Schauen Sie, Bangladesch ist schon hier,
    jetzt schon sehr gesund,
  • 46:12 - 46:15
    und dann beginnt das Wirtschaftswachstum.
  • 46:15 - 46:18
    Und Mosambik ...
    Ja, Mosambik ist hier hinten,
  • 46:18 - 46:21
    Aber jetzt bewegen sie sich
    sehr schnell in die richtige Richtung.
  • 46:21 - 46:25
    Aber was ich Ihnen hier zeige,
    sind Durchschnittswerte für Länder.
  • 46:25 - 46:30
    Was ist mit den Menschen?
    Haben die auch ein besseres Leben?
  • 46:30 - 46:34
    Ich zeige Ihnen etwas,
    das mich als Statistiker echt begeistert.
  • 46:34 - 46:39
    Ich zeige Ihnen die Einkommensverteilung.
    Den Unterschied zwischen den Menschen.
  • 46:39 - 46:42
    Um das zu machen, gehen wir
    mit den Kreisen um 50 Jahre zurück.
  • 46:42 - 46:45
    Und wir schauen uns nur das Geld an.
  • 46:45 - 46:49
    Um das zu machen, müssen wir
    die Achse ausdehnen und angleichen,
  • 46:49 - 46:52
    weil die Reichsten so reich
    und die Ärmsten so arm sind.
  • 46:52 - 46:55
    Das ist ein größerer Unterschied
    als zwischen den Ländern.
  • 46:55 - 47:00
    Jetzt lassen wir die Länder runterfallen.
    Das sind die Vereinigten Staaten.
  • 47:00 - 47:03
    Ziehen wir sie auseinander, um die Spanne
    innerhalb eines Landes zu zeigen.
  • 47:03 - 47:06
    Und wir nehmen
    alle amerikanischen Länder runter.
  • 47:06 - 47:10
    Jetzt können Sie alle von der reichsten
    bis zur ärmsten Person sehen.
  • 47:10 - 47:15
    Die Höhe zeigt, wie viele jeweils
    in den einzelnen Einkommensstufen sind.
  • 47:15 - 47:19
    Und jetzt legen wir Europa runter.
  • 47:18 - 47:23
    Und darauf geben wir jetzt Afrika.
  • 47:23 - 47:30
    Und schließlich die Region mit den
    meisten Menschen oben drauf, Asien.
  • 47:30 - 47:36
    1963 bestand die Welt aus zwei Höckern.
  • 47:36 - 47:40
    Zuerst der reiche Höcker,
    ein bisschen wie ein Kamel, oder?
  • 47:40 - 47:44
    Der erste Höcker hier mit den Reichsten,
    hauptsächlich Europa und die Amerikas.
  • 47:44 - 47:49
    Und der ärmste Höcker, hier drüben,
    das sind hauptsächlich Asien und Afrika.
  • 47:49 - 47:52
    Und hier war die Armutslinie.
  • 47:52 - 47:58
    Sehen Sie, wie viele vor 50 Jahren
    in extremer Armut gelebt haben?
  • 47:58 - 48:00
    Und die meisten davon gab es in Asien.
  • 48:00 - 48:03
    Die Leute haben gesagt, Asien wird es
    nie schaffen, aus der Armut rauszukommen,
  • 48:03 - 48:06
    genau das, was manche Leute
    heute immer noch über Afrika sagen.
  • 48:06 - 48:08
    Nun, was ist passiert?
  • 48:08 - 48:09
    Ich starte die Welt.
  • 48:10 - 48:12
    Und Sie können sehen, dass viele Menschen
    hier in extremer Armut geboren werden,
  • 48:12 - 48:15
    aber Asien bewegt sich
    in Richtung höherer Einkommen.
  • 48:15 - 48:19
    Und 1 Milliarde bewegt sich auf diese Art
    raus aus der extremen Armut.
  • 48:19 - 48:24
    Die gesamte Form der Welt verändert sich
    und das Kamel ist tot.
  • 48:24 - 48:27
    Es wird als Dromedar wiedergeboren.
  • 48:28 - 48:31
    Und was Sie hier sehen,
  • 48:31 - 48:33
    ist der Unterschied von den Reichsten,
  • 48:33 - 48:36
    dann gibt es die meisten Menschen
    hier in der Mitte,
  • 48:36 - 48:41
    und dann einen wesentlich kleineren
    Anteil der Welt in extremer Armut.
  • 48:41 - 48:44
    Aber Vorsicht! Es sind immer noch
    sehr viele Menschen.
  • 48:44 - 48:47
    Eine Milliarde Menschen
    leben in extremer Armut.
  • 48:47 - 48:53
    Die Frage ist: Kann sich diese
    Bewegung aus der extremen Armut
  • 48:53 - 48:57
    für Afrika und auch für die neuen
    Milliarden in Afrika fortsetzen?
  • 48:59 - 49:04
    Ich denke, es ist möglich,
    sogar wahrscheinlich,
  • 49:04 - 49:07
    dass die meisten Länder in Afrika auch
    aus der extremen Armut herauswachsen.
  • 49:07 - 49:12
    Es wird kluge Aktionen und große
    Investitionen brauchen, aber es geht.
  • 49:14 - 49:20
    Die vielen Länder Afrikas bewegen sich
    nicht alle mit derselben Geschwindigkeit.
  • 49:20 - 49:24
    Einige bewegen sich sehr schnell,
    andere stecken in Konflikten fest.
  • 49:24 - 49:29
    Aber die meisten, wie Mosambik,
    schaffen einen stetigen Fortschritt.
  • 49:31 - 49:35
    Und wie steht's in der Zukunft um die
    Ernährung der neuen Menschen in Afrika?
  • 49:35 - 49:42
    Ja, es gibt heute Engpässe, aber es gibt
    auch viel Potenzial für die Zukunft.
  • 49:42 - 49:47
    Die landwirtschaftlichen Erträge in Afrika
    sind nur ein Bruchteil dessen,
  • 49:47 - 49:52
    was sie mit besserer Technologie
    sein könnten.
  • 49:53 - 49:57
    Und die Flüsse Afrikas sind kaum
    zu Bewässerungszwecken angezapft.
  • 49:57 - 50:03
    Eines Tages könnte Afrika nur so brummen
    von Mähdreschern und Traktoren
  • 50:03 - 50:06
    und man könnte Nahrung für viele
    zusätzliche Milliarden anbauen.
  • 50:06 - 50:11
    Und bitte, glauben Sie nicht, dass nur
    ich denke, dass Afrika es schaffen kann.
  • 50:11 - 50:17
    Die Vereinten Nationen sind dabei,
    sich selbst ein neues Ziel zu setzen:
  • 50:17 - 50:21
    Extreme Armut soll innerhalb
    der nächsten 20 Jahre beseitigt werden.
  • 50:21 - 50:27
    Klar, eine große Herausforderung.
    Aber ich halte es ernsthaft für möglich.
  • 50:28 - 50:30
    Stellen Sie sich vor, das würde passieren.
  • 50:30 - 50:35
    Bis jetzt haben wir gesehen,
    dass sich das reiche Ende bewegt.
  • 50:35 - 50:42
    Und die Mitte ... bewegt sich auch.
    Aber das ärmste Ende ist steckengeblieben.
  • 50:42 - 50:47
    Hier in der extremen Armut finden wir
    fast den gesamten Analphabetismus.
  • 50:47 - 50:51
    Hier ist die hohe Kindersterblichkeit,
    hier haben Frauen noch viele Kinder.
  • 50:52 - 50:56
    Es sieht danach aus, dass sich
    die extreme Armut selbst reproduziert,
  • 50:56 - 50:59
    wenn wir sie nicht schleunigst beenden.
  • 50:59 - 51:02
    Aber Andre und Olivia,
    und Leute wie sie,
  • 51:02 - 51:05
    arbeiten so hart,
    um aus der Armut rauszukommen,
  • 51:05 - 51:10
    und wenn sie die richtige Hilfe von
    ihrer Regierung und der Welt bekommen,
  • 51:10 - 51:19
    mit Dingen wie Schulen, Gesundheit,
    Impfungen, Straßen, Strom, Verhütung,
  • 51:19 - 51:22
    dann werden sie es schaffen,
  • 51:22 - 51:25
    aber sie werden es hauptsächlich
    durch ihre eigene harte Arbeit schaffen.
  • 51:25 - 51:32
    Los geht's. Es geht weiter. Wir folgen
    Andre und Olivia über die Linie, sehen Sie.
  • 51:32 - 51:37
    Das ist möglich,
    innerhalb einiger Jahrzehnte ... Ja!
  • 51:37 - 51:41
    Aber aus der Armut rauszukommen
    ist nur der Anfang.
  • 51:41 - 51:46
    Die Menschen wollen entlang der Linie
    weiterkommen zu einem guten Leben.
  • 51:46 - 51:49
    Aber was bedeutet 'ein gutes Leben'?
  • 51:51 - 51:55
    Für die meisten Menschen auf der Welt
    bedeutet das angestrebte gute Leben
  • 51:55 - 51:58
    mehr Maschinen und
    ein viel größerer Energieverbrauch.
  • 51:58 - 52:01
    Das ist ein Problem.
  • 52:01 - 52:05
    Denn all das trägt zu einer
    der großen Gefahren der Zukunft bei:
  • 52:05 - 52:07
    Schwerwiegender Klimawandel.
  • 52:07 - 52:12
    80 Prozent der Energie, die heute verwendet wird,
    stammt aus fossilen Brennstoffen,
  • 52:12 - 52:17
    und die Wissenschaft zeigt, dass sich das Klima
    in Zukunft dramatisch verändern könnte
  • 52:17 - 52:25
    wegen der fortgesetzten Verbrennung
    all dieser fossilen Brennstoffe.
  • 52:26 - 52:31
    Ich bin nicht die beste Person, um Ihnen zu sagen,
    wie schlimm der Klimawandel sein wird.
  • 52:31 - 52:34
    Ich bin auch kein Spezialist, wenn es
    darum geht, den Klimawandel zu verhindern.
  • 52:35 - 52:42
    Ich kann Ihnen aber Daten zeigen, damit
    Sie verstehen, wer das Kohlendioxid ausstößt
  • 52:42 - 52:45
    Ich zeige Ihnen das:
  • 52:45 - 52:49
    Sie erinnern sich an die Messlatte
    von der ärmsten zur reichsten Milliarde.
  • 52:49 - 52:54
    Von denen, die sich kaum ein paar Schuhe leisten können zu denen, die mit Flugzeugen fliegen.
  • 52:54 - 53:03
    Diese Grafik zeigt die Gesamtmenge an fossilen
    Brennstoffen, die jährlich weltweit verbrannt wird.
  • 53:03 - 53:05
    Kohle, Öl und Erdgas.
  • 53:05 - 53:09
    Und gleichzeitig repräsentiert das mehr oder
    weniger die gesamten CO2-Emissionen.
  • 53:09 - 53:13
    Wie viel davon wird von
    der reichsten Milliarde verbraucht?
  • 53:14 - 53:16
    Die Hälfte.
  • 53:16 - 53:19
    Jetzt die zweitreichste Milliarde.
  • 53:19 - 53:21
    Die Hälfte von dem was übrig ist.
  • 53:21 - 53:24
    Und sie wissen, was die Dritten verwenden:
  • 53:24 - 53:28
    Die Hälfte von dem was noch übrig ist.
    Und die Übrigen verbrauchen kaum etwas.
  • 53:28 - 53:31
    Das sind gerundete Zahlen,
  • 53:31 - 53:35
    aber sie zeigen klar,
    dass fast der gesamte fossile Brennstoff
  • 53:35 - 53:38
    von den 1, 2, 3 reichsten
    Milliarden verbraucht wird.
  • 53:38 - 53:40
    Sie verbrauchen mehr als 85 Prozent.
  • 53:40 - 53:45
    Jetzt hat die reichste Milliarde immerhin
    aufgehört, den Verbrauch zu steigern,
  • 53:45 - 53:48
    aber wir müssen sehen,
    ob der Verbrauch sinken wird.
  • 53:48 - 53:50
    Und in den kommenden Jahrzehnten
  • 53:50 - 53:53
    wird es das wirtschaftliche
    Wachstum dieser beiden sein,
  • 53:53 - 53:57
    das CO2-Emissionen und den Verbrauch
    fossiler Brennstoffen steigen lassen wird.
  • 53:58 - 54:00
    Selbst wenn die hier es schaffen,
  • 54:00 - 54:04
    aus der extremen Armut auszubrechen
    und es bis zum Motorrad zu schaffen,
  • 54:04 - 54:08
    trägt das nicht viel
    zu den CO2-Emissionen bei.
  • 54:08 - 54:11
    Und der Blick
    auf das Bevölkerungswachstum zeigt,
  • 54:11 - 54:15
    dass die meisten der Extra-Milliarden in
    den nächsten 40 Jahren hier sein werden.
  • 54:15 - 54:18
    Aber wenn man die Menschen
    am reichsten Ende fragt,
  • 54:18 - 54:21
    scheinen sie es immer noch
    ganz falsch zu verstehen.
  • 54:21 - 54:25
    Sie schauen auf die Welt herunter von
    ihren sehr hohen Emissionen und sagen:
  • 54:25 - 54:30
    "Oh, ihr da drüben, ihr könnt nicht leben
    wie wir, ihr zerstört ja den Planeten."
  • 54:31 - 54:38
    Ich finde das Argument von den Menschen,
    die hier aufholen, viel logischer:
  • 54:38 - 54:43
    "Hey! Wer seid ihr, uns sagen zu dürfen,
    dass wir nicht leben dürfen wie ihr?
  • 54:43 - 54:48
    Ändert lieber zuerst was bei euch selbst,
    wenn ihr wollt, dass wir's anders machen!"
  • 54:50 - 54:53
    Es gibt so viele Elemente
    für ein gutes Leben,
  • 54:53 - 54:56
    das Milliarden auf der Welt nicht haben.
  • 54:56 - 55:03
    In Andres Dorf gibt es in vielen Häusern
    nicht einmal elektrischen Strom.
  • 55:04 - 55:07
    Mosambik hat große Kohlereserven.
  • 55:07 - 55:11
    Wenn dieses und andere arme Länder
    neue günstige Kraftwerke bauen,
  • 55:11 - 55:14
    um Kohle für Elektrizität
    und Industrie zu verbrennen,
  • 55:14 - 55:20
    dann denke ich, sollte niemand dazwischen
    gehen, der mehr Kohlenstoff ausstößt.
  • 55:20 - 55:26
    Ich habe zwei Fragen für Sie, die ich
    meinen Studenten in Schweden oft stelle:
  • 55:26 - 55:31
    Wie viele von Ihnen haben dieses Jahr
    noch keine Flugreise unternommen?
  • 55:34 - 55:35
    Aha.
  • 55:35 - 55:40
    Einige kommen ohne Flüge aus.
    Also die zweite Frage lautet:
  • 55:40 - 55:43
    Wie viele von Ihnen haben sich
    von Waschmaschinen ferngehalten
  • 55:43 - 55:47
    und haben alle Bettwäsche,
    Kleidung und Schmutzwäsche
  • 55:47 - 55:50
    im letzten Jahr mit der Hand gewaschen?
  • 55:50 - 55:53
    Hab ich mir gedacht: Niemand.
  • 55:53 - 55:57
    Jeder, der es sich leisten kann,
    verwendet eine Waschmaschine.
  • 55:57 - 56:00
    Selbst der harte Kern
    der Umweltschutz-Bewegung.
  • 56:00 - 56:03
    Ich kann mich noch an den Tag erinnern,
    als meine Familie eine Waschmaschine bekam.
  • 56:04 - 56:07
    Es war der 1. November 1952.
  • 56:07 - 56:11
    Großmutter durfte als erste
    die Waschmaschine beladen.
  • 56:11 - 56:15
    Sie hatte die Wäsche ihr ganzes Leben lang
    mit der Hand erledigt,
  • 56:15 - 56:16
    für eine 9-köpfige Familie.
  • 56:16 - 56:20
    Und als sie die Maschine belud,
    setzte sie sich auf einen Hocker
  • 56:20 - 56:24
    und schaute sich eine Stunde
    lang das ganze Waschprogramm an.
  • 56:24 - 56:26
    Sie war absolut hypnotisiert.
  • 56:26 - 56:29
    Für meine Mutter bedeutete das
    auch viel mehr freie Zeit,
  • 56:29 - 56:32
    in der sie andere Dinge tun konnte.
  • 56:32 - 56:37
    Sie konnte mir aus Büchern vorlesen.
    Ich glaube, darum bin ich heute Professor.
  • 56:37 - 56:42
    Kein Wunder, dass wir heute sagen:
    danke, Stahlwalzwerk,
  • 56:42 - 56:46
    danke, Waschpulverfabrik,
    danke, Kraftwerk!
  • 56:48 - 56:50
    Nun ...
  • 56:50 - 56:54
    Wenn wir darüber nachdenken,
    wohin uns das alles führt,
  • 56:54 - 56:57
    habe ich nur
    einen bescheidenen Rat für Sie,
  • 56:57 - 57:01
    neben allem anderen:
    Schauen Sie sich die Daten an!
  • 57:01 - 57:03
    Schauen Sie auf
    all die Fakten über die Welt.
  • 57:03 - 57:09
    Dann sehen Sie, wo wir heute stehen
    und wie wir uns weiter entwickeln können,
  • 57:09 - 57:12
    mit all den Milliarden
    auf unserem wundervollen Planeten.
  • 57:12 - 57:16
    Die Herausforderung
    der extremen Armut wurden stark reduziert
  • 57:16 - 57:20
    und es liegt zum ersten Mal
    in der Geschichte in unseren Händen,
  • 57:20 - 57:23
    sie ein für alle Mal zu beenden.
  • 57:23 - 57:25
    Die Herausforderung
    des Bevölkerungwachstums
  • 57:25 - 57:28
    ist sogar schon gelöst.
  • 57:28 - 57:31
    Die Zahl der Kinder
    wächst nicht mehr weiter.
  • 57:31 - 57:34
    Und was die Herausforderung
    des Klimawandels betrifft,
  • 57:34 - 57:37
    können wir das Schlimmste
    immer noch verhindern.
  • 57:37 - 57:42
    Aber dafür ist es notwendig,
    dass die Reichsten
  • 57:42 - 57:47
    so schnell wie möglich einen Weg finden,
    ihre Nutzung und den Verbrauch
  • 57:47 - 57:51
    von Ressourcen und Energie Schritt
    für Schritt auf ein Level zu bringen,
  • 57:51 - 57:58
    das am Ende des Jahrhunderts von
    10 oder 11 Milliarden geteilt werden kann.
  • 57:58 - 58:01
    Ich habe mich nie als Optimist bezeichnet.
  • 58:01 - 58:04
    Aber ich sage, ich bin ein Possibilist.
  • 58:04 - 58:08
    Und ich sage: Die Welt ist viel besser,
    als viele von Ihnen denken.
  • 58:08 - 58:11
    Vielen Dank!
Title:
KEINE PANIK — Hans Rosling zeigt Fakten über die Weltbevölkerung
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Video Language:
English
Duration:
58:51

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