WEBVTT 00:00:04.720 --> 00:00:10.230 34C3 Vorspannmusik 00:00:14.340 --> 00:00:16.850 Herald: Netzpolitik in der Schweiz und die 00:00:16.860 --> 00:00:22.490 Organisation Digitale Gesellschaft sollten eigentlich immer gemeinsam genannt werden. 00:00:22.490 --> 00:00:28.260 Bei der Digitalen Gesellschaft handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation 00:00:28.260 --> 00:00:33.519 die sich für Grund- Menschen- und Konsumentenrechte im Internet und speziell 00:00:33.519 --> 00:00:38.870 in der Schweiz einsetzt. Wir haben hier heute drei Vertreter der Digitalen 00:00:38.870 --> 00:00:45.510 Gesellschaft bei uns auf der Bühne und zwar den Geschäftsführer Kire, ganz links 00:00:45.510 --> 00:00:50.980 von euch aus gesehen, in der Mitte den Patrick und auf der rechten Seite den 00:00:50.980 --> 00:00:57.510 Martin. Und nun bühne frei für die drei eidgenössischen Netzpolitiker! 00:01:04.530 --> 00:01:09.780 Martin: Vielen Dank. Ich begrüsse euch ganz herzlich zu unserem Vortrag über die 00:01:09.780 --> 00:01:13.830 Netzpolitik in der Schweiz. Wir werden heute über den aktuellen Stand der 00:01:13.830 --> 00:01:17.729 Netzpolitik über unsere Themen berichten und auch was das neue Jahr bringen wird. 00:01:19.989 --> 00:01:24.380 Als erste Übersicht die Themen: Auch in der Schweiz wird der Überwachungsstaat der 00:01:24.380 --> 00:01:29.100 Polizeistaat ausgebaut. Das Stichwort ist das Akronym BÜPF, das revidiert 00:01:29.100 --> 00:01:33.920 Überwachungsgesetze. Dazu wird euch Kire gleich mehr erzählen. Dann gehen wir auch 00:01:33.920 --> 00:01:38.590 rechtlich gegen die Massenüberwachung vor, gegen die Vorratsdatenspeicherung und 00:01:38.590 --> 00:01:43.770 gegen die Kabelaufklärung. Auch dazu mehr Informationen. Dann, wie so häufig, in der 00:01:43.770 --> 00:01:47.180 Schweiz dauert alles etwas länger, aber dann kommt doch: Netzsperren in Gesetzen 00:01:47.180 --> 00:01:51.880 sind auch bei uns vorgesehen. Auch da engagieren wir uns. E-Voteing, 00:01:51.880 --> 00:01:56.619 Elektronische Identität, auch das kommt in der Schweiz, etwas unglücklich umgesetzt. 00:01:56.619 --> 00:02:01.700 Das lehnen wir teilweise ab, teilweise haben wir bessere Ideen. Und zuletzt das 00:02:01.700 --> 00:02:06.420 Datenschutzrecht. Die meisten von euch wissen es: die EU revidiert es, die 00:02:06.420 --> 00:02:12.290 Schweiz die folgt hinten nach. Auch dazu werden wir euch mehr erzählen. Und damit 00:02:12.290 --> 00:02:19.540 gebe ich Kire das Wort über das BÜPF. Kire: Ton fehlt ... wär eine 00:02:19.540 --> 00:02:27.070 Einschätzung zum neuen BÜPF. Das total revidierte Bundesgesetz betreffend die 00:02:27.070 --> 00:02:32.170 Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs wird nun definitiv am 1. 00:02:32.170 --> 00:02:39.180 März 2018 in Kraft treten. Es werden dann noch verschiedene Übergangsfristen gelten, 00:02:39.180 --> 00:02:43.650 welches den Providern die technische Umsetzung der Überwachungsmassnahmen 00:02:43.650 --> 00:02:53.680 ermöglichen. Diese sind längstens 24 Monate. Zur Vergegenwärtigung: das 00:02:53.680 --> 00:03:00.709 aktuelle BÜPF gilt für Access Provider und für die von ihnen angebotenen Dienste wie 00:03:00.709 --> 00:03:09.180 zum Beispiel e-mail oder auch voice-over- ip. Im revidierten BÜPF wird dieser 00:03:09.180 --> 00:03:15.739 Geltungsbereich nun deutlich ausgeweitet. Es gilt neu auch für sogenannte Anbieter 00:03:15.739 --> 00:03:21.250 von abgeleiteten Kommunikationsdiensten. Damit sind Dienste gemeint, die einen 00:03:21.250 --> 00:03:27.269 Austausch von Informationen ermöglichen, also eigentlich für praktisch alle 00:03:27.269 --> 00:03:33.819 Dienste. Und neu wird das Gesetz auch für Personen gelten, welches ihr Netz Dritten 00:03:33.819 --> 00:03:41.840 zur Verfügung stellen. Das zielt hauptsächlich auf Anbieter von public wlan 00:03:43.922 --> 00:03:50.459 ab. Diese Anbieter von abgeleiteten Kommunikationsdiensten sind denn den 00:03:50.459 --> 00:03:55.519 Access Providern in deren Pflichten gleichgestellt wenn eine der zwei 00:03:55.519 --> 00:04:02.240 Bedingungen erfüllt sind. Und zwar entweder 10 Überwachungsgesuche in einem 00:04:02.240 --> 00:04:08.439 Jahr, oder aber der Anbieter erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 00:04:08.439 --> 00:04:13.500 mindestens 100 Millionen Franken mit mindestens 5000 Benutzern. Wenn eine von 00:04:13.500 --> 00:04:20.040 diesen zwei Bedingungen zutreffend ist, dann ist der Anbieter der Access Providern 00:04:20.040 --> 00:04:25.259 gleichgestellt, was bedeutet, dass sie aktiv überwachen können – müssen – und 00:04:25.259 --> 00:04:33.250 dass sie die Vorratsdatenspeicherung vornehmen müssen. Sind diese beiden 00:04:33.250 --> 00:04:39.810 Kriterien nicht gegeben, dann müssen sie eine Überwachung dulden. Also alle anderen 00:04:39.810 --> 00:04:44.620 Anbieter müssen eine Überwachung dulden und diese Duldung schliesst auch die 00:04:44.620 --> 00:04:50.870 Zugangsgewährung mit ein. Also die Anbieter müssen Zugang zu Gebäuden, aber 00:04:50.870 --> 00:04:57.370 auch zu Netzen und Diensten gewähren, dass eine Überwachung durch den Dienst ÜPF, 00:04:57.370 --> 00:05:06.320 aber auch über den von ihnen beauftragten Personen, die Überwachung vornehmen 00:05:06.320 --> 00:05:15.820 können. Wen nun eine solche Überwachungspflicht trifft, der muss neu 00:05:15.820 --> 00:05:24.160 auch die Teilnehmer identifizieren. Das heisst, es wird in der Schweiz in Zukunft 00:05:24.160 --> 00:05:31.820 nicht mehr so einfach möglich sein einfach ein e-mail account zu klicken. Allerdings 00:05:31.820 --> 00:05:37.080 gilt eine Ausweispflicht nur in Mobilfunknetzen, also beim Abschluss von 00:05:37.080 --> 00:05:42.460 einem Handyabo oder bei Prepaid-angeboten. Für alle anderen Dienste reicht eine 00:05:42.460 --> 00:05:52.330 Identifikation zum Beispiel über die Zusendung eines Tokens per SMS. Diese 00:05:52.330 --> 00:05:59.420 Teilnehmeridentifikation wird neu auch für Anbieter von Public Wlans gelten, wenn sie 00:05:59.420 --> 00:06:06.009 dieses professionell tun. Mit professionell ist gemeint, wenn mit dem 00:06:06.009 --> 00:06:11.169 Betrieb eine spezialisierte IT- Dienstleisterin beauftragt worden ist. 00:06:11.729 --> 00:06:20.740 Dieser Text ist aus den Erläuterungen zur Verordnung und erklärt diesen Begriff. 00:06:20.740 --> 00:06:30.110 Umgekehrt, wenn ich zum Beispiel als Restaurantbesitzer einen wlan access point 00:06:30.110 --> 00:06:35.740 selber kaufe und installieren und betreue, dann falle ich nicht unter diese Pflicht 00:06:35.740 --> 00:06:45.199 zur Teilnehmeridentifikation. Nicht desto trotz werden öffentlichen public wlan ohne 00:06:45.199 --> 00:06:52.080 eine SMS-Registrierung weiter aussterben. Immerhin werden Dienste wie z.B. Freifunk 00:06:52.080 --> 00:06:57.890 nicht darunter fallen, weil diese eben nicht professionell betrieben werden. Was 00:06:57.890 --> 00:07:04.520 wir aber auch sehen werden, aufgrund dieser Teilnehmeridentifikation, sind 00:07:04.520 --> 00:07:10.819 Antennensuchläufe neu auch in wlan. Also die gerichtliche Feststellung, wer sich 00:07:10.819 --> 00:07:17.765 wann, wo aufgehalten hat, auf Basis der Verwendung eines public wlan. 00:07:21.310 --> 00:07:29.330 Dann ist noch eine wichtige Frage offen bezüglich des Staatstrojaner, den wir ja mit dem 00:07:29.330 --> 00:07:34.020 neuen BÜPF auch erhalten werden. und zwar geht es hier in dieser Frage um die 00:07:34.020 --> 00:07:41.870 Infektion also wie eine staatliche Malware auf das Zielgerät kommt. Wir sehen hier 00:07:41.870 --> 00:07:51.210 drei verschiedene Varianten: entweder über eine Sicherheitslücke, diese Variante wirft 00:07:51.210 --> 00:07:58.039 selber einige Fragen auf. Oder aber ein Aufspielen über ein Eindringen in die 00:07:58.039 --> 00:08:05.069 Räumlichkeiten wo sich die Geräte befinden. Das ist eine Variante die auch 00:08:05.069 --> 00:08:12.150 im Gesetz vorgesehen ist. Oder aber über Mithilfe von Dritten. Zum Beispiel über 00:08:12.150 --> 00:08:18.610 eine infektion proxy beim Provider. ein Update Server, eine personalisierte App 00:08:18.610 --> 00:08:23.349 oder zum Beispiel im Download einer Steuererklärungssoftware. Das bringt uns 00:08:23.349 --> 00:08:30.240 nur zur wichtigen Frage: können tatsächlich Dritte – unbeteiligte Dritte - 00:08:30.240 --> 00:08:35.799 herangezogen werden um Staatstrojaner auf die Zielgeräte zu bringen. Und tatsächlich 00:08:35.799 --> 00:08:39.360 kennt das Strafverfahren gewisse Pflichten, wie zum Beispiel eine Pflicht 00:08:39.360 --> 00:08:45.149 zur Auskunft oder auch ne Pflicht zur Zeugenaussage. Aber es ist im Strafrecht 00:08:45.149 --> 00:08:51.800 keine aktive Mitwirkungspflicht vorgesehen. Diese Einschätzung deckt sich 00:08:51.800 --> 00:08:58.040 auch mit einer Aussage vom Bundesamt für Justiz auf Anfrage. Allerdings wird die 00:08:58.040 --> 00:09:02.670 Praxis zeigen was die Strafverfolgungsbehörden in diesem 00:09:02.670 --> 00:09:07.750 Zusammenhang fordern, und was die Zwangsmassnahmengerichte allenfalls auch 00:09:07.750 --> 00:09:17.850 bewilligen. Wir würden dann zum zweiten Teil, zu den beiden Beschwerden gegen die 00:09:17.850 --> 00:09:24.260 Kabelaufklärung und die Vorratsdatenspeicherung kommen. Beide 00:09:24.260 --> 00:09:33.270 Gerichtsverfahren sind strategische Klagen. Es geht darum, Grundsatzentscheide 00:09:33.270 --> 00:09:38.000 zu erhalten, die aufzeigt wo die rote Linie verläuft zwischen einer 00:09:38.000 --> 00:09:44.890 zielgerichteten Einzelfallüberwachung und einer anlasslosen Massenüberwachung, die 00:09:44.890 --> 00:09:52.920 uns alle in der Privatsphäre betrifft, und alle unsere Privatsphäre verletzt. Die 00:09:52.920 --> 00:09:58.910 Schweiz kennt kein Verfassungsgericht das es ermöglichen würde, ein solches Gesetz 00:09:58.910 --> 00:10:03.830 oder ein Gesetzesartikel abstrakt auf die Gültigkeit prüfen zu lassen. Daher ist es 00:10:03.830 --> 00:10:09.850 in der Schweiz nötig, über eine persönliche Betroffenheit und ein Gesuch 00:10:09.850 --> 00:10:14.800 an die zuständige Behörde ein Gerichtsverfahren anzustrengen, das dann 00:10:14.800 --> 00:10:21.750 in Form von Beschwerden und durch die Instanzen weitergeführt wird. Die erste 00:10:21.750 --> 00:10:26.430 Beschwerde betrifft das Nachrichtendienstgesetz. Dieses Gesetz ist 00:10:26.430 --> 00:10:31.500 in diesem Jahr am 1. September in Kraft getreten. Dieses Massnahmengesetzt 00:10:31.500 --> 00:10:37.540 beinhaltet zahlreiche neuen Befugnisse. Unter anderem alle Massnahmen die auch im 00:10:37.540 --> 00:10:44.300 BÜPF vorgesehen sind, inklusive Staatstrojaner oder eben auch die, was in 00:10:44.300 --> 00:10:51.110 der Beschwerde nun wichtig ist, die Massenüberwachung per Kabelaufklärung. Wie 00:10:51.110 --> 00:10:58.120 gesagt, das Gesetz ist am 1. September in Kraft getreten. Wir haben daher ein Gesuch 00:10:58.120 --> 00:11:07.779 an den Nachrichtendienst per 31. 08.2017 gestellt. Im Kern fordern wir in dem 00:11:07.779 --> 00:11:14.570 Gesuch, dass die Kabelaufklärung nicht einzuführen sei, weil von dieser 00:11:14.570 --> 00:11:19.940 Überwachung alle betroffen sind, wir alle unter einen Generalverdacht gestellt 00:11:19.940 --> 00:11:23.820 werden und weil es praktisch unmöglich ist, noch etwas zu suchen, dass man gar 00:11:23.820 --> 00:11:32.370 nicht kennt. Und wir verknüpfen diese Forderung mit der Forderung, die 00:11:32.370 --> 00:11:41.740 Funkaufklärung die bereits besteht, zu unterlassen. Wir machen diese Verknüpfung, 00:11:41.740 --> 00:11:45.570 weil die Kabelaufklärung eine Weiterentwicklung der Funk- und 00:11:45.570 --> 00:11:53.160 Satellitenaufklärung ist. Die Funkaufklärung kennen wir seit ca. dem 2. 00:11:53.160 --> 00:12:01.000 Weltkrieg. Da ging es ursprünglich darum, in dieser militärischen Überwachung, den 00:12:01.000 --> 00:12:08.460 gegnerischen oder den ausländischen Feind, über den Informationen zu erhalten. Diese 00:12:08.460 --> 00:12:15.279 Funkaufklärung wurde im Jahr 2000 über ein geheimes Projekt zur Satellitenüberwachung 00:12:15.279 --> 00:12:25.290 ausgedehnt. Dieses Projekt wurde dann bekannt, es gab eine Untersuchung der 00:12:25.290 --> 00:12:32.620 Eigenössischen Geschäftsprüfungsdelegation GPDel welche im Jahr 2003 und 2007 2 00:12:32.620 --> 00:12:38.589 Berichte veröffentlicht hat, welche dieses Überwachungssystem beschreibt, aber auch 00:12:38.589 --> 00:12:44.170 Verstösse gegen die Menschenrechte festhält. Da es sich bei dieser 00:12:44.170 --> 00:12:51.350 Überwachung um ausländische Satelliten handelt, ist tendenziell ausländische 00:12:51.350 --> 00:12:54.640 Kommunikation von dieser Überwachungsmassnahme betroffen, aber 00:12:54.640 --> 00:13:00.320 natürlich nicht nur. Also Personen aus der Schweiz kommunizieren genauso über diese 00:13:00.320 --> 00:13:04.311 Satelliten und es sind auch zivile Satelliten. 00:13:07.795 --> 00:13:14.519 Weil mehr und mehr Kommunikation nicht mehr über Satelliten stattfindet sondern über Glasfaserkabel 00:13:14.519 --> 00:13:18.269 wird diese Überwachungen jetzt neu nochmals ausgedehnt auf die 00:13:18.269 --> 00:13:28.630 Kabelaufklärung. Und diese zielt auf die grenzüberschreitenden Leitungen ab, weil, 00:13:28.630 --> 00:13:33.120 im Gegensatz zu ausländischen Satelliten, ausländische Kabel von Schweizer Behörden 00:13:33.120 --> 00:13:41.860 nicht überwacht werden können. Bloss ist nun bei dieser Überwachung fast in jedem 00:13:41.860 --> 00:13:49.090 Fall auch eine inländische Person betroffen und selbstverständlich gelten 00:13:49.090 --> 00:13:52.545 Menschenrechte auch im Ausland. 00:13:54.617 --> 00:13:57.777 Die Antwort des Nachrichtendienstes auf unser 00:13:57.777 --> 00:14:06.279 Gesuch ist einigermassen erstaunlich. Es umfasst gerade einmal eine Seite. Der 00:14:06.279 --> 00:14:11.959 Nachrichtendienst stellt sich als eine einfache Verwaltungsbehörde ohne Spielraum 00:14:11.959 --> 00:14:17.699 dar und ist der Ansicht, dass diese Massnahme keine Grundrechte verletzen 00:14:17.699 --> 00:14:27.070 würde. Was bereits durch die Berichte der GPDel eigentlich widerlegt ist. Wir sind 00:14:27.070 --> 00:14:31.231 daraufhin mit einer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen 00:14:31.231 --> 00:14:38.800 gelangt. Der Geheimdienst hat nun Zeit bis Mitte Januar, Stellung zu beziehen. Im 00:14:38.800 --> 00:14:43.430 Anschluss wird dann das Bundesverwaltungsgericht entweder 00:14:43.430 --> 00:14:54.890 inhaltlich über unser Gesuch urteilen oder aber es zurück an den Geheimdienst leiten, 00:14:54.890 --> 00:15:01.550 der inhaltlich urteilen muss. Dann würden wir eigentlich wieder am Anfang vom 00:15:01.550 --> 00:15:11.089 Verfahren stehen. Das zweite Verfahren betrifft die Beschwerde gegen die 00:15:11.089 --> 00:15:17.339 Vorratsdatenspeicherung. Diese ist schon etwas älter, das haben wir im Jahr 2014 00:15:17.339 --> 00:15:25.050 gestartet. Aktuell ist das Verfahren hängig am Bundesgericht. Da haben nun seit 00:15:25.050 --> 00:15:32.079 Frühling 2017 schriftliche Anhörungen stattgefunden. Der Dienst Überwachung, 00:15:32.079 --> 00:15:36.920 Post- und Fernmeldeverkehrs, der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte, die 00:15:36.920 --> 00:15:42.160 Swisscom und auch wir konnten wechselseitig Stellung beziehen. Diese 00:15:42.160 --> 00:15:48.611 Phase ist nun abgeschlossen. Mit einem Entscheid ist wohl im nächsten Jahr zu 00:15:48.611 --> 00:15:55.310 rechnen. Wie gesagt, da wir kein Verfassungsgericht kennen und das 00:15:55.310 --> 00:15:59.800 Bundesgericht keine entsprechende Kompetenz hat, wird hier wohl ein 00:15:59.800 --> 00:16:05.433 Weiterzug an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nötig sein. 00:16:08.639 --> 00:16:14.910 Die Verfahren sind ziemlich zeitintensiv. Die Beschwerde gegen die Vorratsdaten... in 00:16:14.910 --> 00:16:17.910 der Beschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung sind wir wohl etwa 00:16:17.910 --> 00:16:24.550 in der Hälfte. In der Beschwerde gegen die Kabelaufklärung stehen wir ganz am Anfang. 00:16:24.550 --> 00:16:30.779 Und die Verfahren kosten auch ziemlich viel Geld, entsprechend sind wir hier auf 00:16:30.779 --> 00:16:39.769 Unterstützung angewiesen. Wir würden dann zum 3. Teil kommen, zu den Netzsperren. 00:16:39.769 --> 00:16:46.690 Hier übergebe ich gerne das Wort an Paki. Paki: So, diejenigen die letztes Jahr 00:16:46.690 --> 00:16:51.839 schon hier waren, den dürfte dieses Bild einigermassen bekannt vorkommen. Ich habe 00:16:51.839 --> 00:16:57.360 auch ein Neues rausgesucht. Das Problem ist, dass im Moment die Politiker und 00:16:57.360 --> 00:17:02.310 Politik in der Schweiz immer noch davon ausgeht, dass Netzsperren ein adäquates 00:17:02.310 --> 00:17:07.079 technisches Mittel sind, um soziale Probleme zu lösen. Wie man anhand dieses 00:17:07.079 --> 00:17:12.890 Bildes sieht, helfen Sperren hat einfach nicht immer. Wir haben uns mit drei 00:17:12.890 --> 00:17:17.720 Gesetzen rumgeschlagen: Das Erste ist das Geldspielgesetz. Da geht es nicht um eure 00:17:17.720 --> 00:17:23.349 Bitcoins, da geht es vor allem um Poker und Roulette usw, physisches Glücksspiel. 00:17:23.349 --> 00:17:30.480 Dann das Urheberrechtsgesetz und das Fernmeldegesetz. Im Geldspielgesetz: was 00:17:30.480 --> 00:17:34.870 ist dort vorgesehen? Es sind Massnahmen vorgesehen, die die Spielsucht eindämmen 00:17:34.870 --> 00:17:40.169 sollen. Das Problem jedoch ist, dass dort kein Geld gesprochen wird. Das heisst das 00:17:40.169 --> 00:17:44.030 Geld muss von den Kantonen kommen und nicht von den Casinos oder den Online- 00:17:44.030 --> 00:17:49.500 Casinos die diese Spielsucht überhaupt auslösen. Also das Verursacherprinzip ist 00:17:49.500 --> 00:17:54.350 hier nicht gewahrt. Es erlaubt erstmals Online- Glücksspiel, allerdings auch nur 00:17:54.350 --> 00:17:59.470 inländisches Online- Glücksspiel. Das Problem ist allerdings, dass der 00:17:59.470 --> 00:18:04.471 inländische Markt zu klein ist, zum Beispiel beim Poker, wurde uns gesagt, um 00:18:04.471 --> 00:18:10.401 überhaupt ein grosses Pokerspiel in der Schweiz aufzubauen. Das heisst, man will 00:18:10.401 --> 00:18:16.330 jetzt diesen inländischen Markt mit Netzsperren von ausländischen Anbietern 00:18:16.330 --> 00:18:20.970 abschotten und die ausländische Anbieter illegal erklären, was sie eigentlich schon sind 00:18:25.018 --> 00:18:29.420 Der Stand beim Geldspielgesetz ist so, dass das Referendum jetzt läuft, das 00:18:29.420 --> 00:18:33.400 heisst es hat beide Kammern – National- und Ständerat – passiert, ist in den 00:18:33.400 --> 00:18:38.870 Schlussabstimmungen durchgekommen und Jungparteien haben jetzt das Referendum 00:18:38.870 --> 00:18:45.260 ergriffen und es könnte klappen. Es ist sehr, sehr knapp. Es kommen jetzt, diese 00:18:45.260 --> 00:18:49.480 Tage kommen immer noch tausende Unterschriften rein, aber es braucht die 00:18:49.480 --> 00:18:53.840 Unterschrift von jedem Schweizer Stimmbürger der hier ist. Fall ihr noch 00:18:53.840 --> 00:18:57.669 nicht unterschrieben habt, oder noch Unterschriften zu Hause habt, sendet die 00:18:57.669 --> 00:19:02.190 ein oder kommt bei uns beim Stand vorbei und deponiert die oder leistet eure 00:19:02.190 --> 00:19:08.600 Unterschrift. Es ist extrem wichtig. Es ist extrem knapp. Genau, was wir auch noch 00:19:08.600 --> 00:19:12.730 gemacht haben, vorgängig bei diesem Gesetz ist, wir haben versucht in den 00:19:12.730 --> 00:19:16.590 Kommissionen Einfluss zu nehmen. Aber auch hier ist es extrem schwierig einem 00:19:16.590 --> 00:19:20.669 Politiker zu erklären, dass Netzsperren nicht funktionieren. Auch wenn man ihn es 00:19:20.669 --> 00:19:24.399 ihnen live demonstriert an einem PC, oder an ihrem PC. 00:19:28.369 --> 00:19:32.727 Dann zum Urheberrecht. Hier ist eine Totalrevision vorgesehen 00:19:40.512 --> 00:19:43.640 Das Gute ist, die Privatkopie die bleibt, 00:19:43.640 --> 00:19:51.220 ebenso der straffreie Download. Was allerdings reinkommt, ist ein 00:19:51.220 --> 00:19:55.260 Lichtbildschutz, wie wir den in Deutschland schon kennen. Bisher hatten 00:19:55.260 --> 00:19:58.860 wir in der Schweiz eine gewisse Schöpfungshöhe die nötig war, damit dann 00:19:58.860 --> 00:20:03.900 ein Lichtbild, also eine Fotografie eigentlich, urheberrechtlich geschützt 00:20:03.900 --> 00:20:07.590 ist. Nun ist jeder Schnappschuss ,der jemand auf Facebook teilt, eigentlich 00:20:07.590 --> 00:20:15.540 urheberrechtlich geschützt. Das wird noch spannend, was da passiert. Wir haben's in 00:20:15.540 --> 00:20:22.039 Deutschland, habt ihr ja schon ein bisschen Erfahrung damit. Ebenso ist die 00:20:22.039 --> 00:20:26.280 Regelung verwaister Werke ein bisschen besser geworden. Es wurde ein bisschen 00:20:26.280 --> 00:20:30.250 klarer definiert, was man machen muss, wenn man ein verweistes Werk z.B. wieder 00:20:30.250 --> 00:20:36.720 verlegen muss, verlegen will. Plus die Schutzrechte wurden angepasst auf 70 00:20:36.720 --> 00:20:40.760 Jahre. Das ist eigentlich eine technische Anpassung die so nicht nötig wäre, aber 00:20:40.760 --> 00:20:49.030 das Umland hat dort auch überall 70 Jahre. Dann wird es Take- & Stay-Down- Regelungen 00:20:49.030 --> 00:20:56.130 geben für Anbieter, die die Konten von Usern zur Verfügung stellen. Das heisst, 00:20:56.130 --> 00:21:03.530 wenn irgendein User von einem Anbieter eine Datei hochlädt, das Filmstudio sagt: 00:21:03.530 --> 00:21:08.390 "Das ist ein Blockbuster von uns, nehmt den runter", dann muss ich "technisch 00:21:08.390 --> 00:21:14.419 adäquate Lösungen" bereitstellen, die "wirtschaftlich sinnvoll" sind, damit auch 00:21:14.419 --> 00:21:21.520 dieser Content niemals mehr in dieser Form bei mir hochgeladen wird. Was darunter 00:21:21.520 --> 00:21:25.528 verstanden wird, werden wahrscheinlich dann die Gerichte genau erklären müssen. 00:21:27.233 --> 00:21:33.970 Dann wird ein Gerichtsspruch des Bundesgerichts indirekt überschrieben, das 00:21:33.970 --> 00:21:38.860 heisst, bisher war es in der Schweiz nicht möglich, einen Filesharer anzuklagen, um 00:21:38.860 --> 00:21:43.960 dann an dessen Namen zu kommen und ihn dann finanziell zu belangen für die 00:21:43.960 --> 00:21:48.620 Urheberrechtsverletzungen die er gemacht hat. Neu ist dieser Passus eigentlich – 00:21:48.620 --> 00:21:55.770 also diese Anleitung – genau so im Gesetz drin. Das ist auch eine Umkehr. Dort wird 00:21:55.770 --> 00:22:01.070 sich auch zeigen ob sich dann dieser Passus dann halten lässt oder nicht. Wir 00:22:01.070 --> 00:22:05.659 werden sehen. Dann sind es trotz... die Prämisse dieses Gesetzes war: Es ist die 00:22:05.659 --> 00:22:09.240 Anpassung des Urheberrechts an das Internetzeitalter. Das Problem ist 00:22:09.240 --> 00:22:15.220 einfach: es hat keine Anpassung ans Internetzeitalter gegeben. Es gibt kein 00:22:15.220 --> 00:22:20.000 Right to Remix, es gibt keine Fair-Use- Klausel, das heisst jeder Facebookbenutzer 00:22:20.000 --> 00:22:25.280 der Memes hochlädt oder selbst erstellt, wird weiterhin pro Jahr bis zu 10000 00:22:25.280 --> 00:22:32.580 franken an Urheberrechtkosten verursachen, sollte er angeklagt werden. Der Stand 00:22:32.580 --> 00:22:40.490 dieses Gesetzes ist nun so, dass die Rückmeldung – es waren ja 1200 00:22:40.490 --> 00:22:47.510 Einzeleinsendungen, zum Teil hunderte Seiten – die als Feedback gekommen sind zu 00:22:47.510 --> 00:22:53.080 diesem Gesetz, die wurden verarbeitet. Die Eingaben der Zivilgesellschaft aber 00:22:53.080 --> 00:23:00.400 mehrheitlich ignoriert. Jetzt, ein Lichtblick ist drin: die Netzsperren sind 00:23:00.400 --> 00:23:04.990 temporär mal rausgeflogen. Es besteht aber kein Zweifel, dass da die Musik- und 00:23:04.990 --> 00:23:11.410 Filmindustrie die Netzsperren wieder fordern wird und auch Politiker findet, 00:23:11.410 --> 00:23:14.790 Parlamentarier findet, die diese dann in den Kommissionen auch wieder einbringen. 00:23:14.790 --> 00:23:23.159 Das heisst, dieser Kampf ist leider noch nicht gewonnen. Jetzt kommt dieses Gesetz 00:23:23.159 --> 00:23:27.970 dann in die Kommissionen, es finden Anhörungen statt. Spannenderweise sind in 00:23:27.970 --> 00:23:33.280 National- und Ständerat zwei verschiedene Kommisionen dafür zuständig. Warum ist mir 00:23:33.280 --> 00:23:37.880 auch nicht ganz klar. Ist auch das erste Mal, dass ich das persönlich sehe. Ich 00:23:37.880 --> 00:23:46.580 weiss nicht, wie häufig das ist. Nun, was versuchen wir dagegen zu tun oder was tun 00:23:46.580 --> 00:23:51.640 wir, damit dass dieses Gesetz besser wird, oder vielleicht gar nicht durch kommt. Wir 00:23:51.640 --> 00:23:55.650 versuchen, wie immer, Einflussnahme zu nehmen in den Kommissionen. Wir versuchen 00:23:55.650 --> 00:23:59.919 mit den Politikern zu sprechen, ihnen zu erklären, dass ihre Massnahmen so nicht 00:23:59.919 --> 00:24:05.030 sinnvoll sind, so nicht durchsetzbar sind. Zudem haben wir eine Arbeitsgruppe 00:24:05.030 --> 00:24:10.779 gebildet, die eigentlich Personen aus mehreren Parteien sammeln soll, um so 00:24:10.779 --> 00:24:16.320 gezielt auch Leute aus der eigenen Partei zu ihren eigenen Parlamentariern schicken 00:24:16.320 --> 00:24:21.350 können und diesen klar machen: "Hey, was ihr da sagt widerspricht unserer eigenen 00:24:21.350 --> 00:24:29.220 Parteilinie.". Es gab jetzt ein erstes Treffen im Dezember, Mitte Dezember. Das 00:24:29.220 --> 00:24:33.510 nächste Treffen wird wahrscheinlich an unserem Winterkongress stattfinden. 00:24:33.510 --> 00:24:41.180 Dazu sagen wir später noch was. Dann zum Fernmeldegesetz. Da haben wir auch letztes 00:24:41.180 --> 00:24:46.210 Jahr schon ein bisschen darüber berichtet. Nun sind wir dort ein bisschen weiter. 00:24:46.210 --> 00:24:52.949 Auch hier geht es darum, Netzsperren einzuführen. Diesmal zu Unterdrücken von 00:24:52.949 --> 00:25:00.030 pornografischen Inhalten. Bis jetzt gab es ein Kodex, in dem sich verschiedene 00:25:00.030 --> 00:25:04.820 Provider angeschlossen haben. Die haben DNS- Sperren eingerichtet für gewisse 00:25:04.820 --> 00:25:10.240 Webseiten, die ihnen vom Bundesamt für Justiz gemeldet wurden. Neu soll diese 00:25:10.240 --> 00:25:14.230 Netzsperren eigentlich für alle Access Provider dann gelten. Das heisst auch, 00:25:14.230 --> 00:25:18.919 dass diese Liste mit verbotenen Webseiten oder verboten DNS- Einträgen viel breiter 00:25:18.919 --> 00:25:25.830 gestreut ist. Mal schauen. Dann, drin ist die Regulation der letzten Meile bei der 00:25:25.830 --> 00:25:30.990 Glasfaser, beziehungsweise wir hätten gerne die Regulation der letzten Meile 00:25:30.990 --> 00:25:38.330 unabhängig vom Medium gehabt. Da ist jetzt Monopolist ein bisschen am drucksen oder 00:25:38.330 --> 00:25:43.610 sehr stark am lobbyieren, dass diese Regulierung so nicht reinkommt. Die 00:25:43.610 --> 00:25:51.320 Regulation der Roaminggebühren, die wird jetzt ebenfalls kommen, vielleicht, denn 00:25:51.320 --> 00:25:55.960 vor zwei Jahren gab es schon eine ähnliche Motionen im Ständerat und die wurde dann 00:25:55.960 --> 00:26:02.720 quasi ohne Ergebnis abgeschrieben, weil "der Markt spielt ja". Jeder der ein 00:26:02.720 --> 00:26:07.919 schweizer Mobilfunkabonnement hat weiss, dass der Markt nicht wirklich spielt. Dann 00:26:07.919 --> 00:26:12.760 gibt es keine Netzneutralität festgeschrieben. Es gibt einen Kodex, der 00:26:12.760 --> 00:26:18.789 übernommen wurde. Der Kodex wurde letztes Jahr ziemlich medienwirksam dann 00:26:18.789 --> 00:26:26.130 aufgebauscht. Wir sagen, wir deklarieren, wenn wir die Netzneutralität verletzten, 00:26:26.130 --> 00:26:34.971 das das doch nichts bringt, das auch komplett gegen die Richtung der EU und 00:26:34.971 --> 00:26:41.929 auch Deutschland strömt. Das haben die Schweizer einfach noch nicht erkannt. Also 00:26:41.929 --> 00:26:47.450 die Telekom musste jetzt gerade an ein Angebot rausnehmen bei dem sie 0-Rating 00:26:47.450 --> 00:26:53.470 machten. Wir versuchen auch hier, oder wir haben einen Entwurf, den wir versuchen, 00:26:53.470 --> 00:26:59.430 den wir in die Kommissionen reintragen versuchen, der die Netzneutralität ganz 00:26:59.430 --> 00:27:04.779 fix und ganz klar festlegt. Und wir hoffen, dass da zumindest ein Bisschen was 00:27:04.779 --> 00:27:10.890 davon übrig bleibt. Hier sind jetzt der Stand: die Vernehmlassung vom 00:27:10.890 --> 00:27:16.770 Fernmeldegesetz ist erfolgt. Es gab dann eine weitere Botschaft zu Handen der 00:27:16.770 --> 00:27:22.929 Kommission. Bei den Anhörungen waren wir zum Teil eingeladen, zum Teil haben wir 00:27:22.929 --> 00:27:29.169 uns eingeladen und wurden auch angehört. Wie effektiv das dann ist weiss man halt 00:27:29.169 --> 00:27:32.600 erst, wenn die Kommission dann auch abgestimmt hat über die einzelnen Artikeln 00:27:32.600 --> 00:27:37.590 und über unseren Input den wir da geliefert haben. Jetzt, es finden noch 00:27:37.590 --> 00:27:44.980 weitere Anhörungen statt zum Fernmeldegesetz und voraussichtlich kommt 00:27:44.980 --> 00:27:51.700 das in der Frühlingssession oder dann im Sommer in die Räte. Genau, Einflussnahme 00:27:51.700 --> 00:27:59.539 habe ich bereits erwähnt. Jetzt in der E-Governement-Strategie das Bundes gibt es 00:27:59.539 --> 00:28:06.289 2, gibt es mehrere Standbeine. 2 Standbeine sind E-Voting und die 00:28:06.289 --> 00:28:11.240 Elektronische Identität. Diese werden jetzt von oberster Ebene her befohlen. Da 00:28:11.240 --> 00:28:17.840 müssen wir was machen und das Bundesamt für Justiz, das macht dann auch sehr 00:28:17.840 --> 00:28:24.039 schnell aber halt nicht sehr gründlich. Es sind im Moment die Themen mit denen sich 00:28:24.039 --> 00:28:32.450 die Politiker in Bern als ICT-Politiker wahrscheinlich für irgendein Mandat 00:28:32.450 --> 00:28:38.600 empfehlen wollen. Es kommt heraus, dass die nicht nicht sehr viel Ahnung haben vom 00:28:38.600 --> 00:28:45.870 ganzen Thema wenn man ein bisschen genauer reinschaut da. Was ist vorgesehen bei der 00:28:45.870 --> 00:28:50.430 Elektronischen Identität. Es ist vorgesehen dass es mehrere Identity 00:28:50.430 --> 00:28:57.040 Provider gibt, die persönliche Daten, verifiziert persönliche Daten rausgehen 00:28:57.040 --> 00:29:02.289 können. Also: Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum und so weiter. Mit diesen 00:29:02.289 --> 00:29:07.970 Adressen kann man dann auch eine Inkasso- Abfrage machen oder kann jemanden 00:29:07.970 --> 00:29:12.420 eindeutig gesichert identifizieren, dass es diese Person ist, jetzt bei mir ein 00:29:12.420 --> 00:29:17.590 Bankkonto aufmachen will. Der Vorschlag, der wird im Moment von der Post, Swisscom 00:29:17.590 --> 00:29:24.880 und SBB durchgedrückt, mit Unterstützung natürlich des Bundesrates. Das Ganze in 00:29:24.880 --> 00:29:30.600 der Umsetzung knüpft ein bisschen an die SuisseID an, das heisst Private geben 00:29:30.600 --> 00:29:40.919 diese elektronische ID dann raus. Wer von euch hat ne SuisseID? Da sieht man 00:29:40.919 --> 00:29:49.559 wie verbreitet sie ist. 3 Personen. Die Idee ist, dass Banken und Onlineshops 00:29:49.559 --> 00:29:54.299 diese Dienstleistung dann gebrauchen können, und die dann pro 00:29:54.299 --> 00:29:58.549 Identifizierungsvorgang zahlen, das heisst, wenn ich mein Bankkonto aufmache, 00:29:58.549 --> 00:30:02.350 identifiziere ich mich einmal, wenn ich einen Online-Shop Konto aufmache, dann 00:30:02.350 --> 00:30:12.230 auch, und so weiter. Das schafft nun zahlreiche Probleme. Unserer Meinung nach 00:30:12.230 --> 00:30:19.570 kann nur eine staatliche Institution eine elektronische Identifikation schaffen oder 00:30:19.570 --> 00:30:27.610 Vertrauen dort drin schaffen. Die SuisseID hat nicht funktioniert weil der 00:30:27.610 --> 00:30:33.710 Enrolement-Prozess zu kompliziert war. Zudem ist auch die jetzige elektronische 00:30:33.710 --> 00:30:38.390 Identität am Kunden vorbei geplant. Ich bin seit 15 Jahren bei der gleichen Bank. 00:30:38.390 --> 00:30:44.049 Ich werde nicht nächstes Jahr drei Konten eröffnen, nur weil ich eine elektronische 00:30:44.049 --> 00:30:47.960 Identität habe, oder weil ich mit einer elektronischen Identität das machen kann. 00:30:47.960 --> 00:30:55.190 Die amtliche, oder Behördengänge von Personen, von normalen Personen, das ist 00:30:55.190 --> 00:30:59.312 eigentlich genau einer. Das ist die Einreichung der Steuererklärung. Und dafür 00:30:59.312 --> 00:31:06.529 brauche ich auch keine elektronische ID. Also es ist mir und uns unklar, wer 00:31:06.529 --> 00:31:10.309 überhaupt dann der Empfänger dieser elektronischen Identität sein soll. Und 00:31:10.309 --> 00:31:14.110 schlussendlich wird es dann auch zu teuer weil der Verwaltungsaufwand viel zu gross 00:31:14.110 --> 00:31:20.490 ist für diese 10.000 Karten oder Identitäten die man dann herausgeben kann. 00:31:20.490 --> 00:31:26.390 Hier ist die Vernehmlassung zu Ende auch hier wird eine Botschaft erarbeitet und 00:31:26.390 --> 00:31:31.500 das kommt dann in die Kommissionen. Es gibt ein Konzept "Digitale identität in 00:31:31.500 --> 00:31:37.200 der Schweiz" von der Swiss Data Alliance. Was mir dort drin fehlt, ist noch die 00:31:37.200 --> 00:31:41.039 Möglichkeit mit einer elektronischen Identität dann auch Verschlüsselung oder 00:31:41.039 --> 00:31:48.310 Signierung zu machen. Das ist, dann würde ich wieder eine grössere Verbreitung sehen 00:31:48.310 --> 00:31:57.659 dieses ganzen Konzeptes. Zum E-Voting ganz kurz: die Syteme der 1. Generation sind 00:31:57.659 --> 00:32:05.080 tot. Das System das Zürich eingeführt hat, das darf nicht mehr verwendet werden. 00:32:05.080 --> 00:32:10.530 Aktuell sind die Systeme der nächsten Generation in Entwicklung und auch bereits 00:32:10.530 --> 00:32:17.710 in Gebrauch. Diese können allerdings noch nicht überall eingesetzt werden, weil zum 00:32:17.710 --> 00:32:22.590 Teil gesetzliche Grundlagen fehlen, um dann die ganze Bevölkerung eines Kantons 00:32:22.590 --> 00:32:30.210 da mit elektronischer Abstimmung ... mittels elektronischer Abstimmung 00:32:30.210 --> 00:32:36.990 abstimmen zu lassen. Dann gibt es noch eine kuriose Motion. Eine Bug-Bounty 00:32:36.990 --> 00:32:42.510 Motion. Da soll eine Million ausgeschrieben werden um das schweizer E-Voting-System zu 00:32:42.510 --> 00:32:49.299 hacken. Das ist natürlich totaler Schwachsinn, weil jemand der die Möglichkeiten hat, ein 00:32:49.299 --> 00:32:54.350 E-Voting-System zu knacken, der zieht viel mehr Profit als eine Million raus, der zieht 00:32:54.350 --> 00:33:00.210 das Tausendfache heraus wenn er das z.B. bei ner Bergbau-Initiative wie der 00:33:00.210 --> 00:33:07.420 Gotthardröhre macht, oder staatliche Aktoren, die eine Abstimmung durchdrücken 00:33:07.420 --> 00:33:13.130 wollen. Zudem ist, nur weil ein Bug-Bounty ausgesetzt wird, ist es nicht ganz klar, 00:33:13.130 --> 00:33:17.610 dass das System dann nicht hackbar ist. Das kann man nicht beweisen indem man ein 00:33:17.610 --> 00:33:23.110 Bug-Bounty ausschreibt. Unsere Forderungen, das sind eigentlich immer noch die 00:33:23.110 --> 00:33:29.460 gleichen. Das ist der Slide von letztes Jahr. Wir wollen, dass das ganze E-Voting 00:33:29.460 --> 00:33:33.290 für jeden Einzelnen der seine Stimme abgibt auch verifizierbar ist, dass er 00:33:33.290 --> 00:33:38.781 seine Stimme, dass seine Stimme so zählt, wie er sie abgegeben hat und das ist 00:33:38.781 --> 00:33:43.659 leider nicht möglich. Selbst ich kann die kryptographischen Verfahren die hier 00:33:43.659 --> 00:33:48.160 gebraucht werden nicht ganz nachvollziehen. Zudem, selbst wenn ich sie 00:33:48.160 --> 00:33:51.420 nachvollziehen könnte, könnte ich nicht beweisen, dass das Software System das ich 00:33:51.420 --> 00:33:56.440 angeschaut habe, auch das ist, das eingesetzt wird. Und jeder der über 00:33:56.440 --> 00:34:02.620 Weihnachten den PC seiner Schwester oder seine Eltern neu aufsetzen musste weiss, 00:34:02.620 --> 00:34:07.269 wie verwund- und angreifbar diese Plattformen sind und diese sollen dann 00:34:07.269 --> 00:34:12.321 schlussendlich die Wahlmaschinen sein mit denen wir unsere Demokratie ausführen. Und 00:34:12.321 --> 00:34:17.980 das kann es nicht sein. Und jetzt wird euch Martin noch etwas zum 00:34:17.980 --> 00:34:25.469 Datenschutzrecht erzählen. Martin: Vielen Dank. Vielen Dank, PaKi. 00:34:25.469 --> 00:34:33.060 Ja, die Daten. Alle wollen digital werden, alle wollen diesen Datenschatz heben und 00:34:33.060 --> 00:34:37.089 da kann auch die Schweiz nicht hinten anstehen. Der Hintergrund ist, dass wir in 00:34:37.089 --> 00:34:43.000 der Schweiz ein Datenschutzgesetz haben. Das war modern, als es 1992 in Kraft trat. 00:34:43.000 --> 00:34:47.010 Seither ist viel Zeit vergangen. Wenn man sich überlegt, dass heutige Internet gab 00:34:47.010 --> 00:34:51.339 es noch kaum, die grossen Plattformen in den USA gab es noch kaum, und vor allem 00:34:51.339 --> 00:34:56.840 hatte die EU noch kein eigenes Datenschutzrecht. Das ändert sich am 25. 00:34:56.840 --> 00:35:02.260 Mai nächsten Jahres, dann tritt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung – die DSGVO 00:35:02.260 --> 00:35:07.540 – in Kraft. Da muss die Schweiz sich anschließend, denn heute entscheidet die 00:35:07.540 --> 00:35:10.770 EU-Kommission jeweils ob das Datenschutzrecht in der Schweiz als 00:35:10.770 --> 00:35:14.490 angemessen gilt, gibt es einen Angemessenheitbeschluss. Und das ist 00:35:14.490 --> 00:35:19.280 wichtig damit die Schweiz, im Herzen Europas aber nicht EU-Mitglied, weiterhin 00:35:19.280 --> 00:35:24.190 ohne spezielle Hürden Daten – Personendaten – mit EU-Staaten austauschen 00:35:24.190 --> 00:35:28.650 kann. Nun, der erste Entwurf war eine Katastrophe, nun gibt es einen Zweiten. 00:35:28.650 --> 00:35:33.710 Der geht auch ins Parlament und die Stossrichtung, die stimmt. Auch 00:35:33.710 --> 00:35:39.420 interessant: der Grundsatz der "Erlaubnis mit Verbotsvorbehalten" bleibt erhalten, 00:35:39.420 --> 00:35:42.810 das heisst, in der Schweiz im Datenschutz spielt der Grundsatz: man darf 00:35:42.810 --> 00:35:47.120 Personendaten bearbeiten, es sei denn es ist verboten. Die EU hat genau das 00:35:47.120 --> 00:35:51.109 Gegenteil: man darf keine Daten bearbeiten, es sei denn man hat einen 00:35:51.109 --> 00:35:56.609 guten Grund, einen Rechtfertigungsgrund, wie zum Beispiel eine Einwilligung. 00:35:56.609 --> 00:36:01.200 Dennoch, wenn man sich den Entwurf in der Schweiz anschaut, dann wird auf Vieles 00:36:01.200 --> 00:36:05.230 verzichtet, das wir gerne hätten, das sinnvoll wäre. Zum Beispiel das 00:36:05.230 --> 00:36:11.150 Marktortprinzip: für Bürger von EU-Staaten gilt in Zukunft, dass für alle Daten, die 00:36:11.150 --> 00:36:16.150 weltweit von ihnen bearbeitet werden das europäische Datenschutzrecht gilt. In der 00:36:16.150 --> 00:36:19.000 Schweiz kann man das zwar heute schon ableiten, aber es wäre doch schön wenn es 00:36:19.000 --> 00:36:22.990 im Gesetz steht, dass z.B auch für Schweizer Bürger, für Personen die der 00:36:22.990 --> 00:36:27.040 Schweiz wohnen, bei Facebook, bei Google, bei Apple, überall Online, vor allem in 00:36:27.040 --> 00:36:31.500 den USA aber auch zunehmend in Asien, das schweizerische Datenschutzrecht gilt. 00:36:32.280 --> 00:36:36.260 Dann wurde das ausdrückliche Recht auf Vergessen werden nicht ins Gesetz 00:36:36.260 --> 00:36:40.400 aufgenommen. Eigentlich kennen wir das in der Schweiz schon seit Jahrzehnten, aber 00:36:40.400 --> 00:36:43.930 es steht eben nicht im Gesetz und deshalb gibt es immer Unklarheiten, gerade auch 00:36:43.930 --> 00:36:49.720 für die Betroffenen. Datenübertragbarkeit, Datenportabilität gibt es nicht, sagt man: 00:36:49.720 --> 00:36:54.500 Das wäre zu Aufwändig, wir schauen mal wie das in der EU funktioniert. Und wer Daten 00:36:54.500 --> 00:36:58.690 bearbeitet wird nicht von sich aus nachweisen müssen, dass er eben das 00:36:58.690 --> 00:37:04.010 Datenschutzrecht einhält, sondern erst wenn es zu Verstössen kommt. Schliesslich: 00:37:04.010 --> 00:37:07.970 die EU sieht Sanktionen vor, Verwaltungssanktionen, direkt gegen 00:37:07.970 --> 00:37:12.490 Unternehmen. Geldbussen bis 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten 00:37:12.490 --> 00:37:17.470 Jahresumsatzes. Das zielt wiederum direkt auf amerikanische Anbieter, das gibt so in 00:37:17.470 --> 00:37:23.380 der Schweiz nicht, ist nicht vorgesehen. Immerhin, es gibt so einiges. Die 00:37:23.380 --> 00:37:28.020 Branchen, z.B. die IT-Branche, die Provider, die können Verhaltenskodizes 00:37:28.020 --> 00:37:32.220 erarbeiten, also eine Selbstregulierung. Das ist sinnvoll, das kann man denen 00:37:32.220 --> 00:37:36.550 überlassen, damit die eben in der Branche entscheiden können: Wie halten wir das 00:37:36.550 --> 00:37:41.030 Gesetz ein? Dann sind, bei einem hohen Risiko zumindest, 00:37:41.030 --> 00:37:44.910 Datenschutzfolgenabschätzung notwendig. Das ist auch sinnvoll, die Unternehmen 00:37:44.910 --> 00:37:49.440 sollen sich überlegen müssen: Was könnten die Folgen sein, wenn es z.B. die Daten 00:37:49.440 --> 00:37:54.730 abhanden kommen? Und, die Sanktionen werden ausgebaut mit Bussgeldern bis 00:37:54.730 --> 00:38:00.750 250'000 Franken, aber nur gegen private Personen, nicht gegen die Unternehmen 00:38:00.750 --> 00:38:05.020 selbst. Und schliesslich erhält der Schweizer Datenschutzbeauftragte neue 00:38:05.020 --> 00:38:09.400 Rechte. Er kann selbst klagen ab einem gewissen Punkt. Das heisst, die direkt 00:38:09.400 --> 00:38:13.300 Betroffenen, die sind nicht unbedingt auf sich allein gestellt, sondern der 00:38:13.300 --> 00:38:17.550 Datenschutzbeauftragte hilft. Wenn er denn Zeit und Geld hat, denn die Ressourcen 00:38:17.550 --> 00:38:22.570 sind knapp. Das grosse Problem ist aber die Durchsetzbarkeit. Ja, 00:38:22.570 --> 00:38:26.650 Folgeabschätzungen sind gut, Kodizes sind gut, man kann sich auch zertifizieren 00:38:26.650 --> 00:38:31.369 lassen und diese Ausgestaltung, das soll die Wirtschaft, das sollen all jene, die 00:38:31.369 --> 00:38:35.620 Daten bearbeiten selbst übernehmen können. Aber wie kann das Datenschutzrecht, wenn 00:38:35.620 --> 00:38:40.100 etwas schiefläuft, durchgesetzt werden, eben auch von den direkt betroffenen 00:38:40.100 --> 00:38:44.270 Personen. Was könnt ihr unternehmen, ihr verlangt Auskunft, ihr kriegt keine 00:38:44.270 --> 00:38:48.810 Auskunft oder die Auskunft ist falsch oder ihr seht: okay die Auskunft, die stimmt, 00:38:48.810 --> 00:38:53.020 ich will meine Daten löschen lassen, die machen das aber nicht. Darauf setzen wir 00:38:53.020 --> 00:38:59.040 unseren Schwerpunkt. Deshalb haben wir zahlreiche Forderungen und sehr wichtig: 00:38:59.040 --> 00:39:02.470 diese Sanktionen und zwar Verwaltungssankktionen, soll es direkt 00:39:02.470 --> 00:39:06.170 gegen Unternehmen geben und nicht eben eine strafrechtliche Verfolgung von 00:39:06.170 --> 00:39:11.369 privaten Personen. Wieso? Die Erfahrung zeigt, wenn es Strafrecht gibt gegen 00:39:11.369 --> 00:39:15.849 einzelne, private Personen, dann wird ein Sündenbock gesucht. Wir hatten den Fall 00:39:15.849 --> 00:39:19.860 der Bank Coop. Die hat in der Schweiz mehrere zehntausend Kontoauszüge an die 00:39:19.860 --> 00:39:24.930 falschen Personen geschickt. Das ist eine grobe Datenschutzverletzung. Nun was hat 00:39:24.930 --> 00:39:28.750 man gemacht? Man hat das untersucht. Am Schluss war niemand schuld, aber im 00:39:28.750 --> 00:39:34.760 internen Bericht der Bank wurde dann eine Auszubildende verantwortlich gemacht. Also 00:39:34.760 --> 00:39:39.520 war die ganze Kette, die IT, Intern, Extern und am Schluss hatte man da die 00:39:39.520 --> 00:39:42.980 junge Frau, die musste dann intern den Kopf hinhalten. Es war niemand 00:39:42.980 --> 00:39:46.160 verantwortlich, sie wurde nicht bestraft, aber das ist typisch. Man sucht sich einen 00:39:46.160 --> 00:39:49.410 Sündenbock und das sind selten die verantwortlichen Personen. 00:39:49.660 --> 00:39:54.550 Dann die Bussgelder, 250'000 Franken. In der Schweiz ist alles etwas teurer, hier genau 00:39:54.550 --> 00:39:58.980 das Gegenteil. Es ist viel günstiger als in der EU. Das sollte nicht so sein, diese 00:39:58.980 --> 00:40:03.550 Bussgelder sollten erhöht werden. Auch hilfreich wäre eine kollektive 00:40:03.550 --> 00:40:08.730 Rechtsdurchsetzung. Klagen in der Schweiz ist aufwendig und teuer. Da wäre es doch 00:40:08.730 --> 00:40:12.450 schön, wenn z.B. eine Organisation wie wir, die Digitale Gesellschaft, Betroffene 00:40:12.450 --> 00:40:16.890 unterstützen könnten. Wenn wir eine Art Sammelklage machen könnten. Ist natürlich 00:40:16.890 --> 00:40:22.080 hoch umstritten. In die gleiche Richtung geht die Beweislastumkehr. Wieso muss man 00:40:22.080 --> 00:40:26.100 immer beweisen, dass man im Datenschutz verletzt wurde?Wieso kehrt man das nicht 00:40:26.100 --> 00:40:30.030 um in schweren Fällen? Denn häufig hat man gar nicht Informationen, um das beweisen 00:40:30.030 --> 00:40:34.280 zu können, wenn man betroffen ist. Und schliesslich, das Marktortprinzip. Dass 00:40:34.280 --> 00:40:37.679 man nicht diskutieren muss: welches Datenschutzrecht gilt für Personen in der 00:40:37.679 --> 00:40:41.600 Schweiz? Sondern es gilt das Schweizerische Datenschutzrecht. 00:40:43.830 --> 00:40:48.090 Im Parlament geht es los, es finden Anhörungen statt, z.B in der 00:40:48.090 --> 00:40:52.869 Staatspolitischen Kommission des Nationalrates. Und bereits am Anfang Jahr 00:40:52.869 --> 00:40:57.500 geht es dann los im Parlament. Wir gehen von einem Eintreten aus, dass dann im 00:40:57.500 --> 00:41:01.450 Detail beraten wird, obwohl es viel Kritik gibt. Die kantonalen 00:41:01.450 --> 00:41:05.850 Datenschutzbeauftragten die sind für den staatlichen Datenschutz in den Kantonen 00:41:05.850 --> 00:41:09.740 zuständig, nicht für den Privaten, die üben heftige Kritik und sagen: zurück 00:41:09.740 --> 00:41:14.340 damit, noch ein Anlauf. Auch die Datenschützer, in Anführungszeichen, bei 00:41:14.340 --> 00:41:17.050 Konzernen und grossen Wirtschaftskanzleien, die wehren sich 00:41:17.050 --> 00:41:21.460 vehement. Die wollen den Entwurf weiter abschleifen. Aber vermutlich wird man es 00:41:21.460 --> 00:41:25.970 rasch umsetzen, eben mit Blick auf das Europäische Datenschutzrecht, damit die 00:41:25.970 --> 00:41:30.410 Schweiz da weiterhin kompatibel bleibt, damit es nicht zu Reibereien mit der EU 00:41:30.410 --> 00:41:37.530 kommt. Ja, das war unser Überblick über unsere aktuellen Themen. Vielen Dank für 00:41:37.530 --> 00:41:42.490 eure Aufmerksamkeit. Einige Hinweise wie es nun hier am Kongress für uns 00:41:42.490 --> 00:41:47.010 weitergeht, danach könnt ihr auch noch Fragen stellen. Gleich im Anschluss hier 00:41:47.010 --> 00:41:52.591 an den Vortrag und an die Fragen im Saal lade ich euch herzlich ein, uns in der 00:41:52.591 --> 00:41:58.650 "Rights & Freedom Assembly" im Saal 3, gleich da drüben, zu besuchen, uns 00:41:58.650 --> 00:42:02.090 anzuschliessen. Da können wir weiter diskutieren, können wir weitere Fragen 00:42:02.090 --> 00:42:05.870 stellen über die Netzpolitik in der Schweiz heute und in Zukunft. Ebenfalls im 00:42:05.870 --> 00:42:11.440 Saal 3 haben wir unseren Stand, da seid ihr herzlich eingeladen auch z.B. um gegen das 00:42:11.440 --> 00:42:15.710 neue Geldspielgesetz, um gegen die Netzsperren noch zu unterschreiben. Oder 00:42:15.710 --> 00:42:19.790 ihr könnt euch dort auch ganz altmodisch mit Papier und Stift für den Newsletter 00:42:19.790 --> 00:42:23.329 anmelden. Und schliesslich seid ihr alle herzlich eingeladen, unseren ersten 00:42:23.329 --> 00:42:28.241 Winterkongress zu besuchen. Der findet am 24. Februar in Zürich statt, ist ein 00:42:28.241 --> 00:42:33.630 kleiner Kongress an einem Samstag, ist schon ziemlich gut gebucht aber es hat 00:42:33.630 --> 00:42:37.900 noch einige Plätze. Da seid ihr herzlich Willkommen. Vielen Dank und wer jetzt noch 00:42:37.900 --> 00:42:40.080 Fragen hier im Saal hat: Gern! 00:42:40.080 --> 00:42:50.420 Applaus 00:42:50.420 --> 00:42:56.099 Herald: Recht herzlichen Dank, Mercie für den Vortrag. Fragen: zuerst einmal 00:42:56.099 --> 00:43:00.710 vielleicht an den Mikrofonen bitte aufreihen. Und die erste Frage, falls es 00:43:00.710 --> 00:43:05.190 eine gibt, aus dem Internet. Signal- Angel: Im Internet gab es leider 00:43:05.190 --> 00:43:08.920 nur sehr wenige Fragen weil der Stream nicht funktioniert hat, aber eine habe ich 00:43:08.920 --> 00:43:13.430 doch von Mürion: "Das Auszählprozedere kann jetzt schon nicht nachvollzogen 00:43:13.430 --> 00:43:15.619 werden, warum soll das plötzlich relevant sein?" 00:43:19.019 --> 00:43:23.180 Martin: Ja, das kann ich beantworten. Ich bin anderer Meinung. Zumindest bei der 00:43:23.180 --> 00:43:26.540 heutigen Abstimmungen kann das gut nachvollzogen werden. Ich habe jahrelang 00:43:26.540 --> 00:43:30.550 in einem Wahlbüro gearbeitet, habe also mitgeholfen bei der Auszählung auf Papier. 00:43:30.550 --> 00:43:34.819 Ja, da ist nicht alles perfekt, aber es arbeiten sehr viele Personen mit, alles 00:43:34.819 --> 00:43:38.560 ist sehr kleinteilig das heisst, man kann bei Bedarf zuschauen, es ist 00:43:38.560 --> 00:43:42.410 papierbasiert, wenn man einen Fehler vermutet kann man neu beginnen. Das 00:43:42.410 --> 00:43:46.750 passiert auch ab und zu und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Einzelperson 00:43:46.750 --> 00:43:50.960 manipulieren kann, relevant manipulieren kann, die ist verschwindend klein. Es 00:43:50.960 --> 00:43:55.160 bräuchte eine richtige Verschwörung, da sind einfach zu viele Leute dabei, dass es 00:43:55.160 --> 00:43:59.500 funktionieren könnte. Beim E-Voting hingegen ist es letztlich eine Blackbox, 00:43:59.500 --> 00:44:02.849 da kann man machen was man will, man kann Open Source nutzen, man kann das unter die 00:44:02.849 --> 00:44:06.900 Lupe nehmen, am Schluss versteht es kaum jemand. Es ist eine Blackbox und man 00:44:06.900 --> 00:44:10.900 kriegt ein Ergebnis. Selbst wenn man verifizieren kann, was ist wenn ich sage: 00:44:10.900 --> 00:44:14.940 "Hey ich habe anders abgestimmt! Da wurde falsch gezählt!", muss ich dann mein 00:44:14.940 --> 00:44:18.020 Stimmverhalten offenlegen? Und dann sagt man: "Ja, jemand von der Digitalen 00:44:18.020 --> 00:44:22.300 Gesellschaft der gesagt fällt gezählt, okay, ist nicht so relevant.". Das 00:44:22.300 --> 00:44:26.290 Vertrauen ist einfach leider sehr schnell weg, während man das beim heutigen System 00:44:26.290 --> 00:44:30.590 viel besser gewährleisten kann. Aber klar, auch heute sind Verbesserungen möglich, 00:44:30.590 --> 00:44:32.950 gerade auch bei der brieflichen Stimmabgabe. 00:44:36.160 --> 00:44:40.829 Herald: Mikrofon 1 bitte schön. Mikrofon1: Danke für den Vortrag. Ich habe 00:44:40.829 --> 00:44:44.770 eine Frage zum Thema Netzneutralität und zwar tut das den Amerikanern ja so 00:44:44.770 --> 00:44:49.420 unglaublich weh, weil die keinen Markt haben was das Netz angeht. Da gibt es 00:44:49.420 --> 00:44:57.450 diese lokalen Anbietern, da gibt es nur Einen da kann man nicht auswählen, die 00:44:57.450 --> 00:45:02.680 Glasfasern und alle Netze die sind in privater Hand, was bei uns in Europa in 00:45:02.680 --> 00:45:08.170 vielen Ländern nicht der Fall ist, oder noch nicht der Fall ist. Und da verstehe 00:45:08.170 --> 00:45:13.480 ich die Argumenation schon ein stückweit, dass eine gesetzliche Regulierung in dem 00:45:13.480 --> 00:45:19.089 Sinne nicht dringlich ist, aber wie stellt man sich dann diese gesetzliche 00:45:19.089 --> 00:45:22.460 Regulierung von der DigiGes her vor? 00:45:26.470 --> 00:45:30.750 Paki murmelt etwas zu Kire Kire: Die Verletzungen auf der letzten 00:45:30.750 --> 00:45:35.589 Meile, Verletzungen auf der letzten Meile was Zero-Rating betrifft, gibt es schon im 00:45:35.589 --> 00:45:42.089 Mobilfunk ziemlich stark, und eigentlich von allen Providern. Also da kann ich 00:45:42.089 --> 00:45:46.740 bereits heute nicht mehr wirklich auswählen, dass ich wirklich einen 00:45:46.740 --> 00:45:52.730 Provider habe der das auch gar nicht verfolgt, dieses Thema, oder keine Zero- 00:45:52.730 --> 00:45:56.640 Rating im Angebot hat. Und gerade bei Zero-Rating ist es halt das Problem, dass 00:45:56.640 --> 00:46:00.520 es in erster Linie aus der Konsumentensicht eigentlich als Vorteil 00:46:00.520 --> 00:46:04.659 angesehen wird. Weil gewisse Dienste halt eben nicht zum meinem Datenvolumen gezählt 00:46:04.659 --> 00:46:13.460 werden. Und daher wird das so schleichend dann eingeführt. Und eigentlich tut mir 00:46:13.460 --> 00:46:17.200 das gar nicht weh im ersten Moment. Und genau darum braucht das eigentlich eine 00:46:17.200 --> 00:46:22.079 Regulierung, damit halt diese Einschränkungen nicht so schleichend kommen. 00:46:23.509 --> 00:46:27.500 Paki: Das Problem ist, wenn es ein Zero- Rating für Netflix z.B. gäbe in der 00:46:27.500 --> 00:46:32.890 Schweiz und hätte ein zweiter Anbieter es dann extrem schwer da überhaupt in den 00:46:32.890 --> 00:46:37.270 ganzen Markt heran zu kommen. Das ist das grosse Problem dort. 00:46:40.490 --> 00:46:44.569 Herald: Gibt es noch eine weitere Frage aus dem Internet? 00:46:46.269 --> 00:46:47.270 Signal-Angel: Nein, leider keine. 00:46:47.950 --> 00:46:54.520 Herald: Hier auch keine Fragen mehr? Dann recht herzlichen Dank an Kire, Paki und 00:46:54.520 --> 00:46:57.690 Martin aus der Schweiz. Martin: Vielen Dank. 00:46:57.690 --> 00:47:03.460 Applaus 00:47:03.460 --> 00:47:09.150 34c3 Abspannmusik 00:47:09.150 --> 00:47:25.000 Untertitel erstellt von c3subtitles.de im Jahr 2018. Mach mit und hilf uns!