Vorspannmusik Herald: Ja los geht's mit dem nächsten Talk "All creatures Welcome". Dieser Anspruch alle am Chaos teilhaben zu lassen scheint eigentlich ganz selbstverständlich. In der praktischen Umsetzung ist das aber oft einfacher gesagt als getan. Gerade was Barrierefreiheit beim Zugang zu spaces oder der Nutzung vieler Tools angeht gibt es ja leider immer noch ziemlich viel aufzuholen. Der nächste talk will zeigen wie es gehen kann, Fussel und Stoni haben zwei Jahre lang mit Unterstützung des CCC das Projekt "machs auf" durchgeführt und im CCC Wien und im Metalab erforscht, wie sich hackpaces für Gehörlose öffnen lassen. Ob sie das geschafft haben und was andere Spaces bzw die Chaos Community insgesamt davon lernen können, davon wird uns jetzt Fussel berichten. Ein kleiner Hinweis noch, der Vortrag wird in der österreichischen Gebärdensprache gehalten und simultan zu deutsch übersetzt. Schon einmal, würde ich jetzt sagen, einen riesen herzlichen Dank an alle Menschen, die hier während des gesamten Kongress die Übersetzung in Gebärdensprache leisten, Ja! Das funktioniert schon mal super. Und jetzt begrüßt wirklich mal ganz herzlich auf der Bühne Fusel! Fussel: Ja hallo, bevor wir wirklich starten, ich denke mir eine ganz kurze Einführung. Ich, wie schon gesagt wurde, ich gebärde in österreichischer Gebärdensprache. Die beiden Dolmetscherinnen dolmetschen simultan zu deutsch. Ich bin gehörlos, das heißt das Klatschen, ja, das bringt mir nichts, das höre ich nicht und es ist auch super hell. Das heißt, ja vielleicht können wir auch ganz kurz üben noch auf eine andere Form zu klatschen, positives Feedback zu geben, z.B wenn ihr jetzt mal gAnz fest auf dem Boden trampelt, noch mehr noch mehr noch mehr... Oh das fühlt sich schon richtig gut an! Wunderbar, wunderbar sehr gut. Ja, alle bereit? Super! Pause Okay egal. So geht's auchl. Ja liebes CCC, Liebes CCC Wien oder c3w, liebes Metalab. Wow einfach nur WOW. Franz und ich wir haben ein Projekt schon seit zwei Jahren am laufen gehabt, wo wir uns sehr viel engagiert haben und sehr viel gemacht haben und es ist so viel passiert, es ist unglaublich viel passiert! Und ich freue mich jetzt auch, dass ich mir kurz die Zeit nehmen kann und auch das verbreiten kann und davon erzählen kann. Und dass ich einfach das erzählen kann, was in diesem Laufe der Zeit alles so geschehen ist. Liebes CCC, fangen wir hier an. WoW die Philosophie des CCC, die Möglichkeiten sind soweit unglaublich, WoW und ich kann es auch gar nicht glauben, dass wir bis jetzt zwei Jahre jahrelang so viel gemacht haben und so viel umgesetzt haben! Wir haben einen Hackspace wirklich zugänglich gemacht, wir haben es aufgemacht und es ist wirklich wirklich viel passiert. Am Anfang vor zwei Jahren, na mittlerweile vor vier Jahren. Ich bin schon seit 4 Jahren Jahren im Metalab, da war die einzige gehörlose Person. Mach's auf hat dann 2 Jahre später als Projekt begonnen, ich habe Franz oder Stoni kennengelernt, wir haben zusammearbeitet und es die Community ist so viel größer geworden! Es sind immer mehr gehörlose Menschen gekommen auch ins Metalab. Und jetzt haben wir 9 gehörlose Personen, die regelmäßig ins Metalab in unseren hackspace kommen. Regelmäßig, 9 trampeln ja! Wow da werde ich schon emotional. Ja Veranstaltungen, alles mögliche, es kommen teilweise wirklich bis zu 20 30 Gehörlose zu unseren Veranstaltungen, die wir organisieren! Und ja wir machen alles, damit das Metalab zugänglich ist. Die Maschinen die Werkstätten, wir haben viele Dinge gemacht wir haben z.B Aufklärvideos Erklärvideos in ÖGS produziert. Da waren ultra lange Texte mit denen gehörlose Personen wirklich nicht viel anfangen können, weil Deutsch ist nicht die Erstsprache, deutsch wird nicht so gut beherrscht. Man braucht die Gebärdensprache, man braucht die Hände. Das ist eine ganz andere Sprache und deshalb sind solche langen Texte nicht barrierefrei. Und so haben wir das übernommen. Wir haben Videos gebärdet, wir haben Videos aufgenommen. Z.B Franz hat ist begeistert von 3D Druck und wir haben uns daingesetzt und haben uns ausgetauscht, wie das geht wie das funktioniert wie machen wir das in Gebärdensprache, wie können wir das umsetzen, wie können wir die Maschinen mal verstehen. Wir haben uns so viel zusammengesetzt und haben das so viel geschafft. Und wir haben auch sehr viele Videos produziert! Wir haben viele viele viele Veranstaltungen organisiert. Wir haben Führungen für Kinder gemacht, für Gehörlose Kinder. Franz und ich, wir haben sehr oft Nächte im metalab verbracht um Dinge zu organisieren, wie z.B hier in der Mitte gesehen wird, wie wir einfach gemütlich neben dem Leser Cat Pizza gegessen haben. Wir haben Nächte dort verbracht, wir haben Workshops organisiert wo wir auch dann Dolmetschung organisieren konnten und da ist dann auch so passiert, dass wir vor kurzem auch regelmäßig bei den jour fix Dolmetschung dabei haben! Das heißt, wir haben den Zugang, wir können teilhaben. Was auch die Hausordnung betrifft den Code of Conduct, wir haben da bei den Veranstaltungen, wo drüber diskutiert wurde wir haben mitbtimmen können. Wir haben unsere Meinung sagen können! Und jetzt was lustig ist, aber auch ein bisschen traurig ist, das Metalab, da gab es natürlich davor eine Glocke, die nur auditiv warnehmbar war und die war hat nicht mit Licht funktioniert. Aber wenn ich jetzt einfach eine Pizza bestellen will, wie mache ich das dann und wir haben dann das umgesetzt, dass es auch eine Lichtglocke gibt im Metalab! Das habe ich selber programmiert, so dass auch die Möglichkeit da ist, dass einfach wenn jemand an der Tür leutet, dass es blinkt und blitzt. Und das war schon mal ein guter erster Schritt. So hat es das Ganze ins Rollen gebracht. Es gibt auch sehr regelmäßig das ÖGS Meetup, den Gebärdensprachtreff im Metalab. Das heißt, einmal in der Woche trifft sich die Community und es wird in Gebärdensprache kommuniziert und wir plaudern und wow das ist lustig! Am Anfang waren vielleicht drei Personen drei bis vier Leute bei den meetups und jetzt ist die Community so viel größer geworden und standardmäßig kommen 15 bis 20 Leute wow einfach nur WOW! Natürlich war uns bewusst, dass wir sehr viel Aufklärungsarbeit auf auch leisten müssen das ist unglaublich viel Zeit in die Aufklärung reingeht und das ist immer das Gleiche. Es kommen immer die gleichen Fragen und von denen habe ich schon genug! Ich möchte die nicht immer beantworten. Und das heißt wir haben dann Infografiken erstellt und produziert, vielleicht habt ihr die schon gesehen die eine oder andere Person. Z.B im Aufzug haben wir was ausgehängt, das sind z.B die Fragen, die immer kommen, die auch dann auf diesen Aufhängen eben lesen könnte. Ja, liebes CCC Wien c3w, für mich ist das Metalab auch ein Ort der Zusammenarbeit. Und dadurch dass so viele mitgeholfen haben, war es uns möglich dass wir bei unseren Stammtischen, c3w Stammtischen in Wien dolmetschung organisieren konnten. Da sind Möglichkeiten aufgetaucht, wie z.B das zwei super super super liebe Personen vom c3w. Wir haben gemeinsam ein Projekt gemacht wo wir das Gebärdenarchiv erstellt haben. Was ist jetzt das Gebärdenarchiv? Gebärdensprache, österreichische Gebärdensprache hat ganz unterschiedliche Dialekte. Und da gibt's Videos, die ganz verschiedene Gebärden zeigen und es gibt verschiedene Lexika, wo man eben Wokabel recherchieren kann. Und wir haben uns dann zusammengesetzt und haben all diese Ressourcen in ein Ding zusammengegeben, damit wir eine ein Lexikon haben für die österreichische Gebärdensprache. Das war eben in Zusammenarbeit mit dem c3w möglich. Und es ist aber nicht so, dass das für Gehörlose gemacht ist. Das ist sowohl für Hörende als auch für Gehörlose Bedürfnisse, die entstehen und die dadurch verwirklicht werden können. Das ist eine Community, die zusammenlebt. Die österreichische Gehörlosen Community, da wurde mir so oft mitgeteilt, wie toll das ist, wie dankbar sie sind, dass wir uns engagieren, wie wertvoll das ist wie viel Wert wir dadurch auch der Community geben können, zurückgeben können. Und was eben diesen Stammtisch, den c3w Stammtisch betrifft, das hat sich dann herumgesprochen und es sind dann immer mehr Gehörlose gekommen und haben sich auch an den Stammtischen beteiligt. Das heißt, dass das Metalab wirklich zu einem dev space auch geworden ist! Das ist ein Ort, allgemein es gibt verschiedene Orte es gibt viele Orte, wo Regel mäßig gehörlose Personen zusammenkommen und plaudern. Und das Metalab ist jetzt auch einer dieser Orte, ist jetzt auch ein dev space. Und das ist einfach die Möglichkeit dass eine gehörlose Person kommen kann. Und so hat sich auch die Möglichkeit ergeben, dass eine gehörlose Person Gebärdensprache einen Kurs anbieten kann, österreichische Gebärdensprache gratis angeboten wird im metalib. Und dafür wird das Ganze dann aufgezeichnet und auch veröffentlicht. Aber wichtig zu wissen, es ist die österreichische Gebärdensprache, nicht die deutsche. Es ist so so so schön, dass diese Community am wachsen ist und es ist so schön diesen Austausch zu haben. Das heißt, dass wir wirklich die CCC Philosophie auch umsetzen konnten für die Community in einem regen Austausch zu sein, transparente Kommunikation zu haben. Das ist für mich wirklich wunderschön, dass wir das verbreiten können, dass wir auch andere Personen inspirieren können, die auch vielleicht der Community beitreten wollen, die mitmachen wollen, die auch Gebärdensprache lernen wollen und anfangen Gebärdensprache zu lernen. Die uns bei der Aufklärungsarbeit unterstützen, dass wir nicht immer die immer immer immer selben Fragen beantworten müssen. Nun zu dir liebes Metalab. Wir haben viel geschafft wir haben Projekte umgesetzt es sind gehörlose Personen ins Metalab in diesen Hackerspace gekommen und es lastet so viel, was die aktivistische Arbeit betrifft, auf meinen Schultern. Für mich ist Momentan der Zeitpunkt die Gelegenheit zu nutzen und noch ein bisschen die, ich formuliere es mal so, negative Seite auch in den Vordergrund zu bringen. Ja aktivistische Arbeit ist notwendig, es erfordert Energie die hineingesteckt wird und ich merke an meinem ganzen Körper und an mir, wie mir die Energie schwindet in all diesem Aktivismus. Weil aktiv zu arbeiten, aktivistisch zu sein hat doch irgendwo seine Grenzen. Und dann ist die Frage, wo ist denn meine Grenze? Ich bin auf der einen Seite aktivistisch und auf der anderen Seite betrifft und beeinflusst dieser Aktivismus auch meinen Alltag, also diese zwei Bereiche diese zwei Dinge schwimmen verschwimmen ineinander. Wo kann ich Aktivismus von meinem Alltag trennen? Ich persönlich ich kann nicht einfach akzeptieren, dass mir Diskriminierung wieder fährt, dass mir, dass ich Unterdrückung in irgendeiner Form erlebe. Ich richte mich auf, ich stell mich dagegen, ich zeige es auf und ich sage etwas, aber da ist auch irgendwo das Problem also das Problem in dieser Barrierefreiheit oder eigentlich in dem Audismus AuDismus mit D, die Unterdrückung von Gehörlosen Personen aufgrund des Hörvermögens. Weil oft kommen Leute zu mir oder Personen zu mir und sagen dann ah ja stimmt Barrierefreiheit, wir haben da gerade ein Problem und dann dann kriege ich Kritik, wenn ich etwas aufzeige, oder wenn ich allein im Raum bin und es aufzeige, weil ich Barrierefreiheit erfordere. Das Metalab als Ort eine Werkstädte, Umsetzung einer Philosophie ist großartig. Ist du bist großartig und wir arbeiten sehr gut zusammen, aber ich habe das Gefühl zwischenmenschlich könnten wir eine Paartherapie benötigen. Du und ich liebes Metalab, ich kann mich erinnern an ein Ereignis. An den Mittwochabenden finden ja, wie ich schon erwähnt habe, immer die ÖGS meetups, Gebärdensprachtreffen statt, einmal in der Woche und am nächsten Tag am Donnerstag komme ich ins Metalab und Peppi ist da. Ich war am Mittwochabend nicht dabei und Peppi ist auch ein ein Urgestein des CCC Wien und Peppi war Mittwochabend bei dem Treff und hat mir am Donnerstag erzählt wie es abgelaufen ist. Und da hat Peppi mir erzählt, ja du weißt eh, Sommerpause weiß sind wirklich nicht viele Leute da gewesen aber stell dir vor es ist trotzdem eine uns fremde Person eine neue Person unter Anführungszeichen, die gehörlos war ins Metalab gekommen. Und auch ich ich Fussel, ich kenne diese Person nicht, also für mich wäre die auch neu, aber ich habe ich war ja nicht da. Und Peppi hat mir erzählt, neue gehörlose Person war im Metalab und dann, hat er noch erwähnt, ja ich habe danneben gemeint, weißt du was komm, ich zeig dir das Metalab, ich mache eine Führung weil Peppi kann Gebärden und ich sehe, das was Peppi mir erzählt. Und ich habe mich so gefreut, ich habe ih meine Freude mitgeteilt, dass das so laufen kann. Also ich hoffe ihr könnt sich vorstellen, was das für mich für eine Freude war, allein diesen Erfolg für diese Gehörlose Person zu sehen, dass Peppi der Person das Metalab zeigen konnte. Am Donnerstag komme ich nach Hause, setz mich an meine Bettkante und beginne zu weinen. Ich weine aus mir kommen die Tränen ich weine, weil ich mir vorstelle, eine gehörlose Person, die fremd ist, die einen neuen Ort besucht, die das Metalab besucht und die weiß dass an und für sich Fussel und Franz da sind, aber eigentlich nicht weiß ob sie jetzt gerade dort sind im Metalab, aber weißt du was egal, ich probiere es mal ins Metalab zu kommen. Die Person gehörlos kommt ins Metalab, sieht dass ich und Franz nicht da sind, aber eine andere Person eine hörende Person sagt hey komm du bist da cool ich zeig dir das metelab ich kann dir einfach mal eine kleine Einführung geben. Ist das unglaublich, oder? Dass eine hörende Person einfach so sagen kann hey weißt du was, ich bin da ich führe Dich ich zeig dir alles wir können uns unterhalten.stampeln Könnt euch vorstellen, diese Erfahrungen im metalabs so offen zugängig machen zu können. Einfach frei hinein in diesen fremden Ort in diese Werkstätte gehen zu können, all die Instrumente, die die Werkzeuge sehen zu können, all das umsetzen zu können was hörende auch machen können und vor allem die Person kann sagen Danke für die Führung und kann heimgehen. Ich habe geweint, weil für die Person das eine schöne erste Erfahrung war, eine barrierefreie Erfahrung in einem neuen Raum, die ich damals nicht hatte. Ich habe geweint, weil ich mir gedacht habe, ja genau dass ist, das was ich erreichen wollte. Das ist der Grund warum ich so aktiv arbeite und wir haben es geschafft! Aber trotzdem hat's mir irgendwie im Herzen weh getan, weil ich derjenige diejenige bin. Ich bin die Person, die den Weg frei macht, damit hinter mir der Raum frei ist, damit Andere Gehörlose Personen freien Zugang haben. Das liegt auf meinen Schultern. Ich habe geweint, weil ich gedacht habe, es ist so schön, es ist großartig! Aber irgendwo drückt's mich. Ich habe geweint, weil ich weiß, dass ich trotzdem weitermache und weitermachen muss. Viele trampeln mit den Füßen Ich habe geweint, weil zu diesem Zeitpunkt, als mir die Situation erzählt wurde, zu diesem Zeitpunkt, als Peppi mir das erzählt hat, ich schon vier Jahre lang im Metalab tätig bin und ich im Metalab, leider auch noch immer auf Barrieren stoße. Oft habe ich das Gefühl, wie sage ich das, ich möchte doch einfach nur im Metalab Leben, ich möchte einfach nur im Metalab sein dürfen und nicht die aktivistische Rolle übernehmen. Ich möchte einfach ich möchte einfach nur so einen Alltag haben können, wie jeder Andere auch. Wie jede Person und trotzdem werde ich in diese Rolle gedrängt, diese Aufklärungsarbeit betreiben zu müssen immer und immer wieder. Das heißt für mich ich habe überlegt oder ich denke mir bin einmal zu Hause gesessen und habe gedacht weiß nicht habe gedacht, ich komme ins Metalab um dort zu arbeiten. Aber dann denke ich mir wieder, will ich jetzt wirklich ins Metalab? Und dann führe ich so einen Konflikt in mir, vielleicht muss ich dann wieder Aufklärungsarbeit betreiben, weil dann wieder jemand auf mich zukommt, obwohl ich eigentlich was ganz Anderes arbeiten möchte und ganz andere Tätigkeiten habe und dann muss ich aber wieder irgendeine Aufklärung machen? Und dann sagt mein anderes ich, willst du es trotzdem probieren? Und ich sag ja! Und dann passiert was, ich komme hinein und ich erlebe wieder irgendeine Form von Diskriminierung. Aber ich habe, ich muss sozusagen aushalten. Ich muss lieb sein, ich muss freundlich sein, ich muss geduldig sein, ich muss immer Antworten und sagen ich Botschaften muss ich verteilen. Ja ich verstehe Dich, ich weiß, was du meinst. Ich weiß, du musst emotionale Arbeit leisten, wir leisten jetzt gemeinsam immer Arbeit und so weiter. Und wenn ich das aber dann nicht bin, dann kriege ich eine Kritik, du bist undankbar, warum bist du so? Kannst du nicht fair kommunizieren und so weiter? Ja activism burnout ist generell ist ein generelles Problem, nicht nur meins. Aber es ist mein Leben. Ich kann nicht einfach sagen, okay jetzt bin ich mit meiner Arbeit fertig und jetzt mache ich etwas anderes. Das kann ich nicht, das ist mein Alltag, mein Aktivismus. Mein aktivistisches Leben ist mein Alltag. Aber die Situation noch an der Uni ist auch die gleiche. Ich bin an der Uni, mein Professor meine Professeurin diskriminiert mich. Dann gehe ich von der Uni raus, ich bin in meiner Arbeit. Am gleichen Tag, ich rede vom gleichen Tag, ich bin dann bei der Arbeit im Metalab und dann passiert mir das wieder. Z.B ich möchte nur ein makaber trinken, ich komme nur zum makaber trinken hin und dann erlebe ich wieder in irgendeiner Form Audismus und dann würde ich am liebsten gern einfach nur heimgehen und aufgeben und gar nicht weitermachen. Aber ich weiß, dass die Community wächst, ich weiß dass mehr Gehörlose Personen ins Metalab kommen, das ist wunderbar! Das ist großartig und wie oft sage ich, kann ich einfach alles fallen lassen, kann ich einfach, die Community steht eh schon, kann ich nicht einfach abhauen und hinter mir die Sinnflut. Das ist manchmal eine Idee, aber ich möchte auch einfach nur das Metalab als ich verwenden. Und ich möchte also ich möchte dabei sein, ich möchte es nicht nur für euch für Andere frei machen, ich möchte auch ein Teil davon sein. Das Problem ist zu Anfangszeiten des Metalab habe ich mich, als ich die ersten Male dazu gekommen bin, angepasst. Ich trage ein CI, ich bin gehörlos aber ich also ich trage ein CI ein Hörgerät und habe geredet lautsprachlich und dann habe ich irgendwann das CI abgenommen und habe zu gebärden angefangen und ich habe selber gesagt, ich muss Gebärden und ich möchte haben, dass nicht ich mich anpasse, sondern dass ich auch andere Leute mir anpassen. Das heißt die Community, wirklich es sind es sind so viele liebe Menschen im Metalab. Ganz ehrlich, es ist so schön zwischendurch Alltagsgespräche zu führen zu plaudern. Aber das war vorher lautsprachlich möglich und dann als ich Gebärden wollte war das plötzlich vorbei. Und jetzt, wenn ich ins Metalab komme und ich sehe dass Leute rund herum lachen und sich unterhalten, dann weiß ich, ich verpasse etwas weil ich die Inhalte ja nicht hören kann. Und ich weiß, dass einige Personen sehr oft zu mir kommen und mir dann Dinge erzählt oder erzählt haben und das ist dann wieder weg gewesen. Und dann eben weil mitgedacht werden muss, weiß ich nicht, wir müssen Dolmetscherinnen organisieren oder Dolmetscher, die dann da sind oder schriftlich kommunizieren oder so. Und ich mag z.B auch Musik hören also ich trag mein CI schon, aber hören bedeutet nicht gleichzeitig dass ich Sprache genauso wahrnehmen kann wie ihr. Ich habe mein CI oben um vielleicht Umfeldgeräusche oder Musik wahrnehmen zu können wenn ich es möchte aber wenn Menschen auf mich zukommen und mein CI sehen, dass ich an meinem oh trage und dann mit mir zu reden anfangen, ist das der falsche Zugang, weil das ist nicht der Grund, warum ich das CI trage. Gehörlose Personen passen sich so oft an und ich kann euch gar nicht sagen was das an Energie kostet. Die Energie ist weg, der Tank ist leer und meine Erfahrungen am Anfang Metalab waren eben so, dass ich mich sehr oft angepasst habe, eben das Kommunikation möglich ist irgendwie, aber als ich dann daheim war, habe ich einfach gemerkt wie ich komplett innerlich ausgebrannt war, komplett tot. Und jetzt, wenn ich das hernehme von 8 bis 2 Uhr sozusagen bis 2 Uhr früh durchgehend Menschen zu treffen und mit denen zu gebärden, aber nur zu Gebärden in österreichische Gebärdensprache und dann heimgehe, dann habe ich Energie noch und nöcher. Und das sind meine Erfahrungen die ich gemacht habe, wie ich kommuniziere und was Sprache mir an Energie gibt oder nimmt. Und da geht mehr und ich weiß, ich kann mehr machen, aber das Problem ist das Umfeld. Ab und zu frage ich mich, wenn ich mich nicht zuerst angepasst hätte im Metalab, wie wär es dann abgelaufen? Weil, wenn ich jetzt hernehme, mein Projektpartner Franz der war, bevor wir das Projekt gegründet haben, war er vorher schon mal im Metalab, aber er ist angestanden es war, ich war nicht da und irgendwie Kommunikation nicht möglich und er ist wieder abgehauen. Aber Franz ist sehr geduldig an und für sich hat gewartet und gewartet sozusagen und dann auf Mastodon hat er irgendwann einmal gesehen, dass auf einer Metalab Veranstaltung eine Gebärdensprachdolmetschung organisiert ist und hat sich gesagt, geil barrierefrei und dort haben wir uns dann endlich kennengelernt. Und ich habe so oft so oft das Gefühl, wenn das Umfeld barrierefrei organisiert ist, wenn mit uns kommuniziert wird, wenn DolmetscherInnen organisiert werden und s.w., dass wir Dankbarkeit zeigen müssen, dass wir zeigen müssen, es wird was für uns geleistet und wir müssen eine Gegenleistung dafür bringen, nämlich Dankbarkeit. Das bedeutet also z.B was ich schon erwähnt habe, die Diskussion über die Hausordnung, da war eine Dolmetschung dabei und wir haben insgesamt drei Termine dazu veranstaltet, ungefähr dreimal haben wir uns getroffen um den Code of contact zu diskutieren. Und ich habe mich gefreut, endlich cool, wir können dabei sein! Und dann ist eine Person auf zugekommen oder auf mich und hat gesagt so, Dolmetchung ist jetzt da, das hat uns so viel gekostet. Und das war wieder irgendwie so eine Diskriminierung mir gegenüber, ich musste was Gegenleisten so von wegen in eine Entschuldigungsrolle gehen, weil Jemand für mich etwas geleistet hat? Fragezeichen Also noch dazu bei mir sind nicht nur oder generell im Metalab, da geht's nicht nur um Gehörlusigkeit, da geht's auch um Autismus und ADHD, also das sind alles Dinge, die berücksichtigt werden müssen Faktoren. Auch für mich dieses ich muss was leisten instantly, damit die Menschen um mich ja zufrieden sind, weil sie was für mich geleistet haben. Und jetzt z.B ist sehr cool geil Metalab jourfix, ich glaube de dritte oder vierte Termin ist das mittlerweile, wo ÖGS Domcherinnen organisiert sind und da werden so viele Termine, so viele Punkte abbesprochen. Und das ist, das zeigt wie wertvoll es ist dass ÖGS DolmetcherInnen bestellt sind. Ich bin dankbar dafür für, dass sie da sein können, dass wir endlich Teil vom jourfix sein können, weil wir wollen ja nicht nur die die Punkte lesen sondern wir wollen sie mitdiskutieren können. Aber weiß nicht, die Sache ist die, weil oft sich dann beschwert wird über die die Kosten, das ist ja eine Geldressource, das wird verschwendet das Geld und so weiter vielleicht, weil ich mal krank bin oder so. Aber ich frage mich oft, was wäre, hätte ich nichts gemacht, sondern wäre einfach nur wäre einfach nur da gewesen im Metalab, hätte meine meine Dinge gemacht, nicht für Metalab, sondern für mich wie alle Anderen wär da so mitgeschwungen? Wenn ich das so gemacht hätte, also im Prinzip nichts, hätte ich dann sozusagen den Wert gehabt, dass ich Dolmetschung dann bezahlt bekomme, wenn ich es nicht aktivistisch gefordert hätte? Das frage ich mich. Darum ist es so schön im Metalab, ich war dabei, ich habe einen Tisch bemalt, ich habe die Wand bemalt, ich habe so viel mitgewirkt im Metalab, ich habe so viel gegeben, ich habe so viel mitgearbeitet ja. Mach's auf, das ist ein zeitlich befristetes Projekt, das heißt es war nur auf zwei Jahre befristet, dann ist aus, dann ist wieder zu. Aber Franz und ich, wir haben beide gesagt, nein wir sehen den Bedarf in der Gehörlosen Community. Wir sehen den Bedarf von uns beiden auch! Und deshalb haben wir einen Verein gegründet. Dieser Verein heißt Gebärdenverse und wir wollen so weitermachen, wir wollen genau das gleiche weitermachen. Wir wollen weiterhin Aufklärungsarbeit betreiben, aber das soll nicht an erster Stelle sind, wir wollen diesen Scheiß eigentlich nicht weitermachen. Wir wollen unseren eigenen Scheiß auch machen. Und darum mach's auf oder mach's zu, weil auch. Das CCC Ich bin einmal hier vor Ort, ich war letztes Jahr online dabei, dieses Mal erstmals vor Ort. Und ich weiß am Eröffnungstag bei der Eröffnungsrede, als die Hackerethik vorgestellt wurde, da das war mein erstes Mal auch diese so eine Eröffnung mitzuerleben und da war ich schon super emotional, mir sind die Tränen in die Augen gestiegen, weil es einfach so schön ist so eine Community zu haben und Teil dieser Community zu sein am CCC! Und jetzt die bisherigen Tage Tag 1 bis Tag 4. Ich möchte jetzt ganz kurz noch mal an die Hackerethik erinnern und zwar da geht's darum, dass wir Personen nicht nach ihrem Aussehen ihrem Herkunft ihrem Gender beurteilen sollen. Wir sollen nach ihren Tätigkeiten beurteilen. Und was ich jetzt erlebt habe auf diesem Kongress, es sind so viele Personen auf mich zugekommen, hier wie funktioniert es mit der Gebärdensprache, wie geht es mit den DolmetscherInnen, wie Gebärdet man das, wie gebärdet man das, nicht mal ein hey hallo wer bist du, was machst du gerade für ein Projekt? Was lauft gerade bei dir? Was ist deine Erfahrung hier auf dem CCC erstes Mal? Und es wird sonst eher einfach nur gefragt z.B es wird direkt auf die Dolmetscherinnen zugegangen, oder es wird was zum Dolmetschen gefragt und ich denke mir dann nein, geht's doch auf mich zu, kommuniziert mit mir, nicht mit den DolmetscherInnen. Das ist nur ein Kommunikationskanal, über die lauft die Kommunikation ja, aber ihr sprecht mit mir! Und deshalb habe ich auch wieder in diesen Tagen so viel Audismuserfahrungen wieder gemacht, weil mich immer wieder diese Fragen erreicht haben von den verschiedensten Personen. Und darum frage ich mich, mach's auf mach's zu oder es bleibt offen. Wir haben vor zwei Jahren angefangen und haben den Stein ins Rollen gebracht und jetzt soll das alles wieder verschwinden? Soll es in nichts verlaufen, liebes CCC, liebes c3w liebes, metallab? Vielen Dank. Publikum trampelt mit den Füßen. Ja, wow. Herald: Ja vielen Dank Fussel. Fussel: Sehr gerne komme ich runter und beantworte Fragen. Aber keine Fragen zu EGS, fragt mich was, fragt mich persönlich was. Vielen lieben Dank vielen Dank. Trampeln mit den Füßen Herald: vielen Dank, Fusselن Abspannmusik Untertitel von vielen vielen Freiwilligen und dem C3Subtitles Team erstellt. Mach mit und hilf uns!