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← The Courageous Life of Ida B. Wells #OrdinaryWomen

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Showing Revision 3 created 08/20/2020 by deel.

  1. Uns faszinieren Geschichten
  2. über Außenseiter:innen,

  3. über besondere Menschen
  4. aus einfachen Verhältnissen,
  5. die erstaunliche Dinge vollbringen.
  6. Aber wenige Geschichten sind so dramatisch
  7. wie die von Ida B. Wells.
  8. Eine Frau, geboren als Slavin in Mississippi
  9. mitten im Bürgerkrieg,
  10. aus der eine mutige Journalistin
  11. und Bürgerrechtsaktivistin wurde,
  12. die man schließlich
  13. "die lauteste und beharrlichste Stimme der Wahrheit"
  14. in einer Zeit der Ungerechtigkeit nannte.
  15. Schon von klein auf schulterte Wells
  16. große Lasten mit außergewöhnlichem Mut.
  17. Mit 16 wurde sie zum Oberhaupt ihrer Familie
  18. als ihre beiden Eltern
  19. plötzlich an Gelbfieber starben.
  20. Um ihre fünf Brüder und Schwestern zu versorgen,
  21. beendete sie ihre Ausbildung und arbeitete
  22. als Lehrerin im ländlichen Mississippi.
  23. Mit 21 Jahren
  24. stieg Wells in einen Zug nach Memphis
  25. und setzte sich in ein Damenabteil 1. Klasse,
  26. wo man ihr sagte, dass Schwarze Frauen
  27. nur 2. Klasse fahren dürften.
  28. Sie biss den Schaffner, der versuchte sie zu entfernen
  29. und reichte eine Diskriminierungs-Klage
  30. gegen die Bahngesellschaft ein.
  31. Sie gewann in 1. Instanz und obwohl
  32. das Urteil in der Berufung aufgehoben wurde,
  33. wurde der Artiklel, den sie darüber schrieb,
  34. zum Beginn ihrer journalistischen Karriere.
  35. 1892 änderte sich Wells Leben schlagartig
  36. als ihr Freund, Thomas Moss,
  37. und zwei andere Schwarze Männer
  38. von einem weißen Mob in Memphis ermordet wurden
  39. Die brutalen Morde brachten Wells dazu
  40. gegen das Lynchen zu protestieren,
  41. das in den Jahrzehnten nach dem Bürgerkrieg
  42. immer häufiger als Mittel des Terrors
  43. gegen Schwarze eingesetzt wurde.
  44. Falsche Anschuldigungen wegen Vergewaltigungen
  45. dienten dabei oft als Rechtfertigung.
  46. In einer Reihe weit verbreiteter
  47. Artikel und Broschüren
  48. argumentierte Wells jedoch,
  49. dass Lynchen nicht die Ehre der Frauen schütze
  50. sondern die Macht
  51. der weißen Südstaatenmänner.
  52. Wie viele Bürgerrechtler:innen, die in
  53. ihre Fußstapfen traten, darunter die
  54. heutigen Bürgerrechtsaktivisten:innen,
  55. richtete sich ihre scharfe Kritik
  56. nicht nur gegen die Vergehen einzelner,
  57. sondern gegen den unhinterfragten
  58. institutionellen Rassismus
  59. und die dahinterliegenden Machtstrukturen.
  60. Ihre bahnbrechende Analyse veränderte
  61. die landesweite Diskussion über das Lynchen,
  62. und ihr zukünftiger Mentor, Frederick Douglass,
  63. sagte, seine eigenen Texte zu dem Thema
  64. seien im Vergleich "schwach".
  65. Wells war die Mitinhaberin und Herausgeberin
  66. einer Schwarzen Zeitung in Memphis.
  67. Nachdem einer ihrer Artikel gegen das Lynchen
  68. der weiße Stadtbevölkerung missfiel,
  69. stürmte ein wütender Mob das Büro der Zeitung
  70. und zerstörte es.
  71. Nach Morddrohungen gegen sie
  72. trug Wells eine Pistole bei sich,
  73. weigerte sich jedoch, sich aus der Kampagne
  74. gegen das Lynchen zurückzuziehen
  75. Sie sagte, es sei besser im Kampf
  76. gegen Ungerechtigkeit zu sterben,
  77. als wie ein Hund oder eine Ratte in der Falle.
  78. Im Anschluss zog sie nach New York,
  79. wo ihr investigativer Journalismus
  80. ein noch breiteres Publikum erreichte,
  81. darunter Broschüren mit statistischen Angaben
  82. über das Lynchen in den Südstaaten.
  83. Ihre öffentlichen Reden gegen das Lynchen
  84. brachten sie schließlich nach Großbritannien,
  85. wo das weiße Publikum
  86. weitaus empörter schien
  87. als viele in den USA.
  88. Ihre Vortragsreise im Ausland führte
  89. zur internationalen Verurteilung des Lynchens,
  90. insbesondere von Britischen Zeitungen und Politikern
  91. und machten Wells zur sichtbarsten Vertreterin
  92. der Bewegung gegen das Lynchen.
  93. Auch wenn Wells sich selbst oft als
  94. zu stur und aufbrausend kritisierte,
  95. machte sie ganau dies zur mitreißenden Rednerin
  96. und unerbittlichen Kämpferin gegen Ungerechtigkeit.
  97. Trotz der Todesdrohungen von weißen Südstaatlern
  98. und der Kritik