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← Philosophisches Kopfkino - Empirismus

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Mostrare Revisione 2 creata 05/29/2020 da Michel Smits.

  1. Tabula rasa!
  2. Das klingt nach ordentlich Remmidemmi,
    den Hammer kreisen und die Sau rauslassen.
  3. Aber eigentlich bedeutet
    dieser Ausdruck etwas ganz anderes.
  4. Tabula rasa ist Latein und bedeutet
    soviel wie „unbeschriebene Tafel“.
  5. Die Idee, die dahinter steckt,
    ist folgende:
  6. Wenn wir auf die Welt kommen,
    sind wir ein unbeschriebenes Blatt,
  7. dass nach und nach mit Eindrücken
    und Erfahrungen vollgekritzelt wird,
  8. aus denen wir
    unsere Wirklichkeit zusammenbauen.
  9. Es geht also mal wieder um die Frage:
  10. Was ist die Wirklichkeit
    und wo kommt sie her?
  11. Einer der ersten, der das so
    anschaulich erklärte war John Locke –
  12. nein, nicht der Rollstuhlfahrer aus Lost.
  13. Sondern der Englische Philosoph
    der als Hauptvertreter
  14. des sogenannten Empirismus gilt.
  15. „Empirisch“,
  16. das klingt immer gleich nach Nerds,
    die mit dicken Brillen
  17. vor riesigen Computerbildschirmen hocken.
  18. Und auch nicht ohne Grund.
  19. Der Empirismus leitetet alle Erkenntnisse
    aus der Sinneserfahrung,
  20. der Beobachtung oder dem Experiment.
  21. So wie es damals unsere Kassenbrillentragenden
    Klassenkameraden
  22. an ihren Chemie-
    und Physikbaukästen taten.
  23. Der Empirist glaubt nur,
    was er sehen und nachprüfen kann.
  24. Deshalb wundert es nicht,
    dass ein zweiter Star des Empirismus
  25. nicht nur Philosoph,
    sondern auch Naturwissenschaftler war:
  26. Francis Bacon.
  27. Ihm wird der Ausspruch
    „Wissen ist Macht“ zugeschrieben.
  28. Ganz wie Sherlock Holmes kann der Mensch
    das Kennen und Sammeln von Erfahrungen,
  29. Fakten, Nachforschungen und Beweismitteln
  30. den Gesetzen der Welt
    auf die Schliche kommen.
  31. Dieses Wissen kann er dann anwenden
    und sich die Natur zum Untertan machen.
  32. Der Empirismus geht davon aus,
    dass alles Wissen über die Wirklichkeit
  33. aus der Sinneserfahrung stammt.
  34. „Nichts ist im Verstand, das nicht vorher
    durch die Sinne erfasst worden wäre“.
  35. Daran stimmen Aristoteles, Thomas von Aquin
    und dann auch John Locke überein!
  36. Logisch: Die Keksdose ist leer, wenn man
    nicht vorher Kekse reingefüllt hat.
  37. Aber dann stellt sich die Frage
    ob eine leere Dose
  38. überhaupt eine Keksdose ist,
    bevor sie gefüllt war
  39. und ob es nicht nur
    leere und volle Keksdosen gibt?
  40. Voll sind jetzt auf jeden Fall unsere Köpfe
    mit Theorien und Erklärungsmodellen.
  41. Da ist es doch vielleicht einfach
    mal Zeit den Resetknopf
  42. unseres Hirncomputers zu drücken
  43. und unsere eigene Tabula rasa
    zu veranstalten.
  44. Vielleicht kommt dann
    die Erkenntnis ja ganz von allein!?