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Mostrare Revisione 2 creata 05/27/2020 da Michel Smits.

  1. Was ist Wahrheit?
  2. Es gibt die verschiedensten Arten,
    sie herauszubekommen:
  3. Durch höflich nachfragen, Privatdetektive,
    Gerichtsmediziner, Folter
  4. oder durch Natrium-Thiopental,
    – die Wahrheitsdroge.
  5. Aber das ist nicht wirklich,
    die Wahrheit, die wir suchen.
  6. Die Frage nach der Wahrheit gehört
    zu den zentralen Problemen der Philosophie
  7. und wurde von den verschiedensten
    Denkern unterschiedlich beantwortet.
  8. Für Aristoteles ergab sich
    Wahrheit daraus,
  9. dass möglichst viele Leute mit
    einer Meinung oder Annahme übereinstimmen.
  10. Nur weil genügend Leute
    daran glauben, ist etwas wahr?
  11. Das würde ja heißen, dass Elvis noch lebt,
    der Osterhase die Eier bringt
  12. und Uri Geller wirklich
    Löffel verbiegen kann.
  13. Nein.
  14. Es muss schon auch gleichzeitig
    als allgemein wahr bewiesen werden.
  15. So sah es zumindest der Mönch
    Thomas von Aquin im Mittelalter.
  16. Und nach ihm im 19. Jahrhundert
    auch andere Kollegen, wie Kant und Hegel.
  17. Der Beweis muss erbracht werden,
    von der Allgemeinheit akzeptiert werden
  18. und erst dann wird das ganze wahr!
  19. Die Wahrheit definiert sich hier als:
  20. „Übereinstimmung zwischen
    dem Wissen und dem Seienden“
  21. Später - im dialektischen Materialismus
    - ging man noch mehr ins Detail
  22. und unterscheidet die „relative“
    von der „absoluten Wahrheit.“
  23. Beide bilden eine Einheit, ein Spannungsfeld,
    das zur Wahrheitsfindung dient.
  24. Eine absolute Wahrheit ist:
    „Die Erde ist eine Kugel“.
  25. Aber diese Wahrheit lässt sich
    verfeinern und relativieren:
  26. Die Erde ist durch die Rotation und
    die Polkräfte von Milliarden von Jahren
  27. etwas aus der Form geraten
    und an vielen Stellen eingebeult.
  28. Aber prinzipiell ist sie natürlich
    eher eine Kugel als eine Scheibe!
  29. Somit erhalten wir eine immer
    „upgedatete“ relative Wahrheit.
  30. Eine endgültige,
    ewige Wahrheit gibt es nicht.
  31. Im Idealismus rückte das Individuum
    mehr in den Mittelpunkt.
  32. Denn im Verstehen der Welt und
    ihrer Wahrheiten spielen auch
  33. Herkunft, kulturelle Einflüsse, Erziehung
  34. und moralische Grundsätze
    eine wichtige Rolle.
  35. Hat denach jeder Mensch
    seine eigene Wahrheit?
  36. Kann es dann überhaupt
    „Die Wahrheit an sich“ geben?
  37. Beweisen lässt es sich nicht,
    aber auch nicht das Gegenteil!
  38. Es gilt eine „an Sicherheit
    grenzende Wahrscheinlichkeit“.
  39. Denn es gibt ja wirklich Dinge,
    die einfach stimmen,
  40. egal, ob man sie
    nachgeprüft hat oder nicht.
  41. Das unzweifelhafte Augenscheinliche
    - auch Evidenz genannt.
  42. Eine Aussage ist wahr,
  43. wenn ihre Behauptung
    mit der Realität übereinstimmt.
  44. Dieser Gedanke wurde auch
    im amerikanischen Pragmatismus aufgegriffen.
  45. Eine Philosophische Spielart,
  46. in der man sich,
    mit dem zufrieden gibt was man hat.
  47. Also sprich eher mit dem Spatz
    in der Hand als der Taube auf dem Dach.
  48. Denn man braucht auch
    manchmal gar keinen Beweis,
  49. solange man sich gegenseitig versteht!
  50. Die Wahrheit einer Behauptung
    hängt davon ab,
  51. ob sich allein durch Argumente
    ein allgemeiner Konsens herstellen lässt.
  52. Wir verstehen uns gegenseitig und
    können dadurch die Wahrheit erkennen.
  53. Wir wissen wechselseitig,
    was wir meinen und wovon wir reden.
  54. Wir finden einen gemeinsamen Tenor.
  55. Und das ist die ganze Wahrheit!