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Mostrare Revisione 5 creata 10/20/2020 da Lischa.56.

  1. [Leise Musik.]
  2. Und Action!
  3. Das ist etwas Großes.
  4. Es ist spektakulär.
  5. Ich fasse es kaum,
    dass das nur Figuren sind.
  6. Was wir hier machen,
    das ist wie ein Historienfilm.
  7. Ich erlebe die Dreharbeiten zu 90% so.
  8. Wir mussten für eine Serie hierher,
    die in Williamsburg spielt.
  9. In Berlin zu drehen ist irgendwie
    ...da spielt der Kopf verrückt.
  10. Eine Serie auf Jiddisch finde ich
    auch persönlich eine tolle Sache.
  11. Es geht um eine Sprache,
    die kaum einer versteht,
  12. um Kostüme und Bräuche,
    die kaum einer versteht.
  13. Aber das Wesentliche
    der Handlung versteht jeder.
  14. Es ist eine wunderschöne,
    einzigartige Geschichte,
  15. die beide Welten zeigt.
  16. Es geht darin nicht
    um die Existenz Gottes oder so etwas.
  17. Es geht eher um
    ...das Recht auf eine eigene Stimme.
  18. Diese Chance hatten Menschen
    wie ich eigentlich nie.
  19. Wir sahen uns in den Geschichten
  20. der Populärkultur nicht vertreten
  21. und wussten so
    unsere eigenen nicht zu erzählen.
  22. Hier wird die chassidische Gemeinde
  23. zum ersten Mal realistisch dargestellt.
  24. Das sind echte Menschen,
    und ihre Erfahrungen sind universell
  25. und nachvollziehbar.
  26. Wenn die Gemeinde sich das ansieht und
    darunter eine junge Frau wie ich ist...
  27. und sieht,
    wie dieses Mädchen seinen Weg ging
  28. und den Mut aufbrachte,
    seinen Träumen zu folgen,
  29. macht es ihr vielleicht Mut.
  30. [Leise, sanfte Musik.]
  31. Als ich Anna und Alexa kennenlernte
    und mich mit ihnen anfreundete...
  32. wurde mir klar, wenn es jemanden gibt,
  33. der die Geschichte wirklich begreift
  34. und sie mit positivem kulturellem Effekt
  35. umsetzen kann,
  36. dann diese Frauen.
  37. Nach dem ersten Treffen
    mit Deborah las ich ihr Buch
  38. und fand es klasse.
  39. Ich las es ganz durch,
    ich konnte es nicht weglegen.
  40. Und sie sagte dann:
  41. "Mach doch aus meinem Buch
    eine Fernsehserie."
  42. Anna und mir
    schwebte lange eine Serie vor,
  43. in der wir viele der Themen,
    über die wir oft diskutieren,
  44. abarbeiten könnten, vor allem
    das Leben als Jude in Deutschland.
  45. Für mich geht es da um eine junge Frau
  46. auf der Suche nach sich selbst
  47. und ihrer Gemeinde in der Welt.
  48. Esther ist 19 Jahre alt,
  49. geboren und aufgewachsen
    in Williamsburg, Brooklyn,
  50. in einer Gemeinde namens "Satmar".
  51. Denk dran, Esty. Er spricht zuerst.
  52. Sie wächst in einem
    sehr religiösen Umfeld auf.
  53. Und sie befreit sich
    aus einer unglücklichen arrangierten Ehe
  54. und flüchtet nach Berlin.
  55. Ihre Geschichte ist einzigartig
    und romantisch.
  56. Wir fanden es ungewöhnlich,
    dass jemand diese abgeschottete Gemeinde
  57. in Williamsburg in New York verlässt
  58. und aus freien Stücken entscheidet,
    hierherzukommen.
  59. Sie kam sich von klein auf anders vor
  60. und hörte, dass sie anders sei,
  61. weil sie immer so viele Fragen hatte.
  62. Sie hat diese "Chuzpe", könnte man sagen.
  63. Die Satmar-Juden sind
    eine chassidische Gemeinde,
  64. die ursprünglich aus
    der ungarischen Stadt Satmar stammt.
  65. Sie besteht vor allem aus Nachfahren
    von Holocaust-Überlebenden
  66. und wurde von diesen auch nach
    dem Krieg in New York gegründet.
  67. Dadurch unterscheidet sie sich etwas
  68. von vielen anderen
    chassidischen Gemeinden,
  69. denn sie entwickelte ihre Identität
    tatsächlich erst nach dem Krieg
  70. und nicht schon vorher.
  71. Sie geht auf Menschen zurück,
  72. die mit dem denkbar
    schlimmsten Trauma zu kämpfen haben.
  73. Und für die erste Generation,
  74. sogar die ersten zwei, würde ich sagen,
  75. war dieses Trauma die treibende Kraft
  76. hinter dem ideologischen Gerüst
    der Gemeinde.
  77. Besonders an der Satmar-Gemeinde ist auch,
    dass ihre Muttersprache Jiddisch ist.
  78. SIe tragen in gewissem Maße dazu bei,
  79. die Sprache am Leben zu erhalten.
  80. Warum Berlin? - Überleg doch mal.
  81. - Was? - Da wohnt ihre meschugge Mutter.
  82. Es war uns sehr wichtig,
    dass sich die Geschichte in der Gegenwart
  83. von Deborah Feldmans Leben unterscheidet.
  84. Denn sie ist eine junge Frau,
    eine Figur der Öffentlichkeit,
  85. eine bekannte Intellektuelle.
  86. Und wir wollten,
    dass sich Esthers Leben in Berlin
  87. anders gestaltet
    als das der echten Deborah.
  88. Die Flashbacks basieren also auf dem Buch.
  89. Die Geschichte in der Gegenwart
    ist frei erfunden.
  90. Die Details richtig hinbekommen
  91. Man muss das Klischee hinter sich lassen,
  92. die eigene Vorstellung,
  93. die man auf so eine Gemeinde projiziert.
  94. Für uns war es sehr wichtig,
    nicht nur das Aussehen und Gefühl
  95. und Kostüme und Rituale
    und all das richtig hinzubekommen,
  96. sondern die Ideen der Welt
    dieser Figuren zum leben zu bringen,
  97. in einer Art
    die sich authentisch anfühlte,
  98. aber auch verstärkt,
    da es im Fernsehen ist.
  99. Ich denke, im allgemeinen,
  100. wenn du andere Gemeinden, speziell
    Gemeinden, die sich am Rande befinden,
  101. dann willst du die Details
    richtig hinbekommen.
  102. Wir wussten, dass es unglaublich wichtig
    war, Leute an Board zu bekommen
  103. nicht nur SchauspielerInnen,
  104. sondern auch Personen
    die von dieser Gemeinde sind
  105. vor und hinter der Kamera zu bringen.
  106. Eine der ersten Personen,
    die wir angestellt haben
  107. war Eli Rosen, der ein Schauspieler,
    Übersetzer und eine Art Spezialist ist,
  108. wenn es um Jiddisch geht.
  109. Eli Rosen war auf eine Art unser Führer.
  110. Er war unser Geistführer.
  111. Er übersetzte nicht nur die Drehbücher,
  112. sondern unterrichtete
    die Schauspielerinnen in Jiddisch,
  113. er half uns mit allen kulturellen Details
  114. und er spielte den Rabbi.
  115. Als mir die Möglichkeit gegeben wurde
    dabei zu helfen sicher zu gehen,
  116. dass es repräsentativ war
    und authentisch ist
  117. ...da habe ich
  118. die Möglichkeit ergriffen.
  119. Beim Drehen der Szenen,
    die sich innerhalb oder in der
  120. ultraorthodoxen Welt befinden,
  121. wäre ich ohne
    seine Hilfe verloren gewesen.
  122. Wir unternahmen zwei Forschungsreisen
    mit dem ganzen Team
  123. nach New York, um nicht
    nur alles was wir gesehen haben
  124. anzuschauen, zu studieren
    und zu erkunden,
  125. sondern um Personen, die immer noch
    in der Gemeinde sind, zu treffen.
  126. Wir versuchten unseren
    AbteilungsleiterInnen so viel Zugang
  127. wie möglich anzubieten.
  128. Diese Reisen sind natürlich wie
    eine Art von Jagd für Impressionen,
  129. um die Atmosphäre zu fühlen,
  130. um lediglich zu beobachten
    und die Dinge aufzunehmen.
  131. Es war eine Art bildbasierter Recherche.
  132. Wir sahen uns um.
    Wir nahmen so viele Bilder auf.
  133. Und wir versuchten diese Welt, durch die
  134. visuellen Impressionen
    die wir bekommen haben, aufzunehmen.
  135. Während wir durch New York geführt wurden,
  136. hat uns eine ex-satmarische Frau
    durch Williamsburg geführt,
  137. sie wuchs dort auf,
    hatte ihr erstes Kind dort,
  138. war verheiratet und alles drum und dran.
  139. Sie führte und durch
    einen grossen Teil von Williamsburg
  140. und den Traditionen der Aussengebäude.
  141. Silke nahm eine Menge an Notizen
    für ihre Welt
  142. und auch ich habe viele Notizen
  143. für die Charaktere,
    die ich gestalten wollte, gemacht.
  144. Wir haben damit angefangen
    die Vergangenheit,
  145. also die Williamsburg Szenen, zu drehen
  146. und dann sind wir nach Berlin gegangen.
  147. Also hat sich plötzlich etwas
    komplett anders angefühlt.
  148. Es war auch ein Wechsel vom Jiddischen
    zum Englischen
  149. und andere Outfits und ein anderes Makeup.
  150. Plötzlich, das Haar -- und es waren so
    viele verschiedene Frisuren, nicht wahr?
  151. Da ist die Glatze, und diese Frisur
    und die Perücke und --
  152. Esther hat so viele Fassaden.
  153. Ich habe mir Deborah Feldman
  154. noch bevor wir mit
    dem Projekt gestartet haben
  155. über ihre persönlichen Erfahrungen
    des Übergangs von der
  156. satmarisch, sittsamen Kleidung zur
    "westlichen" Kleidung geredet.
  157. Sie sagte mir, dass es sie eine lange Zeit
    gebraucht hatte und es
  158. ein langsamer Prozess war und
    sie sich drängen musste, um zu erfahren
  159. wie es ist ein T-Shirt zu tragen,
    und ihre Arme zu zeigen
  160. und mehr Haut zu zeigen.
  161. Sie sagte, dass sie lange gebraucht hatte.
  162. Und ich wollte das zeigen.
  163. Ich wollte die Erfahrungen von Deborah,
    bei Esther reflektieren.
  164. Die Besetzung
  165. [Set-Geräusche, Anweisungen]
  166. eine satmarische Hochzeit
  167. [Sprühdosen Spritzer.]
  168. Berlin