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Showing Revision 13 created 03/12/2019 by Sonja Maria Neef.

  1. Zuerst werde ich Ihnen etwas erzählen,
    das bei meiner Großmutter
  2. folgende Reaktion hervorgerufen hätte:
  3. "Oi, oi, oi, oi, oi."
  4. (Lachen)
  5. Jetzt kommt's ... seid Ihr bereit?
  6. Ok.
  7. Ich habe Lungenkrebs im 4. Stadium.
  8. Ich weiß, "du Arme".
  9. So empfinde ich es nicht.
  10. Mir geht es gut damit.
  11. Auch weil ich gewisse Privilegien habe --
  12. nicht jeder kann so unbekümmert sein.
  13. Ich habe keine kleinen Kinder.
  14. Meine Tochter ist erwachsen,
    brilliant, glücklich und wundervoll.
  15. Ich habe keine finanziellen Probleme.
  16. Mein Krebs ist nicht sehr aggressiv.
  17. Er ist wie die demokratische Regierung:
  18. (Lachen)

  19. nicht sicher, ob er gewinnen kann.

  20. Er wartet einfach ab,
  21. dass die Bank ihm Geld gibt.
  22. (Lachen)

  23. (Applaus)

  24. Und das Beste von allem:

  25. ich habe eine große Leistung vollbracht.
  26. Ja.
  27. Ich wusste es nicht einmal,
    bis ich einen Tweet bekam,
  28. der besagte:
  29. "Sie sind verantwortlich
  30. für die Verweichlichung
    der amerikanischen Männer."
  31. (Lachen)

  32. (Applaus)

  33. Ich bin zwar nicht allein
    dafür verantwortlich, aber ...

  34. (Lachen)

  35. Was, wenn man nicht meine Vorteile hat?

  36. Der einzige Rat, den ich Ihnen geben kann:
  37. Freunden Sie sich mit der Realität an.
  38. Meine Beziehung zur Realität
    hätte nicht schlechter sein können.
  39. Von Anfang an,
  40. mochte ich die Realtät nicht.
  41. Wäre sie auf Tinder,
  42. hätte ich links geswiped
  43. und es wäre vorbei gewesen.
  44. (Lachen)

  45. Die Realität und ich --

  46. wir haben nicht die selben Werte,
    oder die selben Ziele --
  47. (Lachen)

  48. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ziele;

  49. ich habe Fantasien.
  50. Sie sind wie Ziele, nur ohne den Aufwand.
  51. (Lachen)

  52. (Applaus)

  53. Ich mag harte Arbeit nicht,

  54. aber die Realität schon --
  55. sie sagt: arbeite, arbeite, arbeite
  56. durch ihren Stellvertreter:
    der exekutiven Hirnfunktion --
  57. ein Vorteil des Sterbens:
  58. Mein Gehirn kann mich nicht
    mehr herumschubsen.
  59. (Lachen)

  60. Aber etwas ist passiert,

  61. dass mir klar machte,
  62. dass Realität nicht Realität ist.
  63. Was passierte ist,
  64. weil ich von der Realität in Ruhe
    gelassen werden wollte --
  65. aber in einem schönen Haus
  66. mit Wolf Herd und Sub-Zero Kühlschrank ...
  67. privaten Yoga Stunden --
  68. habe ich einen Vertrag
    mit Disney abgeschlossen.
  69. Eines Tages fand ich mich
    in meinem neuen Büro
  70. auf dem Two Dopey Drive wieder --
  71. (Lachen)

  72. worauf ich laut Realität
    stolz sein sollte --

  73. (Lachen)

  74. Ich starre auf das Willkommensgeschenk --

  75. nicht die Kristallvase
    oder den Konzertflügel,
  76. den andere vermutlich bekommen hatten,
  77. sondern ein ein Meter
    großes Mickey Mouse Stofftier
  78. (Lachen)

  79. mit einem Katalog, falls ich
    noch mehr von dem bestellen wollte,

  80. das ich nicht schön fand.
  81. (Lachen)

  82. Als ich im Katalog nachsah

  83. wieviel diese ein Meter Maus kostet,
  84. fand ich folgende Beschreibung:
  85. "Lebensgroß".
  86. (Lachen)

  87. Und da wusste ich,

  88. Realität ist nicht gleich Realität.
  89. Die Realität ist ein Hochstapler.
  90. Also stürzte ich mich in Quantenphysik
    und die Chaos-Theorie,

  91. um die wahre Realität zu finden.
  92. Ich habe gerade einen Film beendet
  93. ja, endlich beendet --
  94. über dieses Thema --
  95. heute spreche ich nicht darüber.
  96. Es war nach den Dreharbeiten,
  97. als ich mein Bein brach
    und es nicht heilte
  98. und ein Jahr später wieder
    operiert werden musste
  99. und ich ein, nein,
    zwei Jahre im Rohlstuhl saß,
  100. dass ich mit der wirklichen
    Realität in Kontakt kam:
  101. Einschränkungen.
  102. Die Einschränkungen,
    die ich immer verleugnet,

  103. weggeschoben und ignoriert hatte,
  104. waren real
  105. und ich musste mit ihnen umgehen.
  106. Dafür brauchte ich meine Fantasie,
    Kreativität und all meine Fähigkeiten.
  107. Es stellte sich heraus, dass ich super
    in wirklicher Realität bin.
  108. Ich habe mich nicht nur arrangiert,
  109. ich habe mich in sie verliebt.
  110. Und ich hätte wissen sollen,
  111. aufgund meiner instabilen Beziehung
    mit dem Zeitgeist ...
  112. Ich es sage nur, falls jemand an
    Videokassetten interessiert ist --
  113. (Lachen)

  114. dass, sobald ich mich
    in die Realität verliebt hatte,

  115. der Rest des Landes
    in die andere Richtung gehen würde.
  116. (Lachen)

  117. Ich werde nicht über Trump, die Alt-Right
    oder die Klimawandelleugner sprechen

  118. oder über die Macher dieses Dings,
  119. das ich eine Box genannt hätte,
  120. doch hier steht:
  121. "Das ist keine Box."
  122. (Lachen)

  123. Sie machen mich wahnsinnig.

  124. (Lachen)

  125. (Applaus)

  126. Das worüber ich heute sprechen will

  127. ist eine persönliche
    Herausforderung an die Realitat,
  128. die ich persönlich nehme.
  129. Zu Beginn möchte ich sagen,
    dass ich Wissenschaft liebe.
  130. Ich habe diese --
  131. ich bin selbst keine Wissenschaftlerin --
  132. eine unglaubliche Fähigkeit alles
    über Wissenschaft zu verstehen,
  133. außer der eigentlichen Wissenschaft --
  134. (Lachen)

  135. die Mathematik.

  136. Ich verstehe die befremdlichsten Konzepte.
  137. Die Stringtheorie;
  138. die Idee, dass die Realität ausgeht
    von den Vibrationen dieser kleinen --
  139. Ich nenne es "Das große Doing".
  140. (Lachen)

  141. der Welle-Teilchen-Dualismus:

  142. die Idee, dass etwas sich als zwei Dinge
    manifestieren kann...
  143. wissen Sie?
  144. Das ein Photon sowohl Welle
    als auch Teilchen sein kann,
  145. stimmt mit meiner Intuition überein,
  146. dass Menschen gut und böse sind,
  147. Ideen richtig und falsch sind.
  148. Freud lag richtig beim Penisneid,
  149. irrte sich aber dabei, wer ihn hat.
  150. (Lachen)

  151. (Applaus)

  152. Danke.

  153. (Applaus)

  154. Und diese Variation davon,

  155. dass Realität wie zwei Dinge aussieht,
  156. aber in Wahrheit ist es die Interaktion
    dieser zwei Dinge,
  157. wie Raum -- Zeit,
  158. Masse -- Energie
  159. und Leben und Tod.
  160. Deshalb verstehe ich nicht --
  161. ich verstehe sie einfach nicht,
  162. die Geisteshaltung von Menschen,
    die den Tod "besiegen" wollen.
  163. Wie soll das funktionieren?
  164. Wie besiegt man den Tod,
    ohne das Leben zu zerstören?
  165. Das macht für mich keinen Sinn.
  166. Außerdem muss ich sagen,

  167. finde ich es unglaublich undankbar.
  168. Man bekommt dieses unglaubliche Geschenk,
  169. das Leben,
  170. aber es ist als hätte man den Nikolaus
    um einen Rolls-Royce Silver Shaow gebeten
  171. und eine Salatschleuder bekommen.
  172. Das Problem ist --
  173. dass es mit einem Ablaufdatum kommt.
  174. Der Tod ist der deal breaker.
  175. Ich verstehe das nicht.
  176. Ich verstehe nicht --
  177. für mich ist das respektlos.
  178. Es ist respektos der Natur gegenüber.
  179. Die Idee, dass wir die Natur dominieren,
  180. die Natur beherrschen,
  181. die Natur zu schwach ist,
    um gegen unseren Intellekt zu bestehen --
  182. nein, das finde ich nicht richtig.
  183. Wenn man über Quantenphysik
    gelesen hat, so wie ich --
  184. naja, ich habe eine Mail gelesen
    von jemanden der davon gelesen hat --
  185. (Lachen)

  186. Sie müssen verstehen,

  187. dass wir nicht mehr in
    Newtons Uhrwerk-Universum leben.
  188. Es ist eher ein Bananenschalen-Universum
  189. und wir werden nie alles wissen
  190. oder alles kontrollieren
  191. oder alles vorhersehen können.
  192. Die Natur ist wie
    ein selbstfahrendes Auto.
  193. Wir können nur wie die alte Frau
    in dem Witz sein --
  194. ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen.
  195. Eine alte Frau fährt
  196. mit ihrer erwachsenen Tocher
    auf dem Beifahrersitz,
  197. und die Mutter fährt über eine rote Ampel.
  198. Und die Tochter möchte nichts sagen,
    dass klingen könnte wie:
  199. "Du bist zu alt zum Fahren."
  200. also sagte sie nichts.
  201. Und dann fährt die Mutter über
    eine weitere rote Ampel,
  202. und die Tochter sagt
    so taktvoll wie möglich:
  203. "Mutter, hast du bemerkt,
  204. dass du über zwei rote Ampeln
    gefahren bist?"
  205. Und die Mutter sagt: "Oh, ich fahre?"
  206. (Lachen)

  207. (Applaus)

  208. Also ...

  209. und jetzt machen wir einen Gedankensprung,
  210. was leicht für mich ist, weil ich
    der Evel Kievel der Gedankensprünge bin.
  211. Mein Kennzeichen besagt:
  212. "Cogito, ergo zoom."
  213. Ich hoffe Sie wollen mir folgen,
  214. aber mein wirkliches Problem
    mit dem Anti-Tod Mindset ist,
  215. dass wenn man Anti-Tod ist,
  216. was für mich auch Anti-Leben ist,
  217. was heißt Anti-Natur,
  218. was auch heißt Anti-Frau,
  219. weil Frauen schon lange mit der Natur
    identifiziert wurden.
  220. Meine Quelle hierzu ist Hannah Arendt,
  221. die deutsche Philosophin
    die "Vom tätigen Leben" schrieb.
  222. Darin sagt sie, dass traditionell
  223. Arbeit mit Männern assoziiert wird.
  224. Arbeit ist was aus dem Kopf kommt;
  225. was wir erfinden,
  226. was wir kreieren,
  227. was wir auf dieser Welt hinterlassen.
  228. Während man harte Arbeit
    mit dem Körper verbindet.
  229. Es wird verbunden mit den Menschen,
    die die Arbeit leisten
  230. oder Kinder gebären.
  231. Für mich,
  232. die Einstellung die dies negiert,
  233. die negiert, dass wir nach
    einem Biorhythmus leben,
  234. dem zyklischen Rhythmus des Universums,
  235. schafft kein angenehmes Umfeld
    für Frauen
  236. oder Menschen, die man
    mit harter Arbeit verbindet,
  237. was bedeutet,
  238. Menschen, die wir als
    Nachfahren von Sklaven sehen.
  239. oder Menschen,
    die physischer Arbeit nachgehen.
  240. So sieht es von meiner Perspektive aus,

  241. von meinem Mindset, das ich
    "Emilys Universum" nenne.
  242. Erstens,
  243. ich bin sehr dankbar für das Leben,
  244. aber ich will nicht unsterblich sein.
  245. Mein Name soll nicht nach mir weiterleben.
  246. Ich will nicht, dass er es tut,
  247. weil ich festgestellt habe,
  248. dass egal wie nett und wie brilliant
  249. oder wie talentiert Sie sind,
  250. 50 Jahre nachdem Sie tot sind,
    wenden sie sich gegen Sie.
  251. (Lachen)

  252. Und ich habe Beweise dafür.

  253. Eine Schlagzeile der Los Angeles Times:
  254. "Anne Frank: doch nicht so nett."
  255. (Lachen)

  256. Außerdem liebe ich es,
    im Einklang zu sein,

  257. mit dem zyklischen
    Rhythmus des Universums.
  258. Das ist das Außergewöhnliche am Leben:
  259. es ist ein Zyklus von Erzeugung,
  260. Degeneration,
  261. Regeneration.
  262. "Ich" bin nur eine Sammlung von Teilchen,
  263. die in diesem Muster arrangiert sind,
  264. dann verrotten und verfügbar werden,
  265. in allen seinen Teilen, für die Natur,
  266. um ein anderes Muster zu formen.
  267. Ich finde das sehr aufregend
  268. und es macht mich noch dankbarer,
    ein Teil dieses Prozesses zu sein.
  269. Wissen Sie,

  270. ich betrachte den Tod aus der Sicht
    eines deutschen Biologen,
  271. Andreas Weber,
  272. als Teil der Schenkökonomie.
  273. Sie erhalten dieses große Geschenk: Leben,
  274. bereichern es so gut Sie können
  275. und geben es dann zurück.
  276. Und Tante Mame sagte:
    "Das Leben ist ein Bankett" --
  277. naja, ich habe mich satt gegessen.
  278. Ich hatte riesigen Appetit auf das Leben,
  279. ich habe das Leben konsumiert,
  280. aber im Tod werde ich konsumiert.
  281. Ich gehe unter die Erde so wie ich bin,
  282. und ich lade jede Mikrobe,
  283. alle Detritivoren
  284. und Zersetzer ein,
  285. sich satt zu essen --
  286. ich glaube sie werden
    mich köstlich finden.
  287. (Lachen)

  288. Das glaube ich.

  289. Das beste an meiner Einstellung ist,
    glaube ich, dass sie echt ist.

  290. Man kann sie sehen.
  291. Man kann sie beobachten.
  292. Es passiert wirklich.
  293. Naja, vielleicht nicht das Bereichern,
  294. da bin ich mir nicht so sicher --
  295. aber mein Leben wurde auf jeden Fall
    von anderen bereichert.
  296. Von TED,
  297. das mir ein Netzwerk
    von Menschen gezeigt hat,
  298. die mein Leben bereichtert haben,
  299. einschließlich Tricia McGillis,
    meiner Webseitendesignerin,
  300. die mit meiner tollen Tochter arbeitet
  301. um meine Website so aufzubereiten,
  302. dass ich nur einen Blog schreiben muss.
  303. Ich muss meine exekutiven
    Gehirnfunktion nicht verwenden ...
  304. Ha, ha, ha, ich gewinne!
  305. (Lachen)

  306. Und ich bin Ihnen so dankbar.

  307. Ich möchte nicht "das Publikum" sagen,
  308. weil ich uns nicht als getrennt wahrnehme.
  309. Ich sehe es auch hier aus
    der Perspektive der Quantenphysik.
  310. Und Quantenphysiker sind nicht sicher,
    was wirklich passiert,
  311. wenn die Welle zum Teilchen wird.
  312. Es gibt verschiedene Theorien --
  313. der Kollaps der Wellenfunktion,
  314. Dekohärenz --
  315. aber sie besagen alle:
  316. Realität entsteht durch Interaktion.
  317. (Stimme bricht) Sie genauso.
  318. Und alle meine Publikums,
  319. in der Vergangeheit und heute.
  320. Danke, dass Sie mein Leben real machen.
  321. (Applaus)

  322. Danke.

  323. (Applaus)

  324. Danke.

  325. (Applaus)

  326. Danke.

  327. (Applaus)

  328. Danke.