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36C3 - Extinction Rebellion

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    36C3 Vorspannmusik
  • 0:20 - 0:26
    Herald: Extinction Rebellion ist eine
    Umweltschutzbewegung, die 2018 gegründet
  • 0:26 - 0:32
    wurde im Vereinigten Königreich mit dem
    Ziel, Aufmerksamkeit gegen das
  • 0:32 - 0:39
    Massenaussterben von Menschen, Tieren und
    Pflanzen zu erregen. Mittels zivilem
  • 0:39 - 0:47
    Ungehorsam und einfach damit versuchen,
    Regierungen zum Handeln zu bewegen. Wir
  • 0:47 - 0:55
    haben hier zu meiner Rechten, zu eurer
    Linken die Lu Yen und auf der anderen
  • 0:55 - 1:02
    Seite, Maria auf der Bühne. Es kommt dann
    noch wer dazu. Die Bühne gehört euch.
  • 1:02 - 1:09
    Applaus
  • 1:09 - 1:14
    Maria: Dankeschön. Vielen Dank für das
    Interesse an unserem Talk. Ich bin Maria,
  • 1:14 - 1:17
    ich bin in der Ortsgruppe Berlin,
    Extinction Rebellion Berlin und habe
  • 1:17 - 1:22
    eigentlich seit Februar fast nichts
    anderes gemacht als Talks, also Vorträge
  • 1:22 - 1:29
    für Extinction Rebellion. Dies ist mein
    letzter Vortrag. Einerseits sehe ich die
  • 1:29 - 1:32
    Bewegung selber auch ein bisschen
    ambivalent und brauche erst mal einen
  • 1:32 - 1:37
    gewissen Abstand dazu, um zu verstehen,
    was jetzt passiert gerade. Andererseits
  • 1:37 - 1:42
    bin ich einfach persönlich Resource
    Exhausted und brauche dringend mal eine
  • 1:42 - 1:48
    Pause. Soweit erstmal..
    Lu Yen: Ja, Hi. Ich bin Lu Yen, ich komme
  • 1:48 - 1:55
    aus Hamburg. Ich habe in Hamburg im
    Februar angefangen, da waren ja 15 Leute.
  • 1:55 - 1:59
    Jetzt haben wir im Oktober 6000 Leute auf
    die Straße gebracht, hier in Berlin, es
  • 1:59 - 2:04
    war ein ziemlich crazy Jahr, vollgepackt
    mit allen möglichen Aktionen, mit
  • 2:04 - 2:09
    Strukturenaufbau. Und wir versuchen jetzt,
    das Unmögliche möglich zu machen, euch
  • 2:09 - 2:14
    innerhalb von 40 Minuten zu erzählen, was
    alles kurz und knapp passiert ist, noch
  • 2:14 - 2:17
    ein bisschen auf die Meta-Ebene zu gehen,
    ein bisschen Analyse, Call-to-Action machen
  • 2:17 - 2:22
    wir auch noch zum Schluss. Und dann läuft
    das schon. Gut, keine Zeit verlieren.
  • 2:22 - 2:27
    Maria: Erstmal 2019, die Klimakrise ist
    ins öffentliche Bewusstsein gerückt in
  • 2:27 - 2:31
    Deutschland, vor allem durch Fridays For
    Future, kann man nicht oft genug sagen.
  • 2:31 - 2:35
    Und eigentlich überschlagen sich, wenn man
    erstmal in dieser Klimabubble ist, die
  • 2:35 - 2:39
    schlechten Nachrichten tagtäglich. Die
    Arktis brennt, der Amazonas brennt,
  • 2:39 - 2:44
    Kalifornien brennt, Australien brennt. Es
    gibt eigentlich kaum ein Tag, an dem man
  • 2:44 - 2:51
    nicht von Überschwemmungen, krassen
    Stürmen, schmelzenden Permafrostböden
  • 2:51 - 2:58
    einfach in alarmierenden Raten, viel
    schneller als prognostiziert liest, hört.
  • 2:58 - 3:02
    Was gibt's noch? Die Viktoriafälle waren
    dieses Jahr erstmalig ohne Wasser zu sehen
  • 3:02 - 3:09
    im südlichen Afrika. Wasserknappheit,
    Dürren, massenhaftes Artensterben. Also
  • 3:09 - 3:13
    sehr, sehr viele Arten können sich einfach
    nicht schnell genug anpassen an diese
  • 3:13 - 3:18
    schnellen Wetterveränderungen und immer
    neuen Wetterextreme. Wir befinden uns
  • 3:18 - 3:24
    jetzt in dem, was die Forschung das
    sechste große Massenaussterben nennt. Das
  • 3:24 - 3:27
    wiederum hat auch Auswirkungen auf den
    Menschen. In dem Moment, wo sogenannte
  • 3:27 - 3:33
    Schlüsselarten betroffen sind, Schlagwort
    die Bienen, berührt das auch unser
  • 3:33 - 3:38
    Überlebenssystem. Es ist sehr viel
    passiert auf der Seite, und zugleich ist
  • 3:38 - 3:45
    eigentlich absolut gar nichts passiert auf
    der politischen Seite. NeverTrustACop25.
  • 3:45 - 3:50
    Die Klimakonferenz in Madrid ist
    eigentlich gerade gescheitert. Die USA
  • 3:50 - 4:00
    sind erwartungsgemäß aus dem Pariser
    Klimaabkommen ausgetreten. Alldieweil
  • 4:00 - 4:04
    steigt die Förderung fossiler Brennstoffe
    weltweit und damit eben auch die
  • 4:04 - 4:06
    Emissionen. Das ist die einzige
    wissenschaftliche Grafik, die ich jetzt
  • 4:06 - 4:11
    zeige. Sie zeigt einfach nur die
    CO2-Konzentration, gemessen auf Mauna Loa,
  • 4:11 - 4:15
    das ist auf Hawaii, wo regelmäßig
    CO2-Konzentration seit Jahrzehnten
  • 4:15 - 4:18
    gemessen werden. Eingetragen hier sind
    auch noch diverse, unter anderem
  • 4:18 - 4:26
    Klimagipfel, also Genf, Paris, Rio, Kyoto.
    All die Jahre... Das war jetzt die falsche
  • 4:26 - 4:30
    Reihenfolge. All die Jahre steigen
    trotzdem die Emissionen weiter. Und diese
  • 4:30 - 4:35
    Grafik ist das, woran wir eigentlich
    unsere Handlungen ausrichten müssen.
  • 4:35 - 4:39
    Derweil verabschiedet die Bundesregierung
    ein Klimapäckchen, was nahezu wirkungslos
  • 4:39 - 4:42
    ist, wurde sicherlich eben gerade auch
    schon angesprochen. Windkraft,
  • 4:42 - 4:46
    Abstandproblematik, Pendlerpauschale-
    Erhöhung. Es ist von vorne bis hinten
  • 4:46 - 4:51
    eigentlich nichts, was dieser Entwicklung
    der steigenden Emissionen irgendwas
  • 4:51 - 4:55
    Substanzielles entgegensetzen würde. Wir
    können nicht darauf vertrauen, dass die
  • 4:55 - 4:58
    nächste Bundestagswahl, die auch erst
    wieder in zwei Jahren ist. Und dann
  • 4:58 - 5:03
    irgendeine Koalition entsteht, die
    vielleicht ein bisschen mehr macht, weil
  • 5:03 - 5:06
    auch das sehr wahrscheinlich nicht genug
    sein wird und vor allem nicht schnell
  • 5:06 - 5:14
    genug und nicht früh genug.
    Lu: Genau deswegen sind wir als Extinction
  • 5:14 - 5:19
    Rebellion angetreten. Die Situation hat
    sich eigentlich nur zugespitzt. Und Macht
  • 5:19 - 5:24
    gewährt nichts ohne Forderung. Das hat sie
    nie getan und wird sie nie tun, Zitat bei
  • 5:24 - 5:30
    uns aus dem Buch. Ich stelle mal unsere
    drei Forderungen vor. Erste Forderung:
  • 5:30 - 5:36
    Sagt die Wahrheit. Zweite Forderung: Netto
    null bis 2025. Und dritte Forderung:
  • 5:36 - 5:42
    BürgerInnenversammlung. Nochmal im Detail,
    sagt die Wahrheit. Die Regierung verkauft
  • 5:42 - 5:47
    uns momentan immer noch, das E-Auto
    Prämien genug sind. Sie hält weiterhin am
  • 5:47 - 5:52
    Wachstumsprinzip fest. Es gibt niemanden
    an oberster Spitze, der sagt, dass es
  • 5:52 - 5:56
    nicht mehr so weitergehen kann, dass wir
    einen Systemwandel brauchen. Und dass wir
  • 5:56 - 6:00
    momentan Gefahr laufen, bei den jetzigen
    Szenarien bis 2050
  • 6:00 - 6:05
    Nahrungsmittelknappheit, Wasserknappheit
    zu bekommen. Das Risiko besteht, dass
  • 6:05 - 6:09
    daraus Verteilungskriege entstehen und
    dass es sein kann, dass wir bis Ende des
  • 6:09 - 6:14
    Jahrhunderts bei vier Grad oder mehr
    Klimaerhitzung landen, was bedeuten würde,
  • 6:14 - 6:18
    dass Milliarden Menschen aussterben
    würden, über kurz oder lang. Diese
  • 6:18 - 6:24
    Wahrheit wird nicht kommuniziert. Deswegen
    erste Forderung, sagt die Wahrheit und
  • 6:24 - 6:28
    Regierung muss breit aufklären, am besten
    durch die Ausrufung eines nationalen
  • 6:28 - 6:36
    Klimanotstands. Wir müssen bis 2025
    klimaneutral werden. What The Fuck? Klingt
  • 6:36 - 6:41
    absolut unrealistisch, weil realistisch
    momentan viel zu klein gedacht wird, das
  • 6:41 - 6:45
    ist das, was notwendig ist. Und das ist
    auch das, was wir versuchen. Wir müssen
  • 6:45 - 6:50
    jetzt handeln. Wir müssen jetzt sofort
    umsteuern, wenn wir überhaupt noch eine
  • 6:50 - 6:55
    Chance haben wollen, das Zwei-Grad-Ziel zu
    halten. 1,5 Grad haben wir dieses Jahr in
  • 6:55 - 7:01
    Deutschland schon überschritten. Die
    dritte Forderung BürgerInnenversammlung.
  • 7:01 - 7:07
    Wir sind entgegen vieler Kritik eine
    Bewegung, die mehr Demokratie möchte. Wir
  • 7:07 - 7:10
    glauben, dass das der einzige Weg ist, uns
    aus dieser politischen Trägheit
  • 7:10 - 7:15
    rauszuholen. BürgerInnenversammlungen
    sind ein bereits praktiziertes Instrument,
  • 7:15 - 7:20
    wo zufällig ausgewählte BürgerInnen
    zusammenkommen, um gemeinsam auf den
  • 7:20 - 7:24
    gleichen Wissensstand gebracht zu werden,
    um dann miteinander zu deliberieren, zu
  • 7:24 - 7:29
    sprechen, sich kennenzulernen, ihre
    Perspektiven zu verstehen. Und dabei kommt
  • 7:29 - 7:33
    eigentlich immer Gemeinwohl orientierte
    Politik raus. Deswegen brauchen wir für
  • 7:33 - 7:38
    diese Forderung Vertrauen. Wir brauchen
    Vertrauen darin, dass eine Vielfalt von
  • 7:38 - 7:42
    Stimmen, egal welcher politischen Richtung
    und egal welcher Klasse und welcher
  • 7:42 - 7:47
    ethnischen Herkunft, besser funktioniert,
    wenn diese Leute zusammenkommen, als
  • 7:47 - 7:53
    kollektive Intelligenz, als unsere jetzige
    Politik. Wir haben drei Forderungen, wie
  • 7:53 - 7:59
    wollen wir das erreichen? Unser Mittel ist
    massenhafter, ziviler, gewaltfreier
  • 7:59 - 8:05
    Ungehorsam. Ungehorsam deswegen, weil wir
    jetzt aufhören müssen mit business as
  • 8:05 - 8:09
    usual. Wir müssen jetzt aufhören mit
    politics as usual. Der Staat bricht gerade
  • 8:09 - 8:14
    sein Fürsorgeprinzip. In Artikel 20a des
    Grundgesetzes ist festgelegt, dass der
  • 8:14 - 8:20
    Staat unsere Umwelt und die Ressourcen für
    zukünftige Generationen schützen soll.
  • 8:20 - 8:25
    Dieses Prinzip wird verletzt. Das Pariser
    Abkommen wird verletzt. Unsere Regierung
  • 8:25 - 8:29
    ist regelbrüchig. Sie hält ihre eigenen
    Regeln nicht ein und ihre eigenen
  • 8:29 - 8:32
    Verpflichtungen. Und deswegen haben wir
    die moralische Verpflichtung zu
  • 8:32 - 8:36
    rebellieren, und das tun wir, indem wir
    Regeln brechen. Und viele von uns sind
  • 8:36 - 8:42
    auch bereit, dafür Strafen zu riskieren.
    Dann haben wir noch unsere zehn
  • 8:42 - 8:47
    Prinzipien, die ich jetzt nicht alle
    vorlesen werde. Aber im Wesentlichen ist
  • 8:47 - 8:52
    das so der kulturelle Baukasten, den wir
    mitbekommen haben. Zehn Prinzipien, an
  • 8:52 - 8:57
    denen wir uns orientieren, damit wir
    dezentral und autonom voneinander aktiv
  • 8:57 - 9:03
    werden können und gemeinsam handeln
    können. Da sollen uns diese 10 Prinzipien
  • 9:03 - 9:10
    leiten. Hier sind vier, die besonders
    wichtig sind, also Prinzip 10, wir stützen
  • 9:10 - 9:13
    uns auf Selbstbestimmung und
    Dezentralität. Jeder, der die drei
  • 9:13 - 9:18
    Forderungen und die zehn Prinzipien für
    sich unterschreibt, kann im Namen von
  • 9:18 - 9:21
    Extinction Rebellion handeln. Es gibt
    keine Führungsfigur, man muss niemanden
  • 9:21 - 9:26
    um Erlaubnis fragen. Wir sind ein
    gewaltfreies Netzwerk. Weil zum einen
  • 9:26 - 9:31
    erwiesen ist, dass gewaltfreie Bewegungen
    effektiver sind, erfolgreicher sind, aber
  • 9:31 - 9:36
    auch, weil wir die Massen brauchen. Und
    Gewaltfreiheit ist auch für die
  • 9:36 - 9:41
    Zugänglichkeit und für die Gewinnung der
    Sympathie sehr wichtig. Wir überwinden
  • 9:41 - 9:44
    hierarchische Machtstrukturen, darum
    müssen wir uns immer wieder bemühen, und
  • 9:44 - 9:48
    wir kommen nachher noch auf ein Beispiel,
    wo das nicht so gut geklappt hat. Und
  • 9:48 - 9:53
    jetzt noch einmal exemplarisch: Prinzip
    Nummer 5, Reflexion und Lernen sind uns
  • 9:53 - 9:59
    wichtig. Wir sind jetzt gerade am Ende
    eines Aktionszykluses angekommen und jetzt
  • 9:59 - 10:05
    gerade in der Reflexionsphase und denken
    unfassbar viel nach. Und deswegen werden
  • 10:05 - 10:09
    wir euch heute ein bisschen
    was davon erzählen.
  • 10:09 - 10:15
    Maria: So, Extinction Rebellion ist ja so
    ein bisschen eine Copycat. Es kommt aus
  • 10:15 - 10:20
    England, wo im Spätherbst letzten Jahres
    die fünf wichtigsten Brücken in London
  • 10:20 - 10:24
    besetzt wurden und dadurch schlagartig die
    Klimakrise in den Medien war. Ich hoffe,
  • 10:24 - 10:30
    das ist auch das nächste Bild. Und was von
    dort kam, waren eben genau die drei
  • 10:30 - 10:35
    Forderungen die Methode ziviler Ungehorsam
    und die zehn Prinzipien. Zusätzlich mit
  • 10:35 - 10:39
    einer ersten Aktion, die gezeigt hat, so
    kann es gehen, so kann es aussehen. Und
  • 10:39 - 10:43
    was auch noch mitgeliefert wurde in diesem
    Bausatz, war praktischerweise ein
  • 10:43 - 10:49
    Grafikhandbuch mit einem Zeichen, was man
    non-kommerziell verwenden darf, mit einer
  • 10:49 - 10:56
    Schrift, mit Farben, die man verwenden
    sollte, und Wood-Cut-Illustrationen,
  • 10:56 - 11:00
    so Holzschnittillustrationen. Damit war
    man eigentlich sofort handlungsfähig. Also
  • 11:00 - 11:05
    ich bin selber Grafikerin, und es gibt
    alles, und man kann sofort einfach
  • 11:05 - 11:09
    Materialien erstellen. Das ist für eine
    dezentrale Bewegung, die dann auch noch
  • 11:09 - 11:15
    multi-lokal arbeitet total wichtig, in
    Times of Social Media sowieso. Aber auch,
  • 11:15 - 11:21
    um eine visuelle Zusammengehörigkeit zu
    erzeugen. Mal kurz gucken, ob ich noch...
  • 11:21 - 11:30
    Genau. Dieses Prinzip Copycat gilt auch
    für innerhalb der ganzen Bewegung
  • 11:30 - 11:35
    entstehende Aktionsformate oder auch
    Protestformen. Das hier sind die Red
  • 11:35 - 11:42
    Rebels, die sehr viel in den Medien waren,
    die sind durch eine zirkusnahe
  • 11:42 - 11:47
    Perfomancegruppe "Invisible Circus" in
    London dazugekommen und die haben
  • 11:47 - 11:51
    praktischerweise gleich ein DIY-Video, von
    wie man diese Kostüme baut ins Netz
  • 11:51 - 11:55
    gestellt und dann war man sofort fähig,
    diese Kostüme mittlerweile in vielen
  • 11:55 - 12:00
    Städten der Welt auch einfach in Einsatz
    zu bringen und damit Proteste zu
  • 12:00 - 12:06
    begleiten. Was wir irre viel gemacht
    haben, das ganze Jahr über, sind Vorträge.
  • 12:06 - 12:10
    Wir haben leider keine Zahlen. Zahlen
    werden gigantisch auch fürs nächste Jahr,
  • 12:10 - 12:15
    also Datenbank aufbauen. Wir haben
    hunderte Vorträge gehalten, die eigentlich
  • 12:15 - 12:21
    immer aus zwei Teilen bestanden. Ein Teil
    war ein klimawissenschaftlicher Teil, der
  • 12:21 - 12:25
    einfach nur aktuellen Stand der
    Klimaforschung in einer Weise dar legt,
  • 12:25 - 12:30
    dass Menschen das verstehen, von Mensch zu
    Mensch, das ist entscheidend. Wir haben
  • 12:30 - 12:34
    Vorträge gehalten als eigenständige
    Veranstaltungen an Unis, an Schulen, in
  • 12:34 - 12:41
    Instituten, in Unternehmen, auf Festivals.
    Und es ist ein ganz wichtiges
  • 12:41 - 12:45
    Mobilisierungsinstrument gewesen für uns,
    also auch für Extinction Rebellion als
  • 12:45 - 12:51
    Bewegung, aber gleichzeitig eben diese
    Aufklärungsarbeit, die der Staat machen
  • 12:51 - 12:55
    sollte. Eigentlich Menschen informieren
    darüber, was gerade der wissenschaftliche
  • 12:55 - 13:02
    Stand ist. Vielleicht noch persönliche
    Anekdote? Meine Bandbreite ging dieses
  • 13:02 - 13:06
    Jahr von der Chaos Community bis zur
    katholischen Kirche, Stichwort
  • 13:06 - 13:10
    Sachausschuss Bewahrung der Schöpfung. Und
    es gibt tatsächlich mehr Übereinstimmung,
  • 13:10 - 13:19
    als ich am Anfang gedacht hätte.
    Applaus
  • 13:19 - 13:24
    Lu: Nicht viele zahlen aber ein paar.
    Weltweit ist Extinction Rebellion
  • 13:24 - 13:30
    innerhalb von 13 Monaten in 55 Länder
    gegangen. Die größten oder aktivsten
  • 13:30 - 13:34
    Länder mit den meisten Leuten sind
    Frankreich, England und Deutschland in der
  • 13:34 - 13:38
    Reihenfolge. Das heißt, überall auf der
    Welt schätzen wir das
  • 13:38 - 13:43
    Mobilisierungspotenzial, ungefähr 150 000
    Menschen, die bereit sind, in die Aktion
  • 13:43 - 13:46
    zu gehen, die bereit sind, den zivilen
    Ungehorsam zu gehen, viele davon auch ins
  • 13:46 - 13:54
    Gefängnis. In Deutschland sind wir aktuell
    124 Ortsgruppen. Die Grünen sind aktiv und
  • 13:54 - 13:57
    running, haben Strukturen ausgebildet,
    sich teilweise in Stadtteilgruppen
  • 13:57 - 14:03
    unterteilt, haben Arbeitsgruppen
    ausgebildet für LittleIT, Kunst,
  • 14:03 - 14:07
    regenerative Kultur et cetera. Die Gelben
    sind noch im Aufbau befindlich, freuen
  • 14:07 - 14:13
    sich auch über Unterstützung. Wir haben
    insgesamt 23 000 Leute ungefähr,
  • 14:13 - 14:16
    jedenfalls als ich als letztes Mal geguckt
    hab, im Newsletter. Wir haben einen
  • 14:16 - 14:21
    Chat-Programm, über das wir arbeiten, was wie
    SLACK ist, also Mattermost. Das sind 7000
  • 14:21 - 14:27
    Leute aktuell registriert. Das heißt
    Leute, die in die Strukturen eingebunden
  • 14:27 - 14:34
    sind, und genau 6000 Leute, die dann nach
    Berlin gekommen sind. Wichtig, was sich
  • 14:34 - 14:37
    erst in den letzten Monaten herausgebildet
    hat kurz vor der Rebellen, sind
  • 14:37 - 14:43
    Bezugsgruppen. Das sind kleine Einheiten
    von 8 bis 15 Menschen, die ein
  • 14:43 - 14:47
    Vertrauensverhältnis aufbauen und
    gemeinsam Pläne schmieden. Was das auch
  • 14:47 - 14:53
    immer für welche sind, sozusagen die
    kleinste Aktionseinheit. Das ist das tolle
  • 14:53 - 14:59
    daran. Wir wissen überhaupt nicht mehr,
    wer das alles ist. Aber es gibt sie. Was
  • 14:59 - 15:04
    sich auch entwickelt hat, im Laufe dieses
    Jahres sind Communities, nochmal etwas
  • 15:04 - 15:08
    größere Kreise, wie Leute sich
    organisieren, hier eine word cloud aus
  • 15:08 - 15:14
    England. Ein paar Beispiele. Es gibt schon
    Interessensgruppen XxArmy. Es gibt
  • 15:14 - 15:22
    Künstler, es gibt aber Collages natürlich,
    auch Arbeiter, aber eben auch Farmer, also
  • 15:22 - 15:31
    Berufsgruppen wie z.B. Doctor's 4 XA. Dann
    gibt es aber auch Schwerpunktgruppen wie
  • 15:31 - 15:35
    z.B. Animalrebellion, wo es um die
    Landwirtschaft, Transformation der
  • 15:35 - 15:42
    Landwirtschaft geht und der Agrarindustrie
    der Fleischproduktion weg, hin zu einer
  • 15:42 - 15:49
    tierfreundlichen Politik. Da gibt es auch
    religiöse Gruppen wie z.B. XRJudes, die
  • 15:49 - 15:56
    Christen und die Buddhisten und Atheisten.
    Das wollten wir eigentlich rausnehmen.
  • 15:56 - 15:58
    Maria: Gut, wir können das auch
    überspringen.
  • 15:58 - 16:01
    Lu: Es ist aber so spannend!
    Maria: Komm, Minute.
  • 16:01 - 16:06
    Lu: Warum ich diese Communitys sind,
    finde ich keinen dafür. Das ist der einzige
  • 16:06 - 16:10
    theoretische Ausflug. Es gibt zwei
    Machtmodelle in der Gesellschaft und eines
  • 16:10 - 16:15
    das traditionelle Macht. Die Macht kommt
    von oben, da sind die Entscheider, die
  • 16:15 - 16:21
    regieren runter, und es gibt die Bewegung
    Pillars of Support, die man auf der
  • 16:21 - 16:27
    rechten Seite sieht, die Gesellschaft, das
    System, in dem wir leben, wird von den
  • 16:27 - 16:31
    Säulen der Gesellschaft gestützt. Das
    können alles Mögliche, gesellschaftliche
  • 16:31 - 16:36
    Säulen, wie zum Beispiel die
    Universitäten, die Künste, aber auch die
  • 16:36 - 16:43
    Bürokratie, Gewerkschaften, die Kirchen.
    Und diese Communitys sind ein Weg, in die
  • 16:43 - 16:48
    Gesellschaft reinzugehen, neue Zielgruppen
    zu erschließen und zu erreichen. Die
  • 16:48 - 16:52
    ultimative Vorstellung ist, dass überall
    in der Gesellschaft Menschen in den
  • 16:52 - 16:56
    Institutionen anfangen, sich dem System zu
    verweigern, zu sagen Stopp bis hierhin und
  • 16:56 - 17:00
    nicht weiter. Ich mache jetzt nicht mehr
    mit. Ich organisiere mich mit anderen
  • 17:00 - 17:04
    Leuten aus meiner Säule, sozusagen. Ich
    tue mich mit anderen Lehrern zusammen mit
  • 17:04 - 17:09
    anderen Psychologen, und wir fangen an,
    uns zu organisieren, und kämpfen für den
  • 17:09 - 17:14
    Systemwandel. Und wenn diese Säulen
    dadurch von innen ausgehöhlt werden, dann
  • 17:14 - 17:17
    kann das System damit auch
    zum Kippen bringen.
  • 17:17 - 17:22
    Maria: Was ist passiert? Der
    Jahresrückblick. Kurz nach dieser Londoner
  • 17:22 - 17:26
    Brückenbesetzung haben sich eigentlich
    sofort, in Deutschland hat sich im selben
  • 17:26 - 17:31
    Monat, im November 2018, das erste
    extinction rebellion gelabellte Treffen
  • 17:31 - 17:38
    gebildet. Die erste Aktion war dann
    gemeinsam Anfang Februar mit Ende Gelände
  • 17:38 - 17:42
    zusammen. Eine Blockade der
    Invalidenstraße, Wirtschaftsministerium
  • 17:42 - 17:49
    anlässlich von Kohlekompromiss, der aus
    unserer Sicht auch viel zu spät, nicht
  • 17:49 - 17:55
    weitreichend genug und so weiter. Ist viel
    zu viel Zugeständnisse an die Unternehmen.
  • 17:55 - 17:59
    Es haben sich dann sehr schnell überall in
    Deutschland Ortsgruppen gebildet, die dann
  • 17:59 - 18:02
    zunächst erst einmal kleinere Aktionen
    Flashmobs gemacht haben, wie hier zu
  • 18:02 - 18:07
    sehen, wo gennantes DieIn, wo sich Leute einfach
    wie tot an öffentlichen oder semiöffentlichen
  • 18:07 - 18:12
    Plätzen hinlegen, um auf die Klimakrise
    aufmerksam zu machen. In ihrer tödlichen
  • 18:12 - 18:17
    Bedrohung. Solche Sachen sind auch in den
    Einkaufsstraßen passiert, in
  • 18:17 - 18:20
    Einkaufszentren. Wir haben auch so was am
    Flughafen Tegel gemacht in der kleinsten
  • 18:20 - 18:26
    Gruppe, verschiedenste Aktionen dieser Art.
    Und die erste große Aktion war dann im
  • 18:26 - 18:30
    April, wo eigentlich auch schon weltweit
    Aktionen stattfanden. In London wurden zu
  • 18:30 - 18:36
    dem Zeitpunkt eine Woche lang vier Orte
    permanent besetzt und in Berlin gelang die
  • 18:36 - 18:41
    erste größere Aktion in Form von der
    Brückenbesetzung der Oberbaumbrücke mit
  • 18:41 - 18:45
    Maria: ungefähr 200 Aktivistinnen.
    Lu: Und Wir haben die Rebellion in
  • 18:45 - 18:47
    Berlin ausgerufen.
    Maria: Vor dem Reichstag.
  • 18:47 - 18:52
    offiziell.
    Lu: Genau hier sieht man jetzt schon,
  • 18:52 - 18:54
    wie schnell das dann so
    eskaliert ist, dass ist
  • 18:54 - 19:00
    jetzt eine Aktion
    von Juni aus Leipzig. Hier findet der
  • 19:00 - 19:05
    große Gothic Festival statt, und es gab
    ein paar Leute mit XR-Connections zur
  • 19:05 - 19:11
    Gothic-Szene. Das ist ein Beispiel für
    erfolgreiche Kooperation. Es gab einen
  • 19:11 - 19:15
    Impuls, die Goticszene hat gesagt: cool,
    wir haben Bock drauf. 2000 Leute sind mit
  • 19:15 - 19:18
    einem riesen Trauermarsch durch die
    Leipziger Innenstadt gelaufen und haben
  • 19:18 - 19:25
    dann diesen fetten DieIn gemacht. So
    schnell kann man sich hoch bouncen.
  • 19:25 - 19:29
    Weitere Aktionsformen sind sogenannte
    kurzes Warming, also Minibrücken und
  • 19:29 - 19:34
    Straßenblockaden für fünf bis zehn
    Minuten. Aufmerksam machen, kurz die
  • 19:34 - 19:38
    Routinen unterbrechen, ist die Idee davon.
    Dann haben wir in Berlin jedenfalls
  • 19:38 - 19:44
    relativ oft Fahrradausflüge gemacht und
    gemeinsam nach Manier der Critical Mass
  • 19:44 - 19:50
    Kreisverkehre besetzt. Und bei all diesen
    Sachen ein wichtiger Punkt ist, dass wir
  • 19:50 - 19:53
    immer auch mit den Leuten gesprochen
    haben, warum wir das machen und nicht
  • 19:53 - 19:59
    einfach nur stören, blockieren, irgendwie
    nerven, sondern auch sagen Entschuldigung.
  • 19:59 - 20:02
    Wir wissen, dass sie gerade nicht cool,
    aber es hat auch einen Grund, und das ist
  • 20:02 - 20:11
    der Grund. Manchmal auch Kekse dabei,
    Kekse und Flyer. Diese Aktion ist von
  • 20:11 - 20:17
    XRU, Jugendorganisationen von extinction
    Rebellion. Einen Tag vor der Europawahl
  • 20:17 - 20:22
    haben sich fünf junge Leute am Neuen
    Rathaus in Leipzig angekettet mit dem
  • 20:22 - 20:26
    Fahrradbügelschlössern, um eigentlich
    auch, wie auf dem Schild steht, darauf
  • 20:26 - 20:30
    aufmerksam zu machen, das heute
    beschlossene Politik ist, was die dann
  • 20:30 - 20:34
    ausbaden müssen. Sie sind selber noch gar
    nicht wahlberechtigt. Und richtig krass
  • 20:34 - 20:37
    finde ich das, was auf dem mittleren
    steht. Die Hälfte der Wahlberechtigten in
  • 20:37 - 20:43
    Deutschland sind über 52. Die Aktion wurde
    auch noch kopiert vom Kanzleramt mit
  • 20:43 - 20:48
    ungefähr 30 Aktivistinnen, sehr
    medienwirksam. Und das war gleichzeitig
  • 20:48 - 20:53
    auch eine Copycat. Die Aktion ist auch
    schon mal in England gewesen und wurde
  • 20:53 - 20:57
    dann auch gleich offengelegt.
    Lu: Ja, genau das war im Sommer fing die
  • 20:57 - 21:01
    nationale Vernetzung an. Wir haben versucht,
    schon mal unser Aktionslevel ein bisschen
  • 21:01 - 21:07
    hoch zu bringen. Das heißt, Leute hatten
    Bock, sich verhaften zu lassen. Wir haben
  • 21:07 - 21:11
    national nach Köln mobilisiert, auf die
    Deutzer Brücke, keiner ist verhaftet
  • 21:11 - 21:15
    worden. Aber wir haben schon gemerkt, dass
    wir wirklich dazugelernt haben innerhalb
  • 21:15 - 21:20
    der paar Monate und eine ganz bunte,
    friedliche Straßenblockade hinbekommen
  • 21:20 - 21:26
    haben, mit offenen Versammlungen. Genau
    dann, was man eigentlich sagen kann, dass
  • 21:26 - 21:30
    diese ganzen kleineren Aktionen ab dem
    Sommer angefangen haben, sich wirklich
  • 21:30 - 21:34
    mental einzuschießen darauf, dass wir
    wirklich gemeinsam eine große Aktion im
  • 21:34 - 21:41
    Oktober vorhaben. Das war kurz davor sogar
    sogenannte Kunstblutaktion Blood of our
  • 21:41 - 21:45
    Children anlässlich der Cruise Days in
    Hamburg. Da haben wir irgendwie Kunstblut
  • 21:45 - 21:49
    ausgeschüttet und auch
    bundesweit Presse generiert.
  • 21:49 - 21:52
    Maria: Genau das war eine Aktion
    im Bündnis
  • 21:52 - 21:56
    "Sand im Getriebe", ein ganz
    breites Bündnis, um auf der IAA in
  • 21:56 - 22:01
    Frankfurt eigentlich den Haupteingang zu
    blockieren, war auch sehr gut in Medien.
  • 22:01 - 22:07
    Und dann gab es noch in den Ortsgruppen
    Aktionen. Ein Beispiel aus Freising, dem
  • 22:07 - 22:13
    Schaufenster einer Textilkette, aufmerksam
    machen auf Fast fashion Konsumkritik. Das
  • 22:13 - 22:17
    fand ich noch ein sehr schönes Beispiel
    aus Stuttgart. Aufmerksam machen auf
  • 22:17 - 22:22
    dieses Plastikproblem auch
    multithematisch und eigenständig,
  • 22:22 - 22:29
    dezentral organisiert, tolle Kostüme. Am
    20. September haben wir auch Fridays for
  • 22:29 - 22:34
    Future mitunterstützt, mit Aktionen am
    Rande. Hier ein Beispiel aus München, wo
  • 22:34 - 22:40
    die Leute auf so schmelzenden Eisblöcken
    stehen. In Berlin haben wir versucht, in
  • 22:40 - 22:44
    einem Bündnis gemeinsam zu zivilem
    Ungehorsam aufzurufen. Das hieß auch
  • 22:44 - 22:48
    Ungehorsam für alle. Unter anderem mit
    Fridays for Future, Ende Gelande und
  • 22:48 - 22:54
    vielen anderen Gruppen und auch Reclaim
    Clubcultur. Und mit denen zusammen haben
  • 22:54 - 23:00
    wir einen Rave Aufstand gemacht.
    Loveparade mäßig. Eine fahrende Party als
  • 23:00 - 23:06
    Teil der Fridays For Future. Im Zuge
    dessen gab es drei Blockaden, unter
  • 23:06 - 23:12
    anderem am Potsdamer Platz und am Ende bei
    der Abschlusskundgebung auch noch so eine
  • 23:12 - 23:20
    Video live Projektion. Das ist nur ein
    Bild daraus. Es gab noch mehr Bilder. Wir
  • 23:20 - 23:25
    haben noch ein Buch rausgebracht, das kam
    im September. Es ist eine Übersetzung des
  • 23:25 - 23:29
    englischen Buches "This is not a drill",
    aber hier noch angereichert mit Texten
  • 23:29 - 23:35
    aus der deutschen Zivilgesellschaft. Auch
    das ist ein bisschen wie die zehn Prinzipien, dass
  • 23:35 - 23:39
    es uns in Deutschland jedenfalls ein bisschen
    als Bewegung zusammenhält. Es hat sehr
  • 23:39 - 23:43
    viel unterschiedliche Texte drin, die eine
    tolle Bandbreite an Perspektive zeigen.
  • 23:43 - 23:49
    Und es gibt einen Creative Commons Teil,
    den man kopieren darf. Ein Teil Howto-
  • 23:49 - 23:53
    Teil, der ist illustriert mit praktischen
    Tipps, wie man zum Beispiel eine Straße
  • 23:53 - 23:57
    blockiert oder mit der Polizei spricht,
    auch mit Probedialogen, die man dann üben
  • 23:57 - 24:03
    kann. Das Buch wurde mit einer
    Promo-Aktion für das Buch haben wir
  • 24:03 - 24:08
    auch eine Straße besetzt, die Bookkade
    auf der Warschauer Straße auch ein
  • 24:08 - 24:14
    paar Stunden angehalten. Das ist jetzt
    eigentlich das Hauptevent dieses Jahr
  • 24:14 - 24:24
    gewesen. Lin: Wir haben noch 15 Minuten.
    Lin: Oktober. Wir haben monatelang
  • 24:24 - 24:28
    dezentral in ganz Deutschland
    herumgerödelt. In Berlin mein Büro
  • 24:28 - 24:31
    aufgemacht, die sogenannte Dezentrale, und
    dann Leute aus ganz Deutschland
  • 24:31 - 24:37
    hingefahren und haben angefangen, mit zu
    organisieren. Das Ziel war, im Oktober zur
  • 24:37 - 24:42
    International Rebellion dann auch in Berlin
    große Blockaden zu machen, mehrtägiges so
  • 24:42 - 24:47
    lange wie möglich. Was dann passiert ist,
    hat uns alle sehr überrascht. Positiv
  • 24:47 - 24:52
    überrascht, haben wir erstmal hinbekommen,
    ein großes Klima Camp auf der Wiese vom
  • 24:52 - 24:59
    Bundeskanzleramt aufzubauen für 2000 Leute
    mit Vorträgen, Workshops, Performances,
  • 24:59 - 25:03
    Konzerten. Das Thema war
    Bürgerinnenversammlungen. Es ging über
  • 25:03 - 25:07
    mehrere Tage konnte man unsere dritte
    Forderung kennenlernen und sich mit diesem
  • 25:07 - 25:11
    Instrument der Demokratie
    auseinandersetzen. Wir haben mehrtägige
  • 25:11 - 25:17
    Blockaden vorbereitet, Ortsgruppen zu
    Regional Bündnissen zusammengeschlossen
  • 25:17 - 25:21
    und haben dann gesagt: Okay, entweder
    total geheim oder wir kündigen das auf
  • 25:21 - 25:25
    Facebook an. Wir machen jetzt irgendwas
    dicht. Es war die erste Blockade hier am
  • 25:25 - 25:30
    Großen Stern, die mehrere Tage gehalten
    hat mit einer Arche, eröffnet von Carola
  • 25:30 - 25:37
    Rakete, viel Presse. Wir haben den
    Potsdamer Platz für mehr als 24 Stunden
  • 25:37 - 25:44
    dicht gemacht. Mit einem Straßenfest
    inklusive Kinderschminken, Fetischist for
  • 25:44 - 25:51
    Future und lustigen kleinen Konzerten und
    Möbeln, Buchregalen, die dann plötzlich
  • 25:51 - 25:57
    herumstanden. Wir waren auf der Marshall
    Brücke mehrere Tage direkt vor dem
  • 25:57 - 26:01
    Reichstag und der ARD-Hauptstadtstudio,
    haben da ganz viel mit Passanten
  • 26:01 - 26:07
    gesprochen. Das ist das Ostbündnis und wir
    haben mehrere Tage vor dem
  • 26:07 - 26:12
    Bundesumweltministerium die Straße
    blockiert und haben es auch geschafft, den
  • 26:12 - 26:16
    Leiter Klimaschutz zur Verlesung eines
    offenen Briefes auf die Straße zu nötigen.
  • 26:16 - 26:23
    Der musste es sich das anhören und es gab
    Konzerte von Bonapart u.a.. Wir haben total viele
  • 26:23 - 26:27
    Performances gehabt überall, kleine,
    dezentrale Aktionen wie zum Beispiel
  • 26:27 - 26:32
    diesen Trauermarsch, das Klimadiagramm von
    Scientiest For Future "lebendig". Die sind
  • 26:32 - 26:36
    an verschiedenen Orten aufgepumpt. Was
    mich persönlich am meisten beeindruckt
  • 26:36 - 26:40
    hat, waren hunderte Leute, die bereit
    waren, sich die Nächte um die Ohren zu
  • 26:40 - 26:45
    schlagen, um diese Blockaden zu halten.
    Wir hatten an der zweiten Nacht ein
  • 26:45 - 26:49
    Grad. Dann fing es an zu regnen, am
    dritten Tag. Die Leute haben
  • 26:49 - 26:54
    durchgehalten. Es waren Menschen zwischen
    12 und 70 auf der Straße, teilweise
  • 26:54 - 26:59
    wirklich nur durchgehend und dann nur ganz
    kurz ins Camp. Das hat mich sehr
  • 26:59 - 27:06
    beeindruckt, dieser Einsatz. Dann haben
    wir die Aktion Bienenschwarm gestartet.
  • 27:06 - 27:10
    Das kann Maria mal hochhalten. Es gab eine
    Karte mit interessanten Zielen und
  • 27:10 - 27:16
    Sehenswürdigkeiten in Berlin, zum Beispiel
    Parteizentralen, Unternehmenszentrale,
  • 27:16 - 27:21
    wichtige Verkehrsknotenpunkte. Damit
    konnte man sich sehr gut orientieren, und
  • 27:21 - 27:27
    das Ergebnis war an zwei Tagen und den
    Tagen danach viele kleine, dezentrale
  • 27:27 - 27:33
    Aktionen stattgefunden haben: Swarmings,
    haben sich angeklebt an der
  • 27:33 - 27:38
    Geschäftsstelle vom Konrad-Adenauer-Haus.
    Wir waren vom Wirtschaftsministerium,
  • 27:38 - 27:44
    Ministerium für Inneres,
    Bundesumweltministerium nochmal. Ich
  • 27:44 - 27:51
    glaube, der größte Erfolg war, dass all
    das trotz der Unkenrufe "die radikalen
  • 27:51 - 27:57
    öko-Aktivisten kommen!" absolut friedlich
    und gewaltfrei abgelaufen ist. Wir haben
  • 27:57 - 28:00
    überhaupt keine gewaltsamen
    Auseinandersetzungen gehabt, nicht mit der
  • 28:00 - 28:06
    Polizei, außer ein paar Schmerzgriffe von
    Seiten der Polizei. Aber es gab keine
  • 28:06 - 28:11
    Rangeleien, und wir haben es geschafft,
    ein sehr inklusives, buntes
  • 28:11 - 28:16
    Blokadeprogramm auf die Beine zu stellen.
    Und das hat auch dazu geführt, dass viele
  • 28:16 - 28:18
    Berliner sich solidarisiert haben. Sie
    haben uns nachts Wärmedecken
  • 28:18 - 28:23
    vorbeigebracht, heißen Tee und Kofferraum
    voll mit Essen und wir haben ganz viel
  • 28:23 - 28:36
    Solidarität erfahren, das war sehr schön.
    Applaus
  • 28:36 - 28:41
    Maria: Nicht so gut geklappt hat erneut
    unser Versuch, verhaftet zu werden.
  • 28:41 - 28:45
    lacht Während in England inzwischen rund
    15 000 Menschen verhaftet worden sind,
  • 28:45 - 28:49
    haben wir es in Deutschland gerade mal auf
    15 vorläufige Gewahrsamnahmen geschafft.
  • 28:49 - 28:57
    Sehr enttäuschend. Warum das so ist?
    Unterschiedliches politisches System.
  • 28:57 - 29:04
    Unser Protestrecht ist das Größte, was wir
    in Europa haben. In anderen Städten sah es
  • 29:04 - 29:07
    ganz anders aus, z.B. in Belgien mit
    Wasserwerfern. Wir hatten die
  • 29:07 - 29:11
    freundliche Berliner Polizei, die dann
    auch die meiste Zeit gesagt hat "Na ja,
  • 29:11 - 29:18
    macht ihr mal so, Ihr habt ja ungefähr
    gesagt, was wir machen wollt". Was auch
  • 29:18 - 29:25
    total gut geklappt hat, war die Medien und
    70 000 Medienberichte innerhalb von einer
  • 29:25 - 29:31
    Woche weltweit generiert, 10 000 davon
    (das ist nur online in Deutschland)
  • 29:31 - 29:35
    lange in den Nachrichten und
    so weiter. Und die schönen Batzeitungen(?)
  • 29:35 - 29:50
    haben über uns berichtet. Fazit nochmal
    ganz kurz. Genau nochmal. Fazit, Genau.
  • 29:50 - 29:55
    Was ich noch sagen wollte, ist, dass wir
    es damit geschafft haben, den zivilen
  • 29:55 - 29:59
    Ungehorsam auch tatsächlich so ein
    bisschen Mainstream tauglicher zu machen.
  • 29:59 - 30:03
    Ersmal Grüße an die Leute von "Ende
    Gelände" hier. Ihr habt natürlich viel
  • 30:03 - 30:07
    eher schon angefangen zivilen Ungehorsam
    zu machen. Aber wir haben das jetzt halt
  • 30:07 - 30:12
    in den Städten nochmal ein bisschen näher
    an die Normalos ran gebracht.
  • 30:12 - 30:15
    Liv: Und ich hoffe, wir haben den Diskurs
    schon ein bisschen verschoben.
  • 30:15 - 30:24
    Das war das, was Positiv war.
    Maria: Bilanz. Ja schön, aber es hat
  • 30:24 - 30:27
    politisch eigentlich noch überhaupt keinen
    Erfolg gebracht. Emissionen steigen
  • 30:27 - 30:31
    weiter, und es sieht eigentlich nicht
    danach aus, als würde die Politik
  • 30:31 - 30:35
    irgendwas daran im Moment verändern
    wollen. Und wir haben außerdem auch sehr
  • 30:35 - 30:38
    viel Nachrichten gerade jetzt in den
    letzten Wochen generiert, die überhaupt
  • 30:38 - 30:44
    nicht zur Klimakrise waren. Und das
    versuchen wir jetzt nochmal kurz auf den
  • 30:44 - 30:47
    Punkt zu bringen. Unter dem Titel
    Herausforderungen.
  • 30:47 - 30:50
    Liz: Stellt euch vor, das Telefon
    klingelt so wie bei mir vor vier Wochen.
  • 30:50 - 30:53
    Man hat noch nicht den Kaffee getrunken,
    und eine Welt Journalistin ist dran und
  • 30:53 - 30:58
    sagt "Hast du schon das Interview gelesen,
    dass euer Gründer Roger Helem in der Zeit
  • 30:58 - 31:02
    gegeben hat, wo er das Holocaust
    verharmlost? Wir hätten gerne in 30
  • 31:02 - 31:07
    Minuten Statement dazu." Nein, habe ich
    nicht gelesen. Aber ich rufe gleich
  • 31:07 - 31:13
    zurück, kein Problem. Es war ein
    ziemlicher Supergau für uns. Wir haben uns
  • 31:13 - 31:17
    sofort distanziert von diesen Äußerungen,
    und es ist dann auch entsprechend
  • 31:17 - 31:21
    einigermaßen glatt gegangen. Aber es hat
    uns doch ziemlich in den Grundfesten
  • 31:21 - 31:28
    erschüttert, dass einer unserer Mitgründer
    einfach so von oben eine Bombe auf uns
  • 31:28 - 31:36
    drauf gedropped hat. Und was wir dabei
    auch gemerkt haben, ist, dass wir ja noch
  • 31:36 - 31:39
    ganz viele Strukturen und Prozesse nicht
    haben. Wie gehen wir eigentlich damit um?
  • 31:39 - 31:42
    Was machen wir damit? Wir können man
    ausschließen, weil man niergendwo
  • 31:42 - 31:46
    eintreten kann. Wir wissen noch nicht
    einmal, wie wir das hinbekommen, dass wir
  • 31:46 - 31:49
    uns als gesamte Bewegung darüber
    verständigen. Wie finden wir das jetzt
  • 31:49 - 31:54
    eigentlich? Es gab total viel polarisierte
    Debatte, da haben wir dann gemerkt, dass
  • 31:54 - 31:57
    unsere zehn Prinzipien auch noch gar nicht
    so verinnerlicht sind, dass die Leute
  • 31:57 - 32:01
    anfangen, sich zu beschimpfen, anstatt
    irgendwie miteinander zu sein. Das ist
  • 32:01 - 32:08
    überhaupt nicht regenerativ zugeht und so
    weiter. Ziemlich angespannte Situation für
  • 32:08 - 32:13
    uns. Was ich dazu sagen kann, ist, dass
    das jetzt eigentlich eine Chance ist,
  • 32:13 - 32:18
    aufzuhören. Mit diesem Prinzip Copy/Paste
    ist alles einfach unhinterfragt aus
  • 32:18 - 32:21
    England zu übernehmen, sondern wir sind
    jetzt eigentlich gezwungen, und das ist
  • 32:21 - 32:27
    auch gut so, unseren eigenen Weg hierzu
    finden in Deutschland, was bedeutet, dass
  • 32:27 - 32:33
    wir uns auch die Strategie angucken
    müssen. Von Roger..
  • 32:33 - 32:37
    Maria: Das Problem ist mit Roger, es geht
    tiefer. Es ist nicht nur, dass jetzt
  • 32:37 - 32:42
    irgendwie im November eskaliert ist,
    sondern eigentlich geht es an die
  • 32:42 - 32:46
    Grundlagen für Extinction Rebellion ran,
    weil ein Teil der Strategie des zivilen
  • 32:46 - 32:50
    Ungehorsams in großen Städten und so
    weiter kommt auch von ihm. Es gab von ihm
  • 32:50 - 32:55
    auch schon vorher in Interviews, aber auch
    in seinen Texten sehr fragwürdige
  • 32:55 - 33:01
    Formulierungen und Ansichten. Das Problem
    aus einer deutschen Perspektive war, dass
  • 33:01 - 33:04
    hier Leute erst einmal gesagt haben
    "Endlich macht jemand etwas gegen die
  • 33:04 - 33:09
    Klimakrise, ok, wir springen alle auf und
    wollen dringend schnell aktiv werden." Und
  • 33:09 - 33:13
    einfach ganz viele Leute, inklusive meiner
    selbst, diese Texte gar nicht gelesen
  • 33:13 - 33:17
    hatten. Das das fällt uns jetzt sozusagen
    auf die Füße in dem Moment, wo das mal so
  • 33:17 - 33:22
    medial, irgendwie so die Bombe
    hochgegangen ist. Wir haben im Moment, wir
  • 33:22 - 33:27
    haben Leute verloren natürlich dadurch.
    Es gibt Leute, die bemühen sich jetzt
  • 33:27 - 33:31
    gerade um Aufarbeitungsprozess, sehr
    intensiv. Wie gehen wir damit in Zukunft
  • 33:31 - 33:37
    um? Wie distanzieren wir uns? Blrbrup...Und
    diese Sachen laufen. Es wird eine Weile
  • 33:37 - 33:45
    dauern. Wir sind uns erst mal wieder
    finden, genau. Lu: Was man sagen kann:
  • 33:45 - 33:50
    es läuft gerade eine globale Umfrage. Es
    hat sich tatsächlich die internationale
  • 33:50 - 33:54
    Vernetzung dadurch total angekurbelt, weil
    nicht nur Deutschland, sondern auch andere
  • 33:54 - 33:57
    Länder überhaupt nicht einverstanden damit
    waren. Das heißt nicht nur in Deutschland,
  • 33:57 - 34:03
    sondern weltweit findet jetzt gerade ein
    Reflektionsprozess darüber statt. Ob UK die
  • 34:03 - 34:07
    Zentrale ist? Ist es nämlich eigentlich
    nicht. Genau, was zu tun ist in Zukunft,
  • 34:07 - 34:14
    um sowas zu verhindern. Genau. Aber das
    wichtige ist vor allen Dingen, dass wir
  • 34:14 - 34:19
    jetzt nicht dabei steckenbleiben, sondern
    dass wir es schaffen, nach 2020 zu gucken.
  • 34:19 - 34:27
    Und 2020 ist das Jahr, und jetzt komme ich
    in die Endsport. Genau Pecha Kucha Style.
  • 34:27 - 34:32
    2020 ist das letzte Jahr wo wir das
    Pariser Abkommen retten können. Nächstes
  • 34:32 - 34:36
    Jahr werden die nationalen
    Selbstverpflichtung der Staaten neu
  • 34:36 - 34:41
    verhandelt. Und wenn nicht Ende von 2020
    Substanz und Ambition ganz entschieden
  • 34:41 - 34:46
    gestiegen sind, sind wir auf uns selbst
    gestellt. 2020 dürfen wir keine neuen
  • 34:46 - 34:50
    Gelder und Subventionen mehr für fossile
    Energien erlauben. Wir haben total
  • 34:50 - 34:55
    mächtige Gegner, die genau das Gegenteil
    von dem machen, was wir möchten. Das sind
  • 34:55 - 35:00
    mit Milliarden ausgestattete Lobbyisten,
    Thinktanks, Kohle, Gas,
  • 35:00 - 35:04
    Industrieunternehmen, Agrarindustrie,
    Plastikindustrie, Fleischindustrie,
  • 35:04 - 35:10
    Banken. 2020 müssen wir die öffentliche
    öffentliche Meinung gewinnen. Also erst
  • 35:10 - 35:13
    einmal alle davon überzeugen, dass der
    menschengemachte Klimawandel wirklich real
  • 35:13 - 35:20
    ist und dass das Zeitfenster jetzt zugeht.
    Helft uns bitte alle und sagt auch die
  • 35:20 - 35:23
    Wahrheit da, wo ihr euch befindet und vor
    allen Dingen auf den Plattformen wie
  • 35:23 - 35:28
    YouTube und Facebook, auf denen immer noch
    viel zu viele Klimaleugnerbeiträge
  • 35:28 - 35:33
    zirkulieren. Wir können das alles. Das
    sind alles riesige Herausforderung. All
  • 35:33 - 35:38
    das können wir nur schaffen, wenn wir
    überall in der Gesellschaft Menschen für
  • 35:38 - 35:41
    uns gewinnen, die ihren Einfluss ausüben,
    da, wo sie sind. Wenn wir uns
  • 35:41 - 35:47
    international vernetzen und vor allen
    Dingen, wenn wir beginnen, eine globale
  • 35:47 - 35:52
    Bewegung der Bewegung zu werden. Es gibt
    ja schon ganz viele Vorläufer, Vernetzung
  • 35:52 - 35:56
    und so, auch wir sind dran. Wir wollen uns
    weiter mit der Klimagerechtigkeitsbewegung
  • 35:56 - 36:00
    vernetzen. Wir wollen zusammenarbeiten,
    wir suchen Unterstützung, und wir können
  • 36:00 - 36:04
    eigentlich das alles nur schaffen, wenn
    wir weiter wachsen. Mehr Bündnisse
  • 36:04 - 36:09
    schließen, neue Zielgruppen erreichen,
    neue Communities aufbauen und genau den
  • 36:09 - 36:14
    zivilen Ungehorsam überall hinbringen
    und überall rebellieren.
  • 36:14 - 36:28
    Applaus
    Sina: Hallo.
  • 36:28 - 36:37
    Maria: Das ist Sina, Sina ist
    Mitherausgeberin von dem Buch.
  • 36:37 - 36:41
    Sina: Keiner will wahrscheinlich hier
    aussterben. Keiner ist irgendwie daran
  • 36:41 - 36:46
    beteiligt. Und irgendwie so wir doch alle
    daran beteiligt. Und wenn wir nach 2020
  • 36:46 - 36:52
    gucken oder überhaupt, wenn wir uns
    fragen, wenn wir alle rebellieren,
  • 36:52 - 36:58
    aufhören, aufhören, aufhören mit
    bestimmten Dingen und andere Dinge tun
  • 36:58 - 37:02
    zusammen. Was passiert? Was könnte noch
    passieren? Was könnte eigentlich alles
  • 37:02 - 37:07
    noch passieren? Wir haben ja keine Zeit.
    Städte und Kommunen könnten in den
  • 37:07 - 37:12
    Widerstand gehen. Es bilden sich neue
    Netzwerke der Regionen und Kommunen in
  • 37:12 - 37:16
    Europa, lokal und global. Die Best
    Practice für Infrastruktur und Verwaltung
  • 37:16 - 37:22
    auf Basis von Open Source Technologien
    austauschen. Infrastrukturen werden
  • 37:22 - 37:27
    kommunal für die Allgemeinheit von neuen
    Akteuren errichtet. Die Zivilgesellschaft
  • 37:27 - 37:31
    überlässt die staatliche Infrastruktur
    nicht mehr dem Staat oder Unternehmen.
  • 37:31 - 37:34
    Zugang zu Trinkwasser, Mobilität,
    Kommunikation, der Toilettengang und
  • 37:34 - 37:42
    Schutzräume werden selbstorganisiert für
    alle gemeinschaftlich bereitgestellt. Ein
  • 37:42 - 37:47
    europaweiter Protest der kleinen Bauern
    und mittelständischen Landbesitzer gegen
  • 37:47 - 37:51
    europäische und nationale Bürokratie
    Vorgaben, verbindet sich mit der
  • 37:51 - 37:56
    Umweltbewegung und den Fridays. Eine
    Agrarpolitik für den Humuserhalt wird in
  • 37:56 - 38:04
    den Mittelpunkt gestellt. Eigentum wird
    als soziale Verpflichtung verstanden und
  • 38:04 - 38:08
    Menschen nutzen ihre Fahrzeuge, um eine
    Mobilitätswende zu erzwingen. Sie
  • 38:08 - 38:18
    blockieren Autobahnen, Menschen fahren
    Rollschuh auf Autobahnen, Ölkrise. Aus
  • 38:18 - 38:23
    Blockaden von Straßen und Flughäfen und
    Logistikzentren entstehen Visionsgärten
  • 38:23 - 38:30
    und ruhige Waldstraßen. Verschiedene
    Netzwerke ermöglichen jedem Mitarbeiter
  • 38:30 - 38:36
    der Kohleindustrie, in Deutschland einen
    anderen Job zu machen, sofort.
  • 38:36 - 38:42
    Kohleausstieg von unten. Dank Rebels
    Suplay werden Aktivisten solidarisch
  • 38:42 - 38:47
    unterstützt, ein Grundeinkommen. Die
    Fridays for Future Jugend muss nicht ins
  • 38:47 - 38:53
    System einsteigen. Die Generation Golf
    wacht auf und erkennt, dass ihre Gegenwart
  • 38:53 - 38:58
    bereits geklaut ist und die alten weißen
    Frauen und Männer in keine Sicherheit und
  • 38:58 - 39:04
    keine Renten mehr auszahlen werden können.
    Benzin betriebene Gartengeräte, Laubbläser
  • 39:04 - 39:09
    werden verboten, zuerst in städtischen
    Betrieben. Montags wird gestreikt. Ein
  • 39:09 - 39:14
    solidarischer Tag. Freitags wird weiterhin
    gestreikt. Und je eine Stunde überall in
  • 39:14 - 39:18
    Kindergärten, Pflegeheimen, Betrieben,
    Verwaltungen darüber gesprochen, wie es
  • 39:18 - 39:25
    sein könnte, was nicht okay ist. Und damit
    wird die drei Tage Woche faktisch in
  • 39:25 - 39:29
    Deutschland und Europa eingeführt. Auch
    zur Abfederung der Transformationsfolgen
  • 39:29 - 39:39
    aus der Digitalisierung. Lasst uns
    wirklich rebellieren! Ich glaub, ob es
  • 39:39 - 39:48
    jetzt bei XR ist oder wo auch immer aber
    findet, findet Wege andere Wege.
  • 39:48 - 39:50
    Applaus
  • 39:50 - 40:05
    Danke schön. Applaus
    Herald: Recht herzlichen Dank an unsere
  • 40:05 - 40:06
    drei Damen!
    Lu: Haben wir Q&A:
  • 40:06 - 40:09
    Herald: Nein, leider nicht.
    Lu: Dann haben wir einen Termin für wir
  • 40:09 - 40:14
    möchten eigentlich gerne mit euch
    sprechen. Bitte nur konstruktiv.
  • 40:14 - 40:17
    Wir sind einfach durch mit allem anderen
  • 40:17 - 40:23
    Vernetzung auf 36c3 ist in Communa, das ist
    ist hier, ist es in Halle 2, heute und
  • 40:23 - 40:29
    morgen 19 bis 20 Uhr. Da gibt es einen
    Dom, der ist schwarz und der heisst Hednat
  • 40:29 - 40:34
    oder Nathed. Schwarzer Dom in Communa.
    Da sind wir ab 19 Uhr.
  • 40:34 - 40:37
    Maria: Aber wir hängen ja noch zehn
    Minuten rum. Wenn wir noch irgendwie
  • 40:37 - 40:42
    sprechen wollen, dann kommt doch nach
    vorne. Vielen Dank!
  • 40:42 - 40:47
    Applaus
  • 40:47 - 40:51
    36c3 Abspannmusik
  • 40:51 - 41:14
    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 2020. Mach mit und hilf uns!
Title:
36C3 - Extinction Rebellion
Description:

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Video Language:
German
Duration:
41:14

German subtitles

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