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Rupert Sheldrake - Der Wissenschaftswahn - Gesperreter TED Talk

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    Der Wissenschaftswahn ist der Glaube, daß die Wissenschaft die Natur der Realität dem Grunde nach bereits versteht
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    und es nur noch Details zu ergänzen gilt.
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    Dies ist ein in unserer Gesellschaft weitverbreitetes Glaubenssystem.
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    Es ist die Art Glaubenssystem von Menschen, die sagen:
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    „Ich glaube nicht an Gott, ich glaube an die Wissenschaft.“
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    Es ist ein Glaubenssystem, das heute auf der ganzen Welt verbreitet ist.
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    Aber es besteht ein Zwiespalt innerhalb der Wissenschaft zwischen Wissenschaft als Forschungsmethode
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    basierend auf Vernunft, Indizien, Hypothesen und gemeinschaftlicher Forschung
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    – und Wissenschaft als einem Glaubenssystem oder einer Weltanschauung.
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    Und unglücklicher Weise hat der weltanschauliche Aspekt begonnen, die Forschungsfreiheit,
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    welche geradezu das Herzblut wissenschaftlichen Bestrebens ist, zu behindern und einzuengen.
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    Seit dem späten 19. Jahrhundert wurde Wissenschaft von einem Glaubens-
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    oder weltanschaulichen Standpunkt aus betrieben,
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    der im Kern derjenige des philosophischen Materialismus ist.
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    Und die Wissenschaften sind heute 100-prozentige Tochterunternehmungen der materialistischen Weltanschauung.
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    Ich glaube, sobald wir hieraus ausbrechen, werden sich die Wissenschaften wieder erholen.
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    Was ich in meinem Buch „Der Wissenschaftswahn“ tue, das in den USA „Science Set Free” heißt, ist:
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    Ich nehme die zehn Dogmen oder Grundannahmen der Wissenschaft, mache aus ihnen Fragen
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    und schaue dann, wie gut sie einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.
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    Keine von ihnen hält sonderlich gut stand.
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    Ich werde zunächst durchgehen, wie diese zehn Dogmen lauten,
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    dann wird nur noch Zeit sein, eine oder zwei etwas ausführlicher zu besprechen.
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    Aber im Kern sind die zehn Dogmen, welche die Standard-Weltanschauung
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    der meisten gebildeten Menschen auf der ganzen Welt ausmachen:
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    1. Daß die Natur mechanisch ist oder wie eine Maschine. Das Universum,
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    Tiere und Pflanzen sind wie Maschinen, wir sind wie Maschinen.
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    Ja, tatsächlich sind wir Maschinen.
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    Wir sind „schwerfällige Roboter“ – in Richard Dawkins lebhaften Worten –
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    mit Hirnen, die genetisch programmierten Computern gleichen.
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    2.: Materie ist bewußtlos, das ganze Universum besteht aus Materie ohne Bewußtsein.
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    Es gibt kein Bewußtsein in Sternen, Galaxien, Planeten, Tieren und Pflanzen,
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    und auch wir sollten keines haben, wenn diese Theorie wahr ist.
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    Ein Großteil der Philosophie des Geistes der letzten 100 Jahre hat also
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    versucht zu beweisen, daß wir in Wirklichkeit gar kein Bewußtsein haben.
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    Also: Materie ist ohne Bewußtsein. Und: Die Naturgesetze sind unveränderlich. Das ist Dogma Nr. drei.
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    Die Naturgesetze sind heute genau so, wie sie zur Zeit des Urknalls waren,
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    und sie werden ewig so bleiben.
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    Nicht nur die Gesetze, auch die Naturkonstanten sind unveränderlich, darum heißen sie Konstanten.
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    Dogma vier: Die Summe aller Materie und Energie bleibt stets gleich.
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    Es ändert sich nie die Gesamtmenge, außer im Augenblick des Urknalls,
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    als Alles in einem einzigen Nu aus dem Nichts heraus ins Dasein trat.
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    Das 5. Dogma lautet, daß die Natur sinnlos ist. Es gibt in der Natur keine Zwecke,
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    und der evolutionäre Prozeß folgt keinem Ziel und keiner Richtung.
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    Dogma 6: Die biologische Vererbung ist materieller Natur.
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    Alles, was vererbt wird, liegt in den Genen,
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    oder in epigenetischen Veränderungen der Gene,
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    oder in zytoplasmatischer Vererbung.
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    Es ist materiell.
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    Dogma 7: Erinnerungen werden im Hirn in materieller Form gespeichert.
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    Alle Erinnerungen sitzen im Hirn irgendwie in modifizierten Nervenenden – phosphorilierten Proteinen –
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    niemand weiß, wie es funktioniert,
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    aber trotzdem glaubt fast jeder in wissenschaftlichen Kreisen, es muß im Gehirn sein.
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    Dogma 8: Unser Geist befindet sich in unserem Kopf.
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    All unser Bewußtsein ist die Aktivität unseres Gehirns – und weiter nichts.
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    Dogma 9 folgt aus Dogma 8: Übersinnliche Phänomene wie Telepathie sind unmöglich.
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    Gedanken und Absichten können keine Fernwirkung haben, denn
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    unser Geist befindet sich in unserem Kopf.
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    Daher sind alle scheinbaren Beweise für Telepathie und andere Psi-Phänomene illusionär.
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    Leute glauben, daß diese Dinge passieren,
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    aber nur weil sie nicht genug über Statistik wissen,
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    oder sie lassen sich von Zufällen täuschen, oder es ist Wunschdenken.
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    Und Dogma 10: Mechanistische Medizin ist die einzige, die wirklich wirkt.
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    Daher fördern Regierungen nur die Erforschung mechanistischer Medizin
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    und ignorieren komplementäre und alternative Therapien.
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    Diese können unmöglich wirken, denn sie sind nicht mechanistisch.
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    Sie mögen scheinbar wirken, weil eine Besserung sowieso erfolgt wäre, oder aufgrund des Plazebo-Effektes.
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    Aber die einzige Medizin, die wirklich wirkt, ist mechanistische Medizin.
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    Dies ist die Standard-Weltanschauung der meisten gebildeten Menschen auf der ganzen Welt.
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    Es bildet die Grundlage des Bildungs- und Gesundheitssystems, des medizinischen Forschungsrates und von Regierungen.
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    Und es ist eben die Standard-Weltanschauung gebildeter Leute.
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    Aber ich glaube, jedes einzelne dieser Dogmen ist sehr, sehr fragwürdig. Und wenn man sie sich anschaut, fallen sie auseinander.
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    Ich werde als erstes die Idee betrachten, die Naturgesetze seien unveränderlich. Dies ist ein Überbleibsel einer älteren Weltanschauung.
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    Bevor in den 1960er Jahren die Urknalltheorie entstand, glaubte man, das ganze Universum sei ewig, regiert von ewigen mathematischen Gesetzen.
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    Als der Urknall aufkam, bestand diese Annahme weiter, obwohl der Urknall ein Universum zeigte,
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    das radikal evolutionär ist – etwa 14 Milliarden Jahre alt – das wächst, reift und sich entwickelt.
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    Das 14 Mrd. Jahre lang wächst und sich abkühlt, während mehr Strukturen und Muster darin erscheinen.
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    Aber die Idee bestand, daß alle Naturgesetze vom Urknall an völlig festgelegt waren wie in einem kosmisches bürgerlichen Gesetzbuch.
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    Wie mein Freund Terence McKenna zu sagen pflegte:
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    Die moderne Wissenschaft beruht auf dem Prinzip: „Man gebe uns ein Wunder zur freien Wahl, und wir erklären den Rest.“
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    Und dies eine Wunder ist das Entstehen aller Materie und Energie im Universum
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    und aller Gesetze, denen es gehorcht, aus dem Nichts in einem einzigen Nu.
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    Warum aber sollten in einem evolutionären Universum nicht auch die Gesetze selbst sich entwickeln?
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    Menschliche Gesetze tun das schließlich, und die Idee der Naturgesetze basiert auf menschlichen Gesetzen als Metapher.
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    Es ist eine sehr anthropozentrische Metapher: nur Menschen, nein sogar: nur zivilisierte Gesellschaften haben Gesetze.
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    Wie C. S. Lewis einmal sagte,
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    „Zu sagen, ein Stein falle zur Erde, weil er ein Gesetz befolgt, macht ihn zu einem Menschen, ja zu einem Bürger.“
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    Es ist eine Metapher, an die wir uns derartig gewöhnt haben, dass wir vergessen, dass es sich um eine Metapher handelt.
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    In einem evolutionären Universum ist es meiner Meinung nach eine wesentlich bessere Idee von 'Gewohnheiten' zu sprechen.
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    Ich glaube, dass die Gewohnheiten der Natur dich entwickeln.
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    Die Regelmäßigkeiten der Natur sind ihrem Wesen nach Gewohnheitssache.
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    Dies ist eine Idee des amerikanischen Philosophen C. S. Peirce zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
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    Und es ist eine Idee, die auch von anderen Philosophen gedacht wurde, und die ich persönlich zu einer wissenschaftlichen Hypothese weiterentwickelt habe.
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    Die Hypothese der morphischen Felder, die die Grundlage dieser sich entwickelnden Gewohnheiten sind.
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    Dieser Hypothese nach hat alles in der Natur eine Art kollektives Gedächtnis. Die morphischen Felder wirken auf der Basis von Ähnlichkeit.
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    Wenn es junges Giraffenembryo in der Gebärmutter seiner Mutter heranwächst, stimmt es sich auf die morphischen Felder vorhergegangener Giraffen ein.
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    Es nutzt dieses kollektive Gedächtnis, wächst wie eine Giraffe, verhält sich wie eine Giraffe, denn es verfügt über dieses kollektive Gedächtnis.
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    Es muss die richtigen Gene haben, um die richtigen Proteine herstellen zu können,
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    aber Gene sind meiner Meinung nach stark überbewertet.
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    Sie sind lediglich für die Proteine zuständig, die ein Organismus produzieren kann, nicht für die Form oder das Verhalten.
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    Jede Spezies hat eine Art kollektives Gedächtnis. Sogar Kristalle.
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    Diese Theorie sagt vorher, dass beim ersten Mal, dass ein Kristall hergestellt wird, noch keine Gewohnheit existiert.
  • 8:58 - 9:08
    Beim nächsten Mal jedoch, gibt es einen Einfluss jener ersten Kristalle auf die nächste Generation überall auf der Welt.
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    Durch morphische Felder geschieht die Kristallisierung nun leichter.
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    Beim dritten mal gibt es einen Einfluss der ersten und zweiten Kristalle.
  • 9:18 - 9:23
    Es gibt in der Tat Belege, dass neue Verbindungen überall auf der Welt einfacher zu kristallisieren sind, wie die Theorie es vorhersagt.
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    Sie sagt außerdem vorher, dass, wenn beispielsweise Ratten einen neuen Trick in London lernen, überall auf der Welt Ratten der gleichen Art den gleichen Trick leichter erlernen werden.
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    Überraschenderweise gibt es breits Belege, dass dies tatsächlich vorkommt.
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    Dies ist also meine Theorie der morphischen Felder in Kürze.
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    Alles hängt von sich entwickelnden Gewohnheiten ab, nicht von festgeschriebenen Gesetzen.
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    Aber ich möchte auch einen Augenblick den Konstanten in der Natur widmen.
  • 9:56 - 9:59
    Denn, nochmal: Man nimmt an, dass diese konstant sind.
  • 9:59 - 10:05
    Dinge wie die Gravitationskonstante oder die Lichtgeschwindigkeit nennt man fundamentale Konstanten.
  • 10:05 - 10:08
    Sind sie wirklich konstant?
  • 10:08 - 10:10
    Als ich begann mich für diese Frage zu interessieren, versuchte ich das herauszufinden.
  • 10:12 - 10:15
    Man findet sie in Lehrbüchern der Physik,
  • 10:15 - 10:20
    Diese Bücher listen die fundamentalen Konstanten auf und nennen ihre Werte.
  • 10:20 - 10:25
    Doch ich wollte wissen, ob sie sich verändern, also nahm ich die alten Ausgaben dieser Bücher zur Hand.
  • 10:25 - 10:32
    Ich ging zur Bibliothek des Patentbüros hier in London. Der einzige Ort, den ich finden konnte, an dem die alten Ausgaben aufgehoben werden.
  • 10:32 - 10:36
    Normalerweise schmeißt man die alten weg, wenn die neue Ausgabe erscheint.
  • 10:36 - 10:45
    So fand ich heraus, dass die Lichtgeschwindigkeit zwischen 1928 und 1945 um etwa 20km/sec zurückging.
  • 10:45 - 10:52
    Das ist ein riesiger Rückgang, denn diese Werte werden bis auf den kleinsten Bruchteil einer Dezimalstelle angegeben.
  • 10:52 - 11:00
    Und dennoch: Überall auf der Welt nahm die Geschwindigkeit ab, und überall kam man auf sehr ähnliche Werte mit sehr geringen Abweichungen.
  • 11:00 - 11:08
    1948, gibt es wiederum einen Anstieg, man kam wiederum auf sehr ähnliche Werte.
  • 11:08 - 11:16
    Ich war fasziniert und konnte mir keinen Reim darauf machen, also traf ich den Leiter der Metrologie am National Physical Laboratory in Teddington.
  • 11:16 - 11:22
    Metrologie ist diejenige Wissenschaft, bei der man Konstanten misst.
  • 11:22 - 11:30
    Und ich fragte ihn: Was bedeutet für Sie dieser Rückgang in Geschwindigkeit zwischen 1928 und 1945?
  • 11:30 - 11:36
    Er sagte: "Ach du lieber Himmel. Sie haben die peinlichste Episode in der Geschichte unserer Wissenschaft entdeckt."
  • 11:36 - 11:44
    Ich fragte: Kann es sein, dass die Lichtgeschweindigkeit tatsächlich zurückgegangen ist,? Das würde grandiose Folgen haben.
  • 11:44 - 11:49
    Er antwortete: "Nein, nein, natürlich nicht, es ist eine Konstante."
  • 11:49 - 11:55
    - Oh. Wie erklären Sie dann, dass die Lichtgeschwindigkeit allgemein als langsamer gemessen wurde?
  • 11:55 - 12:04
    Ist es weil geschummelt wurde, um den angenommenen Ergebnissen von anderen näher zu kommen, und die ganze Angelegenheit wurde lediglich in den Köpfen von Physikern produziert?
  • 12:04 - 12:07
    - "Nun, wir sprechen nicht gern von 'Schummel'."
  • 12:07 - 12:09
    - Was ziehen Sie vor?
  • 12:09 - 12:14
    - "Wir ziehen 'intellektuelle Phasenkopplung' vor."
  • 12:15 - 12:19
    - Lachen -
  • 12:20 - 12:29
    Also sagte ich: "Wenn es damals stattfand, wie können Sie dann sicher sein, dass es das nicht auch heute tut? Dass auch die neuen Werte Opfer von intellektueller Phasenkopplung sind?
  • 12:29 - 12:31
    - "Wir wissen, dass das nicht der Fall ist."
  • 12:31 - 12:32
    - Woher wissen wir das?
  • 12:32 - 12:35
    - "Wir haben das Problem gelöst"
  • 12:35 - 12:36
    - Wie?
  • 12:36 - 12:40
    - "Wir haben die Lichtgeschwindigkeit per Definition festgelegt, 1972."
  • 12:40 - 12:42
    - Lachen -
  • 12:42 - 12:43
    - Aber sie könnte sich doch nach wie vor ändern?
  • 12:43 - 12:48
    - "Ja, aber das würden wir niemals erfahren, denn wir haben den Meter über die Lichtgeschwindigkeit definiert, sodass sich die Maßeinheiten miteinander ändern."
  • 12:48 - 12:52
    Er wirkte sehr zufrieden mit dieser Lösung.
  • 12:52 - 12:57
    - Lachen -
  • 12:57 - 13:07
    Aber ich sagte: Was ist mit 'G', Newtons universeller Gravitationskonstante?
  • 13:07 - 13:12
    Die hat in den letzen Jahren um mehr als 1,3%variiert.
  • 13:12 - 13:18
    Und sie scheint von Ort zu Ort und Zeitpunkt zu Zeitpunkt zu variieren.
  • 13:18 - 13:20
    Und er sagte: "Ach ja, das sind nur Messungenauigkeiten."
  • 13:20 - 13:24
    "Und leider sind es relativ große Messungenauigkeiten, beim großen G."
  • 13:24 - 13:31
    Ich sagte: Was, wenn sie sich tatsächlich verändert? Ich sah mir also an, wie diese Messung erhoben wird:
  • 13:31 - 13:39
    Es wird in unterschiedlichen Laboratorien gemessen, mit unterschiedlichen Messungen zu unterschiedlichen Zeiten, und man nimmt den Durchschnitt.
  • 13:39 - 13:43
    Laboratorien überall auf der Welt tun das gleiche, oft mit einem unterschiedlichen Ergebnis.
  • 13:43 - 13:49
    Dann trifft sich das international Komitee für Metrologie, etwa alle 10 Jahre, und errechnet einen Durchschnitt aus all diesen Werten.
  • 13:49 - 13:52
    Und errechnet somit G.
  • 13:52 - 13:56
    Aber was, wenn G tatsächlich fluktuiert?
  • 13:56 - 13:58
    Was, wenn es sich ändert?
  • 13:58 - 14:02
    Es gibt schon jetzt Belege, dass es sich im Laufe eines Tages ändert und innerhalb eines Jahre.
  • 14:02 - 14:11
    Was, wenn die Erde, indem sie durch die Galaxis reist, Flecken dunkler Materie durchquert, oder andere Umwelteinflüsse.
  • 14:11 - 14:17
    Was, wenn diese Messungeneuigkeiten sich zusammen nach obern und unten bewegen?
  • 14:17 - 14:21
    Seit über 10 Jahren versuche ich Metrologen zu überzeugen, sich die Rohdaten anzusehen.
  • 14:21 - 14:28
    Im Moment versuche ich sie zu überreden, die Daten ins Internet zu stellen, mit Datum und Wert, um zu sehen,ob sie miteinander korrelieren.
  • 14:28 - 14:33
    Ob sie alle gleichzeitig nach oben gehen oder nach unten.
  • 14:33 - 14:35
    Wenn ja, könnte es sein, dass sie sich gemeinsam bewegen.
  • 14:35 - 14:37
    Das wäre ein interessantes Indiz.
  • 14:37 - 14:40
    Aber niemand hat das bisher getan.
  • 14:40 - 14:44
    Niemand, denn: G ist eine Konstante, es gibt keinen Grund, nach Variationen zu suchen.
  • 14:44 - 14:50
    Dies ist ein sehr einfaches Beispiel, wie eine dogmatische Annahme die Forschung behindert.
  • 14:50 - 14:57
    Ich selbst bin der Auffassung, dass die Konstanten innerhalb eines Intervalls sehr deutlich variieren könnten.
  • 14:57 - 15:03
    Ich glaube der Tag wird kommen, da wissenschaftliche Magazine, wie Nature, wöchentliche Berichte über diese Konstanten haben werden.
  • 15:03 - 15:05
    Ähnlich den Aktienkursen in Zeitungen:
  • 15:05 - 15:13
    "Diese Woche ist G leicht erhöht, die Elektronenladung tief, die Lichtgeschwindigkeit war stabil", und so weiter.
  • 15:13 - 15:17
    - Lachen -
  • 15:17 - 15:25
    Das ist nur ein Bereich, bei dem weniger dogmatisches Denken hilfreich sein könnte.
  • 15:25 - 15:28
    Ein anderes Gebiet ist das Wesen des Geistes.
  • 15:28 - 15:32
    Dies ist ein wesentlich ungelöstes Problem, wie Graham gerade sagte.
  • 15:32 - 15:36
    Die Wissenschaft kann den Umstand unseres Bewusstseins einfach nicht einordnen.
  • 15:36 - 15:44
    Auch nicht damit, dass unsere Gedanken nicht im Hirn lokalisiert zu sein scheinen.
  • 15:44 - 15:51
    Unsere Erfahrungen scheinen nicht alle in unseren Köpfen stattzufinden, Ihr Bild von mir in diesem Moment scheint nicht in Ihrem Kopf zu sein.
  • 15:51 - 15:55
    Aber die Lehrmeinung ist, dass da irgendwo in ihrem Kopf ein kleiner Rupert sitzt.
  • 15:55 - 15:58
    Und alles andere in diesem Raum nehmen sie ebenfalls in ihrem Kopf wahr.
  • 15:58 - 16:00
    Ihre Erfarhungen sind in Ihrem Hirn.
  • 16:00 - 16:05
    Ich unterstelle, dass Erfahrung tatsächlich eine nach draußen gerichtete Projektion von Bildern bedeutet.
  • 16:05 - 16:08
    Was Sie sehen ist in ihrem Geist, aber nicht in ihrem Kopf.
  • 16:08 - 16:12
    Bei der einfachsten Sinneswahrnehmung reichen unsere Geister über unsere Hirne hinaus.
  • 16:12 - 16:16
    Ich denke, dass wir die Bilder, die wir sehen, nach draußen projizieren.
  • 16:16 - 16:20
    Diese Bilder berühren den Gegenstand unserer Betrachtung.
  • 16:20 - 16:24
    Wenn ich Sie bon hinten beobachte und Sie nicht wissen, dass ich da bin - könnte ich Sie beeinflussen?
  • 16:24 - 16:27
    Könnten Sie meinen Blick spüren?
  • 16:27 - 16:29
    Es gibt eine große Menge von Belgen, dass Menschen das können.
  • 16:29 - 16:32
    Das Gefühl, beobachtet zu werden, ist eine sehr verbreitete Erfahrung.
  • 16:32 - 16:36
    Neueste experimentelle Forschung legt nahe, dass dieses Gefühl real ist.
  • 16:36 - 16:39
    Auch Tiere scheinen es zu kennen.
  • 16:39 - 16:43
    Ich glaube, es hat sich wahrscheinlich im Zusammenhang von Jäger-Beute Beziehungen entwickelt hat.
  • 16:43 - 16:47
    Beutetiere, die den Blick eines Jägers spüren konnten, überlebten besser als diejenigen, die dies nicht können.
  • 16:47 - 16:52
    Das würde zu einer völlig neuen Perspektive ökologischer Beziehungen führen.
  • 16:52 - 16:56
    Bezogen auf Jäger und Beute, und auch den Umfang unseres Geistes.
  • 16:56 - 17:06
    Wenn wir auf wiet entfernte Sterne blicken, glaube ich, dass unser Geist sich streckt, diese Sterne zu berühren, und sich buchstäblich über astronomische Strecken erstreckt.
  • 17:06 - 17:09
    Sie sind nicht nur in unseren Köpfen.
  • 17:09 - 17:13
    Das mag erstaunlich scheinen, dass dies im 21. Jahrhundert Thema einer Debatte sein soll.
  • 17:13 - 17:21
    Wir wissen so wenig über unseren Geist, dass es in der Bewusstseinsforschung momentan ein heißes Thema ist, wo unsere Vorstellungen lokalisiert sind.
  • 17:22 - 17:28
    Ich habe nicht genug Zeit, um mich mit weiteren Dogmen auseinanderzusetzen, aber jedes einzelne ist fragwürdig.
  • 17:28 - 17:33
    Wenn man es herausfordert, öffnen sich neue Wege und Forschungsmöglichkeiten.
  • 17:33 - 17:43
    So wie wir diese Dogmen herausfordern, die die Wissenschaft so lange zurückgehalten haben, wird Wissenschaft eine neue Blüte, eine Renaissance erfahren.
  • 17:43 - 17:50
    Ich glaube absolut an die Wissenschaft, habe mein ganzes Leben als Forscher verbracht, meine ganze Karriere.
  • 17:51 - 17:59
    Aber ich glaube, indem wir diese Dogmen hinter uns lassen, kann die Wissenschaft sich regenerieren und erneut interessant werden, und, wie ich hoffe, lebensbejahend.
  • 17:59 - 18:01
    Vielen Dank.
  • 18:01 - 18:12
    - Applaus -
Title:
Rupert Sheldrake - Der Wissenschaftswahn - Gesperreter TED Talk
Description:

Re-uploaded as TED have decided to censor Rupert and remove this video from the TEDx youtube channel. Follow this link for TED's statement on the matter and Dr. Sheldrake's response: http://blog.ted.com/2013/03/14/open-for-discussion-graham-hancock-and-rupert-sheldrake/

Rupert Sheldrake, Ph.D. (born 28 June 1942) is a biologist and author of more than 80 scientific papers and ten books. A former Research Fellow of the Royal Society, he studied natural sciences at Cambridge University, where he was a Scholar of Clare College, took a double first class honours degree and was awarded the University Botany Prize. He then studied philosophy and history of science at Harvard University, where he was a Frank Knox Fellow, before returning to Cambridge, where he took a Ph.D. in biochemistry. He was a Fellow of Clare College, Cambridge, where he was Director of Studies in biochemistry and cell biology. As the Rosenheim Research Fellow of the Royal Society, he carried out research on the development of plants and the ageing of cells in the Department of Biochemistry at Cambridge University.

While at Cambridge, together with Philip Rubery, he discovered the mechanism of polar auxin transport, the process by which the plant hormone auxin is carried from the shoots towards the roots.

From 1968 to 1969, based in the Botany Department of the University of Malaya, Kuala Lumpur, he studied rain forest plants. From 1974 to 1985 he was Principal Plant Physiologist and Consultant Physiologist at the International Crops Research Institute for the Semi-Arid Tropics (ICRISAT) in Hyderabad, India, where he helped develop new cropping systems now widely used by farmers. While in India, he also lived for a year and a half at the ashram of Fr Bede Griffiths in Tamil Nadu, where he wrote his first book, A New Science of Life.

From 2005-2010 he was the Director of the Perrott-Warrick Project funded from Trinity College,Cambridge. He is a Fellow of Schumacher College , in Dartington, Devon, a Fellow of the Institute of Noetic Sciences near San Francisco, and a Visiting Professor at the Graduate Institute in Connecticut.

He lives in London with his wife Jill Purce www.healingvoice.com and two sons.

He has appeared in many TV programs in Britain and overseas, and was one of the participants (along with Stephen Jay Gould, Daniel Dennett, Oliver Sacks, Freeman Dyson and Stephen Toulmin) in a TV series called A Glorious Accident, shown on PBS channels throughout the US. He has often taken part in BBC and other radio programmes. He has written for newspapers such as the Guardian, where he had a regular monthly column, The Times, Sunday Telegraph, Daily Mirror, Daily Mail, Sunday Times, Times Educational Supplement, Times Higher Education Supplement and Times Literary Supplement, and has contributed to a variety of magazines, including New Scientist, Resurgence, the Ecologist and the Spectator.

Books by Rupert Sheldrake:
A New Science of Life: The Hypothesis of Formative Causation (1981). New edition 2009 (in the US published as Morphic Resonance)
The Presence of the Past: Morphic Resonance and the Habits of Nature (1988)
The Rebirth of Nature: The Greening of Science and God (1992)
Seven Experiments that Could Change the World: A Do-It-Yourself Guide to Revolutionary Science (1994) (Winner of the Book of the Year Award from the British Institute for Social Inventions)
Dogs that Know When Their Owners are Coming Home, and Other Unexplained Powers of Animals (1999) (Winner of the Book of the Year Award from the British Scientific and Medical Network)
The Sense of Being Stared At, And Other Aspects of the Extended Mind (2003)

With Ralph Abraham and Terence McKenna:
Trialogues at the Edge of the West (1992), republished as Chaos, Creativity and Cosmic Consciousness (2001)
The Evolutionary Mind (1998)

With Matthew Fox:
Natural Grace: Dialogues on Science and Spirituality (1996)
The Physics of Angels: Exploring the Realm Where Science and Spirit Meet (1996)

http://www.sheldrake.org/

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Video Language:
English
Duration:
18:20

German subtitles

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