YouTube

Got a YouTube account?

New: enable viewer-created translations and captions on your YouTube channel!

German subtitles

← Sue Austin: Tauchen … in einem Rollstuhl

Get Embed Code
34 Languages

Subtitles translated from English Showing Revision 12 created 03/20/2013 by Judith Matz.

  1. Es ist wunderbar, hier zu sein

  2. und über meinen Weg zu sprechen,
  3. um über den Rollstuhl zu sprechen
  4. und die Freiheit, die er mir gebracht hat.
  5. Ich bin seit 16 Jahren im Rollstuhl,

  6. als eine langwierige Krankheit
  7. meinen Zugang zur Welt veränderte.
  8. Als ich anfing, den Rollstuhl zu verwenden,
  9. war es eine großartige neue Freiheit.
  10. Mein Leben war immer
    weiter eingeschränkt worden.
  11. Es war, als hätte ich ein riesiges neues Spielzeug.
  12. Ich konnte herumflitzen und wieder
    den Wind in meinem Gesicht spüren.
  13. Einfach nur draußen zu sein war ein Hochgefühl.
  14. Aber trotz dieser neugewonnenen Freude und Freiheit

  15. veränderte sich die Reaktion
    der Menschen mir gegenüber.
  16. Es war, als konnten sie mich nicht mehr sehen,
  17. als ob ich unsichtbar geworden war.
  18. Es schien, als sähen sie mich
    gemäß ihrer Annahmen,
  19. wie es sein mag, in einem Rollstuhl zu sein.
  20. Ich fragte Leute, was sie mit
    dem Rollstuhl verbanden.
  21. Sie verwendeten Worte wie "Einschränkung", "Angst",
  22. "Mitleid" und "Einschränkung".
  23. Mir wurde klar, dass ich
    diese Reaktionen verinnerlicht hatte
  24. und es mich zutiefst veränderte.
  25. Ein Teil meiner selbst wurde mir fremd.
  26. Ich sah mich selbst nicht mehr
    aus meiner Perspektive,
  27. sondern intensiv und ununterbrochen
    aus der Perspektive
  28. der Reaktion anderer Menschen auf mich.
  29. Deshalb wusste ich, dass ich
    meine eigenen Geschichten

  30. über diese Erfahrung schaffen musste,
  31. neue Erzählungen, um meine Identität
    wiederzugewinnen.
  32. ["Freiheit finden:
    'Durch das Erschaffen eigener Geschichten nehmen wir die Texte unseres Lebens ebenso ernst wie die 'offiziellen'.
    – Davis 2009, TEDx Women"]

  33. Ich fing an, Werke zu schaffen,

  34. die etwas von der Freude und Freiheit
  35. mitteilen sollten, die ich
    beim Benutzen des Rollstuhls empfand –
  36. des Superstuhls – um die Welt zu bezwingen.
  37. Diese verinnerlichten Reaktionen
    wollte ich transformieren,
  38. die vorgefassten Meinungen,
    die meine Identität
  39. geprägt hatten, als ich anfing,
    den Rollstuhl zu verwenden,
  40. indem ich unerwartete Bilder schuf.
  41. Der Rollstuhl wurde zu einem Gegenstand
    zum Malen und Spielen.
  42. Als ich buchstäblich damit anfing,
  43. Spuren meiner Freude und Freiheit zu hinterlassen,
  44. war es aufregend,
  45. die interessierten und überraschten
    Reaktionen der Menschen zu sehen.
  46. Es schien neue Perspektiven zu öffnen
  47. und darin lag der Paradigmenwechsel.
  48. Es zeigte, dass künstlerische Tätigkeit
  49. Identität neu herstellen
  50. und vorgefasste Meinungen transformieren kann,
    indem man Vertrautes neu bearbeitet.
  51. Als ich in 2005 zu Tauchen anfing,

  52. bemerkte ich, dass Tauchausrüstung
    unsere Palette von Aktivitäten
  53. genauso wie ein Rollstuhl erweitert,
  54. nur dass Assoziationen mit Tauchausrüstung
  55. eher Begeisterung und Abenteuer sind,
  56. also ganz anders als
    die Reaktionen auf den Rollstuhl.
  57. Also dachte ich: "Ich frage mich, was passiert,

  58. wenn ich beides kombiniere?" (Lachen) (Applaus)
  59. Und das Ergebnis, der Unterwasser-Rollstuhl,
  60. hat mich während der letzten sieben Jahre
  61. auf die erstaunlichste Reise genommen.
  62. Um Ihnen zu zeigen, wie es ist,

  63. würde ich gerne mit Ihnen eines der Resultate
  64. dieses Spektakels teilen
  65. und Ihnen einen Eindruck
    meiner erstaunlichen Reise vermitteln.
  66. (Musik)

  67. (Applaus)

  68. Ein erstaunliches Erlebnis,

  69. weit jenseits meiner anderen Lebenserfahrungen.
  70. Ich habe buchstäblich die Freiheit,
  71. mich 360 Grad im Raum zu bewegen
  72. und eine ekstatische Erfahrung
    von Freude und Freiheit.
  73. Und die unglaublich unerwartete Sache ist die,

  74. dass andere Menschen das
    auch zu verspüren scheinen.
  75. Ihre Augen leuchten buchstäblich auf
  76. und sie sagen Sachen wie:
    "Ich will auch so etwas",
  77. oder: "Wenn du das kannst,
    dann ist mir alles möglich."
  78. Ich denke, es liegt daran,
    dass sie in diesem Moment

  79. ein Objekt sehen,
  80. für das sie keinen Bezugsrahmen haben,
  81. oder das über den Bezugsrahmen,
  82. den sie dem Rollstuhl gegenüber
    haben, hinausgeht
  83. und so müssen sie völlig umdenken.
  84. Ich glaube, der Moment
    einer vollständig neuen Denkweise
  85. erzeugt vielleicht eine Freiheit,
  86. die sich auf den Rest des Lebens
    anderer Menschen ausbreitet.
  87. Für mich bedeutet das, dass sie
  88. den Wert des Unterschieds sehen,
  89. die Freude, die es mit sich bringt,
  90. wenn wir uns nicht auf Verlust
    und Limitation konzentrieren,
  91. sondern die Kraft und Freude
    sehen und entdecken
  92. und die Welt aus neuen
    aufregenden Perspektiven sehen.
  93. Für mich wird der Rollstuhl
  94. zu einem Mittel der Transformation.
  95. In der Tat nenne ich jetzt
    den Unterwasser-Rollstuhl "Portal",
  96. weil er mich buchstäblich
  97. in eine neue Weise des Seins geschoben hat,
  98. in neue Dimensionen und
    in eine neue Bewusstseinsebene.
  99. Und außerdem

  100. hatte niemand je zuvor
  101. einen Unterwasser-Rollstuhl
    gehört oder gesehen
  102. und dieses Schauspiel
    bedeutet die Erschaffung
  103. neuer Weisen des Sehens,
    Seins und Wissens,
  104. denn jetzt haben Sie
    dieses Konzept in Ihrem Kopf
  105. und sind auch alle
    ein Teil dieses Kunstwerks.
  106. (Applaus)