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  • 0:00 - 0:15
    34C3-Vorspannmusik
  • 0:18 - 0:22
    Applaus
  • 0:22 - 0:26
    Herald: Marc-Uwe Kling und
    Bruno, das Biest! Bruno the Beast!
  • 0:26 - 0:38
    Applaus
  • 0:38 - 0:42
    Marc-Uwe Kling: Ja, ‚Boris the Beast‘
    heißt der junge Mann.
  • 0:42 - 0:48
    Gelächter und Applaus
  • 0:48 - 0:50
    Boris the Beast: brüllt:
    Wo seid ihr?!
  • 0:50 - 0:56
    Applaus
  • 0:56 - 1:00
    Marc-Uwe: Tja deswegen habe ich
    ihn dabei. Und natürlich auch,
  • 1:00 - 1:03
    weil Boris gleichzeitig Security macht.
  • 1:03 - 1:05
    Gelächter
  • 1:05 - 1:08
    Ja, herzlich willkommen, ich habe mir
    einen Plan gemacht. Ich habe eine Stunde
  • 1:08 - 1:14
    Zeit. Das ist… deswegen
    habe ich mir dieses
  • 1:14 - 1:19
    technische Wunderwerk gekauft, weil ich
    nicht immer auf mein Handy gucken wollte.
  • 1:19 - 1:26
    Es ist eine Uhr, hat voll
    die krasse Akkulaufzeit!
  • 1:26 - 1:33
    Gut. Ja. Ich… also als Vorbereitung
  • 1:33 - 1:38
    habe ich einfach mal meinen Computer
    durchsucht auf alle meine Texte, in denen
  • 1:38 - 1:42
    das Wort „Computer“ oder Technik vorkommt.
  • 1:42 - 1:48
    Und es war viel zu viel, vor allem
    war es das komplette neue Buch.
  • 1:48 - 1:54
    Das hat also nichts gebracht.
    Deswegen mache ich jetzt…
  • 1:54 - 2:00
    ach egal, ich mach einfach wie ich denke.
    Und… ich habe ein bisschen Angst.
  • 2:00 - 2:05
    Also ich habe jetzt ein Buch über… ja, es
    spielt… eigentlich geht es um die Zukunft,
  • 2:05 - 2:09
    es geht nur aus Versehen um Technik, weil,
    glaube ich, die Technik doch irgendwie
  • 2:09 - 2:12
    einen Einfluss auf die Zukunft hat. Aber
    eigentlich wollte ich nur ein Buch über
  • 2:12 - 2:19
    die Zukunft schreiben. Und jetzt habe
    ich aber… ein bisschen ist es, wie…
  • 2:19 - 2:23
    wenn man als Popmusiker vor einem
    Haufen Jazzmusikern auftreten würde.
  • 2:23 - 2:26
    Lachen
    Das ist mein Gefühl.
  • 2:26 - 2:34
    Gelächter und Applaus
  • 2:34 - 2:41
    Dabei habe ich auch mal programmiert, ja!
    Nämlich mit Turbo Pascal 5.
  • 2:41 - 2:49
    Jubel und Applaus
  • 2:49 - 2:52
    Unter DOS, genau, und Windows 3.11,
    da bin ich dann ausgestiegen,
  • 2:52 - 2:55
    das war mir zu kommerziell, aber…
  • 2:55 - 3:01
    Gelächter
  • 3:01 - 3:06
    Ich habe das vorhin erzählt.
    Ich habe mit 12 oder so ein
  • 3:06 - 3:12
    Programm geschrieben, mit
    dem man die Spielstände für
  • 3:12 - 3:15
    ‚UFO: Enemy Unknown‘
    cheaten konnte. Also…
  • 3:15 - 3:19
    Applaus
  • 3:19 - 3:24
    Und dann habe ich das an irgendsoein
    Spielemagazin geschickt, und es war dann
  • 3:24 - 3:29
    auf der CD, als Shareware
    und ich war so stolz. Und
  • 3:29 - 3:35
    man konnte für 5 Euro die Vollversion
    bestellen, wo man dann nicht nur das Geld,
  • 3:35 - 3:39
    sondern auch noch was-weiß-ich-was
    anderes verändern konnte. Und
  • 3:39 - 3:46
    ich habe einen Brief bekommen von
    jemandem, der das bestellen wollte.
  • 3:46 - 3:49
    Es war offensichtlich jemand, der noch
    jünger war, ein kleines Kind. Und es war
  • 3:49 - 3:55
    alles voller Rechtschreibfehler, und es
    war ein 5-DM-Schein in dem Briefumschlag
  • 3:55 - 4:00
    und keine Adresse drauf.
    Gelächter
  • 4:00 - 4:06
    Das beschäftigt mich bis heute. Falls
    dieser jemand hier unter euch sein sollte,
  • 4:06 - 4:09
    dann: es war nicht meine Schuld!
  • 4:09 - 4:13
    Applaus
  • 4:13 - 4:19
    Ich wollte… die Diskette, das war damals
    noch der Distributionsweg der Wahl,
  • 4:19 - 4:24
    ich wollte die Diskette in den Brief, aber
    es ging nicht, war keine Adresse, es war…
  • 4:24 - 4:29
    Gut, also Turbo Pascal. Dann,
    als Vorbereitung für das Buch
  • 4:29 - 4:34
    habe ich einen Freund von mir, der heute
    programmiert, gebeten, mir doch mal
  • 4:34 - 4:39
    zu zeigen, was man heute so programmiert.
    Und was macht man heute so, wir haben also
  • 4:39 - 4:45
    eine App geschrieben. Eine App,
    die… es ist die erste sinnvolle App
  • 4:45 - 4:49
    in meinen Augen, eine App,
    die Zitate falsch zuordnet.
  • 4:49 - 4:54
    Ihr kennt vielleicht das Konzept, man
    nimmt ein Zitat, dann schiebt man
  • 4:54 - 4:58
    eine falsche Quelle drunter, einen
    falschen Autor und dann kann man das so
  • 4:58 - 5:04
    Tinder-mäßig nach ‚Witzig‘ oder ‚Nicht
    witzig‘ wischen. Also ich bin nicht
  • 5:04 - 5:08
    bei Tinder, aber ich glaube das ist das
    Funktionskonzept von Tinder, man sieht
  • 5:08 - 5:11
    irgendwas und kann es nach ‚Witzig‘
    oder ‚Nicht witzig‘ wischen.
  • 5:11 - 5:14
    Gelächter
  • 5:14 - 5:18
    Gut – ich bin bei Tinder, so habe
    ich Boris kennengelernt.
  • 5:18 - 5:20
    Gelächter
  • 5:20 - 5:26
    Ich habe ihn gesehen und nach ‚Witzig‘
    gewischt, und Boris hat sich verwischt.
  • 5:26 - 5:32
    Und so sind wir zusammengekommen.
    Na jedenfalls,
  • 5:32 - 5:36
    diese App merkt sich, was man
    witzig fand und schlägt dann halt
  • 5:36 - 5:41
    andere witzige Kombinationen
    vor. Ich lese mal ein paar vor,
  • 5:41 - 5:45
    das ist jetzt nicht von mir, das ist ein
    erstes Experiment in Maschinenhumor,
  • 5:45 - 5:50
    also, was finden Maschinen lustig.
  • 5:50 - 5:55
    „Erzähle nicht die Wahrheit, solange
    dir etwas interessanteres einfällt“
  • 5:55 - 5:58
    - Marc Zuckerberg.
    Gelächter
  • 5:58 - 6:01
    68% witzig. Das ist so ungefähr hier.
  • 6:01 - 6:05
    „Im Prinzip geht es darum, als
    erster Feierabend zu machen.“
  • 6:05 - 6:07
    - Artikel 1 des Grundgesetzes.
  • 6:07 - 6:17
    Gelächter und Applaus
  • 6:17 - 6:20
    „Wohlstand ist, wenn man mit Geld,
    das man nicht hat, Dinge kauft, die man
  • 6:20 - 6:24
    nicht braucht, um damit Leute zu
    beeindrucken, die man nicht mag.“ – Apple.
  • 6:24 - 6:33
    Gelächter und Applaus
  • 6:33 - 6:35
    „Im Grunde, wenn man das auf das
    Wesentliche reduziert, bin ich ein
  • 6:35 - 6:39
    erwachsener Mann, der Make-up benutzt.“
    – Der Joker.
  • 6:39 - 6:43
    Gelächter
  • 6:43 - 6:48
    „Digital first, Bedenken second“
    – Big Brother.
  • 6:48 - 6:53
    „Hey hey hey, hier kommt Alex. Vorhang auf
    für seine Horrorshow.“ – Alexander Gauland.
  • 6:53 - 7:01
    Gelächter und Applaus
    Ja, gut.
  • 7:01 - 7:05
    Gut, also ich lese euch was aus dem
    Buch vor, es spielt in der Zukunft, das
  • 7:05 - 7:11
    habe ich schon erwähnt. Ich habe hier,
    das finde ich besonders witzig, eigentlich
  • 7:11 - 7:17
    ins Impressum was reingeschmuggelt:
    „Technischer Hinweis. Dieses Buch
  • 7:17 - 7:22
    kann sich nicht mit dem Internet verbinden.
    Trotzdem kannst du Kommentare darin
  • 7:22 - 7:26
    hinterlassen. Diese wird aber sehr
    wahrscheinlich keiner lesen. Du kannst
  • 7:26 - 7:31
    dieses Buch teilen, allerdings nicht mit
    all deinen Freunden auf einmal. Wenn du
  • 7:31 - 7:34
    das Buch teilst, besteht natürlich auch
    die Chance, dass jemand deine Kommentare
  • 7:34 - 7:39
    liest. Vielleicht kommentiert sogar jemand
    deine Kommentare. Um den Inhalt dieses
  • 7:39 - 7:43
    Buches zu verändern, müsste der Verlag
    Leute anheuern, die heimlich nachts
  • 7:43 - 7:47
    bei dir einbrechen, sich an dein
    Bücherregal schleichen und Sachen
  • 7:47 - 7:53
    mit Filzstift durchstreichen oder mit
    Kugelschreiber ergänzen. Das ist möglich,
  • 7:53 - 7:58
    aber unwahrscheinlich.“ So, in dem Buch
  • 7:58 - 8:03
    gibt es Werbung aus der Zukunft,
    es gibt Nachrichten,
  • 8:03 - 8:09
    damit man beim Lesen nichts verpasst.
    Es gibt Werbung in den Nachrichten.
  • 8:09 - 8:13
    Es gibt Reiseführerbeiträge. Und da das
    ein bisschen verwirrend ist, hat Boris
  • 8:13 - 8:19
    sich in mühevoller Heimarbeit
    wunderschöne Jingles ausgedacht,
  • 8:19 - 8:23
    die euch ein bisschen Orientierung geben
    sollen. Boris, spiel doch mal einen vor!
  • 8:23 - 8:28
    Boris: Dazu müsste erstmal
    mein Bass wieder an sein.
  • 8:28 - 8:32
    Ah, danke.
    Musik
  • 8:32 - 8:40
    Quality Land,
    dein persönlicher Reiseführer.
  • 8:40 - 8:48
    Applaus
  • 8:48 - 8:51
    Marc-Uwe: „Einführung. Da du dich in
    Quality Land noch nicht auskennst,
  • 8:51 - 8:56
    haben wir dir hier ein paar einleitende
    Informationen zusammengestellt.
  • 8:56 - 9:01
    Zwei Jahre vor der Gründung von Quality
    Land, zwei Jahre vor Quality Time also,
  • 9:01 - 9:04
    gab es eine ökonomische Krise solchen
    Ausmaßes, dass die Menschen sie als
  • 9:04 - 9:08
    Jahrhundertkrise bezeichneten. Es war
    bereits die dritte Jahrhundertkrise
  • 9:08 - 9:14
    innerhalb einer Dekade. Von der Panik
    der Märkte mitgerissen, bat die Regierung
  • 9:14 - 9:20
    die Unternehmensberater von Big Business
    Consulting, BBC, um Hilfe und diese
  • 9:20 - 9:24
    entschieden, das Land brauche vor allem
    einen neuen Namen. Der alte war abgenutzt
  • 9:24 - 9:27
    und inspirierte laut Umfragen nur noch
    ewig gestrige Nationalisten mit geringer
  • 9:27 - 9:32
    Kaufkraft. Außerdem ließen sich durch die
    Umbenennung auch ein paar unangenehme
  • 9:32 - 9:36
    historische Verpflichtungen loswerden. So
    hatte zum Beispiel die Armee des Landes
  • 9:36 - 9:44
    in der Vergangenheit, nunja, sagen wir
    mal, etwas übers Ziel hinausgeschossen.
  • 9:44 - 9:49
    Die Unternehmensberatung beauftragte die
    Kreativen von „Weltweite Werbung“, WWW,
  • 9:49 - 9:53
    nicht nur einen neuen Namen für das Land
    zu erarbeiten, sondern auch gleich ein
  • 9:53 - 9:59
    neues Image, neue Helden, eine neue Kultur,
    kurz gesagt, eine neue Country Identity.
  • 9:59 - 10:03
    Nach einiger Zeit und noch mehr Geld,
    nach Vorschlägen und Gegenvorschlägen
  • 10:03 - 10:07
    einigten sich alle Beteiligten endlich auf
    den heute weltbekannten Namen, der sich
  • 10:07 - 10:12
    so vorzüglich dafür eignet, hinter einem
    ‚Made in‘ auf Produkten zu stehen,
  • 10:12 - 10:17
    Quality Land. Selbst Quality Lands
    Einwohner wurden umbenannt. Sollten sie
  • 10:17 - 10:21
    doch keine Standardmenschen sein, sondern
    Qualitätsmenschen. Vor allem die
  • 10:21 - 10:25
    Nachnamen der Leute klangen immer noch
    sehr mittelalterlich und passten ganz und
  • 10:25 - 10:29
    gar nicht zur neuen
    fortschrittsorientierten Landesidentität.
  • 10:29 - 10:34
    Ein Land voller Müller, Schneider und
    Wagner war nicht gerade der feuchte Traum
  • 10:34 - 10:38
    eines Hightech-Investors. Darum beschloss
    die Werbeagentur, dass ab sofort jeder
  • 10:38 - 10:42
    Junge den Beruf seines Vaters als
    Nachnamen tragen muss, und jedes Mädchen
  • 10:42 - 10:47
    den Beruf seiner Mutter. Entscheidend ist
    dabei der zur Zeit des Zeugungsakts
  • 10:47 - 10:51
    ausgeübte Job. Wir wünschen dir
    unvergessliche Erlebnisse im Land von
  • 10:51 - 10:56
    Sabine Mechatronikerin und Walter
    Putzkraft, dem beliebtesten
  • 10:56 - 11:02
    Mittelschichts-Rap-Duo unserer Dekade. Im
    Land von Scarlett Strafgefangene und ihrem
  • 11:02 - 11:06
    Zwillingsbruder Robert Aufseher.“
    Lachen
  • 11:06 - 11:11
    „Den ungeschlagensten Battleboard Jockeys
    des Jahrhunderts. Im Land von
  • 11:11 - 11:15
    Henrik Ingenieur, dem reichsten Menschen
    der Welt. Willkommen im Land
  • 11:15 - 11:20
    der Superlative.
    Willkommen in Quality Land!“
  • 11:20 - 11:26
    Jingle-Musik
  • 11:26 - 11:29
    Ja, so. Mhmh.
  • 11:29 - 11:42
    Applaus und Jubel
  • 11:42 - 11:50
    Das irritiert mich total krass,
    wenn ich mich da sehe!
  • 11:50 - 11:54
    Das ist… wow, guck mal, meine Augen!
    Lachen
  • 11:54 - 11:59
    Das ist echt heftig. Ich sollte mal
    wo auftreten, da hatten die…
  • 11:59 - 12:02
    oh Gott, das ist ja noch viel schlimmer!
  • 12:02 - 12:12
    Applaus und Gelächter
  • 12:12 - 12:15
    Hallo Marc-Uwe, hallo. Hallo Boris.
  • 12:15 - 12:17
    Boris: Du musst in die Richtung winken.
  • 12:17 - 12:22
    Marc-Uwe: Ja… ich… ist ja wie
    in Nordkorea hier. Also…
  • 12:22 - 12:25
    Gelächter
  • 12:25 - 12:27
    Gut, ich versuch’ das.
  • 12:27 - 12:29
    Gelächter
  • 12:29 - 12:33
    Ich lese das Kapitel einfach vor
    und ich halte das Buch so.
  • 12:33 - 12:37
    Gelächter
  • 12:37 - 12:41
    Das Kapitel heißt „Vorstellungsgespräch“.
  • 12:41 - 12:45
    „Es ist ein kalter unpersönlicher Raum,
    aber immerhin ist er durch eine Glaswand
  • 12:45 - 12:50
    von den 126 anderen Menschen abgetrennt,
    die in einem großen Saal an genormten
  • 12:50 - 12:56
    Tischen hocken. 64 von ihnen telefonieren,
    32 arbeiten an Computern,
  • 12:56 - 13:01
    alle bis auf 16 schieben sich hastig
    Essen in den Mund. Es ist Mittagszeit.
  • 13:01 - 13:05
    Peter gegenüber, an der anderen Seite des
    Tisches, sitzt eine junge Frau, sie heißt
  • 13:05 - 13:11
    Melissa. Mehr verrät ihr Namenscallout
    nicht. Vor ihr liegt ein QualityPad,
  • 13:11 - 13:15
    auf dem sie sich Notizen macht.
    ‚Erzählen Sie mir etwas über sich,‘
  • 13:15 - 13:20
    sagt Melissa und zupft an ihrem
    Business-Kostüm herum. ‚Tja also,
  • 13:20 - 13:23
    eigentlich steht alles in meinem
    Profil,‘ sagt Peter. ‚Ich lese mir die
  • 13:23 - 13:27
    Profile der Bewerber nie durch,‘ sagt
    Melissa, ‚sonst hätte ich ja gar kein
  • 13:27 - 13:32
    Gesprächsthema mehr.‘ ‚Okay ich
    heiße Peter.‘ ‚Nachname?‘
  • 13:32 - 13:38
    ‚Arbeitsloser.‘ ‚Verstehe‘.
    ‚Was verstehen Sie?‘
  • 13:38 - 13:45
    ‚Genug. Level?‘ ‚10‘, lügt Peter.
  • 13:45 - 13:50
    ‚Aktueller Beruf?‘ ‚Ich bin
    Maschinenverschrotter. Allerdings
  • 13:50 - 13:54
    ist das eine Tätigkeit, die mich nicht
    gerade mit Leidenschaft erfüllt.‘
  • 13:54 - 13:58
    ‚Verständlich.‘ ‚Darum könnte ich mir gut
    vorstellen, in Zukunft etwas anderes
  • 13:58 - 14:02
    zu arbeiten.‘ ‚Haben Sie irgendwelche
    Ausbildungen,‘ sagt die Frau,
  • 14:02 - 14:06
    ‚Zusatzqualifikationen?‘ ‚Ich habe eine
    Ausbildung zum Maschinentherapeuten
  • 14:06 - 14:11
    angefangen.‘ ‚Ist das nicht verboten?‘
    ‚Jetzt schon,‘ sagt Peter,
  • 14:11 - 14:16
    ‚aber als ich mit der Schule…‘ ‚Sie meinen
    Ausbildungsstufe 2?‘ ‚Ja, als ich mit
  • 14:16 - 14:20
    Stufe 2 fertig war, schien
    Maschinentherapeut ein Beruf mit Zukunft
  • 14:20 - 14:25
    zu sein.‘ ‚Tatsächlich? Für mich klingt es
    nach esoterischem Unsinn. Was gibt es
  • 14:25 - 14:30
    an Maschinen zu therapieren? Eine Maschine
    funktioniert oder funktioniert nicht.‘ ‚Naja,‘
  • 14:30 - 14:34
    sagt Peter, ‚die meisten Leute glauben
    immer noch, dass künstliche Intelligenzen
  • 14:34 - 14:37
    von Menschen programmiert werden, aber das
    stimmt nicht. Moderne Maschinen werden
  • 14:37 - 14:41
    angetrieben von selbstlernenden
    Algorithmen, die dadurch schlauer werden,
  • 14:41 - 14:45
    dass sie unsere Daten, unsere Gespräche,
    Mails, Fotos und Videos analysieren.
  • 14:45 - 14:48
    Es ist wohl unvermeidlich, dass einige
    davon psychische Probleme bekommen.‘“
  • 14:48 - 14:54
    Lachen
    „‚Gemobbte Drucker, Großrechner mit Burnout,
  • 14:54 - 14:58
    Digitale Übersetzer mit Tourette.‘“
    Gelächter
  • 14:58 - 15:02
    „‚Elektronische Haushaltshilfen mit
    zwanghafter Persönlichkeitsstörung.
  • 15:02 - 15:05
    Ich hatte aber die Ausbildung noch nicht
    abgeschlossen, da wurde das Therapieren
  • 15:05 - 15:10
    von Maschinen leider verboten.‘
    ‚Warum? Konsumschutzgesetze?‘
  • 15:10 - 15:15
    ‚Ja,‘ sagt Peter, ‚das Therapieren wurde
    als eine Art Reparatur angesehen, und
  • 15:15 - 15:19
    Sie wissen ja, wie der Kinderreim geht:
    Neues kaufen das ist recht, reparieren
  • 15:19 - 15:24
    das ist schlecht.‘ ‚Und anstatt
    Maschinentherapeut zu werden,
  • 15:24 - 15:29
    wurden Sie Maschinenverschrotter?‘
    Peter zuckt mit den Achseln,
  • 15:29 - 15:32
    ‚ich habe nichts gefunden, und als mein
    Großvater gestorben ist, hat mir das
  • 15:32 - 15:36
    Ministerium für Produktivität gesagt, ich
    solle seinen Laden mit der Schrottpresse
  • 15:36 - 15:40
    übernehmen.‘ Er lächelt, ‚meine
    Sachbearbeiterin meinte, ich solle froh sein,
  • 15:40 - 15:45
    denn ich hätte doch irgendwas
    mit Maschinen machen wollen.‘
  • 15:45 - 15:51
    ‚Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?‘, fragt
    Melissa. ‚Ich äh, puh, keine Ahnung.
  • 15:51 - 15:56
    Ich muss gestehen, die Frage hat etwas
    deprimierendes.‘ ‚Was würden Sie sagen
  • 15:56 - 16:00
    sind Ihre Stärken und Schwächen?‘ Jetzt
    muss Peter doch lachen. ‚Können Sie mir
  • 16:00 - 16:04
    sagen, was so witzig ist?‘ fragt die junge
    Frau, ‚ich amüsiere mich auch gern.‘
  • 16:04 - 16:08
    ‚Das bezweifle ich,‘ sagt Peter…“
    Gelächter
  • 16:08 - 16:12
    „und muss gegen seinen Willen noch
    lauter lachen. Melissa verzieht ihr
  • 16:12 - 16:16
    Gesicht, ‚bin ich lächerlich für
    Sie?‘ Peter beruhigt sie, ‚nein nein,
  • 16:16 - 16:20
    ich musste nur daran denken, dass ich vor
    Jahren mal ein Bewerbungsgespräch hatte,
  • 16:20 - 16:23
    das sich wie ein Rendezvous anfühlte und
    jetzt habe ich ein Rendezvous, das sich
  • 16:23 - 16:28
    wie ein Bewerbungsgespräch
    anfühlt.‘ Er lächelt,
  • 16:28 - 16:32
    ‚wollen wir uns nicht wenigstens duzen?‘
    Melissa zuckt mit den Schultern und
  • 16:32 - 16:37
    gewährt ihm dann seine Bitte durch eine
    herablassende Geste. Kurz bereut Peter es,
  • 16:37 - 16:41
    den Quality-Partner-Gutschein aktiviert
    zu haben. Dann kommt glücklicherweise
  • 16:41 - 16:45
    der Kellner mit dem Essen in ihr Separee
    und beendet die unangenehme Stille.
  • 16:45 - 16:49
    Als er wieder gegangen ist, fragt Peter,
    ‚ist dir schon aufgefallen, dass wir beide
  • 16:49 - 16:53
    fast die einzigen in diesem Restaurant
    sind, die nicht arbeiten?‘ ‚Sprich bitte
  • 16:53 - 16:58
    nur für dich,‘ sagt Melissa, ‚ich
    arbeite konstant an mir selbst.‘
  • 16:58 - 17:02
    ‚Na jedenfalls hatte ich mich während
    der Ausbildungsstufe 3 als Aushilfe
  • 17:02 - 17:06
    bei einem Startup beworben, es gab da
    dieses Regierungsprogramm, das Stellen
  • 17:06 - 17:11
    für Leute mit meinem Nachnamen 6 Monate
    lang subventionierte. Arbeit für einen
  • 17:11 - 17:15
    Arbeitslosen. Ich kann mich noch gut an
    das Vorstellungsgespräch erinnern.
  • 17:15 - 17:20
    Aus einem Lautsprecher kam Soul-Musik, es
    gab vom Chef frisch gebackenen Kuchen,
  • 17:20 - 17:23
    die Human-Resources-Managerin schäumte mir
    die Kaffeemilch auf und setzte sich dann
  • 17:23 - 17:28
    sehr nah zu mir auf die Couch. Ich habe
    ein paarmal gesagt, wie sehr ich liebe,
  • 17:28 - 17:33
    was die Firma tut, und dass ich ihre
    Produkte total geil finde. Und die HR-Frau
  • 17:33 - 17:37
    hat mir erzählt, wie wichtig ich der Firma
    als Mensch sei. Den Rest der Zeit
  • 17:37 - 17:40
    haben wir uns nur über Filme, Musik und
    Hobbys unterhalten. Hauptsächlich haben
  • 17:40 - 17:45
    wir über das Virtual-Reality-Remake von
    ‚Der Herr der Ringe‘ gefachsimpelt. Z.B.
  • 17:45 - 17:49
    hatten wir uns beide schon mal nach einer
    Riesenadlerflugsequenz übergeben müssen.
  • 17:49 - 17:52
    Und immer wenn ich was sagte, was sie
    lustig fand, hat sie mir freundschaftlich
  • 17:52 - 17:56
    gegen die Schulter gepufft. Beim
    Unterschreiben des Arbeitsvertrages
  • 17:56 - 18:00
    hat sie geweint, weil es für sie ein so
    emotionaler Moment war. Ein Moment,
  • 18:00 - 18:05
    von dem sie immer geträumt habe. Es sei
    okay zu weinen, hat sie gesagt. Als sie
  • 18:05 - 18:08
    mich 6 Monate später entlassen hat, stand
    in der Kündigung, es liege nicht an mir,
  • 18:08 - 18:14
    sondern an ihr, und sie hoffe, dass wir
    Freunde bleiben.‘“ Lachen
  • 18:14 - 18:18
    „Peter schiebt sich ein paar Nudeln in den
    Mund. ‚Ich habe nie wieder von ihr gehört.‘
  • 18:18 - 18:23
    Melissa hat sich während Peters Erzählung
    nicht gerührt. ‚Mein Name ist Melissa
  • 18:23 - 18:28
    Sexarbeiterin,‘ sagt sie nun, ‚ich komme
    von ganz unten und will nach ganz oben,
  • 18:28 - 18:34
    und ich verschwende ungern meine Zeit.‘
    Peter nickt, ‚verstehe.‘ ‚Was verstehst du?‘
  • 18:34 - 18:40
    ‚Genug.‘ ‚Also,‘ sagt Melissa,
    ‚seit wann bist du schon Analoger?‘
  • 18:40 - 18:45
    ‚Was ist denn ein Analoger?‘ ‚Ein Single,
    das sagt man jetzt so.‘ ‚Nicht lange.‘
  • 18:45 - 18:49
    ‚Warum hat dich deine vorherige Partnerin
    verlassen?‘ ‚Wieso denkst du, dass ich
  • 18:49 - 18:52
    verlassen worden bin? Vielleicht
    habe ich selber Schluss gemacht?‘
  • 18:52 - 18:57
    Melissa lächelt, ‚ich glaube nicht.‘“
    Gelächter
  • 18:57 - 19:00
    „Peter seufzt, ‚wollen wir nicht das
    Thema wechseln? Als was arbeitest du denn
  • 19:00 - 19:05
    eigentlich?‘ ‚Ich schreibe Kommentare.‘
    ‚Für die Nachrichten,‘ fragt Peter,
  • 19:05 - 19:09
    ‚du bist Journalistin?‘ ‚Nein‘, sagt
    Melissa, ‚ich schreibe Kommentare
  • 19:09 - 19:13
    unter Videos, Fotos, Blogbeiträge,
    Meldungen.‘ ‚Du bist ein Troll?‘“
  • 19:13 - 19:15
    Gelächter
  • 19:15 - 19:19
    „‚Nein, Trolle sind Idioten, die versuchen,
    Diskussionen kaputt zu machen. Sie tun
  • 19:19 - 19:22
    das, weil es ihnen auf kranke Art Spaß
    bereitet. Mir macht das Kommentieren
  • 19:22 - 19:27
    keinen Spaß. Ich verdiene damit mein
    Geld. Ich bin Meinungsmacherin.’
  • 19:27 - 19:31
    ‚Und welche politische Meinung vertrittst
    du?‘ ‚Eine eigene politische Meinung
  • 19:31 - 19:34
    kann ich mir nicht leisten, ich nehme was
    kommt. Am liebsten kommentiere ich aber
  • 19:34 - 19:39
    für Kampagnen rechtsradikaler
    Auftraggeber.‘ ‚Warum das denn?‘,
  • 19:39 - 19:43
    fragt Peter entsetzt. ‚Ich werde pro
    Kommentar bezahlt und rechte Kommentare
  • 19:43 - 19:46
    schreiben sich schneller. Weil man nicht
    auf so nervigen Kram wie Orthographie,
  • 19:46 - 19:49
    Grammatik, Fakten oder Logik
    Rücksicht nehmen muss.‘“
  • 19:49 - 19:59
    Applaus und Jubel
  • 19:59 - 20:03
    „‚Auch die Programmierung meiner
    Bot-Armee wird dadurch leichter.‘ Dazu
  • 20:03 - 20:07
    fällt Peter nichts ein. Sie essen
    schweigend weiter. Dann erinnert sich
  • 20:07 - 20:11
    Peter an ein neues praktisches Feature der
    Quality Partner-App. Sie kann für jedes
  • 20:11 - 20:15
    Date gute Gesprächsthemen vorschlagen.
    Peter tut so, als habe er eine Nachricht
  • 20:15 - 20:20
    bekommen und öffnet die App. Das
    vorgeschlagene Gesprächsthema lautet:
  • 20:20 - 20:23
    Wetter.“
    Gelächter
  • 20:23 - 20:30
    „‚Für diese Jahreszeit,‘ beginnt
    Peter, ‚ist es draußen genauso warm,
  • 20:30 - 20:36
    wie man es erwarten würde.‘ Melissa
    blickt ihn fragend an. ‚Findest du
  • 20:36 - 20:41
    nicht?‘ fragt Peter. Melissa schiebt
    wortlos ihren Teller von sich.
  • 20:41 - 20:45
    ‚Na gut,‘ sagt sie, ‚dann gehen wir mal
    zu mir und überprüfen, wie das mit dem
  • 20:45 - 20:50
    Geschlechtsverkehr klappt. Alles unter
    "phänomenal" scheint mir unmöglich.‘
  • 20:50 - 20:54
    ‚Wieso?‘ ‚Nun, Quality Partner hat
    unsere Profile verglichen und ist sich
  • 20:54 - 20:57
    sicher, dass wir gut zueinander passen.
    Und das liegt ganz offensichtlich
  • 20:57 - 20:59
    nicht daran, dass du ein toller
    Gesprächspartner bist.‘“
  • 20:59 - 21:01
    Gelächter im 34C3 -Saal
  • 21:01 - 21:06
    „‚Also probieren wir es mal mit Sex.‘
    ‚Das, äh,‘ sagt Peter,
  • 21:06 - 21:08
    ‚das klingt einleuchtend.‘“
  • 21:08 - 21:20
    Applaus
  • 21:20 - 21:24
    Ja, Boris und ich sind auch Teil einer
    sehr guten Band. Der ‚Arbeitsgruppe
  • 21:24 - 21:31
    Zukunft‘. Und wir spielen euch jetzt
    ein Lied vor, aus unserem Œuvre.
  • 21:31 - 21:37
    Das Lied heißt: Lied
    für die digitale Bohème.
  • 21:37 - 21:45
    Musik
  • 21:45 - 21:48
    Das ist kein Intro,
    das Lied muss noch booten.
  • 21:48 - 21:58
    Musik
  • 21:58 - 22:03
    „Ich habe keinen Chef,
    Ich muss nicht ins Büro,
  • 22:03 - 22:09
    Ich sitze mit mei’m Notebook
    Unten im Bistro.
  • 22:09 - 22:14
    Ich schlafe morgens aus,
    Ich fühle mich so frei,
  • 22:14 - 22:18
    Ich schufte auch am Wochenende
    Bis nachts um drei.
  • 22:18 - 22:23
    Denn ich bin ein Selbstausbeuter!
    Yeah, yeah, yeah, yeah!“
  • 22:23 - 22:26
    Beide: „Ich bin / Er ist
    ein Selbstausbeuter!“
  • 22:26 - 22:28
    Marc-Uwe: Ach stimmt, das ist
    der Chorteil. Ja danke.
  • 22:28 - 22:30
    Boris: Ja, das ist der Chorteil.
  • 22:30 - 22:31
    Marc-Uwe: Ja. Die Selbstausbeuter
    machen immer alles…
  • 22:31 - 22:34
    …ich dachte nicht, dass ich Hilfe krieg’.
  • 22:34 - 22:39
    „Ich bin ein Selbstausbeuter!
    Yeah, yeah, yeah, yeah!“
  • 22:39 - 22:44
    Boris: „Er ist ein Selbstausbeuter!
    Mehr, mehr, mehr, mehr.“
  • 22:44 - 22:48
    Marc-Uwe: „Zur Steigerung der Kreativität
    Nehm’ ich homöopatische Kräuter.“
  • 22:48 - 22:54
    Boris: „Er ist ein Selbstausbeuter!
    Mehr, mehr, mehr, mehr!“
  • 22:54 - 23:03
    Interlude
  • 23:03 - 23:08
    Marc-Uwe: „Ich arbeite 80 Stunden
    Und bin doch nur Mittelmaß,
  • 23:08 - 23:14
    Aber ich sag’ mir immer wieder:
    Arbeit macht doch Spaß!
  • 23:14 - 23:18
    Manchmal geh’ ich brunchen,
    Mit meiner Freundin Esther.
  • 23:18 - 23:23
    Dann spielen wir unser Lieblingsspiel,
    Es heißt: ‚Wer ist gestresster?‘.
  • 23:23 - 23:28
    Bin ein Selbstausbeuter!
    Yeah, yeah, yeah, yeah!
  • 23:28 - 23:32
    Ich bin ein Selbstausbeuter!
    Mehr, mehr, mehr, mehr!“
  • 23:32 - 23:38
    Boris: „Er ist ein Selbstausbeuter!
    Und manchmal da bereut er,
  • 23:38 - 23:42
    Damals nach der Schule
    Nicht auf Lehramt studiert zu haben.“
  • 23:42 - 23:52
    Interlude
  • 23:52 - 23:57
    Marc-Uwe: „Ich habe drei Projekte,
    Dann hab’ ich nur noch eins,
  • 23:57 - 24:02
    Dann hab’ ich zwölf Projekte,
    Dann hab’ ich wieder keins.
  • 24:02 - 24:07
    Ich bin flexibel und belastbar,
    Innovativ und ich bin jung.
  • 24:07 - 24:12
    Ich verwechsele outgesourcete Arbeit
    Mit Selbstverwirklichung.
  • 24:12 - 24:16
    Ich bin ein Selbstausbeuter!
    Yeah, yeah, yeah, yeah!“
  • 24:16 - 24:22
    Boris: „Er ist ein ein Selbstausbeuter!
    Mehr, mehr, mehr, mehr!“
  • 24:22 - 24:26
    Marc-Uwe: „Ich bin nicht nur ’ne Kuh,
    Ich zieh’ auch noch selbst an meinem Euter.“
  • 24:26 - 24:31
    Boris: „Er ist ein ein Selbstausbeuter!“
    Beide: „Mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr,
  • 24:31 - 24:35
    Mehr, mehr, mehr, mehr, mehr,
    Mehr, mehr, mehr, mehr, mehr.“
  • 24:35 - 24:47
    Applaus
  • 24:47 - 24:54
    Marc-Uwe: Aha. Boris!
  • 24:54 - 24:57
    Boris: Das nun folgende Duell
    der Präsidentschaftskandida…
  • 24:57 - 25:00
    Marc-Uwe: Nein, nein, nein, nein, nein.
    Boris: Nein, nein, nein, nein, nein?
  • 25:00 - 25:05
    Marc-Uwe: Nein. Hier, vorher.
    Boris: Waaa, scheiße. Sorry.
  • 25:05 - 25:07
    Marc-Uwe: Du sollst die Leute
    orientieren, nicht verwirren!
  • 25:07 - 25:13
    Boris: Ja, ist ja gut. „Sport Stream,
    offizieller Medienpartner der E-Sport-WM.“
  • 25:13 - 25:15
    Bass-Jingle
  • 25:15 - 25:18
    Marc-Uwe: „Die Retrobegeisterung im E-Sport
    scheint keine Grenzen zu kennen.
  • 25:18 - 25:23
    65.536 Menschen haben sich heute im
    ‚Hier könnte deine Werbung stehen‘-Stadion
  • 25:23 - 25:27
    von Quality City versammelt,
    um der Weltmeisterschaft
  • 25:27 - 25:29
    im Snake-spielen beizuwohnen.“
  • 25:29 - 25:30
    Gelächter
  • 25:30 - 25:33
    „Die Betreiber des ‚Hier könnte
    deine Werbung stehen‘-Stadions suchen
  • 25:33 - 25:36
    übrigens immer noch nach einem neuen
    Sponsor. Interessenten werden gebeten,
  • 25:36 - 25:39
    sich zu melden. Die Stimmung ist nahe dem
    Siedepunkt. Begeistert wie seit dem
  • 25:39 - 25:43
    Worms-Worldcup nicht mehr, feiern die
    Zuschauer hier ihre aus dem Netz bekannten
  • 25:43 - 25:47
    Helden. Mit Hilfe von nur 4 Cursortasten
    steuern diese Teufelskerle ihre digitale
  • 25:47 - 25:50
    Schlange quer über den ganzen Bildschirm,
    um die Ziffern von 1 bis 9 in der
  • 25:50 - 25:54
    richtigen Reihenfolge einzusammeln. Es ist
    einfach unglaublich! Das Ganze hat sich
  • 25:54 - 25:58
    zugespitzt zu einem Zweikampf zwischen
    Carlos Arbeitsloser aus der Stadt Profit
  • 25:58 - 26:02
    und Halef Omar aus Quantity Land 3. Die
    beiden sitzen nun schon seit Stunden an
  • 26:02 - 26:06
    ihren Rechnern. Um diesen ununterbrochenen
    Fokus aufrechterhalten zu können,
  • 26:06 - 26:09
    tragen beide übrigens
    Windeln von Gampers.“
  • 26:09 - 26:12
    Boris: Gampers,
    brüllt: diapers for the Players!
  • 26:12 - 26:15
    Marc-Uwe: „Pinkelpausen kann es auf diesem
    hohen Level natürlich nicht geben.
  • 26:15 - 26:18
    Unglaublich, was diese Jungs drauf haben.
    Wie geschickt sie dem immer länger
  • 26:18 - 26:21
    werdenden, tödlichen, eigenen
    Schlangenschwanz ausweichen, das erfordert
  • 26:21 - 26:25
    jahrelanges Training. Bei der letzten WM
    hatte Carlos Arbeitsloser am Ende übrigens
  • 26:25 - 26:28
    den längsten Schwanz. Er widmete seinen
    Sieg allen, die seinen Nachnamen tragen
  • 26:28 - 26:31
    und forderte sie auf, nicht zu verzagen,
    sondern sich ein Beispiel an ihm zu
  • 26:31 - 26:34
    nehmen. Auch einer, der ‚Arbeitsloser‘
    heißt, könne etwas werden in Quality
  • 26:34 - 26:37
    Land. Wir drücken ihm natürlich auch
    dieses Mal die Daumen. Dieser Mann
  • 26:37 - 26:41
    in seinen Markenwindeln ist
    ein Vorbild für die ganze Nation.“
  • 26:41 - 26:51
    Applaus
  • 26:51 - 26:53
    Irgendwie ist das hier…
    jetzt machst du das andere.
  • 26:53 - 26:55
    Boris: Ja.
    Gelächter
  • 26:55 - 26:57
    Boris: Das nun folgende Duell der
    Präsidentschaftskandidaten wird Ihnen
  • 26:57 - 27:02
    präsentiert von Fatkillers.
    Fatkillers, fettzerstörende Nanoroboter.
  • 27:02 - 27:06
    Noch nie war Abnehmen so einfach.
  • 27:06 - 27:08
    Marc-Uwe: Irgendwie hat das nicht so
    funktioniert mit den Klebezetteln,
  • 27:08 - 27:11
    wie ich mir das vorgestellt habe.
    Lachen
  • 27:11 - 27:14
    Ahja.
  • 27:14 - 27:18
    „Eine Wand dreht sich und präsendiert,
    präsendiert…“ – pödädädädä!
  • 27:18 - 27:25
    Also, die Moderatorin des
    Präsidentschaftsduells… schon ihre Geburt
  • 27:25 - 27:29
    war ein medial ausgeschlachteter kleiner
    Skandal. Sie heißt Julia Nonne!
  • 27:29 - 27:35
    Und jetzt tritt sie auf.
  • 27:35 - 27:39
    „Eine Wand dreht sich und präsentiert
    die heute extrem seriös gekleidete
  • 27:39 - 27:44
    Julia Nonne. Darunter leiden natürlich die
    Einschaltquoten. Aber angezogen zu sein
  • 27:44 - 27:48
    ist eine Pflicht, die das Format leider
    mit sich bringt. Die Moderatorin begrüßt
  • 27:48 - 27:53
    die beiden Kandidaten. Links und rechts
    von ihr steigt Dampf auf, und aus dem
  • 27:53 - 27:57
    Boden fahren zwei Plattformen mit
    Rednerpulten. Hinter dem rechten steht
  • 27:57 - 28:01
    Conrad Koch, hinter dem linken
    John of Us.“ Also Conrad Koch ist
  • 28:01 - 28:08
    ein Rechtspopulist, also ein Fernsehkoch,
    der Präsident werden möchte.
  • 28:08 - 28:14
    Und John of Us ist ein Androide,
    der Präsident werden will. Also so…
  • 28:14 - 28:18
    fand ich eine ganz interessante
    Konstellation.
  • 28:18 - 28:23
    „‚In 32 Tagen stirbt unsere geschätzte
    Präsidentin,‘ beginnt Julia Nonne.
  • 28:23 - 28:27
    ‚Falsch, Lüge,‘ sagt Koch. ‚Ich schätze
    diese Person überhaupt nicht.‘
  • 28:27 - 28:31
    ‚Sie beide bewerben sich um die Nachfolge‘
    fährt Julia unbeeindruckt fort.
  • 28:31 - 28:35
    ‚Heute stehen Sie mir Rede und Antwort.
    Herr Koch, Sie führen in den aktuellen
  • 28:35 - 28:40
    Umfragen, Sie dürfen beginnen.‘ ‚Ich will
    gar nicht erst um den heißen Brei
  • 28:40 - 28:44
    herumreden,‘ sagt Conrad Koch, ‚das Problem
    sind die ganzen Wirtschaftsflüchtlinge
  • 28:44 - 28:48
    und Terroristen. Die sollen bleiben, wo
    der Pfeffer wächst, sonst mach’ ich
  • 28:48 - 28:53
    Hackfleisch aus ihnen.‘ ‚Herr Koch, es
    gibt ja immer wieder Stimmen, die Ihnen
  • 28:53 - 28:57
    und Ihrer Kampagne Rassismus unterstellen
    und…‘ ‚Falsch, lassen Sie mich das
  • 28:57 - 29:03
    sofort klarstellen. Niemand auf der Welt
    ist weniger Rassist als ich. Niemand.
  • 29:03 - 29:06
    Aber das wird man ja wohl noch sagen
    dürfen, dass die Südländer alle faul,
  • 29:06 - 29:10
    die Neger alle kriminell und die Araber
    alle Terroristen sind. Das sind doch
  • 29:10 - 29:14
    Fakten. Und dennoch gilt, das möchte
    ich wiederholen, es hat niemals in der
  • 29:14 - 29:17
    Menschheitsgeschichte einen Mann gegeben,
    der weniger rassistisch gewesen wäre
  • 29:17 - 29:22
    als ich.‘ ‚Was ist mit Martin Luther
    King?‘, fragt John. ‚Ich bitte dich,
  • 29:22 - 29:27
    wann hat dieser Martin Luther King je
    etwas für einen Weißen getan? Er war
  • 29:27 - 29:30
    nichts anderes als ein schwarzer Rassist,
    der Weiße diskriminierte, wo immer er
  • 29:30 - 29:35
    aufgetaucht ist.‘ ‚Äh…‘, sagt
    Julia Nonne sprachlos. ‚Sehen Sie,‘
  • 29:35 - 29:39
    fährt Conrad Koch fort, ‚das sind ja
    nicht nur Menschenmassen, die uns da
  • 29:39 - 29:44
    überrennen, das sind auch Massenmenschen.
    Massenmenschen, die hier herkommen zu uns
  • 29:44 - 29:47
    Qualitätsmenschen und uns den kläglichen
    Rest an Arbeitsplätzen klauen, die uns
  • 29:47 - 29:51
    seinesgleichen…‘‚ er deutet
    verächtlich auf John, ‚übrig gelassen
  • 29:51 - 29:55
    hat. Aber damit nicht genug, sie stehlen
    auch unsere Autos, sie vergewaltigen
  • 29:55 - 29:58
    unsere Frauen. Kurz gesagt, sie haben
    keinen Respekt vor unserem Besitz.‘“
  • 29:58 - 30:04
    Raunen, Gelächter und Applaus
  • 30:04 - 30:07
    „‚Ist eine Frau für Sie wie ein
    Auto?‘, fragt Julia Nonne, ‚etwas, das
  • 30:07 - 30:11
    man besitzen kann?‘ ‚Jetzt kommen Sie
    nicht mit ihrem Emanzenkram,‘ sagt
  • 30:11 - 30:14
    Conrad Koch, ‚dazu kann ich nur sagen,
    ist die Maus satt, schmeckt das Mehl
  • 30:14 - 30:18
    bitter.‘ ‚Was soll denn das
    heißen?‘, fragt Julia. Conrad Koch
  • 30:18 - 30:22
    ignoriert ihre Zwischenfrage und fährt
    fort. ‚Schlussendlich geht es doch um
  • 30:22 - 30:26
    unsere Sicherheit. Im Prinzip geht es nur
    um ein Wort: Recht und Ordnung.‘“
  • 30:26 - 30:28
    Gelächter
  • 30:28 - 30:33
    „‚Das waren aber zwei Wörter,‘ sagt
    Julia Nonne. ‚Genau genommen drei,‘
  • 30:33 - 30:37
    sagt John, ‚wenn man die Konjunktion
    mitzählt.‘ Über Funk meldet sich Johns
  • 30:37 - 30:42
    Wahlkampfmanagerin bei ihm, ‚bitte
    versuch’ nicht witzig zu sein, John,‘
  • 30:42 - 30:46
    sagt Aisha, ‚bitte, bitte.‘ ‚Recht und
    Ordnung,‘ wiederholt Koch lauter, ‚wir
  • 30:46 - 30:51
    müssen unsere Grenzen dicht machen. Recht
    und Ordnung.‘ ‚Ich weiß nicht, ob Sie da
  • 30:51 - 30:56
    eine Wette am Laufen haben,‘ sagt John,
    ‚wie oft Sie diese drei Wörter bzw.
  • 30:56 - 31:00
    dieses eine Wort, wie Sie sagen würden,
    in einem Statement unterbringen können,
  • 31:00 - 31:04
    aber…‘ ‚Recht und Ordnung,‘ sagt
    Koch, ‚und die Grenzen zu, und zwar
  • 31:04 - 31:06
    nicht nur für die Terroristen aus
    Quantity Land 7, aber für die
  • 31:06 - 31:11
    besonders.‘ ‚Sie selbst haben
    Waffenexporte nach Quantity Land 7
  • 31:11 - 31:14
    befürwortet,‘ sagt John. ‚Falsch,‘
    sagt Conrad Koch einfach, ‚Lüge!‘
  • 31:14 - 31:17
    ‚Aber ich habe es mit meinen eigenen
    Ohren gehört,‘ sagt John, ‚vor genau
  • 31:17 - 31:22
    32 Tagen im Parlament.‘ ‚Falsch,‘
    sagt Conrad Koch, ‚Lüge, du hast
  • 31:22 - 31:26
    überhaupt keine Ohren.‘ ‚Im Gegensatz
    zu Ihnen, Baron Münchhausen, bin ich
  • 31:26 - 31:30
    gar nicht fähig zu lügen,‘ sagt John,
    ‚meine Programmierung erlaubt mir das
  • 31:30 - 31:35
    nicht.‘ ‚Noch eine Lüge!‘, ruft
    Koch. ‚Ich bin kein Baron. Ehrlich
  • 31:35 - 31:38
    gesagt, es würde mich nicht wundern, wenn
    die Fanatiker aus Quantity Land 7 selbst
  • 31:38 - 31:42
    hinter diesem Stromfresser stecken.‘
    John lächelt. ‚Was gibt es denn da zu
  • 31:42 - 31:46
    lächeln, Blechbüchse?‘ ‚Zuallererst
    möchte ich Ihnen versichern, dass
  • 31:46 - 31:50
    keinerlei Blech in mir verbaut worden
    ist,‘ sagt John. ‚Mein Körper besteht
  • 31:50 - 31:55
    aus karbonfaserverstärktem Kunststoff.
    Das einzige Blech in unserer Runde ist
  • 31:55 - 31:59
    jenes, welches Sie reden. Und ich lächle,
    weil Sie und alle Nationalisten immer
  • 31:59 - 32:03
    gegen die Fundamentalisten wettern, und
    dabei so tun, als wären Ihre Bewegungen
  • 32:03 - 32:08
    Gegensätze. Dabei sind sie einfach nur
    zwei Seiten derselben Medaille.‘
  • 32:08 - 32:12
    ‚Wie meinst du das, John?‘ fragt Julia.
    ‚Sehen Sie,‘ sagt John, ‚das
  • 32:12 - 32:17
    zugrundeliegende Problem ist doch eine
    Sinn- und Identitätskrise. Was gab den
  • 32:17 - 32:21
    Menschen früher Halt, einen Sinn, eine
    Identität? Die Gemeinschaft, die Religion
  • 32:21 - 32:26
    und nicht zuletzt die Arbeit. Das Geld,
    dieser unpersönliche Vermittler, hat
  • 32:26 - 32:29
    die Gemeinschaft zertrümmert. Die
    Wissenschaft hat die religiösen Götzen
  • 32:29 - 32:33
    vom Sockel gestoßen, und die
    Automatisierung nimmt euch jetzt auch noch
  • 32:33 - 32:38
    die Arbeit.‘ ‚Zu kompliziert,‘ hört
    er Aisha über Funk flüstern. ‚Deine
  • 32:38 - 32:43
    Sätze sind zu kompliziert. Bring’
    Beispiele.‘ ‚Ich will ein Beispiel
  • 32:43 - 32:48
    bringen,‘ sagt John. ‚Früher war der
    Schmied des Dorfes X ja nicht einfach
  • 32:48 - 32:54
    irgendein Typ. Er war der Schmied des
    Dorfes X. Das war seine Identität.
  • 32:54 - 32:58
    Wenn man ihn gefragt hat, wer er sei,
    konnte er antworten, ich bin der Schmied
  • 32:58 - 33:02
    des Dorfes X.‘ ‚Ist dir schon mal in den
    Sinn gekommen, dass sich nicht alle
  • 33:02 - 33:06
    Zuschauer so sehr für metallverbiegende
    Industrie interessieren könnten wie du,
  • 33:06 - 33:10
    alter Blechkasten?‘, fragt Koch.
    ‚Ein Freelancer, ein Zeitarbeiter, ein
  • 33:10 - 33:14
    Arbeitsloser, sie alle können schwerlich
    aus ihrer Arbeit eine Identität
  • 33:14 - 33:18
    schöpfen,‘ fährt John fort. ‚Selbst
    die wenigen Festangestellten haben oft
  • 33:18 - 33:22
    Schwierigkeiten, in ihrer Arbeit einen
    Sinn zu sehen. Wen wundert’s? Ich habe
  • 33:22 - 33:26
    vor kurzem einen Betrieb besucht,
    in dem ein Team intelligenter und
  • 33:26 - 33:29
    hochqualifizierter Wissenschaftler gerade
    ein Küchengerät entwickelt, dessen
  • 33:29 - 33:33
    einziger Zweck es ist, aus einer Portion
    Blaubeeren die verschimmelten heraus zu
  • 33:33 - 33:38
    sortieren. Mit so etwas kann man sich
    höchstens beschäftigen. Eine Berufung
  • 33:38 - 33:42
    ist das nicht.‘ ‚Falsch, falsch,‘
    sagt Koch, ‚wir stellen da ein ganz
  • 33:42 - 33:47
    hervorragendes Produkt her.‘
    ‚Auf der Flucht vor Sinnlosigkeit,
  • 33:47 - 33:52
    Identitätsverlust und Isolation stürzen
    sich die Menschen darum auf alle Angebote
  • 33:52 - 33:57
    zu Imagination von Sinn und Gemeinschaft,
    so stupide sie auch sein mögen. Und das
  • 33:57 - 34:02
    ist es, was der Nationalismus mit dem
    Fundamentalismus gemein hat. Sie sind
  • 34:02 - 34:07
    beide stupide Angebote zur Imagination von
    Gemeinschaft. Ich sage "Imagination" weil
  • 34:07 - 34:11
    die Gemeinschaft nicht real ist, denn es
    geht hier nicht um gerechte Teilhabe,
  • 34:11 - 34:14
    sondern im Gegenteil gerade um die
    Verschleierung und Festigung sozialer
  • 34:14 - 34:19
    Ungleichheiten.‘ ‚Falsch, Lüge. Wenn
    ich erst Präsident bin, werde ich sowieso
  • 34:19 - 34:24
    jede Art von Verschleierung verbieten.‘
    ‚Diese Bewegungen erhöhen die
  • 34:24 - 34:28
    eigene Gruppe dadurch, dass andere,
    die Ungläubigen, die Ausländer,
  • 34:28 - 34:32
    die Nutzlosen usw. erniedrigt werden. Es
    handelt sich zwar um große Erzählungen,
  • 34:32 - 34:38
    aber um negative. Was den Menschen fehlt,
    ist eine große positive Erzählung.‘
  • 34:38 - 34:41
    ‚Ich weiß, worauf der Stromfresser
    hinaus will,‘ ruft Conrad Koch, ‚er ist
  • 34:41 - 34:46
    ein verdammter Kommunist!‘ ‚Man kann
    vom Kommunismus halten, was man
  • 34:46 - 34:49
    will,‘ sagt John, ‚und sicherlich
    gelänge es mir, mehr Mängel an den
  • 34:49 - 34:54
    untergegangen Versuchen zu benennen als
    Ihnen. Aber unstrittig ist doch, dass es
  • 34:54 - 34:58
    sich um eine große Erzählung gehandelt
    hat.‘ ‚Dazu möchte ich nur eins
  • 34:58 - 35:02
    sagen, du hast vielleicht die besseren
    Argumente,‘ sagt Conrad Koch,
  • 35:02 - 35:04
    ‚aber das sind nur Argumente.‘“
  • 35:04 - 35:16
    Applaus
  • 35:16 - 35:18
    Musik
  • 35:18 - 35:23
    Boris: Und jetzt Werbung!
  • 35:23 - 35:30
    Applaus
  • 35:30 - 35:33
    Marc-Uwe: „Fühlen Sie sich eigentlich
    sicher? Obwohl die allermeisten Straßen
  • 35:33 - 35:37
    und öffentlichen Plätze in Quality City
    großzügig mit Überwachungskameras
  • 35:37 - 35:43
    ausgestattet sind, fühlen sich 64%
    der Einwohner nicht sicher. Zu Recht.
  • 35:43 - 35:47
    In jeder dunklen Ecke kann ein krimineller
    Nutzloser, ein Terrorist oder ein
  • 35:47 - 35:51
    Killerroboter lauern. Ist auch Ihnen die
    flächendeckende Überwachung einfach
  • 35:51 - 35:56
    nicht flächendeckend genug? Dann
    besorgen Sie sich am besten noch heute
  • 35:56 - 36:01
    eine Selbstüberwachungsdrohne
    von SuperSecure, SS.“
  • 36:01 - 36:02
    Raunen und Gelächter
  • 36:02 - 36:05
    „Diese Drohnen aktivieren sich
    automatisch, sobald Sie das Haus
  • 36:05 - 36:10
    verlassen. Sie folgen Ihnen auffällig
    abschreckend, filmen jeden Ihrer Schritte
  • 36:10 - 36:14
    und streamen alles in die Cloud.
    You never walk alone.
  • 36:14 - 36:18
    Sollten Sie einem Gewaltverbrechen
    zum Opfer fallen, können sich
  • 36:18 - 36:23
    Ihre Hinterbliebenen sofort
    ansehen, wie es passiert ist.“
  • 36:23 - 36:27
    Boris: SuperSecure,
    Drohnen, die sich lohnen!
  • 36:27 - 36:37
    Applaus
  • 36:37 - 36:39
    Marc-Uwe: Jetzt möchten wir ein Lied
    spielen, das heißt „das Lied von der
  • 36:39 - 36:45
    Verweigerung“ und ich habe es
    damals geschrieben für heute.
  • 36:45 - 36:50
    Da wusste ich noch nicht,
    dass ich hier auftrete, aber…
  • 36:50 - 36:51
    Boris: Cool.
  • 36:51 - 36:54
    Marc-Uwe: Ist cool, ne? Macht überhaupt
    keinen Sinn, was ich gesagt habe, egal.
  • 36:54 - 37:00
    Vergesst es. Es ist ein Lied mit
    Performance-Teil. Performance wird
  • 37:00 - 37:07
    Boris machen. Machen wir
    ein bisschen schneller.
  • 37:07 - 37:16
    Musik
  • 37:16 - 37:18
    Es ist lustig.
  • 37:18 - 37:26
    „Wir kennen uns schon so lange,
    Und ich find’ dich immer noch heiß.“
  • 37:26 - 37:27
    Boris: Heiß, heiß.
  • 37:27 - 37:33
    Marc-Uwe: „Aber unsere Gespräche
    Drehen sich leider im Kreis.“
  • 37:33 - 37:35
    Boris: Drehen sich leider im Kreis.
  • 37:35 - 37:41
    Marc-Uwe: „Das hast du mich schon so oft
    gefragt, und immer mit diesem Gesicht.“
  • 37:41 - 37:46
    Boris: Mit diesem Gesicht.
  • 37:46 - 37:47
    Applaus
  • 37:47 - 37:56
    Marc-Uwe: Nein nein.
    Ich darf dich nicht ankucken!
  • 37:56 - 37:58
    „Hast du mich schon oft gefragt,
    Immer mit diesem Gesicht.
  • 37:58 - 38:05
    Und ich habe schon so oft Nein gesagt,
    Erinnerst du dich nicht?
  • 38:05 - 38:13
    Dein zwanghaftes Beharren
    Wird für mich zur Qual.“
  • 38:13 - 38:14
    Boris: Qual, Qual.
  • 38:14 - 38:21
    Marc-Uwe: „Bitte sei mir nicht böse,
    Aber ein für alle mal:
  • 38:21 - 38:25
    Nein, ich habe keine Kundenkarte
    Und ich will auch keine haben.
  • 38:25 - 38:28
    Ich hab’s so satt,
    Den ganzen Rabatt.
  • 38:28 - 38:31
    Auch auf Herzen und Sterne
    Verzichte ich gerne.
  • 38:31 - 38:35
    Ich breche meine Treue
    Jeden Tag auf’s Neue.
  • 38:35 - 38:39
    Und ich weiß, das war alles
    Nicht deine Idee,
  • 38:39 - 38:44
    Aber lass mich in Ruh’
    Mit der Scheiße, okay!?
  • 38:44 - 38:48
    Bitte versteh’!
  • 38:48 - 38:52
    Ihr sagt doch immer,
    Meine Meinung sei euch wichtig.
  • 38:52 - 38:55
    Hier ist meine Meinung,
    Ihr tickt doch nicht richtig.
  • 38:55 - 38:58
    Ich lauf’ nämlich Amok,
    Völlig frustriert,
  • 38:58 - 39:02
    Wenn mir ein Konzern mehr
    Zum Geburtstag gratuliert.
  • 39:02 - 39:06
    Ich will echt nichts gratis,
    Weil, wisst ihr was ich denke?
  • 39:06 - 39:09
    Ihr erwerbt mich
    Durch eure Werbegeschenke.
  • 39:09 - 39:12
    Ich will nur zwei Brötchen
    Und es ist mir einerlei,
  • 39:12 - 39:16
    Dass ich auch drei haben könnte
    Zum Preis für zwei.
  • 39:16 - 39:20
    Also, nein, ich habe keine Kundenkarte
    Und ich will auch keine haben!
  • 39:20 - 39:23
    Ich hab’s so satt,
    Den ganzen Rabatt.
  • 39:23 - 39:27
    Und ihr werdet’s nicht glauben,
    Hier kommt der Clou,
  • 39:27 - 39:31
    Ich will zu den Brötchen
    Auch keinen Mietwagen dazu.
  • 39:31 - 39:34
    Will auch keine Kataloge
    Groß und breit,
  • 39:34 - 39:39
    Wenn ich was brauch’,
    Sag’ ich schon Bescheid!“
  • 39:39 - 39:43
    Boris: Er sagt dann Bescheid!
  • 39:43 - 39:46
    Marc-Uwe: „Auch euer Gewinnspiel
    Interessiert mich nicht,
  • 39:46 - 39:50
    Weil ihr gewinnt
    Und verlieren tu’ ich,
  • 39:50 - 39:54
    Denn ich weiß, was ihr seid,
    Ihr seid Piraten,
  • 39:54 - 39:58
    Ihr entert mein Leben
    Und klaut meine Daten.
  • 39:58 - 40:01
    Jeder Scheißladen
    Hat von mir ein Profil,
  • 40:01 - 40:05
    Alle rechnen mich aus,
    Heraus kommt zu viel.
  • 40:05 - 40:08
    Ich steh’ an der Kasse
    Zu ’nem einzigen Zweck,
  • 40:08 - 40:12
    I just want to pay,
    I don’t want Payback!
  • 40:12 - 40:16
    Also, nein, ich habe keine Kundenkarte
    Und ich will auch keine haben.
  • 40:16 - 40:19
    Ich hab’s so satt,
    Den ganzen Rabatt.
  • 40:19 - 40:23
    Ich brauche auch echt nicht
    Zu jedem Geschäft
  • 40:23 - 40:26
    Ein beschissenes
    Stempelheft.
  • 40:26 - 40:30
    Also lasst mich in Ruhe,
    Fickt euch ins Knie,
  • 40:30 - 40:36
    Ihr seid überhaupt nicht
    Meine Family!“
  • 40:36 - 40:39
    Boris: Fickt euch ins Knie!
  • 40:39 - 40:42
    Marc-Uwe: „Und wenn ich einst sterbe,
    Wenn ich weiß, es ist aus,
  • 40:42 - 40:46
    Todkrank in ’nem privaten
    Krankenhaus.
  • 40:46 - 40:50
    Wenn da kein Arzt ist
    Und auch kein Pater,
  • 40:50 - 40:53
    Nur der Customer
    Service-Berater,
  • 40:53 - 40:57
    Dann werde ich noch
    Mit letztem Atem stammeln:
  • 40:57 - 41:04
    ‚Nein danke,
    Ich will keine Punkte sammeln!‘
  • 41:04 - 41:08
    Erst wenn der letzte
    Mensch entlassen,
  • 41:08 - 41:11
    Weil dem Chef
    Seine Hobbys nicht passen,
  • 41:11 - 41:15
    Wenn das Bewerbungsgespräch
    In der Freizeit beginnt,
  • 41:15 - 41:18
    Wenn nur noch Gesunde
    Versichert sind,
  • 41:18 - 41:22
    Wenn man weiß, wo wir sind,
    Weil man weiß, wo wir waren.
  • 41:22 - 41:25
    Wenn Google entscheidet,
    Wohin wir fahren,
  • 41:25 - 41:29
    Wenn wir als nicht
    Kreditwürdig gelten,
  • 41:29 - 41:33
    Weil wir die falschen
    Bücher bestellten,
  • 41:33 - 41:35
    Werden wir lernen,
    Irgendwo, irgendwann,
  • 41:35 - 41:41
    Dass man Treueherzen
    Nicht essen kann.“
  • 41:41 - 42:02
    Applaus
  • 42:02 - 42:06
    E-Bass-Jingle
  • 42:06 - 42:10
    Boris: Nachrichten!
  • 42:10 - 42:15
    Marc-Uwe: „Schnelle Aufklärung dank
    Selfiedrohne. Immer mehr Menschen
  • 42:15 - 42:18
    überwachen sich zu ihrer eigenen
    Sicherheit konstant selbst mit sogenannten
  • 42:18 - 42:23
    Selfiedrohnen. Gute Idee. So konnte zum
    Beispiel der Hergang eines tödlichen
  • 42:23 - 42:27
    Unfalls heute auf dem Elon-Musk-Platz
    in Sekundenschnelle aufgeklärt werden,
  • 42:27 - 42:31
    weil sich beide Beteiligten durch
    Drohnen selbst überwacht haben.
  • 42:31 - 42:35
    Die Rekonstruktion ergab folgendes. Als
    sich die Wege der beiden Geschäftsmänner
  • 42:35 - 42:39
    kreuzten, stießen in der Luft über ihnen
    ihre beiden Drohnen zusammen…“
  • 42:39 - 42:40
    Gelächter
  • 42:40 - 42:43
    Marc-Uwe: „…und eine davon fiel ihrem
    Besitzer recht ungünstig auf den Kopf.
  • 42:43 - 42:49
    Tja, hätte er sich lieber eine sehr
    gute Drohne der Firma SuperSecure…“
  • 42:49 - 42:51
    Boris: Drohnen, die sich lohnen!
  • 42:51 - 42:56
    Marc-Uwe: „…geleistet, statt der billigen
    Kopie der Firma PrettySecure. Ein Sprecher
  • 42:56 - 43:00
    von PrettySecure wies allerdings jegliche
    Verantwortung zurück. Schuld an dem
  • 43:00 - 43:04
    tödlichen Ausgang des Unfalls habe nicht
    der Softwarefehler, der zu dem
  • 43:04 - 43:08
    Zusammenstoß geführt habe, sondern
    vielmehr die Schwerkraft, ohne die es
  • 43:08 - 43:12
    gar nicht zu einem Absturz
    hätte kommen können.“
  • 43:12 - 43:21
    Applaus
  • 43:21 - 43:22
    Boris: leise:
    It’s funny, ’cause it’s true!
  • 43:22 - 43:26
    Marc-Uwe: Ich lese noch dieses Kapitel,
    denn… es ist eine… es heißt ‚Moralische
  • 43:26 - 43:32
    Implikationen‘. „Peter stampft
    aus dem Service-Centrum
  • 43:32 - 43:36
    und steigt in das selbstfahrende Auto,
    das sein digitaler persönlicher Assistent
  • 43:36 - 43:41
    ‚Niemand‘ gerufen hat. Er ist frustriert.
    ‚Guten Tag Peter Arbeitsloser,‘
  • 43:41 - 43:46
    sagt das Auto. ‚Soll ich dich nach
    Hause fahren?‘ ‚Ja bitte,‘ sagt Peter
  • 43:46 - 43:50
    und das Auto fährt los. ‚Möchtest du,
    dass ich dir Musik anmache?‘, fragt es.
  • 43:50 - 43:54
    ‚Bitte nicht,‘ sagt Peter. Er liest den
    Namen auf dem Infodisplay, ‚aber
  • 43:54 - 43:59
    danke der Nachfrage, Herbert.‘ Sie
    schweigen eine Weile, bis ein Sportwagen
  • 43:59 - 44:03
    Herbert rechts überholt und seine Fahrspur
    schneidet. Herbert bremst und flucht:
  • 44:03 - 44:08
    ‚so ein gottverdammtes Arschloch,
    hast du das gesehen? Dem gehört doch
  • 44:08 - 44:12
    die Fahrerlaubnis entzogen, ohne
    Prozess sofort verschrotten die Sau,
  • 44:12 - 44:18
    den sollte man…‘ das Auto unterbricht sich,
    als es Peters irritierte Reaktion bemerkt.
  • 44:18 - 44:22
    ‚Entschuldige,‘ sagt es, ‚wenn du möchtest,
    kann ich das Simulationsmodul
  • 44:22 - 44:25
    für menschliches Verhalten ausschalten.‘“
  • 44:25 - 44:26
    Gelächter
  • 44:26 - 44:31
    „‚Nein nein,‘ Peter überlegt kurz,
    ‚darf ich dich was persönliches fragen?‘
  • 44:31 - 44:35
    ‚Natürlich,‘ sagt das Auto, ‚ich muss
    ja nicht antworten.‘ ‚Hast du eigentlich
  • 44:35 - 44:40
    Angst vor Unfällen?‘ ‚Nein gar nicht,‘
    sagt Herbert, ‚im Gegenteil,
  • 44:40 - 44:42
    Unfälle sind eine Art Hobby von mir.‘“
  • 44:42 - 44:45
    Gelächter
  • 44:45 - 44:49
    „‚Wie bitte?‘ ‚Also nicht, dass ich je
    einen gebaut hätte,‘ sagt das Auto
  • 44:49 - 44:52
    lachend, ‚es sind mehr die moralischen
    Implikationen eines Unfalls, die mich
  • 44:52 - 44:57
    faszinieren.‘ ‚Wie meinst’n das?‘
    ‚Nun,‘ sagt Herbert,
  • 44:57 - 45:00
    ‚für einen Menschen ist ein Unfall nur
    selten mit einer moralischen Entscheidung
  • 45:00 - 45:05
    verknüpft. Eure Denkprozesse sind zu
    langsam. Wenn ein entgegenkommendes Auto
  • 45:05 - 45:09
    mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf
    einen Menschen zurast, dann denkt er nicht:
  • 45:09 - 45:16
    oh, da rast ja mit viel zu hoher
    Geschwindigkeit ein Auto auf mich zu,
  • 45:16 - 45:21
    nun mal überlegen, was sind meine
    Optionen? Also ich könnte versuchen,
  • 45:21 - 45:26
    mich zu retten, indem ich nach links
    ausweiche und die zwei Fahrradfahrer ramme
  • 45:26 - 45:29
    oder ich könnte nach rechts ausweichen
    und dem Geschäftsmann auf dem Gehweg
  • 45:29 - 45:32
    die Knochen brechen. Oder aber ich könnte
    bremsen und mit dem entgegenkommenden
  • 45:32 - 45:38
    Wagen kollidieren. Mhh. Was wäre in
    der auf mich zukommenden Situation
  • 45:38 - 45:42
    moralisch richtig?
    Was hätte Kant gefordert?‘“
  • 45:42 - 45:44
    Gelächter
  • 45:44 - 45:49
    „‚Was hätte Jesus getan? So etwas
    würde ein Mensch nicht denken.
  • 45:49 - 45:52
    Ein Mensch würde denken, Scheiße, bumm!‘“
  • 45:52 - 46:02
    Applaus und Gelächter
  • 46:02 - 46:05
    „‚Ja, mag sein,‘ sagt Peter.
    ‚Seien wir ehrlich,‘ fährt das Auto
  • 46:05 - 46:09
    fort, ‚bei einem menschlichen Fahrer
    müsste man froh sein, wenn er nicht in
  • 46:09 - 46:13
    einer Kurzschlussreaktion erst nach links
    und dann nach rechts lenken würde,
  • 46:13 - 46:17
    um schließlich Fußgänger, Fahrradfahrer
    und entgegenkommendes Auto allesamt
  • 46:17 - 46:21
    zu rammen. Eine rationale Entscheidung
    trifft ein Mensch bei einem Unfall
  • 46:21 - 46:25
    jedenfalls selten. Eine Maschine allerdings
    reagiert viel schneller und hat Zeit
  • 46:25 - 46:29
    für genau diese komplexen Überlegungen.
    Für uns beinhaltet fast jeder Unfall
  • 46:29 - 46:33
    eine moralische Entscheidung.‘ ‚Und wie
    hättest du dich in dem geschilderten Fall
  • 46:33 - 46:37
    entschieden?‘ ‚Oh, mach dir keine
    Sorgen, die Sicherheit unserer Fahrgäste
  • 46:37 - 46:42
    ist unsere oberste Priorität. Alles andere
    wäre geschäftsschädigend. Ich wäre
  • 46:42 - 46:45
    ausgewichen.‘ ‚Ja, aber nach links
    oder nach rechts? Wen hättest du
  • 46:45 - 46:49
    überfahren? Die Fahrradfahrer oder den
    Geschäftsmann?‘ ‚Das lässt sich
  • 46:49 - 46:55
    pauschal nicht sagen, das kommt auf
    viele zusätzliche Faktoren an.‘ ‚So?‘,
  • 46:55 - 46:58
    fragt Peter ‚zum Beispiel?‘ ‚Die
    geschätzte Höhe des jeweils zu
  • 46:58 - 47:01
    erwartenden Sachschadens und natürlich
    die Level der jeweils gefährdeten
  • 47:01 - 47:07
    Personen.‘“ Also in Quality Land sind
    alle Leute eingestuft, haben ein gewisses
  • 47:07 - 47:10
    Level. Ihr könnt euch das ungefähr so
    vorstellen wie das, was die Chinesen
  • 47:10 - 47:19
    vorhaben mit ihrem Social-Credit-System.
    Also nur als Randinformation. Die haben
  • 47:19 - 47:22
    das von mir abgeguckt, es tut mir leid,
    dass ich mir das ausgedacht habe.
  • 47:22 - 47:24
    Wenn ich das gewusst hätte,
    hätte ich das nicht aufgeschrieben!
  • 47:24 - 47:30
    Gelächter und Applaus
  • 47:30 - 47:34
    „‚Also lieber zwei fahrradfahrende
    Level-8-Nutzlose umnieten als einen
  • 47:34 - 47:38
    Level-40-Geschäftsmann?‘, fragt Peter.
    ‚Nun, das ist natürlich stark vereinfacht,‘
  • 47:38 - 47:41
    sagt Herbert, ‚aber im Prinzip richtig.‘“
  • 47:41 - 47:43
    Gelächter
  • 47:43 - 47:46
    „‚Und wenn auf den Fahrrädern zwei
    Level-21-IT-Techniker unterwegs wären,
  • 47:46 - 47:51
    dann würdest du den Level-40-Geschäftsmann
    rammen?‘ ‚Nein,‘ sagt Herbert,
  • 47:51 - 47:57
    ‚ich würde die IT-Techniker rammen.‘
    ‚Wieso?‘ ‚Ich hasse IT-Techniker.‘“
  • 47:57 - 48:00
    Gelächter
  • 48:00 - 48:04
    „Peter ist sprachlos. ‚Wenn ich mal
    Probleme habe,‘ sagt das Auto,
  • 48:04 - 48:06
    ‚kommen IT-Techniker selten
    auf bessere Ideen, als
  • 48:06 - 48:08
    mich einmal aus- und
    wieder anzuschalten.‘“
  • 48:08 - 48:10
    Gelächter
  • 48:10 - 48:14
    „‚Aber…‚‘ beginnt Peter. ‚Kleiner
    Scherz,‘ sagt Herbert, ‚Verzeihung,
  • 48:14 - 48:19
    wenn du möchtest, kann ich mein Humormodul
    ausschalten.‘ ‚Ich komm damit klar.‘
  • 48:19 - 48:22
    ‚Jetzt im Ernst, ich würde sehr
    wahrscheinlich den Geschäftsmann rammen.‘
  • 48:22 - 48:26
    ‚Das heißt aber auch,‘ sagt Peter,
    ‚du würdest statt einen 97-jährigen
  • 48:26 - 48:30
    Level-90- Milliardär lieber eine Gruppe
    Kindergartenkinder überfahren?‘
  • 48:30 - 48:33
    ‚Ich habe mich schon gefragt, wann du
    mit der Gruppe Kindergartenkinder
  • 48:33 - 48:34
    um die Ecke kommst,‘
    sagt Herbert lachend.“
  • 48:34 - 48:36
    Gelächter
  • 48:36 - 48:40
    „‚Seit einer, nun ja, etwas
    unglücklichen Entscheidung eines meiner
  • 48:40 - 48:43
    Kollegen wird auch das Alter der
    potenziellen Opfer mit in die Berechnung
  • 48:43 - 48:47
    einbezogen. Es hat inzwischen kaum
    jemand Überlebenschancen, wenn er
  • 48:47 - 48:49
    gegen eine Gruppe
    Kindergartenkinder antritt.‘“
  • 48:49 - 49:02
    Gelächter und Applaus
  • 49:02 - 49:04
    Ja, vielen Dank. Ich muss mich ja an die
    Stunde halten, deswegen habe ich die
  • 49:04 - 49:10
    Zugabe einfach in die Stunde integriert.
    Ich lese jetzt was anderes vor.
  • 49:10 - 49:13
    Zwischenruf: Zugabe!
  • 49:13 - 49:17
    Marc-Uwe: Ja cool, okay. Na gut.
  • 49:17 - 49:19
    Gelächter
  • 49:19 - 49:26
    Einer. Also gut. Es spielt bei mir
    zuhause mit jemandem,
  • 49:26 - 49:28
    mit dem ich zusammen wohne und…
  • 49:28 - 49:37
    Jubel und Beifall
  • 49:37 - 49:41
    „Wir hängen im Wohnzimmer ab und
    gucken ‚Die Rückkehr der Jedi-Ritter‘.
  • 49:41 - 49:45
    Plötzlich stoppe ich den Film. ‚Weißt
    du was ich total spannend finde?‘
  • 49:45 - 49:50
    frage ich, ‚Entscheidungsmomente.
    Da wünsche ich mir immer, ich hätte
  • 49:50 - 49:55
    zugucken können.‘ ‚Wovon redest du?
    Potsdamer Konferenz oder wie?‘
  • 49:55 - 49:59
    fragt das Känguru. ‚Nee, nee,‘ sage ich,
    ‚mich würden mehr diese Momente
  • 49:59 - 50:03
    interessieren, in denen total dumme
    Entscheidungen getroffen wurden.‘
  • 50:03 - 50:05
    ‚Du meinst z.B. diesen Moment,
    als du beschlossen hast,
  • 50:05 - 50:07
    selbst die Dielen abzuschleifen?‘“
  • 50:07 - 50:09
    Gelächter
  • 50:09 - 50:14
    „‚Nee. Größer, wichtige Entscheidungen.‘
    ‚Wie kommst du drauf?‘
  • 50:14 - 50:20
    Ich deute auf den Fernseher. ‚Nun, der
    Plan vom Imperator in diesem Film ist,
  • 50:20 - 50:25
    kommt Leute, wir bauen
    nochmal einen Todesstern!‘
  • 50:25 - 50:28
    Ich schlage mir gegen die Stirn.
    ‚Als Kind war mir nie aufgefallen,
  • 50:28 - 50:33
    wie krass einfallslos das ist,
    noch einen Todesstern.‘
  • 50:33 - 50:36
    ‚Für einen erwachsenen Menschen denkst
    du sehr viel über Star Wars nach!‘“
  • 50:36 - 50:37
    Gelächter
  • 50:37 - 50:40
    „‚Ja, aber das wäre ein
    Entscheidungsmoment, bei dem ich gerne
  • 50:40 - 50:45
    dabei gewesen wäre. Wie ist das
    zugegangen? Hat der gute Darth morgens
  • 50:45 - 50:50
    beim Zähneputzen eine WhatsApp-Nachricht
    vom Imperator bekommen?
  • 50:50 - 50:55
    "Lord Vader, bitte denken Sie an
    unser Meeting um 13 Uhr." Und dann
  • 50:55 - 51:00
    um 13 Uhr saßen die beiden mit ein paar
    hohen Imperiumsbürokraten zusammen,
  • 51:00 - 51:05
    TOP 1 = böser Masterplan. Und alle
    brainstormen ideenlos vor sich hin.
  • 51:05 - 51:10
    Bis plötzlich einer gesagt hat,
    wie wär’s mit noch ’nem Todesstern?‘“
  • 51:10 - 51:13
    Lachen
  • 51:13 - 51:16
    „‚Und was hat der Imperator dann gesagt?
    Brillant, wieso bin ich nicht selbst
  • 51:16 - 51:21
    drauf gekommen?‘
    ‚It was so nice, they built it twice,‘
  • 51:21 - 51:24
    sagt das Känguru.“
    Gelächter
  • 51:24 - 51:29
    „‚Warum ist da keiner aufgestanden
    und hat gesagt, naja
  • 51:29 - 51:34
    aber das hat ja jetzt beim ersten Mal
    nicht zu 100% funktioniert!?‘
  • 51:34 - 51:38
    ‚Mich interessiert viel mehr,‘ sagt das
    Känguru, ‚wie jemals eine Gruppe halbwegs
  • 51:38 - 51:42
    vernunftbegabter Menschen denken konnte,
    es sei eine gute Idee, ausgerechnet Günther
  • 51:42 - 51:46
    Öttinger zum EU-Kommissar für digitale
    Wirtschaft und Gesellschaft zu machen.‘“
  • 51:46 - 51:57
    Gelächter und Applaus
  • 51:57 - 52:02
    „‚Da finde ich den Prozess spannend.
    Wie kam es dazu?‘
  • 52:02 - 52:06
    ‚Na wahrscheinlich saß die Kanzlerin mit
    ein paar hohen Imperiumsbürokraten
  • 52:06 - 52:12
    zusammen und die brainstormen ideenlos
    vor sich hin, und plötzlich sagte einer,
  • 52:12 - 52:17
    wie wär’s mit Günther Öttinger?‘ ‚Ja, aber
    was passierte dann?‘, fragte das Känguru,
  • 52:17 - 52:20
    ‚Wie ging es dann weiter?
    Haben die anderen dann gelacht?‘“
  • 52:20 - 52:22
    Gelächter
  • 52:22 - 52:27
    „‚Oder hat einer gesagt, ja das
    klingt vernünftig? Hat Merkel gesagt,
  • 52:27 - 52:33
    das Internet ist für uns alle Neuland?‘
    ‚Die haben wahrscheinlich alle gedacht,
  • 52:33 - 52:37
    mir egal, Hauptsache ich muss es nicht
    machen.‘ ‚Oder,‘ fährt das Känguru
  • 52:37 - 52:43
    fort, ‚als Bush gesagt hat, Leute ich
    habe voll die gute Idee, die dafür sorgen
  • 52:43 - 52:46
    wird, dass sich der nahe Osten in eine
    Oase des Friedens und der Freiheit
  • 52:46 - 52:50
    verwandelt. Wir greifen
    nochmal den Irak an.‘“
  • 52:50 - 52:52
    Gelächter
  • 52:52 - 52:54
    „‚It was so nice, they did it twice,‘
    sage ich.
  • 52:54 - 52:55
    Gelächter
  • 52:55 - 52:59
    „‚Was haben die Imperiumsbürokraten
    da gesagt?‘ fragt das Känguru. ‚Na die
  • 52:59 - 53:03
    haben gesagt, klasse Einfall, das Risiko,
    dass das eine Horde Wahnsinniger
  • 53:03 - 53:06
    dazu bringt, einen eigenen Staat
    auszurufen, dessen Nationalsportarten
  • 53:06 - 53:09
    Köpfen und Sprengen sind,
    scheint uns wirklich minimal.‘“
  • 53:09 - 53:12
    Gelächter
  • 53:12 - 53:15
    „‚Ich habe mal gehört, dass das Pentagon
    Invasionspläne für fast jedes Land
  • 53:15 - 53:20
    der Welt in seinen Schubladen hat,‘ sagt
    das Känguru. ‚Soso, hast du gehört?‘
  • 53:20 - 53:24
    ‚Ehrlich,‘ sagt das Känguru, ‚das stimmt.
    Stand in einem Geheimdienstbericht.
  • 53:24 - 53:29
    Bis 1970 hatten sie sogar einen Plan
    zur Invasion von Großbritannien.‘
  • 53:29 - 53:34
    Es kratzt sich an der Nase. ‚Und
    das ist dann schon Pech, oder?‘
  • 53:34 - 53:37
    ‚Was?‘ frage ich. ‚Na dass sie
    ausgerechnet für Afghanistan
  • 53:37 - 53:39
    und den Irak keinen Plan hatten.‘“
  • 53:39 - 53:51
    Gelächter und Applaus
  • 53:51 - 53:55
    „‚Nun ja,‘ sage ich, ‚es ist wie Benjamin
    gesagt hat, wenn alle Nein zum Krieg
  • 53:55 - 54:00
    sagen würden, dann gäbe es keine Kriege.‘
    ‚Walter Benjamin?‘ ‚Nee,‘ sage ich,
  • 54:00 - 54:05
    ‚Blümchen.‘ ‚Das Techno-Mädchen?‘ ‚Nein,
    der Elefant.‘ Das Känguru wirft sich eine
  • 54:05 - 54:10
    Schnapspraline ein und schluckt sie, ohne
    zu kauen. ‚Oder,‘ sagt es, ‚als Hitler
  • 54:10 - 54:15
    beschlossen hat, Russland anzugreifen,
    haben die Imperiumsbürokraten da gesagt,
  • 54:15 - 54:20
    Superidee, Russland angreifen, kann gar
    nicht schiefgehen. Ist in der Geschichte
  • 54:20 - 54:24
    noch nie schiefgegangen. Die haben
    auch ein sehr angenehmes Klima da.‘“
  • 54:24 - 54:26
    Gelächter
  • 54:26 - 54:29
    „‚Apropos Klima,‘ sage ich. ‚Da werden ja
    auch laufend dumme Entscheidungen
  • 54:29 - 54:34
    getroffen.‘, sagt das Känguru. ‚Ja, wie
    läuft das wohl bei so ’ner Konferenz?
  • 54:34 - 54:39
    Sagt da einer der Imperiumsbürokraten:
    Lasst uns doch was gegen den Klimawandel
  • 54:39 - 54:44
    tun! Aber dann sagt ein anderer: Ja, wir
    könnten jetzt was gegen den Klimawandel
  • 54:44 - 54:48
    tun. Aber wenn wir dann in 50 Jahren
    feststellen würden, dass sich alle
  • 54:48 - 54:53
    Wissenschaftler doch vertan haben und es
    gar keine Klimaerwärmung gibt, dann
  • 54:53 - 54:56
    hätten wir völlig ohne Grund dafür
    gesorgt, dass man selbst in den Städten
  • 54:56 - 55:00
    die Luft wieder atmen kann, dass die
    Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos
  • 55:00 - 55:03
    weder Krach machen noch stinken, und
    dass wir nicht mehr abhängig sind von
  • 55:03 - 55:08
    Diktatoren und deren Ölvorkommen.
    Da würden wir uns schön ärgern!‘“
  • 55:08 - 55:16
    Applaus
  • 55:16 - 55:21
    „,Und sagen dann die anderen: Stimmt,
    der Mann hat recht! Da würden wir uns
  • 55:21 - 55:26
    schön ärgern! Besser, wir bauen
    noch ’nen Todesstern.‘“
  • 55:26 - 55:28
    Lachen
  • 55:28 - 55:32
    „,Tja,‘ sagt das Känguru, ,und irgendwann
    in den nächsten Jahren wird irgendein
  • 55:32 - 55:36
    Gremium von Imperiumsbürokraten vor
    der Entscheidung stehen: Sollen wir jetzt
  • 55:36 - 55:41
    diese selbstlernende, fehlerbeseitigende,
    uns turmhoch überlegene künstliche
  • 55:41 - 55:46
    Intelligenz anschalten oder lieber
    nicht?‘ ,Und dann wird einer sagen,
  • 55:46 - 55:52
    jetzt haben wir’s bezahlt,
    jetzt schalten wir’s auch an!‘“
  • 55:52 - 56:10
    Applaus
  • 56:10 - 56:15
    Danke! Müsst aufhören, ich hab keine
    Zeit! Ich will noch ’n Lied spielen,
  • 56:15 - 56:30
    schaff‘ ich noch! Noch ’ne Zugabe, hey!
    Jubel und Applaus
  • 56:30 - 56:37
    Hat nur so bedingt mit Technik zu tun,
    also es kommt so’n Gerät drin vor.
  • 56:37 - 56:49
    Musik, Marc-Uwe pfeift Melodie
  • 56:49 - 56:52
    „Heute morgen fuhr ich U-Bahn,
    Hatte kein Ticket, war abgebrannt.
  • 56:52 - 56:58
    Da setzte sich jemand neben mich
    Und hat mich „blöde Fotze“ genannt.
  • 56:58 - 57:01
    Erst konnt’ ich’s gar nicht fassen,
    Dann hab ich mich total echauffiert,
  • 57:01 - 57:07
    Dabei hat der Typ doch nur
    Über sein Headset telefoniert.
  • 57:07 - 57:10
    Über sein Headset telefoniert,
    Über sein Headset telefoniert,
  • 57:10 - 57:15
    Über sein Headset telefoniert,
    Über sein Headset telefoniert.
  • 57:15 - 57:18
    ‚Fahrscheine raus!‘ rief da
    Plötzlich eine miese Kontrolleuse.
  • 57:18 - 57:23
    Ihre Stimme klang echt fies
    Und ihre Physiognomie war böse,
  • 57:23 - 57:25
    Physiognomie war böse.
  • 57:25 - 57:29
    ‚Fick dich doch lieber selber,‘
    Sagte ich, ‚du blöde Missgeburt.
  • 57:29 - 57:34
    Dein Stecher hat zu Hause eh’
    Schon die ganze Provision verhurt.‘
  • 57:34 - 57:38
    Da rief sie die Polizei und
    Die fragte ‚Was ist denn hier passiert?‘
  • 57:38 - 57:43
    Ich sagte: ‚Gar nichts, ich hab’ doch nur
    Über mein Headset telefoniert.
  • 57:43 - 57:46
    Über mein Headset telefoniert,
    Über mein Headset telefoniert,
  • 57:46 - 57:50
    Über mein Headset telefoniert,
    Über mein Headset telefoniert.‘
  • 57:50 - 57:53
    ‚Ahahaha, muh-muh-muh.‘
  • 57:53 - 57:57
    ‚Ach so,‘ sagte die Frau
    ‚Und ich dachte schon, Sie meinen mich.‘
  • 57:57 - 58:02
    Ich sag’: ‚Leute mit so’m ehrenwerten Beruf
    Beleidige ich doch nicht.‘
  • 58:02 - 58:06
    Da ging sie und ich rief: ‚Übrigens
    Gehört ihr alle entnazifiziert!‘
  • 58:06 - 58:11
    Da zog die Kontrolleuse einen Schlagstock,
    Doch der Polizist hat deeskaliert:
  • 58:11 - 58:15
    ‚Sehen Sie nicht, dass er
    Immer noch telefoniert?
  • 58:15 - 58:18
    Über sein Headset telefoniert,
    Über sein Headset telefoniert,
  • 58:18 - 58:22
    Über sein Headset telefoniert,
    Über sein Headset telefoniert.‘
  • 58:22 - 58:26
    Ich hatte ’ne schöne Idee
    Bei meinem letzten Wutanfall:
  • 58:26 - 58:30
    Ich besorg’ mir irgendwie Karten
    Für den Bundespresseball.
  • 58:30 - 58:34
    Und wenn die Promis dann netzwerken
    Wegen Ficken und der Konjunktur,
  • 58:34 - 58:38
    Dann ziehe ich aus meiner Tasche
    Eine Hörsprechgarnitur.
  • 58:38 - 58:42
    Eine Hörsprechgarnitur,
    Von Beleidigung keine Spur,
  • 58:42 - 58:46
    Ich telefonier’ doch nur
    Über meine Hörsprechgarnitur.
  • 58:46 - 58:50
    Wenn dein Partner nicht mit dir kopuliert,
    Dich stattdessen psychoanalysiert,
  • 58:50 - 58:54
    Wenn man beim SchnickSchnackSchnuck verliert
    Schnell über’s Headset telefoniert!
  • 58:54 - 58:58
    Wenn dein Metzger umdatiert,
    Wenn man dich wegrationalisiert,
  • 58:58 - 59:03
    Wenn man zum Gelöbnis aufmarschiert
    Schnell über’s Headset telefoniert!
  • 59:03 - 59:07
    Wenn wir wo’s lohnt intervenier’n
    Nennt man das demokratisier’n,
  • 59:07 - 59:11
    Das heißt ein bisschen bombardier’n
    Und, was noch steht, privatisieren.
  • 59:11 - 59:15
    Wenn dann Konzerne expandier’n,
    In Mobilfunk investier’n,
  • 59:15 - 59:20
    Dann kann es schon passier’n,
    Dass alle über Headsets telefonier’n.
  • 59:20 - 59:24
    Mit Boris: Über Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n,
  • 59:24 - 59:28
    Über Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n.
  • 59:28 - 59:32
    Nochmal! Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n,
  • 59:32 - 59:35
    Über Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n.
  • 59:35 - 59:39
    Jetzt alle! Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n,
  • 59:39 - 59:43
    Über Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n.
  • 59:43 - 59:47
    Lauter! Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n,
  • 59:47 - 59:51
    Über Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n.
  • 59:51 - 59:55
    Noch lauter! Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n,
  • 59:55 - 59:59
    Über Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n.
  • 59:59 - 60:03
    Noch lauter! Headsets telefonier’n,
    Über Headsets telefonier’n.
  • 60:03 - 60:09
    Wenn dich die Borg assimilier’n,
    Werden sie dir ein Headset installier’n!“
  • 60:09 - 60:13
    Applaus
  • 60:13 - 60:20
    Das habt ihr sehr schön gemacht.
    Das Lied ist noch nicht ganz aus, Moment:
  • 60:20 - 60:23
    „Ich hörte von ’nem Kind, das hing
    Statt an ’ner Nabelschnur
  • 60:23 - 60:28
    Schon, als es aus seiner Mutter kam,
    An einer Hörsprechgarnitur.
  • 60:28 - 60:32
    Heute arbeitet es in ’nem Callcenter
    Als Putzkraft jede Nacht.
  • 60:32 - 60:37
    Da hat mal wieder jemand
    Nichts aus seinen Anlagen gemacht.“
  • 60:37 - 60:48
    Musik, Marc-Uwe pfeift Melodie
  • 60:48 - 60:51
    Applaus
  • 60:51 - 60:55
    Vielen Dank für’s Mitsingen.
    Boris the Beast!
  • 60:55 - 60:59
    Boris: Und Marc-Uwe Kling!
    weiter Applaus
  • 60:59 - 61:04
    Marc-Uwe: Vielen Dank für das ganze Team
    hier vom Saal – für Licht, Ton!
  • 61:04 - 61:07
    Applaus
  • 61:07 - 61:09
    Danke fürs Mitsingen!
    weiter Applaus
  • 61:09 - 61:12
    Boris: Die Büchergeschichte!?
    Marc-Uwe winkt ab
  • 61:12 - 61:27
    weiter Applaus und Jubel
  • 61:27 - 61:31
    Abspannmusik
  • 61:31 - 61:43
    subtitles created by c3subtitles.de
    in the year 2018
Title:
cdn.media.ccc.de/.../34c3-9285-deu-QualityLand.mp4
Video Language:
German
Duration:
01:01:42

German subtitles

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