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Paywall: The Business of Scholarship (CC BY 4.0)

  • 0:19 - 0:22
    Willkommen bei "The State of Things".
    Ich heiße Frank Stasio.
  • 0:22 - 0:25
    Akademische Forschung wird meistens
    durch öffentliche Mittel finanziert,
  • 0:25 - 0:30
    aber der öffentliche Zugang wird
    oft durch teure Paywalls eingeschränkt.
  • 0:30 - 0:32
    Währenddessen haben einige Wissenschaftsverlage höhere
  • 0:32 - 0:35
    Gewinnspannen als private Konzerne wie
    Walmart, Google und Apple.
  • 0:36 - 0:39
    Doch es ist eine Bewegung im Gange,
    die das Blatt wenden könnte.
  • 0:45 - 0:46
    Paywall
    Das Geschäft mit der Wissenschaft
  • 0:47 - 0:50
    Universitäten haben die Aufgabe
    Menschen zu bilden
  • 0:50 - 0:57
    und es gibt buchstäblich keinen Grund
    den Menschen Wissen vorzuenthalten.
  • 0:57 - 1:03
    Daraus gewinnt man nichts, außer
    Geld, Macht
  • 1:03 - 1:08
    und Dinge gegen die wir,
    als Menschen, vorgehen sollten.
  • 1:08 - 1:09
    Viel Geld?
  • 1:09 - 1:11
    Sehr viel Geld!
  • 1:13 - 1:17
    Sehr viel Geld. Es ist ein riesiges
    Geschäft. Ein milliardenschweres
    Geschäft.
  • 1:18 - 1:22
    Die akademische Verlagsbranche erzielt
    25,2 Milliarden Dollar pro Jahr.
  • 1:22 - 1:24
    Diese Fachzeitschrift von
    Elsevier, Biomaterials,
  • 1:24 - 1:29
    kostet im Schnitt 10.702$ für ein jährliches digitales Abonnement.
  • 1:29 - 1:32
    Ist dieses Geld gut investiert?
    Schwer zu sagen.
  • 1:33 - 1:38
    1995 sagte das Forbes-Magazin voraus,
    dass die akademische Forschung
    das erste Opfer des Internets sein würde.
  • 1:38 - 1:41
    Akademiker sind progressiv und
    sicherlich würden Fachzeitschriften
  • 1:41 - 1:43
    mit der Einführung des digitalen
    Vertriebs Verluste verzeichnen.
  • 1:47 - 1:50
    23 Jahre später könnte diese Aussage
    nicht ferner von der Wirklichkeit sein.
  • 1:50 - 1:52
    Eines, das wir aus der Geschichte lernen können, ist,
  • 1:52 - 1:55
    dass Menschen sehr schlecht darin sind, die Zukunft vorherzusagen.
  • 1:56 - 1:59
    Und das ist etwas, was die Medien gerne tun
  • 1:59 - 2:00
    und Leute, die Medien nutzen,
    lesen es gern. Es macht Spaß ...
  • 2:00 - 2:01
    [Fehlersignal]
  • 2:01 - 2:04
    Entschuldigung.
  • 2:04 - 2:07
    Sie haben keine Zugriffsberechtigung für diese Dokumentation.
  • 2:11 - 2:12
    Die Zahlungsmöglichkeiten finden Sie unten.
  • 2:12 - 2:17
    [biep]
  • 2:17 - 2:19
    Wissenschaftliche Verlage haben Gewinnspannen von etwa 35-40%.
  • 2:19 - 2:21
    Und in verschiedenen Jahren, in denen
    ich mir das angesehen habe,
  • 2:22 - 2:25
    erzielte Walmart etwa 3 Prozent,
  • 2:25 - 2:28
    und Walmart ist für viele dieser böse Riese
  • 2:28 - 2:32
    Aber 3% ist nichts im Vergleich zu 35%.
  • 2:32 - 2:34
    Ich meine, ich hätte meine eigene
    Ansicht jetzt ändern können und sagen
  • 2:34 - 2:36
    "Walmart ist nicht so schlimm im Vergleich zu
  • 2:36 - 2:40
    manch anderen Akteuren
    in anderen Branchen."
  • 2:40 - 2:46
    Die Vermögensverwaltungsbranche
    erzielt etwa 21%, Toyota etwa 12%.
  • 2:47 - 2:51
    Wie kann es in Ordnung sein, dass diese
    gesamte Branche so hohe Gewinne erzielt,
  • 2:51 - 2:54
    wenn es eigentlich nichts gibt, wofür sie bezahlen müssen?
  • 2:54 - 2:56
    (Jason) Welche Unternehmen vergleichen Sie hier,
  • 2:56 - 2:59
    die eine derartige Gewinnspanne
    von 32-35% haben?
  • 2:59 - 3:01
    Ich habe ehrlich gesagt noch nie
    von Unternehmen gehört,
  • 3:02 - 3:05
    die derart hohe Gewinnspannen erzielen.
  • 3:05 - 3:10
    In den meisten anderen Sparten
  • 3:10 - 3:15
    ist eine derartige Gewinnspanne ein Zeichen für eine Art Monopol.
  • 3:15 - 3:18
    Obwohl Menschen außerhalb der Wissenschaft
    vielleicht viele dieser Artikel nicht lesen,
  • 3:18 - 3:23
    sie nicht nützlich finden,
    bezahlen sie dennoch dafür.
  • 3:23 - 3:28
    Sie zahlen Steuern an den Staat,
    der dann Universitäten mitfinanziert,
  • 3:28 - 3:32
    die den Bibliotheken Mittel bereitstellen,
    die Abonnementzahlungen an Verlage zahlen.
  • 3:32 - 3:35
    Die Zeitschriften und die Verlage
    bekommen Ihr Geld.
  • 3:35 - 3:38
    Sie oder Ihr Nachbar,
    jeder finanziert das System mit.
  • 3:38 - 3:40
    Und am meisten profitieren die Verlage.
  • 3:40 - 3:43
    Jeder verdient eine Gewinnspanne.
  • 3:43 - 3:46
    Aber wie können Zeitschriften - Zeitschriften! -
  • 3:47 - 3:50
    mehr Gewinn erzielen als einige der
    größten Hightech-Unternehmen?
  • 3:50 - 3:54
    Nun, Verlegen ist so gewinnbringend,
    weil die Arbeiter nicht bezahlt werden.
  • 3:54 - 3:56
    In welcher anderen Branche -
    mir fällt keine ein -
  • 3:56 - 3:59
    werden diejenigen, die den Großteil der Arbeit leisten,
  • 3:59 - 4:04
    also in diesem Fall Autoren und Gutachter,
    nicht bezahlt?
  • 4:04 - 4:09
    Im Verlagswesen sind Gewinnspannen
    in vielerlei Hinsicht unübertroffen,
  • 4:09 - 4:13
    vor ein paar Jahren habe ich sie
    mit Facebook verglichen und festgestellt,
  • 4:13 - 4:16
    dass sie, was Profite anbelangt, den
    erfolgreichsten Software-Unternehmen entsprechen.
  • 4:16 - 4:19
    Und natürlich hat Facebook
    eine praktisch unendliche Skala [????]
  • 4:19 - 4:23
    und es gab wohl in den letzten 5-10 Jahren
    kein erfolgreicheres Unternehmen.
  • 4:23 - 4:28
    Veröffentlichen ist also unverschämt profitabel
  • 4:29 - 4:31
    und deshalb haben es die Verleger nicht eilig,
    etwas daran zu ändern.
  • 4:31 - 4:35
    Die berechtigte Frage ist,
    warum die Gewinnspannen so hoch sind,
  • 4:35 - 4:39
    etwa 35 % höher als bei Google;
    was ist da los?
  • 4:39 - 4:43
    Nun, das liegt einfach an der
    Preissetzungsmacht.
  • 4:43 - 4:47
    Wenn Sie beispielsweise Elsevier sind,
    haben Sie proprietären Zugang;
  • 4:47 - 4:50
    Sie verkaufen ein vielfältiges Angebot
    an eine Universität.
  • 4:50 - 4:54
    Und es ist nicht wie ein Einkauf
    im Supermarkt,
  • 4:54 - 4:56
    wo Sie, wenn ein Bier zu teuer ist,
    einfach ein anderes nehmen.
  • 4:56 - 5:00
    Als Universitätsbibliothek kann
    man nicht einfach sagen,
  • 5:00 - 5:02
    "Hm, Elsevier ist uns zu teuer, wir
    nehmen dieses Jahr einfach Wiley."
  • 5:02 - 5:08
    Man ist irgendwie auf
    alle angewiesen.
  • 5:08 - 5:11
    Und damit kann ein Verlag so viel
    verlangen, wie er mag,
  • 5:11 - 5:15
    die Universitäten werden sich
    selten widersetzen.
  • 5:15 - 5:18
    Sie tun vielleicht so als würden sie sich sträuben,
    aber tatsächlich brauchen die Wissenschaftler den Zugang
  • 5:18 - 5:20
    und das ist eine sehr mächtige Position
    für die Unternehmen.
  • 5:20 - 5:24
    Wir haben ein Problem mit dem Markt.
  • 5:24 - 5:28
    Der Markt zeigt, was jemand als
    'moral hazard' bezeichnet hat,
  • 5:28 - 5:30
    was nichts mit Moral zu tun hat,
    es ist ein Begriff aus der Wirtschaft.
  • 5:30 - 5:33
    'Moral hazard' entsteht,
    wenn die Käufer einer Ware
  • 5:33 - 5:36
    nicht die Verbraucher sind.
  • 5:36 - 5:39
    Was also ist hier die Ware,
    im traditionellen Verlagswesen?
  • 5:39 - 5:41
    Es ist der Zugang,
    Zugang für die Leserschaft.
  • 5:41 - 5:45
    Die Verbraucher sind Menschen wie ich,
    die die Artikel lesen wollen,
  • 5:45 - 5:51
    aber dennoch bin ich nicht der Käufer,
    ich abonniere keine Fachzeitschriften.
  • 5:51 - 5:59
    Die Harvard Library gibt Unmengen von Geld
    für eine Vielzahl von Zeitschriftenabonnements aus.
  • 5:59 - 6:00
    Mir sind die Preise dieser Zeitschriften egal,
    weil ich sie nicht bezahlen muss.
  • 6:00 - 6:04
    Es geht um richtig viel Geld.
  • 6:04 - 6:06
    Das wissenschaftliche Publikationswesen
    produziert im Zeitschriftenbereich
  • 6:06 - 6:10
    jährlich einen Umsatz von
    10 Milliarden Dollar.
  • 6:10 - 6:15
    Das ist kein Kleingeld.
    Das sind erhebliche Summen.
  • 6:15 - 6:18
    Wenn Sie an eine Gewinnspanne von
    30-40 % denken, die daraus
  • 6:18 - 6:20
    zurück in die Forschung
    fließen könnte,
  • 6:20 - 6:22
    zur Unterstützung von weiterer Wissenschaft,
  • 6:22 - 6:25
    zur Unterstützung von Universitäten
  • 6:25 - 6:27
    zur Finanzierung neuer Stellen
    in Forschung und Lehre,
  • 6:27 - 6:31
    um Studieren erschwinglicher zu machen;
  • 6:31 - 6:34
    dieser finanzielle Aspekt ist ein Symptom
  • 6:34 - 6:37
    der Fehlausrichtung dieses Geschäftsmodells
  • 6:38 - 6:43
    in Bezug auf seine Relevanz
    für den Forschungsprozess.
  • 6:44 - 6:49
    Wir denken in der Regel nicht
    an das Verhältnis
  • 6:50 - 6:58
    zwischen dem Gewinn
    solcher Unternehmen auf der einen
  • 6:58 - 7:00
    und den steigenden Studien-
    gebühren auf der anderen Seite,
  • 7:00 - 7:04
    aber es ist auch Teil der Geschichte.
  • 7:04 - 7:10
    Wir sprechen hier nicht über
    ein Randproblem.
  • 7:10 - 7:14
    Wis sprechen nicht über interne Fragen
    der Wissenschaftler.
  • 7:14 - 7:17
    Wir sprechen über ganz grundsätzliche
    soziale Probleme.
  • 7:17 - 7:21
    Was ist die Zukunft unserer Gesellschaft?
  • 7:21 - 7:24
    Zeitschriftenpreise steigen
    weit über das Inflationsniveau
  • 7:24 - 7:26
    und weit über die Wachstums-
    rate von Bibliotheksetats.
  • 7:26 - 7:29
    Nicht erst seit Jahren,
    sondern seit Jahrzehnten.
  • 7:29 - 7:31
    Und es ist eine Katastrophe.
  • 7:31 - 7:34
    Erst vor zehn Stunden wurde
    das Anthem-College geschlossen.
  • 7:34 - 7:37
    Das Saint-Joseph-College wird folgen.
  • 7:37 - 7:40
    Genauso das Dowling-College,
    das hochverschuldet ist.
  • 7:40 - 7:43
    Durch die plötzliche Schließung
    stehen die Mitarbeiter auf der Straße
  • 7:43 - 7:47
    und tausende Studenten rangeln um
    Plätze an anderen Einrichtungen.
  • 7:47 - 7:51
    Akademiker, wie sie im Buche stehen,
    haben noch nicht die
  • 7:51 - 7:54
    ganzen Kosten der wissenschaftlichen
    Kommunikation hinterfragt.
  • 7:54 - 7:57
    Im Grunde waren es bisher die Budgets
    der Bibliotheken die das Meiste abbekamen
  • 7:57 - 8:01
    und oft mussten wir mit dem sprich-
    wörtlichen Hut in der Hand, zur Verwaltung
  • 8:01 - 8:04
    und um mehr Budget für Abonnements fragen,
  • 8:04 - 8:07
    vor allem für die Naturwissenschaften,
    Technologie und Medizin.
  • 8:07 - 8:10
    Jene Gebiete die in kürzester Zeit
    immens teurer wurden,
  • 8:10 - 8:14
    während die Verlage beliebige
    Gründe dafür vorbringen konnten.
  • 8:14 - 8:17
    Damit der Profit wächst,
    muss die Verfügbarkeit sinken.
  • 8:18 - 8:20
    Willkommen in der Welt der "paywalls",
    die Wissenschaft verhindern.
  • 8:20 - 8:22
    - Bist du schon einmal vor einer "paywall" gestanden?
    - Absolut
  • 8:22 - 8:24
    Ich bin definitiv "paywalls" begegnet.
  • 8:24 - 8:27
    Ich stehe regelmäßig vor einer "paywall"
  • 8:27 - 8:28
    - Jemals schon vor einer "paywall" gestanden?
    - Oh, pff, ja!
  • 8:28 - 8:30
    Ich war schon vor einer "paywall".
  • 8:30 - 8:33
    Ziemlich oft eigentlich, stehe ich vor einer "paywall"
  • 8:33 - 8:34
    Während meiner Zeit als Student,
    stand ich definitiv vor "paywalls".
  • 8:35 - 8:38
    Ich begegne "paywalls" sehr oft.
  • 8:38 - 8:42
    - Wie fühlst du dich dabei?
    - Ich bin wirklich wütend
  • 8:42 - 8:44
    Studenten machen ihren Abschluss
  • 8:44 - 8:46
    und fangen Jobs in neuen Firmen an
  • 8:46 - 8:51
    und bemerken auf einmal,
  • 8:51 - 8:55
    dass sie keinen Zugang zu den
    wissenschaftlichen Erkenntnissen haben
  • 8:55 - 9:02
    die sie brauchen, weil sie nicht
    mehr Teil der Universität sind.
  • 9:02 - 9:09
    Sie kamen dann zu mir und ich musste,
    obwohl ich Bibliothekar bin, sagen,
  • 9:09 - 9:13
    dass Außenstehende keinen Zugang
  • 9:13 - 9:18
    zu öffentlich finanzierten
    Arbeiten haben.
  • 9:18 - 9:20
    Und das ist natürlich absolut konträr
    zur Grundidee einer Bibliothek.
  • 9:20 - 9:22
    Und das hat mir die Augen geöffnet.
  • 9:22 - 9:24
    Möchtest du uns ein bisschen
    über dich selbst erzählen?
  • 9:24 - 9:29
    Ich bin Dwight Parker,
  • 9:29 - 9:32
    Ich mache gerade mein Doktorat
    in Bildungspsychologie.
  • 9:32 - 9:33
    Ich stellte fest, dass ich
    eine Pause brauchte
  • 9:33 - 9:37
    und jetzt verkaufe ich Autos.
  • 9:37 - 9:40
    Während meiner Ausbildung hatte
    ich Zugang zu allem Möglichen
  • 9:40 - 9:42
    aber sobald du draußen bist
  • 9:42 - 9:44
    sind diese Ressourcen auf
    einmal nicht verfügbar.
  • 9:44 - 9:48
    Zumindest waren sie es
    nicht für mich.
  • 9:48 - 9:50
    In der Bildungspsychologie
    wird ein Großteil
  • 9:50 - 9:53
    der Forschung von der
    öffentlichen Hand finanziert,
  • 9:53 - 9:56
    sprich Steuergeld finanziert die
    Forschung, für welche sie
  • 9:56 - 9:58
    dann wiederum Geld verlangen.
    Es ist absurd.
  • 9:58 - 10:00
    - Es ist absurd!
    - Absolut.
  • 10:00 - 10:02
    Die Forschung ist
    öffentliches Gut.
  • 10:02 - 10:05
    Also zumindest ein Teil der Forschung.
  • 10:05 - 10:11
    Ich muss die Möglichkeit haben,
    diese Ergebnisse auch abzurufen.
  • 10:11 - 10:13
    Naja, ich kann mir nicht $79.99
    leisten um das zu tun...
  • 10:14 - 10:16
    Nicht als Autohändler.
  • 10:19 - 10:23
    Nicht einmal mit dem coolsten
    Auto das existiert.
  • 10:23 - 10:25
    Würde ich für Elsevier arbeiten
    könnte ich mir das leisten.
  • 10:25 - 10:29
    Oder für irgendeinen anderen
    von denen... Es ist so...
  • 10:31 - 10:34
    Egal... Du weißt.
  • 10:34 - 10:37
    Geld verdirbt alles.
  • 10:37 - 10:40
    Du hast das Geld, du hast die
    Regierung und alle anderen sind...
  • 10:40 - 10:43
    als ob die Forschung verloren ginge.
    Wirklich, verloren.
  • 10:43 - 10:44
    Meine Frau hatte eine
    Lungenembolie.
  • 10:44 - 10:48
    Sie wissen nicht wieso.
  • 10:48 - 10:51
    Und nach wie vor weiß
    niemand was die Ursache war.
  • 10:51 - 10:54
    Es könnten verschiedene Dinge sein,
    also tat ich was ich ansonsten auch tue,
  • 10:54 - 10:56
    nämlich ins Internet gehen
    und recherchieren.
  • 10:56 - 10:58
    Und dann sind die ganzen
    medizinischen Artikel
  • 10:58 - 11:02
    und Studien über Lungenembolien
    hinter diesen "paywalls" und
  • 11:02 - 11:06
    ich kann mir einfach nicht leisten
    einen dieser Artikel zu lesen um
  • 11:06 - 11:08
    dann zu erfahren, dass er nicht relevant
    für unsere Situation ist.
  • 11:08 - 11:11
    Es könnte sein. Aber vielleicht auch nicht.
  • 11:11 - 11:14
    Aber es ist nicht genug Information
    da um ein Urteil zu fällen,
  • 11:14 - 11:17
    aber es könnte ihr Leben retten!
  • 11:17 - 11:20
    Wir betreiben Forschung,
    um Probleme zu lösen.
  • 11:20 - 11:23
    Wir versuchen, Krankheiten zu heilen,
  • 11:23 - 11:26
  • 11:26 - 11:32
    wir wollen das Armutsproblem lösen.
  • 11:32 - 11:36
    Wir versuchen, bestimmte Krankheitsbilder
    ein für allemal auszulöschen.
  • 11:36 - 11:40
    Und, wenn wir das tun wollen, müssen wir
    sicherstellen, dass jeder Zugang hat.
  • 11:40 - 11:42
    Nicht nur reiche Länder,
    Nicht nur Menschen mit Doktortitel,
  • 11:43 - 11:46
    jeder Mensch darf
    wissenschaftliche Forschung lesen,
  • 11:46 - 11:49
    darüber nachdenken und
    seine Ideen beitragen.
  • 11:49 - 11:52
    Und wenn große Teile der Bevölkerung
    keinen Zugang zu Forschung haben,
  • 11:52 - 11:55
    sind unsere Chancen, große Probleme zu lösen,
    signifikant kleiner.
  • 11:55 - 11:58
    Die Verlage haben über Jahrhunderte
    eine Rolle im wissenschaftlichen Dialog gespielt.
  • 11:58 - 12:05
    Diesbezüglich sind sie wesentlich.
  • 12:05 - 12:09
    Gleichzeitig haben wir eine Weltbevölkerung,
    deren große Mehrheit
  • 12:09 - 12:16
    keinen Zugang zu aktuellen
    Forschungsergebnissen
  • 12:16 - 12:22
    in Naturwissenschaft, Medizin, Kultur,
    Technik und Umwelt hat.
  • 12:22 - 12:26
    Und die mit der Herausforderung konfrontiert
    ist, die Welt zu verstehen ohne Zugang
  • 12:26 - 12:31
    zum besten Wissen über sie zu haben.
    Und das ist in mancherlei Hinsicht tragisch.
  • 12:31 - 12:33
    Westliche Universitäten haben erhebliche
    Mittel für ihre Bibliotheken,
  • 12:33 - 12:38
    also sind sie...
  • 12:38 - 12:42
    sie haben die Möglichkeit, die Zeitschriften
    zu erwerben, ihren Studenten Zugang zu verschaffen.
  • 12:42 - 12:46
    In Entwicklungsländern sind
    Bibliotheken sehr arm.
  • 12:46 - 12:48
    Letztendlich macht man dort alles
    allein, ohne irgendeine Unterstützung
  • 12:48 - 12:51
    von der Universität oder Hochschule.
  • 12:51 - 12:54
    Und selbst wenn man versucht, auf
    Fakultäten oder Professoren zuzugehen,
  • 12:54 - 12:56
    bekommt man die immer gleichen Antworten,
    dass "wir es genauso gemacht haben,
  • 12:56 - 13:00
    und man es auch so schaffen muss."
  • 13:00 - 13:04
    Es geht also immer so weiter,
    ohne konkrete Ergebnisse.
  • 13:04 - 13:06
    Meine Forschung war eher in
    sehr grundlegender Physik.
  • 13:06 - 13:09
    Spezielle Relativitätstheorie.
  • 13:09 - 13:11
    Und bei vielen dieser Artikel hieß es
  • 13:11 - 13:14
    "du musst dafür zahlen."
  • 13:15 - 13:19
    Ich würde das nie für einen Artikel zahlen,
  • 13:19 - 13:22
    besonders bei der Wirtschaft in Venezuela,
    jetzt ist es leider noch schlimmer.
  • 13:22 - 13:25
    Aber als ich dort Student war,
    man nimmt einfach
  • 13:26 - 13:29
    die Kreditkarte
    und kauft etwas im Internet.
  • 13:29 - 13:31
    Durch den mangelnden Zugang
    hat sich eine Bewegung entwickelt.
  • 13:33 - 13:36
    Und diese Bewegung heißt Open Access.
  • 13:36 - 13:39
    In seiner einfachsten Form
    ist Open Access
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    freier und ungehinderter Zugang zu Information
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    Ein ganz einfacher Weg,
    Information zu demokratisieren.
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    Ungleichkeit zu mindern
    und Gleichberechtigung zu fördern.
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Title:
Paywall: The Business of Scholarship (CC BY 4.0)
Description:

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Video Language:
English
Duration:
01:04:49

German subtitles

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