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← Warum Sie all Ihre Seiten bei der Arbeit zeigen sollten

Dan Clay dachte immer, er sei "zu schwul" für seine Arbeit, also verstecke er seine Persönlichkeit. Aber dann ging sein Alter-Ego, Carrie Dragshaw, im Internet viral.
Hier erzählt er, was danach geschah.

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Showing Revision 11 created 07/15/2019 by Sonja Maria Neef.

  1. Ein Anführer ist standfest,
    entschieden, unerschütterlich.
  2. Schwitzen Sie nie,
    haben Sie immer eine Antwort.
  3. [Wie wir arbeiten]

  4. Ich bin Dan, ich arbeite
    bei einer globalen Kreativberatung.

  5. Aber ich habe auch eine andere Seite:
  6. Carrie Dragshaw,
  7. mein erfundener Charakter auf Instagram.
  8. Als ich über mein Doppelleben
    nachdachte, dachte ich:
  9. Wenn das wahre Ich
    ein bisschen unkonventionell ist,
  10. wie viel kann man davon
    im Büro preisgeben?
  11. Ist für manche Authentizität verboten?
  12. In den ersten 10 Jahren meiner Karriere

  13. dachte ich, dass es nur
    einen Weg gibt, anzuführen:
  14. Entschieden und seriös zu sein.
  15. Aber das bin ich nicht.
  16. Also spielte ich im Büro
    die Rolle des perfekten Anführers:
  17. Ich sprach in tieferer Stimme,
    begrenzte meine Gestik.
  18. Ich bin jemand, der sich auf Dinge freut,
  19. also schränkte ich das auch ein.
  20. Diese Stimme in meinem Kopf sagte mir:
  21. "Du bist zu schwul, zu feminin,
    zu extravagant."
  22. Jemand gab mir mal
    einen gut gemeinten Rat:
  23. "Jeder weiss, du bist schwul.
    Das ist gut so.
  24. Aber du musst es nicht jedem
    auf die Nase binden."
  25. Zeitsprung:

  26. Ich in einem Ballettröckchen
    an Halloween in 2016.
  27. Ich verkleidete mich als Carrie Bradshaw,
    meinen TV-Lieblingscharakter,
  28. weil ich dachte,
    meine Freunde fänden das cool.
  29. Und dann ging es richtig los.
  30. Der Post ging viral und es
    war erstmal spaßig.
  31. Ich bekam unglaubliche Nachrichten
    von Leuten, die mir schrieben,
  32. wie glücklich sie waren,
  33. wie es ihnen Mut gab, sie selbst zu sein.
  34. Da dachte ich:
  35. jetzt ist der Zeitpunkt, die Stimme
    in meinem Kopf verstummen zu lassen
  36. und Ich selbst zu sein.
  37. Aber dann eskalierte das Ganze ein wenig.
  38. Carry Dragshaw war überall --
    in der "New York Post", "US weekly" --

  39. und ich bekam Angst:
  40. "Was würden meine Chefs denken?
  41. Würden meine Kollegen
    mich als Anführer sehen?
  42. Was würden meine Kunden denken?"
  43. Ich dachte, ich müsste den Job wechseln.
  44. Aber dann passierte etwas,
    eine Kleinigkeit.
  45. Ich bekam eine kurze Nachricht
    von meinem Chef, sie lautete:
  46. "Wow, Cosmo!"
  47. Anbei ein Link zu einem Artikel über mich.
  48. Das ließ mich diese Stimme vergessen
  49. und ich freute mich nur noch
    über diese neue Welt,
  50. anstatt auszuflippen.
  51. Das ist die Macht einer Person.

  52. Manchmal braucht es nur einen Verbündeten,
    um sich wohl zu fühlen.
  53. Und die Kollegen verhielten sich anders.
  54. Sie wurden offener, ausgelassener,
  55. als ob diese andere Seite von mir
  56. ihnen die Erlaubnis gab,
    mehr sie selbst zu sein.
  57. Ich dachte, dass Offenheit
    und Verwundbarkeit
  58. mein Verhältnis zu meinem Team
    verschlechtern würden.
  59. Aber es passierte das Gegenteil.
  60. Zwei Jahre später.

  61. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Teil
    von mir nicht nur geschätzt wird,
  62. sondern sogar meiner
    Karriere helfen würde.
  63. Ich habe Glück.
  64. Ich arbeite in New York City,
  65. in einem Büro, in dem Kreativität
    wertgeschätzt wird.
  66. Ich war schon ziemlich gefestigt
    in meinem Beruf, als das alles anfing.
  67. Vielleicht trifft das auf Sie zu,
    vielleicht auch nicht.
  68. Aber das alles hat mich gelehrt,
  69. immer ich selbst bei der Arbeit zu sein.
  70. Das änderte mein eigenes Denken
  71. über den Weg zum Erfolg.
  72. Es gibt nicht den einen Weg,
    ein Anführer zu sein.

  73. Es geht draum, Ihre Stärken zu finden
    und diese zu verstärken.
  74. Nach einem harten Meeting
  75. setzte ich früher immer
    die Maske des perfekten Anführers auf.
  76. Jetzt kann ich sagen:
    "Das war echt frustrierend."
  77. Wir können über Schwierigkeiten
    offen sprechen,
  78. anstatt immer zu tun, als wäre alles gut,
    bis es dann zu spät ist.
  79. Eine Identität zu spielen ist anstrengend.
  80. Denken Sie an die ganze Energie,
    die verschwendet wird, wenn Sie so tun,
  81. als wären Sie jemand anderes.
  82. Äußerst interessant finde ich,
    dass in einer Studie über das Verstellen
  83. 93 % der Betroffenen auch denken,
  84. dass ihre Organisation
    Inklusion wertschätzt.
  85. Offensichtlich müssen unsere Arbeitsplätze
    und unsere inneren Stimmen
  86. noch einen langen Weg zur Akzeptanz gehen.
  87. Es ist ein großer Unterschied
    zwischen Anpassung und Verstellung.

  88. Das lernte ich ein wenig spät.
  89. Ich sehe das alles als Motivation,
    ein Verbündeter zu sein
  90. wie mein Chef für mich,
  91. und Leute wissen zu lassen,
    dass es OK ist, offen zu sein.
  92. Wenn Sie schwul sind,
    stolz auf Ihre Kultur,
  93. wenn Sie eine Behinderung haben,
    streng religiös sind,
  94. dann probieren Sie, alles von sich
    bei der Arbeit zu zeigen.
  95. Sie könnten angenehm überrascht sein.