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36C3 - Kritikalität von Rohstoffen - wann platzt die Bombe?

  • 0:20 - 0:22
    36c3 Vorspannmusik
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 0:22 - 0:24
    Herald: Und jetzt komme ich zu unserem
    Speaker. Ich habe ihn dieses Jahr
  • 0:24 - 0:28
    tatsächlich nicht persönlich, aber zum
    ersten Mal von ihm gehört, über seinen
  • 0:28 - 0:35
    Podcast Ressourcen.fm. Das war die
    Episode über Seltene Erden, die haben
  • 0:35 - 0:40
    wahrscheinlich einige von euch auf Fefe
    gesehen. Ich begrüße mit dem Thema
  • 0:40 - 0:46
    "Kritikalität von Rohstoffen. Wann platzt
    die Bombe?" Martin Hillenbrand.
  • 0:46 - 0:50
    Applaus
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 0:50 - 1:00
    Martin: So hallo, guten Abend erst mal.
    Freut mich ja, dass doch so voll geworden
  • 1:00 - 1:03
    ist um 10. Dachte, das das schon ein
    bisschen leerer ist. Für die, die mich
  • 1:03 - 1:08
    nicht kennen und sich denken "Wer ist der
    Typ da vorne eigentlich?" Mein Name ist
  • 1:08 - 1:12
    Martin Hillenbrand. Ich studiere aktuell
    an der Universität Augsburg
  • 1:12 - 1:16
    Wirtschaftsingenieurwesen und hab im
    Rahmen von meinem Studium dort in mehreren
  • 1:16 - 1:21
    Fällen das Konzept der
    Rohstoffkritikalität kennenlernen dürfen.
  • 1:21 - 1:25
    Und darüber möchte ich heute dann auch
    diesen Vortrag halten und euch das Thema
  • 1:25 - 1:31
    ein wenig näherbringen, dass ihr danach
    eine Idee habt, wie man
  • 1:31 - 1:36
    Rohstoffkritikalität bewerten kann und was
    das überhaupt bedeutet. Zu mir selbst. Ich
  • 1:36 - 1:40
    mache eben, wie schon gesagt, den Podcast
    Ressourcen.fm, der sich um Material und
  • 1:40 - 1:44
    Energierohstoffe dreht. Heute wird es hier
    nicht konkret um einzelne Rohstoffe gehen.
  • 1:44 - 1:48
    Ich werde das Ganze leicht anreißen. Aber
    vor allen Dingen soll es hier um die
  • 1:48 - 1:54
    quantitative Methode gehen, wie man diese
    bewerten kann. Ich habe den Vortrag in
  • 1:54 - 1:59
    vier Teile aufgeteilt, einmal eine kurze
    Einführung in die Grundlagen, für den
  • 1:59 - 2:01
    Einen oder Anderen von euch ist das
    vielleicht neu, für den anderen schon
  • 2:01 - 2:05
    bekannt. Dann werden wir die 3TG
    Materialien besprechen, insbesondere,
  • 2:05 - 2:11
    wofür 3TG eigentlich steht. Wer von euch
    weiß das denn mal, Handzeichen? Okay, dann
  • 2:11 - 2:16
    seid ihr hier richtig, danach wisst ihr
    das alle. Der dritte Punkt ist dann die
  • 2:16 - 2:21
    Kritikalitätsanalyse und das vierte, wenn
    wir denn noch Zeit haben und ich nicht von
  • 2:21 - 2:23
    der Bühne runter geschubst werde, dann
    wollen wir noch ein bisschen über die
  • 2:23 - 2:27
    Zukunft reden, wie die Methodik
    weiterentwickelt werden kann und wie es
  • 2:27 - 2:32
    hier weitergehen kann. Aber fangen wir
    einfach direkt an. Ich habe hier ein sehr
  • 2:32 - 2:38
    buntes, sehr unübersichtliches, vielleicht
    unübersichtliches Schaubild mitgebracht,
  • 2:38 - 2:42
    wie denn der Rohstoffabbau im Allgemeinen
    stattfindet. Ihr seht, hier unten habe ich
  • 2:42 - 2:47
    eine kleine Legende gemacht, mit den drei
    Hauptfarben. Wir haben einmal orange für
  • 2:47 - 2:52
    den materialbezogenen Teil, blau für den
    produktbezogenen Teil und grün für den
  • 2:52 - 3:00
    prozessbezogenen Teil. Materialbezogen ist
    hier einfach so zu verstehen: Hier weiß
  • 3:00 - 3:05
    man, was drin ist. Wir haben Abbau von
    Erzen, Abbau von Vorkommen. Wir wissen,
  • 3:05 - 3:10
    das ist zum Beispiel Bauxiterz oder wir
    wissen, das ist ein Erz, das Gold enthält.
  • 3:10 - 3:14
    Dieses Erz wird aufgereinigt, wir haben
    eine Aufbereitung davon. Wir wissen immer
  • 3:14 - 3:19
    noch, da ist Gold drin oder da ist
    Aluminium drin. Hier ist jetzt eine
  • 3:19 - 3:23
    Grenze, und zwar ab dem Punkt, wo wir ein
    Produkt daraus machen, verschwindet
  • 3:23 - 3:27
    manchmal das Wissen darüber, was für ein
    Rohstoff drin ist. Ich habe jetzt mal so
  • 3:27 - 3:32
    ein Produkt mitgebracht: Das ist Alufolie.
    Gut, da ist es jetzt einfach. Da wissen
  • 3:32 - 3:35
    wahrscheinlich die meisten von euch, dass
    da Aluminium drin ist. Aber ich habe auch
  • 3:35 - 3:39
    noch ein zweites Produkt mitgebracht, und
    zwar ist das ein Feuerzeug. Hier ist ein
  • 3:39 - 3:43
    Reibrad dran und ich würde jetzt mal
    annehme... Wer von euch weiß, aus was das
  • 3:43 - 3:50
    gemacht ist? Einer, okay, gut. Da sind
    unter anderem Seltene Erden drin, in Form
  • 3:50 - 3:54
    von Cer. Das heißt, wenn ihr auf einer
    Party angeben wollt und sagen wollt "Ich
  • 3:54 - 3:58
    bin reich", dann sagt "Ich habe Selten
    Erden in der Hosentasche." Vielleicht auch
  • 3:58 - 4:04
    nicht. Egal. Auf jeden Fall hier weiß man
    ab diesem Zeitpunkt oftmals nicht mehr
  • 4:04 - 4:08
    "Was für Rohstoffe nutze ich eigentlich?"
    Und wenn man sich das anschaut, kommt
  • 4:08 - 4:12
    hiernach noch einiges. Nach der Produktion
    und Verarbeitung natürlich die Nutzung
  • 4:12 - 4:17
    eines Produkts, dann irgendwann auch das
    Lebensende des Produkts, wenn ich es nicht
  • 4:17 - 4:21
    mehr weiter benutze und dann irgendwann
    auch entsorge, also deponiere oder einfach
  • 4:21 - 4:27
    wegschmeiße. Wir haben hier aber auch noch
    andere Punkte, die vielleicht weniger
  • 4:27 - 4:32
    bekannt sind. Einmal hier unten der Punkt
    Dissipation. Dissipation bedeutet einfach
  • 4:32 - 4:38
    Feinstverteilung. Das passiert über alle
    anderen Stationen hier oben. Das bedeutet
  • 4:38 - 4:42
    zum Beispiel bei einer Mine, wenn ich
    irgendetwas abbaue, dann habe ich Staub.
  • 4:42 - 4:46
    Dann habe ich Austrag von diesem Rohstoff
    in die Natur, in Gewässer. Ich habe
  • 4:46 - 4:51
    Abwasser, wo ich Verluste habe von meinem
    Material. Das gleiche gilt hier für die
  • 4:51 - 4:55
    Gewinnung und Aufbereitung, wo ich auch
    wieder Abfälle und Verluste habe, bis hin
  • 4:55 - 4:59
    sogar hier, bei Gebrauch und bei der
    Nutzung, ganz klassisch wenn einem das
  • 4:59 - 5:03
    Telefon irgendwo in den See fällt ist es
    auch weg, dann ist es nicht deponiert. Das
  • 5:03 - 5:08
    ist kein Abfall. Hoffentlich wisst ihr
    das. Ich gehe mal davon aus. Auf jeden
  • 5:08 - 5:12
    Fall. Dann ist es eben dissipiert. Man
    kann es nicht mehr zurückholen, man kann
  • 5:12 - 5:16
    es nicht mehr weiter nutzen. Beim end of
    life gibt's aber nicht nur die
  • 5:16 - 5:21
    Deponierung, sondern es gibt auch noch
    diese 6 sogenannten R-Phasen. 3 davon sind
  • 5:21 - 5:26
    hier in blau aufgezeichnet, und 3 davon
    sind in grün. Da wäre einmal das
  • 5:26 - 5:29
    Recycling, das kennt wahrscheinlich jeder.
    Hier geht es darum, ich shreddere zum
  • 5:29 - 5:33
    Beispiel das Handy, hol' die Rohstoffe
    zurück, arbeite daraus ein neues Produkt.
  • 5:33 - 5:38
    Remanufacturing. Das wird meistens unter
    Recycling gehängt, ist aber eigentlich
  • 5:38 - 5:41
    etwas anderes. Und zwar geht es hier
    darum, ich nehme einzelne Komponenten aus
  • 5:41 - 5:44
    dem Produkt heraus, die noch gut sind, und
    verwende diese weiter. Beispielsweise, ich
  • 5:44 - 5:48
    habe ein Elektroauto, da ist der Akku
    nicht mehr ganz so gut. Ich baue den Akku
  • 5:48 - 5:52
    aus. Ich verwende den in einem
    Notstromaggregat einfach als Speicher. Re-
  • 5:52 - 5:58
    use bedeutet, ich habe ein Produkt, das
    ich eigentlich nicht mehr benutzen möchte,
  • 5:58 - 6:02
    zum Beispiel das Handy. Ich habe jetzt ein
    relativ altes, aber da kommen ja immer
  • 6:02 - 6:06
    wieder neue raus und auch in sehr kurzen
    Zyklen. Wir in Deutschland sagen dann
  • 6:06 - 6:08
    vielleicht mal "Okay, das ist noch gut,
    das funktioniert. Aber ich schmeiße es
  • 6:08 - 6:11
    trotzdem weg. Ich will das Neue haben."
    Was passiert mit diesem alten Handy?
  • 6:11 - 6:16
    Manche schmeißen es weg, andere sagen
    "Okay, ich bastele daraus eine
  • 6:16 - 6:20
    Wetterstation" oder irgendwas anderes.
    Also ich zweckentfremde es. Das sind alles
  • 6:20 - 6:26
    Formen von Re-use. Die anderen drei
    Phasen, die ich hier in grün aufgezeichnet
  • 6:26 - 6:30
    habe, sind prozessbezogen. Das heißt, sie
    wirken auf die ganzen Prozesse hier oben
  • 6:30 - 6:34
    ein, auf die gesamten Stationen. Das ist
    einmal Reduce, also ganz klar, ich
  • 6:34 - 6:38
    versuche, den Materialeinsatz zu
    reduzieren. Beispielsweise gibt es die
  • 6:38 - 6:43
    Permanentmagneten Neodym-, Eisen-,
    Bormagnete. Da ist Neodym drin. Neodym ist
  • 6:43 - 6:46
    sehr, sehr teuer. Insbesondere im letzten
    Jahr ist der Preis sehr stark angestiegen.
  • 6:46 - 6:49
    Deswegen versucht man, das hier zu
    reduzieren. Klassisches Beispiel für
  • 6:49 - 6:55
    Reduce. Redesign. In einem Auto hat man
    früher sehr schwere, sehr große Karossen
  • 6:55 - 6:58
    gebaut. Mittlerweile versucht man, das
    alles ein bisschen abzuspecken auf der
  • 6:58 - 7:00
    einen Seite, um Gewicht zu sparen. Auf der
    anderen Seite spart man damit auch
  • 7:00 - 7:04
    Rohstoffe. Und Re-fuse, das ist jetzt
    vielleicht das, was nicht so ganz
  • 7:04 - 7:09
    eingängig ist: Man verbietet den Einsatz
    von Rohstoffen. Zum Beispiel FCKW als
  • 7:09 - 7:12
    Kühlmittel wird heute nicht mehr
    eingesetzt. Hier hat man einfach die
  • 7:12 - 7:16
    Entscheidung getroffen: "Das wollen wir
    nicht." Aber auch wenn der Kunde sagt "Ich
  • 7:16 - 7:21
    möchte das nicht", dann ist es auch eine
    Form von Re-fuse und wirkt auch auf diese
  • 7:21 - 7:27
    Prozesse ein. Das Zweite, das heute noch
    für den Vortrag wichtig ist, ist das
  • 7:27 - 7:32
    sogenannte McKelvey-Diagramm. Keine Angst,
    das ist vielleicht etwas unübersichtlich,
  • 7:32 - 7:37
    vielleicht auch noch nicht so ganz
    intuitiv. Was ihr euch hiervon merken
  • 7:37 - 7:40
    solltet, sind einmal die Reserven und
    einmal die Ressourcen. Die grobe
  • 7:40 - 7:44
    Unterteilung ist hier die Reserven. Also
    immer, wenn von Reserven gesprochen wird,
  • 7:44 - 7:49
    geht es hier um Vorkommen, um Lagerstätten
    im Boden, die rentabel abbaubar sind. Also
  • 7:49 - 7:53
    zum aktuellen Marktpreis des Rohstoffes
    kann ich diese Lagerstätten erschließen
  • 7:53 - 7:57
    und abbauen. Und auf der anderen Seite
    weiß ich auch, dass diese Lagerstätten nah
  • 7:57 - 8:01
    sind. Sie sind entdeckt worden. Man weiß
    ganz genau, wie viel davon ist im Boden,
  • 8:01 - 8:06
    wo es im Boden drin? In welcher Qualität
    ist es im Boden? Bei den Ressourcen sieht
  • 8:06 - 8:09
    das ein bisschen anders aus. Wir haben
    hier zum Beispiel Lagerstätten, die sehr
  • 8:09 - 8:14
    tief liegen, die aktuell noch nicht
    rentabel abgebaut werden können, oder aber
  • 8:14 - 8:18
    sie sind noch nicht entdeckt worden. Das
    heißt, ich vermute sie,... Also "vermuten"
  • 8:18 - 8:22
    steht jetzt bei dem Anderen, aber ich
    schlussfolgere sie, dass hypothetisch hier
  • 8:22 - 8:26
    was sein müsste. Wenn ich rechts Rohstoffe
    nachgewiesen habe oder Lagerstätten
  • 8:26 - 8:29
    nachgewiesenen habe und links Lagerstätten
    nachgewiesen habe, dann kann ich auch in
  • 8:29 - 8:33
    der Mitte vermuten oder annehmen, dass
    hier auch Lagerstätten sind. Aber ich weiß
  • 8:33 - 8:41
    es noch nicht sicher. Warum ist das jetzt
    relevant? Das erfahrt ihr dann später. Die
  • 8:41 - 8:44
    Ressourcenbasis hier unten, das wären dann
    eben Rohstoffe, wenn ich Sie zum Beispiel
  • 8:44 - 8:48
    aus dem Meerwasser raushole. Ist aber
    nicht ganz so relevant, weil das doch sehr
  • 8:48 - 8:51
    weit in der Zukunft ist. Aber der
    Vollständigkeit halber habe ich es jetzt
  • 8:51 - 8:55
    hier eben auch mal mit aufgeführt. So,
    dann sind wir auch schon beim zweiten
  • 8:55 - 9:00
    Punkt, ging ganz schnell, will ja ein
    bisschen voran kommen. Die 3TG-
  • 9:00 - 9:04
    Materialien. Ich führ' das jetzt ein
    bisschen weiter aus, weil sich hier nur 3
  • 9:04 - 9:08
    Leute gemeldet haben. 3TG steht einfach
    für diese 4 Rohstoffe hier oben Zinn,
  • 9:08 - 9:13
    Wolfram, Tantal und Gold. Und nachdem das,
    auf Deutsch abgekürzt, nicht wirklich cool
  • 9:13 - 9:18
    klingt, wurde einfach entschieden, dass
    die englischen Namen hier benutzt wurden.
  • 9:18 - 9:28
    Ihr seht hier oben auch Vertreter von den
    Erzen dafür. Aber warum ist das jetzt
  • 9:28 - 9:33
    eigentlich wichtig, warum rede ich davon?
    Die 3TG-Materialien werden oft auch
  • 9:33 - 9:39
    genannt die Konfliktrohstoffe.
    Konfliktrohstoffe sind zwar klar
  • 9:39 - 9:42
    definiert, denkt man jetzt erstmal, aber
    klar definiert für verschiedene Länder.
  • 9:42 - 9:47
    Jedes Land versteht darunter etwas
    anderes. Und zwar haben wir einmal die
  • 9:47 - 9:51
    Definition von den Amerikanern über den
    dort Frank Act. Die sagen
  • 9:51 - 9:56
    Konfliktrohstoffe sind Rohstoffe, die im
    Kongo abgebaut werden, und in den
  • 9:56 - 10:00
    Anrainerstaaten vom Kongo. Warum ist das
    so? Kongo und Anrainerstaaten sind nicht
  • 10:00 - 10:04
    dafür bekannt, dass sie besonders sicher
    sind. Hier gab es jahrelang Bürgerkrieg,
  • 10:04 - 10:09
    gibt es heute noch Konflikte. Und diese
    Rohstoffe, also die 3TG-Materialien stehen
  • 10:09 - 10:14
    im Verdacht, hier diese Konflikte
    anzuheizen. Warlords oder lokale Gruppen
  • 10:14 - 10:17
    beuten diese Rohstoffe aus, verkaufen sie
    und finanzieren davon dann ihren Krieg,
  • 10:17 - 10:22
    ihren Bürgerkrieg. Deswegen haben die
    Amerikaner 2010 schon gesagt "Okay, wir
  • 10:22 - 10:25
    wollen das in irgendeiner Form
    sanktionieren und überwachen." Sie haben
  • 10:25 - 10:29
    es eben eingeschränkt auf die 3TG-Erze,
    auf den Kongo und Anrainerstaaten und auf
  • 10:29 - 10:33
    3TG-Derivate. Und außerdem, weil das sehr
    eng gefasst ist, haben sie gesagt, alles,
  • 10:33 - 10:37
    was Minister Secretary of State sagt,
    gehört auch noch dazu, haben sie sich so
  • 10:37 - 10:41
    ein Hintertürchen freigehalten. Die
    Europäer auf der anderen Seite haben es
  • 10:41 - 10:47
    ein bisschen weiter gefasst. Sie haben
    erstmal gesagt Weltweit und alles. Da
  • 10:47 - 10:54
    zählt auch mit rein: Diamanten. Wer von
    euch den Film Black Diamond gesehen hat,
  • 10:54 - 10:59
    der weiß das. Wer ihn nicht gesehen hat,
    schaut ihn euch nicht an, aber egal.
  • 10:59 - 11:04
    Diamanten waren früher sehr bekannt dafür,
    dass sie Konflikte finanzieren und
  • 11:04 - 11:07
    unterstützen. Mittlerweile gibt es ja den
    Kimberley-Prozess. Es wurde alles etwas
  • 11:07 - 11:11
    eingeschränkt. Das passiert heute nicht
    mehr so sehr. Für die 3TG-Rohstoffe
  • 11:11 - 11:14
    mittlerweile auch nicht mehr, weil hier
    sehr viel überwachung geschaffen wurde. Es
  • 11:14 - 11:18
    gibt aber eben auch andere Rohstoffe, wie
    zum Beispiel Edelhölzer, wo man erst mal
  • 11:18 - 11:21
    nicht dran denkt, oder Drogen-Rohstoffe,
    woran man jetzt vielleicht doch schon
  • 11:21 - 11:27
    denkt. Die unterstützen und finanzieren
    Konflikte. Die Bundesrepublik Deutschland
  • 11:27 - 11:30
    hat sich das ein bisschen einfacher
    gemacht, die haben zwar gesagt, weltweit,
  • 11:30 - 11:37
    aber nur die 3TG-Rohstoffe. Soviel jetzt
    erstmal zu dem Juristischen. Ich habe ja
  • 11:37 - 11:41
    schon gesagt, ich möchte euch auch zeigen,
    wofür die eigentlich eingesetzt werden und
  • 11:41 - 11:46
    warum sie für uns als Deutschland und
    Europa relevant sind. Gold beispielsweise
  • 11:46 - 11:50
    hier oben in Form von Goldnuggets wird
    eingesetzt für Goldkontakte, für Schmuck,
  • 11:50 - 11:55
    als Wertanlage, klar, aber insbesondere
    als Goldkontakt ist wichtig. Ich nehme an,
  • 11:55 - 11:58
    jeder von euch hat ein Handy in der
    Hosentasche oder irgendwo dabei. Einfach
  • 11:58 - 12:01
    mal Handmeldung: Wer hat ein Handy dabei
    oder ein irgendein anderes digitales
  • 12:01 - 12:06
    Gerät? Ja, genau. Dachte ich mir schon,
    Hacker-Congress und so. Hier ist überall
  • 12:06 - 12:10
    Gold drin. Übrigens auch die anderen drei
    Rohstoff in den meisten Fällen. Wolfram in
  • 12:10 - 12:13
    Form von Glückdraht haben wir heute nicht
    mehr. Glühbirnen verwenden wir jetzt
  • 12:13 - 12:18
    seltener. Aber Wolfram ist auch drin, und
    zwar in Vibrationsmotoren, und zwar wer
  • 12:18 - 12:21
    auf sein Handy schaut, ich habe hier unten
    noch so einen Button, weil ich ein altes
  • 12:21 - 12:24
    Handy habe. Wer von euch ein bisschen
    Neueres hat, der hat vielleicht ein
  • 12:24 - 12:27
    Touchdisplay, wo der Button jetzt zwar
    angedeutet ist, aber eigentlich gar nicht
  • 12:27 - 12:30
    mehr da ist, sondern wenn ihr da drauf
    drückt, dann vibriert im Hintergrund ein
  • 12:30 - 12:34
    Motor, der euch das Gefühl gibt, ihr
    drückt gerade einen Knopf. Dieser Motor
  • 12:34 - 12:37
    hat ein Wolframgewicht. Einfach, weil
    Wolfram eine hohe Dichte hat und hohen
  • 12:37 - 12:39
    Schmelzpunkt. Das ist da jetzt nicht so
    relevant, aber das ist bei anderen Sachen
  • 12:39 - 12:43
    relevant, zum Beispiel bei Munition, zum
    Beispiel bei Panzerungen, zum Beispiel bei
  • 12:43 - 12:49
    ganz vielen Legierungen wird Wolfram
    eingesetzt. Tantal, als Tantalerz, auch
  • 12:49 - 12:55
    bekannt als Coltan, das ist Gleiche. Ich
    habe jetzt ein Bild von einem Einkristall
  • 12:55 - 12:58
    mitgebracht. Tantal ist in ganz vielen
    Technologie-Anwendungen relevant und
  • 12:58 - 13:04
    wichtig und eigentlich auch fast nicht
    ersetzbar. Hier in dem Fall vor allen
  • 13:04 - 13:09
    Dingen in Form von Tantal-Kondensatoren,
    die eingesetzt werden oder aber in
  • 13:09 - 13:12
    Legierungen wird es eingesetzt, für die
    chemische Industrie beispielsweise. Und
  • 13:12 - 13:14
    hier gibt es noch ganz viele andere
    Einsatzzwecke. Die will ich jetzt gar
  • 13:14 - 13:18
    nicht alle aufführen, sonst sitzen wir den
    ganzen Abend noch hier. Bei Zinn ist es
  • 13:18 - 13:22
    so, klar, Lötzinn, wer vorhin unten war
    und sich irgendwas zusammengelötet, hat,
  • 13:22 - 13:25
    hat mit Zinn gelötet. Aber auch in
    Displays ist es drin. Indium-Zinnoxid-
  • 13:25 - 13:32
    Displays enthalten eben auch hier das
    Zinn, und ihr seht schon, es ist relevant,
  • 13:32 - 13:35
    woher diese Rohstoffe kommen. Aber noch
    relevanter ist es, dass wir diese
  • 13:35 - 13:41
    Rohstoffe überhaupt haben. Normalerweise
    geht man davon aus, wie die Amerikaner:
  • 13:41 - 13:44
    Okay, diese Rohstoffe kommen aus diesem
    Gebiet, nennt sich auch afghanische Region
  • 13:44 - 13:48
    der großen Seen. Ich hab jetzt mal die
    Produktionsdaten, die die Amerikaner
  • 13:48 - 13:53
    veröffentlichen, rausgesucht, und zwar von
    der USGS. Das ist die amerikanische
  • 13:53 - 13:57
    Geological Survey Behörde. Die machen so
    Analysen und geben Zahlen raus zu allen
  • 13:57 - 14:00
    möglichen Rohstoffen. Und wenn wir hier
    jetzt mal reinschauen, als erstes Mal
  • 14:00 - 14:05
    sehen wir als Europa haben wir jetzt nicht
    so viel davon. Also 4 Prozent in
  • 14:05 - 14:09
    Österreich, weil Österreich da eine große
    Mine hat. Das ist gut, könnte aber besser
  • 14:09 - 14:13
    sein. Nordamerika, sehen wir, hat jetzt
    auch nicht so viel außer ein bisschen Gold
  • 14:13 - 14:17
    in Kanada. Südamerika, joa, die sehen ganz
    gut aus. Aber wir sehen vor allen Dingen
  • 14:17 - 14:21
    Asien und Russland hat sehr viel Gold und
    Zinn und Wolfram und Afrika Tantal. Das
  • 14:21 - 14:25
    ist ein bisschen komisch, weil wenn wir
    auf die Folie davor schauen. Hier heißt es
  • 14:25 - 14:30
    ja noch, das kommt alles aus Afrika. Die
    Daten geben nicht das her, was im
  • 14:30 - 14:34
    Allgemeinen darunter verstanden wird. Und
    zwar Afrika hat sehr viel Tantal, dass es
  • 14:34 - 14:39
    abgebaut wird. Aber hier geht es eben auch
    sehr viel, was aus Asien kommt, was die
  • 14:39 - 14:42
    Europäer jetzt zum Beispiel über ihre
    Definition abdecken. Man muss ja auch dazu
  • 14:42 - 14:48
    sehen oder dazu sagen, es gibt den
    Verdacht, dass hier aus Afrika Erze in die
  • 14:48 - 14:53
    asiatischen Regionen gebracht werden und
    dort gewaschen werden. Den Verdacht gibt
  • 14:53 - 14:58
    es, dass eben hier so ein Umlabeling
    stattfindet. Wenn wir uns jetzt aber mal
  • 14:58 - 15:01
    die Reserven anschauen und hier sind die
    Reserven, die Definition, die ich vorne
  • 15:01 - 15:04
    gebracht habe, wieder wichtig. Hier sehen
    wir, Asien und Russland haben auch
  • 15:04 - 15:09
    Reserven davon. Also irgendwie passt das
    auch nicht so ganz zusammen. Ich muss hier
  • 15:09 - 15:11
    aber auch dazusagen, dass sind jetzt die
    amerikanischen Daten. Und zwar seht ihr
  • 15:11 - 15:16
    das später in der Analyse auch nochmal.
    Die Datengrundlage ist hier alles andere
  • 15:16 - 15:19
    als klar. Sollte man eigentlich meinen,
    man weiß das, woher die Materialien
  • 15:19 - 15:24
    kommen, ist aber nicht so. Deswegen
    genießt das hier mit Vorsicht. Man sieht
  • 15:24 - 15:29
    hier jetzt auch zum Beispiel Nordamerika
    hat gar keine Daten angegeben. Obwohl es
  • 15:29 - 15:32
    eine amerikanische Behörde ist, wissen Sie
    eigentlich nicht, wie viel Reserven sie in
  • 15:32 - 15:39
    Amerika haben oder aus politischen Gründen
    bekannt geben. Gut, kommen wir zur
  • 15:39 - 15:42
    Kritikalitätsanalyse und dann kann ich
    auch noch mal näher eingehen, was das für
  • 15:42 - 15:47
    Auswirkungen auf die quantitative
    Bewertung von dem Versorgungsrisiko hat.
  • 15:47 - 15:53
    Als Unternehmen könnte man, würde man
    jetzt eine Vulnerabilitätsanalyse machen,
  • 15:53 - 15:56
    also eine Verwundbarkeitsanalyse. Man
    schaut sich an, welche Technologie-
  • 15:56 - 16:01
    Rohstoffe setzen und welche sind
    strategisch wichtig? Also was passiert,
  • 16:01 - 16:05
    wenn der Rohstoff wegfällt? Kann ich da
    noch überleben oder nicht? Bei der
  • 16:05 - 16:08
    Lieferkettenanalyse gehe ich die
    Zulieferer durch, ist oftmals schwierig.
  • 16:08 - 16:11
    Ich habe früher in dem Fraunhofer-Institut
    gearbeitet. Haben wir das mal versucht?
  • 16:11 - 16:15
    Ist in vielen Bereichen gar nicht möglich,
    weil die Zulieferer ab einem gewissen
  • 16:15 - 16:18
    Punkt gar nicht mehr wissen, woher das
    kommt. Wir hatten Tantal-Kondensatoren.
  • 16:18 - 16:21
    Die haben wir im Labor untersucht. Wir
    wussten nicht, wie viel Tantal da
  • 16:21 - 16:25
    eigentlich drin ist, weil keiner weiß das.
    Ist auch schwierig das irgendwie
  • 16:25 - 16:29
    herauszufinden. Hat mich ehrlich gesagt
    überrascht, weil dachte ich weiß man, aber
  • 16:29 - 16:34
    weiß man nicht. Das wollen wir heute nicht
    machen. Gut, dass ich darüber geredet
  • 16:34 - 16:39
    habe. Die Rohstoff Radikalität, das wollen
    wir heute machen. Und zwar schauen wir uns
  • 16:39 - 16:43
    an eine ökonomische Bewertung. Die Aspekte
    Ökologie und Soziales lasse ich bewusst
  • 16:43 - 16:47
    weg, weil ansonsten, wie gesagt, wenn wir
    den ganzen Abend hier sitzen, dann sollte
  • 16:47 - 16:50
    man aber hier auch beachten. Ich rede
    ausschließlich über die ökonomischen
  • 16:50 - 16:57
    Gründe. Und danach, wenn wir noch Zeit
    haben, über die Handlungsempfehlung. Was
  • 16:57 - 17:01
    kann man denn eigentlich tun als
    Unternehmen, als Land, als Region, um hier
  • 17:01 - 17:06
    gegenzusteuern. Das Vorgehen und die
    Probleme habe ich so ein bisschen
  • 17:06 - 17:09
    durchgehen lassen. Wir hatten auf der
    einen Seite ein Problem durch fehlende
  • 17:09 - 17:12
    Daten, auf der anderen Seite ein Problem
    dadurch, dass die Datenqualität sehr
  • 17:12 - 17:18
    miserabel war und wir hier sehr weit
    auseinander liegenden Daten manchen Fällen
  • 17:18 - 17:22
    hatten. Außerdem ist es so, dass wir Daten
    haben, die eigentlich nicht miteinander
  • 17:22 - 17:24
    vergleichbar sind. Wenn ich
    Produktionszahlen von einem Rohstoff hab
  • 17:24 - 17:28
    und einem anderen Rohstoff sind
    unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die
  • 17:28 - 17:31
    Aggregation danach auf eine Kennzahl ist
    natürlich auch irgendwo relevant, weil ich
  • 17:31 - 17:34
    will nicht 10000 Kennzahlen haben. Blickt
    keiner mehr durch. Ich möchte eigentlich
  • 17:34 - 17:36
    eine Zahl haben, die mir sagt, es ist
    kritisch oder es ist nicht kritisch. Das
  • 17:36 - 17:40
    haben wir eben gemacht in der Form, dass
    wir fehlende Daten geschätzt haben über
  • 17:40 - 17:44
    verteilungsfunktion und geometrische
    Standardabweichung, wie wir über die
  • 17:44 - 17:48
    Pedegree Matrix geschätzt haben. Dann
    haben wir für die Qualitäten Monte Carlo
  • 17:48 - 17:53
    Simulation pro Datenpunkte pro Land
    gemacht. Mit 10000 simulierten Werten und
  • 17:53 - 17:57
    für die Variabilität der Normierungen auf
    einen Wert zwischen 0 und 100. 0 ist in
  • 17:57 - 18:02
    dem Fall gut, 100 ist in dem Fall
    schlecht. Und zu guter Letzt haben wir das
  • 18:02 - 18:06
    Ganze noch gewichtet durch einen
    Analytical Hierarchie Process. Das ist im
  • 18:06 - 18:11
    Grunde eine Möglichkeit, um Gewichtung
    Faktoren aus Expertenmeinungen heraus zu
  • 18:11 - 18:15
    extrahieren. Wer das jetzt nicht
    verstanden hat, ist nicht schlimm. Ich
  • 18:15 - 18:20
    komme danach nochmal darauf zurück. Es ist
    ein bisschen schwierig, ich weiß. Elf
  • 18:20 - 18:24
    Indikatoren haben herangezogen für vier
    Kategorien. Übrigens, wenn ich sage "wir",
  • 18:24 - 18:28
    dann meine ich damit ich und zwei
    Kommilitonen, die Marie und Ingrid, die
  • 18:28 - 18:31
    mich hierbei unterstützt haben und mit
    denen ich das zusammen gemacht habe. Ich
  • 18:31 - 18:37
    habe hier jetzt elf Indikatoren, die zu
    viel Risiko Kategorien zusammengefasst
  • 18:37 - 18:40
    werden. Und ich würde vorschlagen, wir
    gehen einfach mal durch die gesamten
  • 18:40 - 18:44
    Indikatoren durch, besprechen, was wir da
    so gemacht haben. Der erste
  • 18:44 - 18:49
    Risikoindikator über die
    Angebotsreduktion, teilt sich auf. Die
  • 18:49 - 18:53
    erste Risikokategorie teilt sich auf in
    drei Indikatoren: die statische Reserven
  • 18:53 - 18:58
    Reichweite, die statische
    Ressourcenreichweite und die End of Life
  • 18:58 - 19:06
    Recycling Rate. Statische Reichweiten kann
    man sich so vorstellen: Wir nehmen das
  • 19:06 - 19:09
    Vorkommen, die Lagerstätte, was dort an
    Tonnen drin ist, was wir dort drin
  • 19:09 - 19:13
    vermuten oder nachgewiesen haben, und
    teilen das durch die Produktionsmenge pro
  • 19:13 - 19:17
    Jahr. Also ich habe hier beispielsweise
    100 Tonnen, die noch im Boden sind und
  • 19:17 - 19:21
    teile sie durch die 10 Tonnen pro Jahr
    Abbau. Danach kommt eine Jahreszahl raus.
  • 19:21 - 19:27
    Also für zehn Jahre kann ich das Spiel so
    theoretisch noch weitertreiben. Jetzt muss
  • 19:27 - 19:32
    man hier aber sehen, das ist statisch. Der
    Club of Rome hat in den 70er Jahren einen
  • 19:32 - 19:35
    Bericht herausgebracht, wo sie gesagt
    haben: "Bis 2000 sind alle Rohstoffe weg."
  • 19:35 - 19:41
    Haben sich alle gedacht: Okay. Bisschen
    blöd. Wir müssen etwas tun. Keiner hat
  • 19:41 - 19:44
    etwas getan. Heute stehen wir immer noch
    da, 2020. Wir leben immer noch, und wir
  • 19:44 - 19:50
    atmen noch und wirtschaften. Deswegen, so
    ganz kann das nicht stimmen. So ganz
  • 19:50 - 19:55
    stimmt das auch hier nicht. Und zwar:
    Reserven und Ressourcen sind nicht fix.
  • 19:55 - 19:59
    Klar, wenn der Marktpreis steigt, steigt
    die Nachfrage. Steigt die Nachfrage,
  • 19:59 - 20:02
    gibt's auf der anderen Seite meistens auch
    wieder mehr Leute, die Angebot schaffen.
  • 20:02 - 20:06
    Das heißt, wir haben mehr
    Explorationstätigkeiten, mehr
  • 20:06 - 20:08
    Investitionen in irgendwelche
    Bergbauprojekte. Wir holen einfach mehr
  • 20:08 - 20:13
    raus, wir erschließen mehr Lagerstätten.
    Dadurch verändert sich das auch wieder
  • 20:13 - 20:17
    nach oben. Aber diese beiden Indikatoren
    in diesem Fall sollen einfach eine Maßgabe
  • 20:17 - 20:22
    dafür sein: Okay. Wo stehen wir denn
    aktuell? Bei der EoL Recyclingrate ist es
  • 20:22 - 20:27
    so: End of life, hier geht es um die
    Produkte, nicht um die während dem Prozess
  • 20:27 - 20:30
    anfallenden Recyclingraten, was die
    Bundesregierung manchmal ein bisschen
  • 20:30 - 20:35
    durcheinanderbringt, und wir deswegen sehr
    gut dastehen. Hier geht es wirklich nur um
  • 20:35 - 20:41
    die Produkte, die am Ende recycelt werden.
    Hierfür gibt es ja von verschiedenen
  • 20:41 - 20:48
    Quellen Literaturangaben, die wir einfach
    verwendet und einbezogen haben. Wie schon
  • 20:48 - 20:51
    gesagt, wir mussten das Ganze normieren,
    wir haben das wieder normiert auf einen
  • 20:51 - 20:55
    Wert zwischen 0 und 100, damit das auch
    vergleichbar ist. Hier habe ich jetzt
  • 20:55 - 21:00
    einfach mal ein paar Daten mitgebracht.
    Beispielsweise sieht man hier oben die
  • 21:00 - 21:04
    staatischen Reservenreichweite und
    statische Ressourcenreichweite. Für Tantal
  • 21:04 - 21:08
    sieht das Ganze noch ganz gut aus. 103
    Jahre, kann man sagen, ist okay. Wenn man
  • 21:08 - 21:13
    sich anschaut, Zinn mit 16,9 Jahren ist
    ein bisschen weniger. Also je nachdem, wie
  • 21:13 - 21:16
    sich der Preis verändert. Je nachdem, wie
    schnell wir auch so Bergbauprojekte
  • 21:16 - 21:20
    umsetzen können, kann das schon etwas
    kritischer werden. Bei der Recyclingrate
  • 21:20 - 21:25
    sieht man hier auch noch Potenzial nach
    oben. 40 Prozent im Fall von Zinn ist
  • 21:25 - 21:30
    schon ganz gut, aber jetzt auch noch nicht
    perfekt. Ach ja, jetzt kommen wir dann
  • 21:30 - 21:35
    aber mal endlich zu den Kennzahlen, die
    wir berechnet haben. Dafür mal eine kurze
  • 21:35 - 21:39
    Einführung. Wer von euch kennt Box-Plot-
    Diagramme? Doch schon ein paar, dann mach'
  • 21:39 - 21:43
    ichs ganz kurz. Ein Box-Plot-Diagramm
    bezeichnet einfach nur einen Mittelwert
  • 21:43 - 21:48
    mit einer gewissen Fehler Abweichung. Es
    gibt hier eine Box außen rum, die das
  • 21:48 - 21:52
    Konfidenzintervall von 50% angibt, und die
    beiden Antennen nach oben und nach unten
  • 21:52 - 21:57
    geben das 95%ige Konfidenzintervall an.
    Damit kann man dann ungefähr abschätzen,
  • 21:57 - 22:01
    wie hoch ist denn hier der Fehler? Wie
    viele Daten sind hier denn drüber oder
  • 22:01 - 22:06
    unter dem Mittelwert? Wir haben jetzt hier
    für die 3 Indikatoren das mal
  • 22:06 - 22:10
    ausgerechnet. Man sieht hier: Die
    Reichweiten sind für diese 3 sehr
  • 22:10 - 22:15
    schlecht, und hier drüben auch und Tantal
    fällt irgendwie raus. Hier drüben mit dem
  • 22:15 - 22:23
    Fehler von 0 bis 70 ist es auch nicht so
    gut. Liegt ganz einfach daran, dass hier
  • 22:23 - 22:27
    die Reserven-Daten einfach total Kraut und
    Rüben sind. Hier waren wirklich Angaben
  • 22:27 - 22:32
    dabei von Ist überhaupt nicht kritisch,
    ignoriert's, bis hin zu: Okay. Irgendwie
  • 22:32 - 22:37
    sterben wir die nächsten paar Jahrzehnte.
    Aber deswegen fällt das ein bisschen raus,
  • 22:37 - 22:39
    mit Vorsicht genießen. Bei den anderen
    kann man aber schon sagen: Okay, das ist
  • 22:39 - 22:44
    hier schon relativ kritisch, sehr nah am
    100er-Bereich. Bei der Recyclingrate
  • 22:44 - 22:50
    sieht's jetzt auch nicht wirklich rosig
    aus. Also nicht so wirklich toll. Komme
  • 22:50 - 22:54
    zur 2. Kategorie und schauen, ob es hier
    besser wird. Hier haben wir einmal die
  • 22:54 - 22:59
    Kuppelproduktion. Kuppelproduktion, ganz
    kurz gesagt, ist einfach das Nebenprodukt.
  • 22:59 - 23:03
    Also ich habe eine Hauptproduktion, ich
    habe eine Wolframmine, und in dieser Mine
  • 23:03 - 23:07
    werden andere Rohstoffe mit abgebaut.
    Diese Wolframmine steuert ihre Produktion
  • 23:07 - 23:10
    jetzt aber danach, wie der Wolframpreis
    ist, nicht danach, wie der Preis für Zinn
  • 23:10 - 23:15
    oder was auch immer ist. Dementsprechend
    ist es schlecht, wenn ich nur meine
  • 23:15 - 23:20
    Gesamtproduktion über Kuppelprodukte
    abbaue. Deswegen haben wir das hier
  • 23:20 - 23:24
    verrechnet und den Anteil davon
    herausgerechnet. Warum ist das negativ?
  • 23:24 - 23:28
    Ganz einfach: Die Nachfrage kann nicht
    bedient werden und steuert nicht das
  • 23:28 - 23:31
    Angebot. Deswegen hier auch
    Nachfrageausweitungen, wenn die Nachfrage
  • 23:31 - 23:34
    ansteigt, kann das Angebot nicht
    nachziehen, weil eben keiner in der Mine
  • 23:34 - 23:41
    da nachsteuert. Bedarf zukünftiger
    Technologien ist hier eine Expertenmeinung
  • 23:41 - 23:45
    darüber, wie die Nachfrage für zukünftige
    Technologien 2030 aussieht. Wie viel von
  • 23:45 - 23:51
    den Rohstoffen, den 3TG-Rohstoffen werden
    wir 2030 mehr verbrauchen als heute?
  • 23:51 - 23:55
    Deswegen auch durch die
    Produktionsschritte vom heutigen Jahr
  • 23:55 - 23:58
    geteilt. Und zu guter Letzt die
    Substituierbarkeit. Die Substituierbarkeit
  • 23:58 - 24:02
    bedeutet einfach die Einsetzbarkeit eines
    Rohstoffs. Also ich habe einen Rohstoff
  • 24:02 - 24:06
    Wolfram und was kann ich machen, um ihn
    durch irgendwas anderes zu ersetzen? Im
  • 24:06 - 24:09
    günstigsten Fall habe ich irgendwas, was
    nicht radioaktiv ist, im schlechtesten
  • 24:09 - 24:14
    Fall nämlich Uran. Das hat auch eine hohe
    Dichte und Munition, noch ein paar andere
  • 24:14 - 24:19
    nette Nebeneffekte für Kriegstreiber. Ich
    kann Rohstoffe durch andere manchmal
  • 24:19 - 24:24
    ersetzen und substituieren, manchmal auch
    nicht. Das ist jetzt ein bisschen
  • 24:24 - 24:27
    unübersichtliche Grafik, aber mit solchen
    Grafiken haben wir hier schon gearbeitet,
  • 24:27 - 24:31
    das ist eine Angabe, die ursprünglich von
    der UN kommt. Die haben sich mal
  • 24:31 - 24:34
    angeschaut: Okay, wo sind denn
    Kuppelprodukte, zu welchen Hauptprodukten?
  • 24:34 - 24:39
    Hier oben sehen wir dann mal eine
    Substituierungsaussage. Also Wolfram ist
  • 24:39 - 24:42
    jetzt z. B. nicht ganz so gut
    substituierbar, die anderen sind eher im
  • 24:42 - 24:47
    Mittelfeld. Und hier unten sehen wir dann
    mal Prozentzahlen, wie viel denn die
  • 24:47 - 24:52
    Nachfrage ansteigen wird durch zukünftige
    Technologien. Hier sehen wir 231 Prozent
  • 24:52 - 24:58
    mehr als heute ist ein bisschen viel. 134
    ist jetzt auch nicht wenig. Hier geht's
  • 24:58 - 25:02
    übrigens nur um zukünftige Technologien.
    Also alles, was heute normal läuft, ist
  • 25:02 - 25:06
    noch dabei. Nachdem diese Zahlen
    wahrscheinlich den wenigsten von euch was
  • 25:06 - 25:10
    sagen, haben wir wieder Indikatorwerte
    gebildet. Hier für die Kuppelproduktion.
  • 25:10 - 25:14
    Da sieht es ganz gut aus, hab ihr hier auf
    der Grafik ja auch gesehen. Alles ist
  • 25:14 - 25:18
    außen dran, im Rahmen von 10 Prozent,
    sowas. Also nicht viel wird über die
  • 25:18 - 25:24
    Kuppelproduktion abgebaut. Beim Bedarf für
    zukünftige Technologien sieht's wieder
  • 25:24 - 25:30
    besser aus. Außer bei Zinn schlechter aus.
    entschuldigung. Rot ist schlecht, Grün ist
  • 25:30 - 25:34
    gut. Zinn, da sieht es ganz gut aus, bei
    den anderen dreien eher wieder schlechter.
  • 25:34 - 25:40
    Die Substituierbarkeit ist hier im
    Mittelfeld bis gut. Klar, Wolfram wird vor
  • 25:40 - 25:42
    allen Dingen eingesetzt wegen dem hohen
    Gewicht, kann ich jetzt auch ein anderes
  • 25:42 - 25:47
    Element nehmen, das auch viel wiegt. Bei
    Tantal beispielsweise, wenn ich das
  • 25:47 - 25:52
    einsetze, als Legierungesstoff, um die
    chemische Korrosionsbeständigkeit zu
  • 25:52 - 25:57
    verbessern, wird es dann schon
    schwieriger, einen Ersatz zu finden.
  • 25:57 - 26:02
    Kommen wir zur dritten Kategorie, das
    Konzentrationsrisiko. Hier haben wir etwas
  • 26:02 - 26:06
    verwendet, das nennt sich Herfindahl-
    Hirschmann-Index. Wer von euch irgendwie
  • 26:06 - 26:10
    mit BWL ein bisschen was zu tun hat, der
    kennt das sowieso schon. Und zwar geht es
  • 26:10 - 26:14
    hier darum: Wie kann ich
    Marktkonzentrationen messen? Dieser
  • 26:14 - 26:19
    Indikator, dieser Index nimmt einen Wert
    von 0 bis 10.000 ein. Im Grunde ist es
  • 26:19 - 26:22
    einfach nur der quadrierte
    Produktionsanteil pro Land und das
  • 26:22 - 26:28
    aufsummiert. Dadurch kriegt man so eine
    Einordnung. Länder, die sehr viel
  • 26:28 - 26:32
    produzieren oder die... Ich zeige einfach
    gleich die Graphe, dann wird's
  • 26:32 - 26:36
    verständlicher. Länder oder Rohstoffe, die
    in wenigen Ländern abgebaut werden, wie
  • 26:36 - 26:42
    beispielsweise Wolfram, haben einen sehr
    hohen Index und Länder, wo es besser ist,
  • 26:42 - 26:45
    Rohstoffe wo es in mehreren Ländern
    abgebaut wird, da sieht der Indikator
  • 26:45 - 26:51
    etwas besser aus, wie beispielsweise bei
    Gold. Die Amerikaner und die Europäer
  • 26:51 - 26:54
    haben hier wieder ein bisschen
    unterschiedliche Interpretationen davon.
  • 26:54 - 27:00
    Die Amerikaner sagen: Ein Wert von über
    2500 ist als kritisch zu bewerten. Die
  • 27:00 - 27:04
    Europäer sagen: Ein Wert von über 1800 ist
    als kritisch zu bewerten. Wenn wir hier
  • 27:04 - 27:09
    mal reinschauen für die Unternehmens
    Konzentration reißen alle Rohstoffe diesen
  • 27:09 - 27:16
    Wert. Für die Länderkonzentration außer
    Gold alle Länder. Alle Rohstoffe, sorry,
  • 27:16 - 27:21
    Aufgetragen sieht man hier jetzt auch
    wieder: Gut, Gold sieht ganz gut aus. Die
  • 27:21 - 27:26
    anderen 3 wieder etwas schlechter. Warum
    ist hier die Unternehmenskonzentration
  • 27:26 - 27:31
    höher als die Länderkonzentration? Wir
    haben einige Länder, in denen die
  • 27:31 - 27:36
    Rohstoffe abgebaut werden, aber wir haben
    multinationale Bergbauunternehmen, die in
  • 27:36 - 27:40
    mehreren Ländern gleichzeitig arbeiten.
    Dadurch beschränkt sich der Markt eben auf
  • 27:40 - 27:44
    wenige Unternehmen, die das abbauen.
    Dadurch haben wir hier auch eine höhere
  • 27:44 - 27:47
    Konzentration und damit dann auch wieder
    im Umkehrschluss ein hohes Risiko, weil,
  • 27:47 - 27:51
    klar, wenige Unternehmen... Wir sehen das
    bei der Opec. Die können teilweise den
  • 27:51 - 27:59
    Preis sehr stark beeinflussen. Bei Tantal
    beispielsweise ist es aber auch so, dass
  • 27:59 - 28:03
    die Unternehmensskonzentration hier nicht
    bei dem Bergbauunternehmen oder beim
  • 28:03 - 28:07
    Bergbau selber liegt, sondern eher bei dem
    aufschmelzen und weiterverarbeiten davon.
  • 28:07 - 28:12
    Weil der Bergbau vor allen Dingen im
    kleinen Bergbau Betrieb gemacht hat, es
  • 28:12 - 28:17
    sind Minen, in denen die Arbeiter
    teilweise unter sklavenähnlichen Zuständen
  • 28:17 - 28:19
    arbeiten müssen, meistens werden
    Menschenreche und Völkerrechte hier
  • 28:19 - 28:25
    ignoriert. Also Bergbaugerät kann man da
    nicht wirklich dazu sagen. Die haben im
  • 28:25 - 28:29
    Optimalfall eine Hacke und werden dann zur
    Arbeit gezwungen. Ich hatte vorhin auch
  • 28:29 - 28:36
    mal ein Bild davon angeworfen. Man
    versucht mittlerweile darauf einzuwirken,
  • 28:36 - 28:40
    das zu verbessern. Aber das spiegelt sich
    hier eben leider nicht wider, weil hier
  • 28:40 - 28:44
    eben multinationale Konzerne danach das
    Erz aufkaufen und weiterverarbeiten und
  • 28:44 - 28:49
    dadurch eben trotzdem dieses Bottleneck da
    ist. Kommen wir vielleicht mal zu einem
  • 28:49 - 28:54
    etwas Sozialerem, hoffen wir es zumindest:
    Das geopolitische Risiko. Hier geht es
  • 28:54 - 28:57
    darum: Wie sicher sind die Länder, in
    denen der Bergbau betrieben wird? Auf der
  • 28:57 - 29:04
    einen Seite haben wir dafür die politische
    Stabilität. Alle 3 Indikatoren werden nach
  • 29:04 - 29:08
    dem Produktionsanteil pro Land wieder
    gewichtet. Aber wir haben hier den
  • 29:08 - 29:15
    Indikator WGI PV. Das ist der World
    Governance Index und misst die Political
  • 29:15 - 29:21
    Stability und die Abwesenheit von
    Terrorismus oder Gewalt in einem Land.
  • 29:21 - 29:26
    Dann haben wir hier das politische
    Potenzial. Das ist eine Befragung von
  • 29:26 - 29:30
    Bergbauunternehmen in den Ländern, wie sie
    denn das Potenzial im Land einschätzen, um
  • 29:30 - 29:35
    Bergbau zu betreiben. Also was sagen die
    Bergbauunternehmen selbst? Ist es hier
  • 29:35 - 29:39
    möglich? Oder ist es hier sehr schwer,
    neue Projekte anzulanden? Und zu guter
  • 29:39 - 29:44
    Letzt auf der Seite hier rechts ist das
    Risiko der Regulierung. Das ist ein
  • 29:44 - 29:50
    bisschen asozial, muss ich dazusagen. Und
    zwar nehme ich hier den Human Development
  • 29:50 - 29:54
    Index. Ein hoher Human Development Index
    heißt: Das Land ist sehr entwickelt. Das
  • 29:54 - 29:57
    heißt aber meistens im Umkehrschluss auch
    dieses Land hat sehr viel Regulierung.
  • 29:57 - 29:59
    Schauen wir auf Deutschland, Deutschland
    ist sehr gut entwickelt, aber wir haben
  • 29:59 - 30:04
    unglaublich viel Regulierung, was die
    Umwelt angeht. Eigentlich, was jeden
  • 30:04 - 30:07
    Bereich angeht. Und dadurch wird es hier
    schwierig, neue Bergbauprojekte sehr
  • 30:07 - 30:11
    schnell umzusetzen. In Ländern, die jetzt
    nicht so weit entwickelt sind, geht das
  • 30:11 - 30:14
    Ganze ein bisschen schneller. Deswegen
    wird das hier als Risiko eingeschätzt und
  • 30:14 - 30:18
    nicht als negativ, wenn ein Land einen
    niedrigen Human Development Index hat.
  • 30:18 - 30:22
    Deswegen habe ich auch vorhin gesagt, man
    müsste hier eigentlich auch noch soziale
  • 30:22 - 30:26
    und ökologische Aspekte mit reinbringen,
    weil rein nach ökonomischen
  • 30:26 - 30:33
    Gesichtspunkten argumentiert macht das
    zwar Sinn, aber ist nicht so das Tolle.
  • 30:33 - 30:39
    Gut, schauen wir uns die Daten mal an.
    Auch wieder bei der politischen Stabilität
  • 30:39 - 30:45
    sind diese 3 hier mäßig gut und Tantal
    schlägt nach oben aus und ist relativ
  • 30:45 - 30:51
    schlecht. Beim politischen Potenzial sehen
    wir wieder ein großes Spike was Tantal
  • 30:51 - 30:56
    angeht. Hier liegt es jetzt daran, dass
    das Fraser Institute, das davor den
  • 30:56 - 31:03
    Indikator hier... die Befragung macht, die
    versuchen das natürlich in möglichst
  • 31:03 - 31:05
    vielen Ländern zu tun, aber in einem Land,
    wo gerade im Bürgerkrieg ist, ist es ein
  • 31:05 - 31:09
    bisschen schwierig, einen Bergbaukonzern
    zu befragen, weil der meistens dann nicht
  • 31:09 - 31:13
    mehr existiert oder eben andere Probleme
    hat. Hier ist es auch so, dass im
  • 31:13 - 31:19
    Kleinstbergbau diese Unternehmen, diese
    Minen eben auch eher schwer befragt werden
  • 31:19 - 31:23
    können. Deswegen fehlen hier die Daten,
    und wir mussten die schätzen, wieder über
  • 31:23 - 31:27
    Verteilungsfunktionen. Bei der Regulierung
    sehen wir, dass hier auch diese 3 sehr
  • 31:27 - 31:31
    schlecht abschneiden. Tantal schneidet
    hier wieder gut ab oder zumindest nicht
  • 31:31 - 31:35
    ganz so schlecht ab, was auch daran liegt,
    dass der Human Development Index, dass die
  • 31:35 - 31:44
    HDI in den Ländern in Afrika, in denen
    Bürgerkrieg herrscht und in denen
  • 31:44 - 31:48
    Konflikte herrschen, meistens nicht so gut
    ist. Das heißt, da ist die Regulierung
  • 31:48 - 31:52
    auch nicht so stark. Laut diesem Indikator
    könnte man hier eigentlich gut
  • 31:52 - 31:55
    Bergbauprojekte durchsetzen. Aber man muss
    das eben auch wieder relativieren durch
  • 31:55 - 31:59
    diese anderen Indikatoren, die da ein
    bisschen entgegenwirken. Ich habe ja
  • 31:59 - 32:02
    vorhin gesagt, wenn man so alle
    Indikatoren auf einem Fleck sieht, dann
  • 32:02 - 32:05
    ist es sehr unübersichtlich. Und hier habt
    ihr es, es ist relativ unübersichtlich.
  • 32:05 - 32:10
    Ich habe es versucht, ein bisschen
    einzufärben. Hier sieht man dann eben die
  • 32:10 - 32:14
    normierten Werte, wo sie gut, wo sie
    schlecht sind. Wir haben dann diese
  • 32:14 - 32:17
    Gewichtungsfaktoren hier eingesetzt. Die
    Gewichtungsfaktoren haben wir aus einer
  • 32:17 - 32:22
    anderen Studie, aus einem anderen Projekt
    entnommen, das an der Universität Augsburg
  • 32:22 - 32:24
    gemacht wurde, die diese AHP-
    Gewichtungsfaktoren schon mal ermittelt
  • 32:24 - 32:29
    haben. Wir haben danach die gesamten Werte
    hier gewichtet und dann einfach hier unten
  • 32:29 - 32:33
    zusammen aufsummiert. Und wir sehen jetzt
    hier, dass Wolfram hier schlecht
  • 32:33 - 32:38
    abschneidet. Liegt vor allem eben auch
    daran, dass - wo isses - hier oben das
  • 32:38 - 32:42
    Risiko der Konzentration hoch bewertet
    wird, weil es einfach einer der sichersten
  • 32:42 - 32:47
    Indikatoren ist. Wir sehen jetzt hier auch
    ,dass Gold relativ gut abschneiden, weil
  • 32:47 - 32:51
    Gold einfach in mehreren Ländern
    gleichzeitig abgebaut wird. Aufgetragen
  • 32:51 - 32:54
    jetzt wieder als Diagramm, sieht man,
    alles bewegt sich trotzdem noch irgendwo
  • 32:54 - 32:58
    im oberen Mittelfeld. Also eigentlich
    besser, als man es aus den einzelnen
  • 32:58 - 33:02
    Indikatoren ursprünglich gesehen hätte
    oder angenommen hätte. Und ich habe hier
  • 33:02 - 33:05
    noch eine Grafik mitgebracht von der
    Europäischen Kommission. Die haben mal
  • 33:05 - 33:12
    eine ähnliche Analyse gemacht und haben
    hier rausbekommen, dass Wolfram ein hohes
  • 33:12 - 33:16
    Supply-Risk hat, also ein hohes
    Versorgungsrisiko. Und auf der anderen
  • 33:16 - 33:20
    Seite auch wirtschaftlich für die Eurozone
    sehr wichtig ist. Interessanterweise wurde
  • 33:20 - 33:25
    hier Gold auf der Wichtigkeitsschiene
    relativ weit unten angesiedelt. Ansonsten
  • 33:25 - 33:31
    decken sich aber eigentlich die Analysen.
    Außer, dass wir sie hier ein bisschen
  • 33:31 - 33:35
    kritischer eingestuft haben. Man muss hier
    aber auch dazu sagen: Ja, es ist nicht
  • 33:35 - 33:45
    ganz klar, was hier als Benchmark unten
    angenommen wurde. Ich habe ja versprochen,
  • 33:45 - 33:47
    ich will auch noch mal ganz kurz auf
    Handlungsempfehlungen eingehen. Also was
  • 33:47 - 33:51
    kann ein Unternehmen machen? Was kann
    Deutschland machen, um sich abzusichern
  • 33:51 - 33:57
    und diese Versorgungs Risiken abzusichern?
    Es gibt drei große Kategorien, die hier im
  • 33:57 - 34:01
    Zentrum stehen, eigentlich für alle vier
    Materialien. Und zwar ist das einmal
  • 34:01 - 34:04
    Forschung und Entwicklung im Bereich
    Recycling. Alles, was wir in Deutschland
  • 34:04 - 34:09
    recyceln, alles, was wir nicht importieren
    müssen, ist gut, weil dadurch haben wir
  • 34:09 - 34:12
    den gesamten Konflikte außerhalb von
    Deutschland auch nicht. Also wir
  • 34:12 - 34:15
    unterstützen sie nicht, sondern wir
    befinden uns im Kreislauf. Ist aus ganz
  • 34:15 - 34:20
    vielen Gründen super, weil wir eben weder
    politisch erpressbar sind, noch
  • 34:20 - 34:26
    irgendwelche Konflikte damit unterstützen.
    Macht langfristig einfach am meisten Sinn.
  • 34:26 - 34:31
    Die Entwicklung von Substituten und von
    Kreislauf-Wirtschaftssystemen macht unter
  • 34:31 - 34:34
    diesem Gesichtspunkt einfach auch Sinns.
    Also umso mehr Substitute ich habe, umso
  • 34:34 - 34:38
    mehr ich reagieren kann, einen Rohstoff
    durch einen anderen ersetzen kann, umso
  • 34:38 - 34:41
    flexibler bin ich hier auch in der
    Versorgung und Kreislauf-
  • 34:41 - 34:45
    Wirtschaftssysteme gut, das ist natürlich
    dann auch wieder für das Recycling
  • 34:45 - 34:49
    irgendwo die Grundvoraussetzung. Erst wenn
    ich die Produkte zurückführen kann und
  • 34:49 - 34:52
    hier eben auch weiß, welche Produkte das
    sind, kann ich hier auch sinnvollere
  • 34:52 - 34:57
    Rohstoffe raus gewinnen, insbesondere im
    Technologiebereich ist ja gerade so ein
  • 34:57 - 35:04
    bisschen es schwierig. Eigentlich darf man
    Technologieprodukte ja im Handel zurück,
  • 35:04 - 35:07
    also Elektronikprodukte im Handel
    zurückgeben. Aber nicht jeder Händler
  • 35:07 - 35:11
    macht das mit. Man kann zwar auch auf dem
    Wertstoffhof abgeben, aber so ganz was
  • 35:11 - 35:15
    damit passiert, weiß eigentlich auch
    keiner. Es gibt hier ganz viel Export, zum
  • 35:15 - 35:19
    Beispiel wieder in die afrikanischen
    Regionen von Elektroschrott. Das ist
  • 35:19 - 35:23
    natürlich suboptimal, weil wir dadurch
    dann nicht nur unseren Schrott irgendwo
  • 35:23 - 35:26
    anders hinbringen, sondern eben auch die
    Rohstoffe in diesem Schrott einfach
  • 35:26 - 35:31
    verlieren. Die beiden Punkte auf der
    rechten Seite sind dann etwas spezieller,
  • 35:31 - 35:35
    insbesondere im Bereich bei Wolfram ist es
    so, dadurch, dass Wolfram sehr stark
  • 35:35 - 35:39
    konzentriert ist auf wenige Länder und
    Unternehmen. Macht es hier Sinn, eine
  • 35:39 - 35:42
    Rückwärtsintegrationen zu machen. Das
    bedeutet, ich kauf ein Unternehmen auf,
  • 35:42 - 35:46
    die in der Wertschöpfungskette vor mir,
    also vorgelagert sind, zum Beispiel Minen
  • 35:46 - 35:52
    oder Unternehmen, die Wolfram
    aufschmelzen. Ich kann hier aber auch
  • 35:52 - 35:55
    einfach nur Investments in diese
    Unternehmen tätigen oder aber langfristige
  • 35:55 - 36:00
    Verträge abschließen, einfach um mich hier
    langfristig sicher aufzustellen, dass ich
  • 36:00 - 36:04
    eben die Versorgung habe, wenn ich sie
    brauche und nicht abhängig bin von großen
  • 36:04 - 36:08
    Unternehmen. Einlagerungen in
    Diversifikation, also Diversifikation der
  • 36:08 - 36:12
    Lieferkette, macht eigentlich auch nur
    Sinn bei Tantal. Einfach weil man damit
  • 36:12 - 36:16
    ein bisschen die Zeit überbrücken will,
    wenn ein politischer Konflikt irgendwo
  • 36:16 - 36:22
    ausbricht und man hier sich einfach Zeit
    kauft, um sich umzustellen, also um seine
  • 36:22 - 36:27
    Versorgung auf ein anderes Land zu
    konzentrieren. Oder aber wartet, bis der
  • 36:27 - 36:30
    Konflikt vorüber ist oder darauf hinwirkt,
    dass der Konflikt vorüber ist.
  • 36:30 - 36:33
    Insbesondere bei den Konfliktrohstoffen
    ist es so, dass die Europäer sich auch
  • 36:33 - 36:37
    dazu verpflichtet haben, eine
    Sorgfaltspflicht einzuführen, um ebren
  • 36:37 - 36:42
    hier darauf hinzuwirken, dass Rohstoffe
    nicht mehr konfliktfördernd abgebaut
  • 36:42 - 36:49
    werden. Bis 2021 müssen zum Beispiel alle
    europäischen Importunternehmen nachweisen,
  • 36:49 - 36:56
    woher sie die Rohstoffe bekommen und dass
    sie sie eben aus konfliktfreien Minen
  • 36:56 - 37:04
    gekauft haben. Zur Zukunft der Methodik.
    Ich habe die Methode jetzt etwas stärker
  • 37:04 - 37:07
    gewichtet in diesem Vortrag, das war auch
    Absicht. Trotz allem sehe ich natürlich
  • 37:07 - 37:10
    auch die Probleme an der Methodik. Ich
    habe ja schon gesagt, ökologische und
  • 37:10 - 37:16
    soziale Aspekte sollten hier definitiv
    auch ein Gewicht bekommen. Es ist auch so,
  • 37:16 - 37:21
    dass die mangelnden Datengrundlagen
    einfach manche Aussagen schwierig machen.
  • 37:21 - 37:25
    Ich persönlich bin der Meinung, die
    Aussagen sind gut, weil sie eben erst mal
  • 37:25 - 37:27
    gemacht wurden und wir jetzt darauf
    reagieren können. Wir können jetzt
  • 37:27 - 37:30
    anfangen auch herauszufinden, wo brauchen
    wir eigentlich noch Daten? Wo müssen wir
  • 37:30 - 37:34
    tiefer bohren? Wo müssen wir mehr
    analysieren? Die Sorgfaltspflicht habe ich
  • 37:34 - 37:36
    jetzt igeraede bene auch scho genannt, das
    kann man natürlich immer nochmal weiter
  • 37:36 - 37:39
    ausbauen, auch für andere Rohstoffe. Ich
    habe ja auch schon gesagt, es gibt nicht
  • 37:39 - 37:42
    nur die drei TG Materialien, die
    konfliktfördernd sind, sondern eben auch
  • 37:42 - 37:48
    nochmal andere Rohstoffe. Kobalt ist hier
    zum Beispiel eins, wo man drüber redet.
  • 37:48 - 37:52
    Hier sollen wir das mit aufnehmen zu den
    Konflikt Rohstoffen oder nicht? Und zu
  • 37:52 - 37:56
    guter Letzt: Die Methodik sollte eben auch
    vereinheitlicht werden. Es gibt
  • 37:56 - 37:59
    verschiedene Ansätze, um eine
    Kritikalitsanalyse zu machen. Ich habe
  • 37:59 - 38:06
    euch jetzt hier heute eine vorgestellt.
    Ja, ihr habt es ja schon gesehen: Die
  • 38:06 - 38:10
    Europäische Kommission hat auch eine
    gewählt, die auch funktioniert. Die
  • 38:10 - 38:15
    Aussagen sind auch ähnlich, aber gleich
    sind sie nicht. Hier ist einfach noch
  • 38:15 - 38:19
    Forschung nötig, wie man das verbessern
    kann und wie man hier auch genauer messen
  • 38:19 - 38:24
    kann, was für Auswirkungen der Abbau
    überhaupt hat. Damit bin ich jetzt auch
  • 38:24 - 38:29
    schon am Ende angekommen von diesem
    Vortrag. Aber zum Glück nicht am Ende der
  • 38:29 - 38:32
    Welt. Ich habe ja am Anfang gesagt Okay,
    die Bombe platzt, und das Ende der Welt
  • 38:32 - 38:35
    ist es zum Glück nicht der Fall. Also ihr
    könnt alle beruhigt nach Hause gehen und
  • 38:35 - 38:40
    schlafen. Die Rohstoffsituation insgesamt
    ist angespannt, aber wir haben noch ein
  • 38:40 - 38:47
    paar Jahre Zeit, um uns darum zu kümmern
    und hier die Zündschnur zu löschen, sage
  • 38:47 - 38:51
    ich einfach mal. Ich freue mich jetzt
    natürlich auf eure Fragen und stehe euch
  • 38:51 - 38:55
    hier noch zur Verfügung. Außerdem suche
    ich gerade jemand, der mich bei meinem
  • 38:55 - 38:58
    Podcast 'Ressourcen FM' unterstützt, weil
    so ein Monolog auf Dauer dann irgendwo
  • 38:58 - 39:01
    langweilig wird und wahrscheinlich auch
    für die Zuhörer etwas langweilig und
  • 39:01 - 39:05
    langatmig ist. Falls ihr euch berufen
    dafür fühlt und auch schon ein bisschen
  • 39:05 - 39:08
    ein Grundwissen in dem Bereich mit
    einbringt, dann meldet euch einfach bei
  • 39:08 - 39:11
    mir. Ihr könnt einfach auf meine Webseite
    gehen und hier findet da nochmal mehr
  • 39:11 - 39:17
    Materialien zu den Regularien und eben
    auch zu demThema Kritikalitätsanalyse im
  • 39:17 - 39:23
    Allgemeinen. Vielen Dank.
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 39:23 - 39:28
    Applaus
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 39:28 - 39:31
    Herald: Wir haben direkt eine Frage aus
    dem Internet.
  • 39:31 - 39:37
    Singal-Angel: Der IRC möchte wissen, ob
    wir überhaupt die Recyclingkapazitäten und
  • 39:37 - 39:41
    -technologien haben für z.B. Handys,
    Laptops, IOT-Geräte und deren Komponenten.
  • 39:41 - 39:49
    Martin: Die Frage muss ich ja jetzt nicht
    wiederholen. Jain. Also es gibt die
  • 39:49 - 39:52
    Technologie in manchen Bereichen bereits
    jetzt. Es gibt verschiedene Unternehmen,
  • 39:52 - 39:58
    die damit experimentieren, zum Beispiel
    Umicore. Beispielsweise für Elektroakkus.
  • 39:58 - 40:02
    Das ist ja so ein großes Problem, das
    aktuell immer wieder gehypt, wo gesagt
  • 40:02 - 40:05
    wird, ja die kann man nicht recyceln, und
    das ist total anstrengend, weil sie sind
  • 40:05 - 40:09
    alle nicht genormt. Es ist eigentlich
    möglich. Es gibt ja auch schon eine
  • 40:09 - 40:12
    Pilotanlage dafür. Es lohnt sich einfach
    noch nicht. Es ist aktuell immer noch
  • 40:12 - 40:18
    günstiger, die Rohstoffe zu importieren,
    weil eben auch solche Sachen wie
  • 40:18 - 40:20
    Konfliktrohstoffe günstig sind, weil hier
    externe Kosten auch noch nicht eingepreist
  • 40:20 - 40:25
    sind und wenn hier eben mehr Forschung
    stattfindet, dann werden diese
  • 40:25 - 40:30
    Technologien hoffentlich auch günstiger.
    Und was die Kapazitäten angeht: Heute sind
  • 40:30 - 40:34
    sie teilweise da, aber noch bei weitem
    nicht so da, dass wir eine 100 Prozent
  • 40:34 - 40:38
    Abdeckung haben. Aber spricht eigentlich
    nichts dagegen, diese Kapazitäten
  • 40:38 - 40:41
    aufzubauen. Zumindest meiner Meinung nach
    nicht. Für den Gelben Sack oder sowas oder
  • 40:41 - 40:44
    für den grünen Punkt mussten wir das ja
    auch tun und haben es ja auch geschafft.
  • 40:44 - 40:48
    Oder für Papier.
    Herald: Die nächste Frage am Mikrofon
  • 40:48 - 40:52
    Drei, bitte.
    Q: Substitution, der Faktor, ich glaub,
  • 40:52 - 40:58
    der ist komplett unterschätzt worden und
    kann die ganzen Zahlen sofort zerstören,
  • 40:58 - 41:03
    die tolle Statistik und alles. Beispiel
    ist der Elektromotor von Tesla. Da wurde
  • 41:03 - 41:07
    Neodym knapp. Die Ingenieure haben
    innerhalb von einem Vierteljahr einen
  • 41:07 - 41:11
    Elektromotor entwickelt, mit derselben
    Leistung ohne Neodym und das Patent sogar
  • 41:11 - 41:16
    freigegeben. Das heißt Neodym, der Preis
    ist auch verfallen, relativ schnell. Das
  • 41:16 - 41:21
    heißt, es kann sehr, sehr schnell gehen,
    dass dann Substitution einsetzt, sobald
  • 41:21 - 41:26
    die Preise teuer werden. Lithium, wie du
    richtig gesagt hast, da gibt es, meines
  • 41:26 - 41:30
    Wissens wird jetzt eine Anlage gebaut, die
    sogar einige 10 000 Tonnen komplett
  • 41:30 - 41:36
    recyceln kann, weil von unseren Laptops
    und Handys so viel Lithium anfällt, dass
  • 41:36 - 41:41
    es sich tatsächlich schon rechnet, das
    wieder zu recyceln. Trotz aller Unkenrufe
  • 41:41 - 41:43
    unserer Autoindustrie, die immer sagt, er
    geht nicht, geht nicht und Lithium wär so
  • 41:43 - 41:52
    ganz grässlich. Stimmt gar nicht.
    Martin: Also vielleicht zur Substitution
  • 41:52 - 41:57
    noch ganz kurz. Ja, man kann ganz viele
    Rohstoffe substituieren. Aber man hat ja
  • 41:57 - 42:01
    einen anderen Rohstoff, auf den man
    angewiesen ist. Irgendwann hat man das
  • 42:01 - 42:06
    Periodensystem auch einmal durch, dann
    wird es auch schwierig ja. Klar, es ist
  • 42:06 - 42:09
    ein wichtiger Faktor, keine Frage, und es
    hat auch ein großes Potenzial.
  • 42:09 - 42:13
    Nichtsdestotrotz denke ich, dass auch
    Kreislaufwirtschaft und Recycling hier
  • 42:13 - 42:18
    auch angebracht sind. Klar, vielleicht
    fällt uns das dann nicht auf 50 Jahre auf
  • 42:18 - 42:22
    die Füße, aber dann halt auf hundert.
    Warum nicht gleich heut richtig machen.
  • 42:22 - 42:30
    Herald: Dann bitte am Mikrofon zwei.
    Q: Hi. Danke für den Vortrag. Welche Rolle
  • 42:30 - 42:35
    könnte Bergbau an Himmelskörpern wie
    Asteroiden oder Mond spielen in der
  • 42:35 - 42:40
    Zukunft? Da ist ja ist ein riesiges
    Potenzial da.
  • 42:40 - 42:43
    Martin: Klingt immer so abgespaced, aber
    nee, da gibt's auch wirklich viele
  • 42:43 - 42:50
    Projekte. Danke für die Frage, finde ich
    ein unglaublich spannendes Thema. Klar,
  • 42:50 - 42:53
    langfristig macht das auch wahrscheinlich
    Sinn. Klar, wir haben ja Grenzen auf der
  • 42:53 - 42:57
    Erde. Irgendwann haben wir auf der Erde
    auch alle Rohstoffe mal ausgeschöpft. Wir
  • 42:57 - 43:01
    sind noch sehr, sehr weit davon entfernt,
    weil wir haben eine relativ dünne Kruste
  • 43:01 - 43:03
    und selbst die haben wir noch nicht
    durchgebohrt. Und danach kommt ja auch
  • 43:03 - 43:08
    nochmal Material. Also ist jetzt dann die
    Frage: Was ist einfacher? Nehmen wir
  • 43:08 - 43:13
    Meteoriten, bauen es dort ab oder bohren
    wir in die Erde immer tiefer rein und
  • 43:13 - 43:16
    holen es da raus? Ich glaube, für manche
    Rohstoffe wie jetzt die Seltenen Erden zum
  • 43:16 - 43:20
    Beispiel macht es definitiv auch Sinn,
    darüber nachzudenken, auf langen und
  • 43:20 - 43:25
    langfristig eben Bergbau im All zu
    betreiben. Aktuell ist es halt einfach
  • 43:25 - 43:28
    so'n Raketenstart verbraucht sehr viel
    Treibstoff und auch sehr viel Geld und es
  • 43:28 - 43:32
    ist eine ökonomische Frage einfach. Aber
    klar, langfristig, warum nicht.
  • 43:32 - 43:35
    Insbesondere, wenn wir mal über eine
    Kolonisierung vom Mars reden, wie Elon
  • 43:35 - 43:38
    Musk oder so, dann werden wir die
    Rohstoffe nicht alle von der Erde dahin
  • 43:38 - 43:41
    schaffen, dann müssen wir uns andere Wege
    suchen.
  • 43:41 - 43:44
    Herald: Dann gab es noch eine Frage aus
    dem Internet.
  • 43:44 - 43:49
    Q: Genau das IRC möchte noch wissen, wie
    sieht das mit der CO2 oder Energiebilanz
  • 43:49 - 43:52
    beim Recycling aus, insbesondere im
    Vergleich zur kompletten Neugewinnung,
  • 43:52 - 43:58
    wenn man auch mal Geld außer Acht lässt.
    Und als Beispiel wird Alu genannt, was ja
  • 43:58 - 44:03
    schon als energieintensiv bekannt ist.
    Martin: Ja, bei Alu ist es aber
  • 44:03 - 44:08
    interessanterweise so, dass die Bauxit
    aufschmelzen viel mehr Energie verbraucht
  • 44:08 - 44:11
    und auch höhere Emissionen dadurch
    produziert, weil einfach mehr Energie
  • 44:11 - 44:17
    verbraucht wird. Also normalerweise kann
    man CO2-Emissionen und verbrauchte Energie
  • 44:17 - 44:23
    als gleichwertig ansehen, insbesondere in
    Ländern, wo Energie noch nicht nachhaltig
  • 44:23 - 44:26
    gewonnen wird, also nicht über erneuerbare
    Energien oder sowas. Bei Aluminium braucht
  • 44:26 - 44:31
    man sehr viel Strom, um das aus Bauxit
    rauszugewinnen. Da ist das Recycling
  • 44:31 - 44:34
    einfach nur sinnvoll und heute ist
    Aluminium auch einer der Werkstoffe, der
  • 44:34 - 44:38
    die höchste Recyclingrate hat, weil hier
    einfach es günstiger ist, es sinnvoller
  • 44:38 - 44:43
    ist und auch einfach weniger CO2
    emittiert. Es gibt jetzt z.B. bei Stahl
  • 44:43 - 44:47
    die überlegung von ThyssenKrupp bis 2050
    CO2 neutral zu werden. Die wollen, dass
  • 44:47 - 44:51
    über nachhaltig gewonnenen Wasserstoff
    machen, hier in dem Bereich dann eben auch
  • 44:51 - 44:55
    das aufschmelzen von neuem Stahl. Aber
    klar, was da geht - Warum nicht auch beim
  • 44:55 - 44:59
    Recycling? Ja, aktuell ist vielleicht noch
    nicht so super, aber es macht einfach nur
  • 44:59 - 45:04
    Sinn, das zu tun, auf lange Sicht. Oder
    mittelfristig auch.
  • 45:04 - 45:07
    Herald: 'Tschuldigung. Die nächste Frage
    an Mikrophon zwei bitte.
  • 45:07 - 45:13
    Q: Was ist das Schlimmste, was passieren
    kann für unsere Ressourcen? Also das zum
  • 45:13 - 45:16
    Beispiel Frieden einkehrt in Afrika und
    die das teurer machen? Oder gibt es da
  • 45:16 - 45:20
    irgendwelche Ideen? Lachen
    Martin: Ist akkustisch jetzt schlecht.
  • 45:20 - 45:25
    Herald: Er hat gefragt Was ist das
    Schlimmste, was uns passieren kann mit den
  • 45:25 - 45:29
    Ressourcen? Als konkretes Beispiel: Wenn
    wir jetzt Frieden haben in Afrika, wird es
  • 45:29 - 45:33
    dann alles viel teurer? Was wären da die
    Auswirkungen? Lachen
  • 45:33 - 45:37
    Martin: Nee, eigentlich nicht. Klar, der
    Krieg ist dort verantwortlich, dass es den
  • 45:37 - 45:41
    Menschen dort sehr, sehr schlecht geht.
    Deswegen ist es eigentlich auch ein Thema,
  • 45:41 - 45:46
    über das man nicht lachen kann, wenn ich
    das so sagen darf, weil da sehr viele
  • 45:46 - 45:50
    Dramen von den Menschen dranhängen und
    wenn es den Menschen dort besser geht --
  • 45:50 - 45:53
    klar, werden die auch mehr Gehalt
    verlangen als jemand, der zur Arbeit in
  • 45:53 - 45:56
    der Mine gezwungen wird, der kriegt
    wahrscheinlich nicht das Top-Gehalt.
  • 45:56 - 46:04
    Dementsprechend - klar wird's teurer. Aber
    erstens ist nicht absehbar, dass es
  • 46:04 - 46:09
    irgendwann mal Frieden gibt, weil - ja,
    'is halt leider so. Wir haben seit sehr
  • 46:09 - 46:13
    vielen Jahrzehnten Krieg in verschiedenen
    Teilen der Welt. Ich sehe jetzt nicht,
  • 46:13 - 46:18
    dass das von heute auf morgen gelöst wird.
    Und auf der anderen Seite? So what?
  • 46:18 - 46:24
    Aktuell ist es immer noch so, dass der
    Preis für viele Rohstoffe dort einfach
  • 46:24 - 46:28
    günstiger ist. Und wenn wir da drüber
    reden, bis wir eine komplette Gleichheit
  • 46:28 - 46:32
    auf der Welt haben, wenn wir das denn
    annehmen wollen, bis dahin würde ich jetzt
  • 46:32 - 46:36
    auch mal annehmen, dass wir entsprechend
    gute Recyclingtechnologien haben. Wenn das
  • 46:36 - 46:40
    die Frage beantwortet hat, hoffe ich.
    Herald: Dann gibt es eine Frage aus dem
  • 46:40 - 46:43
    Internet noch.
    Q: Genau! Nochmal IRC: Kannst du was zu
  • 46:43 - 46:47
    politischen Konzepten sagen, um den Handel
    mit Elektroschrott zu verhindern?
  • 46:47 - 46:50
    Vermutlich, um mehr dem Recycling
    zuzuführen.
  • 46:50 - 46:57
    Martin: Ja, also es gibt ja -- Also: Was
    ist das aktuelle Problem? Wir haben ja
  • 46:57 - 47:01
    Elektroschrott, der auf deutschen
    Wertstoffhöfen oder auf europäischen
  • 47:01 - 47:05
    Wertstoffhof anfällt und der dort
    eigentlich dann auch in irgendeiner Form
  • 47:05 - 47:08
    einer Verwertung zugeführt werden soll.
    Wenn man Verwertung sagt, dann meine ich
  • 47:08 - 47:12
    damit auch jetzt verbrennen oder
    deponieren. Recycling wär natürlich
  • 47:12 - 47:18
    besser. Was passiert aktuell? Was passiert
    aktuell oft oder immer wieder, dass
  • 47:18 - 47:22
    Elektroschrott von den Höfen entnommen
    wird. Er wird geklaut, er wird z.B. auch
  • 47:22 - 47:27
    von Menschen, die dort Arbeitenden
    teilweise entnommen und weiterverkauft.
  • 47:27 - 47:31
    Eigentlich haben wir dafür Regelungen,
    dass das nicht passieren soll, es ist aber
  • 47:31 - 47:35
    einfach das Verständnis noch nicht da,
    wenn jemand kommt und sagt: Hey, ich will
  • 47:35 - 47:39
    das defekte Gerät kaufen, das dann eben
    nicht so ganz verständlich ist, warum soll
  • 47:39 - 47:43
    ich das nicht tun? Dass das dann irgendwo
    in Afrika landet und dort dann
  • 47:43 - 47:46
    irgendwelche Kinder, die Kabel verbrennen,
    um das Kupfer herauszubekommen, das sehen
  • 47:46 - 47:51
    wir jetzt direkt nicht. Und klar,hier kann
    man mehr tun, indem man z.B. Zoll
  • 47:51 - 47:54
    überwachung verstärkt, indem man eben mehr
    kontrolliert, was in den Containern
  • 47:54 - 47:59
    eigentlich drin, aber eigentlich haben wir
    hier schon die Mittel und auch die
  • 47:59 - 48:06
    gesetzlichen Grundlagen dafür. Vielleicht
    mangelt es da ein bisschen an politischem
  • 48:06 - 48:11
    Willen, die auch durchzusetzen, weil es
    natürlich auch eine Frage ist,
  • 48:11 - 48:15
    beispielsweise Plastikabfall, ja, irgendwo
    muss da hin, und wenn wir ihn nach China
  • 48:15 - 48:20
    bringen können, dann ist das halt
    günstiger. Wenn ich das jetzt als Stadt
  • 48:20 - 48:25
    machen kann oder als Land, dann ist
    günstiger halt besser in dem Fall. Und
  • 48:25 - 48:29
    solange halt die Bevölkerung hier nicht
    aktiv einwirkt und sich dafür einsetzt,
  • 48:29 - 48:31
    dann kommt das halt nicht in Fokus. Und
    dann kümmern sich halt auch weniger
  • 48:31 - 48:35
    Politiker darum. Im Beispiel von
    Elektroschrott gibts übrigens einen sehr
  • 48:35 - 48:38
    guten Film dazu. Welcome to Gomorra heißt
    -
  • 48:38 - 48:41
    Herald: - to Sodom.
    Martin: Ja, genau. Kann ich euch
  • 48:41 - 48:45
    empfehlen, den anzuschauen, fand ich sehr
    gut. Der beleuchtet hier nochmal ein
  • 48:45 - 48:48
    bisschen den Status quo und was man hier
    auch noch machen könnte.
  • 48:48 - 48:53
    Herald: Da kann ich hier nur unterstützen.
    Der Film ist wirklich beeindruckend. Er
  • 48:53 - 48:55
    hat einen starken Eindruck hinterlassen,
    auch bei mir. Die nächste Frage vom
  • 48:55 - 49:00
    Mikrofon 1 Bitte!
    Q: Vielen Dank für den Vortrag. Ich habe
  • 49:00 - 49:05
    eine Frage: Die Höhe der Indikatoren ganz
    am Ende sind ja zu großen Teilen abhängig
  • 49:05 - 49:10
    von der Höhe der Gewichtungsfaktoren mit
    denen die einzelnen Teilindikatoren
  • 49:10 - 49:15
    dareinfließen. Könntest du vielleicht
    einfach noch mal erklären, wie sich diese
  • 49:15 - 49:20
    Gewichtungen, wo die herkommen? Weil das
    ist ja eigentlich höchstgradig relevant.
  • 49:20 - 49:24
    Martin: Ja, wir haben hier eine Arbeit,
    die wir dazu geschrieben haben, auch
  • 49:24 - 49:28
    verschiedene Gewichtungsfaktoren mal
    ausprobiert und uns dann hier für diese
  • 49:28 - 49:33
    AHP-Gewichtung entschieden. AHP ist
    eigentlich Analytical Hierarchy Process
  • 49:33 - 49:37
    nennt sich das Ganze. Es geht einfach
    darum, dass ich eine Befragung mache unter
  • 49:37 - 49:43
    Experten, unter Menschen deren Meinung ich
    wichtig einschätze und ihnen ganz
  • 49:43 - 49:46
    vereinfacht die Wahl lasse: Willst du A,
    willst du B, willst du B, willst du C und
  • 49:46 - 49:51
    so weiter und da drüber sagen kann, was
    gewichtigstest du höher. Und wenn ich das
  • 49:51 - 49:54
    ganz oft mache, dann kann ich danach ein
    Gesamtbild daraus generieren. Und dann
  • 49:54 - 49:58
    kann ich danach eben auch diese
    Gewichtungsfaktoren rausarbeiten und sehe
  • 49:58 - 50:01
    dann zum auch - also wenn sich jemand
    hinsetzt und würde Gewichtung Faktoren für
  • 50:01 - 50:05
    diese elf Indikatoren einfach so
    niederschreiben, der würde Pi mal Daumen
  • 50:05 - 50:07
    entscheiden, aber wenn man die einzeln
    miteinander vergleicht, dann geht das
  • 50:07 - 50:11
    manchmal einfacher. Im Endeffekt ist das
    die Synthese aus verschiedenen
  • 50:11 - 50:17
    Expertenwertungen, die wir eben mit rein
    genommen haben. Wie schon gesagt, ich
  • 50:17 - 50:20
    selber habe diese Bewertung nicht gemacht,
    sondern die wurde an dem Lehrstuhl
  • 50:20 - 50:23
    gemacht, an dem ich auch die Arbeit dazu
    geschrieben hab. Oder wir die Arbeit dazu
  • 50:23 - 50:25
    geschrieben haben. Hat das die Frage
    beantwortet?
  • 50:25 - 50:27
    Q: Jap!
    Martin: Achso - vielleicht auch noch dazu:
  • 50:27 - 50:31
    Wir haben auch einfach mal eine Gewichtung
    angenommen, die überall gleich verteilt
  • 50:31 - 50:36
    ist oder ein bisschen damit rumgespielt.
    An den Ergebnissen hinten hat sich
  • 50:36 - 50:41
    erstaunlich wenig getan. Die sind alle
    hier im oberen Mittelfeld geblieben, mal
  • 50:41 - 50:46
    um zehn nach oben, nach unten, aber um
    ganz ehrlich zu sein, das sind alles
  • 50:46 - 50:50
    Indikatoren, die versuchen, alle etwas zu
    messen, was aber auf einem sehr, sehr
  • 50:50 - 50:56
    hohem Level ist. Also, wenn mir auch über
    Länder reden, haben wir eben zwar eine
  • 50:56 - 50:59
    Aussage, die auch wichtig und sinnvoll
    ist, aber man könnte das noch viel genauer
  • 50:59 - 51:03
    nach unten schneiden und hier auch viel
    detaillierter herangehen. Wenn man die
  • 51:03 - 51:06
    Daten hätte. Ihr habt ja gesehen, ich hab
    ja gesagt, wir haben verschiedene Quellen
  • 51:06 - 51:10
    miteinander verglichen, teilweise sind sie
    meilenweit auseinander.
  • 51:10 - 51:12
    Herald: Dann am Mikrofon 1 noch eine Frage
    bitte!
  • 51:12 - 51:21
    Q: Wir haben jetzt ganz viel über die 3TG-
    Rohstoffe gehört. Gibt es da auch noch
  • 51:21 - 51:25
    andere kritische Rohstoffe? Oder sind das
    jetzt die kritischen Rohstoffe? Und kannst
  • 51:25 - 51:28
    du vielleicht noch etwas kurz zu Erdöl und
    ähnlichem sagen?
  • 51:28 - 51:34
    Matrin: Also als ich die Arbeit
    geschrieben hab mit den meinen
  • 51:34 - 51:37
    Kolleginnen, mit der Ingrid und der Marie,
    haben wir uns die 3TG-Materialien
  • 51:37 - 51:40
    herausgepickt, weil wir einfach gesagt
    haben, alle zu betrachten ist ein bisschen
  • 51:40 - 51:44
    aufwändig. Es gab andere Gruppen, die sich
    dann auch andere Rohstoffe angeschaut
  • 51:44 - 51:50
    haben. Die 3TG-Rohstoffe haben hier ja
    eigentlich relativ gut, also gut
  • 51:50 - 51:54
    abgeschnitten im Vergleich. Ich habe die
    Grafik jetzt nicht dabei, aber es gibt nur
  • 51:54 - 51:55
    eine Grafik von der Europäischen
    Kommission, die mal so -
  • 51:55 - 51:58
    Publikum: Die da rechts!
    Martin: Ja, aber die haben nochmal eine
  • 51:58 - 52:01
    andere gemacht. Zwar gab es da so eine
    Aufteilung in einem Kästchen hier oben, wo
  • 52:01 - 52:06
    Sie gesagt haben, dass hier oben alles
    kritisch. Interessanterweise waren fast
  • 52:06 - 52:10
    alle Punkte in dem Kästchen drin. Es gab
    irgendwie drei Rohstoffe, die dann nicht
  • 52:10 - 52:14
    als kritisch eingeschätzt wurden. Gut, die
    haben sich wahrscheinlich auch die
  • 52:14 - 52:16
    Rohstoffe angeschaut, die sie für kritisch
    halten. Deswegen kommt das wahrscheinlich
  • 52:16 - 52:19
    heraus. Das ist aber auch so ein bisschen
    das Problem, denn wo zieh ich die Grenze?
  • 52:19 - 52:24
    Ist ein Wert über 50 kritisch? Ist ein
    Wert, über 90 kritisch? Was bedeutet das?
  • 52:24 - 52:28
    Diese Methodik erleichtert es eben, wenn
    ich jetzt in einem Unternehmen zum
  • 52:28 - 52:31
    Beispiel meine strategisch wichtigen
    Rohstoffe bestimmt habe und davon zehn
  • 52:31 - 52:35
    Stück habe, dann kann ich für diese zehn
    eine Analyse machen und kann dann sagen,
  • 52:35 - 52:39
    okay, vielleicht sollte ich eher auf
    Wolfram schauen als auf Gold. Man kann es
  • 52:39 - 52:45
    ein bisschen abwägen. Insgesamt muss man
    auf alle Rohstoffe gucken. Und um noch das
  • 52:45 - 52:51
    Thema Erdöl nochmal aufzugreifen. Erdöl
    ist ein bisschen schwierig, weil es eben
  • 52:51 - 52:55
    auch ein Energierohstoff ist. Das heißt,
    der Preis für Erdöl ist eigentlich nicht
  • 52:55 - 52:58
    daran gekoppelt, dass wir ihn materiell
    irgendwo verwenden, in der chemischen
  • 52:58 - 53:02
    Industrie. Was eigentlich toll ist, weil
    Erdöl ist, versteht mich nicht falsch, ein
  • 53:02 - 53:07
    super Material, aus dem kann man so viele
    coole Produkte herstellen und wir
  • 53:07 - 53:10
    verbrennen's! Das ist eigentlich irre. In
    100 Jahren werden wahrscheinlich unsere
  • 53:10 - 53:14
    Enkelkinder mal sagen: Was war los mit
    euch damals? Es ist im Grunde ein tolles
  • 53:14 - 53:19
    Material, das einfach nicht richtig
    nutzen. Es ist halt schwierig, hier eine
  • 53:19 - 53:23
    Analyse zu machen, weil hier auch ganz
    viele andere Faktoren mitreinspielen. Es
  • 53:23 - 53:27
    ist aber auch so, dass Erdöl auch einen
    Konfliktrohstoff sein kann, weil es eben
  • 53:27 - 53:30
    auch gewisse Konflikte unterstützt. Und
    wenn man sich jetzt anguckt, wer die
  • 53:30 - 53:33
    erdölreichen Länder sind, haben wir oft
    auch das Problem durch den
  • 53:33 - 53:36
    Ressourcenfluch, will ich jetzt aber nicht
    mehr tiefer drauf eingehen, könnt ihr
  • 53:36 - 53:40
    gerne mal googeln. Es geht eben darum,
    dass es in Ländern, die viele Rohstoffe
  • 53:40 - 53:45
    oder einen Rohstoff sehr intensiv und
    exzessiv haben, das die oftmals keine
  • 53:45 - 53:50
    Demokratien sind, sondern eher
    absolutistische Modelle oder despotische
  • 53:50 - 53:54
    Modelle haben in der Regierung. Hat das
    die Frage beantwortet, hoffe ich?
  • 53:54 - 53:58
    Ansonsten danach nochmal vorkommen, dann
    können wir gerne nochmal reden.
  • 53:58 - 54:01
    Herald: Und dann hatte ich am Mikrofon
    drei noch jemanden.
  • 54:01 - 54:06
    Q: Ja, ich danke für den Vortrag erstmal.
    Ich hab mich noch gefragt, was ist mit dem
  • 54:06 - 54:11
    Faktor, dass man Produkte effizienter
    nutzt, zum Beispiel das selbstfahrende
  • 54:11 - 54:16
    Auto, dann braucht nicht jeder Mensch eine
    Karre?
  • 54:16 - 54:21
    Martin: Ja, ist auch meiner Meinung nach
    schwierig, weil erstens: Wie will ich
  • 54:21 - 54:28
    messen? Allein da ist es halt schon
    schwierig. Und dann ist es so, hier hast
  • 54:28 - 54:32
    du halt oft auch einen Rebound Effekt.
    Also du hast eine effizientere Nutzung,
  • 54:32 - 54:35
    also beispielsweise war es jetzt mit den
    LEDs, wir haben hier überall LEDs hängen,
  • 54:35 - 54:40
    also alle nutzen LEDS. Warum? Weil sie
    günstig sind, weil sie nicht viel Strom
  • 54:40 - 54:44
    verbrauchen und schön hell machen, ja!
    Aber wenn man sich anguckt, als Glühbirnen
  • 54:44 - 54:46
    hatten, hatten wir halt eine. Jetzt haben
    wir hier halt überall LEDs außenrum
  • 54:46 - 54:50
    hängen. Ob der Stromverbrauch deswegen
    jetzt wirklich runtergegangen ist, das ist
  • 54:50 - 54:53
    halt oftmals schwierig, einmal zu
    entscheiden, auf der anderen Seite ist es
  • 54:53 - 54:56
    oftmals auch einfach nicht so! Weil sobald
    eine Technologie günstig wird und dadurch
  • 54:56 - 55:00
    auch der Energieeinsatz günstig wird,
    setzen wir sie einfach nur mehr ein und
  • 55:00 - 55:04
    nicht weniger. Also Effizienzzugewinn
    kommt oftmals auch damit, dass es mehr
  • 55:04 - 55:08
    nutzen. Und bei Elektroautos gibt es eben
    auch hier den Verdacht, sobald ich also
  • 55:08 - 55:13
    umsonst fahren kann, werde ich es halt
    auch tun. Also warum auch nicht? Aktuell
  • 55:13 - 55:16
    ist der Ölpreis dann doch ein bisschen zu
    hoch, als dass ich jetzt einfach mal
  • 55:16 - 55:23
    überall hinfahr. Das ist meine Meinung.
    Frage beantwortet, oder...? Gut.
  • 55:23 - 55:25
    Herald: Dann hatten wir noch eine Frage
    aus dem Internet.
  • 55:25 - 55:30
    Q: Im IRC wird noch gefragt: Wie viele
    kleine Firmen gibt es denn in den ärmeren
  • 55:30 - 55:34
    Ländern, also wo die Rohstoffe oft
    abgebaut werden, bzw. wie groß muss eine
  • 55:34 - 55:37
    Firma sein, um in diesem Markt aktiv sein
    zu können?
  • 55:37 - 55:45
    Martin: Also... in welchem Marktwert ist
    dann die Frage, weil, im Bergbau selber,
  • 55:45 - 55:50
    würde ich sagen eine Person. Als eine
    Person, kann ich schon anfangen, da
  • 55:50 - 55:53
    Bergbau zu betreiben, weil oftmals die
    Rohstoffe auch nicht so tief liegen.
  • 55:53 - 55:57
    Deswegen ist es hier auch das Problem,
    dass Kleinstbergbau oder Kleinbergbau
  • 55:57 - 56:01
    betrieben wird. Die Menschen können mit
    einer Hacke mehr oder weniger oder mit
  • 56:01 - 56:05
    einer Schaufel das Material schon raus
    befördern und verkaufen und damit Geld
  • 56:05 - 56:07
    verdienen. Ist eigentlich ja auch erstmal
    nicht schlecht, weil man dadurch nicht
  • 56:07 - 56:11
    multinationale Bergbaukonzerne hat, die
    hier das Land ausbeuten und die Leute dann
  • 56:11 - 56:15
    davon gar nichts bekommen. Aber ist
    natürlich schlecht, wenn irgendwelche
  • 56:15 - 56:19
    Leute die Menschen ausbeuten und sie zur
    Arbeit zwingen. Ich habe jetzt in
  • 56:19 - 56:22
    Erinnerung, dass es 30 bis 50 Millionen
    Menschen insgesamt sind, die im
  • 56:22 - 56:25
    artisanalen und Kleinbergbau tätig sind.
    Im AMS, nennt sich das. Wie viele
  • 56:25 - 56:32
    Unternehmen das sind, ist schwierig
    abzugrenzen, weil die dort oftmals auch
  • 56:32 - 56:36
    nicht gelistet sind. Es gibt da
    Schätzungen dazu. Ja, die hab ich jetzt
  • 56:36 - 56:38
    aber ehrlich gesagt nicht im Kopf. Die
    kann ich nur mal recherchieren, wenn das
  • 56:38 - 56:42
    gewünscht ist. Und dann ist auch wieder
    die Frage: Wo fängt das Unternehmen an,
  • 56:42 - 56:46
    woher das andere auf? Oftmals sind mehrere
    Unternehmen in der gleichen Mine tätig,
  • 56:46 - 56:51
    und da ist aber auch so ein bisschen der
    Anspruch aktuell, auch der EU und
  • 56:51 - 56:53
    verschiedener andere Länder, hier diese
    Sorgfaltspflicht durchzuziehen und dafür
  • 56:53 - 56:57
    zu sorgen, dass die Menschen hier aus der
    Sklaverei rausgeholt werden oder nicht
  • 56:57 - 57:01
    mehr dazu gezwungen werden, sondern
    selbstbestimmt arbeiten können, das auch
  • 57:01 - 57:04
    mit einem gewissen Arbeitsschutz, sondern
    auch die Früchte ihrer Arbeit genießen
  • 57:04 - 57:10
    können. Dadurch gibt es jetzt auch
    Gemeinschaften, die dann im Unternehmen
  • 57:10 - 57:15
    sind oder unternehmensähnlich sind und die
    sich dann auch zusammenschließen. Wie
  • 57:15 - 57:20
    viele multinationale Konzerne es gibt in
    dem Bereich, ist auch wieder schwierig,
  • 57:20 - 57:25
    weil auf die Strategie bezogen - ich
    müsste jetzt raten, ich weiß es nicht. Ich
  • 57:25 - 57:26
    weiß das jetzt auswenig nicht, das muss
    ich ganz ehrlich sagen.
  • 57:26 - 57:32
    Herald: Dann bitte am Mikrofon 1.
    Q: Du hast ja jetzt ziemlich cool
  • 57:32 - 57:36
    herausgestellt, dass sowas wie
    Arbeitsschutz und Strahlenschutz und
  • 57:36 - 57:39
    Umweltschutz prinzipiell keine Rolle
    spielen in der gesamten Abbaukaskade. Und
  • 57:39 - 57:46
    du hast auch gesagt, du möchtest gerne ein
    bisschen einbauen, soziale und ökologische
  • 57:46 - 57:52
    Komponenten. Wie würdest du das machen und
    würde, wenn man das alles betrachtet,
  • 57:52 - 57:56
    würde dann nicht der gesamte Preis
    künstlich vollkommen in die Höhe getrieben
  • 57:56 - 57:58
    werden?
    Martin: Achso, du meinst, jetzt in den
  • 57:58 - 58:01
    Preis eingepreist werden?
    Q: Ja, also wenn man so sagen würde: Okay,
  • 58:01 - 58:04
    Tantal wird abgebaut, Tantal sind
    Radionuklide der natürlichen
  • 58:04 - 58:09
    Zerfallsreihen drinnen. Das heißt, das
    muss strahlenschutzrechtlich überbewacht
  • 58:09 - 58:13
    werden, der Arbeitsschutz, Kleidung, die
    Ausbildung der Leute, Krankheitsursachen,
  • 58:13 - 58:16
    Aufenthaltszeiten, das muss ja mit
    betrachtet werden. Wenn man das quasi
  • 58:16 - 58:20
    alles kompensieren würde auf unserem
    Standard oder auch auf dem Standard der
  • 58:20 - 58:24
    Arbeiter, wie würde sich das preislich für
    uns in unserer neuen Technologie
  • 58:24 - 58:29
    auswirken?
    Martin: Es würde teurer werden, ja. Dann
  • 58:29 - 58:32
    ist halt auch wieder die Frage, wie viel
    trägt dann Substitution und Recycling dazu
  • 58:32 - 58:35
    bei? Deswegen hab ich das ja auch gesagt,
    dass es wichtig finde, dass wir diese
  • 58:35 - 58:40
    Technologien vorantreiben. Ein genaues
    Preisschild kann ich dir da nicht liefern.
  • 58:40 - 58:43
    Es würde mich auch wundern, wenn das
    irgendjemand kann.
  • 58:43 - 58:46
    Q: Wie würdest du meintest, in der Zukunft
    mit einbauen?
  • 58:46 - 58:48
    Martin: Ach so! In den Kreislauf. Meintest
    du das?
  • 58:48 - 58:52
    Q: Genau! Das finde ich interessant. Wie
    würdest du das bewerten? Da stand ja diese
  • 58:52 - 58:58
    Glühbirne, die Glühbirne oder das.
    Martin: Also, das gibts schon als Idee.
  • 58:58 - 59:03
    Und das wird auch schon gemacht. Das sind
    jetzt ökologische Faktoren, und zwar gibt
  • 59:03 - 59:07
    es so etwas, das nennt sich Ecoinvent
    Database oder Datenbank. Die erfassen
  • 59:07 - 59:12
    gewisse Umwelt Kennzahlen, und die könnte
    man hier mit rein rechnen, also zum
  • 59:12 - 59:17
    Beispiel hier Human Toxikologie oder
    Ökosystem Toxikologie. Das gleiche könnte
  • 59:17 - 59:22
    man dann auch nochmal für die soziale
    Dimension machen und hier so Sachen wie
  • 59:22 - 59:28
    Kinderarbeit, Korruption und
    Meinungsfreiheit mit rein ziehen. Wir
  • 59:28 - 59:33
    haben es jetzt aus zwei Gründen nicht
    gemacht. Nr.1, könnt man sagen, weil wir
  • 59:33 - 59:37
    faul sind. Nein, Spaß. Nr. 1, wir haben es
    nicht gemacht, weil es den Rahmen der
  • 59:37 - 59:42
    Arbeit in diesem Fall einfach gesprengt
    hätte. Ich hatte in meiner Bachelorarbeit
  • 59:42 - 59:45
    zum Thema Aluminium eine
    Kritikalitätsanalyse geschrieben. Da hab
  • 59:45 - 59:50
    ich das gemacht. Es ist teilweise sehr,
    sehr schwierig, diese Faktoren als
  • 59:50 - 59:54
    verlässlich zu bezeichnen. Ecoinvent gibt
    sich hier sehr viel Mühe, die sind super.
  • 59:54 - 59:57
    Teilweise sind die Daten aber einfach
    veraltet, teilweise ist dann auch die
  • 59:57 - 60:01
    Frage: Worauf basieren sie die? Man hat
    immer wieder das Problem. Wie werden diese
  • 60:01 - 60:08
    Daten gemessen? Wie zuverlässig sind diese
    Daten? Bei manchen Sachen geht das jetzt
  • 60:08 - 60:13
    sehr leicht. Irgendwo hatten wir
    CO2-Emissionen oder Emissionen von
  • 60:13 - 60:20
    klimaaktiven Gasen. Da gibt's Standards
    dafür, das geht. Humantoxikologie, ja,
  • 60:20 - 60:23
    gut. Ich kann jetzt hier verschiedene
    Tests machen. Aber das bildet niemals die
  • 60:23 - 60:29
    Realität voll und ganz ab. Bei den
    sozialen Indikatoren, also das Risiko von
  • 60:29 - 60:32
    Kinderarbeit, kann ich jetzt auch mit rein
    beziehen. Aber es ist auch wieder die
  • 60:32 - 60:35
    Frage: Wie kann ich das quantifizieren?
    Kann ich das überhaupt quantifizieren?
  • 60:35 - 60:38
    Oder ist eigentlich nicht jedes Kind, das
    zur Kinderarbeit gezwungen wird,
  • 60:38 - 60:42
    eigentlich schon ein No-Go-Bereich, wo wir
    sagen müssen als Gesellschaft: Sind wir
  • 60:42 - 60:46
    denn bereit, auch überhaupt nur in Kauf zu
    nehmen, dass ein einziges Kind für unsere
  • 60:46 - 60:53
    Handys und für unseren Spaß leiden muss?
    Also das ist dann die Frage, wie man das
  • 60:53 - 60:57
    kann und klar, es wird teurer werden, wenn
    man das alles umsetzt aber auf der anderen
  • 60:57 - 61:01
    Seite is auch die Frage: Können wir es
    eigentlich moralisch vertreten, dass es
  • 61:01 - 61:02
    nicht teurer wird, dass wir es nicht
    einpreisen?
  • 61:02 - 61:10
    Q: Danke für diesen Satz.
    Herald: Tschuldigung, wir haben nicht mehr
  • 61:10 - 61:13
    viel Zeit. Deswegen würde ich gerne noch
    die Frage, die vorhin aus dem Internet
  • 61:13 - 61:19
    angemeldet wurde, kurz stellen lassen.
    Signal-Angel: Im IRC wird noch gefragt,
  • 61:19 - 61:23
    wie es mit der Suche nach Seltenen Erden
    auf Mülldeponien und schon existierenden
  • 61:23 - 61:28
    Müllhalden aussieht.
    Martin: Da haben wir in Augsburg ein paar
  • 61:28 - 61:34
    Untersuchungen dazu gemacht, ist aus
    mehreren Gründen unglaublich schwierig,
  • 61:34 - 61:38
    weil Nr. 1... Ich habe da lustigerweise
    auch zum Thema Abfall und Deponierung eine
  • 61:38 - 61:40
    Podcast-Episode aufgenommen, da könnt ihr
    auch mal reinhören. Da geht es jetzt nicht
  • 61:40 - 61:44
    konkret da drum. Aber ja, es ist ein
    spannendes Thema. Eines der Hauptprobleme
  • 61:44 - 61:48
    ist: Wir wissen teilweise gar nicht mehr,
    wo die Mülldeponien sind, weil wer ein
  • 61:48 - 61:51
    bisschen in Geschichte aufgepasst hat,
    leider haben das heutzutage in Deutschland
  • 61:51 - 61:55
    nicht mehr ganz so viele, wir hatten einen
    großen Krieg, und der war sehr schlimm.
  • 61:55 - 61:58
    Damals wurden sehr viele Dinge gemacht,
    die man heute teilweise nicht mehr
  • 61:58 - 62:01
    Bescheid weiß oder nicht mehr Bescheid
    wissen will. Eines davon sind die
  • 62:01 - 62:05
    Abfalldeponien, die damals angelegt
    wurden, die heißen auch
  • 62:05 - 62:09
    Bürgermeisterdeponien, wo einfach der
    Abfall hinter den nächstbesten Hügel
  • 62:09 - 62:13
    gekippt wurde. Das sind Deponien, da
    wissen wir weder, was drin ist, noch
  • 62:13 - 62:17
    wissen wir, wo sie sind. Teilweise werden
    die nachgesorgt, aber wirklichen Überblick
  • 62:17 - 62:21
    hat da keiner. Das wirklich jetzt mal
    getrackt wird, welche Materialien sind wo
  • 62:21 - 62:27
    drin, passiert sehr selten. Mittlerweile
    passiert das, aber auch nicht speziell auf
  • 62:27 - 62:32
    die Seltenen Erden heruntergebrochen. Wir
    haben jetzt halt ein Legacy-Problem, wie
  • 62:32 - 62:36
    in vielen Bereichen der IT auch. Wir haben
    alte Systeme, die einfach nicht auf den
  • 62:36 - 62:39
    neuesten Standard sind. Deswegen geht es
    einfach noch nicht. Wir haben jetzt auch
  • 62:39 - 62:41
    zum Beispiel das Problem bei Gebäuden. Wir
    würden gerne die Rohstoffe zurückgewinnen,
  • 62:41 - 62:44
    aber wir wissen nicht, wo sie drin sind.
    Und wenn, dann sind sie sehr fein
  • 62:44 - 62:50
    verteilt. Es gibt hier aber noch einen
    Hauch von Hoffnung. Zwar gibt es eine
  • 62:50 - 62:54
    kleine Anekdote: Mülldeponie in der Nähe
    von Frankfurt. Gab es einen Mordfall und
  • 62:54 - 62:59
    der Mann hat seine Frau zerstückelt und
    über den Müll entsorgt. Die Kripo hat dann
  • 62:59 - 63:03
    angefangen, hier die gesamte Deponie
    umpflügen. Allein, weil die so ein gutes
  • 63:03 - 63:07
    System hatten, wo welcher Lkw abgeladen
    wurde konnten Sie damit den Mörder
  • 63:07 - 63:11
    identifizieren. Ich sage mal so, wenn die
    das hinkriegen, unglaublich kleine
  • 63:11 - 63:14
    Knochensplitter nach der Verbrennung
    überhaupt wieder rekonstruieren zu können,
  • 63:14 - 63:17
    dann können wir vielleicht auch irgendwann
    mal Seltene Erden zurückgewinnen. Aber
  • 63:17 - 63:22
    aktuell ist der Aufwand ein bisschen groß.
    Herald: Damit sind wir leider am Ende
  • 63:22 - 63:24
    unserer Zeit. Ich bitte noch einmal um
    einen großen Applaus.
  • 63:24 - 63:26
    Applaus
  • 63:26 - 63:57
    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 20??. Mach mit und hilf uns!
Title:
36C3 - Kritikalität von Rohstoffen - wann platzt die Bombe?
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Video Language:
German
Duration:
01:03:57

German subtitles

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