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Durchmarsch von Rechts (33c3)

  • 0:00 - 0:14
    Musik
  • 0:14 - 0:16
    Herald: Herzlich willkommen mal wieder in
  • 0:16 - 0:20
    Saal 1. Wir bleiben auf der rechten Seite,
    zumindest auf der politisch rechten Seite.
  • 0:20 - 0:24
    Einige von euch waren ja eben schon bei
    den NSU-Monologen da. Jetzt geht es hier
  • 0:24 - 0:28
    weiter, und zwar mit Menschen, die ich bis
    vor ein paar Jahren noch als
  • 0:28 - 0:32
    „Schnullernazis“ bezeichnet habe. Also
    diese, ja ich habe da so ein Ressentiment,
  • 0:32 - 0:35
    ich trau mich nicht mal, das richtig zu
    sagen. Da hat sich ein bisschen was
  • 0:35 - 0:39
    geändert, vor allen Dingen über die
    letzten zwei Jahre. Diese Menschen, früher
  • 0:39 - 0:44
    von mir so genannt, scheinen mittlerweile
    zumindest in irgendeiner Weise tonangebend
  • 0:44 - 0:49
    zu sein, und genau deswegen haben wir uns
    gedacht, stellen wir doch mal – ha, jetzt
  • 0:49 - 0:52
    habe ich den Zettel verbaselt, siehst du.
    Das ist das Problem, da willst du
  • 0:52 - 0:55
    irgendwie so einen Linken ansagen, da
    musst du immer alles ablesen. Bei den
  • 0:55 - 1:00
    Nazis ist das total einfach, da heißen die
    alle so „Führer“ oder „Und jetzt der
  • 1:00 - 1:05
    Führer“ oder irgendwie so was. Bei den
    Linken ist das ein bisschen anders. Der
  • 1:05 - 1:09
    nächste Vortrag heißt „Durchmarsch von
    rechts und was wir dagegen tun können“.
  • 1:09 - 1:12
    Ich hoffe, wir kriegen eine Antwort
    darauf, weil manchmal ist ja auch ganz
  • 1:12 - 1:16
    angenehm um die Uhrzeit den Kopf nicht
    mehr selber zum Denken benutzen zu müssen.
  • 1:16 - 1:22
    Wir hören den Referenten zum Schwerpunkt
    Neonazismus und Strukturen und Ideologien
  • 1:22 - 1:27
    der Ungleichwertigkeit an der Akademie für
    politische Bildung der Rosa-Luxemburg-
  • 1:27 - 1:31
    Stiftung in Berlin, Friedrich Burschel.
    Bitte schön.
  • 1:31 - 1:39
    Applaus
  • 1:39 - 1:46
    Friedrich Burschel: Ja hört man das? Ja.
    Vielen herzlichen Dank. Vielen Dank für
  • 1:46 - 1:53
    die Einladung an den Chaos Computer Club,
    dass ich hier sprechen darf. Ich fühle
  • 1:53 - 1:58
    mich sehr geehrt, auch dadurch, dass ihr
    fast alle Plätze besetzt habt hier im
  • 1:58 - 2:03
    Saal. Das überrascht mich um diese Zeit,
    11 Uhr.
  • 2:03 - 2:13
    Gelächter und Applaus
    Aber bevor ich
  • 2:13 - 2:19
    anfange, vielleicht doch noch ein
    ergänzendes Wort zu mir selber, meiner
  • 2:19 - 2:26
    Arbeit. Meine Arbeitgeberin, die Rosa-
    Luxemburg-Stiftung, ermöglicht es mir,
  • 2:26 - 2:33
    auch den NSU-Prozess in München zu
    beobachten und ich bin fast jede Woche
  • 2:33 - 2:38
    im Prozess und kenne daher natürlich auch
    Alexander Kienzle und das ist mir
  • 2:38 - 2:46
    tatsächlich ihn sehend ein Bedürfnis, vor
    denjenigen Nebenklagevertreterinnen und
  • 2:46 - 2:53
    -vertretern, die wirklich fantastische
    Arbeit machen in diesem NSU-Prozess in
  • 2:53 - 2:59
    München, meinen Hut ganz tief zu ziehen,
    meine Hochachtung und meinen Respekt für
  • 2:59 - 3:03
    ihre Arbeit auszusprechen.
    Applaus
  • 3:09 - 3:15
    Also ihr wisst vielleicht,
    in München gibt es zum ersten
  • 3:15 - 3:20
    Mal so viele Nebenkläger und
    Nebenklägerinnen, die durch – also das
  • 3:20 - 3:27
    sind insgesamt 77, die von über 50
    Nebenklageverterterinnen und -vertretern
  • 3:27 - 3:33
    vertreten werden. Von denen sind nicht
    alle so engagiert und machen fantastische
  • 3:33 - 3:40
    Arbeit wie Alexander Kienzle. Und sagen
    wir mal, so 15 weitere, die diese Arbeit
  • 3:40 - 3:45
    im Prozess machen. Die zu unterstützen ist
    auf jeden Fall Teil auch von unserer
  • 3:45 - 3:51
    Arbeit. Ich bin nämlich auch Teil von NSU-
    Watch. Ich würde euch sehr herzlich
  • 3:51 - 4:00
    bitten, wenn ihr Gelegenheit habt, mal auf
    die Homepage nsu-watch.info zu gehen, auch
  • 4:00 - 4:05
    über eine Spende nachzudenken. Das ist ein
    komplett spendenfinanziertes Projekt. Wir
  • 4:05 - 4:09
    machen von jedem Prozesstag ein
    ausführliches Protokoll und
  • 4:09 - 4:14
    Zusammenfassungen auf deutsch und
    türkisch. Keiner, niemand von uns hat
  • 4:14 - 4:19
    gedacht, dass sich dieser Prozess sich so
    unglaublich lang in die Länge ziehen
  • 4:19 - 4:30
    würde. Ihr wisst, der 332. Prozesstag nach
    3,5 Jahren war vergangene Woche. Also wir
  • 4:30 - 4:36
    brauchen auf jeden Fall Unterstützung, um
    jetzt in den Endspurt gehen zu können und
  • 4:36 - 4:44
    unsere Aufgabe dort weiter machen zu
    können. Schaut auf nsu-watch.info und
  • 4:44 - 4:46
    spendet uns, auch eine Kleinigkeit ist
    herzlich willkommen.
  • 4:46 - 4:55
    Applaus
    Vielleicht auch noch
  • 4:55 - 5:00
    etwas, was schon eigentlich zum Vortrag
    „Durchmarsch von rechts“ dazugehört,
  • 5:00 - 5:05
    nämlich die Frage, was wir tun können. Ich
    werde natürlich auch den ganzen Abend auch
  • 5:05 - 5:09
    immer wieder – oder die ganze Stunde, die
    wir haben, gemeinsam immer wieder auf den
  • 5:09 - 5:15
    NSU zurückkommen. Das lässt sich leider
    Gottes auch kaum vermeiden bei diesem
  • 5:15 - 5:21
    Thema. Aber es gibt schon etwas, worauf
    ich euch hinweisen kann im nächsten Jahr,
  • 5:21 - 5:25
    wo wir alle tätig werden können, was wir
    alle unterstützen können und das wird das
  • 5:25 - 5:34
    NSU-Tribunal sein. Ab dem 17. Mai nächsten
    Jahres wird es ein selbstorganisiertes,
  • 5:34 - 5:38
    selbstermächtigtes Tribunal geben.
    Vielleicht kennt der eine oder die andere
  • 5:38 - 5:44
    von euch so diesen Tribunalcharakter, es
    hat berühmte Tribunale gegeben, wie das
  • 5:44 - 5:49
    Russel-Tribunal, wo es um den
    Vietnamkrieg ging, die Stephen Lawrence
  • 5:49 - 5:56
    Inquiry in London zur Ermordung eines
    Jungen und ähnliche Beispiele. Und so
  • 5:56 - 6:05
    etwas ähnliches soll auch in Köln nächstes
    Jahr ab dem 17. März stattfinden. Es soll
  • 6:05 - 6:10
    dort geklagt werden, um die Ermordeten und
    die Opfer des NSU, die Betroffenen und
  • 6:10 - 6:17
    Geschädigten. Es soll angeklagt werden der
    deutsche Staat für die Nichtaufklärung,
  • 6:17 - 6:24
    die Nichtaufarbeitung des NSU. Und es
    sollen Konsequenzen eingeklagt werden. Und
  • 6:24 - 6:31
    ich fordere euch alle auf, diese
    Initiative zu unterstützen und aufmerksam
  • 6:31 - 6:36
    im Internet zu verfolgen, wie sich das
    Tribunal bis dahin entwickelt. Und wer
  • 6:36 - 6:42
    Zeit, Lust und Energie hat kann natürlich
    auch an diesem Tribunal teilnehmen. Aber
  • 6:42 - 6:48
    jetzt …
    Applaus
  • 6:48 - 6:52
    Friedrich Burschel: Danke. Jetzt komme ich
    zu meinem eigentlichen Thema heute Abend
  • 6:52 - 6:58
    und ihr werdet mir einen Einstieg
    gestatten, der jetzt vielleicht nicht
  • 6:58 - 7:05
    gleich am Anfang einleuchtet, aber
    durchaus einen Sinn hat. Ich habe im
  • 7:05 - 7:12
    Oktober 2016, also dieses Jahres an einer
    Exkursion zu den Städten des deutschen
  • 7:12 - 7:17
    Vernichtungswahns in Südostpolen
    teilgenommen. Wir haben im Laufe der Reise
  • 7:17 - 7:23
    die Orte der Vernichtungslager Bełżec und
    Sobibór besucht. Die Orte der einstigen
  • 7:23 - 7:30
    Ghettos in Lublin und Izbica, sowie das
    Konzentrationslager Majdanek. Ein weiteres
  • 7:30 - 7:39
    reines Vernichtungslager, Treblinka stand
    nicht auf dem Exkursionsplan. Vom 17. März
  • 7:39 - 7:47
    1942 bis Ende 1943 wurden im Zuge dieser
    monströsen Mordoperationen fast
  • 7:47 - 7:54
    2 Millionen Jüdinnen und Juden und auch
    viele Roma umgebracht und fabrikmäßig
  • 7:54 - 8:01
    ermordet. Anders als etwa in Auschwitz gab
    es keine Selektionen, sondern die Menschen
  • 8:01 - 8:06
    wurden an die Orte der Vernichtung
    ausschließlich zu ihrer Tötung gebracht.
  • 8:06 - 8:13
    Es gab dort nur Ankunftsbereiche mit
    Eisenbahnzugang, kleine Lager für die
  • 8:13 - 8:18
    wenigen Häftlinge, die zur Arbeit in den
    Todesfabriken gezwungen und die
  • 8:18 - 8:23
    Gaskammern, in denen die Menschen mit den
    Abgasen von großen Dieselmotoren erstickt
  • 8:23 - 8:31
    wurden. Den Aktionen fielen in Bełżec etwa
    eine halbe Millionen Menschen, in Sobibór
  • 8:31 - 8:39
    etwa 250.000 und in Treblinka 900.000
    Menschen zum Opfer. Zum Abschluss der
  • 8:39 - 8:45
    sogenannten Aktion „Reinhardt“ gab es noch
    die Aktion „Erntefest“, in deren Verlauf
  • 8:45 - 8:55
    im November 1943 in nur 3 Tagen 43.000
    Menschen von SS und Polizei direkt an
  • 8:55 - 9:02
    Massengräbern hinter dem KZ Majdanek
    erschossen wurden. Um die Opfer noch zu
  • 9:02 - 9:07
    verhöhnen gab es in Bełżec – hier übrigens
    ein Bild von der wirklich sehr
  • 9:07 - 9:12
    beeindruckenden Gedenkstätte dort – um die
    Opfer noch zu verhöhnen gab es in Bełżec
  • 9:12 - 9:19
    über dem Eingang zur Todeszone der
    Gaskammern ein Schild mit der Aufschrift
  • 9:19 - 9:26
    „Hackenholt-Stfitung“. Lorenz Hackenholt aber
    war nur der SS-Mann, der als Techniker die
  • 9:26 - 9:34
    Dieselmotoren für die Vergasungen umbaute.
    Diese Exkursion hat mich zutiefst entsetzt
  • 9:34 - 9:38
    und wütend gemacht,
    aber, so werdet ihr mich vielleicht
  • 9:38 - 9:46
    jetzt fragen, warum erzählt er uns das?
    Mir sind in Polen, als wir dort unterwegs
  • 9:46 - 9:53
    waren, Episoden eingefallen aus dem NSU-
    Prozess, die genau mit diesen
  • 9:53 - 10:01
    Vernichtungs- und Mordwahn der Deutschen
    zu tun hatten. Ihr werdet vielleicht im
  • 10:01 - 10:06
    Zusammenhang mit der Berichterstattung
    über den Prozess von dem Spiel „Pogromly“
  • 10:06 - 10:15
    gehört haben. Dieses Spiel ist von den
    NSU-Leuten erfunden worden. Eine Art
  • 10:15 - 10:22
    Monopoly für Hardcore-Nazis, für Nazi-
    Terroristen, wo es wie bei Monopoly auch
  • 10:22 - 10:27
    Ereigniskarten gibt. Und eine dieser
    Ereigniskarten, das wurde des öfteren im
  • 10:27 - 10:35
    Prozess wiederholt, heißt „Du hattest auf
    ein Judengrab gekackt, leider hattest du
  • 10:35 - 10:42
    dir hierbei eine Infektion zugezogen.
    Arztkosten 1.000 Reichsmark“. Also ich
  • 10:42 - 10:49
    sehe hier über die fast 75 Jahre von
    Bełżec bis zum NSU eine
  • 10:49 - 10:56
    Denktraditionslinie, eine Traditionslinie
    der Verhöhnung und der Verachtung von
  • 10:56 - 11:04
    Menschen. Bei der Hausdurchsuchung bei
    einem der Angeklagten, nämlich Ralf
  • 11:04 - 11:11
    Wohlleben aus Jena, wurde in seinem Besitz
    ein T-Shirt gefunden, ein Schlaf-T-Shirt,
  • 11:11 - 11:19
    wie er selber sagte, in seinem
    Schlafzimmer, auf dem in Frakturschrift
  • 11:19 - 11:28
    „Eisenbahnromantik“ stand und man darunter
    die Gleise sehen konnte, die auf den
  • 11:28 - 11:34
    Haupteingang des Vernichtungslagers
    Auschwitz-Birkenau zuführen. Ich zeige
  • 11:34 - 11:40
    euch das ganz kurz, damit ihr euch eine
    Vorstellung davon machen könnt. Lange
  • 11:40 - 11:46
    wollen wir uns das natürlich nicht
    anschauen. So sieht das aus. Das hatte er
  • 11:46 - 11:53
    quasi täglich, wenn er nachts zum Schlafen
    ging, an und hat damit quasi seine
  • 11:53 - 12:00
    Verbundenheit mit der Massenvernichtung
    durch die Nazis bekundet. Also man sieht
  • 12:00 - 12:05
    auch hier eine unmittelbare Anknüpfung,
    positive Bezugnahme auf die
  • 12:05 - 12:12
    Massenvernichtung der Nazis. Das ist
    Alltag unter organisierten Neonazis in
  • 12:12 - 12:19
    Deutschland. Dass das auch durchschlägt in
    den rassistischen Alltag zeigt der Skandal
  • 12:19 - 12:25
    von Zorneding östlich von München, wo sich
    der katholische Pfarrer Olivier Ndjimbi-
  • 12:25 - 12:33
    Tshiende, nachdem er sich Mitte 2015 gegen
    rassischen Äußerungen aus den Reihen der
  • 12:33 - 12:38
    örtlichen CSU gewandt hatte,
    von CSU-Mitgliedern mit dem
  • 12:38 - 12:45
    N-Wort beschimpft wurde, postalisch
    mehrere Morddrohungen erhielt, darunter
  • 12:45 - 12:52
    eine Postkarte mit dem Satz „ab mit dir
    nach Auschwitz“. Herr Ndjimbi-Tshiende ist
  • 12:52 - 12:58
    seit Mitte März nicht mehr in Zorneding,
    also dieses Jahres. Seine Gegnerinnen und
  • 12:58 - 13:03
    Gegner haben erreicht, was sie wollten.
    Und die einstige CSU-Ortsvorsitzende
  • 13:03 - 13:10
    kommentierte das Geschehen mit dem Satz
    „im Leben gibt es immer Ankünfte und Gehen,
  • 13:10 - 13:17
    das ist ein normaler Prozess“. Das passt
    wiederum ideologisch hervorragend zu einem
  • 13:17 - 13:24
    Zitat der notorischen einstigen AfD- und
    Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling,
  • 13:24 - 13:31
    dass sie im Januar dieses Jahres in
    Sebnitz absonderte. Ich zitiere, „und wenn
  • 13:31 - 13:37
    die große Politik kapituliert, ja da
    bleibt uns doch gar nichts anderes übrig,
  • 13:37 - 13:42
    als hier vor Ort Vertreibungspolitik zu
    betreiben. Mit friedlicher aber
  • 13:42 - 13:47
    konsequenter Vertreibung halten wir
    wenigstens erst mal Sachsen und vielleicht
  • 13:47 - 13:53
    ja auch irgendwann Ostdeutschland frei.
    Vertreibungen sind in der Geschichte etwas
  • 13:53 - 14:01
    ganz normales. In ein paar Jahren kräht
    kein Hahn mehr danach oder, besser, doch. Es
  • 14:01 - 14:06
    verschafft den Gebieten, vor allem den
    grenznahen Gebieten Standort- und
  • 14:06 - 14:16
    Wettbewerbsvorteile.“ Soweit Tatjana
    Festerling. Aber es gibt auch Menschen,
  • 14:16 - 14:23
    die den Holocaust nicht direkt gutheißen,
    sondern ihn einfach nur leugnen. Und die
  • 14:23 - 14:28
    Stimmung im Land der Täter, aber auch in
    anderen Ländern, ist inzwischen bereit,
  • 14:28 - 14:34
    diese kontrafaktische Leugnung zu
    akzeptieren. Wiederum und immer wieder
  • 14:34 - 14:40
    unter der Überschrift „das wird man doch
    wohl nochmal sagen dürfen“. So etwa der
  • 14:40 - 14:46
    einstige Baden-Württembergische AfD-
    Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon, der
  • 14:46 - 14:53
    in seinem 2009 erschienenen 3-bändigen
    Werk mit dem Titel „Christlich europäische
  • 14:53 - 14:59
    Leitkultur“ leugnet, dass es sich bei den
    Protokollen der Weisen von Zion um eine
  • 14:59 - 15:06
    perfide antisemitische Fälschung handelt.
    Ich weiß nicht, ob alle die Protokolle der
  • 15:06 - 15:12
    Weisen von Zion kennen. Das ist eine der
    perfidesten und langlebigsten
  • 15:12 - 15:16
    antisemitischen Fälschungen. Es wird von
    dort von einem
  • 15:16 - 15:22
    Zusammentreffen von Juden auf einem
    Prager Friedhof berichtet in diesen
  • 15:22 - 15:29
    Protokollen, wo quasi die Übernahme der
    Weltherrschaft durch die Juden verabredet
  • 15:29 - 15:34
    wird. Und Herr Gedeon, der mit den
    Erfolgen der AfD in den Baden-
  • 15:34 - 15:40
    württembergischen Landtag gespült wurde,
    meint, dass diese Protokolle also durchaus
  • 15:40 - 15:48
    keine Fälschung sind. Das alleine reicht
    aber nicht, denn er relativiert den
  • 15:48 - 15:55
    Holocaust im Ganzen, wenn er einerseits
    zwar betont, dass der Massenmord an den
  • 15:55 - 16:01
    europäischen Juden singulär gewesen sei,
    andererseits aber meint, es müssten
  • 16:01 - 16:08
    gleichwohl auch die, wie er es nennt,
    Holocaustrevisionismus und die
  • 16:08 - 16:16
    Geschichtsdissidenten ernstgenommen
    werden. Gedeon, ich zitiere „andernfalls
  • 16:16 - 16:23
    wäre es ehrlicher, gleich ein
    Wahrheitsministerium im Orwellschen Sinne
  • 16:23 - 16:29
    einzurichten und es beim Zentralrat der
    Juden in Deutschland anzusiedeln“. Also
  • 16:29 - 16:35
    sehr eindeutig hier aus dem quasi
    politischen Establishment der AfD heraus,
  • 16:35 - 16:44
    ein Holocaust-relativierender Satz. Wir
    finden solche Ansätze auch natürlich beim
  • 16:44 - 16:52
    notorischen Björn Höcke, der etwa zur
    Verurteilung von Ursula Haverbeck, einer
  • 16:52 - 16:58
    wirklich notorischen inzwischen
    87-jährigen Holocaustleugnerin, von
  • 16:58 - 17:05
    Meinungsdelikt spricht. Also das ist ja
    die Diktion quasi der Rechten bis hinein
  • 17:05 - 17:12
    in die AfD, wenn es um die Leugnung des
    Holocaust und Auschwitz geht, und beklagt,
  • 17:12 - 17:18
    dass für dieses Meinungsdelikt die
    87-jährige Seniorin zu 11 Monaten
  • 17:18 - 17:23
    Gefängnis verurteilt worden ist. Das ist
    die soundsovielte Verurteilung dieser
  • 17:23 - 17:29
    Frau, die nun endlich auch ohne Bewährung
    bedeutet, dass sie die Strafe absitzen
  • 17:29 - 17:35
    muss. Vielleicht dazu passend noch die
    jüngste Meldung – also ich glaube, ich
  • 17:35 - 17:39
    habe sie gestern gelesen, die muss also
    ganz taufrisch sein – Bernd Pachal von der
  • 17:39 - 17:44
    AfD-Fraktion in der
    Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-
  • 17:44 - 17:52
    Hellersdorf Berlin lobte auf Facebook die
    kluge Politik Reinhard Heydrichs, als
  • 17:52 - 17:56
    Statthalter der Nazis in Prag. Allen
    Ernstes, man muss sich das wirklich
  • 17:56 - 18:03
    vorstellen. „Dieser stellte“, Zitat Pachal
    „schon vom ersten Moment an die Weichen
  • 18:03 - 18:07
    richtig im
    besetzten Tschechien. Und sei bei der
  • 18:07 - 18:13
    Bevölkerung beliebt gewesen“, meint dieser
    Herr Pachal. Es ist übrigens Reinhard
  • 18:13 - 18:19
    Heydrich, nach dem die oben erwähnte
    Aktion „Reinhard“ benannt war, die ich
  • 18:19 - 18:27
    eingangs beschrieben habe. Das Foto habe
    ich übrigens in Hamburg gemacht in der
  • 18:27 - 18:36
    Schützenstraße, wo Süleyman Taşköprü
    ermordet worden ist am Tag nach der Wahl
  • 18:36 - 18:44
    hier, nach der Bürgerschaftswahl. Aber
    greifen wir hier nochmal Wolfgang Gedeons
  • 18:44 - 18:51
    Wort vom Ernstnehmen auf. Und zwar sagt ja
    Gedeon, man soll die Holocaustleugner
  • 18:51 - 18:57
    ernstnehmen, auch wenn er den Holocaust
    nicht direkt bezweifelt. Ist das nicht
  • 18:57 - 19:01
    auch die Vokabel, also das Ernstnehmen,
    ist das nicht auch die Vokabel, mit der
  • 19:01 - 19:08
    alle Welt gerade versucht, rassistische
    und faschistische Hetze auf den Straßen des
  • 19:08 - 19:14
    Landes und auf dem ganzen Kontinent
    einzufangen und wieder einzuhegen in die
  • 19:14 - 19:20
    bewährten Bahnen der westlichen
    Demokratie? Denn was sich da auf den
  • 19:20 - 19:25
    Straßen des Landes, in Deutschland
    vielleicht mit Schwerpunkt in Sachsen,
  • 19:25 - 19:30
    zusammenrottete waren überwiegend alles
    andere als Menschen, die ernstgenommen
  • 19:30 - 19:37
    werden wollten, sondern solche, die
    ernstmachen wollten. Ein seit Jahrzehnten
  • 19:37 - 19:46
    ohne großen Einfluss vor sich hindümpelnde
    neue Rechte erlebt eine enorme Konjunktur
  • 19:46 - 19:52
    im Moment. Ihren einstigen „Rufern in der
    Wüste“, wie Götz Kubitschek vom neurechten
  • 19:52 - 19:58
    Institut für Staatspolitik oder Hardcore-
    Trollen, wie dem Kompakt-Chefredakteur
  • 19:58 - 20:05
    Jürgen Elsässer, hören auf einmal tausende
    zu und freuen sich, dass „so kluge“ Menschen
  • 20:05 - 20:11
    ihnen aus der Seele sprechen. Durch die
    Decke gehen die Wahlergebnisse der
  • 20:11 - 20:17
    Alternative für Deutschland seit ihrem
    Auftauchen im Jahr 2013. Also bitte, man
  • 20:17 - 20:22
    muss sich mal überlegen, wie unglaublich
    schnell das alles gegangen ist. Die
  • 20:22 - 20:27
    Ereignisse überschlagen sich und
    überschlagen sich noch jetzt. Befeuert
  • 20:27 - 20:34
    durch die beschriebenen Umstände, noch bei
    jeder Wahl erzielte die einstige Anti-Euro-
  • 20:34 - 20:39
    Partei der Wirtschaftsprofessoren und
    Unternehmer nach einigen politischen
  • 20:39 - 20:44
    Häutungen zur neonationalistischen
    völkischen Antiestablishment-
  • 20:44 - 20:51
    Partei gewandelt, aus dem Stand
    zweistellige Ergebnisse, sitzt heute in 10
  • 20:51 - 20:58
    Landesparlamenten von 16 und bereitet sich
    auf den anscheinend unaufhaltsamen Einzug
  • 20:58 - 21:05
    in den Bundestag vor. Das heißt also, wir
    dürfen durchaus erwarten, dass das
  • 21:05 - 21:13
    kommende Jahr 2017 nochmal trüber wird als
    die zurückliegenden zwei. Nach Euro-EU-
  • 21:13 - 21:22
    korrupten Regierungen waren ab Mitte 2015
    Geflüchtete das Hauptfeindbild. Wo NPD-
  • 21:22 - 21:30
    Nazis noch den „Volkstod“ beschworen, ist
    heute von Umvolkung, illegalem
  • 21:30 - 21:39
    Menschenimport und Bevölkerungsaustausch
    die Rede. Aber auch Linke, LGBTQI-Leute
  • 21:39 - 21:44
    stehen im Fokus der Rechten, eine
    angebliche Verschwulung der Gesellschaft
  • 21:44 - 21:50
    und die Frühsexualisierung der Kinder. Es
    werden schauerliche Frauen- und
  • 21:50 - 21:56
    Familienbilder reanimiert und gegen
    „Genderterror“ und „linksversifften
  • 21:56 - 22:03
    Feminismus“ in Stellung gebracht. In einem
    der Programmentwürfe der AfD wird von
  • 22:03 - 22:10
    Alleinerziehenden auch gesprochen, von
    einem selbstgewählten Leben als
  • 22:10 - 22:16
    Alleinerziehende, wo ganz klar wird, die
    Umstände, warum jemand alleinerziehend
  • 22:16 - 22:21
    ist, interessieren nicht, Mann und Frau
    müssen auf jeden Fall da sein, um diese
  • 22:21 - 22:27
    Familie zu konstituieren. Es taucht eine
    zunächst nicht so stark in Erscheinung
  • 22:27 - 22:34
    tretende identitäre Bewegung auf, die vor
    allen Dingen den Ethnopluralismus nochmal
  • 22:34 - 22:44
    versucht stark zu machen. Ethnopluralismus
    bedeutet, dass man sagt, es gibt zwar
  • 22:44 - 22:49
    verschiedene Völker, wie sie sagen und man
    akzeptiert auch alle verschiedenen Völker,
  • 22:49 - 22:55
    aber nur dort, wo sie geschichtlich auch
    hingehören. Das heißt also die saubere
  • 22:55 - 23:02
    Trennung von Völkern und Nationen steht da
    auf dem Programm. Das ist ein altes Bild,
  • 23:02 - 23:08
    eine alte Diktion von Alain de Benoist,
    einem französischen neuen Rechten. Auch
  • 23:08 - 23:15
    nicht mehr ganz so neu. Das Schlimme an
    der identitären Bewegung ist ihre
  • 23:15 - 23:20
    Aktionsformenpiraterie. Das heißt also wir
    sind konfrontiert mit Leuten, die sehr
  • 23:20 - 23:27
    genau bei linken Aktionen hingeschaut
    haben und sie einfach kopieren. Das sind
  • 23:27 - 23:34
    Störaktionen, die es schon vorher gegeben
    hat, als sogenannte konservativ-subversive
  • 23:34 - 23:38
    Aktionen von etwa …
    inspiriert von Götz Kubitschek, der
  • 23:38 - 23:44
    auch selber daran beteiligt war. Das hat
    inzwischen an Finesse gewonnen. Die
  • 23:44 - 23:51
    identitäre Bewegung bewegt sich geläufig
    im Internet und versteht es durchaus ihr
  • 23:51 - 23:59
    Lamda-Zeichen zu labeln, präsent zu
    halten. Aber ihre Aktionen, die sehr
  • 23:59 - 24:04
    effektvoll sind, das muss man tatsächlich
    so sagen, haben durchaus etwas
  • 24:04 - 24:10
    gewaltförmiges und bedrohliches, etwa im
    April dieses Jahres haben sie ein Stück
  • 24:10 - 24:15
    von Elfriede Jelinek an der Uni Wien
    gestört, an dem auch Geflüchtete beteiligt
  • 24:15 - 24:22
    waren und entstand dort durchaus eine
    retraumatisierende Panik unter den
  • 24:22 - 24:31
    Betroffenen. Weitere Aktion, die sehr
    große Furore gemacht hat, war hier die
  • 24:31 - 24:35
    Besetzung des Brandenburger Tores und das
    entsprechende Herablassen von
  • 24:35 - 24:40
    Transparenten. Das ist schon sehr
    professionell. Ob man die identitäre
  • 24:40 - 24:46
    Bewegung tatsächlich als Bewegung
    bezeichnen kann, wir gehen so von 400-500
  • 24:46 - 24:51
    Aktivistinnen und Aktivisten aus.
    Nichtsdestoweniger wie gesagt, ihre
  • 24:51 - 24:59
    Aktionen sind sehr effektiv. Um welche
    Gegenbilder geht es diesen, ja,
  • 24:59 - 25:06
    zusammenschießenden rechten Bewegungen,
    dieser neuen rechten Bürgerbewegung?
  • 25:06 - 25:16
    Natürlich taucht außer der Nation auch die
    Volksgemeinschaft auf, Frauke Petry, die
  • 25:16 - 25:20
    Bitch der AfD, wie sie von Kebekus genannt
    wurde …
  • 25:20 - 25:28
    Applaus
    … möchte das Wort
  • 25:28 - 25:39
    „völkisch“ wieder aufwerten und in den
    normalen Sprachgebrauch zurückführen. Es
  • 25:39 - 25:44
    geht um christliches Abendland, um
    abendländische Kultur. Es geht um wir und
  • 25:44 - 25:50
    die, es geht um die Opfergemeinschaft der
    Deutschen, die sich zum letzten Gefecht
  • 25:50 - 25:56
    versammelt. Diese Töne sind immer lauter
    geworden im Laufe des vergangenen Jahres,
  • 25:56 - 26:02
    als die sogenannte – schrecklicherweise
    übrigens – sogenannte Flüchtlingskrise
  • 26:02 - 26:10
    einem Höhepunkt zustrebte. Da wurde Bezug
    genommen auf Bilder des Ausnahmezustands,
  • 26:10 - 26:17
    da wurde expressis verbis auf Karl Schmidt
    zurückgegriffen, den Kronjuristen des
  • 26:17 - 26:24
    Dritten Reiches, der den Ausnahmezustand
    beschrieben hat und gesagt hat, „souverän
  • 26:24 - 26:29
    ist, wer über den Ausnahmezustand
    verfügt“. Es werden überhaupt sehr viele
  • 26:29 - 26:36
    Rückbezüge auch auf die konservative
    Revolution der Weimarer Zeit genommen. Es
  • 26:36 - 26:40
    wird das Widerstandsrecht aller Deutschen
    beschworen. Es wird sich bezogen aber
  • 26:40 - 26:48
    durchaus auch auf den Artikel 20 des
    Grundgesetzes und es wird sich auch darauf
  • 26:48 - 26:52
    berufen, dass möglicherweise – also
    berufen auf Ernst Jüngers Idee – dass
  • 26:52 - 27:00
    möglicherweise nur 1% aller Deutschen
    nötig wären, um das System entweder zu
  • 27:00 - 27:06
    erhalten oder umzustürzen, deswegen auch
    dieses Gemeinschaftsprojekt der Webseite
  • 27:06 - 27:14
    1%. Unser Autor in dem Buch, was man
    anfangs sehen konnte, Felix Korsch spricht
  • 27:14 - 27:21
    von Neovigilantismus mit Blick auf
    Sachsen. In der zweiten Jahreshälfte 2015
  • 27:21 - 27:26
    sind dort enorm viele Bürgerwehren
    entstanden. Das sind Formen von
  • 27:26 - 27:31
    Selbstermächtigung von Bewaffnung, da
    gehen Leute auf Streife, sprechen von
  • 27:31 - 27:38
    Selbstschutz und dergleichen. Das ist ein
    ausgesprochen gefährliches Phänomen. Sie
  • 27:38 - 27:44
    behaupten, sie müssten eine Regierung, die
    illegales tut, absetzen und müssten die
  • 27:44 - 27:51
    alte Ordnung wieder herstellen und dazu
    seien sie auch nach dem Grundgesetz
  • 27:51 - 27:57
    berechtigt, was Quatsch ist. Natürlich
    gehören zu diesen Gedankenwelten auch die
  • 27:57 - 28:04
    Reichsbürger dazu. Es ist vorhin schon
    gesagt worden, in der Veranstaltung vorher,
  • 28:04 - 28:09
    ja leugnen, dass es die Bundesrepublik
    Deutschland als staatliches
  • 28:09 - 28:17
    Gebilde überhaupt gibt. Viele Menschen
    in diesem Land denken, dass Deutschland
  • 28:17 - 28:22
    ein besetztes Land ist und nicht souverän
    ist. Ob einen das jetzt kümmert oder
  • 28:22 - 28:29
    nicht, es ist sehr weit verbreitet und
    bietet für die Leute sehr viel Anlass zu
  • 28:29 - 28:34
    denken, sie dürften sich selbst
    ermächtigen so wie die Reichsbürger. Die
  • 28:34 - 28:41
    fertigen ja Pässe aus, sie bewaffnen sich
    und es ist bezeichnend, dass die
  • 28:41 - 28:46
    Reichsbürger erst jetzt in den Fokus
    geraten sind, nachdem es zu einer
  • 28:46 - 28:52
    Gewalttat gekommen ist. Es hat vorher sehr
    sehr viele Hinweise gegeben auf die
  • 28:52 - 28:57
    Reichsbürger, unter anderem von Antifa-
    Recherche in den einschlägigen Blättern,
  • 28:57 - 29:03
    aber sie wurden als Querulanten und
    Spinner abgetan, inzwischen hat sich das
  • 29:03 - 29:08
    verändert, darauf kommen wir noch zurück.
    Im Moment erleben wir, wie sich eine
  • 29:08 - 29:15
    rechte Bürgerbewegung rasant entwickelt.
    AfD, Pegida, Identitäre, ich habe sie alle
  • 29:15 - 29:20
    schon erwähnt und organisierte Neonazis
    finden zusammen, verlieren ihre
  • 29:20 - 29:26
    Berührungsängste gegenüber einander.
    Jüngstes Beispiel und erschreckendes
  • 29:26 - 29:33
    Beispiel dafür ist etwa die Zusammenkunft
    nach dem Anschlag von Berlin. Es traten
  • 29:33 - 29:42
    auf, auf der Seite der gegen Einwanderung
    und Islamismus und/oder Muslime
  • 29:42 - 29:49
    Protestierenden Alexander Gauland und
    Björn Höcke vom rechten Flügel der AfD.
  • 29:49 - 29:53
    Wobei rechter Flügel der AfD ja schon auch
    was bedeutet, mein lieber Schwan.
  • 29:53 - 29:58
    Gelächter und Applaus
    Es war Jürgen Elsässer da,
  • 29:58 - 30:03
    es war Götz Kubitschek da, ich habe
    diese Namen schon genannt, es ist ein
  • 30:03 - 30:08
    bisschen Namedropping, aber die sollte man
    auch im Auge behalten. Und es war Philip
  • 30:08 - 30:14
    Stein von der deutschen Burschenschaft da,
    der dieses gemeinsame Webprojekt 1%
  • 30:14 - 30:21
    betreut. Und sie demonstrierten gemeinsam
    gegen die Invasion der Islamisten. Aber
  • 30:21 - 30:29
    wir wollen uns auch, zumindest kurz, die
    echten Nazis nochmal anschauen. Es gibt
  • 30:29 - 30:36
    neue Nazi-Parteien, möglicherweise auch
    schon als Auffangbecken für NPD-Mitglieder
  • 30:36 - 30:44
    gedacht, die nach einem Verbot eine neue
    Heimat suchen könnten. Ihr wisst
  • 30:44 - 30:49
    vielleicht, am 17. Januar verkündet das
    Bundesverfassungsgericht, ob die Partei
  • 30:49 - 30:54
    verboten wird oder ob sie nicht verboten
    wird. Es ist relativ offen, was dabei
  • 30:54 - 31:00
    rauskommt. Aber es gibt diese neuen
    Parteien, Die Rechte zum Beispiel und den
  • 31:00 - 31:06
    Dritten Weg. Sie treten als ausgesprochen
    aggressive Splitterparteien hervor und
  • 31:06 - 31:14
    versuchen auf den völkischen Aufstand
    aufzusatteln. Wenn ich den Dritten Weg
  • 31:14 - 31:19
    nenne, fallen mir zwei der Frontmänner
    dieser Partei ein. Das eine ist Karl-Heinz
  • 31:19 - 31:24
    Statzberger und das andere ist Maik
    Eminger. Diese beiden Männer waren am
  • 31:24 - 31:33
    ersten Tag des NSU-Prozesses am 6. Mai
    2013 im Zuschauerbereich des Gerichtssaals
  • 31:33 - 31:37
    und haben sich in die erste Reiche gesetzt
    und haben sich dort gespreizt und sehr
  • 31:37 - 31:42
    selbstbewusst gegeben. Karl-Heinz
    Statzberger ist ein verurteilter
  • 31:42 - 31:48
    Rechtsterrorist, der zu der Wiese-Gruppe
    gehörte, die die Grundsteinlegung des
  • 31:48 - 31:55
    jüdischen Gemeindehauses in München … einen
    Anschlag darauf verüben wollte. Und Maik
  • 31:55 - 31:59
    Eminger ist der eineiige Zwillingsbruder
    des Angeklagten André Eminger im NSU-
  • 31:59 - 32:05
    Prozess. Also wir kommen auch immer
    wieder, wir können es drehen und wenden,
  • 32:05 - 32:12
    auf den NSU zurück. Schauen wir aber mal
    dahin. Wir sind ja immer so ein bisschen
  • 32:12 - 32:24
    fokussiert auf die Rechten, die extrem
    Rechten, die Neonazis und sitzen oft der
  • 32:24 - 32:30
    Versuchung auf, das was sich diesseits
    dieser Nazis befindet für gut zu befinden
  • 32:30 - 32:35
    oder für in Ordnung. Ich würde sagen, das
    ist eine zumindest
  • 32:35 - 32:41
    zweifelhafte Einschätzung. Wenn
    ausgerechnet Bundesinnenminister Thomas
  • 32:41 - 32:46
    de Maizière von einer Teilverrohung der
    Gesellschaft spricht, was er getan hat am
  • 32:46 - 32:55
    28. Mai in der Zeit, muss die Lage
    wirklich sehr ernst sein. Denn er ist und
  • 32:55 - 33:04
    war, was diese Verrohung angeht, eher Teil
    des Problems als der Lösung.
  • 33:04 - 33:14
    Applaus
    Seine Amtszeit steht für Flüchtlingsabwehr
  • 33:14 - 33:20
    und das Durchpeitschen von Antiasyl- und
    Aufenthaltsgesetzen, die mühsam erkämpfte
  • 33:20 - 33:27
    Standards der zurückliegenden zwei
    Jahrzehnte mit leichter Hand abräumen. Er
  • 33:27 - 33:32
    beteiligte sich wie viele andere, aber
    mit dem Gewicht eines Bundesministers an
  • 33:32 - 33:39
    der Panikmache vor den Geflüchteten. Man
    denke nur an sein halsstarriges Beharren
  • 33:39 - 33:49
    im Oktober 2015, also am Höhepunkt der
    gegen Ankommende tobende Hetze. Er
  • 33:49 - 33:54
    beharrte damals darauf, dass 30% der
    syrischen Geflüchteten „falsche Syrer“
  • 33:54 - 34:01
    seien. Er konnte damals auf mehrfache
    Nachfrage von Medien und Opposition seine
  • 34:01 - 34:08
    Behauptung nicht belegen. Blieb aber bis
    zum Schluss dabei und hat damit zu einer
  • 34:08 - 34:14
    Situation beigetragen, in welcher sich,
    wie er es sagte, „unbescholtene Bürger“
  • 34:14 - 34:22
    berufen fühlten, plötzlich Gewalt
    anzuwenden. Wenig später hat er das dann
  • 34:22 - 34:26
    nochmal wiederholt. Das ist also
    tatsächlich auch eine Masche von ihm. Ihr
  • 34:26 - 34:32
    werdet euch vielleicht erinnern, ich
    zitiere ihn, „es kann nicht sein, dass 70%
  • 34:32 - 34:36
    der Männer unter 40 Jahren vor einer
    Abschiebung für krank und nicht
  • 34:36 - 34:43
    transportfähig erklärt werden. Dagegen
    spricht jede Erfahrung.“, sagte
  • 34:43 - 34:47
    de Maizière. Zahlen hat er dafür nicht
    geliefert und hat sich eigentlich auch
  • 34:47 - 34:52
    eines Eingriffs in die ärztliche
    Pflichterfüllung schuldig gemacht. Er hat
  • 34:52 - 34:56
    es nicht zurückgezogen, er hat sich nicht
    entschuldigt und gar nichts. Er gehört
  • 34:56 - 35:09
    also definitiv zu den Hetzern dazu.
    Applaus
  • 35:09 - 35:17
    Dabei sollten schon allein die schieren
    Zahlen uns alle schockieren ohne Ende.
  • 35:17 - 35:24
    Etwa 1.500 Angriffe „unbescholtener“ oder
    auch besser gesagt „besorgter“ Bürgerinnen
  • 35:24 - 35:31
    und Bürger auf Geflüchtetenunterkünfte
    allein im Jahr 2015. Bis zu de Maizières
  • 35:31 - 35:36
    Statement Ende Mai 2016 gab es schon
    wieder etwa 500 Angriffe auf solche
  • 35:36 - 35:43
    Sammelunterkünfte für Geflüchtete. Mit dem
    Jahr 2014 macht das dann etwa 2.500
  • 35:43 - 35:48
    solcher Angriffe. Das sind nur Angriffe auf
    Geflüchteten-Unterkünfte. Da sind also
  • 35:48 - 35:55
    noch nicht dabei die ganzen rassistischen
    Angriffe auf Menschen, die Anschläge auf
  • 35:55 - 36:02
    Menschen und Körperverletzungen und so
    weiter. Ich habe übrigens gerade, das habe
  • 36:02 - 36:07
    ich mir hier gerade mit der Hand notiert,
    die ganz neuen Zahlen für das Jahr 2016
  • 36:07 - 36:14
    beziffern die Angriffe auf die Unterkünfte
    auf über 900. Das heißt also wir reißen
  • 36:14 - 36:20
    bald die Latte der 3.000 Angriffe auf
    Geflüchteten-Unterkünfte. Die
  • 36:20 - 36:24
    Aufklärungsquote lässt keinen besonderen
    Eifer bei der Verfolgung der mitunter als
  • 36:24 - 36:30
    versuchter Mord zu wertenden Anschläge auf
    zum Teil bewohnte Gebäude vermuten. Die
  • 36:30 - 36:36
    Zahlen zu Anklagen und Verurteilungen
    können auch als eine Art Impunität oder
  • 36:36 - 36:42
    Straflosigkeit gelesen werden, worauf die
    nach wie vor nicht abreißende Welle der
  • 36:42 - 36:48
    Gewalt gegen Geflüchtete und ihre
    Unterkünfte hindeutet. Von Abschreckung
  • 36:48 - 36:53
    kann hier nicht die Rede sein. Im
    Gegenteil kennzeichnend für die Situation
  • 36:53 - 37:00
    insbesondere am Ende 2015, Anfang 2016
    war, dass die Polizei, das ist hier auch
  • 37:00 - 37:06
    nochmal bestätigt worden vorhin, häufig
    zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen, den
  • 37:06 - 37:11
    Mob oft gewähren ließ oder offen
    Verständnis oder gar Sympathie zeigte.
  • 37:11 - 37:17
    Wir erinnern uns an Clausnitz, als Mitte
    Februar ein wütender Mob versuchte, die
  • 37:17 - 37:25
    Ankunft von Geflüchteten zu verhindern,
    während grölende Bürger diesen Bus damals
  • 37:25 - 37:28
    angriffen. Die Polizei ging nicht etwa
    gegen die Randalierer vor, sondern
  • 37:28 - 37:34
    beförderte gewaltsam vor allem einen
    kleinen Jungen vom Bus in die Unterkunft.
  • 37:34 - 37:38
    Er habe durch seine Gesten die
    Aufgebrachten noch provoziert, hieß es.
  • 37:38 - 37:43
    Aber auch bei gravierenden Formen
    selbstermächtigter Aktionen besorgter
  • 37:43 - 37:49
    Bürger schritt die Staatsgewalt nicht ein,
    kapitulierte vor dem Mob, das ist
  • 37:49 - 37:56
    definitiv ein Déjà-vu aus den 1990er
    Jahren, wo es ganz ähnlich abgelaufen ist.
  • 37:56 - 38:01
    Vielleicht im Schnelldurchlauf noch ein
    paar Beispiele, die auch in dem Buch
  • 38:01 - 38:06
    dokumentiert sind, „Durchmarsch von
    rechts“, das sehr lesenswert ist, leider
  • 38:06 - 38:12
    vergriffen, im Netz kann man es sich noch
    runterladen. Also durchaus online zu
  • 38:12 - 38:18
    finden. Ein 25-jähriger Feuerwehrmann aus
    Altona etwa, der Anfang Oktober 2015 in
  • 38:18 - 38:22
    einer westfälischen Kleinstadt das
    Dachgeschoss eines Hauses in Brand
  • 38:22 - 38:26
    gesteckt hatte, das von 7 Syrerinnen und
    Syrern bewohnt war, ist von der
  • 38:26 - 38:30
    Staatsanwaltschaft auf freien Fuß gesetzt
    worden. Schließlich, so ließ der
  • 38:30 - 38:35
    Staatsanwalt verlauten, habe es keine
    Haftgründe gegeben, denn der Täter und
  • 38:35 - 38:40
    sein Komplize hätten nur Angst vor
    Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft
  • 38:40 - 38:45
    gehabt. Sie seien auch nicht
    rechtsradikal, eine rechtsradikale
  • 38:45 - 38:51
    Einstellung besteht aus mehr als
    Fremdenhass. Das sind wörtliche Zitate aus
  • 38:51 - 38:57
    der Süddeutschen Zeitung vom 12.10. Für
    die sich radikalisierenden besorgten
  • 38:57 - 39:02
    Bürger muss diese Situation wie eine
    Einladung wirken, mit dem Brandschatzen
  • 39:02 - 39:08
    fortzufahren. Die Berichterstattung, also
    es geht natürlich auch immer um die Art,
  • 39:08 - 39:13
    wie das dann in den Medien nochmal
    widergespiegelt wird, die Berichterstattung
  • 39:13 - 39:19
    aus Mainstockach [Mainstockheim] Ende
    Juli 2015 suggerierte, dass Beschwerden
  • 39:19 - 39:25
    wegen Ruhestörung und die gerüchteweise
    Belästigung einer Frau sowie mangelnde
  • 39:25 - 39:32
    Mülltrennung in der Asylunterkunft Grund
    genug dafür seien, dass ein Mob von 300
  • 39:32 - 39:37
    Personen aus der 2.000-Seelen-Gemeinde
    sich zum Teil bewaffnet vor dem Haus
  • 39:37 - 39:44
    versammelten. Und der Mob hatte erfolg. Die
    24 jungen Männer wurden aus [Mainstockheim]
  • 39:44 - 39:50
    weg verlegt. Mülltrennung. Mülltrennung
    hatte auch der Brandstifter von Escheburg
  • 39:50 - 39:58
    bei Hamburg, ein Finanzbeamter, als Tatmotiv
    angegeben. Zum einen seien irakische
  • 39:58 - 40:05
    Männer in Saft und Kraft eine Bedrohung
    und außerdem würden sie ihren Müll sicher
  • 40:05 - 40:10
    nicht richtig entsorgen. Eine Analyse des
    Bundeskriminalamtes stellte dazu fest,
  • 40:10 - 40:17
    dass es sich bei den Brandstiftenden um
    emotionalisierte Einzeltäter handele, die
  • 40:17 - 40:25
    keinerlei ideologische Anbindung an rechte
    Strukturen hätten. Vielleicht waren es auch
  • 40:25 - 40:29
    in Hösbach nur solche verirrten
    Einzeltäter und Einzeltäterinnen, die
  • 40:29 - 40:36
    Mitte September 2015, wie die Polizei
    meldete, „asylkritische“ Banner an einer
  • 40:36 - 40:41
    Brücke über die Staatsstraße 2307
    befestigen. Inzwischen läuft offenbar ein
  • 40:41 - 40:48
    Banner mit der Aufschrift „Deutschland
    erwache“ mit zwei Hakenkreuzen schon unter
  • 40:48 - 40:56
    ideologiefrei und asylkritisch, weil ja
    auch noch „Asylantenheim, nein danke“ auf
  • 40:56 - 41:01
    der anderen Seite der Brücke zu lesen war.
    Dieser Verharmlosung rassistischer
  • 41:01 - 41:07
    Straftaten und narzisstischer Angriffe steht
    die unverantwortliche Dramatisierung der
  • 41:07 - 41:14
    Ankunft von 10.000en Geflüchteten
    gegenüber. Ich habe Thomas de Maizière
  • 41:14 - 41:19
    angesprochen, natürlich kann man so eine
    Bestandsaufnahme nicht ohne die Nennung
  • 41:19 - 41:27
    der CSU, der Nennung von Seehofer und
    seinem Generalsekretär Andreas Scheuer
  • 41:27 - 41:32
    abschließen. Nicht erst der AfD-
    Durchmarsch und die Ankunft der
  • 41:32 - 41:39
    Geflüchteten haben diese CSU zu einer
    rassistischen Partei gemacht. Zum Beispiel
  • 41:39 - 41:45
    Viktor Orbán wurde schon deutlich früher
    von der Partei hofiert, er war schon zum
  • 41:45 - 41:52
    70. Geburtstag Edmund Stoibers eingeladen
    und hat von der Hans-Seidel-Stiftung den
  • 41:52 - 41:58
    Franz-Josef-Strauß-Preis erhalten. Ich
    selber bin unter Franz Josef Strauß in
  • 41:58 - 42:01
    Bayern aufgewachsen und kann nur sagen,
    das kann ich gut nachvollziehen.
  • 42:01 - 42:13
    Applaus
    Außerdem ist er
  • 42:13 - 42:20
    natürlich, das war der – dankeschön – das
    war der Skandal vergangenes Jahr, von der
  • 42:20 - 42:26
    CSU ins Kloster Banz eingeladen worden. Es
    ist ja eine ganz schwierige Geschichte mit
  • 42:26 - 42:30
    Viktor Orban. Das ist ja, würde ich mal
    sagen, durchaus ein faschistisches Land
  • 42:30 - 42:35
    geworden unter ihm, völkisch-
    nationalistisch mindestens. Das erste, was
  • 42:35 - 42:40
    er gemacht hat, war die Krone des heiligen
    Stefan von einer Kirche oder von einem
  • 42:40 - 42:45
    Museum ins Parlament schleppen zu lassen.
    Das Wort Republik ist aus der Verfassung
  • 42:45 - 42:51
    Ungarns gestrichen worden. Und er ist
    derjenige, der europaweit als der große
  • 42:51 - 42:57
    Buhmann hingestellt wurde, als der Zaun
    gebaut wurde gegen die Geflüchteten. Das
  • 42:57 - 43:01
    ist auch richtig, dass er da beschimpft
    worden ist, nur hinter diesem Zaun
  • 43:01 - 43:05
    verkriecht sich auch der ganze Rest
    Europas. Es ist ganz klar, es ist ja diese
  • 43:05 - 43:10
    Situation gewesen …
    Applaus
  • 43:10 - 43:18
    Es ist diese Situation gewesen,
    dass Anfang dieses Jahres die
  • 43:18 - 43:24
    Tagesschaumeldungen immer ungefähr
    lauteten, ja wie durch ein Wunder – das
  • 43:24 - 43:28
    ist so nicht gesagt worden, aber das klang
    so durch – wie durch ein Wunder sind kaum
  • 43:28 - 43:34
    neue Geflüchtete in Deutschland
    angekommen. Das war natürlich medial auch
  • 43:34 - 43:38
    eine Katastrophe, weil nicht gesagt wurde,
    dass sie natürlich nicht kommen konnten,
  • 43:38 - 43:43
    weil es diese Zäune gab, weil es Idomeni
    gab, was damals berühmt geworden ist als
  • 43:43 - 43:50
    der Ort, an dem viele in ihrer Flucht
    gestoppt und gescheitert sind. Es gibt so
  • 43:50 - 43:55
    viele krasse Beispiele für
    Medienberichterstattung. Das Beispiel
  • 43:55 - 44:01
    Bautzen dieses Jahr. Bautzen, in dem die
    geplante Asylunterkunft in Brand gesteckt
  • 44:01 - 44:08
    und niedergebrannt ist, in Brand gesteckt
    worden ist und niedergebrannt ist, dort
  • 44:08 - 44:14
    hat es dann diese Zusammenrottung gegeben
    von Nazis, die junge unbegleitete
  • 44:14 - 44:19
    Flüchtlinge angegriffen haben, Geflüchtete
    angegriffen haben. Und in den Medien kam
  • 44:19 - 44:25
    es so rüber, die Asylsuchenden hätten
    angefangen. Ihr werdet euch an diese
  • 44:25 - 44:31
    skandalöse Berichterstattung erinnern. Es
    war wie in den 90er Jahren Opfer-Täter-
  • 44:31 - 44:39
    Umkehr, das Zahlenverhältnisse 20
    Geflüchtete und 80 Neonazis + x alleine
  • 44:39 - 44:45
    ist, beschreibt schon eine
    Notwehrsituation. Das heißt also von einer
  • 44:45 - 44:49
    Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen
    oder zwischen Jugendbanden, wie das auch
  • 44:49 - 44:57
    aus den 1990er Jahren widerhallt, kann
    nicht die Rede sein. Schauen wir auch
  • 44:57 - 45:03
    nochmal, ich habe sie schon erwähnt, auf
    die Reichsbürger. Die Reichsbürger sind
  • 45:03 - 45:07
    jahrelang nicht verfolgt worden, erst als
    Mitte Oktober ein Polizist von einem
  • 45:07 - 45:13
    schwerbewaffneten Reichsbürger erschossen
    worden ist, Kollegen von ihm wurden
  • 45:13 - 45:19
    verletzt, beginnt der Apparat, auch gegen
    deren Mitglieder in den eigenen Reihen zu
  • 45:19 - 45:28
    ermitteln. Also wir finden ganz viele
    Reichsbürger in Uniform, die ja hier ihr
  • 45:28 - 45:33
    Wesen in der staatlichen Institution
    treiben. Und da kommen wir auch nochmal
  • 45:33 - 45:37
    zurück auf den NSU-Prozess, das können wir
    natürlich nicht wirklich toll vertiefen.
  • 45:37 - 45:42
    Weil die Zeit uns auch schon
    wieder davon läuft. Aber wir haben ja im
  • 45:42 - 45:49
    NSU-Komplex eine weitere Infiltration der
    Polizei durch eine solche Institution,
  • 45:49 - 45:54
    nämlich den Ku-Klux-Klan. Und ich kann
    Alexander Kienzle nur zustimmen, wir
  • 45:54 - 45:59
    wissen nichts, wir wissen nichts von
    Heilbronn, wir wissen nicht, was in Kassel
  • 45:59 - 46:05
    wirklich passiert ist. Heilbronn als die
    Polizistin Michèle Kiesewetter erschossen
  • 46:05 - 46:12
    wurde und ihr Kollege wie durch ein Wunder
    einen Kopfdurchschuss überlebt hat. In der
  • 46:12 - 46:17
    Dienstgruppe, in der Michèle Kiesewetter
    damals gearbeitet hat, waren ehemalige
  • 46:17 - 46:23
    Mitglieder des Ku-Klux-Klans tätig. Es hat
    also auch solche Gruppen in der Polizei
  • 46:23 - 46:28
    gegeben, aber das wird natürlich nicht
    weitergehend untersucht. Das ist im Sande
  • 46:28 - 46:32
    verlaufen die Untersuchungen in dieser
    Richtung. Die Informationen übrigens über
  • 46:32 - 46:39
    die Polizisten … über die Ku-Klux-Klan-
    Mitglieder in der Polizei kamen von einen
  • 46:39 - 46:44
    V-Mann, der damals der Chef des Ku-Klux-
    Klans gewesen ist. Ich muss mich jetzt
  • 46:44 - 46:51
    sehr zusammenraffen. Ich könnte euch noch
    eine ganze Menge weiterer Geschichten
  • 46:51 - 46:58
    dieser Art berichten. Möchte aber doch in
    den letzten 5 Minuten noch auf die Frage
  • 46:58 - 47:02
    zurückkommen, was wir denn nun machen. Und
    ich habe schon mal gesagt, unser Fokus,
  • 47:02 - 47:07
    immer auf die Rechten zu gucken, wie das
    Kaninchen auf die Schlange, führt uns
  • 47:07 - 47:14
    wahrscheinlich sehr weit weg davon, die
    tatsächlichen Probleme zu sehen und dass
  • 47:14 - 47:21
    wir natürlich über den Rechtsruck in
    Deutschland, in Europa und in den USA
  • 47:21 - 47:27
    nicht wirklich reden können, nicht
    sinnvoll reden können, wenn wir nicht den
  • 47:27 - 47:34
    weltwirtschaftlichen Gesamtzusammenhang in
    die Augen fassen. Es ist einfach so, die
  • 47:34 - 47:40
    Erwartung, dass mit einem Zaunbau oder mit
    neuer Gesetzgebung die Menschen davon
  • 47:40 - 47:46
    abgehalten werden, sich auf den Weg zu
    machen, aus wirtschaftlichen Gründen oder
  • 47:46 - 47:53
    auch aus unmittelbarer Not, aus Elend, das
    ist eine Illusion und wir müssen uns
  • 47:53 - 47:57
    darüber klarmachen, dass sich die Dinge
    verändern werden. Die Ankunft dieser
  • 47:57 - 48:05
    Menschen, die sich auch nicht aufhalten
    lassen, wird niemand verhindern. Und das
  • 48:05 - 48:09
    ist letztlich auch gut so.
    Weil es kann so wie es ist auf keinen
  • 48:09 - 48:15
    Fall weitergehen. Wir müssen uns …
    Applaus
  • 48:15 - 48:24
    Wir müssen uns völlig
    neue Narrative, neue Geschichten
  • 48:24 - 48:30
    ausdenken. Wir müssen quasi eine Weltsicht
    neu erfinden, mit der wir arbeiten können
  • 48:30 - 48:34
    und wo vielleicht tatsächlich der von
    vielen belächelte Spruch vom Bleiberecht
  • 48:34 - 48:41
    für alle einen, sagen wir mal,
    intellektuellen Hintergrund bekommt. Eine
  • 48:41 - 48:47
    Idee, eine Vision, eine Utopie, das alles
    brauchen wir. Antifaschismus allein wird
  • 48:47 - 48:52
    auf jeden Fall nicht ausreichen. Das habe
    ich erst neulich die gute Bini Adamczak in
  • 48:52 - 48:56
    einem BR-Feature sagen hören. Wobei ich
    den Antifaschismus auch ein bisschen in
  • 48:56 - 49:01
    Schutz nehmen will. Es war nie so, dass
    allein der Kampf und das Entgegentreten
  • 49:01 - 49:07
    gegen Nazis Inhalt des Antifaschismus war,
    sondern es war auch immer ein
  • 49:07 - 49:14
    emanzipatives, ein kämpferisches Bild der
    Veränderung, hin zu einer gerechteren
  • 49:14 - 49:20
    Welt. Ich kann das leider nicht mehr so
    ausführen, wie ich das eigentlich geplant
  • 49:20 - 49:27
    hatte, aber es ist vollkommen klar, dass
    wir dem irren Selbstzweck des
  • 49:27 - 49:32
    Kapitalismus, die höchstmögliche und
    rücksichtslose Kapitalverwertung, dass wir
  • 49:32 - 49:38
    dem etwas entgegensetzen müssen und dass
    wir uns um die Menschen solidarisch
  • 49:38 - 49:42
    kümmern müssen, die auf diesem Planeten
    keine Chance haben.
  • 49:42 - 49:52
    Applaus
    Das hatte ich natürlich
  • 49:52 - 49:57
    noch viel viel ausführlicher und
    mit Zitaten belegt und es bleibt aber
  • 49:57 - 50:05
    trotzdem so, wie Marx es mal gesagt hat.
    Und leider ist diese Wendung aus dem
  • 50:05 - 50:08
    kommunistischen Manifest inzwischen nur
    noch zu einem Kalenderspruch
  • 50:08 - 50:15
    heruntergekommen. Nämlich dass er gesagt
    hat, dass es darauf ankommt, alle
  • 50:15 - 50:20
    Verhältnisse umzuwerfen, in denen der
    Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes,
  • 50:20 - 50:28
    ein verlassenes, ein verächtliches Wesen
    ist. Und das muss … das bleibt wahr. Und
  • 50:28 - 50:33
    ich möchte im Grunde genommen uns auch ein
    bisschen aufrütteln als diejenigen, die
  • 50:33 - 50:38
    privilegiert hier im Westen ihren Glühwein
    zu Weihnachten trinken und die lauschige
  • 50:38 - 50:47
    Stimmung genießen. Ich habe im November
    eine Stafettenlesung der „Ästhetik des
  • 50:47 - 50:53
    Widerstands“ von Peter Weiss veranstaltet.
    Peter Weiss wäre dieses Jahr 100 Jahre alt
  • 50:53 - 50:57
    geworden. Sein großes Werk, der
    antifaschistische Roman „Die Ästhetik des
  • 50:57 - 51:05
    Widerstands“ ist in 54 Stunden nonstop
    vorgelesen worden und es ist gespickt mit
  • 51:05 - 51:11
    Hinweisen, mit Anregungen, mit Motivation
    für Menschen wie uns. Und deswegen möchte
  • 51:11 - 51:17
    ich mit einem Zitat von Peter Weiss
    schließen, das uns alle ein wenig
  • 51:17 - 51:24
    vorführt, denke ich. Ich zitiere, „wir
    sind Humanisten, hörte ich ihn noch einmal
  • 51:24 - 51:30
    sagen, doch unsere Humanität ist mit
    Schande bedeckt. Allzu viele, die ständig
  • 51:30 - 51:37
    den Humanismus, den Pazifismus im Mund
    führen, die das Unrecht wohl sehen, für
  • 51:37 - 51:43
    eine Veränderung aber nicht kämpfen
    wollen, sind in ihrer Diskretion nichts
  • 51:43 - 51:53
    anderes als Apologeten der herrschenden
    Klassen.“ Aber wem sage ich das. Danke.
  • 51:53 - 52:07
    Applaus
    Herald: Fritz Bürschel. Ja wenn mein
  • 52:07 - 52:11
    Mikrofon gehen würde. Fritz Bürschel,
    vielen Dank. Burschel, Pardon, Fritz
  • 52:11 - 52:13
    Burschel, vielen Dank.
    Applaus
  • 52:13 - 52:20
    Ja wir haben wir noch knapp 10 Minuten
    Zeit für Q&A, Questions and Answers, falls
  • 52:20 - 52:26
    ihr Fragen an unseren Referenten habt,
    traut euch, sie zu stellen. Fasst euch
  • 52:26 - 52:30
    bitte kurz je kürzer ihr eure Fragen
    formuliert, desto mehr Fragen kriegen wir
  • 52:30 - 52:35
    gestellt, und bitte verkneift euch
    Kommentare, es sollen Fragen sein. Komm
  • 52:35 - 52:41
    doch in die Mitte, Fritz, das ist … Fangen
    wir einfach mal an, da vorne mit der 2.
  • 52:41 - 52:47
    Mikrofon: Hallo. Es gab ja lange Zeit von
    genau diesen ganzen Menschen, die du auch
  • 52:47 - 52:51
    beschrieben hast, von genau diesen Nazis
    im Internet verschiedene Foren, in denen
  • 52:51 - 52:57
    die sich irgendwie organisiert haben, so
    Thule-Netz, Thiazi, das ist irgendwann
  • 52:57 - 53:02
    alles aufgelöst worden oder hat sich
    aufgelöst. Siehst du im Moment eine
  • 53:02 - 53:06
    Verschiebung eher in Richtung von sozialen
    Netzwerken, die halt da sind, und die von
  • 53:06 - 53:11
    diesen Gruppen genutzt werden, oder gibt
    es nach wie vor rechte Strukturen, die im
  • 53:11 - 53:17
    Internet irgendwie Plattformen nutzen die
    nur sie haben und in die die Gesellschaft
  • 53:17 - 53:22
    so keinen Einblick hat?
    Fritz: Das kann ich nicht sagen. Ich bin
  • 53:22 - 53:28
    da definitiv kein Experte. Ich hätte aber
    durchaus Hinweise im Zusammenhang z.B. mit
  • 53:28 - 53:35
    dem NSU auf Internetprojekte, da gibt es
    mindestens zwei, die massiv
  • 53:35 - 53:41
    Desinformationen streuen und wo ich mir
    denke, dass Leute mit etwas handwerklichem
  • 53:41 - 53:44
    Geschick durchaus was tun könnten, ich
    möchte die Namen jetzt auch nicht unnötig
  • 53:44 - 53:52
    nennen von diesen beiden Plattformen. Es
    wäre aber … ich kann dir nicht sagen … ich
  • 53:52 - 53:57
    denke mal, die sozialen Netzwerke, vor
    allen Dingen Facebook, sind für viele von
  • 53:57 - 54:02
    diesen Leuten eher verräterisch. Das
    heißt, wenn du etwas über sie erfahren
  • 54:02 - 54:07
    willst … sie sind so doof und posten
    wirklich alles auf Facebook sodass also
  • 54:07 - 54:14
    auch vor Gericht z.B. Zeugen aus der
    Naziszene ausgesagt haben und sie dann mit
  • 54:14 - 54:17
    ihren … und sie wurden dann gefragt „Ja
    wie würden Sie sich denn politisch
  • 54:17 - 54:24
    einschätzen?“ und sie „So ganz normal“ und
    dann wurden sie mit ihrer Facebook-Seite
  • 54:24 - 54:28
    konfrontiert, auf der halt die hardcore
    einschlägigen Links zu allen möglichen
  • 54:28 - 54:35
    üblen Gruppen, Parteien und Zusammenhängen
    abzurufen waren. Also da glaube ich, das
  • 54:35 - 54:39
    ist jetzt nicht sehr professionell und
    avanciert, was sie da machen, aber du
  • 54:39 - 54:44
    kannst sie in ihrem Ausdruck in den
    Kommentarspalten überall finden, aber ich
  • 54:44 - 54:50
    denke so eigene Internetprojekte, wie im
    Zusammenhang mit dem NSU-Komplex, mit dem
  • 54:50 - 54:56
    NSU-Prozess, wo zum Teil mit den original
    Ermittlungsakten hantiert wird, da sind
  • 54:56 - 55:03
    zum Teil professionelle Leute am Werk,
    allerdings auch mit Desinformation, die
  • 55:03 - 55:08
    schon so dämlich ist, dass man es kaum
    noch aushalten kann. Also auf einer dieser
  • 55:08 - 55:14
    Plattformen werden einige Leute, und ich
    persönlich, ich beschuldigt, wir hätten
  • 55:14 - 55:19
    das NSU-Bekennervideo hergestellt. Also
    das ist … da weiß ich nicht, wie weit ich
  • 55:19 - 55:23
    das wirklich ernst nehmen kann.
    Herald: So machen wir weiter mit
  • 55:23 - 55:26
    Mikrofon 1, bitte.
    Mikrofon: Danke und entschuldige bitte die
  • 55:26 - 55:31
    Frage, weil sie ein bisschen … scheiße
    ist, aber was tun, wenn selbst das
  • 55:31 - 55:36
    Anzünden von Gebäuden vor Gericht nicht
    mehr als extremistisch zählt?
  • 55:36 - 55:46
    Fritz: Ja was tun? Ich würde gerne
    Antworten da drauf geben. Ich lese gierig
  • 55:46 - 55:54
    in Artikel von (???) zum Beispiel rein,
    und der sagt, der Durchmarsch von Rechts
  • 55:54 - 55:59
    wird dazu führen, dass wir uns sammeln
    müssen, dass wir wieder auf die Straße
  • 55:59 - 56:05
    gehen müssen, dass wir Gegenmacht zeigen
    müssen, dass wir präsent sein müssen, was
  • 56:05 - 56:10
    Kienzle auch gesagt hat, dass wir auch
    in unseren je individuellen Alltagen den
  • 56:10 - 56:15
    Leuten verbal in die Fresse hauen, wie er
    das sehr schön gesagt hat. Ich kann es dir
  • 56:15 - 56:21
    nicht sagen. Ich kann zum Beispiel nicht
    verstehen, warum, nach allem, was wir
  • 56:21 - 56:28
    wissen im Kontext mit dem NSU, warum es
    keine Kampagne in diesem Land gibt, diesen
  • 56:28 - 56:32
    schlimmen Geheimdienst abzuschaffen, warum
    es keine …
  • 56:32 - 56:43
    Applaus
    Es hat eine einzige Schule gegeben, die
  • 56:43 - 56:47
    sich geweigert hat, eine
    Verfassungsschutz-Ausstellung zu zeigen,
  • 56:47 - 56:53
    aber ansonsten sehe ich keinerlei
    gesellschaftlichen Protest gegen eine
  • 56:53 - 56:58
    Institution, die von uns verlangt … von
    uns, wenn ich mal das so sagen darf,
  • 56:58 - 57:03
    Bürgerinnen und Bürgern oder Bewohnerinnen
    und Bewohnern dieses Landes, dass wir
  • 57:03 - 57:07
    akzeptieren, dass es da eine
    unkontrollierte Grauzone gibt, in der auch
  • 57:07 - 57:14
    Gesetze gebrochen werden. Das kann nicht
    wahr sein. Wo ist der Protest? Der Protest
  • 57:14 - 57:20
    ist ausgeblieben, der Protest hat auch
    nicht reagiert, als die Demonstration von
  • 57:20 - 57:26
    … um die es hier in den NSU-Monologen
    ging, als die statt fand. 2006 hat es zwei
  • 57:26 - 57:32
    Demos gegeben, in Kassel und in Dortmund.
    Da sind in Kassel 2000 Leute auf der
  • 57:32 - 57:38
    Straße gewesen, und trotzdem hat niemand
    von uns, die möglicherweise sich für
  • 57:38 - 57:41
    kritische Medienkonsumentinnen und
    -konsumenten halten, den Leuten jemand
  • 57:41 - 57:47
    darauf reagiert damals 2006, und auch
    jetzt, würde ich sagen, es hat ganz tolle
  • 57:47 - 57:53
    Veranstaltungen gegeben zum fünften
    Jahrestag des Auffliegens des NSU, des
  • 57:53 - 57:59
    Bekanntwerdens der ganzen Monstrosität.
    Die waren auch gar nicht schlecht besucht,
  • 57:59 - 58:03
    die Veranstaltungen, aber medial hat es
    sie nicht gegeben, kann man sagen, und es
  • 58:03 - 58:08
    waren natürlich viel zu wenig Menschen.
    Wir müssen auch wirklich dafür werben,
  • 58:08 - 58:12
    dass wir für unsere Rechte und für die
    Rechte anderer eintreten, dass Leute
  • 58:12 - 58:16
    wirklich wieder auf die Straße gehen. Wo
    sind die Demonstrationen mit mehreren
  • 58:16 - 58:20
    10.000 Leuten?
    Applaus
  • 58:20 - 58:27
    Herald: Uns läuft ein wenig die Zeit
    davon. Wir machen weiter mit einer Frage
  • 58:27 - 58:32
    aus dem Internet bitte.
    Signal Angel: Und zwar sucht … hat jemand
  • 58:32 - 58:37
    aus dem Internet die Frage zu dem NSU-
    Untersuchungsausschuss, ob es da eine
  • 58:37 - 58:41
    Quelle gibt, die bestehende
    Ermittlungsergebnisse und die noch offenen
  • 58:41 - 58:47
    Fragen gegenüber stellt.
    Fritz: Also NSU Watch, das habt ihr
  • 58:47 - 58:53
    vielleicht mitbekommen, hat in fast jedem
    NSU-Untersuchungs… also, ich meine, es
  • 58:53 - 58:57
    gibt in diesem Land inzwischen zwölf
    Arbeiten der parlamentarischen
  • 58:57 - 59:02
    Untersuchungsausschüsse, die qualitativ
    sehr sehr unterschiedliche Arbeit machen.
  • 59:02 - 59:08
    Also das ist nicht alles gut, aber es gibt
    auch NSU-Watch-Gruppen in Hessen in
  • 59:08 - 59:12
    Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg,
    Sachsen, die genau diese Arbeit machen,
  • 59:12 - 59:18
    die Fragen stellen, in enger Absprache in
    der Regel mit den Nebenklage-
  • 59:18 - 59:22
    Vertreterinnen und Vertretern im NSU-
    Prozess. Also da findet eine Interaktion
  • 59:22 - 59:29
    statt. Geht auf nsu-watch.info, informiert
    euch, da gibt es Links zu den ganzen
  • 59:29 - 59:36
    Franchise-NSU-Watch-Leuten im ganzen Land,
    und wie gesagt ja auch diesen
  • 59:36 - 59:40
    Spendenbutton.
    Herald: Und damit ist unsere Zeit leider
  • 59:40 - 59:45
    schon um, es tut mir wirklich … es tut mir
    wirklich sehr leid. Bist du noch
  • 59:45 - 59:48
    ansprechbar?
    Fritz: Ja, natürlich. Vielen herzlichen
  • 59:48 - 59:51
    Dank für eure Aufmerksamkeit
    Herald: Fritz Burschel, vielen Dank!
  • 59:51 - 59:55
    Applaus
  • 59:55 - 59:59
    Musik
  • 59:59 - 60:20
    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 2017. Mach mit und hilf uns!
Title:
Durchmarsch von Rechts (33c3)
Description:

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Video Language:
German
Duration:
01:00:20

German subtitles

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