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← Katharina Grosse: Painting with Color | ART21 "Exclusive"

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Showing Revision 10 created 04/13/2016 by Petra Kühnle.

  1. [Katharina Grosse: Mit Farben malen]
  2. [Katharina Grosse Studio, Berlin, Deutschland]
  3. Ich muss das Gedicht hier auf
    mein Handgelenk schreiben, --
  4. auf meinen Arm.
  5. Stilton cheese.
  6. Ich werde eine Weihnachtskarte machen,
    für meine Freunde.
  7. Eine Seite der Karte wird das Foto von
    einem Gedicht sein, das ich sehr mag.
  8. Ich habe es auf Papier geschrieben,
  9. und ich denke, vielleicht sieht es
    besser aus, auf meiner Haut.
  10. Als ich mit dem Malen angefangen habe,
    habe ich aufgehört zu lesen.
  11. In der Schule, liebte ich
    Sprachen und Lesen,
  12. und ich hörte damit auf,
    als ich anfing, zu malen.
  13. Und ich wusste nicht, warum.
  14. Es dauerte eine Weile, bis ich verstanden habe,
    warum.
  15. Es ist ein Gedicht von einem
    österreichischen Dichter,
  16. namens Ernst Jandl,
  17. und er machte viele, wirklich fantastische
    Gedichte, die rein aus Tönen bestehen...
  18. und, ja, die sind super faszinierend.
  19. Die linguistische Struktur zwingt dich
    zu einer gewissen Anordnung,
  20. wo die Sachen einander folgen,
    es ist sehr linear.
  21. Und mir wurde bewusst, dass Farbe
    nicht so eine lineare Struktur hat;
  22. aber die Synchronizität beim Malen ist
    super ansprechend für den Gedankengang.
  23. [Geräusch des Kamera-Handys]
  24. Okay, das müssen wir nochmal machen.
  25. Es ist selten, dass man etwas Tiefgründiges
    und Fundamentales über Farbe liest.
  26. Moderne Kritiker schreiben über das
    Konzept, oder, was sie sehen
  27. oder warum es geht; politisch oder sozial,
  28. aber, dass Malerei in Bezug auf Farbe
    diskutiert wird, das passiert nie.
  29. Interessanterweise ist Farbe ein Element
    in Malerei, das immer
  30. seit dem 17. Jahrhundert--
    bis zu den großen Akademien in Paris,
  31. als weibliches, weniger stabiles, weniger
    klares, und nicht so intelligentes Element
  32. diskutiert wurde, während das Konzept--
    die Linie, die Zeichnung--
  33. der männliche, klare, progressive und
    intelligente Teil des Kunstwerks ist.
  34. Ich denke, dass ich mit diesem Erbe
    interessant umgehe,
  35. weil Farbe so ein sehr, sehr wichtiges
    räumliches Element ist, in meinem Werk,
  36. in Bezug auf die kristallisierte,
    gebaute, materialisierte Welt,
  37. was zu dem Werk gehört, was ich mache,
    wenn ich mit Farbe im Raum arbeite.
  38. Ich mag dieses anarchische Potential
    von Farbe.
  39. Ich sehe sehr deutlich, dass es die Farbe,
    die Grenzen des Objekts auflöst.
  40. Es gibt keine Subjekt-Objekt
    Beziehung mehr.
  41. Und ich denke, dass die Farbe das
    Potential hat, uns nachdenken zu lassen.
  42. [Johann König Gallery, Berlin, Germany]
  43. Es ist das erste Mal,
    dass ich Werke auf Papier zeige,
  44. bei einer Show.
  45. Als ich von meinem jährlichen
    Surfurlaub zurück kam,
  46. [LACHEN]
  47. Fing ich an, mit Arbeiten auf Papier
  48. und ich hab' weiter gemacht, und ich fand es
    sehr interessant.
  49. Ich konnte viele Sachen,
    schnell zustande bringen.
  50. All diese Handlungen kommen zusammen auf
    der Oberfläche, wie Gewalt in einem Film,
  51. aber, es beschleunigt die Zeit
    und komprimiert die Zeit.
  52. Also, die Verkürzung des Prozesses
    des Denkens und Handelns.
  53. Außerdem arbeitet man ohne Widerstand
    an diesen kleinen Formaten.
  54. Im Gegenteil zu den großen Werken,
    da ist der Materialwiderstand sehr hoch,
  55. und das macht die Malerei weniger
    fließend und beweglich.
  56. Was ich mache, mit meinem Werk, ist,
    dass ich --
  57. versuche Gedanken zu erfassen,
    die ständig durch mein Gehirn schießen
  58. und... vielleicht ist Malerei
    dann auch der Wege, um es
  59. sichtbar und verständlich zu machen,
    für mich selbst.