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36C3 - Warum 3D-gedruckte Kleidung NICHT die Zukunft ist

  • 0:19 - 0:20
    *36C3 Vorspannmusik*
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 0:20 - 0:22
    Herald-Angel Noujoum: Herzlich willkommen
    zu unserem nächsten Talk, warum 3D
  • 0:22 - 0:27
    gedruckte Kleidung nicht die Zukunft ist.
    Kurze Frage ins Publikum, wer hat schon
  • 0:27 - 0:32
    mal selber irgendwas 3D-gedruckt? Bitte
    einmal die Hände hoch. Hab ich mir
  • 0:32 - 0:38
    gedacht, ich schätze, 80% der Leute, die
    hier im Saal sind. Kein Wunder, ist ja
  • 0:38 - 0:41
    auch das Thema, deswegen seid ihr
    wahrscheinlich alle hier. Zweite Frage,
  • 0:41 - 0:46
    wer hat schon mal versucht, Kleidung 3D zu
    drucken? Bitte erneut Handzeichen. Da sehe
  • 0:46 - 0:56
    ich vier Leute. Und wie ist es so
    gelaufen? Ich sehe eine Person, die
  • 0:56 - 0:59
    versucht anzuzeigen, dass es super
    gelaufen ist. Die anderen zeigen an, mäßig
  • 0:59 - 1:03
    bis gar nicht mal so gut. Wer von den
    Leuten, die sich am Anfang gemeldet haben,
  • 1:03 - 1:07
    dass sie schon mal was in 3D gedruckt
    haben, hat schon mal darüber nachgedacht,
  • 1:07 - 1:11
    Kleidung 3D zu drucken? Bitte nochmal
    Hände. Deutlich mehr, vielleicht so zehn
  • 1:11 - 1:16
    Leute haben darüber nachgedacht. Unsere
    nächste Speakerin, Rebekka, wird euch
  • 1:16 - 1:20
    jetzt sagen, warum das vielleicht gar
    nicht so eine gute Idee ist, Klamotten in
  • 1:20 - 1:26
    3D zu drucken. Rebekka ist im Internet,
    vor allem auf Twitter, unter ihrem
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    Nickname Kurfuerstin bekannt und sie ist
    Bekleidungstechnikerin. Das heißt, sie
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    forscht an der Schnittstelle zwischen
    herkömmlicher Bekleidungsherstellung, das
  • 1:35 - 1:38
    heißt, sie hat schon in einem
    Modeunternehmen gearbeitet, aber auch am
  • 1:38 - 1:42
    Theater und bei einer Fernsehserie. Und
    auf der anderen Seite beschäftigt sie sich
  • 1:42 - 1:48
    mit innovativen Techniken wie 3D-Druck und
    virtueller Bekleidungssimulation. Also wie
  • 1:48 - 1:52
    man einem Computerprogramm beibringt, dass
    ein Rock realistisch aussieht und
  • 1:52 - 1:57
    realistisch an einer virtuellen Puppe
    hängt. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit
  • 1:57 - 2:01
    dem Talk. Ich hoffe, dass ihr viel lernt,
    Spaß habt und bitte begrüßt unsere
  • 2:01 - 2:04
    Speakerin Rebekka mit einem ganz großen
    Applaus. Vielen Dank!
  • 2:04 - 2:09
    *Applaus*
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 2:09 - 2:13
    Speakerin Rebekka/Kurfuerstin: Ich habe
    noch kurz Post bekommen, aber das soll
  • 2:13 - 2:18
    mich nicht davon abhalten, einen Talk zu
    halten. Herzlich willkommen, schön, dass
  • 2:18 - 2:24
    ihr alle da seid hier im Saal und auch im
    Stream und- oh weitere Post, okay, viel
  • 2:24 - 2:28
    los hier auf der Bühne. Ich les das dann
    vielleicht einfach später, aber es ist
  • 2:28 - 2:34
    sehr schön, dass das Postsystem
    funktioniert. Mein Talk heißt: Warum 3D
  • 2:34 - 2:40
    gedruckte Kleidung nicht die Zukunft ist.
    Es wird darum gehen, welche Eigenschaften
  • 2:40 - 2:46
    3D-gedruckte Kleidung hat und warum und
    was passieren müsste, damit es eine
  • 2:46 - 2:52
    ernstzunehmende Möglichkeit für
    Alltagskleidung wäre. Ich wurde ja gerade
  • 2:52 - 2:58
    angekündigt als Bekleidungstechnikerin und
    für den Fall, dass jemand nicht weiß, was
  • 2:58 - 3:04
    das für ein komisches Wort ist, Bekleidung
    und Technik, ganz kurze Erklärung. Das
  • 3:04 - 3:08
    muss man sich so vorstellen, wenn Kleidung
    hergestellt wird, dann gibt es an der
  • 3:08 - 3:13
    einen Stelle das Design, den Entwurf, die
    Idee. Die Umsetzung ist aber die
  • 3:13 - 3:17
    Produktion, das findet woanders statt und
    das macht jemand ganz anderes. Grob
  • 3:17 - 3:21
    vereinfacht kommt also eine Person, die
    ein Design erstellt hat und sagt, ich habe
  • 3:21 - 3:24
    dieses Kleid entworfen. Sie hat also ein
    schönes Bild, auf dem man ein bisschen
  • 3:24 - 3:30
    etwas erkennen kann, aber viel auch nicht.
    Und sie geht damit zur Produktion, zu
  • 3:30 - 3:34
    einer Fabrik und sagt, hier, macht doch
    mal dieses Kleid. Dann fragt die
  • 3:34 - 3:38
    Produktion höflich zurück, aber wo ist
    denn die Tabelle? Denn die Produktion
  • 3:38 - 3:42
    möchte gerne alle Informationen haben über
    dieses Kleid. Und dann fragt das Design,
  • 3:42 - 3:48
    was? Und dann sagt die Produktion, was?
    Und an dieser Stelle würde es dann nicht
  • 3:48 - 3:51
    mehr weitergehen. Denn die Produktion
    möchte wissen, welchen Stoff brauchen wir
  • 3:51 - 3:56
    für dieses Kleid, wie viel, welche Größen
    sollen genäht werden, wie viele
  • 3:56 - 4:01
    Stückzahlen in welcher Größe, welche
    Maschinen brauchen wir dafür? Was soll auf
  • 4:01 - 4:04
    den Pflege-Etiketten stehen und wie soll
    der Abstand sein von den Etiketten in
  • 4:04 - 4:08
    Zentimeter von der Seitennaht nach oben?
    All das ist aus der Zeichnung nicht
  • 4:08 - 4:14
    herauszulesen. Genau da kommt die
    Bekleidungstechnik ins Spiel als
  • 4:14 - 4:18
    Schnittstelle zwischen Design und
    Produktion. Es geht also um die technische
  • 4:18 - 4:24
    Umsetzung von Design als eine Art Reality
    Check. Was ist überhaupt umsetzbar, und
  • 4:24 - 4:29
    was muss man machen, damit es umgesetzt
    werden kann? Da geht es um Materialien, um
  • 4:29 - 4:34
    Qualität, aber auch um Preise und Orte. Wo
    soll das Ganze produziert werden, zu
  • 4:34 - 4:38
    welchem Zeitpunkt? All das muss geklärt
    werden und dafür ist die
  • 4:38 - 4:42
    Bekleidungstechnik zuständig. Und diesen
    Reality Check, also diese Frage der
  • 4:42 - 4:49
    Umsetzbarkeit, habe ich auch auf den
    3D-Druck angewendet. Wer nach den Wörtern
  • 4:49 - 4:56
    3D-Druck und Kleidung sucht, kriegt so
    ähnliche Schlagzeilen als Überschriften
  • 4:56 - 5:01
    von Artikeln. Zum Beispiel: Der 3D-Druck
    wird viel Flexibilität in die Modebranche
  • 5:01 - 5:06
    bringen. Oder: Die Kleidung der Zukunft.
    Oder: Kommt die Streetwear der Zukunft aus
  • 5:06 - 5:12
    dem 3D-Drucker? Oder: Kann 3D-Druck die
    Modeindustrie umkrempeln? Vor ein paar
  • 5:12 - 5:15
    Jahren waren die noch reißerischer. Da
    hieß es, 2020 werden wir alle einen
  • 5:15 - 5:19
    Drucker zuhause haben und dann drucken wir
    uns morgens den Pullover, am Abend
  • 5:19 - 5:22
    schmelzen wir ihn ein und am nächsten Tag
    drucken wir uns einen neuen. Inzwischen
  • 5:22 - 5:24
    sind diese Überschriften ein bisschen
    vorsichtiger geworden mit einem
  • 5:24 - 5:29
    Fragezeichen am Ende. Aber man sieht auch
    aus diesen Überschriften, dass da ganz
  • 5:29 - 5:34
    viel Hoffnung dahinter steht, dass sich
    jetzt etwas ganz grundsätzlich verändert,
  • 5:34 - 5:39
    dass die ganze Modeindustrie umgekrempelt
    wird. Es steht auch die Hoffnung der
  • 5:39 - 5:42
    Nachhaltigkeit dahinter mit den
    Argumenten, dass das Verfahren nachhaltig
  • 5:42 - 5:48
    ist und Nachhaltigkeit ja auch ein großes
    Thema in der Bekleidungsindustrie ist. Die
  • 5:48 - 5:52
    Frage ist, ob 3D-Druck jetzt die Lösung
    sein könnte. Es gibt tatsächlich schon
  • 5:52 - 5:58
    3D-gedruckte Kleidung, das ist gar nicht
    so neu oder unrealistisch. Es wurden schon
  • 5:58 - 6:08
    ganze Kollektion gedruckt und ich zeige
    jetzt 3 Beispiele. Danit Peleg hat in
  • 6:08 - 6:17
    Israel ihre 5-teilige Abschlusskollektion
    komplett 3D gedruckt. Ein Beispiel ist das
  • 6:17 - 6:25
    zweiteilige Ensemble rechts, ein Top und
    ein bodenlanger Rock. Der Rock wurde
  • 6:25 - 6:29
    komplett mit Desktop-Printern gedruckt.
    Das bedeutet, er besteht aus Modulen, die
  • 6:29 - 6:34
    nur A4-Größe haben, die aneinandergereiht
    miteinander verbunden wurden. Das
  • 6:34 - 6:38
    Besondere ist, dass er beweglich und
    flexibel ist, weil er einerseits aus
  • 6:38 - 6:42
    flexiblem Filament gedruckt wurde und
    andererseits eine Zickzack-Struktur hat,
  • 6:42 - 6:50
    die es ermöglicht, dran zu ziehen. Wenn
    man den Rock hochzieht, federt er nach und
  • 6:50 - 6:57
    springt hoch und runter. Die Jacke ist das
    erste 3D-gedruckte ready-to-wear
  • 6:57 - 7:02
    Kleidungsstück, das man online bestellen
    kann, in limitierter Auflage von 100
  • 7:02 - 7:13
    Stück. Sie kostet 1500 Dollar. Man kann
    sich dann noch die Farbe und einen
  • 7:13 - 7:17
    Schriftzug am Rücken aussuchen und dann
    wird die Jacke auch schon in 100 Stunden
  • 7:17 - 7:24
    gedruckt. Ein anderes Beispiel ist von dem
    Designkollektiv Nervous System, die das
  • 7:24 - 7:29
    Kinematics-System entwickelt haben. Das
    besteht aus Dreiecken, die mit Scharnieren
  • 7:29 - 7:36
    miteinander verbunden sind. Das heißt,die
    ganze Fläche ist flexibel und beweglich.
  • 7:36 - 7:43
    Allerdings ist es aus hartem Material
    gedruckt. Es ist zwar beweglich, aber
  • 7:43 - 7:46
    nicht elastisch, und es klappert auch ein
    bisschen, wenn man damit durch die Gegend
  • 7:46 - 7:52
    läuft. Nach einer Weile haben sie dann
    eine blickdichte Variante entwickelt. Das
  • 7:52 - 7:58
    Kleid rechts basiert auf derselben
    Dreiecksstruktur, hat aber oben drauf
  • 7:58 - 8:02
    diese Art von Blütenblättern. Das heißt,
    es ist blickdicht, aber eben aus einem
  • 8:02 - 8:09
    sehr festen Material. Ein drittes Beispiel
    ist das Pangolin Dress, das auch aus einer
  • 8:09 - 8:13
    Struktur besteht, aus verschiedenen
    Modulen, die sich in der Bewegung
  • 8:13 - 8:17
    ineinander und übereinander schieben
    können. Dadurch ist eine gewisse
  • 8:17 - 8:23
    Flexibilität möglich. Man kann sich in dem
    Kleid bewegen und die Fläche bewegt sich
  • 8:23 - 8:30
    mit. Daran war unter anderem Travis Fitch
    beteiligt, ein Designer, der in New York
  • 8:30 - 8:35
    arbeitet. Mit Travis hatte ich Kontakt.
    Ich bin Bekleidungstechnikerin, ich möchte
  • 8:35 - 8:39
    Zahlen haben. Ich habe ihn dann gefragt,
    wie ist das, woher nehmt ihr denn
  • 8:39 - 8:43
    überhaupt die Information, dass eine
    entwickelte Struktur für so ein Kleid
  • 8:43 - 8:50
    geeignet ist. Woran macht ihr fest, dass
    die Elastizität reicht, um die Struktur in
  • 8:50 - 8:55
    Kleidung einzusetzen? Macht ihr
    Labortests? Und er hat gesagt, naja, ich
  • 8:55 - 9:00
    zieh dann daran und sage entweder, es
    reicht oder es reicht nicht. Und dann kam
  • 9:00 - 9:05
    die Bekleidungstechnikerin in mir durch
    und ich habe gesagt, wie wär es denn mit
  • 9:05 - 9:10
    Zahlen? Ich habe also angeboten, diese
    Strukturen zu untersuchen, Laborprüfungen
  • 9:10 - 9:19
    zu machen, um herauszufinden, wie die
    Eigenschaften denn in Zahlen und Einheiten
  • 9:19 - 9:24
    ausgedrückt werden können. Das waren jetzt
    nur drei von vielen Beispielen. Es gibt
  • 9:24 - 9:29
    auf Modenschauen, auf Laufstegen noch
    viele weitere. Es ist klar, dass diese
  • 9:29 - 9:35
    Beispiele nicht für den Alltag sind. Das
    ist keine Alltagskleidung, das sind ganz
  • 9:35 - 9:38
    besondere Einzelfertigungen. Das dauert
    teilweise Monate, bis sie fertig gedruckt
  • 9:38 - 9:43
    sind, sie bestehen aus 300 verschiedenen
    Teilen, die zusammengefügt werden müssen.
  • 9:43 - 9:48
    Aber bei diesen Fragen, ob 3D-Druck die
    Modeindustrie umkrempeln wird, muss es ja
  • 9:48 - 9:52
    um Alltagskleidung gehen. Einzelstücke auf
    einer Modenschau krempeln nicht die
  • 9:52 - 9:57
    Modeindustrie um. Da muss noch irgendwas
    passieren, bis das zur Alltagskleidung
  • 9:57 - 10:03
    kommt. Deshalb stelle ich die Frage, was
    muss denn diese Kleidung für Eigenschaften
  • 10:03 - 10:07
    haben, um überhaupt als Alltagskleidung
    gelten zu können, also als Kleidung, die
  • 10:07 - 10:15
    wir jeden Tag zu jeder Gelegenheit
    anziehen können? Kleidung muss in erster
  • 10:15 - 10:20
    Linie bequem sein. Wie bequem Kleidung
    ist, lässt sich durch den Tragekomfort
  • 10:20 - 10:27
    ausdrücken. Es gibt vier verschiedene
    Aspekte von Tragekomfort. Zum einen der
  • 10:27 - 10:33
    psychologische, das hat mit Modetrends zu
    tun, mit der Gesellschaft, mit
  • 10:33 - 10:38
    Individualität und Abgrenzung. Dass ich
    jetzt hier in T-Shirt und Hoodie stehe,
  • 10:38 - 10:43
    das passt halt gut auf diesen Kongress.
    Wenn ich diesen Vortrag auf einer anderen
  • 10:43 - 10:45
    Fachtagung vorgetragen hätte, dann hätte
    ich mir vielleicht etwas anderes
  • 10:45 - 10:51
    angezogen, weil es ein anderer Kontext
    wäre. Und dass hier Leute im Onesie oder
  • 10:51 - 10:56
    im Gänsekostüm rumfahren, ist auch sehr
    speziell für diese Gruppe hier.
  • 10:56 - 11:00
    *Lachen*
    Das bedeutet, in diesem Kontext kann man
  • 11:00 - 11:03
    sich sehr wohlfühlen in dieser Bekleidung
    und in einem anderen Kontext würde man
  • 11:03 - 11:05
    sich vielleicht nicht so wohlfühlen,
    obwohl sich an dem Kleidungsstück selber
  • 11:05 - 11:09
    nichts geändert hat und das ist dieser
    psychologische Tragekomfort. Beim
  • 11:09 - 11:13
    hautsensorischen Tragekomfort geht es
    darum, wie sich etwas auf der Haut selber
  • 11:13 - 11:19
    anfühlt. Oberflächen können weich sein
    oder kratzig, sie können auch Allergien
  • 11:19 - 11:25
    auslösen. Es geht um den direkten Kontakt
    auf der Haut. Der physiologische
  • 11:25 - 11:29
    Tragekomfort ist auch sehr wichtig, da
    geht es nämlich um den Klima-Haushalt und
  • 11:29 - 11:32
    darum, dass Kleidung wärmt, aber
    andererseits auch erlaubt, dass
  • 11:32 - 11:37
    Feuchtigkeit abgeführt werden kann. Denn
    der menschliche Körper hat ja dieses tolle
  • 11:37 - 11:41
    System, uns vor Überhitzung zu schützen,
    indem wir anfangen zu schwitzen und diese
  • 11:41 - 11:47
    Feuchtigkeit dann verdampft. Diese
    Verdampfung muss aber durch ein
  • 11:47 - 11:52
    Kleidungsstück hindurch gewährt sein. Das
    macht Kleidung für uns und manche Kleidung
  • 11:52 - 11:55
    besser als andere. Und das ist ganz, ganz
    wichtig dafür, dass wir uns überhaupt
  • 11:55 - 12:03
    wohlfühlen in unserer Kleidung. Der vierte
    Aspekt ist der ergonomische Tragekomfort,
  • 12:03 - 12:07
    da geht es um Bewegungsfreiheit, und damit
    hab ich mich etwas genauer beschäftigt.
  • 12:07 - 12:14
    Bewegungsfreiheit kommt einerseits dadurch
    zustande, wie ein Kleidungsstück
  • 12:14 - 12:20
    geschnitten ist, also in erster Linie, wie
    weit oder wie eng es ist. In zweiter
  • 12:20 - 12:25
    Hinsicht durch die Elastizität der
    verwendete Materialien. Das ist total
  • 12:25 - 12:29
    wichtig, denn es gibt Stellen am Körper,
    zum Beispiel die Knie oder die Ellbogen,
  • 12:29 - 12:35
    wo man 50% Dehnung braucht. Wenn man diese
    Bewegung macht, dann muss an dieser Stelle
  • 12:35 - 12:39
    gewährleistet werden, dass ich das
    überhaupt machen kann. Es wäre auch gut,
  • 12:39 - 12:47
    wenn das Kleidungsstück dort dann nicht
    kaputt gehen würde. Wenn das Material an
  • 12:47 - 12:54
    dieser Stelle nicht elastisch ist, dann
    würde die Fläche dort ausbeulen. Wenn wir
  • 12:54 - 13:00
    einen ganz engen Ärmel haben und das
    Material ist nicht elastisch, dann wird
  • 13:00 - 13:03
    das an der Stelle immer diese Form
    annehmen und es wird ausgebeult. Das
  • 13:03 - 13:08
    heißt, wir brauchen ein Material mit einer
    elastischen Rücksprungskraft. Nachdem wir
  • 13:08 - 13:13
    diese Bewegungen gemacht haben, geht es
    wieder in den Ursprungszustand zurück. Das
  • 13:13 - 13:16
    heißt, wenn eine Fläche überhaupt nicht
    elastisch ist, dann ist sie gar nicht so
  • 13:16 - 13:20
    gut geeignet, um sie überhaupt als
    Kleidung einzusetzen. Das ist im Prinzip
  • 13:20 - 13:23
    möglich, aber dann muss man das
    ausgleichen durch den Schnitt eines
  • 13:23 - 13:25
    Kleidungsstücks, dann kann es eben nicht
    so eng sein. Wenn man es weiter macht,
  • 13:25 - 13:30
    dann ist es kein Problem, wenn die Fläche
    nicht elastisch ist. Mein Gedanke war,
  • 13:30 - 13:35
    wenn ich herausfinden kann, wie in
    3D-gedruckten Flächen oder Strukturen die
  • 13:35 - 13:39
    elastischen Eigenschaften sind und wodurch
    sie überhaupt beeinflusst werden, dann
  • 13:39 - 13:44
    kann ich das gezielt einsetzen. Mit dem
    Hintergedanken, dass man dann den
  • 13:44 - 13:47
    Tragekomfort 3D-gedruckter Kleidung
    erhöhen kann und damit ein Stückchen näher
  • 13:47 - 13:57
    kommt zur 3D-gedruckten Alltagskleidung.
    In textilen Flächen, also Stoffen, die wir
  • 13:57 - 14:04
    täglich tragen, kommt Elastizität durch
    zwei Aspekte zustande. Einerseits durch
  • 14:04 - 14:08
    das Material selbst, durch ein elastisches
    Material, das ist in der Regel Elastan.
  • 14:08 - 14:12
    Elastan kann man 300 % dehnen und dann
    geht es wieder zurück in den
  • 14:12 - 14:16
    Ausgangszustand und es wird in ganz vielen
    Kleidungsstücken benutzt. Ein ganz
  • 14:16 - 14:23
    übliches Mischungsverhältnis ist 98%
    Baumwolle und 2% Elastan. Diese 2% reichen
  • 14:23 - 14:27
    dann schon, dass ein Shirt so elastisch
    ist, dass man bequem reinkommt. Das Shirt
  • 14:27 - 14:33
    kann trotzdem total eng sein und beult
    nach dem Tragen nicht aus. Die zweite
  • 14:33 - 14:37
    Möglichkeit, zu Elastizität zu kommen, ist
    über die Struktur, also über
  • 14:37 - 14:41
    Strukturelastizität und das ist bei
    Bekleidung in erster Hinsicht Maschenware.
  • 14:41 - 14:50
    Wenn man an einer Fläche aus Maschenware
    zieht, bewegen sich die Maschen, verändern
  • 14:50 - 14:52
    ein bisschen die Form und geben ein
    bisschen von ihrem Faden an die
  • 14:52 - 14:58
    benachbarten Maschen ab. Dadurch kann man
    eine elastische Fläche erzielen, auch mit
  • 14:58 - 15:03
    Materialien, die an sich keine hohe
    Elastizität haben. Baumwollfasern z.B.
  • 15:03 - 15:05
    haben keine hohe Elastizität. Wenn man
    Fäden aus Baumwolle aber in Maschen
  • 15:05 - 15:09
    verarbeitet, kann man eine Fläche
    herstellen, die trotzdem schön beweglich
  • 15:09 - 15:16
    und elastisch ist. Auch bei 3D-gedruckte
    Flächen ist es möglich, ein elastisches
  • 15:16 - 15:21
    Material einzusetzen z.B. TPU. Das steht
    für thermoplastisches Polyurethan und
  • 15:21 - 15:27
    Polyurethan ist auch in Elastan enthalten.
    Das heißt, es hat eine sehr ähnliche
  • 15:27 - 15:36
    Eigenschaft, weil es auf den gleichen
    chemischen Eigenschaften basiert. Auch
  • 15:36 - 15:41
    Strukturelastizität ist möglich. Man kann
    prinzipiell auch Maschen drucken, aber man
  • 15:41 - 15:47
    kann auch auf andere Formen zurückgreifen,
    also Bögen, Spiralen oder Federn.
  • 15:47 - 15:50
    Strukturen, die man entweder
    zusammendrücken kann oder an denen man
  • 15:50 - 15:55
    ziehen kann, sodass man erstmal an der
    Struktur zieht und noch nicht an dem
  • 15:55 - 16:02
    Material selber. Die Gestaltung ist aber
    abhängig vom Druckverfahren. Es gibt ja
  • 16:02 - 16:06
    verschiedene 3D-Druckverfahren, und nicht
    alle sind gleich geeignet, um verschiedene
  • 16:06 - 16:12
    Formen herzustellen. Für meine Forschungen
    habe ich mich auf zwei Verfahren
  • 16:12 - 16:17
    fokussiert. Zum einen das FLM-Verfahren,
    das steht für Fused Layer Modeling,
  • 16:17 - 16:21
    manchmal auch FDM genannt, für Fused
    Deposition Modeling. Das ist ein
  • 16:21 - 16:26
    Schmelzschichtverfahren, das bedeutet, ein
    Filament wird erwärmt und fängt an zu
  • 16:26 - 16:35
    schmelzen. Im flüssigen Zustand wird es
    durch eine Düse geführt, die auf dem
  • 16:35 - 16:41
    Druckbett einen Strang ablegt. Dadurch
    kann man dann eine Geometrie gestalten.
  • 16:41 - 16:48
    Wenn man ein Objekt mit einem sogenannten
    Überhang hat, so wie die Form ganz links,
  • 16:48 - 16:54
    dann braucht man dafür Stützstrukturen. In
    jeder Schicht, in der der Druckkopf
  • 16:54 - 16:59
    irgendwo Filament ablegt, muss auch schon
    diese Stützstruktur gebildet werden. Wenn
  • 16:59 - 17:03
    das Objekt fertig gedruckt ist, hat man
    diese Säulen, die das Ganze abstützen und
  • 17:03 - 17:08
    die man hinterher entfernt. Das Entfernen
    ist kein Problem, wenn man mit einem
  • 17:08 - 17:13
    festen, harten Material druckt, dann kann
    man das abbrechen und abfeilen. Wenn man
  • 17:13 - 17:17
    das mit etwas Elastischem druckt, sieht
    das anders aus, dann ist da nichts mit
  • 17:17 - 17:25
    Abbrechen. Wenn man daran zieht, dann wird
    es halt länger. Das heißt, wenn man
  • 17:25 - 17:29
    Geometrien mit Überhängen oder mit
    Verschachtelung haben möchte, dann eignet
  • 17:29 - 17:33
    sich dieses Verfahren nicht sehr gut. Denn
    wenn man Stützstrukturen hat, die man
  • 17:33 - 17:36
    nicht abbrechen kann, sondern irgendwie
    mit der Schere abschneiden muss, dann hat
  • 17:36 - 17:41
    man ja nun wirklich gar nichts gewonnen an
    Zeit oder anderen Vorteilen von diesem
  • 17:41 - 17:43
    Verfahren.
    Zwischenruf: Wasserlösliche
  • 17:43 - 17:45
    Stützstrukturen!
    Speakerin: Ja, gute Idee, funktioniert
  • 17:45 - 17:52
    leider mit TPU noch nicht. Material für
    wasserlösliche Stützstrukturen ist in der
  • 17:52 - 17:59
    Regel PVA, das kann man dann hinterher mit
    Wasser lösen. Da passen aber die
  • 17:59 - 18:04
    Schmelztemperaturen nicht zusammen. Das
    TPU braucht eine hohe Temperatur zum
  • 18:04 - 18:09
    Schmelzen, ich habe mit 215° gedruckt und
    an dieser Stelle ist das PVA schon
  • 18:09 - 18:13
    zersetzt. Das braucht eine sehr viel
    niedrigere Temperatur. Also theoretisch
  • 18:13 - 18:20
    eine gute Idee, im Moment passt das in den
    Druckern leider noch nicht zusammen. Ich
  • 18:20 - 18:23
    hoffe, dass da vielleicht noch etwas Neues
    entwickelt wird, was dann zusammenpasst.
  • 18:23 - 18:30
    Das andere Verfahren ist das SLS-
    Verfahren, das Selective Laser Sintering,
  • 18:30 - 18:34
    das ist ein Pulverdruckverfahren. In den
    Bauraum wird eine ganze Schicht Pulver
  • 18:34 - 18:40
    aufgetragen. Ein Laser lässt genau da die
    kleinen Pulverkörner verschmelzen, wo man
  • 18:40 - 18:44
    die Geometrie braucht. Dann wird eine
    komplett neue Schicht Pulver aufgetragen.
  • 18:44 - 18:51
    Das heißt, das Pulver selbst ist schon die
    Stützstruktur und man braucht keine
  • 18:51 - 18:57
    Säulen. Am Ende ist der komplette Bauraum
    mit Pulver gefüllt und irgendwo da drin
  • 18:57 - 19:02
    ist dann die Struktur, die man gedruckt
    hat. Das Pulver kann man dann hinterher
  • 19:02 - 19:07
    entfernen und auch nochmal
    wiederverwenden. Ich habe dann für meine
  • 19:07 - 19:14
    Forschung verschiedene Strukturen
    getestet. Die linke und die mittlere sind
  • 19:14 - 19:20
    mit dem Pulverdruckverfahren hergestellt.
    Das heißt, ich hatte die Möglichkeit, ein
  • 19:20 - 19:29
    bisschen in die Höhe zu gehen und
    Verkettungen herzustellen. Ich hatte
  • 19:29 - 19:38
    verschiedene Größen. Die kleinere Variante
    ist viel beweglicher, die kann man sehr
  • 19:38 - 19:45
    leicht zusammenfalten und bewegen. Die
    Module sind gegeneinander verschiebbar.
  • 19:45 - 19:49
    Man kann sie zusammenschieben und an ihnen
    ziehen, dadurch ist die Struktur schön
  • 19:49 - 19:57
    beweglich. Beim anderen Verfahren war ich,
    wie gesagt, in der Gestaltung
  • 19:57 - 20:02
    eingeschränkt. Diese Struktur basiert auf
    einem Rautenmuster, das einfach in die
  • 20:02 - 20:10
    Höhe extrudiert wurde. Es wird dann erst
    die Raute lang gezogen, bevor am Material
  • 20:10 - 20:16
    selber gezogen wird. Auch das hatte ich in
    verschiedenen Varianten, mit größeren und
  • 20:16 - 20:21
    kleineren Rauten und mit verschiedenen
    Schichthöhen, um zu gucken, welche
  • 20:21 - 20:25
    Variante welche elastischen Eigenschaften
    hat und ob man dann sagen kann, dass
  • 20:25 - 20:33
    dieser oder jener Faktor entscheidend ist
    für die elastischen Kennwerte. Wie kann
  • 20:33 - 20:37
    man jetzt überhaupt die elastischen
    Eigenschaften prüfen? Mit einer
  • 20:37 - 20:42
    sogenannten Zugprüfung. Das heißt, man
    testet kein ganzes Kleidungsstück, sondern
  • 20:42 - 20:50
    Probestreifen. Die werden in eine
    Zugprüfmaschine eingespannt, die mit
  • 20:50 - 20:55
    konstanter Geschwindigkeit daran zieht.
    Die dazugehörige Software spuckt
  • 20:55 - 21:03
    automatisch ein Diagramm aus, das seht ihr
    auf der rechten Seite. Es zeigt die
  • 21:03 - 21:08
    Längenänderung in Prozent, also wie viel
    die Probe schon auseinandergezogen ist und
  • 21:08 - 21:12
    auf der anderen Achse die aufgewendete
    Kraft in Newton, also wieviel Kraft man
  • 21:12 - 21:18
    überhaupt braucht, um diese Längenänderung
    zu erreichen. Aus diesem Diagramm kann man
  • 21:18 - 21:22
    ablesen, welche Dehnung, Elastizität und
    Zugfestigkeit oder auch Reißfestigkeit ein
  • 21:22 - 21:27
    Material hat. An dieser Stelle der
    Hinweis, dass Dehnung und Elastizität
  • 21:27 - 21:33
    nicht dasselbe ist. Ich kann etwas dehnen,
    und wenn es dann so lang bleibt, dann ist
  • 21:33 - 21:37
    es halt ausgebeult. Und ich kann etwas
    auseinanderziehen und wenn es an dieser
  • 21:37 - 21:41
    Stelle dann noch elastisch dehnbar ist,
    dann geht es, nachdem ich loslasse, wieder
  • 21:41 - 21:46
    in den Ursprungszustand zurück. Das sind
    zwei verschiedene Größen, die man aber
  • 21:46 - 21:51
    auch aus diesem Kraft-Dehnungs-Diagramm
    ablesen kann. Das habe ich mit all meinen
  • 21:51 - 21:57
    verschiedenen Varianten gemacht. Da muss
    man dann natürlich auch mehrere Proben
  • 21:57 - 22:02
    machen, Mittelwerte bilden usw. Ich habe
    dann Zahlen und Einheiten herausbekommen.
  • 22:02 - 22:09
    Ich will ja immer Zahlen und Einheiten
    haben. Aber was nützt mir das? Irgendwie
  • 22:09 - 22:16
    muss ich ja noch wissen, ob das gute
    Zahlen sind oder schlechte Zahlen. Es gibt
  • 22:16 - 22:20
    eine Empfehlung vom Dialog Textil
    Bekleidung zusammen mit dem German Fashion
  • 22:20 - 22:28
    Mode Verband. Das ist keine Norm und kein
    Gesetz. Kleidungsstücke müssen nicht diese
  • 22:28 - 22:31
    Zahlen erreichen. Aber es ist eine
    Empfehlung, welche Dehngungen
  • 22:31 - 22:36
    Kleidungsstücke ungefähr besitzen sollten
    und welche Zugkräfte sie aushalten
  • 22:36 - 22:41
    sollten. Das ist ein kleiner Ausschnitt
    daraus, das ist aufgesplittet nach
  • 22:41 - 22:44
    Produktgruppen, also Hosen und Röcke
    müssen etwas anderes aushalten können als
  • 22:44 - 22:49
    z.B. Unterwäsche. Wenn es körperfern
    geschnitten ist, also etwas weiter, dann
  • 22:49 - 22:55
    reichen auch niedrigere Zugkräfte, denn
    wenn es weiter vom Körper weg ist, ist die
  • 22:55 - 23:01
    Dehnbarkeit nicht ganz so entscheidend.
    Ich habe also diese Zahlen miteinander
  • 23:01 - 23:05
    verglichen und rausgefunden, die
    Dehnungen, die meine Strukturen erreicht
  • 23:05 - 23:11
    haben, sind super. Aber die
    Höchstzugkräfte werden nicht erreicht. Das
  • 23:11 - 23:16
    bedeutet, ich kann zwar meine Strukturen
    ziehen, das ist wunderbar. Aber ich
  • 23:16 - 23:21
    brauche gar nicht so viel Kraft, bis sie
    auseinanderreißen. Das ist schlecht. Also
  • 23:21 - 23:25
    es ist okay, dass ich sie dehnen kann,
    aber Sie müssen ja bestimmte Kräfte
  • 23:25 - 23:30
    aushalten. Und wenn ich meinen Ellbogen
    anwinkel und an dieser Stelle reißt es
  • 23:30 - 23:34
    dann schon auseinander, hab ich nichts
    gewonnen. Die Reißfestigkeit dieser
  • 23:34 - 23:38
    3D-gedruckten Strukturen liegt also
    deutlich unter den geforderten Werten für
  • 23:38 - 23:43
    Bekleidung. Dann wollte ich ja noch
    rausfinden, was denn überhaupt die
  • 23:43 - 23:50
    Faktoren sind, warum was wie elastisch
    ist. Was ich aus meinen Zahlen rauslesen
  • 23:50 - 23:55
    konnte, ist dass die Größe meiner Elemente
    tatsächlich einen Einfluss hatte. Die
  • 23:55 - 24:00
    großen Varianten haben bessere Werte
    erzielt als die kleine Variante.
  • 24:00 - 24:06
    Allerdings hat die große Variante nicht so
    viel mit stoffähnlichen Eigenschaften zu
  • 24:06 - 24:09
    tun. Die kleine Variante ist viel
    stoffähnlicher, hat aber leider nicht so
  • 24:09 - 24:15
    gute Werte bekommen. Außerdem kam noch ein
    unerwarteter Faktor von der Seite rein,
  • 24:15 - 24:20
    und zwar das Slicing-Programm. Das
    Slicing-Programm hat zwei wesentliche
  • 24:20 - 24:28
    Aufgaben. Erstens unterteilt es das
    3D-Objekt in Schichten, und zweitens gibt
  • 24:28 - 24:33
    es an den 3D-Drucker die Information, wo
    denn in welcher Schicht der Druckkopf sein
  • 24:33 - 24:39
    soll. Bei so einer Vase z.B. wäre die
    unterste Schicht komplett gefüllt, denn
  • 24:39 - 24:44
    man will ja Wasser reingießen und es soll
    nicht rausfließen. Das heißt, der Weg vom
  • 24:44 - 24:49
    Druckkopf könnte ungefähr so aussehen wie
    hier, er soll dann immer in Reihen hin und
  • 24:49 - 24:53
    her gehen, um das komplett auszufüllen.
    Die zweite Schicht wäre ein Ring und da
  • 24:53 - 24:56
    würde der Druckkopf vielleicht so einen
    Weg gehen, aber vielleicht auch einen
  • 24:56 - 25:02
    anderen. Es gibt ganz viele verschiedene
    Programme, und da gibt es verschiedene,
  • 25:02 - 25:07
    begrenzte Einstellungsmöglichkeiten. Ich
    habe dann nochmal ein bisschen genauer
  • 25:07 - 25:13
    geguckt und habe festgestellt, dass bei
    meinen Rautenstrukturen der Druckkopf
  • 25:13 - 25:18
    einen ganz bestimmten Weg gegangen ist,
    und zwar bis zu dieser Kreuzung und dann
  • 25:18 - 25:24
    wieder zurück in eine andere Richtung. Am
    Mikroskop kann man dann genau sehen, dass
  • 25:24 - 25:28
    es genau an dieser Stelle gerissen ist.
    Der Druckkopf ist kein einziges Mal über
  • 25:28 - 25:34
    diese Kreuzung rüber gegangen. An dieser
    Stelle sind bloß alle Stränge ein kleines
  • 25:34 - 25:37
    bisschen miteinander verschmolzen, nämlich
    immer dann, wenn ein neuer, heißer Strang
  • 25:37 - 25:41
    des Weges kam und ein bisschen in den
    anderen übergegangen ist. Aber dadurch,
  • 25:41 - 25:48
    dass kein Strang direkt über die Kreuzung
    geht, ist dort quasi eine Sollbruchstelle.
  • 25:48 - 25:54
    Und genau da ist auch die Struktur
    gerissen. In einer anderen Variante, die
  • 25:54 - 25:58
    eigentlich auf exakt demselben Muster
    basiert, hat das Slicing-Programm etwas
  • 25:58 - 26:02
    Anderes entschieden. Nämlich, dass der
    Druckkopf genau bis zum Knick der Raute
  • 26:02 - 26:07
    gehen soll. Logischerweise ist dann genau
    da die Sollbruchstelle entstanden.
  • 26:07 - 26:12
    Deswegen sehen die Proben nach dem Reißen
    auch anders aus, weil sie eben an einer
  • 26:12 - 26:19
    anderen Stelle gerissen sind. Das erklärt
    auch meine niedrige Reißfestigkeit, weil
  • 26:19 - 26:22
    ich gar nicht so sehr am Material selber
    ziehe, sondern an diesen
  • 26:22 - 26:30
    Verbindungsstellen und je nachdem, wie die
    halt sind, kann das leichter oder schwerer
  • 26:30 - 26:35
    auseinander gerissen werden. Das heißt,
    das Verfahren selber sorgt schon dafür,
  • 26:35 - 26:40
    dass meine Reißfestigkeit gar nicht so
    hoch ist. Ich habe ja acht verschiedene
  • 26:40 - 26:45
    Strukturen, acht verschiedene Varianten
    geprüft. Und jetzt könntet ihr sagen, aber
  • 26:45 - 26:50
    wieso kommst du dann zu dieser steilen
    These, dass das bedeutet, dass man 3D
  • 26:50 - 26:55
    gedruckte Kleidung generell nicht
    empfehlen sollte. Kann ja sein, dass
  • 26:55 - 27:02
    andere Strukturen viel bessere Werte
    hätten. Ja, das kann sein. Aber aus dem
  • 27:02 - 27:08
    Verfahren selber ergeben sich bestimmte
    Begrenzungen, was diese Werte angeht. Da
  • 27:08 - 27:15
    muss man noch mal in die Tiefe gucken,
    nämlich auf die Moleküle. Textilfasern
  • 27:15 - 27:21
    haben von sich aus schon eine sehr hohe
    Reißfestigkeit. Naturfasern, z.B.
  • 27:21 - 27:27
    Baumwolle, Wolle oder auch Flachs, also
    Leinen, haben im Inneren schon eine
  • 27:27 - 27:38
    gleichmäßige Anordnung der Molekülketten.
    Es gibt amorphe und kristalline Bereiche.
  • 27:38 - 27:46
    Diese Stränge da bilden Molekülketten ab.
    Da, wo sie ein bisschen durcheinander
  • 27:46 - 27:51
    liegen wie ein Teller Spaghetti, sind sie
    nicht besonders stabil und da, wo sie
  • 27:51 - 27:59
    schön geordnet sind, an dieser Stelle sind
    sie fest. Naturfasern haben von sich aus
  • 27:59 - 28:06
    schon einen hohen Grad an kristallinen
    Bereichen, also eine hohe Festigkeit. Das
  • 28:06 - 28:10
    heißt, Fasern haben von sich aus schon
    eine hohe Reißfestigkeit, die meine
  • 28:10 - 28:14
    3D-gedruckten Strukturen nicht haben
    können. Und wenn es um synthetische Fasern
  • 28:14 - 28:18
    geht, dann hat man sogar noch die
    Möglichkeit, Einfluss darauf zu nehmen,
  • 28:18 - 28:24
    wie reißfest sie sind. Es gibt
    verschiedene Verfahren, um Fasern zu
  • 28:24 - 28:31
    spinnen, und mindestens eins davon ist
    eigentlich sehr ähnlich zum 3D-Druck. Man
  • 28:31 - 28:45
    verflüssigt den Kunststoff und presst ihn
    durch eine Düse. Der Unterschied ist aber,
  • 28:45 - 28:49
    dass man hier Einfluss darauf nehmen kann,
    welche Eigenschaften die Fasern am Ende
  • 28:49 - 28:54
    haben. Denn der Kristallisationsgrad, also
    der Anteil an kristallinen Bereichen, ist
  • 28:54 - 29:00
    abhängig von der Abkühlrate. Das heißt, je
    langsamer es abkühlt, umso mehr Zeit haben
  • 29:00 - 29:04
    die Molekülketten, um in einen geordneten
    Zustand überzugehen. Deswegen sind die
  • 29:04 - 29:08
    Spinnschächte, in die diese Fasern
    gesponnen werden, auch beheizt, um eine
  • 29:08 - 29:13
    möglichst langsame Abkühlrate zu haben,
    damit diese Fasern einen möglichst hohen
  • 29:13 - 29:19
    Kristallisationsgrad haben und damit eine
    möglichst hohe Reißfestigkeit. Diese
  • 29:19 - 29:22
    Möglichkeit haben wir beim 3D-Druck gar
    nicht. Wir können zwar eine beheizte
  • 29:22 - 29:27
    Druckplatte einsetzen. Das hat dann aber
    nur einen Einfluss auf die ersten zwei
  • 29:27 - 29:31
    Schichten vielleicht, danach nicht mehr.
    Außerdem wollen wir ja, nachdem der Strang
  • 29:31 - 29:35
    abgelegt wird, dass er möglichst schnell
    aushärtet. Denn sonst würde er zur Seite
  • 29:35 - 29:49
    wegschmelzen. Und dass eine nächste
    Schicht abgelegt wird, funktioniert auch
  • 29:49 - 29:53
    nur, wenn die Schicht darunter schon hart
    geworden ist. Wir können das Ganze nicht
  • 29:53 - 29:58
    auf konstant hoher Temperatur halten. Beim
    Pulverdruck sieht das ein bisschen anders
  • 29:58 - 30:03
    aus, da ist das Verfahren etwas besser
    geeignet, um eine höhere Reißfestigkeit
  • 30:03 - 30:07
    herzustellen, und die Strukturen hatten
    auch tatsächlich bessere Ergebnisse, was
  • 30:07 - 30:11
    die Reißfestigkeit angeht. Außerdem haben
    wir bei Synthetikfasern noch eine
  • 30:11 - 30:15
    Möglichkeit, die Festigkeit zu erhöhen,
    nämlich durch das Verstrecken. Die Fasern
  • 30:15 - 30:26
    werden, nachdem sie gesponnen wurden,
    nochmal durch Walzen geführt und einer
  • 30:26 - 30:31
    Zugkraft ausgesetzt. Dadurch wird nochmal
    der Kristallisationsgrad erhöht. Die
  • 30:31 - 30:36
    Moleküle werden gezwungen, sich noch mehr
    auszurichten. Das führt auch dazu, dass
  • 30:36 - 30:41
    der Faserdurchmesser ein bisschen kleiner
    wird, noch feiner, noch weicher und
  • 30:41 - 30:47
    gleichzeitig fester. Das erklärt, warum
    textile Fasern so viel höhere Festigkeiten
  • 30:47 - 30:52
    haben, während sie aber so viel feiner
    sind als das, was man mit 3-D-Druckern
  • 30:52 - 30:57
    herstellen kann. Textile Fasern haben
    außerdem den Vorteil, dass sie wunderbar
  • 30:57 - 31:01
    wärmen können, und zwar durch isolierende
    Lufteinschlüsse. Das heißt, überall da, wo
  • 31:01 - 31:07
    kleine Kammern entstehen, hat eine textile
    Fläche die Möglichkeit zu wärmen, wenn es
  • 31:07 - 31:12
    am Körper getragen wird. Das liegt daran,
    dass textile Flächen aus Fäden bestehen.
  • 31:12 - 31:17
    Diese Fäden bestehen aus Fasern, wie man
    auf diesem Mikroskopbild sieht. Das ist
  • 31:17 - 31:21
    kein grober Teppich, das ist ein
    Mikroskopbild von einem Stoff. Diese
  • 31:21 - 31:25
    ganzen kleinen Fasern würde man jetzt mit
    grobem Auge nicht sehen. An all diesen
  • 31:25 - 31:34
    Stellen kann Luft isoliert und damit
    gewärmt werden. Diese kleinen Abstände
  • 31:34 - 31:37
    sind aber auch wichtig für den
    Feuchtigkeitstransport. An dieser Stelle
  • 31:37 - 31:40
    kann der Schweiß hindurchgehen und
    verdampfen. Das heißt, es kann
  • 31:40 - 31:44
    gleichzeitig gewärmt und vor Überhitzung
    geschützt werden. Solche kleinen, feinen
  • 31:44 - 31:50
    Strukturen können wir mit einem 3D-Drucker
    nicht herstellen. Wir sind sehr begrenzt,
  • 31:50 - 31:56
    was die Feinheit angeht. Wir können jetzt
    nicht unbedingt solche kleinen Luftkammern
  • 31:56 - 32:07
    drucken. Das heißt, einige Sachen können
    3D-gedruckte Strukturen einfach noch nicht
  • 32:07 - 32:12
    leisten. Aber was können Sie denn
    stattdessen? Wir haben tatsächlich eine
  • 32:12 - 32:18
    hohe Gestaltungsfreiheit, die man in der
    Bekleidung jetzt eher so bei Accessoires
  • 32:18 - 32:29
    oder Schuhen einsetzen könnte. Also z.B.
    für Armbänder, Ketten oder Brillen. Zum
  • 32:29 - 32:34
    Beispiel bei Kostümen, in dem Film Black
    Panther wurden mehrere Kronen 3D-gedruckt.
  • 32:34 - 32:43
    Theoretisch ist es auch nachhaltig, allein
    dadurch, dass es eine additive Fertigung
  • 32:43 - 32:47
    ist. Das heißt, es wird nur da Material
    aufgebaut, wo man es tatsächlich benötigt.
  • 32:47 - 32:52
    Das steht im großen Gegensatz zu
    herkömmlicher Bekleidungsherstellung. Wenn
  • 32:52 - 32:58
    man ein Stück Stoff zuschneidet, kann man,
    wenn man wirklich gut ist, eine Auslastung
  • 32:58 - 33:02
    von 90 % erreichen. Dadurch, dass
    Schnittteile unterschiedliche Formen
  • 33:02 - 33:07
    haben, werden 10 % vom Stoff regelmäßig
    weggeschmissen und das ist keine gute
  • 33:07 - 33:16
    Bilanz. Das ist tatsächlich ein guter
    Aspekt vom 3D-Druck. Die Materialien
  • 33:16 - 33:18
    können auch wiederverwendet werden.
    Recycling ist auch ein großes Problem in
  • 33:18 - 33:22
    der Bekleidungsindustrie. Gerade wenn es
    darum geht, dass man das Pulver nicht
  • 33:22 - 33:26
    wegschmeißen muss, sondern wieder
    verwenden kann, ist das eine gute Sache.
  • 33:26 - 33:33
    Es eignet sich sehr gut, um Einzelstücke
    zu fertigen. Das kommt bei herkömmlicher
  • 33:33 - 33:38
    Bekleidungsherstellung oft mit sehr hohen
    Kosten des Weges. Es ist im Prinzip auch
  • 33:38 - 33:42
    möglich, im selben Produkt verschiedene
    Materialeigenschaften zu erstellen. Wenn
  • 33:42 - 33:45
    ich jetzt einen Schulterbereich habe, in
    dem es ein bisschen fester sein soll, dann
  • 33:45 - 33:51
    kann ich das in meinem 3D-Modell so
    anlegen. Ich kann bestimmen, hier soll
  • 33:51 - 33:54
    mehr Material aufgebaut werden. Wenn ich
    das aus Stoff mache, dann müsste an dieser
  • 33:54 - 33:57
    Stelle eine Naht sein, es müsste ein
    anderes Material sein oder ich müsste es
  • 33:57 - 34:02
    mit einer zusätzlichen Schicht verstärken.
    Im 3D-Druck könnte das alles im selben
  • 34:02 - 34:07
    Schritt passieren. Es gibt im Prinzip auch
    die Möglichkeit, noch weitere
  • 34:07 - 34:15
    Zusatzfunktionen einzubringen, also Kabel,
    LEDs, irgendwelche Sensoren. Da steht aber
  • 34:15 - 34:19
    jetzt noch ein Fragezeichen dahinter.
    Erstens ist das auch nicht richtig
  • 34:19 - 34:28
    Alltagskleidung, und zweitens ist das auch
    noch nicht so fortgeschritten. Ein Vorteil
  • 34:28 - 34:32
    könnte sein, dass man in einem Schritt
    gleich das komplette Kleidungsstück
  • 34:32 - 34:37
    herstellt. Im Moment muss erst der Stoff
    hergestellt werden, dann wird es
  • 34:37 - 34:39
    zugeschnitten, dann wird es
    zusammengenäht, dann wird vielleicht noch
  • 34:39 - 34:43
    einmal gefärbt. Das sind unterschiedliche
    Schritte, die an unterschiedlichen Orten
  • 34:43 - 34:50
    stattfinden. Wenn man ein Kleidungsstück
    3D-druckt, könnten alle Schritte in einem
  • 34:50 - 34:55
    Prozess passieren. Aber nur, wenn es in
    den Bauraum vom Drucker passt. Wenn wir
  • 34:55 - 35:00
    viele A4-Blätter drucken, die wir dann
    aneinander fügen, sind wir ja wieder in
  • 35:00 - 35:05
    der Situation, dass alles erst
    zusammengebaut werden muss. Ein bisschen
  • 35:05 - 35:11
    cleverer ist das, was Nervous System
    entwickelt hat, nämlich eine Software, die
  • 35:11 - 35:16
    das Kleid direkt digital zusammenfaltet
    und dann im zusammengefalteten Zustand
  • 35:16 - 35:24
    gedruckt. Dadurch reduziert sich der
    benötigte Bauraum erheblich. Irgendwo in
  • 35:24 - 35:30
    diesem Pulverblock ist das Kleid, das wie
    in der Archäologie befreit, von den
  • 35:30 - 35:34
    Pulverresten gesäubert und dann
    auseinanderfaltet wird. Das ist eine gute
  • 35:34 - 35:47
    Möglichkeit, um wirklich diesen Vorteil
    von 3D-Druck zu nutzen. Die Nachteile oder
  • 35:47 - 35:52
    die Herausforderungen sind die ungenügende
    Reißfestigkeit, die aus dem Verfahren
  • 35:52 - 35:57
    selber kommt, da kann man tatsächlich auch
    nicht so viel machen. Wir sind noch sehr
  • 35:57 - 36:03
    begrenzt, was die Feinheit angeht.
    Standard-Düsendurchmesser sind 0,4
  • 36:03 - 36:09
    Millimeter und bei Fasern bewegen wir uns
    eher im Mikrometer-Bereich. Das sind große
  • 36:09 - 36:14
    Unterschiede. Die Feinheit ist wichtig
    dafür, wie sich etwas auf der Haut
  • 36:14 - 36:18
    anfühlt, dass Feuchtigkeit transportiert
    werden kann, dass Lufteinschlüsse für
  • 36:18 - 36:26
    Wärme sorgen. Das ist so elementar, dass
    die Aspekte von Tragekomfort nicht
  • 36:26 - 36:31
    wirklich gegeben sind, wenn wir es
    3D-drucken würden. Zeit und Kosten sind
  • 36:31 - 36:37
    beim 3D-Druck definitiv noch sehr
    ungünstig. Es dauert ziemlich lange und es
  • 36:37 - 36:42
    ist auch noch ziemlich teuer. Das ist dann
    noch nicht wirklich Alltagskleidung, das
  • 36:42 - 36:48
    sind Einzelteile. Definitiv geklärt werden
    müssten noch die Pflegeeigenschaften. Kann
  • 36:48 - 36:51
    man so ein Teil dann überhaupt waschen?
    Wenn es Alltagskleidung ist, wird es jeden
  • 36:51 - 36:54
    Tag getragen. Und dann möchte man bitte
    auch, dass es gewaschen werden kann und
  • 36:54 - 36:59
    sauber ist. Wenn wir über Bekleidung
    reden, müssen wir auch immer über
  • 36:59 - 37:02
    Verschlussmöglichkeiten reden, irgendwie
    muss man ja ins Kleidungsstück reinkommen.
  • 37:02 - 37:08
    Das heißt Reißverschlüsse, Knöpfe, Haken,
    Ösen. All das muss mitgedacht werden, wenn
  • 37:08 - 37:14
    wir alles in einem Stück drucken. Das
    heißt, dieser Aufbau von Stoffen aus
  • 37:14 - 37:19
    Fäden, die wiederum aus Fasern bestehen,
    ist im Moment noch unschlagbar, was den
  • 37:19 - 37:23
    Tragekomfort angeht. Es gibt noch nicht
    wirklich Lösungen, das im 3D-Druck zu
  • 37:23 - 37:32
    imitieren oder durch irgendein anderes
    Verfahren oder durch irgendeine andere
  • 37:32 - 37:41
    Anordnung von Material auf eine andere
    Weise zu lösen. Zum jetzigen Stand der
  • 37:41 - 37:46
    Technik ist 3D-gedruckte Kleidung nicht
    nur nicht die Zukunft, sondern eigentlich
  • 37:46 - 37:49
    noch nicht einmal die Gegenwart. Denn die
    Gegenwart ist ja, dass wir Stoffe aus
  • 37:49 - 37:53
    textilen Fasern haben, und das
    funktioniert richtig gut. Und 3D-gedruckte
  • 37:53 - 37:57
    Strukturen können das noch nicht leisten.
    Das heißt nicht, dass man aufhören sollte,
  • 37:57 - 37:59
    daran zu forschen. Und wer da vorhin
    gesagt hat, dass das schon gut geklappt
  • 37:59 - 38:02
    hat mit dem 3D-drucken von Kleidung, da
    bin ich sehr interessiert, was daran gut
  • 38:02 - 38:08
    geklappt hat und ob da vielleicht andere
    Aspekte noch dabei sind, die ich nicht
  • 38:08 - 38:12
    bedacht habe. Aber es sollte nicht
    vergessen werden, was überhaupt die
  • 38:12 - 38:19
    Grundfunktionen von Kleidung ist und diese
    Kunstwerke, die ich am Anfang gezeigt
  • 38:19 - 38:22
    habe, die sind super und ich finde die
    großartig und daran sollte bitte auch
  • 38:22 - 38:26
    weiter geforscht werden. Aber dabei eben
    nicht vergessen, dass uns Kleidung ja noch
  • 38:26 - 38:31
    wärmen und blickdicht sein soll und dass
    dieser Klimahaushalt gewährleistet sein
  • 38:31 - 38:37
    muss. Und diese Hoffnung, dass durch ein
    nachhaltiges Verfahren die ganze Industrie
  • 38:37 - 38:49
    umgekrempelt werden kann, finde ich ein
    bisschen schwierig. Denn die
  • 38:49 - 38:52
    Bekleidungsindustrie ist
    hochproblematisch. Es gibt ganz viele
  • 38:52 - 38:56
    Probleme ökologischer Art,
    gesellschaftlich-sozialer Art. Aber die
  • 38:56 - 39:01
    Hoffnung auf so eine neue Technik zu legen
    und zu sagen, ja, das wird dann das alles
  • 39:01 - 39:03
    lösen, denn das ist ja dann nachhaltig,
    dann drucken wir halt einfach alles mit
  • 39:03 - 39:07
    einem 3D-Drucker und dann ist dieses
    Nachhaltigkeitsproblem gelöst, das sehe
  • 39:07 - 39:12
    ich eher nicht so. Also gerne daran
    weiterforschen, Grundfunktionen dabei aber
  • 39:12 - 39:18
    nicht vergessen und nicht darauf ausruhen,
    dass eine neue, innovative Technik das
  • 39:18 - 39:23
    wohl schon alles lösen wird, sondern die
    Bekleidungsbranche gerne an allen anderen
  • 39:23 - 39:29
    Stellen revolutionieren Aber sich nicht
    darauf verlassen, dass der 3D-Druck das
  • 39:29 - 39:35
    schon alles, alles lösen wird. Und damit
    bin ich fertig mit meiner Präsentation und
  • 39:35 - 39:40
    bedanke mich fürs Zuhören.
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 39:40 - 39:44
    *Applaus*
    [Füller, bitte in amara entfernen]
  • 39:44 - 39:50
    Herald-Angel Noujoum: Ja, vielen Dank, das
    war eine ziemliche Punktlandung, wir haben
  • 39:50 - 39:53
    leider keine Zeit für Fragen, es tut mir
    Leid für alle Leute, die gerade zu den
  • 39:53 - 39:57
    Mikrofonen strömen. Aber ihr seht ja hier,
    wo ihr Rebekka noch erwischen könnt, ihr
  • 39:57 - 40:02
    könnt ihr auf Twitter eine Frage stellen
    unter @Kurfuerstin. Ihr könnt sie bestimmt
  • 40:02 - 40:05
    auch gleich nach dem Talk noch erwischen.
    Vielleicht nicht gleich hier vorne,
  • 40:05 - 40:08
    sondern irgendwo ein bisschen weiter
    hinten. Sie muss ja auch erst noch ihre
  • 40:08 - 40:11
    Postkarten lesen. Aber es gibt sicherlich
    noch Zeit und Möglichkeit, um sich über
  • 40:11 - 40:15
    3D-Druck und Bekleidung aus dem 3D-Drucker
    auszutauschen. Noch einmal einen ganz,
  • 40:15 - 40:16
    ganz herzlichen Applaus für Rebekka und
    schön, dass ihr alle da wart.
  • 40:16 - 40:17
    *Applaus*
  • 40:17 - 40:18
    *Abspannmusik*
  • 40:18 - 40:19
    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 2019. Mach mit und hilf uns!
Title:
36C3 - Warum 3D-gedruckte Kleidung NICHT die Zukunft ist
Description:

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Video Language:
German
Duration:
40:46

German subtitles

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