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36C3 - Megatons to Megawatts

  • 0:22 - 0:23
    36c3 Vorspannmusik
  • 0:23 - 0:24
    Herald: Das hier... Eigentlich hatte ich
    was mit Schwertern und Pflugscharen und,
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    ihr kennt es ja eigentlich aus dem nicht
    so ganz wichtigen Buch, mitgebracht.
  • 0:30 - 0:35
    Stellt sich heraus, das trifft die Sache
    nicht so wirklich.
  • 0:35 - 0:41
    Julia Riede: lacht Der war gut, ne?
    Herald: Ja, der war gut, weil ich habe
  • 0:41 - 0:45
    Julia vorhin kennengelernt, und Julia ist
    eine ziemlich beeindruckende Frau. Ich war
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    auch direkt eingeschüchtert. Julia hat
    einen Doktor in Physik, studiert gerade
  • 0:48 - 0:54
    Medizin, ist im neunten Semester, wenn ich
    richtig bin, und wird uns ein bisschen was
  • 0:54 - 1:01
    über nukleare Abrüstung bzw. "Megatons to
    Megawatts" erzählen: Wie man militärische
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    Güter in Energie umwandeln kann. Dazu mit
    einem herzlichen Applaus: Julia.
  • 1:08 - 1:12
    Julia: Danke schön!
    Applaus
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    Julia: Hallo!
    Applaus
  • 1:15 - 1:20
    Julia: Wer kennt das? Hände hoch, Hände
    hoch. lacht Ich weiß, der Kalte Krieg
  • 1:20 - 1:25
    ist schon eine Weile aus und in den 90er
    Jahren wurden immer solche Sachen gezeigt
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    und auf Kongressen, dann sind immer alle
    Hände hochgegangen. Das ist ein Screenshot
  • 1:29 - 1:33
    aus einem Film, der wie heißt?
    Publikum: "WarGames"!
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    Julia: Genau, sehr gut. "WarGames". Dieser
    Film ist aus dem Jahr 1983. Und '83 war
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    wirklich halt diese Hochzeit des Kalten
    Krieges. Und Global Thermonuclear War war
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    wirklich eine Bedrohung oder
    Bedrohungsszenario, das die Leute damals
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    wirklich live und in Farbe mitgekriegt
    haben, weil man ständig Angst im Endeffekt
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    davor hatte, dass es zu einem neuen
    Atomkrieg kommt. Und zu Ende der 80er
  • 2:00 - 2:07
    Jahre war dieses globale Inventar von
    Atomsprengköpfen auf der Welt so ungefähr
  • 2:07 - 2:12
    geschätzt bei 40 000 in den... in
    Russland, Entschuldigung, und nochmal
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    ungefähr 25 000 Warheads in den USA. Das
    heißt, man kann sich vorstellen, dass so
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    60 000 Atomsprengköpfe, die in
    irgendwelchen Kellern liegen, oder Silos
  • 2:23 - 2:27
    lagern und darauf warten, dass man sie
    abschießt oder halt hoffentlich auch
  • 2:27 - 2:33
    nicht. Und in dem Film "WarGames" geht es
    eigentlich darum, ... es geht um
  • 2:33 - 2:42
    Spieltheorie und um einen Mathematiker,
    der versucht quasi nicht nur so Schach
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    oder so Sachen oder halt irgendwie Go, ist
    leider nicht auf der Liste drauf. Go wäre
  • 2:45 - 2:51
    das Erste, was mir dazu einfallen würde zu
    spielen, sondern es ging wirklich um
  • 2:51 - 2:57
    Szenarien durchzuspielen für den globalen
    thermonuklearen Krieg. Und dann gab es
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    irgendwie, so ganz plötzlich, diese ganze
    Problematik des Kalten Krieges,
  • 3:04 - 3:08
    anscheinend nicht mehr. 1989, ihr wisst
    alle, was da passiert ist, plötzlich gab
  • 3:08 - 3:12
    es das alte Russland, die alte UdSSR nicht
    mehr in der Form, in der sie vorher
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    existiert hat. Und dann war das Problem
    wirklich, dass man 40 000 Atomsprengköpfe
  • 3:20 - 3:26
    in einem Land liegen hat, das gerade nicht
    mehr so wirklich, so toll regiert wird,
  • 3:26 - 3:33
    das erstens mal wirklich bankrott war zu
    dem Zeitpunkt und auch nicht wirklich mal
  • 3:33 - 3:39
    gute Strukturen hatte, gute Strukturen in
    Regierungen, solche Sachen oder halt
  • 3:39 - 3:43
    Schutz von diesen ganzen Sprengköpfen, die
    man halt einfach schon nehmen kann und
  • 3:43 - 3:51
    proliferieren kann, wie wir so schön
    sagen. Und im Jahr '91 gab es einen
  • 3:51 - 3:56
    Artikel in der New York Times, wo ein
    Journalist vorgeschlagen hat: Was wäre
  • 3:56 - 4:01
    eigentlich, wenn man diesem bankrotten
    Staat Sowjetunion jetzt einfach die ganzen
  • 4:01 - 4:07
    Atomsprengköpfe abkauft und das ganze hoch
    angereicherte Uran z.B. das da drin ist
  • 4:07 - 4:12
    einfach "down blended", wie sagt man auf
    Deutsch? Runtergradiert, quasi, dass man
  • 4:12 - 4:17
    etwas hat, was man in Atomkraftwerken
    benutzen kann. Ich werde nachher noch ein
  • 4:17 - 4:22
    bisschen mehr darüber sprechen, wie das
    eigentlich funktioniert. Dieses Programm
  • 4:22 - 4:26
    hieß "Megatons to Megawatts", das gab es
    wirklich, und das lief zwischen '93 und
  • 4:26 - 4:34
    2013. 20 Jahre lang hat die ehemalige
    Sowjetunion den Vereinigten Staaten hoch
  • 4:34 - 4:38
    angereichertes Uran, also Highly Enriched
    Uranium, ich erkäre die Abkürzungen dann
  • 4:38 - 4:43
    ein paar Folien später nochmal, zu ihrem
    Low Enriched Uranium quasi umgewandelt.
  • 4:43 - 4:50
    Das heißt HEU aus ehemaligen Russland mit
    irgendwie depleted, also abgereichertem
  • 4:50 - 4:55
    Uran aus den USA, die das hat halt selber
    halbwegs in großer Menge hatten, weil wenn
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    man anreichert, dann bleibt abgereichteres
    Zeug übrig, das man dann quasi down
  • 4:59 - 5:04
    blenden kann und 500 Tonnen von diesem
    HEU, ungefähr 20 000 Warheads wurden
  • 5:04 - 5:11
    konvertiert in Brennstoff für
    Kernkraftwerke. Und mit 15 000 Tonnen
  • 5:11 - 5:15
    kommt man schon mal ein bisschen weit. In
    diesen 20 Jahren sind 10 Prozent von dem
  • 5:15 - 5:20
    gesamten Strombedarf der USA gedeckt
    worden, nur aus diesem "Megatons to
  • 5:20 - 5:25
    Megawatts"-Programm. Das heißt, es ist
    auch schon eine Energiemenge, die was
  • 5:25 - 5:28
    ausmacht. Also nicht nur: Ja, da kann man
    vielleicht ein Kraftwerk ein bisschen
  • 5:28 - 5:36
    damit betreiben, sondern das macht schon
    einen Unterschied. Und ich hatte gesagt 40
  • 5:36 - 5:44
    000 Sprengköpfe in der UdSSR und ungefähr
    25 000 in den USA. Und letztlich, ja, das
  • 5:44 - 5:50
    sind Daten aus dem Jahr 2018, sieht das so
    aus. Also es sind immer noch so
  • 5:50 - 5:56
    sechseinhalb Tausend Warheads in Russland,
    die USA haben ungefähr gleich viel, ein
  • 5:56 - 6:01
    bisschen weniger. Und dann gibt es noch so
    ein paar kleine Mitspieler: Indien wird
  • 6:01 - 6:06
    größer, China wird größer. Was das angeht,
    die rüsten da massiv auf. Also massiv im
  • 6:06 - 6:10
    Vergleich zum Kalten Krieg, nicht massiv,
    aber doch merklich. Und Pakistan auch.
  • 6:10 - 6:12
    Pakistan ist nun mal wirklich eine ganz
    eigene Geschichte. Ich bin der
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    Überzeugung, dass Österreich einige von
    diesen ganzen Paskistanis ausgebildet hat,
  • 6:18 - 6:22
    ohne es zu wollen oder eigentlich war es
    ihnen auf gut Österreichisch nicht wir so
  • 6:22 - 6:25
    wichtig, aber das ist auch ein anderes
    Thema. Da geht es um Proliferation, auch
  • 6:25 - 6:29
    von Technologie oder Wissen, nicht nur
    jetzt von dem Uran selber oder dem
  • 6:29 - 6:34
    Plutonium selber. Proliferation ist sehr
    viel mehr, es ist auch Wissenstransfer.
  • 6:34 - 6:41
    Und im Endeffekt gibt's hier nicht nur
    Plutonium und Uran, das in Warheads, also
  • 6:41 - 6:46
    ich sage immer Warheads, also
    Atomsprengköpfe klingt so bombastisch.
  • 6:46 - 6:50
    Also wenn ich Warheads sage, dann hoffe
    ich, dass es okay ist für euch. Es gibt
  • 6:50 - 6:56
    halt auch hoch angereichertes Uran, also
    HEU, das jetzt gerade nicht verbaut ist,
  • 6:56 - 7:01
    sondern das nämlich in Lagern herumsitzt.
    Das Gleiche gilt für Plutonium. Und dieses
  • 7:01 - 7:05
    zivile Plutonium kann man sich vorstellen,
    dass... Also ich erkläre das nachher wie
  • 7:05 - 7:10
    das funktioniert genau, aber das entsteht
    so als Nebenbeiprodukt beim Betrieb von
  • 7:10 - 7:16
    gewissen Kraftwerkstypen. Das heißt, es
    gibt auch ziviles Inventar von Plutonium
  • 7:16 - 7:24
    z.B. speziell Plutonium 239 in dem Fall.
    Und je nachdem, welche Quellen man da halt
  • 7:24 - 7:31
    auch anschaut, kommt man so auf ca. 1 500,
    1 200, je nachdem, Tonnen HEU, die noch
  • 7:31 - 7:38
    herumliegen, und zwischen 200 und 500
    Tonnen Plutonium. Also in dem Fall ist das
  • 7:38 - 7:43
    Plutonium 239 hauptsächlich. Das ist das,
    was man in Waffen verbauen kann und wofür
  • 7:43 - 7:48
    es eigentlich auch da ist. Eigentlich ist
    es nicht wirklich nützlich, dazu kommen
  • 7:48 - 7:55
    wir später auch noch. Ich glaube, das
    Prinzip von Kernwaffen ist relativ
  • 7:55 - 8:00
    einfach. Man nimmt irgendwie irgendwas,
    was man spalten kann, irgendwas zum
  • 8:00 - 8:05
    Starten und irgendwas was das Ding
    transportieren kann. Es gibt verschiedene
  • 8:05 - 8:10
    Designs, je nachdem, ob man mit Plutonium
    arbeitet oder ob man mit Uran arbeitet
  • 8:10 - 8:18
    oder ob man mit Boostings arbeitet. Boostings sind Pure
    Fission, also nur Spaltungswaffen, gibt's
  • 8:18 - 8:22
    eigentlich kaum mehr heutzutage. Diese
    typischen Little Boy-Sachen in Nagasaki
  • 8:22 - 8:26
    und Hiroshima waren so reine
    Spaltungsbomben. Also das geht darum, dass
  • 8:26 - 8:30
    man eine bestimmte Menge von spaltbarem
    Material braucht in einer bestimmten
  • 8:30 - 8:34
    Geometrie, damit das Ding überkritisch,
    wie wir sagen, wird, also dass das Ding
  • 8:34 - 8:39
    sehr viel mehr Neutronen produziert pro
    Zeiteinheit, als es selber verbraucht. Und
  • 8:39 - 8:42
    das heißt, dann geht das Ding hoch. In
    einem Kernkraftwerk passiert das Gleiche,
  • 8:42 - 8:47
    nur halt mit einer Kritikalität von 1. Das
    heißt, in Summe werden genauso wie neue
  • 8:47 - 8:51
    Neutronen gemacht, wie welche verbraucht
    werden von den Spaltungsprozessen selber
  • 8:51 - 8:58
    oder um die quasi zu initiieren. Und
    Boosted Fission arbeitet damit quasi ein
  • 8:58 - 9:06
    bisschen Addentums für die Spaltung selber. Und das
    ist hauptsächlich Deuterium und Tritium.
  • 9:06 - 9:10
    Das heißt, die sorgen dafür, dass nicht
    wirklich eine komplette Fusion abläuft,
  • 9:10 - 9:15
    initiiert durch den Spaltungsprozess,
    sondern das ist quasi so leicht anfängt,
  • 9:15 - 9:19
    aber nichts explodiert, sondern halt
    nur... also, das ist ein blöder Vergleich,
  • 9:19 - 9:22
    dass es halt ein bisschen glimmt, aber es
    produziert Neutronen. Und wenn man mehr
  • 9:22 - 9:26
    Neutronen hat, dann geht das Ganze mit der
    Kritikalität einfach schneller, und
  • 9:26 - 9:31
    deswegen nennt man das Boosted Fissions.
    Und die Klassiker sind, glaube ich,
  • 9:31 - 9:36
    heutzutage die thermonuklearen Waffen.
    Normalerweise das, was als
  • 9:36 - 9:41
    Wasserstoffbombe so bezeichnet wird. Und
    all diese Bomben haben ein sogenanntes
  • 9:41 - 9:45
    Physics Package, also das Packerl quasi,
    wo die spaltbarem Sachen drin sind, also
  • 9:45 - 9:51
    das, was für uns jetzt in dem Fall
    interessant ist. Links sieht man so ein
  • 9:51 - 9:56
    altes Foto, aktuelle Fotos zu kriegen ist
    natürlich nicht so ganz einfach und für
  • 9:56 - 10:00
    mich die nicht in dem im Bereich arbeitet,
    sondern mit zivilen Technologien zu tun
  • 10:00 - 10:03
    hatte, habe ich auch nicht mehr jetzt
    mittlerweile, relativ schwierig. Wenn man
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    auf dem linken Foto guckt, dann nimmt sie
    die Mitte von dem linken Foto und geht so
  • 10:08 - 10:10
    ein bisschen nach links. Dieses
    Metallteil, dieses zylindrische, das ist
  • 10:10 - 10:15
    das Physics Package, da ist das Zeug
    drinnen. Wo ihr ein Schema auf der rechten
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    Seite dann quasi seht. Auf der linken
    Seite seht ihr dann quasi diese
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    klassischen Fusionsteile, von denen ich
    gerade gesprochen habe. Und auf der
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    rechten Seite ist dieses Design von
    thermonuklearen Waffen, im Endeffekt, wo
  • 10:30 - 10:35
    kombiniert Kernspaltung genug Temperatur
    erzeugt, um einen Fusionsprozess in Gang
  • 10:35 - 10:42
    zu setzen. Das heißt, man hat Spaltung und
    Kernfusion in einem. Quasi erst das eine
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    und dann das andere, und deswegen haben
    sie ja höhere Sprengkraft. Massiv. Ich
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    glaube, ich muss nicht erklären, wie
    Kernspaltung funktioniert. Prinzipiell hat
  • 10:52 - 10:56
    man Teilchen, so einen schweren Kern,
    irgendwas mit einer Ordnungszahl von 90
  • 10:56 - 11:03
    oder größer. Und auf den schießt man zum
    Beispiel ein Neutron drauf. Und das
  • 11:03 - 11:06
    Neutron kann jetzt verschiedene Sachen
    machen: Es kann irgendwie treffen, das
  • 11:06 - 11:12
    Ding. Und dann kann es entweder spalten
    und Energie generieren und Spaltprodukte,
  • 11:12 - 11:16
    und noch ein paar andere Neutronen und so
    weiter, es kann aber auch eingefangen
  • 11:16 - 11:21
    werden. Das heißt, da gibt's 'nen Kern,
    auf den trifft ein Neutron und der Kern
  • 11:21 - 11:26
    nimmt das Neutron auf und wird etwas
    anderes. Die Ordnungszahl ändert sich dann
  • 11:26 - 11:32
    zwar nicht, aber es gibt dann quasi eine
    andere Massenzahl und andere
  • 11:32 - 11:40
    Eigenschaften. Im Endeffekt kann es dann
    dazu kommen, dass das neue Produkt, von
  • 11:40 - 11:45
    dieser Rekation, andere Zerfallsprozesse
    angeht und dann quasi in andere Elemente
  • 11:45 - 11:48
    sich auch verwandelt. Durch beta-minus
    zerfällt es zum Beispiel hauptsächlich,
  • 11:48 - 11:52
    oder beta-plus geht auch, aber prinzipiell
    durch beta-Zerfall. Oder es kann halt
  • 11:52 - 11:56
    nicht treffen, dann fällt es halt aus dem
    System raus, quasi. Und das generiert
  • 11:56 - 12:01
    Energie. Und diese Neutronen, die quasi
    zusätzlich zu dem Spaltprozess generiert
  • 12:01 - 12:05
    werden, das sind dann die, die die nächste
    Spaltung initiieren können. Ja, und so
  • 12:05 - 12:11
    geht es immer weiter und weiter und
    weiter. Und wie gesagt, in einem
  • 12:11 - 12:14
    Kernkraftwerk ist diese Rate von
    Neutronen, die verbraucht werden, um
  • 12:14 - 12:20
    Spaltungen zu initiieren, und Neutronen
    die produziert werden gleich eins. Und das
  • 12:20 - 12:24
    nennen wir Kritikalität. Und wenn die
    Kritikalität über 1 ist, dann nennen wir
  • 12:24 - 12:30
    das superkritisch, dann ist das eine
    Atombombe. Und alles kleiner 1 ist etwas,
  • 12:30 - 12:34
    was selbstlimitierend ist. Also die
    Reaktion hört einfach auf, geht nimmer
  • 12:34 - 12:39
    weiter. Und jedes Kernkraftwerk operiert
    wirklich bei 1,000 und dahinter was mit
  • 12:39 - 12:43
    Komma, quasi in dem Bereich. In dem
    Bereich müssen wir das Ding wirklich
  • 12:43 - 12:51
    einstellen, dass es stabil läuft. Ich habe
    erklärt vorhin, dass ich Sachen erklären
  • 12:51 - 12:56
    werde. Natururan ist, also generell ist ja
    Uran eine Mischung aus verschiedenen
  • 12:56 - 13:02
    Isotopen, wenn es natürlich vorkommt. Wir
    haben Uran 235, 238, hauptsächlich, und
  • 13:02 - 13:06
    dann so Sachen wie 234, glaube ich, gibt
    es auch noch in Tracer-Mengen, oder sowas.
  • 13:06 - 13:13
    Alles andere ist eigentlich, entsteht
    durch Zerfall, durch Aktivierung im
  • 13:13 - 13:18
    Reaktor zum Beispiel. Natururan besteht
    aus 0,7, also genaugenommen 0,711 oder
  • 13:18 - 13:25
    sowas, Prozent, Uran 235 und 99 Komma
    nochwas Prozent, Uran 238 und dann noch ein
  • 13:25 - 13:30
    bisschen, ich glaub' so 234, 233, da kann
    man mich korrigieren. Das sind Tracer
  • 13:30 - 13:32
    Sachen. Bin immer nicht ganz sicher, was
    es genau ist, aber andere Isotopen von
  • 13:32 - 13:40
    Uran. Und Low-Enriched-Uranium, niedrig
    angereichertes Uran, ist alles, was einen
  • 13:40 - 13:48
    Anteil hat von kleiner als 20 Prozent an
    Uran 235 und der Rest ist in dem Fall Uran
  • 13:48 - 13:53
    238. Und Highly-Enriched-Uranium hat einen
    Massenanteil von Uran 235 von größer als
  • 13:53 - 13:57
    90 Prozent. Und dann haben wir noch
    Depleted Uranium, also abgereichertes
  • 13:57 - 14:04
    Uran, also alles, was per se weniger als
    0,7 Prozent 235 Uran hat, ist Depleted
  • 14:04 - 14:08
    Uranium. ... Der Lärm ist echt
    anstrengend. 'Tschuldigung, das bringt
  • 14:08 - 14:13
    mich ein bisschen raus, das ist der Lärm
    von daneben... Okay. Und, im Endeffekt, über
  • 14:13 - 14:17
    abgereichertes Uran könnte man echt so
    ganze eigene Vorträge, eigene Bücher,
  • 14:17 - 14:22
    schreiben und da gibt es auch sehr viel
    so, wie sagt man? So rundherum Trara, also
  • 14:22 - 14:25
    jeder kennt Uranmunition und diese ganze
    Diskussion darum, wie furchtbar das alles
  • 14:25 - 14:31
    ist, et cetera. Das Problem ist, dass wir
    wirklich massive Inventare haben, von
  • 14:31 - 14:35
    diesem Depleted Uranium, weil es halt in
    diesem Anreicherungprozess einfach ständig
  • 14:35 - 14:39
    anfällt. Das haben wir, also auf gut
    Wienerisch "zum Sau füttern", wir haben
  • 14:39 - 14:44
    wirklich zu viel davon. Und naja, man kann
    es halt ganz gut einsetzen, als
  • 14:44 - 14:48
    panzerbrechende Munition oder so Sachen,
    aber sonst eigentlich nicht wirklich
  • 14:48 - 14:51
    irgendwelchen Nutzen. Das ist auch, was
    man auf Halde legt irgendwie, und halt da
  • 14:51 - 14:56
    liegen lässt. Und so ähnliche Sachen
    gibt's dann quasi mit Plutonium auch noch.
  • 14:56 - 15:05
    Und dieses Weapons-Grade-Plutonium ist
    quasi eine Mischung aus Plutonium 239 und
  • 15:05 - 15:08
    240. Und das 240er hat so quasi einen
    Massenenteil von kleiner 6,5 Prozent, weil
  • 15:08 - 15:12
    sonst ist es nicht ordentlich spaltbar.
    Das 240er das möchte nicht so gerne
  • 15:12 - 15:18
    spalten wie das 239er, so kann man es
    irgenwie bunt formulieren, das eine gute
  • 15:18 - 15:23
    Metapher, glaube ich. Und deswegen braucht
    man halt wirklich einen ordentlich großen
  • 15:23 - 15:29
    Anteil von diesem 239er, im Endeffekt. Und
    MOX - das ist ein Brennstoff, MOX ist die
  • 15:29 - 15:35
    Abkürzung für Mixed Oxide Fuel, oder so...
    Da kann man im Endeffekt nehmen, was man
  • 15:35 - 15:40
    eigentlich möchte. Meistens ist es so 7%
    Plutonium 239 und der größere Teil ist
  • 15:40 - 15:45
    Natururan und das wird hauptsächlich
    verwendet für Reaktoren die, wir reden da
  • 15:45 - 15:52
    von "brüten", also die irgendwie Sachen
    produzieren und nicht nur Energie
  • 15:52 - 15:59
    generieren wollen. Es gibt einen ganzen
    Haufen Kernreaktoren und Reaktortypen. Im
  • 15:59 - 16:04
    Endeffekt haben sie immer das gleiche ...
    glaub', wer hat die Serie "Tschernobyl"
  • 16:04 - 16:09
    gesehen? Könnt's mal machen. Wie heißt er?
    Valerie Legarsof, oder so was ... Der
  • 16:09 - 16:15
    erklärt ziemlich gut, was so ein Reaktor
    eigentlich ist. Der hat irgendwas ...
  • 16:15 - 16:19
    Brennstoff, den braucht es. Dann braucht's
    den Neutronen-Airbag, wie ich immer sag',
  • 16:19 - 16:23
    den Moderator, der bremst die Neutronen
    bisserl runter, damit sie einen höheren
  • 16:23 - 16:26
    Wirkungsquerschnitt haben. Zu dem Thema
    Wirkungsquerschnitt sag' ich nachher noch
  • 16:26 - 16:31
    genau, was das ist. Und sie brauchen einen
    Kühler, also irgendwas, was die Wärme
  • 16:31 - 16:34
    aufnimmt und zur Turbine bringt, damit die
    Turbine sich drehen kann, im Endeffekt.
  • 16:34 - 16:39
    Und diese drei Varianten, die gibt's in
    jedem Kernkraftwerk. Manchmal sind 2 in 1,
  • 16:39 - 16:44
    also Moderator plus Kühlmittel ist zum
    Beispiel manchmal nur eins. In so
  • 16:44 - 16:48
    Schwerwasserreaktoren zum Beispiel kann
    man es so machen. Aber im Endeffekt, die
  • 16:48 - 16:52
    gängigsten Typen sind der typische
    Druckwasserreaktor, der Siedewasserreaktor
  • 16:52 - 16:56
    - die ersten beiden ... also "pressure
    water reactor" und "boiling water
  • 16:56 - 17:01
    reactor". Und die laufen mit niedrig
    angereichertem Uran und mit diesem
  • 17:01 - 17:06
    Mischoxid, also diesem MOX Fuel. Den
    CANDU, das ist eine kanadische - also
  • 17:06 - 17:09
    "Canada Deuterium Uranium", glaube ich,
    heißt die Abkürzung - ist eine kanadische
  • 17:09 - 17:13
    Entwicklung, die mit Natururan fährt. Das
    heißt, man kann das Uran so wie's halt
  • 17:13 - 17:17
    quasi aus der Erde kommt - also nicht
    ganz, aber so ungefähr ... man muss nichts
  • 17:17 - 17:22
    abreichern, nichts anreichern, betrieben
    werden oder halt mit einem Mischoxid im
  • 17:22 - 17:27
    Endeffekt. Und das gleiche ist mein
    absoluter super Freund, Lieblings-Reaktor,
  • 17:27 - 17:33
    der RMBK-Reaktor. Das ist auch so ein ...
    also CANDU und RBMK-Reaktoren sind so
  • 17:33 - 17:36
    typische Kalter Krieg-Reaktoren, im
    Endeffekt. Weil die sehr viel mit Brüten
  • 17:36 - 17:39
    zu tun hatten. Weil die im Endeffekt
    gebaut worden sind, unter anderem
  • 17:39 - 17:43
    hauptsächlich deswegen, weil man damit
    super brüten kann. Aus dem RBMK zum
  • 17:43 - 17:48
    Beispiel kann man während dem Betrieb die
    Brennelemente austauschen. Also man muss
  • 17:48 - 17:52
    das Ding nicht runterfahren, dann den
    Kern, die Beladung ändern und dann quasi
  • 17:52 - 17:55
    das Ding wieder hochfahren, sondern ...
    man hat den Funktionsausfall und es ist
  • 17:55 - 17:59
    auch ein ziemlicher Act das zu machen -
    sondern da gibt's einen Kran, der holt das
  • 17:59 - 18:04
    Ding raus und - also vereinfacht gesagt.
    ... aber es gibt ein System dafür, die
  • 18:04 - 18:08
    automatisch zu tauschen. Das ist ... man
    kann im Betrieb einfach ... also man nimmt
  • 18:08 - 18:13
    ein bisschen Natururan oder niedrig
    angereichertes Uran, lässt es ein bisschen
  • 18:13 - 18:17
    im Reaktor, und je nachdem, wie man den
    Reaktor fährt, ob man den jetzt quasi auf
  • 18:17 - 18:21
    niedriger Energie eher fährt - also mit
    niedriger Leistung besser gesagt - und
  • 18:21 - 18:27
    damit mehr brütet, als man im Endeffekt
    Spaltungen hat, was den
  • 18:27 - 18:30
    Wirkungsquerschnitt angeht, im Endeffekt.
    Oder man fährt sie halt, wenn man Strom
  • 18:30 - 18:34
    braucht, während Spitzenzeit halt einfach
    hoch die Leistung. Man kann Beides machen.
  • 18:34 - 18:37
    Man kann Spaltungen machen und damit
    Energie produzieren. Oder man kann brüten.
  • 18:37 - 18:43
    Brüten heißt, dass man zum Beispiel aus
    Natururan Uran ... Plutonium macht, das
  • 18:43 - 18:48
    man dann nicht mehr in Kernwaffen einbauen
    kann, oder so Sachen. Und dann gibt's
  • 18:48 - 18:54
    diese neuartige Rennen zum Teil und,
    wirklich, das sind die interessanten Typen
  • 18:54 - 18:58
    dann. Diese Flüssigsalzreaktoren, Molten
    Salt Reactors, die arbeiten auch mit
  • 18:58 - 19:03
    Mischoxiden, das sind auch so kombinierte
    Spaltbrüter, im Endeffekt. Aber das Design
  • 19:03 - 19:08
    ist ganz interessant, weil die mit anderen
    Brennstoffzyklen arbeiten, die arbeiten
  • 19:08 - 19:12
    mit einem Thorium-Zyklus zum Teil -
    erkläre ich dann später nochmal. Und von
  • 19:12 - 19:15
    denen gibts dann halt dann noch diese
    Liquid Molten Fast Breader Reactors,
  • 19:15 - 19:19
    wieder schnelle Brüter. Ich glaube, wir
    hatten ein KK West oder sowas, ist glaube
  • 19:19 - 19:24
    ich hier, keine Ahnung, das kann sein. Ich
    weiß nicht, ob der in den Betrieb gegangen
  • 19:24 - 19:29
    ist. Ich glaube nicht. Ja, und da gibts
    noch dieses Advanced Heavy-Water Reactor.
  • 19:29 - 19:33
    Das ist so eine indische Entwicklung, die
    im Endeffekt, ja, diese ganze Flüssigsalz-
  • 19:33 - 19:37
    und Schwerwasser-Sachen, also das sind
    thermische Brüter. Im Endeffekt sind's
  • 19:37 - 19:43
    auch Brüter. Das ist das, was ich vorher
    Fuel Cycle genannt habe, also
  • 19:43 - 19:47
    Brennstoffszyklus für Uran im Endeffekt.
    Also Natururan, haben wir gesagt, hat
  • 19:47 - 19:55
    ganz, ganz viel Uran 238 drinnen. Und
    indem man quasi das Ding in den Reaktor
  • 19:55 - 20:00
    rein gibt, dann wird es mit Neutronen
    quasi beschossen. Ungefähr so kann man
  • 20:00 - 20:03
    sich's vorstellen und mit einem gewissen
    Wirkungsquerschnitt, was das ist, erkläre
  • 20:03 - 20:08
    ich später dann, in dem Fall von dem Uran
    238 mit einem Wirkungsquerschnitt von 2,7
  • 20:08 - 20:15
    Barn wird es umgewandelt zu Uran 239. Also
    die Massenzahl ändert sich. Das nimmt ein
  • 20:15 - 20:19
    Neutron auf, das Element ändert sich
    nicht, es bleibt Uran, die Anzahl der
  • 20:19 - 20:23
    Neutronen ändert sich, und damit ändert
    sich die Massenzahl von dem Ding von 238
  • 20:23 - 20:31
    zu 239. Und dann gibt es von dem aus quasi
    zwei Beta-Zerfälle, in dem Fall zwei Beta-
  • 20:31 - 20:34
    Minus-Zerfälle. Beim Beta-Minus-Zerfall
    ändert sich die Kernladungszahl also,
  • 20:34 - 20:39
    Entschuldigung, die Zahl der Protonen im
    Kern also die Ordnungszahl ändert sich.
  • 20:39 - 20:43
    Und das ist aus dem Buch, das ich vorher
    referenziert habe, bei der anderen Grafik,
  • 20:43 - 20:48
    bei der Spaltungsgrafik. Und da ist ein
    Druckfehler drin. Das ist es No, das heißt
  • 20:48 - 20:54
    Np, das heißt Neptunium. Das heißt, wir
    brüten uns aus Uran 238 Natururan
  • 20:54 - 20:58
    irgendwie mit einem Neutron, das kommt,
    Uran 239, da macht es 2 Beta-Minus-
  • 20:58 - 21:03
    Zerfälle und dann kommt es auf Plutonium
    239. Und damit kann man schöne Waffen
  • 21:03 - 21:07
    bauen. Das ist, was man brüten nennt. Man
    erbrütet sich etwas in einem Reaktor, was
  • 21:07 - 21:13
    man haben will und generiert Energie dabei
    auch noch. Und das Gleiche gibt's auch für
  • 21:13 - 21:20
    Thorium. Im Endeffekt ist da das, was wir
    Fertile Isotop nennen, aus irgendwas, ein
  • 21:20 - 21:26
    Stoff, den man bebrüten kann quasi, ist
    dieses Thorium 232. Und das, was im
  • 21:26 - 21:30
    Endeffekt hier dann zum Spalten kommt
    wirklich, ist nicht das Thorium selber,
  • 21:30 - 21:34
    sondern in dem Fall, das ist Uran 239,
    das, was dann quasi gespalten wird und
  • 21:34 - 21:38
    Energie produzieren kann. Oder Energie
    produzieren können die anderen auch, aber
  • 21:38 - 21:42
    das, was halt efizient gespalten werden
    kann. So kann man es sich vorstellen.
  • 21:42 - 21:46
    Diese beiden Zyklen sind relativ wichtig,
    weil ich dann nachher noch erklären werde,
  • 21:46 - 21:50
    was das Problem dann mit Plutonium ist,
    wenn man überlegt, wie man die recyceln
  • 21:50 - 21:56
    kann, diese Sachen. Ich habe vorhin schon
    gesagt, dass wir relativ große Inventarien
  • 21:56 - 22:03
    haben, was diese abgereicherten Uranmengen
    angeht, die wir so verfügbar haben. Also
  • 22:03 - 22:07
    theoretisch kann man ja hergehen und
    sagen: Okay, wir nehmen das gesamte
  • 22:07 - 22:12
    Inventar an hoch angereicherten Uran, das
    wir so haben in den Waffen und machen Down
  • 22:12 - 22:15
    Blending, also mischen es mit diesem
    abgerechneten Uran und dann haben wir
  • 22:15 - 22:19
    irgendwie etwas, was halt dann quasi in
    den Reaktor reinkam, also so etwas wie LEU
  • 22:19 - 22:24
    zum Beispiel, also Low Enriched Uranium.
    Und mit dem kann man ja einen Reaktor
  • 22:24 - 22:27
    betreiben und Energie produzieren. Also
    hat man eigentlich so zwei Fliegen mit
  • 22:27 - 22:32
    einer Klappe. Man hat das Uran nicht mehr
    rumliegen sinnlos. Oder wie es die USA
  • 22:32 - 22:36
    machen, die verkaufen es an Russland für
    teure Gelder. Was die damit machen, weiß
  • 22:36 - 22:40
    ich auch nicht, also Munition produzieren
    ist eine Sache, was man damit machen kann.
  • 22:40 - 22:44
    Man kann es auch gut für Verwenden zum
    Abschirmen quasi. Also wenn man jetzt
  • 22:44 - 22:47
    große Lager von radioaktivem Irgendwas
    hat, dann kann man abgereichertes Uran
  • 22:47 - 22:49
    sehr gut nehmen, weil es einfach eine so
    hohe Ordnungszahl hat und dementsprechend
  • 22:49 - 22:56
    einfach ein guter Schild ist, also eine
    gute Abschirmung quasi. Das heißt, wir
  • 22:56 - 23:03
    haben vorher gesagt, wir haben so 1500
    Tonnen von unserem hoch angereichertes
  • 23:03 - 23:07
    Uran in diesen Warheads rumstehen. Daraus
    könnte man theoretisch so 40 000 Tonnen
  • 23:07 - 23:10
    Low Enriched Uranium machen oder
    vielleicht sogar ein bisschen mehr, je
  • 23:10 - 23:13
    nachdem, zu wie viel Prozent man das
    machen möchte. Und Low habe ich gesagt,
  • 23:13 - 23:18
    ist kleiner als 20 Prozent Uran 235. Aber
    Reaktoren laufen so bei 2 bis 4 Prozent
  • 23:18 - 23:26
    auch ganz gut. Da kann man schon noch mehr
    down blenden und so ein Druckwasserreaktor
  • 23:26 - 23:32
    hat ungefähr Energien im Brennstoff, die
    da drin steckt, sind so 40 Gigawatt Tage
  • 23:32 - 23:39
    pro Tonne. Also pro Tonne von diesem
    Brennstoff produziert das Kraftwerk pro
  • 23:39 - 23:45
    Tag so und so viel Gigawattstunden oder
    Gigawatttage. Und wenn man das halt
  • 23:45 - 23:51
    überlegt, dann kommen ungefähr 40 00 Jahre
    für ein durchschnittliches Kraftwerk, das
  • 23:51 - 23:57
    so bei einem Gigawatt ungefähr an Leistung
    läuft. Und das ist schon viel, also das
  • 23:57 - 24:03
    sind nur diese Dinger, von denen wir
    vorher gesprochen haben. 1340 oder 1300,
  • 24:03 - 24:08
    was es sind. Tonnen, die da quasi in
    diesen nuklearen Warheads drin sind, die
  • 24:08 - 24:14
    da offiziell gelistet sind und offiziell
    da existieren. Ich bin mir sicher, es gibt
  • 24:14 - 24:22
    mehr, aber das sind die Zahlen, die man so
    bekommt. Und das Uran ist nicht wirklich
  • 24:22 - 24:29
    unser Problem. Das Problem, das wir haben,
    ist im Endeffekt das Plutonium. Wir haben
  • 24:29 - 24:35
    uns ja vorher angeschaut, irgendwie, wie
    viel da ungefähr ziviles und militärisches
  • 24:35 - 24:40
    Plutonium quasi rumliegt. Und das ist
    jetzt eine andere Quelle, die halt andere
  • 24:40 - 24:43
    Zahlen gibt. Und wie gesagt vorher, ich
    kann nicht genau sagen, wie viel jetzt
  • 24:43 - 24:48
    wirklich genau rumliegt, sondern das sind
    halt nur Schätzungen in beiden Richtungen.
  • 24:48 - 24:56
    Aber wir sind immer zwischen 200 und 500
    Tonnen, würde ich mal sagen, das ist so
  • 24:56 - 25:00
    ganz gutes Estimate. Und was machen wir
    mit dem Plutonium jetzt? Also das Uran
  • 25:00 - 25:02
    können wir down blenden, also da können
    wir das depleted Uranium, das
  • 25:02 - 25:08
    abgereicherte Uran nehmen, das wir
    rumliegen haben und dann bauen wir es
  • 25:08 - 25:12
    wieder im Reaktor ein. Aber dann bauen wir
    uns eigentlich neues Plutonium, wenn man
  • 25:12 - 25:17
    sich genau überlegt. Wir haben ja vorhin
    gesehen, was da passiert, quasi wenn man
  • 25:17 - 25:24
    halt auf das Uran 238 die Neutronen drauf
    schmeißt, dann wird es Uran 239 und macht
  • 25:24 - 25:28
    zwei Beta-Zerfälle und es ist wieder
    Plutonium 239. Das heißt, wir generieren
  • 25:28 - 25:35
    Neues statt irgendwie... Also, das ist
    eine Nullrechnung, im Endeffekt. Wir tun
  • 25:35 - 25:42
    zwar die einen Warheads quasi verbrauchen.
    Aber wir bauen jetzt ja neue, also mit
  • 25:42 - 25:46
    Uran und Plutonium, das man verwenden
    kann. Und es ist ja nicht Sinn der Sache
  • 25:46 - 25:54
    im Endeffekt das zu machen. Also was
    machen wir jetzt? Wir brauchen im
  • 25:54 - 26:00
    Endeffekt ist irgendwie ein Brennstoff-
    Zyklus, der dieses Uran einfach nicht
  • 26:00 - 26:09
    darin hat, wo es nicht vorkommt. Ich habe
    vorher gesagt, dass ich erklären werde was
  • 26:09 - 26:12
    diese Neutronen-Querschnitte, diese
    Wirkungsquerschnitte sind. Im Endeffekt
  • 26:12 - 26:17
    hat so ein Reaktor ja nicht nur eine, also
    die Neutronen im Reaktor haben nicht
  • 26:17 - 26:22
    überall die gleiche Energie. Die sind,
    kommt nachher noch n bisserl ne Übersicht,
  • 26:22 - 26:28
    irgendwie. Aber es gibt so eine
    Wahrscheinlichkeit, dass ein Neutronen mit
  • 26:28 - 26:32
    einer Energie X daherkommt, quasi einen
    Spaltungsprozess oder einen einfachen
  • 26:32 - 26:38
    Prozess initiiert. Und der ist wirklich
    stark energieabhängig. Man sieht diese
  • 26:38 - 26:44
    blaue Kurve, das Uran 238. Diese Schönen
    auf Abstand, das sind Oszillationen, die
  • 26:44 - 26:48
    Kerneanregungzustände sind, im Endeffekt.
    Da möchte man natürlich nicht hin, weil
  • 26:48 - 26:53
    man weiß ja nicht, wenn das Neutron nur
    ein bissel Energie Änderungen hat, dann
  • 26:53 - 26:59
    ändert sich die Reaktorleistung massiv. Weil da dann ganz
    andere Raten von Spaltungen existieren.
  • 26:59 - 27:08
    Das heißt, man möchte nun im Bereich sein,
    denn wir den Thermischen Bereich nennen,
  • 27:08 - 27:18
    sprich Energien von so 10 hoch minus 3
    Megaelektronenvolt, 0,025 Elektronenvolt
  • 27:18 - 27:23
    ungefähr. Da unten steht
    Megaelektronenvolt, Elektronenvolt ist
  • 27:23 - 27:29
    eine Energieeinheit. Für Physiker, die mit
    kleinen Energiemengen arbeiten, ist es
  • 27:29 - 27:33
    wesentlich bequemer, als mit Joule zu
    arbeiten, weil ein Elektronenvolt sind so
  • 27:33 - 27:38
    ungefähr 10 hoch minus 19 Joule und das
    ist zu wenig, um ständig diese ganzen
  • 27:38 - 27:42
    Zehnerpotenzen mitzuschleppen. Deswegen
    bauen wir uns dann SI-Systeme wo man halt
  • 27:42 - 27:48
    die Zehnerpotenzen weg haben und nehmen
    dann Faktoren mit, damit es einfacher
  • 27:48 - 27:54
    geht. Aber das ist halt Megaelektronenvolt
    ist die Energieeinheit hier auf der
  • 27:54 - 28:01
    X-Achse und auf der Y-Achse haben wir
    etwas, das sich diese sogenannten barns,
  • 28:01 - 28:07
    also ein barn ist 10 minus 24
    Quadratzentimeter, oder10 hoch minus 28
  • 28:07 - 28:15
    Quadratmeter Fläche, die so etwas
    ähnliches ist wie die Wahrscheinlichkeit,
  • 28:15 - 28:24
    dass diese Reaktion stattfindet, bei der
    Energie von den Neutronen. Okay. Und Barn
  • 28:24 - 28:27
    heißt es noch aus Los Alamos-Zeiten. Barn
    ist die Wahrscheinlichkeit für 'ne
  • 28:27 - 28:31
    bestimmte Reaktionen gewesen und deswegen
    haben sie das barn genannt, außerdem war
  • 28:31 - 28:35
    es so schön Security by Obscurity, denn
    was man barn nennt, das hat nicht so viel
  • 28:35 - 28:41
    Kontext mit Atomen. Deswegen kann man das
    nehmen. Aber was wir hier sehen, ist im
  • 28:41 - 28:44
    Endeffekt, wir haben auch sehr viel
    Unterschiede, und zwar Größenordnungen von
  • 28:44 - 28:48
    Unterschieden in unseren
    Wirkungsquerschnitten für das Uran 238
  • 28:48 - 28:53
    versus die Sachen, die uns dann wirklich
    interessieren. Zum Beispiel das Plutonium,
  • 28:53 - 28:58
    in unserem Fall zum Beispiel. Und ich
    glaube, ich habe keinen Laserpointer,
  • 28:58 - 29:03
    aber, die Obere Kurve, ist nicht parallel
    in irgendeiner Form. Das eine geht runter,
  • 29:03 - 29:09
    schön langsam, und dann gibt es so eine
    Oszillation in dem Plutonium, zum
  • 29:09 - 29:14
    Beispiel, in dem Wirkungsquerschnitt. Und
    wenn man sich vorstellt, dass wir dieses
  • 29:14 - 29:17
    Mischoxid hier hatten; wir können
    Brennstoff bauen aus ein bisschen
  • 29:17 - 29:24
    Plutonium 239 und der Rest des Urans 238
    zum Beispiel. Dann kann man sehen, wenn
  • 29:24 - 29:29
    man das mischt, dann muss man verschiedene
    Zonen im Reaktor haben, wo die Neutronen
  • 29:29 - 29:33
    unterschiedlich sind, was gut
    funktioniert, wenn man Zonen hat, wo man
  • 29:33 - 29:36
    sie wirklich trennen kann. Aber Mischoxid,
    sagt der Name schon, dass irgendwas,... da
  • 29:36 - 29:40
    hat man da ein bisschen Plutonium und da
    ein bisschen Uran, sondern das ist halt
  • 29:40 - 29:46
    ein gemischtes Oxid, wo man in einem
    Brennstoff beide Sachen hat. Also wie
  • 29:46 - 29:55
    macht man das? Das ist der Grund, warum es
    schwierig ist. Und wir haben ja vorher
  • 29:55 - 30:00
    gesagt, das ist dieser Brutprozess, den
    wir haben und das Baut uns das Urans 239
  • 30:00 - 30:06
    wieder auf und das wollten wir eingentlich
    abbauen oder weniger daraus machen. Und so
  • 30:06 - 30:13
    geht es nicht. Und als Alternative gibt es
    diesen Thorium-Zyklus, der deswegen auch
  • 30:13 - 30:19
    relativ interessant ist, weil diese ganzen
    thermalen Flüssiggas-Reaktoren damit
  • 30:19 - 30:24
    arbeiten. Oder zumindest gab es relativ
    viel Forschung bis in die sechziger Jahre
  • 30:24 - 30:29
    und dann wurden die ganzen schnellen
    Brüter, also das Prinzip ist ähnlich. Das
  • 30:29 - 30:32
    eine arbeitet mit Thermischen Neutronen,
    also mit langsameren, weniger
  • 30:32 - 30:36
    energiereichen Neutronen als diese
    schnellen Brüter. Die haben andere
  • 30:36 - 30:43
    Wirkungsquerschnitte für die Sachen, die
    wir uns erbrüten wollen oder wollten, im
  • 30:43 - 30:47
    Kalten Krieg. Damals war das Ziel, lasst
    uns möglichst schnell möglichst viel
  • 30:47 - 30:50
    hochangereichertes Uran bauen und lasst
    uns, möglichst schnell und möglichst viel
  • 30:50 - 30:56
    Plutonium 239 generieren, damit wir unsere
    Waffen befüllen können. Und deswegen war
  • 30:56 - 31:01
    diese Variante die größte Zeit einfach
    überhaupt nicht interessant für egal wen.
  • 31:01 - 31:08
    Und wenn man es sich jetzt überlegt, dass
    im Endeffekt, was diesen Thorium Zyklus
  • 31:08 - 31:11
    angeht, kriegen wir das Plutonium jetzt
    nicht auch weg. Aber im Endeffekt haben
  • 31:11 - 31:15
    wir dann einen Zyklus, wo es nicht neu
    generiert wird. Das ist schon mal ein
  • 31:15 - 31:20
    guter Anfang. Das heißt, wir müssen uns
    überlegen: könnte man vielleicht irgendwie
  • 31:20 - 31:28
    in diesen Thorium Zyklus einsteigen und
    daraus ein Brennstoff bauen, der das
  • 31:28 - 31:35
    Thorium nimmt und damit arbeitet und auch
    dieses Plutonium 239 nimmt, und das
  • 31:35 - 31:41
    mitverwertet oder mitverarbeitet. Dazu
    braucht man einfach einen Reaktor, der so
  • 31:41 - 31:48
    was kann. Und so etwas gibt's nicht
    wirklich. Also theoretisch müssen wir uns
  • 31:48 - 31:52
    eigentlich überlegen, das, für das was wir
    machen, müssten wir und eigentich einen
  • 31:52 - 31:56
    eigenen Reaktortyp bauen. Wir müssen den
    Reaktor bauen, der uns im Endeffekt das
  • 31:56 - 32:03
    Plutonium abbaut. Und das ist schwierig,
    weil diese Wirkungsquerschnitte für dieses
  • 32:03 - 32:08
    Plutonium, also wenn man das spalten will,
    die sind in einem komischen Bereich, den
  • 32:08 - 32:10
    man wirklich nicht benutzen will,
    eigentlich. Also das ist wirklich
  • 32:10 - 32:15
    schwierig zu erhalten in einem normalen
    Kernreaktor. Diese schnellen Brüter
  • 32:15 - 32:24
    arbeiten zum Beispiel in diesen
    Größenordnungen. Also die rote Kurve. Das
  • 32:24 - 32:28
    ist die für den schnellen Brüter. Und das
    ist das wo das Plutonium es schön
  • 32:28 - 32:32
    kuschelig hat und es sich Spalten möchte.
    Aber da wo die normalen
  • 32:32 - 32:37
    Druckwasserreaktoren arbeiten? Also diese
    Pressure Bottle Reactors, in dem
  • 32:37 - 32:41
    Thermischen Bereich, da macht es
    eigentlich quasi gar nichts. Also da
  • 32:41 - 32:46
    bleibt das Plutonium 239 einfach das, was
    es vorher auch war, und liegt halt da rum.
  • 32:46 - 32:53
    Und die Lösung ist im Endeffekt eh schon
    eingezeichnet. Aber das ist die Abkürzung,
  • 32:53 - 32:57
    die müssen wir aufklären. Das ist das
    TMSR. Also, ich bin mit ehemaligen
  • 32:57 - 33:02
    Kollegen dagesessen gestern, und wir haben
    uns überlegt, was könnte man eigentlich
  • 33:02 - 33:08
    machen, wenn man mal wieder so ein schönes
    Gedankenexperiment macht, in dem man sich,
  • 33:08 - 33:12
    ohne ins technische Detail gehen zu
    müssen, theoretisch überlegt. Was bräuchte
  • 33:12 - 33:17
    man theoretisch, dass man sowas bauen
    kann? Theoretisch bräuchte man einen
  • 33:17 - 33:21
    Reaktor, wo man verschiedene
    Neutronentemperaturen hat, also eine
  • 33:21 - 33:25
    schnelle Zone, also eine Zone mit den
    höheren Energien von den Neutronen und hat
  • 33:25 - 33:30
    eine andere Zone, wo es langsamer ist. Und
    es ist so, dass es in keinem Kernreaktor,
  • 33:30 - 33:37
    immer gleich ist. Das kann man schon ganz
    gut steuern. Und die Überraschung ist,
  • 33:37 - 33:42
    dass es auch gemacht wird. Also quasi auf
    diese Folie nochmal zurück. Diese TMSR-
  • 33:42 - 33:45
    Reaktoren sind Neuentwicklungen oder neue
    Gedankengüter, wie man solche Reaktoren
  • 33:45 - 33:51
    bauen kann. Und wenn man sich überlegt,
    wie man sowas bauen könnte, theoretisch.
  • 33:51 - 33:56
    Da muss man sich überlegen, wie alle
    Kernbeladungsplanungen ablaufen. In der
  • 33:56 - 34:01
    Theorie zumindest an den Unis. Man nimmt
    einfach MCNP... dazu... in der nächsten
  • 34:01 - 34:07
    Folie nochwas. Aber diese Reaktoren, wo
    ganz viel verschiedene Brennstoffe
  • 34:07 - 34:12
    Materialien quasi verarbeitet werden, die
    gibt es schon sehr wohl. Also der TRIGA-
  • 34:12 - 34:18
    Reaktor zum Beispiel. Mein spezieller
    Freund in Wien, wunderschönes Ding, hat
  • 34:18 - 34:22
    das gleiche Problem. Das ist in den 60er
    Jahren gebaut worden, wo HEU noch wirklich
  • 34:22 - 34:25
    kein Problem war, wo Proliferation kein
    Thema war. Wo man einfach hoch
  • 34:25 - 34:29
    angereichertes Uran reinschmeißt in den
    Reaktor, und heutzutage wird es halt
  • 34:29 - 34:33
    einfach nicht mehr gemacht, weil man hat
    einfach Angst, wenn man die Brennstäbe im
  • 34:33 - 34:37
    Keller liegen hat, dass dann wer kommt und
    die holt. Das möchte man einfach nicht
  • 34:37 - 34:41
    haben, man möchte kein waffenfähiges Uran
    herumliegen haben, mit einem Kernreaktor,
  • 34:41 - 34:45
    der für Forschungszwecke ausgelegt ist.
    Das ist ein Sicherheitsproblem, ist
  • 34:45 - 34:52
    einfach nicht lustig. In Wien können wir
    das einfach nicht machen, weil's halt Wien
  • 34:52 - 34:53
    ist.
    Gelächter
  • 34:53 - 34:58
    Julia: Entschuldigung. Auf jeden Fall
    gibts diese Problematik, hat man sich in
  • 34:58 - 35:00
    Wien auch gehabt, dass wir halt überlegt
    haben, okay, wie können wir den Reaktor
  • 35:00 - 35:04
    trotzdem fahren, obwohl wir das ganze HEU
    halt nicht mehr haben oder halt nur mehr
  • 35:04 - 35:10
    diese paar gekennzeichneten
    Hochangereicherten Brennstäbe überhaupt
  • 35:10 - 35:14
    existieren. Und was man da macht, im
    Endeffekt ist, da macht man Simulationen
  • 35:14 - 35:21
    mit MCNP. Das ist Monte Carlo-Code aus Los
    Alamos, der weitverbreitet für alle solche
  • 35:21 - 35:25
    Neutronen-Sachen verwendet wird. Also man
    baut sich den Reaktor nach, und dann
  • 35:25 - 35:31
    überlegt man genau, welche Zusammensetzung
    in welchen Brennstäben wo Reflektoren
  • 35:31 - 35:35
    sind, wo biologische Schilde etc., muss
    man sich überlegen und wirklich nachbauen.
  • 35:35 - 35:40
    Und das ist ein altes Ding von mir. Das
    ist der Triggerreaktor in MCNP, wo wir
  • 35:40 - 35:43
    überlegt haben, ob man quasi eine von
    diesen Brennstäben austauschen können
  • 35:43 - 35:48
    durch irgendwie was, das niedrig
    angereichert ist. Und genauso muss man es
  • 35:48 - 35:55
    auch machen mit diesen Thorium und
    Plutonium gemischten Kernen. Und die
  • 35:55 - 35:58
    Lösung ist im Endeffekt, dass man in der
    Mitte einen Bereich macht, in dem man
  • 35:58 - 36:05
    wirklich Neutronen haben mit einem sehr
    hohen, mit höheren Energien. Und auf dem
  • 36:05 - 36:09
    Weg zum Rand hin hat, wenn man quasi eine
    Brutzone macht mit dem Thorium. also
  • 36:09 - 36:15
    Protonen im Innern, Protonen außen, und
    dann theoretisch verbrennen wir unser
  • 36:15 - 36:23
    Plutionum 239, und bauen da Energie draus.
    Aber das Problem ist halt, was macht es
  • 36:23 - 36:26
    für eine Reaktion? Des spaltet und...
    also, nicht nur, diese Kamelhöcker-Kurve,
  • 36:26 - 36:32
    also das gibt dann Bruchteile, von
    irgendwelchen Elementen, die statistisch
  • 36:32 - 36:36
    verteilt sind, das ist eine Kurve, die
    aussieht wie ein Kamelhöcker, deswegen
  • 36:36 - 36:40
    heißt sie Kamelhöckerkurve mit den
    Bruchstücken der Ordnungszahl auf der
  • 36:40 - 36:45
    X-Achse. Aber da gibt es genauso immer
    wieder diese einfachen Reaktionen. Und was
  • 36:45 - 36:51
    wir uns wirklich einkaufen mit dem, ist
    halt, wir produzieren Plutonium 240 aus
  • 36:51 - 36:57
    Plutonium 239. Also die X-Achse da oben
    sind Jahre. Dieser theoretischer Reaktor
  • 36:57 - 37:02
    muss soundsoviel Jahre, also Jahrzehnte in
    diesem Fall laufen, damit wir uns das
  • 37:02 - 37:06
    Plutionium irgendwie wegbringen,
    wegspalten. Das wird halt gespalten,
  • 37:06 - 37:11
    produziert Energie, und ein anderer Teil,
    der kommt aus dem Wirkungsquerschnitt
  • 37:11 - 37:17
    dann, von den Neutronen, die wir dann
    haben, im Endeffekt, in dem Reaktor,
  • 37:17 - 37:21
    produzieren wir uns halt ein anderes
    Plutonium. Dann haben wir das gleiche
  • 37:21 - 37:25
    Problem von vorne, ja. Also im Endeffekt
    nicht wirklich, weil das ist nicht so gut
  • 37:25 - 37:28
    spaltbar wie das Plutonium 239 und
    dementsprechend ist es nicht geeignet, um
  • 37:28 - 37:32
    Waffen zu bauen. Aber es ist halt trotzdem
    radioaktiv, ja? Es ist halt genauso ein
  • 37:32 - 37:39
    Alphastrahler und hat eine Halbwertszeit
    von 6000 Jahren oder so. Also theoretisch
  • 37:39 - 37:46
    kann man auch das waffenfähige Plutionium
    weg bauen und Energie produzieren als
  • 37:46 - 37:51
    Nebenprodukt. Aber man kauft sich deswegen
    andere Probleme ein. Und ich weiß nicht ob
  • 37:51 - 37:56
    Plutonium 240 so viel besser ist, also
    proliferationstechnisch auf jeden Fall,
  • 37:56 - 38:01
    das ist ein großer Vorteil davon. Aber
    bringt es was irgendwie, was die
  • 38:01 - 38:09
    Abfallwirtschaft angeht? Weil wir
    produzieren schon wieder neuen Abfall. Das
  • 38:09 - 38:13
    haben wir letztes mal im Camp auch schon
    besprochen, bei diesem schönen Vortrag
  • 38:13 - 38:17
    über wie, welche "Toten pro
    Terrawattstunde", welche Energieformen man
  • 38:17 - 38:20
    nimmt im Endeffekt; es wird immer Abfall
    geben. Dieser Abfall ist nirgends
  • 38:20 - 38:25
    eingerechnet, in keinen
    Stromgestehungskosten oder ähnliche Sachen
  • 38:25 - 38:29
    eingerechnet, was im Endeffekt der Abfall
    kostet oder was man damit machen soll? Die
  • 38:29 - 38:34
    Frage ist halt, ist Plutonium 240 so viel
    besser als Plutonium 239, wenn es um
  • 38:34 - 38:37
    Abfall geht, also nicht, wenn es um
    Proliferation geht. Da ist es
  • 38:37 - 38:43
    unbestritten. Aber wenn es echt darum
    geht, was machen wir damit? Was machen mit
  • 38:43 - 38:49
    dem ganzen Abfall? Das ist schon eine
    traurige Überlegung, einfach. Und wenn man
  • 38:49 - 38:56
    sich anschaut, wir haben jetzt so schön,
    dieses "Megatons-to-Megawatt"-Programm
  • 38:56 - 39:03
    gehabt. Aber es ist nicht so, dass die
    Inventarliste jetzt quasi so super klein
  • 39:03 - 39:09
    geworden sind. Und wenn man sich genau so,
    wie ich vorhin schon gesagt habe, China
  • 39:09 - 39:14
    anschaut oder auch Indien, dann sieht man
    da, dass die im Endeffekt aufrüsten und
  • 39:14 - 39:18
    nicht abrüsten. Die Frage ist, in welche
    Richtung es geht. Also haben wir das
  • 39:18 - 39:24
    gleiche Problem, dann so aus den 50ern
    verschoben, im Endeffekt. Und ich habe
  • 39:24 - 39:28
    halt die Theorie, dass ganz viele
    Kernkraftwerke nur deswegen laufen, damit
  • 39:28 - 39:32
    wir quasi neues Plutonium und neues,
    waffenfähiges Uran produzieren können,
  • 39:32 - 39:36
    weil das funktioniert halt nur in
    Brutreaktoren. Und man kann das Zeug zwar
  • 39:36 - 39:41
    auch kaufen, aber es gibt ja schon Länder,
    die das nicht gern hergeben, weil es jetzt
  • 39:41 - 39:50
    schon so ein Machtding ist. Irgendwie. Und
    ich glaube, ich spiele lieber Schach oder
  • 39:50 - 39:54
    Go als irgendwie diesen globalen
    thermonuklearen Krieg. Und ich glaube
  • 39:54 - 39:58
    nicht, dass wir Lösungen für das
    Abfallproblem. Und ich glaube, das ganze
  • 39:58 - 40:01
    Abfall-Ding sollten wir vielleicht nochmal
    in einem ganz anderen Kontext vielleicht
  • 40:01 - 40:05
    nochmal diskutieren. Aber das ist echt
    etwas, was hier wirklich zu weit führt,
  • 40:05 - 40:09
    das kann ich nicht machen in einer Stunde.
    Das ist so komplex, das Thema. Das hier
  • 40:09 - 40:16
    war ja auch wirklich nur ein oberflächlich
    angekratzter Abschnitt, wie man das macht,
  • 40:16 - 40:24
    aber so ungefähr könnt's funktionieren.
    Vielen Dank. Das war's auch schon.
  • 40:24 - 40:29
    Applaus
  • 40:29 - 40:36
    Herald: Vielen Dank, Julia. Wenn ihr
    Fragen habt - oh, das Internet winkt schon
  • 40:36 - 40:43
    - wenn ihr Fragen habt; ich meine
    Mikrofone eins bis acht zu sehen. Stellt
  • 40:43 - 40:49
    euch da gemütlich in einer Schlange an und
    fragt eure Fragen. Derweil, während ihr
  • 40:49 - 40:53
    euch da vorbereitet, hatten wir vorhin
    schon mal kurz darüber gesprochen. Du
  • 40:53 - 40:58
    hattest es gerade eben angesprochen. Es
    gibt noch, sagen wir mal, einen Folge-
  • 40:58 - 41:01
    Talk, wollen wir das vielleicht mal
    nennen, über eben das Abfallproblem.
  • 41:01 - 41:05
    Julia: Also ich glaube, man könnte über
    zwei große Sachen nochmal sprechen. Das
  • 41:05 - 41:09
    eine ist das Abfallzeug, das andere ist
    Proliferation generell. Da kann man,
  • 41:09 - 41:12
    glaube ich, auch nochmal Stunden füllen.
    Das ist irgendwie so ein Ding, das man
  • 41:12 - 41:16
    ewig diskutieren kann, aber ja, auf jeden
    Fall, aber vielleicht nicht nur im
  • 41:16 - 41:21
    nuklearen Kontext. Ich werde immer in
    die... ja, ich konnte mir die Kritik
  • 41:21 - 41:24
    gefallen lassen, dass ich als
    Reaktorphysikerin natürlich total biased
  • 41:24 - 41:30
    bin, was Atomenergie angeht, dass ich das
    super finde und sowas. Ich sag's mal
  • 41:30 - 41:35
    realistisch: es ist nicht die beste
    Energieform, wenn es um Sachen geht wie
  • 41:35 - 41:39
    Abfall. Aber wenn es um Sachen wie
    CO2-Neutralität geht, schaut die Sache
  • 41:39 - 41:42
    anders aus. Die Frage ist - die habe ich
    im Camp auch schon gestellt - die Frage
  • 41:42 - 41:46
    ist, worauf man optimieren will, ja.
    Möglichst billig sein, möglichst wenig CO2
  • 41:46 - 41:49
    oder möglichst wenig Abfall oder möglichst
    wenig negative Emotionen?
  • 41:49 - 41:56
    Herald: Auch darüber haben wir uns vorhin
    unterhalten. Ein spannendes Thema. Man
  • 41:56 - 42:00
    kann über Kernenergie denken, was man
    will. Aber ich glaube, wir sind zumindest
  • 42:00 - 42:06
    bei der atomaren Abrüstung definitiv alle
    einer Meinung. Fangen wir an. Mikrofon
  • 42:06 - 42:09
    Nr.1.
    Mikrofon 1: Danke für den Vortrag. Meine
  • 42:09 - 42:15
    Frage wäre: Das angereicherte Uran war ja
    irgendwann mal nicht angereichert. Könnte
  • 42:15 - 42:20
    man es nicht auch irgendwie verteilen,
    sodass es deswegen nicht mehr
  • 42:20 - 42:23
    angereichertes und kein Problem mehr
    darstellt?
  • 42:23 - 42:28
    Julia : Was meinst du mit verteilen?
    Mik 1: Naja, halt sehr wenige Mengen sehr
  • 42:28 - 42:33
    dünn verteilen und das dann im Prinzip
    umwelttechnisch unbedenklich wäre.
  • 42:33 - 42:36
    Julia: Du meinst sowas wie Natur-Uran,
    wäre es dann halt wieder.
  • 42:36 - 42:39
    Mik 1: Genau.
    Julia: Ja, also das gibt's ja. Es liegt in
  • 42:39 - 42:43
    der Erde. lacht ... Also, im Endeffekt:
    abgereichert und angereichert. Die Leute
  • 42:43 - 42:48
    glauben immer, da ist mehr Uran drin. Aber
    das ist ja Blödsinn; ein einziges Isotop
  • 42:48 - 42:54
    ist da in einem anderen Verhältnis drin.
    Es ist mehr Uran 235 in dem hoch
  • 42:54 - 42:57
    angereicherten, als in dem niedrig
    angereicherten, oder in dem depleted. Und
  • 42:57 - 43:01
    im Endeffekt macht man ja genau das, was
    ich vorher gesagt habe, mit Downblending:
  • 43:01 - 43:06
    man nimmt das hohe und das depleted und
    mischt es wieder zusammen und im
  • 43:06 - 43:11
    Endeffekt, also es werden ja jetzt, außer
    im Reaktor, nicht wirklich Nuklide oder,
  • 43:11 - 43:15
    Entschuldigung, Isotope, vernichtet oder
    erzeugt. Also im Reaktor schon, aber
  • 43:15 - 43:18
    nicht, wenn man anreichert. Anreichern
    ist, wenn man etwas mit Zentrifugen...
  • 43:18 - 43:24
    also es ist ein Massentrennungsverfahren.
    Also wirklich mit... Zentrifuge, ne...
  • 43:24 - 43:29
    also, bisschen komplizierter ist des
    schon. Es ist ein Massentrennungseffekt.
  • 43:29 - 43:34
    Und die kann man einfach wieder mischen,
    die Dinger. Also, einfach nicht, aber...
  • 43:34 - 43:38
    man kann sie mischen, ja. Und dann macht
    man halt das, das Uran was man aus der
  • 43:38 - 43:43
    Erde geholt hat, also nicht das Oxid
    selber, ja, sondern das aufbereitete
  • 43:43 - 43:47
    wieder herstellt. Und dann könnte man es
    wieder eingraben und dann wäre es in der
  • 43:47 - 43:50
    Erde drin und dann wäre es genauso wie
    vorher, also bevor wir überhaupt geschürft
  • 43:50 - 43:55
    haben. Was natürlich auch nicht stimmt,
    ja, aber so ungefähr kann man sich das
  • 43:55 - 43:57
    vorstellen. Wenn das die Farge
    beantwortet.
  • 43:57 - 44:00
    Mik 1: Ja, die Frage wäre, warum wird denn
    das nicht gemacht?
  • 44:00 - 44:04
    Julia: Es wird ja gemacht, indem wir
    sagen, wir machen jetzt diese "Megatonnen-
  • 44:04 - 44:07
    zu-Megawatt"-Programme zum Beispiel. Also,
    es gibt auch schon ein Folgeprogramm zu
  • 44:07 - 44:11
    dem. Aber es ist auch schon so, dass nicht
    jeder Staat auch will, dass sein Uran
  • 44:11 - 44:15
    nimmer da ist oder dass so sein
    waffenfähiges Uran weg ist. Also es ist
  • 44:15 - 44:20
    nicht so, dass alle Staaten jetzt sagen,
    wir wollen jetzt alles, was wir da haben,
  • 44:20 - 44:26
    abbrechen, oder wieder downblenden und
    wieder eingraben. Und wenn es so wäre,
  • 44:26 - 44:30
    dann könnte man es machen. Im Endeffekt
    ja. Das wäre möglich.
  • 44:30 - 44:35
    Herald: Danke. Das Internet...?
    Internet: Danke. Ich habe einen ganzen
  • 44:35 - 44:39
    Fragenkomplex rund um die entstehende
    Wärme. Wohin mit der ganzen Wärme? Und
  • 44:39 - 44:43
    wirkt sich das auf die Erderwärmung aus?
    Gibts da Überlegungen zu? Und wie verhält
  • 44:43 - 44:45
    sich die Kernspaltung zur Kernfusion? Mit
    Blick...
  • 44:45 - 44:48
    Herald: Eine Frage nach der anderen.
    Internet: Alles... gleiches Thema...
  • 44:48 - 44:51
    Erderwärmung.
    Julia: Erderwärmung? Ich habe mir noch nie
  • 44:51 - 44:53
    überlegt... also ich habe mir schon
    überlegt, wie man Abwärme wegmachen kann.
  • 44:53 - 45:00
    Aber ich habe mir nie überlegt, inwieweit
    diese Erwärmung, die wir dadurch generiert
  • 45:00 - 45:04
    quasi, die Erderwärmung beeinträchtigt.
    Das ist eine super interessante Frage. Und
  • 45:04 - 45:06
    ich glaube, ich werd' mich nachher
    hinsetzen, also ... nicht nachher. Nachher
  • 45:06 - 45:10
    werde ich einen Cocktail trinken. Aber ich
    werde mich morgen hinsetzen und werde mal
  • 45:10 - 45:13
    versuchen, da a bissl
    Überschlagsrechnungen zu machen. Ich weiß
  • 45:13 - 45:16
    nicht, ob ich dazu in der Lage bin,
    intellektuell, aber ich werde mir da mal
  • 45:16 - 45:21
    den Christian Vogel holen und wer da Bock
    hat, sich zu beteiligen... ja... be my
  • 45:21 - 45:29
    guest. Aber die Frage ist interessant.
    Ich... weiß es nicht, aber fragt mich
  • 45:29 - 45:33
    morgen nochmal, was die Erderwärmung
    angeht. Und was war die zweite Frage, die
  • 45:33 - 45:36
    mit der Fusion... Fission... etc.?
    Internet: Wie hält sich, wie verhält sich
  • 45:36 - 45:39
    Kernspaltung zur Kernfusion mit Blick auf
    die entstehende Wärme?
  • 45:39 - 45:44
    Julia: Wir haben ja noch keine
    Fusionskraftwerke. Also die Eta und so, es
  • 45:44 - 45:48
    gibt so Prototypen. Ja, theoretisch. Aber
    worüber ich bei Fusion vorher gesprochen
  • 45:48 - 45:56
    habe, das gilt rein für Wasserstoffbomben.
    Und im Endeffekt, Fusionen, Fission, sind
  • 45:56 - 45:59
    ähnliche Prozesse, die halt einfach in
    andere Richtungen ablaufen. Es gibt diesen
  • 45:59 - 46:05
    Massendefekt, diese Kurve mit dem
    Massendefekt, quasi abhängig von der
  • 46:05 - 46:11
    Ordnungszahl, von den Elementen. Und die
    Energiedifferenz quasi zwischen dem Kern
  • 46:11 - 46:17
    als Ganzes. Also die Summe von einem quasi
    und die Summe der Teile. Das ist ja das,
  • 46:17 - 46:23
    was man quasi Bindungsenergie nennt. Und
    das ist das, was im Endeffekt frei wird,
  • 46:23 - 46:27
    wenn man das Ding spaltet oder die
    Energie, die freiwillig fusioniert. Und
  • 46:27 - 46:31
    das kommt dann drauf an, ob man leichte
    Elemente nimmt. Mit denen geht Fusion oder
  • 46:31 - 46:37
    halt Sachen mit Protonenzahl mit über 90,
    also theoretisch. Wo es anfängt, dass
  • 46:37 - 46:40
    Spaltung interessant wird. Aber es ist das
    gleiche Prinzip, es wird Energie frei, die
  • 46:40 - 46:47
    aus Bindungsenergie kommt. Im Endeffekt.
    Massendefekt. War das die Frage?
  • 46:47 - 46:51
    Internet: Ja, danke.
    Herald: Danke. Mikrofon Nummer drei steht
  • 46:51 - 46:55
    schon eine ganze Weile da.
    Mik 3: Ja okay, ich weiß jetzt nicht, ob
  • 46:55 - 47:01
    ich jetzt genau in dein Themenfeld passt,
    aber was denkst du, was gesellschaftlich
  • 47:01 - 47:07
    passieren muss, dass solche Programme wie
    Megatons to Megatwats weitergeführt werden
  • 47:07 - 47:10
    und auch in anderen Ländern umgesetzt
    werden.
  • 47:10 - 47:12
    Julia: Weltfrieden?
    Gelächter
  • 47:12 - 47:18
    Julia: Na ernsthaft, wir haben halt nicht
    unbedingt so eine friedliche Gesellschaft,
  • 47:18 - 47:22
    oder? Krieg ist irgendwie etwas
    allgegenwärtiges und ohne Krieg braucht
  • 47:22 - 47:27
    man auch keine Atombomben mehr oder keine
    Wasserstoffbomben. Und bevor das nicht der
  • 47:27 - 47:30
    Fall ist, glaube ich wird es da einfach
    keinerlei Möglichkeiten geben, ausser
  • 47:30 - 47:36
    jetzt so entweder aus finanziellen
    Interessen, weil dieses ganze Megatons zu
  • 47:36 - 47:40
    Megawatt Projekt war ja, einfach nur,
    nicht nur stimmt nicht, aber da ging es
  • 47:40 - 47:45
    nur nebenbei um diese ganze Abrüstung. Das
    muss man sich schon überlegen, genau das
  • 47:45 - 47:49
    es nicht der Haupteffekt war eigentlich
    oder das worum es ging war eigentlich im
  • 47:49 - 47:53
    Endeffekt, wir kaufen jetzt billig Uran
    ein. Und nebenbei wird unser ehemaliger
  • 47:53 - 48:00
    Feind auch noch seine ganzen Bomben los,
    das ist auch gut für uns. Aber, es ging um
  • 48:00 - 48:05
    Geld. Okay?
    Herald: Ich glaube, Mikrophonen Nummer
  • 48:05 - 48:10
    zwei war das nächste.
    Mik 2: Eine Frage: Es wird gerade so ein
  • 48:10 - 48:14
    bisschen immer wieder verkauft, dass der
    Thorium Zyklus, so der Weisheit letzter
  • 48:14 - 48:22
    Schluss, ist, wenn man eine CO2 neutrale
    und halbwegs sichere und Abfall arme
  • 48:22 - 48:25
    Nukleartechnologie möchte. Würdest du das
    so unterschreiben?
  • 48:25 - 48:31
    Julia: Es kommt auf die Firma an, die
    diesen Reaktor baut. Das ist meine ganz
  • 48:31 - 48:36
    ehrliche Antwort. Es kommt auf das Land
    an, das diesen Reaktor aufstellt, wenn die
  • 48:36 - 48:40
    großen Einfluss darauf haben, wie gebaut
    wird, unter welchen Umständen gebaut wird,
  • 48:40 - 48:45
    wie sicher gebaut wird, ob gepfuscht wird.
    Pfusch heißt nicht, jemand macht einen
  • 48:45 - 48:48
    Fehler, sondern systematische Fehler,
    gewollte Fehler.
  • 48:48 - 48:52
    Mik 2: Wenn ich kurz nochmal nachhaken
    darf: War nicht einer der Punkte von den
  • 48:52 - 48:57
    Flüssigsalzreaktoren, dass man das Salz
    immer durch den Reaktor pumpen muss? Und
  • 48:57 - 49:00
    wenn der Strom ausfällt, härtet das
    einfach aus und der Drops ist sozusagen
  • 49:00 - 49:04
    gelutscht?
    Julia: Ja, ich glaube, man müsste sich
  • 49:04 - 49:08
    einfach nur mehr technologisch überlegen,
    wie man die Reaktoren so baut, wenn man
  • 49:08 - 49:12
    sich überlegt, dass man bei den normalen -
    also normale Druckwasserreaktoren, oder so
  • 49:12 - 49:17
    Sachen, hat man auch 50 Jahre gebraucht,
    bis man sich wirklich mal überlegt hat,
  • 49:17 - 49:21
    final, wie man inhärent sicher bauen kann.
    Und inhärent sicher die narrensicher heißt,
  • 49:21 - 49:25
    das die Physik den Reaktor abschaltet wenn
    es zu heiß wird und nicht der Mensch, der
  • 49:25 - 49:29
    den Schalter drückt, sondern das Ding wird
    heiß, der Wirkungsquerschnitt geht runter,
  • 49:29 - 49:33
    weil der Dampflassen Koeffizient ist
    negativ, so wie er sein soll in einem
  • 49:33 - 49:36
    guten Reaktor. Aber, das wusste man, vor
    50 Jahren auch nicht und ich glaube, dass
  • 49:36 - 49:39
    die Technologie ist einfach noch so jung
    ist, dass man gar nicht wirklich sagen
  • 49:39 - 49:43
    kann, wie das sich entwickeln kann. Und
    ich muss auch sagen, dass solche Reaktoren
  • 49:43 - 49:48
    nicht meine Spezialität sind. Ich kann da
    sagen wie sie ungefähr funktionieren,
  • 49:48 - 49:53
    prinzipiell und auch, wie das aufgebaut
    sein muss. Aber ich glaube, die
  • 49:53 - 49:58
    Technologie ist noch nicht so weit, dass
    man viele Details klären kann. Ja, ich
  • 49:58 - 50:02
    denke mal, wenn man schon Reaktoren bauen
    muss, dann sollte man entweder die neueste
  • 50:02 - 50:07
    Generation Druckwasserreaktoren bauen in
    Ländern, die auf Sicherheit bedacht sind,
  • 50:07 - 50:12
    so wie Finnland oder Schweden oder sowas.
    Aber halt vielleicht nicht - ich weiß
  • 50:12 - 50:17
    nicht - ja, ich möchte da nicht weiter
    darüber sprechen.
  • 50:17 - 50:23
    Herald: Dankeschön. Ich glaube, dass sehr
    anonyme und im Dunkeln stattfindende
  • 50:23 - 50:28
    Mikrophon Nr. 8 hat eine Frage?
    Mik 8: Ja, also ich bin ja tatsächlich
  • 50:28 - 50:33
    etwas schockiert, hier einen Talk zu
    hören, der tatsächlich, so wie ich das
  • 50:33 - 50:38
    verstanden habe, vorschlägt, zivile
    Nutzung der Atomenergie weiter auszubauen.
  • 50:38 - 50:41
    Herald: Gut das war jetzt keine Frage.
    Julia: Nicht schon wieder, ey nicht schon
  • 50:41 - 50:44
    wieder, das ist so ein, entschuldigung,
    das triggert mich wahnsinnig, weil das
  • 50:44 - 50:49
    gleiche habe ich mir anhören dürfen bei
    meinem Vortrag auf dem Camp. Hast du denn
  • 50:49 - 50:52
    gesehen? Es gibt Aufzeichnungen, na hast
    du die dir angeschaut?
  • 50:52 - 50:56
    Mik 8: Ne ich bin jetzt hier tatsächilch
    zufällig in deinen Vortrag gestolpert.
  • 50:56 - 51:00
    Julia: Dann würde ich, würde ich dich
    bitten, dass du dir die Aufzeichnung von
  • 51:00 - 51:03
    dem Camp Vortrag "Tote pro Terawattstunde"
    ansieht.
  • 51:03 - 51:06
    Mik 8: Aber vielleicht könntest du
    zumindest nochmal kurz deine Meinung dazu
  • 51:06 - 51:11
    sagen, was denn.. Mir hat tatsächlich so
    ein Statement dazu was deine Position dazu
  • 51:11 - 51:14
    ist in deinem Vortrag gefehlt und das
    würde mich interessieren.
  • 51:14 - 51:16
    Julia: Ja, das war nicht Thema von dem
    Vortrag, sondern Thema von "Tote pro
  • 51:16 - 51:20
    Terrawattstunde". Darum ging es, also um
    nichts anderes. Die Frage ist Worauf
  • 51:20 - 51:24
    möchtest du optimieren? Du hast entweder
    billigen Strom oder Theos, also nicht
  • 51:24 - 51:29
    ausschließlich oder aber und oder.
    Billigen Strom oder CO2 neutralen Strom
  • 51:29 - 51:33
    oder möglichst wenig Abfall? Oder.. Da
    gibt es einfach so bestimmte Parameter,
  • 51:33 - 51:36
    nach denen du optimieren kannst. Und
    Deutschland.. muss ich mal zusammen
  • 51:36 - 51:40
    fassen.. Wie viel Zeit haben wir noch?
    Haben wir noch drei Minuten?
  • 51:40 - 51:43
    Herald: Ja.
    Julia: Deutschland ist ein Organismus, der
  • 51:43 - 51:47
    bezieht seinen Strom großenteils aus
    Kohlekraftwerken. Dann haben wir noch
  • 51:47 - 51:51
    ziemlich viele erneuerbare Energien
    gottseidank. Also eine davon ist, dass wir
  • 51:51 - 51:55
    ziemlich viel Solar und Wind haben wir und
    Wasserkraft. Also Deutschland braucht -was
  • 51:55 - 52:02
    war das- 51 Terawattstunden oder sowas in
    der Gegend pro Jahr. Also 51
  • 52:02 - 52:07
    Terrawattstunden braucht dieser Organismus
    Deutschland davon sind 21 Wasserkraft und
  • 52:07 - 52:10
    das kann man aber nicht weiter ausbauen,
    weil es gibt einfach nicht mehr Gefälle
  • 52:10 - 52:15
    und Wasser, wo man Speicherkraftwerke
    hinbauen kann. Also haben wir da nicht
  • 52:15 - 52:18
    wirklich Spielraum, okay? Und wenn du
    überlegst, wenn du das optimieren willst
  • 52:18 - 52:23
    nur auf CO2 Neutralität und Preis, dann
    überlegst du dir, wieviel Cent pro
  • 52:23 - 52:28
    Kilowattstunde kostet Wasserkraft, kostet
    Kohle, kosten Gaskraftwerk, you name it.
  • 52:28 - 52:33
    Da musst du diese Information besorgen,
    und dann überlegst du dir die Kosten und
  • 52:33 - 52:39
    dann halt irgendwie wieviel CO2-Ausstoß
    hat Solarenergie, Windenergie oder das
  • 52:39 - 52:42
    Gaskraftwerk, oder .. na also das
    exerzierst du durch für alle
  • 52:42 - 52:45
    Energieformen. Und dann machst du eine
    ganz einfache lineare Optimierung, also
  • 52:45 - 52:50
    einfach eine Optimierungsrechnung wirklich
    nur auf Basis von Fakten. Wenn du hast,
  • 52:50 - 52:57
    deine Constrains quasi, du hast halt
    Kosten, CO2 Neutralität oder CO2 Ausstoß
  • 52:57 - 53:03
    oder generell Stickoxide und dann
    überlegst du dir den Constraint, dass du
  • 53:03 - 53:06
    nicht mehr als 21 Terrawattstunde aus
    Wasserkraft machen kannst, weil
  • 53:06 - 53:10
    Deutschland nicht mehr hergibt und dann
    kriegst du halt immer eine Lösung, die
  • 53:10 - 53:16
    halt irgendwie sagt "Wir wollen
    Atomkraft". Aber nach den 21
  • 53:16 - 53:19
    Terrawattstunden Wasserkraft, die möchte
    ich immer haben, weil das ist billig und
  • 53:19 - 53:24
    es ist halbwegs Stickoxid neutral. Es ist
    nicht komplett neutral, weil diese
  • 53:24 - 53:28
    Speicherkraftwerke Reservoir frei setzen wenn
    man sie trocken legt oder wenn man quasi,
  • 53:28 - 53:32
    wenn der Wasserspiegel fällt. Aber im
    Endeffekt, wenn man sich es wirklich nur
  • 53:32 - 53:37
    auf Basis von Fakten anschaut und
    optimiert auf Preis, CO2 Neutralität und
  • 53:37 - 53:42
    Tote pro Terrawattstunde, ja, diese Größe
    die kann ich jetzt nur einfach zitieren
  • 53:42 - 53:46
    aus dem Vortrag, bitte anschauen. Dann
    kommt es raus 21 Terrawattstunden
  • 53:46 - 53:51
    Wasserkraft und der Rest bitte aus
    Atomkraft. Billig, CO2 neutral. Ob das
  • 53:51 - 53:55
    jetzt gut gemacht wird, und das habe ich
    da auch betont. Es wird nicht gut gemacht,
  • 53:55 - 53:57
    okay.
    Mik 8: Da würde ich zumindest gerne noch
  • 53:57 - 54:00
    anmerken wollen..
    Herald: Keine Kommentare bitte,
  • 54:00 - 54:04
    dankeschön! An der Stelle sollten wir
    vielleicht mal Mikrophonen Nummer 2
  • 54:04 - 54:07
    nehmen.
    Julia: Also ich kann gern noch nachher
  • 54:07 - 54:09
    irgendwo in der Gegend vom Späti sein, wir
    können es gern noch mit mir sprechen
  • 54:09 - 54:15
    nachher oder mich auf Twitter ansprechen.
    Dann können wir uns irgendwo treffen und
  • 54:15 - 54:16
    weiter diskutieren, das können wir gerne
    machen.
  • 54:16 - 54:21
    Mik 2: Wenn ich das richtig verstanden
    habe, kann ich aus Uran 238 und einem
  • 54:21 - 54:24
    Neutron wieder etwas Spaltbares bauen.
    Julia: Ja.
  • 54:24 - 54:29
    Mik 2: Ist nicht eigentlich in den
    Castoren überwiegend Uran 238 drin?
  • 54:29 - 54:36
    Julia: Ich habe keine Ahnung, was in den
    Catoren drin ist. Sorry. Möglicherweise,
  • 54:36 - 54:37
    wenn es so ist..
    Mik 2: Ich dachte immer das wäre eines der
  • 54:37 - 54:41
    großen Argumente das ist, dass dieser
    Müll, der so eine Halbwertszeit hat? Und
  • 54:41 - 54:44
    wenn man daraus wieder etwas Spaltbares
    bauen könnte, das man den quasi abbauen
  • 54:44 - 54:46
    kann? Oder ist das nicht irgendwie
    finanziell ?
  • 54:46 - 54:51
    Julia: Nein nein, okay, das Problem ist
    mit dem Uran 238 es wird... Bauen etwas
  • 54:51 - 54:56
    spaltbares daraus. Das war der erste Teil
    deiner Frage. Das stimmt. Wir bauen uns
  • 54:56 - 55:00
    Proton 239 daraus. Aber das ist nichts,
    was spaltbar ist in einem konventionellen
  • 55:00 - 55:04
    Druckwasserreaktor, Siedewasserreaktor
    oder sowas in der Gegend, sondern es
  • 55:04 - 55:10
    braucht diese Hochtemperaturreaktoren,
    diese Flüssigsalzreaktoren zum Beispiel
  • 55:10 - 55:14
    diese schnellen Neutronen braucht das, die
    es in unseren Reaktoren nicht gibt. Also
  • 55:14 - 55:17
    in den klassischen normalen
    Druckwasserreaktoren und
  • 55:17 - 55:24
    Siedewasserreaktoren. Sowas haben wir
    wenig hier. Aber die, die es am meisten
  • 55:24 - 55:28
    gibt, können diesen Brennstoff nicht
    verarbeiten. Und deswegen wird es nicht
  • 55:28 - 55:31
    gemacht und weil es Proliferationsprobleme
    gibt. Weil du hast dann wieder
  • 55:31 - 55:34
    waffenfähiges Plutonium das du nicht haben
    willst weil das musst du dann anders
  • 55:34 - 55:38
    sichern als Uran 238 z.B., anders lagern,
    das kostet mehr.
  • 55:38 - 55:41
    Herald: Ich glaube, ich hab das Internet
    vernachlässigt?
  • 55:41 - 55:43
    Signal Angel: Ja hast du.
    Herald: Verdammt.
  • 55:43 - 55:47
    Signal Angel: Erst einmal eine ganz kurze
    Rückmeldung im Internet, hat sich eine
  • 55:47 - 55:51
    unglaublich lebhafte und konstruktive
    Diskussion ergeben aufgrund deines Talks.
  • 55:51 - 55:53
    Vielen Dank dafür.
    Julia: Ja konstruktiv das ist wirklich,
  • 55:53 - 55:56
    das freut mich.
    Signal Angel: Und eine Frage ist über
  • 55:56 - 56:01
    geblieben: Wie viel Prozent von so einem
    Bombenpaket landet dann letztendlich im
  • 56:01 - 56:05
    Castor als Atommüll? Ist das anders als
    bei nicht angereichertem Uran?
  • 56:05 - 56:09
    Julia: lacht Entschuldigung. Also im
    Castor landet nichts aus Atombomben, das
  • 56:09 - 56:13
    ist einmal das eine, das sind echt
    Äpfel und Birnen. Das eine sind Catoren, die haben
  • 56:13 - 56:18
    halt die Sachen die Kraftwerke nicht mehr
    haben wollen oder, soweit ich das
  • 56:18 - 56:22
    verstanden habe, auch Sachen aus der Asse
    oder so, die halt da nicht mehr rein
  • 56:22 - 56:27
    gehören oder die man umlagern will. Aber
    zu Castoren. Wo sind die Wendlandt Leute?
  • 56:27 - 56:31
    Ich weiß nicht recht viel über Castoren,
    ganz ehrlich. Ich weiß nur, dass es
  • 56:31 - 56:33
    Transportbehälter sind die sicher sein
    sollen und mit denen wird Zeug durch
  • 56:33 - 56:37
    Deutschland gekarrt. Und dann kommen die
    Trecker Fahrer aus dem Wendland und machen
  • 56:37 - 56:42
    die Straßen zu, was ich gut finde, so
    ziviler Ungehorsam und so. Aber ich weiß
  • 56:42 - 56:46
    nicht mehr drüber, also technisch. Also
    kann ich die Frage nicht wirklich gut
  • 56:46 - 56:47
    beantworten. Da müsste ich wissen, was
    drin ist.
  • 56:47 - 56:51
    Signal Angel: Die Frage war, ob mehr
    Atommüll entsteht, wenn man Waffen,
  • 56:51 - 56:55
    fertiges Uran verarbeitet.
    Julia: Also mengenmäßig war die Frage oder
  • 56:55 - 56:56
    wie?
    Signal Angel: Menge und Gefährlichkeit.
  • 56:56 - 57:04
    Julia: Definiere Gefährlichkeit. Also das
    ist so ein schwammiges Ding, hat mehr
  • 57:04 - 57:08
    Aktivität oder längere Halbwertzeit ist es
    dann gefährlicher? Ne, es ist
  • 57:08 - 57:11
    gefährlicher, immer in der Form in der es
    in der Waffe drin ist, ja, weil das kann
  • 57:11 - 57:15
    potentziell am meisten Menschen umbringen
    würde ich sagen, oder am meisten Menschen
  • 57:15 - 57:22
    Schaden zufügen. Das wäre meine Antwort.
    Herald: Ich glaube, wir haben noch eine
  • 57:22 - 57:28
    letzte Frage. Mikrophonen Nr. 2 bitte.
    Mik 2: Ja, ich habe eine Verständnisfrage:
  • 57:28 - 57:34
    Mir ist noch nicht ganz klar, was gegen
    die triviale Lösungen spricht, das Uran,
  • 57:34 - 57:37
    das hochangereichert ist mit dem
    abgereicherten zu mischen, und hat das,
  • 57:37 - 57:41
    was man vorher hatte, und spart sich die
    ganze Kernenergie und spart sich die ganze
  • 57:41 - 57:45
    Abfallproblematik. Das wäre am Ende als
    offene Frage übrig geblieben und dann
  • 57:45 - 57:47
    denkt man okay gut, das ist doch die
    triviale Lösung?
  • 57:47 - 57:51
    Julia: Der Punkt ist, dass das Ganze eine
    theoretische Überlegungen ist wenn du
  • 57:51 - 57:54
    Abreichern möchtest. Du musst ja
    Abreichern wollen auch. Das heißt du
  • 57:54 - 57:58
    braucht das hochangereicherte Uran aus
    diesen Atomsprengköpfen oder aus anderen
  • 57:58 - 58:01
    Bereichen, die halt einfach nicht
    abrüsten wollen eigentlich. Das heißt du
  • 58:01 - 58:05
    kannst, theoretisch kannst du das machen,
    ja, aber dir fehlt dass heutzutage das
  • 58:05 - 58:08
    halt nicht abgerüstet werden möchte sonder
    das weiterhin in Silos gepackt werden
  • 58:08 - 58:12
    möchte. So ungefähr.
    Mik 2: Aber das bleibt doch so oder so da,
  • 58:12 - 58:14
    also?
    Julia: Ja, aber das interessiert ja die
  • 58:14 - 58:18
    Leute die diese Waffensilos betreiben
    nicht, die freuen sich darüber, dass sie
  • 58:18 - 58:21
    die haben, oder?
    Mik 2: Also wäre dann der Anreiz das aus
  • 58:21 - 58:25
    den Waffensilos herauszuholen, das man
    damit Kernenergie betreiben kann? Also mir
  • 58:25 - 58:27
    ist absolut unklar, warum man das machen
    sollte?
  • 58:27 - 58:32
    Julia: Politik ist glaube ich die Antwort.
    Herald: Ich glaube, an dieser Stelle
  • 58:32 - 58:35
    müssen wir leider unseren Talk..
    Julia: Du kannst mich nachher gern darauf
  • 58:35 - 58:37
    ansprechen.
    Herald: ..freundlich, aber bestimmt
  • 58:37 - 58:41
    abbrechen. Aber wir haben noch eine gute
    Nachricht: Julia wird noch weiter für
  • 58:41 - 58:46
    Fragen und Antworten zur Verfügung stehen.
    Ich glaube, ich habe gehört, dass es am
  • 58:46 - 58:49
    C3Späti so eine Möglichkeit gibt, das eine
    oder andere Bier auszugeben.
  • 58:49 - 58:55
    Julia: Es ist so, dass es da schöne, warme
    Böden gibt geheizte Böden in der Nähe vom
  • 58:55 - 58:58
    C3Späti, wo es nicht ganz so laut ist. Wo
    ich mich nachher glaube ich einfach
  • 58:58 - 59:03
    entspannen werde ein bisschen, und da
    könnt ihr mich besuchen kommen und Fragen
  • 59:03 - 59:05
    stellen, die wir jetzt nicht mehr
    untergebracht haben.
  • 59:05 - 59:09
    Herald: Fantastisches Angebot. In diesem
    Sinne einen warmen Applaus.
  • 59:09 - 59:10
    Applaus
  • 59:10 - 59:11
    36c3 Abspannmusik
  • 59:11 - 59:11
    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 2020. Mach mit und hilf uns!
Title:
36C3 - Megatons to Megawatts
Description:

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Video Language:
German
Duration:
59:39

German subtitles

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