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34C3 - Treibhausgasemissionen einschätzen

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    34c3 Vorspannmusik
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    Herald: Ja ich weiss nicht, ob ihr's
    wussted, aber: Das Verdauen von Chilli con
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    Carne ist nicht die einzige Gelegenheit
    bei der wir, ich, ihr, alle Treibhausgase
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    produzieren. Und unser nächser Speaker
    fand, das ist doch mal ein spannendes
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    Thema für nen Talk. Er hat nen
    Taschenrechner und er hat angekuendigt den
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    auch zu benutzen. Und er hat sich
    angeschaut, bei welchen Gelegenheiten wir
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    eigentlich wieviel Treibhausgase benutzen.
    Also mal ein Beispiel: Steige ich die
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    Treppe, nehm ich den Fahrstuhl, oder trink
    ich Leitungswasser, trink ich
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    Mineralwasser, was tu ich da eigentlich?
    Was produziere ich da an Treibhausgasen? Er
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    hat das sich ganz genau angeschaut. Ihr
    könnt alle nachrechnen, das heißt ihr
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    braucht kein großes technisches Vorwissen,
    ein Taschenrechner reicht vollkommen, und
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    danach seht ihr vielleicht einige Dinge
    anders. Ja also, einen herzlichen Applaus
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    für Gunnar Thöle, er organisiert seit
    vielen Jahren lokale Projekte rund um das
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    Thema Klimaschutz und Energiesparen, und ich
    freue mich sehr auf seinen Talk. Und, ja,
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    wünsche euch viel Spaß, und einen
    herzlichen Applaus bitte.
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    Applaus
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    Gunnar: Ja, hallo. Treibhausgas-Emissionen
    einschätzen - wieso einschätzen? Das mit
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    den genauen Berechnungen, das können ja
    andere viel besser. Da waren hier heute
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    schon Wissenschaftler. Das fing an bei
    "Methodisch Inkorrekt", und eben gab's auch
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    schon Klimaschutz zum Rechnen. Das ist aber
    für den Alltag viel zu schwierig. Was soll
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    das Ganze? Wir alle, als Menschen, treffen
    jeden Tag Entscheidungen. Hunderte.
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    Tausende. Viele davon sind Konsum
    Entscheidungen. Dafür gibt es häufig ein
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    paar verschiedene Kriterien. Das geht los
    mit Euros. Früher war das mal so... Da hat
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    der Preis eines Produkts oder einer
    Dienstleistung so ein bisschen
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    signalisiert, wie mühsam das ist, das
    Produkt herzustellen. Wieviel Rohstoffe
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    man dafür braucht, ob die von weiter her
    wegkommen. Heute ist das nicht mehr so.
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    Heute kostet ein Produkt genau so viel, wie
    du zu zahlen bereit bist. Mal bei Ryanair fragen, wie
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    viel denn der Sitznachbar für den Flug
    bezahlt hat, das hat doch irgendwie mit
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    dem Herstellungsaufwand nichts mehr zu
    tun. Es gibt noch andere Kriterien, die
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    man immer ansetzen kann und - zum Beispiel
    Nützlichkeit. Oder das Produkt sieht gut
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    aus. Und man könnte ein weiteres Kriterium
    mit aufnehmen, nämlich: Wie viel Treibhausgas-
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    Emissionen macht denn das? Wenn wir das
    berechnen würden. Das ist mühsam und es
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    vergeht sehr viel Zeit. Wart ihr bei
    QualityLand, Mark Uwe Kling, vor zwei
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    Tagen? Da gab es ein schönes Zitat.
    Eigentlich vom Känguru... ich
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    krieg's nicht mehr so ganz zusammen, aber
    sinngemäß hieß es da: Wir können uns ja
  • 3:11 - 3:15
    mal überlegen, wie machen wir denn das mit
    dem Klimawandel? Gibt es den?
  • 3:15 - 3:19
    Oder gibt es den nicht? Da denken wir doch mal 50
    Jahre drüber nach und streiten uns ein
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    bisschen und tun solange nix. Das ist
    doch super, oder? Und ich bin heute hier um
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    euch zu zeigen wie man, mit relativ wenig
    Rechenaufwand, so eine grobe Idee kriegen
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    kann. Wie viel Treibhausgas ist es denn, so
    ungefähr? Da geht es darum: ein Kilo, zehn
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    Kilo, hundert Tonnen, oder vielleicht nur
    zehn Gramm. Ob's hundert Gramm oder 250
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    Gramm sind, also eine Ungenauigkeit von
    250 Prozent, ist für die
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    Entscheidungsfindung gar nicht so wichtig.
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    Vorweg: Was ist denn das hier mit diesen
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    Luftballons? Wir haben im Moment, sagt das
    Umweltbundesamt, in Deutschland Emissionen
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    der Kyoto Treibhausgase von ungefähr 11
    Tonnen pro Person und Jahr, sind 30 Kilo
  • 4:17 - 4:26
    am Tag, sind auch 620 Gramm pro Vortrag.
    Vortrag heißt 30 Minuten. Nun reden wir
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    hier heute sogar 45 Minuten, das ist
    kurzfristig. Deswegen habe ich ein paar
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    mehr Luftballons mitgebracht. Diese
    Sammlung an Luftballons, die man da so
  • 4:35 - 4:42
    sieht, das sind die... ach nee, das stimmt
    gar nicht. Diese Sammlung an Luftballons,
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    die man da sieht, so ungefähr 60 Stück,
    ist der Zielwert. Es gibt verschiedene
  • 4:47 - 4:51
    Zielwerte, die man so sagt. Wie viel
    Treibhausgas verträgt die Natur? Der eine
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    sagt 3 Tonnen, der andere sagt 4, der
    andere sagt 2. So einen Mittelwert, mit dem
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    man sich im Alltag orientieren kann:
    Zweieinhalb Tonnen. 7 Kilo am Tag
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    31 Ballons pro halbe Stunde
    oder das sind so um die 50. Das müsste
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    uns gut abdecken. Lustigerweise ist die
    Menge an Ballons, die man da sieht, voll mit
  • 5:09 - 5:17
    Kohlendioxid, ein Gas. Auch so viel, wie
    man braucht, um einen Liter Mate zu machen.
  • 5:17 - 5:24
    Es ist also noch viel zu tun.
    Und, habt ihr Nachrichten geguckt?
  • 5:24 - 5:30
    Sondierungsgespräche und so... Es sieht ja so
    aus, das mögen alle selber beurteilen,
  • 5:30 - 5:34
    aber die Tendenz ist doch ein bisschen so,
    dass aus Richtung der Politik nicht genug
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    kommt. Also tuwat, selbermachen! Wie
    kriege ich nun in meinem Alltag das so
  • 5:43 - 5:46
    ein bisschen hin? Ich treffe
    Entscheidungen. Um diese Entscheidungen
  • 5:46 - 5:51
    treffen zu können, gibt es einen
    Rechenweg, einen Algorithmus. Und zwar für
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    jedes Produkt, das man so hat. Ne Flasche
    Mate. Muss man sich überlegen: Was ist
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    denn eigentlich passiert so alles, bis
    diese Flasche hier in meinen Händen auf
  • 6:05 - 6:09
    dem Tisch steht. Bei der Flasche ist das
    relativ einfach. Da musste mal Glas
  • 6:09 - 6:13
    gemacht werden. Aber das ist ne Mehrwegflasche,
    eigentlich nicht so wichtig. Dann ist da
  • 6:13 - 6:17
    Wasser drin. Dann wurde das wahrscheinlich
    im Produktionsprozess von Mate mal warm
  • 6:17 - 6:22
    gemacht. Also da gab es einen
    Energieaufwand und dann gehört dazu Mate,
  • 6:22 - 6:30
    Zucker, und... naja steht auf der
    Zutatenliste. Und dann wurde das Ganze
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    noch reichlich transportiert. Der Mate Tee
    kommt irgendwo aus Südamerika, ist mit dem
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    Schiff gefahren und dann, das ist
    eigentlich treibhausgasmäßig viel
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    schlimmer, vom Hafen mit dem Lkw zur Firma,
    wo die gemacht wird. Dann ist die gesamte
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    Mate in der Glasflasche im Lkw quer durch
    Deutschland gekarrt worden, hierher.
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    All diese Prozesse guckt man sich an, da kann
    man ein bisschen drüber nachdenken.
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    Und dann kommt man relativ schnell drauf. Dann
    wichtige Aufgabe: Irrelevantes
  • 6:57 - 7:07
    weglassen. Was ist irrelevant? Alles das, was
    für die Entscheidung nicht wirklich einen
  • 7:07 - 7:11
    Unterschied macht. Ich zeig nachher ein
    paar Beispiele, in welchen Größenordnungen
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    man sagen kann: Das ist jetzt wichtig, das ist
    nicht so wichtig. Denn wenn man das
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    Irrelevante nicht weglässt, macht man eine
    große Berechnung, unterhält sich mit
  • 7:21 - 7:24
    seinen Freunden darüber und ist drei
    Monate beschäftigt und hat aber immer noch
  • 7:24 - 7:29
    keine neue sparsame Waschmaschine
    gekauft. So kommen wir nicht zum Ziel.
  • 7:29 - 7:32
    Die relevanten Prozesse muss man dann
    irgendwie auswiegen, ausmessen,
  • 7:32 - 7:37
    aufsummieren und dann kommt man zu einem Ergebnis.
  • 7:37 - 7:39
    So kann das ungefähr aussehen.
  • 7:39 - 7:44
    Das ist die Prozesskette zur Herstellung
    von Tiefkühlpommes. Könnt ihr das lesen?
  • 7:44 - 7:49
    Ja, ne. Geht los mit Biomasse-Anbau, also
    Kartoffeln. Dann spielt da Dünger eine
  • 7:49 - 7:54
    Rolle, dann wird das mal gekühlt. Dann
    kommt da irgendwo eine Erwärmung dazu.
  • 7:54 - 7:59
    Und ganz am Schluss werden die Pommes auch noch frittiert. Sieht jetzt noch relativ
  • 7:59 - 8:04
    übersichtlich aus, aber all diese einzelnen
    Worte, die könnte man auch nochmal
  • 8:04 - 8:09
    anklicken. Und dahinter verbirgt sich dann
    noch eine Prozesskette. Das ist jetzt nur
  • 8:09 - 8:14
    die Prozesskette für den Kalium Dünger.
  • 8:14 - 8:20
    Mühsames Geschäft. Und so kommt man an die Daten.
  • 8:22 - 8:26
    Ich habe hier 6 Datenquellen
    mitgebracht. Naja eigentlich nur 5.
  • 8:26 - 8:31
    Wir sollten uns die alle einmal angucken Es
    geht los mit ProBAS und GEMIS. ProBAS ist
  • 8:31 - 8:35
    eine Internetseite, und GEMIS ist ein
    installierbares Programm, also so ein
  • 8:35 - 8:40
    richtiges, runterladbares Windows
    ausführbares Programm, so wie früher.
  • 8:40 - 8:44
    Offline, ohne Internet.
  • 8:44 - 8:49
    In beiden ist eine große Datenbasis von so ungefähr 10.000
  • 8:49 - 8:54
    verschiedenen Prozessen. Da stecken schon
    eine ganze Menge an Alltagsdingen drin.
  • 8:54 - 9:00
    Das geht von Kartoffeln, über Pkw fahren,
    und Flugzeug fliegen, bis hin zur Heizung
  • 9:00 - 9:06
    und Stromproduktion. Gucken wir uns gleich
    an, ich hab für GEMIS noch ein Beispiel.
  • 9:06 - 9:11
    Dann gibts 'Ein Guter Tag', das ist eine
    Internetseite, die hat extra als Ziel
  • 9:11 - 9:16
    besonders einfach zu sein. Da steckt ein
    Katalog von alltäglichen Dingen drin.
  • 9:16 - 9:22
    Flasche Milch, Heizung einer Wohnung für
    einen Tag, mit Punkten. Warum jetzt
  • 9:22 - 9:28
    Punkte, und nicht Gramm oder Kilogramm?
    Weil der verträgliche Wert in diesem
  • 9:28 - 9:32
    Punktesystem, das diese Datenquelle
    vorschlägt, ist 100 Punkte am Tag. Das kann
  • 9:32 - 9:37
    man sich gut merken. Und da kommst du im
    Alltag einfach mit zurecht.
  • 9:37 - 9:42
    Dann gibt's 'Environmental Product Declarations'
    (EPS). Das kommt so aus dem
  • 9:42 - 9:47
    Umweltmanagement, sind in der Regel PDF-
    Dateien voll mit Informationen über
  • 9:47 - 9:54
    Produkte. Gerne komplizierte Produkte. Zum
    Beispiel: Bahnfahrer kennen den neuen Zug
  • 9:54 - 10:00
    der Bahn: Talent 2. Für den gibt es vom
    Hersteller, von Bombardier, eine schöne
  • 10:00 - 10:05
    Dokumentation, in der drinsteht, wie viel
    Kilogramm Kupfer sind da drin, und wie
  • 10:05 - 10:10
    viel Strom braucht denn er eigentlich?
    Besonders gut für Bauprodukte, Hausbau und
  • 10:10 - 10:16
    ähnliches gibt's ÖKOBAUDAT, vom Staat
    bezahlt, ganz viele solche
  • 10:16 - 10:22
    Produktdeklarationen. Für solche
    Ökobilanzen gibt es dann noch eine ganze
  • 10:22 - 10:26
    Reihe an professionellen Werkzeugen, gerne
    aus der Schweiz. Da sag ich einfach mal,
  • 10:26 - 10:30
    die sind für unsere Anwendung,
    Alltagsentscheidungen treffen in 5
  • 10:30 - 10:35
    Minuten, zu kompliziert und zu teuer.
    Machen wir halt nicht. Und Physiker
  • 10:35 - 10:41
    anwesend? Bestimmt! Oder Chemiker? Man
    kann ja auch berechnen. Wo kommt denn das
  • 10:41 - 10:48
    eigentliche Kohlenstoffatom her, das jetzt
    in dem CO2 ist? Das ist auch relativ mühsam, hat
  • 10:48 - 10:51
    im Alltag auch nicht so wirklich,
    funktioniert nicht so gut, mit 2 Ausnahmen.
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    Wenn irgendwo in irgendeinem
    Prozess, zum Beispiel mit dem Auto zum
  • 10:57 - 11:02
    Congress fahren, ein Liter Diesel rein
    geht, dann kommen hinten immer 2.33 kg
  • 11:02 - 11:07
    Kohlendioxid raus. Das ist halt so.
  • 11:09 - 11:16
    Jetzt wollen wir mal gucken. So sieht das aus.
  • 11:18 - 11:22
    Programm aufrufen, Datensatz laden, hab
    ich jetzt schon mal gemacht, dauert auf
  • 11:22 - 11:29
    meinem lahmen Rechner nämlich locker mal
    fünf Minuten. Dann Prozesse angucken.
  • 11:29 - 11:36
    Was gucken wir uns denn mal an? Ach, was für ein schöner Prozess. Eine Flasche Mate.
  • 11:36 - 11:40
    Berechnen klicken. Warten, warten, warten,
    warten, warten... Nebenbei, solange wir
  • 11:40 - 11:44
    warten, es gibt ja noch andere
    Umwelteinflüsse. Treibhausgas ist nicht
  • 11:44 - 11:50
    alles, es gibt Feinstaub, Stickoxide,
    hochradioaktiver Abfall. Das ist auch
  • 11:50 - 11:56
    alles wichtig, und es liegt dann an euch,
    eine Abwägung zu treffen. Was ist mir wichtig.
  • 11:56 - 12:08
    Das kommt auch alles raus. Aber,
    ein Kilo Mate... Erzeugt... 290.22 g CO2
  • 12:08 - 12:13
    Äquivalent. Noch eine Zwischenfrage: CO2
    Äquivalent, was ist denn das jetzt?
  • 12:13 - 12:19
    Es gibt noch andere Treibhausgase außer
    Kohlendioxid, die sind nach ihrer Wirkung
  • 12:19 - 12:25
    spezifisch auf CO2 umgerechnet. Damit das
    Ergebnis einfacher ist. Wollen wir noch
  • 12:25 - 12:32
    ein paar andere Dinge angucken? Orangen
    vielleicht? Schauen wir uns die
  • 12:32 - 12:36
    Prozesskette an. Geht auch los mit
    Biomasse: Anbau Orangen wachsen irgendwo,
  • 12:36 - 12:41
    das passiert von alleine. Und hier, diese
    ganz winzigen grünen 'T's, die kann man da kaum sehen.
  • 12:41 - 12:47
    Das sind Transport-Vorgänge. Wird
    alles mit bilanziert. Heißt auch für das
  • 12:47 - 12:53
    Schiff, das die Orangen hierher schafft: Es
    ist aus Stahl gemacht. Stahlerzeugung, da
  • 12:53 - 12:58
    geht Kohle rein und Erz. Das erzeugt
    Kohlendioxid. Alles anteilig
  • 12:58 - 13:13
    mitbilanziert. Wollt ihr noch einen
    Prozess angucken? Ganz schön ist auch
  • 13:13 - 13:20
    PKWs. In der Datenbank, sowohl bei ProBAS
    als auch GEMIS, ist eine Vielzahl an PKWs
  • 13:20 - 13:23
    abgebildet, und zwar mit allen
    Antriebstechniken, die man sich so
  • 13:23 - 13:30
    vorstellen kann. Hier zum Beispiel Plug-in
    Hybrid Fahrzeuge mit Benzinmotor. Gibt's
  • 13:30 - 13:35
    eine lange Prozesskette dazu, fängt an mit
    Erdöl, klar. Plug-in Hybridfahrzeug ist im
  • 13:35 - 13:39
    Grunde ein Verbrennungsmotor, wo man ein
    bisschen die Batterie aufladen kann, kommt
  • 13:39 - 13:45
    ein Ergebnis raus. Das dauert etwas länger,
    weil die Prozesskette ist sehr lang.
  • 13:45 - 13:48
    Deswegen brauchen wir da nicht drauf
    warten, ich habe die Ergebnisse nämlich
  • 13:48 - 14:00
    noch mitgebracht. So Ergebnisse, so kann
    sowas dann aussehen. Und zwar vorwärts
  • 14:00 - 14:06
    fahren. Verschiedene Verkehrsmittel
    aufgeführt, ich will auf einzelne ein
  • 14:06 - 14:12
    bisschen eingehen. Was fällt auf? Zweiter
    und Dritter drei zweite und dritte Säule
  • 14:12 - 14:18
    Bahn Diesel und Bahn elektrisch. Bahn mit
    Dieselbetrieb das ist so der typische
  • 14:18 - 14:22
    Nahverkehrszug. Heute hat mir jemand
    gesagt: "Auf der Odenwaldbahn im Odenwald
  • 14:22 - 14:27
    fährt so ein kleiner Dieseltriebzug. Das
    ist tatsächlich gar nicht so richtig
  • 14:27 - 14:36
    ökologisch, da kannst du auch Bus fahren".
    Elektrisch ist viel besser. Und wo wir
  • 14:36 - 14:41
    uns auch noch mal drüber unterhalten
    sollten, ist Flugzeug. Alle sagen, fliegen
  • 14:41 - 14:50
    ist total schlimm. Warum denn? Fliegen ist
    doch wie Autofahren. Das. Hier kann man
  • 14:50 - 14:56
    schön sehen, dass Treibhausgas-Emissionen
    allein so pro Kilometer gerechnet nämlich
  • 14:56 - 15:00
    ist nicht alles. Ein Flugzeug benutzt man
    vor allem dazu, um sehr große Entfernungen
  • 15:00 - 15:05
    zurückzulegen. Wenn man das stattdessen
    mit dem Auto tun würde, ist das genauso
  • 15:05 - 15:11
    schlimm. Das Flugzeug erzeugt auch diverse
    andere Abgase und das auch noch in der
  • 15:11 - 15:16
    Atmosphäre, ist hier jetzt nicht
    aufgeführt. Aber insgesamt der
  • 15:16 - 15:20
    Spritverbrauch, wenn man in einem Flugzeug
    fliegt, pro Person, nicht für das ganze
  • 15:20 - 15:25
    Flugzeug, der liegt so ungefähr auf dem
    Niveau von Autofahren. Und dann sollten
  • 15:25 - 15:32
    wir uns auch noch diesen angucken.
    Elektroautos. Wer so in letzter Zeit die
  • 15:32 - 15:37
    Medien verfolgt hat, Elektroautofahren
    löst gar keine Probleme. Elektroauto
  • 15:37 - 15:45
    fahren mit Kohlestrom bringt doch nichts.
    Doch. Bringt was. Nicht so viel, aber es
  • 15:45 - 15:51
    bringt ein bisschen was. Wer jetzt sein...
    Elektroautos stehen ja einige auf dem
  • 15:51 - 15:56
    Kongress rum inzwischen mit Ökostrom
    betreiben würde, dann sähe das natürlich
  • 15:56 - 16:00
    nochmal anders aus, denn dieser Mixstrom,
    der da genannt ist, Mixstrom das
  • 16:00 - 16:05
    bezeichnet durchschnittlichen Strom aus
    dem deutschen Stromnetz. Und als letztes
  • 16:05 - 16:12
    Verkehrsmittel Fahrrad fahren. Warum ist
    das denn nicht null? Ist auch relativ
  • 16:12 - 16:18
    einfach. Wenn man Chili con Carne isst,
    dann ist das erneuerbare Energie, denn das
  • 16:18 - 16:23
    sind ja Pflanzen. Pflanzen wachsen nach.
    Das Fahrrad selber ist aber nicht aus
  • 16:23 - 16:28
    erneuerbarer Energie gemacht, sondern aus
    Stahl oder aus Aluminium. Die Herstellung
  • 16:28 - 16:33
    von diesen Metallen erzeugt relevante
    Größen von Treibhausgasemissionen und wenn
  • 16:33 - 16:39
    man jetzt überlegt, wie viel Kilometer
    fährt ein Fahrrad in seiner Lebensdauer
  • 16:39 - 16:46
    von 20 Jahren oder so? Dann muss man die
    Emissionen der Produktion des Fahrrades,
  • 16:46 - 16:53
    wie beim Finanzamt, abschreiben pro
    Kilometer. In den Datenbanken ProBAS und
  • 16:53 - 16:59
    GEMIS sind typische durchschnittliche
    Lebensdauern und auch Kilometer pro Jahr
  • 16:59 - 17:05
    hinterlegt und dann kommt raus,
    Fahrradfahren ist nicht null. Ist aber doch
  • 17:05 - 17:13
    ziemlich umweltfreundlich. Nächstes
    Ergebnis vielleicht auch ein bisschen
  • 17:13 - 17:18
    interessant. Nachdem wir uns vorwärts
    bewegt haben, wir können auch mal
  • 17:18 - 17:22
    hochgehen. Ich habe in der Ankündigung des
    Vortrags versprochen, keine Formeln. Tut
  • 17:22 - 17:29
    mir leid, eine Formel ist doch dabei. Mal
    links angefangen Aufzugfahren. Was muss
  • 17:29 - 17:36
    man, was muss so ein Aufzug tun, um einen
    Meter in die Höhe zu fahren? Er muss einen
  • 17:36 - 17:42
    Fahrgast bewegen, ein Fahrgast wiegt
    durchschnittlich 80 Kilogramm. Er muss die
  • 17:42 - 17:48
    Aufzugkabine bewegen. Eine Aufzugkabine
    wiegt 330 Kilogramm. Wo hab ich diese Zahl her?
  • 17:48 - 17:54
    Man kann von Aufzügen Environmental
    Product Declarations, also EPDs, googlen, da
  • 17:54 - 18:01
    steht das einfach drin. Diese gesamte
    Masse von 410 Kilogramm muss einen Meter
  • 18:01 - 18:05
    in die Höhe geschafft werden, das ist
    potenzielle Energie und das haben wir im
  • 18:05 - 18:11
    Physikunterricht gelernt, da kommt raus,
    braucht man 4022 Joule oder 0,0011
  • 18:11 - 18:16
    Kilowattstunden elektrischen Strom. Was
    hab ich in dieser Rechnung vollkommen
  • 18:16 - 18:21
    unterschlagen, den Wirkungsgrad. Die
    Beleuchtung der Aufzugkabine, alles nicht
  • 18:21 - 18:26
    dabei. Warum, der Wirkungsgrad von einem
    Elektromotor der wird irgendwo so bei 90
  • 18:26 - 18:34
    Prozent sein. Diesen Fehler von 10 Prozent
    in dieser Berechnung, finde ich, den kann
  • 18:34 - 18:41
    man einfach, für eine Alltagsentscheidung
    kann man das einfach machen. Weil. Jemand
  • 18:41 - 18:46
    schon am Ergebnis sieht. Der Unterschied
    zwischen Treppe hochgehen und aufzufahren
  • 18:46 - 18:50
    ist größer als 10 Prozent. Ich treffe also
    auch mit fehlerhaften Berechnungen die
  • 18:50 - 18:56
    richtige Entscheidung. Jetzt hängts noch
    davon ab, fährt der Aufzug mit Ökostrom
  • 18:56 - 19:01
    oder mit normalem Mixstrom. Naja es sind
    auf jeden Fall irgendwie so 0,6 Gramm.
  • 19:01 - 19:07
    Gehe ich die Treppe hoch, ähnliche
    Rechnung, bloß muss keine Aufzugskabine
  • 19:07 - 19:14
    mit, denn Treppe hochgehen kann ich ja
    alleine. 80 Kilo hoch macht 785 Joule
  • 19:14 - 19:22
    Energieaufwand. Hier kommt jetzt ein
    Wirkungsgrad vor warum? Sind halt nicht 90
  • 19:22 - 19:28
    oder 95% wie beim Elektromotor, sondern ist
    eine ganz andere Zahl. Verschiedene
  • 19:28 - 19:31
    Experten streiten sich, einer sagt,
    Wirkungsgrad von Menschen ist irgendwie
  • 19:31 - 19:36
    bei 5% oder bei 30% oder so. Ich hab
    einfach einen Mittelwert gebildet, aus den
  • 19:36 - 19:40
    Zahlen, die ich gefunden habe, kommt 15%
    raus. Also muss ich, um einen Meter die
  • 19:40 - 19:46
    Treppe hoch zu gehen, 5233 Joule essen. Das
    sind 2 Gramm Salzkartoffeln oder 0,75
  • 19:46 - 19:57
    Gramm Rindfleisch. Und so sieht das aus.
    Hier links ist die Version für
  • 19:57 - 20:02
    Rindfleisch-Esser. Wenn man die 18 Gramm
    Kohlendioxid in Luftballons abfüllt aus
  • 20:02 - 20:06
    einer Gasflasche, das hab ich heute
    genauso gemacht, dann kommt da so ein
  • 20:06 - 20:11
    Bündel Luftballons raus, hier rechts ist
    die Version für Kartoffeln-Esser und wer
  • 20:11 - 20:15
    findet die Version für Aufzugfahrer? Die
    klebt hier in so einem ganz schlaffen
  • 20:15 - 20:20
    kleinen Luftballon an der Seite.
  • 20:20 - 20:26
    Applaus und Gelächter
  • 20:26 - 20:33
    Wasser
    trinken. Auch ein schönes Alltagsbeispiel.
  • 20:33 - 20:39
    Leitungswasser, ein Liter Leitungswasser
    kommt aus dem Hahn. Bis das passiert ist,
  • 20:39 - 20:43
    ein halbes Gramm Kohlendioxid verbraucht.
    Wo kommt diese Zahl her? Die kann man
  • 20:43 - 20:47
    einfach aus GEMIS herausholen. Wer die
    Primärquelle suchen möchte, der wühlt sich
  • 20:47 - 20:52
    ein bisschen durchs Programm, alles ist
    dokumentiert. Basis sind tausende
  • 20:52 - 20:54
    wissenschaftliche Studien, da kann man sich
    das einfach noch mal ankucken. Wenn man
  • 20:54 - 20:59
    aber jetzt Flaschenwasser trinkt, naja,
    was ist Flaschenwasser? Kommt wieder die
  • 20:59 - 21:04
    Überlegung, wie kommt das Flaschenwasser zu
    mir nach Hause? Das ist irgendwo aus dem
  • 21:04 - 21:09
    Boden geholt worden, durch ein Rohr
    gepumpt. Ist also im Grunde derselbe
  • 21:09 - 21:13
    Vorgang wie bei Leitungswasser. Wasser
    kommt aus der Erde in eine Abfüllfabrik.
  • 21:13 - 21:18
    Dann brauche ich eine Flasche. Flaschen
    bestehen aus, ich hab ein bisschen
  • 21:18 - 21:24
    vorsichtig gerechnet, 20 Gramm Polyethylen
    Terephthalat, guckst du nach in der
  • 21:24 - 21:30
    Software, entstehen 64 Gramm Kohlendioxid.
    Das gilt für Einwegflaschen. Das gilt auch
  • 21:30 - 21:34
    für Plastikpfandeinwegflaschen, denn
    daraus werden eher T-Shirts als neue
  • 21:34 - 21:40
    Plastikflaschen gemacht. Da musste die
    Flasche von der Abfüllfabrik in den Laden
  • 21:40 - 21:44
    kommen. Ich hab mich für ein regionales
    Produkt entschieden, das nur 200 Kilometer
  • 21:44 - 21:50
    gereist ist und nicht aus Frankreich
    kommt. Eine Flasche mit Leitungswasser
  • 21:50 - 21:55
    oder Mineralwasser ist vom
    Produktionsaufwand im Grunde ja dasselbe,
  • 21:55 - 22:00
    die ein Kilo für das Wasser wiegt rund 20
    Gramm für die Flasche im LKW transportiert
  • 22:00 - 22:05
    über 200 Kilometer macht 10 Gramm
    Kohlendioxid aus Dieselabgasen. Und dann
  • 22:05 - 22:10
    bringe ich sie noch nach Hause vom Laden
    nach Hause. Und weil ich ja klimaschonend
  • 22:10 - 22:14
    unterwegs bin, mache ich das zu Fuß, das
    ist null. Was kann ich also jetzt aus
  • 22:14 - 22:19
    diesem Vergleich lernen? Wenn man also
    guckt. Endergebnis: Die beiden Varianten
  • 22:19 - 22:22
    Leitungswasser trinken oder Flaschenwasser
    trinken unterscheiden sich um einen Faktor
  • 22:22 - 22:28
    von ungefähr 150. Wenn ich jetzt in dieser
    Berechnung irgendwo einen Fehler gemacht
  • 22:28 - 22:36
    habe, der den Faktor 10 enthält. Ich hab
    mich irgendwo verhauen, kann ja sein und
  • 22:36 - 22:41
    eigentlich ist Flaschenwasser nur 7,5
    Gramm statt 75 Gramm. Dann treffe ich
  • 22:41 - 22:45
    immer noch dieselbe Entscheidung. Wenn ich
    also wirklich nur Entscheidungen treffen
  • 22:45 - 22:56
    will, reicht das so. Auch davon gibt's ein
    Foto mit Luftballons. Die Gefäßgröße hier,
  • 22:56 - 23:00
    die hier abgebildet ist, ist nicht ein
    Liter. Das weiß ich. Aber die Größe an
  • 23:00 - 23:05
    Luftballons, die man da so sieht,die
    entspricht jeweils einem Liter Wasser in
  • 23:05 - 23:13
    Flaschen oder in Leitungswasser. Ihr habt
    hier auch die einmalige Chance, einen Blick
  • 23:13 - 23:17
    in die gastronomische Versorgung des
    Speakers Room zu werfen. Da gibts diese
  • 23:17 - 23:25
    wunderschönen Schneemann-Becher. Letzten
    Sommer wurde diese Sau durchs Internet
  • 23:25 - 23:28
    getrieben: Schwedische Studie rechnet vor:
    CO2-Bilanz eines Elektroautos ist ein
  • 23:28 - 23:37
    Desaster. Die Studie habe ich mir
    angeguckt. Die ist richtig. Die CO2-Bilanz
  • 23:37 - 23:41
    dieses Elektroautos in den Annahmen, die in
    der Studie getroffen wurden, ist ein
  • 23:41 - 23:49
    Desaster. Was tut diese Meldung, wenn die
    so in der Öffentlichkeit verbreitet wird?
  • 23:49 - 23:53
    Das ist jetzt nur beim Fokus. Das war ja
    auch bei Heise und bei zig anderen Medien.
  • 23:53 - 23:59
    Na klar, lass uns doch weiter mit dem
    Benziner fahren die nächsten 50 Jahre,
  • 23:59 - 24:02
    anstatt irgendwas in unserem Alltag zu
    ändern. Ich hab mir stattdessen diese
  • 24:02 - 24:10
    Studie mal reingezogen. Das könnt ihr
    auch. Sie liegt im, ja hier in diesem
  • 24:10 - 24:14
    Vortragsverwaltungssystem hab ich sie
    verlinkt. Und da ist sehr schön
  • 24:14 - 24:18
    aufgeführt: das Elektroauto, das man in
    Schweden am häufigsten fährt, scheint ein
  • 24:18 - 24:23
    Tesla zu sein. Der Tesla zeichnet sich
    dadurch aus, dass er eine sehr, sehr große
  • 24:23 - 24:28
    Batterie hat. Und was ist am Elektroauto
    Herstellen das Schlimme? Genau, die
  • 24:28 - 24:34
    Batterie. Wie wird eine Batterie
    hergestellt? Habe ich mir auch angeguckt.
  • 24:34 - 24:39
    Batterieherstellung hat vom
    Energieaufwand: die Hälfte der
  • 24:39 - 24:45
    CO2-Emission von der Batterieherstellung
    sind Strom. Es ist also plötzlich
  • 24:45 - 24:50
    relevant, wo diese Batterie gemacht wird,
    mit welchem Strom. Dieses Fazit steht auch
  • 24:50 - 24:57
    tatsächlich in der Primärquelle so und es
    gibt diese schöne Tabelle. Es gibt einen
  • 24:57 - 25:02
    Referenzwert, Elllingsen, das ist ein
    Durchschnitt verschiedener Studien, die
  • 25:02 - 25:05
    dort verglichen wurden. Der ist als 100%
    angesetzt. Wenn ich jetzt dieselbe
  • 25:05 - 25:11
    Batterie in Schweden herstelle; Schweden,
    Vattenfall; das ist der örtliche
  • 25:11 - 25:15
    Stromversorger. Vattenfall heißt auf
    Deutsch, ja klar, Wasserkraft. Wasserkraft
  • 25:15 - 25:20
    ist sehr ökologisch, da kann ich dieselbe
    Batterie für nur ein null-komma-null
  • 25:20 - 25:26
    Siebtel der Kohlendioxidemissionen
    herstellen. Das ist doch schon mal ein
  • 25:26 - 25:34
    Wort. Ich finde auch mit diesem Fakt, das
    muss ich ja auch noch zu Ende sagen: Die
  • 25:34 - 25:38
    Batterie des Teslas in der schwedischen
    Studie wurde mit chinesischem Kohlestrom
  • 25:38 - 25:45
    gemacht. Das ist natürlich das Schlimmste
    was du dir aussuchen kannst. Dieses Faktum
  • 25:45 - 25:49
    sollte man doch eigentlich auch mal in
    eine Diskussion über Batteriefertigung für
  • 25:49 - 25:53
    Elektroautos in Deutschland, sinnvoll oder
    nicht? Sollte man eigentlich auch mal
  • 25:53 - 25:54
    einbringen.
  • 25:54 - 26:00
    Applaus
  • 26:00 - 26:03
    Dafür gibt's kein
    Foto mit Luftballons, das wären irgendwie
  • 26:03 - 26:05
    Millionen gewesen und dank meiner
    furchtbaren Erkältung kriege ich das heute
  • 26:05 - 26:14
    nicht hin. Einkaufen gehen, das ist
    schwierig. Da streiten sich die Experten.
  • 26:14 - 26:17
    Was müssen wir vergleichen? Ein
    Ladengeschäft, das heißt, da ist das Licht
  • 26:17 - 26:24
    an, da ist ein Gebäude gebaut worden und
    Kunden fahren zu diesem Ladengeschäft hin.
  • 26:24 - 26:29
    Und das tun sie erstaunlich oft mit einem
    PKW. Oder die andere Alternative: Amazon
  • 26:29 - 26:34
    und Co. Da wird kein Laden gebaut, sondern
    nur ein Großhandelslager. Das ist viel
  • 26:34 - 26:39
    schlechter beleuchtet, das ist
    zentralisiert, das ist pro Produkt viel
  • 26:39 - 26:44
    kleiner. Dafür hast du aber einen
    Paketdienst beschäftigt und das Ganze wird
  • 26:44 - 26:49
    ein bisschen mehr verpackt. Da sind so
    viele Faktoren und Variablen drin, das
  • 26:49 - 26:54
    schaffst du nicht, da irgendwie zu einer
    sinnvollen Entscheidung zu kommen.
  • 26:54 - 26:58
    Deswegen möchte ich da heute keine
    Empfehlungen abgeben, welche Variante
  • 26:58 - 27:02
    besser ist. Es scheint eine Tendenz zu
    geben, online scheint ein bisschen besser
  • 27:02 - 27:06
    zu sein. Daher meine Empfehlung: Fahrt
    nicht mit dem Auto zum Laden sondern geht
  • 27:06 - 27:14
    zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Keine
    Express-Lieferung bestellen. Warum das?
  • 27:14 - 27:18
    Express-Lieferung, also Amazon Prime und
    Co., führt dazu, dass die Touren der
  • 27:18 - 27:24
    Paketdienste länger werden, denn man kann
    weniger Pakete auf derselben Strecke
  • 27:24 - 27:29
    ausliefern. Die müssen pro Kunde weiter
    fahren, damit mal weniger gesammelt werden
  • 27:29 - 27:36
    kann. Das ist natürlich blöd, weil es
    erzeugt Treibhausgas-Emissionen im Diesel
  • 27:36 - 27:40
    des Paketdiensten. Kauft große Mengen,
    nehmt einen Stoffbeutel mit, und natürlich
  • 27:40 - 27:48
    die beste Empfehlung: Muss man das denn
    wirklich kaufen? Lebensmittel auch sehr
  • 27:48 - 27:54
    interessant. Ich hab da so eine Faustregel
    mitgebracht: alles, was Spaß macht, ist
  • 27:54 - 28:04
    blöd. Die sieben Säulen ganz links sind
    pflanzliche Produkte. Wer vegan lebt, macht
  • 28:04 - 28:08
    es also richtig. Was ist denn bei dem
    Reis, dem ersten etwas größeren? Ja klar
  • 28:08 - 28:14
    Reis wird im Feuchtanbau produziert. Dabei
    entstehen große Mengen Methan. Was ist los
  • 28:14 - 28:22
    bei Milch, Butter, Käse? Das sind
    Milchprodukte. Milchprodukte heißt Kuh.
  • 28:22 - 28:31
    Kuh, wie bei einem Chili, ist Methan. Und
    was man auch noch sehr schön sehen kann:
  • 28:31 - 28:36
    Wurst besteht nicht zu hundert Prozent aus
    Fleisch. Das wussten wir doch auch alle
  • 28:36 - 28:37
    schon, oder?!
  • 28:37 - 28:44
    Applaus
  • 28:44 - 28:49
    So kann das dann aussehen:
    Das ist das Catering, das den Speakern oben
  • 28:49 - 28:54
    serviert wird. Wir haben hier zu sehen ein
    Brötchen. Industriell hergestellt, ein
  • 28:54 - 28:58
    bisschen Weizen und Roggen, zwei
    Luftballons. Eine Scheibe Salami scheint
  • 28:58 - 29:02
    relativ wenig Fleisch zu enthalten. Eine
    Scheibe Käse ist schon ein bisschen mehr,
  • 29:02 - 29:06
    denn Käse ist im Grunde ja auch
    konzentrierte Milch. Und hier ganz oben:
  • 29:06 - 29:12
    Die fünf meinen den kleinen Klecks Butter,
    der da auf dem Cracker liegt. Der Cracker
  • 29:12 - 29:17
    selber gehört nicht dazu. Die
    Lakritzschnecken hab ich nicht mit
  • 29:17 - 29:25
    bilanziert. Jetzt seid ihr an der Reihe:
    tut was. Trefft Entscheidungen. So
  • 29:25 - 29:30
    Empfehlungen, die man auf die Schnelle
    mitgeben kann: Kauft Erlebnisse, keine
  • 29:30 - 29:37
    Gegenstände. Fahrt wenig Auto. Was ist ein
    V-Auto? Klar: E-Auto Elektro, V-Auto
  • 29:37 - 29:43
    Verbrennungs-Auto. So wenig, wie es halt
    geht. Und wenn, dann macht den Wagen voll.
  • 29:43 - 29:48
    Fahrgemeinschaften zum Kongress: Super. Fünf
    Leute, aber nicht fünffach so hoher
  • 29:48 - 29:53
    Spritverbrauch. Wenig Flugzeug. Kauft
    Geräte der Energieeffizienzklasse A+++.
  • 29:53 - 29:57
    Wer hat schon gewusst: Wer einen
    Kühlschrank kauft bei Media Markt und da
  • 29:57 - 30:02
    steht drauf Energieeffizienzklasse A. A
    ist doch super, oder? A ist aber
  • 30:02 - 30:06
    inzwischen das schlechteste Produkt, was
    du auf dem Markt kaufen kannst. B gibt es
  • 30:06 - 30:12
    nicht mehr. Und, ganz wichtig: zieht ins
    Passivhaus. Warum das? Ich hab gleich noch
  • 30:12 - 30:17
    ein kleines Abschluss-Schmankerl
    mitgebracht: das hat mit Heizen zu tun.
  • 30:17 - 30:20
    Und wenn ihr Lust habt: Ich hab noch ein
    paar mehr Luftballons, die verschenke ich
  • 30:20 - 30:26
    gerne. Bilanziert mal den Kongress voll.
    Der eine Luftballon reicht übrigens für's
  • 30:26 - 30:32
    Bier nicht. Ich wollte nicht von dannen
    gehen, ohne mal zu versuchen, diesen
  • 30:32 - 30:38
    Kongress auszubilanzieren. Alle diese
    Zahlen, das hab ich ja zu Anfang schon
  • 30:38 - 30:43
    gesagt, alle Zahlen sind falsch. Aber sind
    sie falsch genug? Ich würde sagen: Man
  • 30:43 - 30:46
    kriegt zumindest einen ersten Eindruck.
    Ich hab das vor ungefähr zwei Wochen
  • 30:46 - 30:51
    gemacht, mit allen Zahlen, die ich damals
    so hatte. Da hieß es 13.000 Tickets sind
  • 30:51 - 30:54
    verkauft, dann hab ich mal ein bisschen
    geschätzt: wieviele Leute kommen mit dem
  • 30:54 - 30:58
    Flugzeug, mit dem Auto und mit der Bahn?
    Congressbesucher kommen bestimmt häufig mit
  • 30:58 - 31:02
    der Bahn, siehste, kleine Treibhausgas-
    Emissionen. Dann müssen diese großen
  • 31:02 - 31:10
    Räumlichkeiten beheizt werden. 14 Tage
    lang, 116000 Quadratmeter. 155
  • 31:10 - 31:15
    Kilowattstunden ist der Energieverbrauch,
    um einen Quadratmeter dieser Hallen ein
  • 31:15 - 31:19
    Jahr lang zu beheizen. Ich hab mal
    vermutet, dass das Ganze mit Erdgas
  • 31:19 - 31:24
    passiert - 220 Gramm pro Kilowattstunde -
    kommt 153 Tonnen CO2 raus, nur um es hier
  • 31:24 - 31:30
    warm zu machen. Stromverbrauch ist nicht
    so relevant, und da kommen wir jetzt zu
  • 31:30 - 31:36
    den spannenderen Sachen: 26000 Liter Mate
    fällt nicht auf. 500 Kilo Limetten spielt
  • 31:36 - 31:40
    überhaupt keine Rolle. Ich habe mich auch
    mal an den extra-Fahrten der Straßenbahn
  • 31:40 - 31:44
    versucht, spielt auch keine Rolle. Und die
    Weltraumfahrt ist ja sowieso Kohlendioxid-
  • 31:44 - 31:50
    frei. Macht 1500 Tonnen Kohlendioxid in
    vier Tagen. sind hundert Kilogramm pro
  • 31:50 - 31:55
    Person. Wahrscheinlich ist es ein bisschen
    mehr. Aber das ist so die Größenordnung.
  • 31:55 - 32:03
    Und wer erinnert sich noch an den Anfang?
    Sieben Kilo am Tag ist okay. 30 Kilo am
  • 32:03 - 32:06
    Tag ist so der Durchschnitt. Ich würde
    sagen wir liegen so ungefähr im
  • 32:06 - 32:14
    Durchschnitt. Da geht noch was. Damit noch
    ein schönes Abschlussfoto mit einer
  • 32:14 - 32:18
    Flasche Mate und ihren zugehörigen
    Luftballons, das seht ihr ja hier auch,
  • 32:18 - 32:23
    und das soll es dann gewesen sein. Und
    jetzt stehe ich noch für Fragen zur
  • 32:23 - 32:25
    Verfügung wenn denn der Herald noch da
    ist. Vielen Dank für's Zuhören.
  • 32:25 - 32:33
    Applaus
  • 32:33 - 32:36
    Herald: Ja, vielen Dank, Gunnar. Also,
  • 32:36 - 32:40
    wenn mir jemand nochmal Faulheit vorwirft,
    weil ich Treppen steige, also, weil ich
  • 32:40 - 32:44
    den Aufzug nehme und nicht die Treppe,
    dann weiß ich, was für ein Argument ich
  • 32:44 - 32:49
    jetzt vorbringen werde. Wir haben jetzt
    noch Zeit für Fragen, und zwar ziemlich
  • 32:49 - 32:56
    genau bis Mitternacht und ich würde sagen,
    wir starten mit Fragen aus dem Internet.
  • 32:56 - 33:03
    Signal-Engel: Hallo. Frage aus dem
    Internet: Wie genau ermittelt man die
  • 33:03 - 33:06
    CO2-relevanten Faktoren bei der
    Produktions- und Lieferkette?
  • 33:06 - 33:14
    G: Ja, da muss man sich ein bisschen
    reindenken. Es gibt so typische Vorgänge,
  • 33:14 - 33:19
    die hohe CO2-Emissionen verursachen. Das
    ist immer, wenn irgendwas verbrannt wird,
  • 33:19 - 33:22
    das ist immer, wenn Zement eine Rolle
    spielt, das ist immer, wenn
  • 33:22 - 33:28
    Transportaufgaben anstehen und wenn Strom
    verbraucht wird. Andere Vorgänge, die in
  • 33:28 - 33:35
    so einer Prozesskette sind, kann man in
    der Regel weglassen. Und wie man jetzt
  • 33:35 - 33:42
    darauf kommt, wieviel CO2 es denn durch
    Strom ist, oder wieviel CO2 Zement macht,
  • 33:42 - 33:46
    dafür gibt es dann halt diese schöne
    Software. Und dann stellt sich noch die
  • 33:46 - 33:51
    Frage: Ich bau mir zum Beispiel ein Haus,
    komplizierte Prozesskette, spielen viele
  • 33:51 - 33:55
    Materialien eine Rolle, wird ganz viel
    verarbeitet, da muss ich das
  • 33:55 - 33:59
    wahrscheinlich ein bisschen wiegen oder
    ausrechnen oder ähnliches. Wieviel Zement
  • 33:59 - 34:07
    ich gekauft habe, steht irgendwo auf der
    Rechnung, wieviel Holz oder so, wahrscheinlich
  • 34:07 - 34:12
    wird man es ein bisschen wiegen müssen. So
    habe ich es zum Beispiel gemacht bei dem
  • 34:12 - 34:16
    Speaker-Mittagessen mit dem Käsebrötchen,
    da steht auf der Verpackung 500 Gramm,
  • 34:16 - 34:20
    dann musst du mal zählen, wieviele
    Scheiben da drin sind, dann weißt du,
  • 34:20 - 34:24
    wieviel eine Scheibe Käse wiegt. So muss
    man sich dem irgendwie ein bisschen
  • 34:24 - 34:31
    annähern. So ganz ohne, ich sag mal so ein
    Hineinfühlen, ein bisschen nachforschen,
  • 34:31 - 34:36
    was denn so in dem Prozess stattfand, das
    muss man halt machen. Viele Dinge, die im
  • 34:36 - 34:39
    Alltag vorkommen, sind aber einfach schon
    hier in der Software vordefiniert. Früher
  • 34:39 - 34:44
    gab es zum Beispiel auch mal einen Eintrag
    für Bier. Der ist leider in der neuen
  • 34:44 - 34:53
    Version nicht mehr dabei. Nix mehr dabei.
    Aber selbst die Pommes sind ja hier schon
  • 34:53 - 34:59
    drin, brauchst du nur noch nachgucken.
    Frage einigermaßen beantwortet?
  • 34:59 - 35:07
    H: Ja, dann würde ich vorschlagen, wir
    machen weiter mit der 1, deine Frage?
  • 35:07 - 35:13
    Mikrofon 1: Vielen Dank für den Vortrag,
    er war absolut genial. Du hast von V-Auto,
  • 35:13 - 35:21
    von E-Auto gesprochen, ich bin seit 5
    Jahren begeisterter Erdgas-Fahrer. Viele
  • 35:21 - 35:28
    Leute kennen Erdgas leider nicht so gut
    und ich möchte jetzt rausfinden, ob es
  • 35:28 - 35:34
    eigentlich oft besser als sogar
    Stromautos, zumal ich sowieso zu viele
  • 35:34 - 35:39
    Kinder habe für ein Elektroauto habe, was
    auf dem Markt ist im Moment.
  • 35:39 - 35:42
    G: Fährst du einen Groß-, Mittel- oder
    Kleinwagen?
  • 35:42 - 35:46
    M1: Caddy Maxi. Vier Kinder
    - Also eher was größeres.
  • 35:46 - 35:48
    - Vier Kinder passen nicht in einen
    normalen Caddy
  • 35:48 - 35:54
    G: Dann können wir ja mal gucken.
  • 35:54 - 35:57
    M1: Wenn es nicht so lange dauert.
  • 35:57 - 36:01
    G: Wird schon gehen.
  • 36:01 - 36:03
    Was ich so kenne..
    M1: Aber die Frage wäre auch gewesen, ob
  • 36:03 - 36:09
    du überhaupt so geguckt hast sozusagen,
    weil es ist halt relativ unbekannt als
  • 36:09 - 36:12
    alternative Lösung.
    G: Ja, ich hab natürlich vorher mal
  • 36:12 - 36:17
    geguckt. Erdgas liegt so im Mittelfeld
    irgendwo zwischen Benziner und Elektro.
  • 36:17 - 36:22
    Bei Elektro ist total wichtig, mit welchem
    Storm das geladen wird. Ne, hier Ergebnis:
  • 36:22 - 36:25
    Erdgasauto groß...
    M1: Ich mein bei Erdgas auch, das
  • 36:25 - 36:29
    fängt damit an, woher dein Erdgas kommt.
    G: Ja, diese Berechnung ist jetzt mit
  • 36:29 - 36:33
    fossilem Erdgas, 300 g pro Kilometer. Ist
    nicht so geil.
  • 36:33 - 36:36
    M1: Was war das, wenn es konventionelles
    Erdgas ist?
  • 36:36 - 36:40
    G: Wie wär's mit Bioerdgas?
    M1: Genau.
  • 36:40 - 36:43
    G: Wir wollen einen großen Wagen nehmen, ne. Na,
    finde ich auf die Schnelle nicht...nehmen
  • 36:43 - 36:47
    wir einen Mittelwagen.
    M1: Ja, egal. Wollte ich nur anregen,
  • 36:47 - 36:52
    vielleicht als Alternative gucken, für
    viele Leute ist es auch eine Alternative zu
  • 36:52 - 36:55
    ihrem Auto. Danke.
    H: Vielen Dank für deine Frage. Die
  • 36:55 - 37:05
    nächste Frage kommt von Nummer 5.
    Mikrophon 5: Danke für den Vortrag. Auf
  • 37:05 - 37:10
    deiner Ergebnisliste waren auch Pommes zu
    sehen und die waren relativ tief. Äh, ich
  • 37:10 - 37:15
    wollt nur fragen, sind das Tiefkühlpommes
    oder was sind das für...?
  • 37:15 - 37:16
    G: Das waren Tiefkühlpommes.
    M5: Okay, okay.
  • 37:16 - 37:22
    G: Hier jetzt Zwischenergebnis: Erdgasauto
    mit Biogas betrieben. Äh ne, nur die
  • 37:22 - 37:27
    Hälfte. Das ist doch schon mal ein echter
    Fortschritt.
  • 37:27 - 37:31
    H: So, dann haben wir noch eine Frage von
    Nummer 1.
  • 37:31 - 37:35
    M1: Hallo, vielen Dank für deinen Vortrag,
    fand ich toll. Ich bin begeisterte
  • 37:35 - 37:39
    Elektorfahrerin und ähm...
    G: Ich auch.
  • 37:39 - 37:42
    M1:..mach das jetzt seit eineinhalb Jahren
    und ich kann es nur befürworten, aber des
  • 37:42 - 37:48
    Argument kommt natürlich auch immer. Das
    ist nur dann gut, wenn es auch aus diesem
  • 37:48 - 37:52
    Ökostrom hergestellt wird. Die andere
    Frage vergessen...oder was man halt immer
  • 37:52 - 37:58
    machen muss als Elektroautofahrer, man
    soll alles immer 100-prozentig machen und
  • 37:58 - 38:02
    andere Leute vergessen aber, dass ihre
    Tankstelle auch nicht irgendwie mit
  • 38:02 - 38:06
    Ökostrom betrieben wird und die
    Raffinerie. Davon abgesehen, was meine
  • 38:06 - 38:12
    Frage wäre: was war der größte Aha-Effekt,
    wo du gedacht hast, das wäre eine gute CO2
  • 38:12 - 38:16
    Bilanz und dann kam doch was Doofes dabei
    raus oder was Schlechtes?
  • 38:16 - 38:21
    leichtes Lachen
    G: Zum Glück gar nichts. Aber umgekehrt.
  • 38:21 - 38:25
    Erdbeeren aus Spanien. Ich hatte es auf
    der Titelfolie. Niemand mag Erdbeeren aus
  • 38:25 - 38:28
    Spanien. Einerseits schmecken sie nicht
    besonders gut, andererseits werden sie
  • 38:28 - 38:34
    mühsam mit dem LKW hier herangekarrt. Das
    ist gar nicht so schlimm. Das kann man
  • 38:34 - 38:37
    machen, wenn man nicht nach Mallorca in
    den Urlaub fliegt. Dann hätte man seine
  • 38:37 - 38:41
    Bilanz sowieso komplett ruiniert, das kann
    man vergessen. Sich mal 'ne Erdbeere
  • 38:41 - 38:47
    gönnen, ist einfach okay. Mach das.
    M1: Also eher andersrum, als dass du was
  • 38:47 - 38:50
    entdeckt hättest?
    H: Also ich muss jetzt leider jemanden
  • 38:50 - 38:56
    anderen dran nehmen. Vielen Dank für deine
    Frage. Dann hätten wir wieder eine Frage
  • 38:56 - 38:58
    aus dem Internet.
    Signal-Engel: Die Frage ist:
  • 38:58 - 39:02
    wie kann man die vorgestellte Methode zur
    Entscheidungsfindung noch weiter
  • 39:02 - 39:06
    vereinfachen, um sie wirklich
    alltagstauglich zu machen?
  • 39:06 - 39:11
    G: Dafür empfehle ich den Katalog von
    eingutertag.org. Der funktioniert auf dem
  • 39:11 - 39:16
    Smartphone und ist echt simpel. Man muss
    sich drauf verlassen, was die ausgerechnet
  • 39:16 - 39:22
    haben, aber es ist echt einfach. 100 Punkte
    am Tag, kriegt man irgendwie im Kopf
  • 39:22 - 39:28
    zusammengezählt - passt.
    H: Dann haben wir noch eine Frage von Nummer 5
  • 39:28 - 39:30
    Mikrofon 5: Danke für den Vortrag.
  • 39:30 - 39:35
    Du hast gesagt, wir sollen in Passivhäuser ziehen.
    Ist das nicht gerade auch ein
  • 39:35 - 39:39
    kontroverses Thema, weil ich kenn da aus Wiesbaden ein Beispiel, da hat eine Wohnbaugesellschaft
  • 39:39 - 39:43
    zwei identische Mehrfamilienhäuer gebaut, ein normales und ein Passivhaus
  • 39:43 - 39:46
    und die Energiekosten im Passivhaus waren im Endeffekt durch
  • 39:46 - 39:53
    Belüftung und ähnliches sogar noch höher
    als in dem konventionellen Haus.
  • 39:55 - 40:00
    G: Ja, das ist kontrovers. Ich kenn
    ähnliche Fälle. Ich selber wohn in einem
  • 40:00 - 40:05
    Elkal-Vieleffizienzhaus 55. Ich hab bis
    heute nicht die Heizung angemacht. Da sind
  • 40:05 - 40:10
    die Energiekosten null, außer für's Duschen warm. Das gibt es schon auch.
  • 40:10 - 40:16
    Was da in diesem Wiesbadener Haus
    vorgefallen ist, würde mich interessieren.
  • 40:16 - 40:22
    Kann ich so ad hoc... Die Erfahrung von
    Passiv- und Effizienzhausbewohnern,
  • 40:22 - 40:27
    die ich so kenne, sind in der Regel überragend
    positiv. Man muss dann noch bedenken:
  • 40:27 - 40:32
    Um so ein Haus bauen, da musste mehr Dämmstoffe
    einsetzen und mehr andere Sachen machen.
  • 40:32 - 40:36
    Das muss ja auch alles hergestellt werden.
    Da kommen wir da jetzt in so Bereiche
  • 40:36 - 40:42
    zur..ja, zum Erntefaktor. Das heißt, nach
    welcher Zeit hat die Energieeinsparung,
  • 40:42 - 40:47
    die ich mit dem zusätzlichen Dämmstoff
    erzeugt habe, also ne, wann hab ich damit
  • 40:47 - 40:51
    den Herstellungsaufwand für den Dämmstoff
    wieder rein. Das sind üblicherweise so Monate.
  • 40:51 - 40:57
    Da sag ich, ja, ich wohne länger als ein paar Monate in meinem Haus.. ist schon okay.
  • 40:57 - 41:03
    Kannst du halt machen.
    Mikrofone 5: Danke
  • 41:03 - 41:06
    H: Eine Frage von Nummer 6.
  • 41:06 - 41:10
    Mikrofon 6: Ähm, ich würde gern wissen,
    warum du bei dem Aufzug und Treppensteigen
  • 41:10 - 41:16
    den CO2-Ausstoß des Menschen
    berücksichtigt hast, aber zum Beispiel
  • 41:16 - 41:21
    bei dem Supermarkt Einkaufen sagtest,
    dass wenn man zu Fuß geht, ist es Null?
  • 41:21 - 41:24
    G: Ja, das ist richtig und das hab ich
    auch falsch gemacht.
  • 41:24 - 41:29
    Das war ja auch ein lehrreiches Beispiel
    sozusagen. Ähm, die Kartoffeln,
  • 41:29 - 41:33
    die beim Treppe steigen benutzt werden,
    die sind ja regenerative Energie
  • 41:33 - 41:36
    das ist ja eigentlich Null.
  • 41:36 - 41:38
    Ähm, was noch eingeht ist,
    das kann man sich auch
  • 41:38 - 41:41
    in der Software ein bisschen angucken,
    Kartoffeln sind tatsächlich nicht ganz Null,
  • 41:41 - 41:44
    denn da spielt irgendwo ein Trecker eine
    Rolle, der wird mit Diesel
  • 41:44 - 41:50
    betrieben... aber ja, hast Recht.
  • 41:51 - 41:55
    H: Dann haben wir noch eine Frage aus dem Internet.
  • 41:55 - 41:58
    I: Warum ist GEMIS nur als Binary für
  • 41:58 - 42:01
    Windows erhältlich und gibt's Ansätze da
    irgendwie eine Ersatzsoftware irgendwie
  • 42:01 - 42:03
    frei zu entwickeln, für die Daten
    auszuwerten?
  • 42:05 - 42:09
    G: Ähm, warum es nur als Windows Binary
    erhältlich ist, weiß ich nicht. Das müsste
  • 42:09 - 42:13
    man die Programmierer fragen. Mir sind
    keine Ansätze bekannt, Alternativen zu
  • 42:13 - 42:18
    entwickeln, aber wie ihr seht, betreibe
    ich ja eine Maschine, die läuft mit
  • 42:18 - 42:24
    Android..geht scheinbar auch und GEMIS
    läuft auch ganz gut unter Wine. Es wäre
  • 42:24 - 42:30
    Zeit für eine freie Softwarealternative,
    finde ich. Ja..ich kann das nicht, bin
  • 42:30 - 42:33
    kein Programmierer.
    H: Tu wat, sag ich da nur, tu wat.
  • 42:33 - 42:36
    Applaus
  • 42:36 - 42:38
    H: Eine Frage von Nummer 5.
  • 42:38 - 42:44
    M5: Ganz kurze Frage: da war diese
    Balkendiagramm mit den Lebensmitteln. Ähm,
  • 42:44 - 42:48
    auf was war das gerechnet? Vielleicht
    stand's an der Seite dran.
  • 42:48 - 42:50
    G: Alles pro Kilo.
    M5: Pro Kilo?
  • 42:50 - 42:54
    G: Ja, man muss da noch natürlich mit
    reingucken. Wenn ich ein Kilo Brot esse
  • 42:54 - 42:57
    oder wenn ich ein Kilo Rindfleisch esse,
    dann hab ich nicht nur einen
  • 42:57 - 43:02
    unterschiedlich hohen Genuss, sondern auch
    eine unterschiedlich hohe Energiemenge.
  • 43:02 - 43:06
    Ist natürlich eigentlich auch wichtig.
    M5: Vielen Dank.
  • 43:06 - 43:08
    Lachen
  • 43:08 - 43:10
    H: Eine Frage von Nummer 7.
  • 43:10 - 43:15
    G: Sieben? Sieben?
  • 43:15 - 43:16
    Mikrophon 7: Mich fragt...also ich
  • 43:16 - 43:22
    frage mich, wie du bewertest
    sozusagen, diese Nullenergiehäuser oder
  • 43:22 - 43:27
    Passivhäuser, die ja im Standard nicht für
    Hochbauten sozusagen nicht sieben-,
  • 43:27 - 43:32
    fünfzehngeschössigem Städtebau sozusagen
    gedacht sind und
  • 43:32 - 43:38
    da erlebt ja auch Beton sozusagen grad
    so ein bisschen Hype, obwohl es sozusagen
  • 43:38 - 43:43
    auch viele Bestrebungen gibt gegenüber
    Holzbau und Hochbau und ...wie siehst
  • 43:43 - 43:49
    du das und hinsichtlich der
    Recyclierbarkeit.. was sind da sozusagen
  • 43:49 - 43:54
    die idealeren Herangehensweisen an die
    Beurteilung, aus deiner Sicht?
  • 43:54 - 43:57
    G: Krass. Gehen wir nachher noch was
    Trinken? Lacht
  • 43:57 - 44:01
    M7: Okay.
    G: Ähm, kurze Fassung: ich bewundere
  • 44:01 - 44:08
    mit relativ...also relativ großer
    Bewunderung was Architekten und Ingenieure
  • 44:08 - 44:15
    im Bereich Holzhochhäuser zur Zeit so
    produzieren, das ist echt geil. Hm, aber
  • 44:15 - 44:22
    da in dieser Fragestellung, da sind
    soviele Parameter drin, ne. Da kommt dann
  • 44:22 - 44:27
    irgendwann dazu: verdichtetes Wohnen heißt
    häufig weniger Mobilitätsbedarf der
  • 44:27 - 44:30
    Einwohner, musst irgendwie dran denken.
    Vielleicht ist es dann okay, wenn du das
  • 44:30 - 44:35
    schaffst, Beton einzusetzen im Haus. Das ist 'ne
    ganz schön komplizierte Fragestellung. Zum
  • 44:35 - 44:39
    Glück kauft man sich ein Haus nicht jeden
    Tag.
  • 44:42 - 44:45
    H: Deine Frage Nummer 1.
    M1: Ich möchte auch nochmal grade auf das
  • 44:45 - 44:50
    Beispiel mit dem Aufzug fahren
    zurückkommen. Du hast herausgefunden, es
  • 44:50 - 44:53
    ist umweltfreundlicher Aufzug zu fahren
    als die Treppe hochzugehen. Ist
  • 44:53 - 44:56
    dahingehend dein Tipp an uns eigentlich
    auch, macht keinen Sport, damit ihr
  • 44:56 - 44:58
    weniger essen müsst, weil das
    umweltfreundlicher ist?
  • 44:58 - 45:01
    G: Lacht
  • 45:01 - 45:04
    Nein, natürlich nicht.
    M7: Okay, danke.
  • 45:04 - 45:08
    G: Es gibt noch so'n anderes Argument, ne.
    Ganz zu Anfang habe ich gesagt, es gibt
  • 45:08 - 45:14
    verschiedene Kriterien: Euros, sieht gut
    aus, Treibhausgas...es gibt natürlich noch
  • 45:14 - 45:22
    ein ganz anderes wichtiges Kriterium:
    Gesundheit. Selbst Treppe steigen, zwei
  • 45:22 - 45:26
    Gramm CO2, ein halber Luftballon voll, ist
    voll okay. Kannste schon machen.
  • 45:26 - 45:30
    Lachen
  • 45:30 - 45:31
    H: Puh, nochmal Glück gehabt.
  • 45:31 - 45:34
    verhaltener Applaus
  • 45:34 - 45:36
    H: Nummer 5, eine Frage von dir.
  • 45:36 - 45:41
    M5: Jetzt gerade auf diesem Vortrag habt
    ihr vom Wirkungsgrad des Menschen
  • 45:41 - 45:47
    gesprochen. Wäre allgemein ein Kommentar
    abzugeben, wenn man beim Produzieren der
  • 45:47 - 45:53
    Energie den Wirkungsgrad verbessern
    könnte. Also allgemein, das würde in
  • 45:53 - 45:57
    meiner HInsicht einen großen Einfluss
    haben, einfach die Wirkungsgrade
  • 45:57 - 45:59
    verbessern?
    G: Mhm,
  • 45:59 - 46:02
    M5: Also nicht in der Natur, das können
    wir noch nicht.
  • 46:02 - 46:06
    G: Können wir nicht so gut. Also wir
    können natürlich schon versuchen, die
  • 46:06 - 46:10
    Wirkungsgrade der Technik zu verbessern
    und das haben wir schon heute gemacht.
  • 46:10 - 46:15
    Ähm, ein Beispiel: Stromerzeugung. Strom
    wird immer noch überwiegend erzeugt
  • 46:15 - 46:19
    dadurch, dass man irgendwas verbrennt und 'nen
    Generator antreibt. Hm, das gibt's
  • 46:19 - 46:25
    physikalische Grenzen, die kommen aus dem
    Carnot-Gesetz. Heisst soviel wie: der
  • 46:25 - 46:29
    Temperaturunterschied zwischen dem großen
    Feuer, das du im Kraftwerk machst und der
  • 46:29 - 46:35
    Umgebung definiert deinen maximal
    möglichen, also theoretisch maximal
  • 46:35 - 46:41
    möglichen Wirkungsgrad. Und will man also
    als Ingenieur, das ist lustigerweise mein
  • 46:41 - 46:46
    Beruf, daher gehen und diesen
    Wirkungsgrad hochkriegen...Die Umgebung
  • 46:46 - 46:49
    abkühlen, das kann ich nicht. Dazu müsste
    ich mein Kraftwerk nach Russland stellen,
  • 46:49 - 46:52
    das hilft irgendwie nicht. Aber ich kann
    ja das Feuer heißer machen. Wir
  • 46:52 - 46:55
    scheinen inzwischen ziemlich an den
    Grenzen angekommen zu sein, bei denen es
  • 46:55 - 47:01
    noch möglich ist, ein Metall, also
    überhaupt einen Werkstoff zu
  • 47:01 - 47:07
    konstruieren und zu benutzen, der dabei
    nicht schmilzt. An vielen dieser Stellen in der
  • 47:07 - 47:11
    Technik sind wir schon relativ nah am
    physikalischen Wirkungsgradmaximum. Da
  • 47:11 - 47:14
    gehen noch so ein paar Prozent
    wahrscheinlich aber so richtig große
  • 47:14 - 47:24
    Sprünge, so große Sprünge, wie auf der
    Titelfolie zu sehen sind...seh' ich nicht.
  • 47:24 - 47:29
    Der reine Wirkungsgrad der Technik wird's
    nicht reißen. Aber ein bisschen was geht
  • 47:29 - 47:32
    da sicher noch.
  • 47:34 - 47:38
    H: Ja, vielen Dank. Damit sind wir am
    Ende des Vortrags angekommen.
  • 47:38 - 47:40
    Bitte noch einen ganz,
    ganz herzlichen Applaus.
  • 47:40 - 47:48
    Applaus
  • 47:48 - 47:54
    Abspann Musik
  • 47:54 - 48:10
    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 2019. Mach mit und hilf uns!
Title:
34C3 - Treibhausgasemissionen einschätzen
Description:

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Video Language:
German
Duration:
48:10

German subtitles

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