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Transits von Exoplaneten vermessen - eine Anregung zum Selbermachen mit Webcam oder DSLR an kleinen

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    rc3 2021 intro musik
  • 0:09 - 0:15
    Herald: Am Montagabend haben wir bereits
    einen Blick in die Theorie der
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    Detektionsmethoden von Exoplaneten werfen
    können. Heute gehen wir selbst auf die
  • 0:23 - 0:31
    Suche. Doktor der Meteorologie Dr. Michael
    Theusner, fasziniert von Astronomie, kann
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    für Astronomie faszinieren. Seit seiner
    Begegnung mit dem Halleyschen Kometen ist
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    er auf der Suche nach extrasolaren
    Planeten. Vor 14 Jahren hatte er es zum
  • 0:42 - 0:48
    ersten Mal geschafft, mit nur recht
    einfachen Mitteln den Transit eines
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    Exoplaneten nachzuweisen. Michael, bitte
    hilf uns, weitere zu finden! Bühne frei
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    für Dr. Michael Theusner!
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    Theusner: Ja, vielen Dank und herzlich
    willkommen zu meinem Vortrag zu einem —
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    wie ich persönlich finde — ausgesprochen
    spannenden Thema, das ja auch noch gar
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    nicht so lange praktisch in der
    Wissenschaft jetzt aktuell ist. Also was
  • 1:10 - 1:13
    heißt gar nicht so lange, es waren
    inzwischen auch schon 30 Jahre, aber bis
  • 1:13 - 1:18
    vor 30 Jahren kann wusste man ja noch gar
    nicht genau, ob es um andere Sterne
  • 1:18 - 1:22
    überhaupt Planeten gibt. Und seitdem hat
    sich sehr viel getan. Ich habe das immer
  • 1:22 - 1:28
    schon so nebenbei ein bisschen mitverfolgt
    und habe dann tatsächlich so um 2007 rum
  • 1:28 - 1:34
    das erste Mal überlegt, ob ich als Amateur
    nicht auch eine Chance hätte, solche
  • 1:34 - 1:38
    Exoplaneten selber mal nachzuweisen. Aber
    jetzt nicht selbst auf die Suche
  • 1:38 - 1:41
    tatsächlich zu gehen, also da ist man doch
    eher relativ chancenlos, selbst
  • 1:41 - 1:46
    welcherzufällig zu finden, sondern einfach
    bei Sternen, die also einen Exoplaneten
  • 1:46 - 1:50
    haben oder einen Planeten haben, von einem
    Planeten umrundet werden, diesen auch
  • 1:50 - 1:55
    nachweisen zu können, mit einfachen
    Mitteln einfach, einfachen Amateurmitteln.
  • 1:55 - 2:01
    Und zum Anfang erst mal was ist überhaupt
    ein Exoplanet? So grundlegend ist das ja
  • 2:01 - 2:05
    relativ einfach beschrieben. Das ist
    einfach ein Planet außerhalb des
  • 2:05 - 2:09
    Sonnensystems. Also nicht einer der acht,
    die wir bei uns haben, sondern einfach
  • 2:09 - 2:14
    einer, der einen anderen Stern, eine
    andere Sonne umkreist. Und inzwischen
  • 2:14 - 2:20
    kennt man da wirklich schon richtig viele
    von. Also ich habe gerade heute Morgen
  • 2:20 - 2:26
    noch mal nachgeguckt, also bislang
    bestätigt sind inzwischen 3628
  • 2:26 - 2:33
    Planetensysteme und 808 von denen haben
    sogar mehr als einen Planeten. Und da gibt
  • 2:33 - 2:37
    es ganz exotische Sachen auch dabei. Also
    man hatte ja erst mal erwartet, ein
  • 2:37 - 2:41
    Sonnensystem müsste vielleicht so aussehen
    wie unser Sonnensystem, ne, also nur
  • 2:41 - 2:45
    relativ regelmäßig angeordneten Planeten
    innen die Kleineren und außen die
  • 2:45 - 2:49
    Größeren. Aber da ist eigentlich alles
    über den Haufen geworfen worden, und da
  • 2:49 - 2:53
    ist die Wissenschaft auch immer noch
    dabei, überhaupt zu erklären, wie Planeten
  • 2:53 - 2:57
    jetzt eigentlich genau um Sterne entstehen
    und vor allem die um die, also, die ich
  • 2:57 - 3:02
    als Amateur besonders einfach nachweisen
    kann. Und ja, insgesamt kennt man jetzt
  • 3:02 - 3:07
    schon so 4904, also Stand heute Morgen,
    Exoplaneten insgesamt. Man muss sich
  • 3:07 - 3:11
    vorstellen, das ist ja erst 30 Jahre her,
    dass man überhaupt den ersten entdeckt
  • 3:11 - 3:15
    hat, und 1995 überhaupt den ersten
    Exoplaneten um einen normalen Stern
  • 3:15 - 3:21
    sozusagen. 1992 hat man ja so was relativ
    Exotisches entdeckt um einen sogenannten
  • 3:21 - 3:25
    Pulsar, also ne Sternleiche sozusagen.
    Aber inzwischen findet man durchaus auch
  • 3:25 - 3:29
    Programme mit Satelliten und
    bodengebundenen Systemen, praktisch
  • 3:29 - 3:36
    überall, wo man kuckte, Planeten um andere
    Sterne herum. Und ja, wie findet man jetzt
  • 3:36 - 3:40
    eigentlich — habe gehört, es gab ja auch
    schon einen Vortrag dazu. Das ist ja erst
  • 3:40 - 3:44
    mal nicht so einfach, ne, also wenn man
    einfach einen Stern anguckt, woher weiß
  • 3:44 - 3:50
    man eigentlich, dass da ein anderer Planet
    herum kreist? Und da haben sich die
  • 3:50 - 3:55
    Astronomen, also die Profiastronomen
    natürlich ganz ausgeklügelte Dinge, einen
  • 3:55 - 4:00
    wahren Zoo von Methoden inzwischen
    überlegt, mit dem man solche Exoplaneten
  • 4:00 - 4:05
    tatsächlich auch finden kann. Hier so ein
    grober Überblick von allen Methoden, mit
  • 4:05 - 4:10
    denen man bisher erfolgreich war. Und die
    kann man so grundlegend in drei Kategorien
  • 4:10 - 4:16
    unterscheiden: das eine nennt sich
    Dynamik, da guckt man sich so dynamische
  • 4:16 - 4:20
    Sachen an wie Sachen, wo sich die Bahn
    verändert oder Parameter, die die Bahn
  • 4:20 - 4:26
    bestimmen, die sich dann ändern im Laufe
    der Zeit, dann gibt es was ganz
  • 4:26 - 4:30
    Exotisches, "microlensing" heißt das. Das
    muss man sich so vorstellen, dass da
  • 4:30 - 4:35
    praktisch in unserer Sichtlinie sich zwei
    Sterne befinden. Einer ist sehr, sehr weit
  • 4:35 - 4:40
    weg, einer ein bisschen dichter dran und
    Sterne bewegen sich ja auch, die stehen ja
  • 4:40 - 4:43
    tatsächlich nicht fest. Und wenn dann
    sozusagen von einem weit entfernten Stern
  • 4:43 - 4:46
    ein anderer vorbeizieht, dann wird
    sozusagen durch so einen
  • 4:46 - 4:51
    Gravitationslinseneffekt — also wirkt das
    Gravitationsfeld dieses anderen Sterns wie
  • 4:51 - 4:56
    eine Linse, verstärkt das Licht des
    dahinterliegenden Sterns, und wenn der
  • 4:56 - 4:59
    dann auch noch Planeten hat, dann gibt es
    da so ganz komische Spitzen in der
  • 4:59 - 5:02
    Helligkeit, die man dann messen kann. Also
    das Licht des dahinter liegende Sterns
  • 5:02 - 5:07
    wird dann verstärkt und hat dann so ganz
    charakteristische Ausreißer, mit denen man
  • 5:07 - 5:10
    das finden kann. Aber der Nachteil von der
    Methode ist, das funktioniert halt nur
  • 5:10 - 5:14
    einmal, ne weil so eine
    Sternenkonstellation nur einmal vorhanden
  • 5:14 - 5:18
    ist. Fotometrie ist dann so die dritte
    große Kategorie. Da geht es einfach
  • 5:18 - 5:22
    tatsächlich dann erstmal auch so um
    direkte Abbildung. Also dass man mit
  • 5:22 - 5:26
    speziellen oder auch sehr, sehr großen
    Teleskopen, muss man gleich dazusagen,
  • 5:26 - 5:31
    also so was wie die Very Large Telescope
    in Chile, acht Meter Spiegel Durchmesser
  • 5:31 - 5:36
    und so weiter … damit kann man auch
    tatsächlich heute schon direkt Planeten um
  • 5:36 - 5:42
    andere Sterne fotografieren, unter
    besonderen Bedingungen aber auch nur. Und
  • 5:42 - 5:45
    das dritte, worum wir uns vor allem heute
    kümmern, das sind die sogenannten
  • 5:45 - 5:50
    Transits. Also das ist auch eigentlich
    fast die einzige Methode, würde ich sagen,
  • 5:50 - 5:55
    bei denen Amateure eine Chance haben,
    Exoplaneten um andere Sterne nachzuweisen.
  • 5:55 - 5:58
    Die anderen, also gerade hier die
    dynamischen, die sind so speziell. Also
  • 5:58 - 6:03
    sie werden auf absehbare Zeit immer den
    Profiastronomen vorbehalten bleiben. Und
  • 6:03 - 6:07
    das Microlensing, da müsste man dann ja
    auch sozusagen schon vorher wissen, ob das
  • 6:07 - 6:11
    passiert oder nicht, müsste man auch
    zufällig im richtigen Moment gucken. An
  • 6:11 - 6:14
    diesem Transit — ich erkläre auch dann
    gleich noch, was das Wort ist und wie das
  • 6:14 - 6:19
    genau funktioniert — da kann man das eben
    sozusagen wiederholt und immer wieder zum
  • 6:19 - 6:23
    richtigen Zeitpunkt dann machen. Was man
    hier auch noch in dem Diagramm sehen kann,
  • 6:23 - 6:27
    da erkennt man also, bis zu welcher Größe
    man schon Objekte um andere Sterne
  • 6:27 - 6:31
    nachgewiesen hat mit den verschiedenen
    Methoden. Und da sieht man mit diesen
  • 6:31 - 6:37
    Pulsaren, also da, was 1992 das erste Mal
    gelungen ist, da kann man so Planeten bis
  • 6:37 - 6:41
    unter eine Erdmasse nachweisen. Mit
    anderen geht das nicht so weit runter, so
  • 6:41 - 6:47
    bis Jupiter-Größe, Microlensing auch so
    bis eine Erde immerhin runter. Aber die
  • 6:47 - 6:51
    Transit Beobachtung aus dem Weltall, also
    mit den Weltraumteleskopen, die es heute
  • 6:51 - 6:56
    gibt, also Hubble zum Beispiel. Und was ja
    vielleicht auch einige mitbekommen haben,
  • 6:56 - 6:59
    jetzt ist ja das James Webb Space Teleskop
    gestartet worden, gerade an Weihnachten.
  • 6:59 - 7:03
    Das wird da auch noch viel, viel kleinere
    Objekte finden können. Aber selbst da
  • 7:03 - 7:08
    kommt man tatsächlich also mit diesem
    Transitmethoden heute schon zu
  • 7:08 - 7:13
    Planetengrößen die kleiner sind als unser
    Mond, sogar, also Durchmesser so 2000
  • 7:13 - 7:18
    Kilometer. Vom Boden aus geht das nicht
    ganz so gut, da sieht man, da kommt man so
  • 7:18 - 7:23
    bis ja, so knapp unter 10 Erdmassen,
    sozusagen bei den Planeten. Das hängt
  • 7:23 - 7:28
    damit zusammen, dass unsere Erdatmosphäre
    immer sozusagen die Beobachtung ein
  • 7:28 - 7:32
    bisschen kaputt macht. Also das kennen ja
    auch einiger, ne, waren so im Sommer auf
  • 7:32 - 7:36
    der Straße, das flimmert immer so komisch.
    Luft bewegt sich, Luft verschiedener
  • 7:36 - 7:40
    Temperatur wirbelt durcheinander und
    dadurch werden die Bilder, die man vom
  • 7:40 - 7:44
    Boden macht, einfach insgesamt schlechter,
    und die Daten. Und das kann man halt nicht
  • 7:44 - 7:49
    beliebig kompensieren. Insofern haben da
    die Weltallbeobachtungen einfach einen
  • 7:49 - 7:53
    großen Vorteil insgesamt. Ja und wie das
    jetzt insgesamt mit der Transitmethode
  • 7:53 - 7:57
    funktioniert: braucht auch auch eine
    bestimmte Konstellation, wenn man einen
  • 7:57 - 8:03
    Stern, und dann muss aus Sicht unserer
    Erde sozusagen vor diesem Stern dann der
  • 8:03 - 8:07
    Planet vorbeiziehen. Das heißt halt, man
    muss ungefähr sozusagen in die Bahnebene
  • 8:07 - 8:12
    dieses Planeten herein gucken, und wenn
    der dann vor diesem Stern vorbeizieht,
  • 8:12 - 8:16
    dann entdeckt er natürlich einen Teil des
    Sterns ab. Das heißt der Stern leuchtet
  • 8:16 - 8:20
    dann ein wenig schwächer und entsprechend
    nimmt die Helligkeit dann ein bisschen ab.
  • 8:20 - 8:24
    Das zeigt diese Kurve dann hier drunter.
    Ne also die … und die Abschwächung der
  • 8:24 - 8:29
    Helligkeit, die kann man dann tatsächlich
    mit den heutigen Methoden, und ich als
  • 8:29 - 8:34
    Amateur sogar, tatsächlich messen. Aus dem
    Sonnensystem können wir so was auch schon,
  • 8:34 - 8:38
    vielleicht haben einige auch schon mal
    hier bei uns Planetentransit gesehen. Das
  • 8:38 - 8:44
    sind zum Beispiel der Venus Transit von
    vom 6. 6. 2012, da ist aus Sicht der Erde
  • 8:44 - 8:48
    die Venus vor der Sonne vorbeigezogen. So
    muss man sich das vorstellen, ne. Da zieht
  • 8:48 - 8:52
    ein Planet über ein paar Stunden, oder wie
    lange man da braucht, da vorbei und
  • 8:52 - 8:55
    schwächt dann das Licht der Sonne oder des
    Sterns dann immer ein bisschen ab. Man
  • 8:55 - 8:58
    sieht schon, wenn Merkur vorbeizieht — das
    funktioniert natürlich bei uns nur bei den
  • 8:58 - 9:02
    inneren Planeten, die können ja nur vor
    der Sonne vorbeiziehen, aus unserer Sicht.
  • 9:02 - 9:07
    Merkur, der wurde ja nur extrem, weil er
    viel kleiner ist, extrem wenig abdecken.
  • 9:07 - 9:12
    Entsprechend schwieriger wäre dann so ein
    Planet dann tatsächlich nachweisbar. Geht
  • 9:12 - 9:17
    aber eben heute auch schon tatsächlich.
    Und ja, was noch einen Effekt hat, wie
  • 9:17 - 9:20
    stark der Effekt hat, das hängt eben, was
    ich ja schon sagte, von der Größe des
  • 9:20 - 9:24
    Planeten ab, der vor dem Stern
    vorbeizieht, von der Größe des Sterns
  • 9:24 - 9:29
    natürlich auch, und wenn man mal so guckt
    hier, wenn der ja sozusagen das Verhältnis
  • 9:29 - 9:34
    zwischen Planet und Stern sozusagen hier
    so bei 15 prozent liegt, dann hat man
  • 9:34 - 9:37
    natürlich eine viel, viel stärkere
    Abschwächung des Lichts, also sagen wir
  • 9:37 - 9:42
    mal so 2-3%, als bei viel, viel kleineren
    Planeten. Entsprechend ist es für mich als
  • 9:42 - 9:46
    Amateur natürlich auch eigentlich nur
    möglich, große Planeten damit, also sowas
  • 9:46 - 9:50
    wie Jupiter zum Beispiel damit
    nachzuweisen. Die Länge des Transits ist
  • 9:50 - 9:55
    auch entscheidend. Also wenn so ein Planet
    vor seinem Stern vorbeizieht aus unserer
  • 9:55 - 9:59
    Sicht, dann ist die Länge natürlich davon
    abhängig, dieses Transits, wie weit er von
  • 9:59 - 10:05
    seinem Stern entfernt herumzieht und die
    Transitplaneten, die man heute so
  • 10:05 - 10:09
    beobachtet, die haben, also die ich als
    Amateur gut beobachten kann, wo die Zeit,
  • 10:09 - 10:14
    also die Dauer des Transits auch recht
    kurz ist. Die brauchen tatsächlich nur so
  • 10:15 - 10:19
    ein bis vier Tage einmal um den Stern
    herum. Also die Erde braucht ja 365 Tage,
  • 10:19 - 10:24
    und die schaffen das, also ein Jahr dauert
    bei denen praktisch ein bis vier
  • 10:24 - 10:29
    Erdentage, bei manchen sogar noch weniger.
    Und umso einfacher ist natürlich Transit
  • 10:29 - 10:33
    nachzuweisen. Wenn er schon kurz ist, muss
    man nicht so lange gucken. Wenn der
  • 10:33 - 10:36
    Transit 4 Stunden lang wäre, müsste ich ja
    auch vorher schon anfangen zu gucken. Auch
  • 10:36 - 10:40
    danach. Meinetwegen 6 Stunden beobachten.
    In der Zeit muss der Himmel auch noch klar
  • 10:40 - 10:44
    sein und so weiter und der Stern natürlich
    über dem Horizont stehen. Also insofern
  • 10:44 - 10:50
    sind kurze Transits für Amateurs die am
    besten geeigneten. Und wie der Ablauf dann
  • 10:50 - 10:54
    so aussieht, also ein Licht an seinem
    Stern dran wäre, oder wenn Jupiter z.B.
  • 10:54 - 10:59
    von ganz weit entfernt von der Sonne
    vorbeiziehen würde, würde das so aussehen:
  • 10:59 - 11:03
    Erst mal nix abgedeckt, dann sieht er
    langsam nach vor, wandert dann innerhalb
  • 11:03 - 11:06
    von ein paar Stunden darüber und
    verschwindet wieder. Wenn ich jetzt sehr
  • 11:06 - 11:11
    weit weggehe, sieht das dann ja … also
    hier auf mehrere Lichtjahre Entfernung
  • 11:11 - 11:14
    einen Stern beobachtet hat, der so ein
    Transit hat. Dann sieht das dann ja
  • 11:14 - 11:18
    eigentlich nur noch so aus. Man sieht nur
    noch einen Punkt, der ein ganz, ganz
  • 11:18 - 11:23
    bisschen schlechter oder schwächer wird.
    Das heißt, man macht einfach insgesamt mit
  • 11:23 - 11:25
    der Ausrüstung, also was man da so
    braucht, sag ich auch gleich kurz noch.
  • 11:25 - 11:31
    Macht man einfach ganz, ganz viele Fotos
    und wertet die nachher aus. Also ich mache
  • 11:31 - 11:35
    in regelmäßigen Abständen Fotos mit einer
    bestimmten Belichtungszeit mit einem
  • 11:35 - 11:39
    Teleskop und werte dann mit einer
    bestimmten Software, die stelle ich auch
  • 11:39 - 11:43
    nachher noch vor, dann diese Daten, die
    man dann aufgenommen hat, sozusagen aus
  • 11:43 - 11:49
    und überprüfe dann, ist der Stern der Zeit
    dann schwächer geworden oder nicht? Ich
  • 11:49 - 11:53
    zeig mal so ein paar Beispiele, wie solche
    echten Transit Lichtkurven aussehen. Die
  • 11:53 - 11:57
    sind zum Beispiel von den Profis
    aufgenommen worden. Hier ganz berühmt
  • 11:57 - 12:01
    Hubble, natürlich ein Weltraumteleskop. Da
    sieht man eine super Messkurve, ne Punkte
  • 12:01 - 12:05
    – Messpunkte liegen alle praktisch hier
    ganz dicht auf dieser Linie. Man sieht
  • 12:05 - 12:09
    schon, der Einbruch, der geht dann erst
    mal so gemächlich vonstatten, dann so ein
  • 12:09 - 12:14
    Minimum irgendwann und dann aber umgekehrt
    geht dann hier wieder, wenn der Planet
  • 12:14 - 12:19
    dann wieder von dem Stern wegzieht, dann
    geht die Helligkeit des Planeten natürlich
  • 12:19 - 12:24
    oder des Sterns natürlich dann insgesamt
    wieder in die Höhe. Und dass das jetzt so
  • 12:24 - 12:29
    nicht gerade runtergeht oder hier so
    eckiger aussieht, vielleicht. Das sieht in
  • 12:29 - 12:34
    dem Fall daran, wo der Stern oder Planet
    vor seinem Stern vorbeizieht. Geh mal kurz
  • 12:34 - 12:38
    zurück, ob er mehr sozusagen hier am Rand
    rüber zieht aus unserer Sicht oder mehr
  • 12:38 - 12:43
    übers Zentrum. Und dass diese Helligkeit
    Kurve dann wieder ein bisschen geglättet
  • 12:43 - 12:47
    aussieht, hängt auch damit zusammen, dass
    die Stern Scheibe sozusagen nicht
  • 12:47 - 12:52
    gleichmäßig hell leuchtet, weil zum Rand
    scheint die dunkler zu sein als in der
  • 12:52 - 12:57
    Mitte zum Beispiel. Das hängt mit der
    Zusammensetzung der Sternenatmosphäre
  • 12:57 - 13:01
    sozusagen zusammen, also wie das Leuchten
    da auf der Oberfläche verteilt ist.
  • 13:02 - 13:06
    Entsprechend kriegt ich so ne Lichtkurve
    heraus. Hier sieht man schon HD 209458b
  • 13:06 - 13:14
    heißt dieser Planet, also HD 209458 ist
    einfach erstmal nur die Kennnummer des
  • 13:14 - 13:18
    Sterns, da gibt es verschiedene Kataloge
    nach denen die durchnummeriert sind, gibt
  • 13:18 - 13:22
    ja einfach unglaublich viele. Die meisten,
    die einfach so licht schwach sind, das mit
  • 13:22 - 13:26
    bloßem Auge auch schon gar nicht mehr
    sieht, gibt man einfach nur so Nummern und
  • 13:26 - 13:30
    der erste Exoplaneten den man in einem
    Sternensystem entdeckt, der bekommt dann
  • 13:30 - 13:34
    immer den Buchstaben B. Und in
    Entdeckungsreihenfolge geht das dann
  • 13:34 - 13:39
    weiter. Sieht man hier bei dem Beispiel
    bei diesem Stern Kepler 37. Da kennt man 3
  • 13:39 - 13:45
    Planeten B, C und D. Also B, C und D hat
    nichts mit dem Abstand von dem Planeten um
  • 13:45 - 13:49
    den Stern zu tun, sondern einfach in
    welcher Reihenfolge die entdeckt sind. Man
  • 13:49 - 13:52
    sieht auch, auch bei den Profis muss man
    nicht Kurve nicht immer ganz toll
  • 13:52 - 13:56
    aussehen, sondern ziemlich verrauscht. Das
    liegt einfach daran, dass hier dieser
  • 13:56 - 14:03
    Planet Kepler 37b sehr sehr klein ist.
    Entsprechend ist natürlich die Helligkeit
  • 14:03 - 14:07
    Änderung auch nur sehr sehr klein. Und
    dann ist das natürlich umso schwieriger zu
  • 14:07 - 14:11
    entdecken, so ein Signal. Wenn Planet sehr
    sehr groß ist, so was wie Jupitergröße
  • 14:11 - 14:15
    oder größer, dann ist das Signal sehr,
    sehr prägnant. Da können die Profis das
  • 14:15 - 14:21
    natürlich spielend dann auflösen. Und ja
    klar, ich hatte ja schon erzählt, ich
  • 14:21 - 14:24
    hatte mich so um 2007 rum gefragt: Kann
    ich sowas als Amateur eigentlich selber
  • 14:24 - 14:28
    machen? Gut, ich habe kein
    Weltraumteleskop, leider; durchmesser von
  • 14:28 - 14:32
    dem Hubble-Teleskop ist auch schon 2,4
    Meter Spiegel. Kein Amateur hat sowas
  • 14:32 - 14:36
    natürlich. Und ja Kepler das hatte
    natürlich auch ein, auch ein
  • 14:36 - 14:39
    Weltraumbeobachtungssatellit gewesen, der
    hat natürlich ja auch perfekte Bedingungen
  • 14:39 - 14:44
    immer hat um sowas zu finden überhaupt
    nachzuweisen. Und ich aber als Amateur bin
  • 14:44 - 14:50
    vom Wetterabhängig, habe ein kleines
    Teleskop und ich zeig mal, was ich damals
  • 14:50 - 14:53
    für eine Ausrüstung benutzt habe. Also
    eigentlich ein Teleobjektiv, kann man
  • 14:53 - 14:58
    sagen. Also ich habe ein Linsenfernrohr
    benutzt, sechs Zentimeter Durchmesser, 370
  • 14:58 - 15:02
    Millimeter Brennweite, wie gesagt damals,
    ne, Digitalisierung war damals ja auch bei
  • 15:02 - 15:07
    Kameratechnik noch nicht so gut wie heute.
    Hatte ich ne DMK Kamera nannte die sich
  • 15:07 - 15:12
    damals, war damals sehr beliebt bei
    Amateurs. So ne Industrie Webcam mit einer
  • 15:12 - 15:17
    Farbtiefe von, oder die war schwarz weiß
    war die, mit 8 Bit, also konnte 256
  • 15:17 - 15:22
    Helligkeit Stufen auflösen und was man
    natürlich auch dann noch braucht, also man
  • 15:22 - 15:25
    muss natürlich schon ein bisschen
    technische Ausrüstung haben, ist dann so
  • 15:25 - 15:30
    eine sogenannte astronomische Montierung,
    auf der das Linsen Fernrohr sitzt, die so
  • 15:30 - 15:36
    auf den Polarstern ausgerichtet ist und
    die Erdrotation ausgleichen kann. Dass
  • 15:36 - 15:40
    also der Stern, den man beobachtet, der so
    ein Transit hat, dann immer an der
  • 15:40 - 15:44
    gleichen Stelle im Bildfeld auch stehen
    bleibt und nicht raus wandert. Das sind so
  • 15:44 - 15:48
    die Minimalvorraussetzungen, die man dann
    braucht . Und natürlich noch ein Laptop
  • 15:48 - 15:52
    mit einer Software, die die Bilder dann
    einfach aufnimmt und die die Kamera dann
  • 15:52 - 15:57
    steuert. All das sind Sachen, die haben
    halt einfach die meisten Amateurs heute
  • 15:57 - 16:02
    zur Verfügung und die sind auch gar nicht
    so teuer, ne man braucht es gar keine ganz
  • 16:02 - 16:06
    teure Ausrüstung. Also für ein paar
    Hundert Euro kann man sozusagen solche
  • 16:06 - 16:10
    Nachweise als Amateur heute schon machen.
    Ja und das, was man hier sieht, dass das
  • 16:10 - 16:15
    erste, was ich damals hingekriegt habe:
    Transit des Exoplaneten HD 189733b
  • 16:15 - 16:20
    25.10.2008 ist hier ein Beispiel, wo das
    sehr gut geklappt hat. Da sieht man
  • 16:20 - 16:24
    sofort, dass Transitsignal: hier
    Helligkeit bricht dann ein, und so nach
  • 16:24 - 16:29
    ungefähr zwei Stunden war dieser Transit
    dann wieder vorbei. Und diese Planeten,
  • 16:29 - 16:33
    die Amateure gut nachweisen können, hatte
    ich ja schon gesagt. Sehr sehr groß müssen
  • 16:33 - 16:37
    sie sein, damit sie viel abdecken bei
    ihrem Stern, viel Fläche abdecken, damit
  • 16:37 - 16:40
    die Helligkeit ordentlich runtergeht. Und
    schnell soll es auch gehen. Und das, das
  • 16:40 - 16:44
    sind dann vor allem diese sogenannten
    "heißen Jupiter" Planeten, also
  • 16:44 - 16:49
    Jupitergroße Planeten, die im extrem eng
    um ihren Stern kreisen, auch entsprechend
  • 16:49 - 16:54
    heiß sind. Oberflächentemperaturen
    2000-3000 Grad sind da dann gar keine
  • 16:54 - 16:58
    Seltenheit. Worauf man achten muss, also
    wenn man die ganzen Fotos, man macht ja
  • 16:58 - 17:01
    die ganze Zeit während des Transits und
    vorher und nachher Fotos, die man
  • 17:01 - 17:05
    auswertet, ähm, man darf das nicht
    überbelichten. Man kann sich ja
  • 17:05 - 17:10
    vorstellen, ja das sollte ja so aussehen,
    wenn man sich so dieses Helligkeitsprofil
  • 17:10 - 17:14
    eines Sterns auf dem Sensor, wenn da
    abgebildet wird, das ist dann so eine
  • 17:14 - 17:17
    Normalverteilung, ne, wenn man es
    fokussiert hat und sich vorstellt, dass
  • 17:17 - 17:21
    man zu lange belichtet, dann ist der
    Sensor irgendwann gesättigt und dann habe
  • 17:21 - 17:25
    ich hier irgendwann sozusagen einfach nur
    die höchste Helligkeitsstufe. Also meinem
  • 17:25 - 17:29
    Beispiel mit acht Bit also den
    Helligkeitswert 255, und da gibt es dann
  • 17:29 - 17:33
    natürlich auch gar keine Änderung mehr,
    auch wenn der Stern schwächer wird, wenn
  • 17:33 - 17:37
    er überbelichtet ist, dann könnte ich den
    Transit also gar nicht wirklich damit
  • 17:37 - 17:41
    nicht besonders gut detektieren. Nur hier
    in der Flanke wird es dann halt noch ein
  • 17:41 - 17:44
    paar Änderungen geben, aber das reicht
    dann halt nicht. Was auch schön ist, also
  • 17:44 - 17:48
    sozusagen dafür zu sorgen, dass der Stern
    nicht überbelichtet ist. Man darf die
  • 17:48 - 17:51
    sogar defokussieren. Also man muss das
    Bild gar nicht scharf stellen, es ist
  • 17:51 - 17:54
    sogar gut wenn man es leicht unscharf
    stellt. Ist ja auch toll da, sonst muss
  • 17:54 - 17:57
    man aufpassen, das man ordentlich gut
    fokussiert hat. Hier bei
  • 17:57 - 18:02
    Exoplanetenbeobachtung ist es sogar gut
    unscharf zu stellen. Und das ist halt so,
  • 18:02 - 18:06
    wie ich die damals vor 14 Jahren gemacht
    habe. Also ordentlich unscharf gestellt.
  • 18:06 - 18:10
    Jetzt könnte man ja denken, okay, jetzt
    muss ich einfach nur die Helligkeit dieses
  • 18:10 - 18:14
    Sterns hier beobachten. Das reicht aber
    nicht. Also auswerten. Das geht aber
  • 18:14 - 18:19
    tatsächlich nicht, weil wir atmosphärische
    Turbulenz haben. Also dadurch ändert sich
  • 18:19 - 18:24
    die Helligkeit des Sterns allein schon so
    stark, dass ich das Transitsignal gar
  • 18:24 - 18:27
    nicht mehr sehen würde. Das heißt, man
    benutzt dann die sogenannte relative
  • 18:27 - 18:33
    Fotomantrie und vergleicht dann immer die
    Helligkeit des Transitsterns mit denen von
  • 18:33 - 18:37
    umliegenden Sternen, die nah dran sind und
    ungefähr ähnlich hell sind. Man guckt
  • 18:37 - 18:41
    immer ist er halt im Vergleich zu denen
    halt heller oder dunkler geworden und so
  • 18:41 - 18:44
    kann man halt dann diese Lichkurve
    überhaupt nachweisen. Also direkt die
  • 18:44 - 18:48
    Helligkeit eines Sterns messen, von der
    Erde aus, vom Erdboden aus, ist da gar
  • 18:48 - 18:52
    nicht möglich. Und dafür gibts spezielle
    Software, die zeige ich auch gleich noch,
  • 18:52 - 18:54
    und dann werden wir das auch live mal
    ausprobieren, wie man solche Daten dann
  • 18:54 - 18:59
    damit auswertet. Optimale Belichtungszeit
    gibts auch noch: so zwei bis drei Minuten
  • 18:59 - 19:02
    ist ganz gut, weil dann diese
    atmosphärische Turbulenz ganz gut
  • 19:02 - 19:06
    ausgeglichen wird, die da merkwürdige
    Helligkeitsschwankungen auch mit
  • 19:06 - 19:10
    reinbringt und selbst wenn man nicht so
    lange belichten kann, weil der Stern
  • 19:10 - 19:14
    einfach relativ fett ist, dann geht das
    trotzdem alles noch ganz gut. Also halt so
  • 19:14 - 19:18
    belichten, dass man einfach nicht
    überbelichtet vor allem. Jetzt muss man
  • 19:18 - 19:21
    natürlich auch noch wissen, wann ist so
    ein Transit überhaupt. Da empfehle ich
  • 19:21 - 19:25
    hier diese Seite: Transit vorhersagen, von
    der Tschechischen Astronomischen
  • 19:25 - 19:29
    Gesellschaft gibt es so eine tolle Seite.
    Da kann man sich für jeden Abend, hier
  • 19:29 - 19:33
    heute rausgesucht, nachgucken, was es für
    Transit eigentlich gibt, die man an seinem
  • 19:33 - 19:37
    Ort — ich habe hier Hamburg mal eingegeben
    — beobachten kann. Und heute Abend gäbe es
  • 19:37 - 19:41
    ich glaube schon 30 Stück, die man
    theoretisch beobachten könnte. Und hier
  • 19:41 - 19:46
    wäre so einer dabei, Qatar1b heißt der,
    das war ein Suchprogramm, der hat – dauert
  • 19:46 - 19:52
    der Transit hier klappt 96, 97 Minuten.
    Helligkeit des Sterns ist 12,8 Magnituden,
  • 19:52 - 19:57
    das ist schon so ca. 2-300 mal schwächer,
    als was man im bloßen Auge noch sehen
  • 19:57 - 20:03
    kann. Aber da werden auch immerhin, also
    0,02 Größenklassen, also knapp 2-3% des
  • 20:03 - 20:06
    Lichts abgeblockt. Das wäre, wenn wir
    gutes Wetter hätten, so ein ganz gutes
  • 20:06 - 20:10
    Ziel für heute Abend sozusagen. Und der
    wäre auch die ganze Zeit hier in Hamburg
  • 20:10 - 20:16
    über dem Horizont und auch 56 Grad hoch,
    kann man dann sehr gut beobachten. Ich
  • 20:16 - 20:18
    habe hier auch für alle Links immer diese
    QR-Codes drin, also kann ich dann ja auch
  • 20:18 - 20:24
    nochmal selber einen raussuchen, dann auch
    in dem aufgezeichneten Vortrag. Ja was man
  • 20:24 - 20:28
    auch braucht, um so einen Exoplaneten danach
    zu gucken, braucht man auch für die
  • 20:28 - 20:32
    Auswertung noch. Da empfehle ich das hier:
    exoplanet.eu, da sind praktisch alle
  • 20:32 - 20:37
    Exoplaneten, die bekannt sind, erfasst mit
    allen ihren Daten. Und da kann man dann
  • 20:37 - 20:40
    eben immer schön nachgucken, was die
    einzelnen Planeten für Umlaufzeit haben
  • 20:40 - 20:44
    und so weiter und was das für ein Stern
    ist. Das ist auch wichtig dann nachher
  • 20:44 - 20:49
    noch für die Auswertung. Zeig ich noch
    kurz, wie das bei mir zu Hause sozusagen,
  • 20:50 - 20:53
    ich hab so eine Art Balkonsternwarte nenn
    ich das, wo ich das Stativ mit, ja schon
  • 20:53 - 20:57
    auf dem Balkon aufbaue. Sieht schon
    relativ technisiert aus wie man sieht, ne,
  • 20:57 - 21:00
    ist auch alles computergesteuert. Man muss
    natürlich auch gar nicht mehr beim
  • 21:00 - 21:03
    Teleskop dabei sein, kann das dann auch
    von drinnen über meinetwegen TeamViewer
  • 21:03 - 21:07
    oder so steuern. Das ist ein bisschen
    bequemer geworden als früher. Und ähm, man
  • 21:07 - 21:10
    siet das Teleskop ist jetzt nicht das
    sechs Zentimeter, sondern zehn Zentimeter
  • 21:10 - 21:14
    Durchmesser, eine spezielle
    Astronomiekamera. Da gibt es auch eine
  • 21:14 - 21:19
    riesige Auswahl, aber auch schon günstige,
    so ab 100 Euro mit dem man so was dann
  • 21:19 - 21:23
    machen kann. Braucht eben dann noch eine
    Aufnahmesoftware, da benutze ich dann
  • 21:23 - 21:28
    AstroPhotography Tool heißt das und dafür
    Kontrolle auch — gut ich habe praktisch so
  • 21:28 - 21:32
    ein zweites Teleskop. In der zweiten
    Kamera sieht man hier, das dann immer
  • 21:32 - 21:37
    einen Stern beobachtet und dafür sorgt,
    über Steuer Impulse an die Montierung, an
  • 21:37 - 21:42
    die Motoren, dass dann das Bildfeld immer
    exakt stehen bleibt, also 2-3 Pixel genau,
  • 21:42 - 21:47
    so, dass ich da auch gar nix möglichst
    verschiebt. Wichtig ist dann noch diese
  • 21:47 - 21:51
    Auswertungsoftware AstroImageJ. Das ist
    sozusagen das, was tatsächlich die Profis
  • 21:51 - 21:55
    benutzen, was man aber frei im Netz
    runterladen kann und das zeige ich jetzt
  • 21:55 - 21:59
    mal kurz, also wie man mit der eine echte
    Messreihe die ich aufgenommen habe,
  • 21:59 - 22:03
    auswerten kann. Da gibt es auch auf
    YouTube Tutorials für also wer sich dafür
  • 22:03 - 22:06
    interessiert, so was gern mal selber
    machen möchte, Links kommen auch zum
  • 22:06 - 22:10
    Schluss dann später nochmal. Genau so
    sieht das grundlegend aus wenn man das
  • 22:10 - 22:13
    dann gleich aufmacht. Ich beende hier mal
    kurz hier die Präsentation, mache mal das
  • 22:13 - 22:17
    hier klein, habe ich schon vorbereitet
    hier, so sieht erst mal die Software aus,
  • 22:17 - 22:22
    wenn man sie aufruft. Und jetzt muss
    natürlich erst mal die Bildserie laden.
  • 22:22 - 22:26
    Dazu gehe ich auf Import, Imagesequence,
    das habe das schon vorbereitet, suche mir
  • 22:26 - 22:32
    jetzt diese Bilder raus, die müssen in
    diesem astronomischen FITs-Format sein,
  • 22:32 - 22:37
    damit das gut funktioniert, und das geben
    aber die Programme, mit dem man die Bilder
  • 22:37 - 22:41
    aufnimmt, geben das aber auch auf Wunsch
    immer raus. Deswegen sollte man dann das
  • 22:41 - 22:46
    Datenformat bei der Bildausgabe wählen.
    Öffne das mal, brauche nur ein Bild der
  • 22:46 - 22:51
    Bildserie anklicken. Jetzt fragt er — sagt
    er mir schon, sind 143 Bilder jetzt hier
  • 22:51 - 22:55
    drin. Was auch ganz wichtig ist: Use
    Virtual Stack sollte man da immer
  • 22:55 - 22:59
    anklicken, oder sonst versucht er alle 140
    Frames in den Arbeitsspeicher zu laden,
  • 22:59 - 23:03
    und ähm, ja bei 20 Megapixel Bildern ist
    das nicht so eine gute Idee, also da
  • 23:03 - 23:06
    kriegt man den Rechner auf jeden Fall in
    die Knie, wenn man das nicht anklickt
  • 23:06 - 23:12
    hier. Und jetzt gehen erst mal gleich dann
    ein paar Fenster auf. Man sucht das Bild
  • 23:12 - 23:16
    jetzt erst mal hier raus. Jetzt hat man
    die Aufnahme hier. Jetzt sieht man schon
  • 23:16 - 23:20
    ganz, ganz viele Sterne im Bild, auch das
    Histogramm so ein bisschen gestreckt schon
  • 23:20 - 23:23
    mal, dass man auch die ganzen Sterne
    sieht. Das muss man natürlich wissen.
  • 23:23 - 23:27
    Welches ist jetzt der Stern mit dem
    Exoplaneten? Hab ich natürlich voraus
  • 23:27 - 23:32
    gesucht, zoome mal hier rein, das ist der
    hier. Und den markiere — klicke ich jetzt
  • 23:32 - 23:38
    einfach erst mal an. Jetzt sieht man schon
    so eine komische Zielscheibe. Am Ende
  • 23:38 - 23:43
    werden sozusagen die Daten in dem inneren
    Kreis ausgewertet und der äußere Kreis,
  • 23:43 - 23:46
    das ist sozusagen das Hintergrundsignal,
    das immer noch von den Daten abgezogen
  • 23:46 - 23:51
    wird. Und um sozusagen das Profil zu
    ermitteln gehe ich dann jetzt erst einmal
  • 23:51 - 23:56
    auf analyze, und mache plot scene profile,
    dann wird mir jetzt das Profil dieses
  • 23:56 - 24:01
    Sterns den ich gerade angeklickt habe erst
    mal hier angezeigt und der bestimmt dann
  • 24:01 - 24:06
    automatisch sozusagen die optimalen Radien
    für die Auswertung. Also das was er als
  • 24:06 - 24:11
    Quelle — Source hier ansieht und das was
    er als Background dann verwendet. Das
  • 24:11 - 24:15
    speicher ich jetzt. Dann können das dann
    auch gleich wieder zumachen. Jetzt muss
  • 24:15 - 24:19
    ich halt diese relative Fotometrie machen,
    also mehrere Sterne anklicken, mit denen
  • 24:19 - 24:23
    ich das vergleiche, diesen Transitstern.
    Klicke hier auf dieses Symbol mit den zwei
  • 24:23 - 24:28
    Kreisen. Da habe ich schon ein paar Sachen
    eingestellt, jetzt kann man sich in den
  • 24:28 - 24:33
    Tutorials alles raussuchen, was man da —
    was das alles bedeutet. Ich geh jetzt hier
  • 24:33 - 24:38
    gleich mal auf Place Apertures heißt das.
    Und muss jetzt als erstes immer den
  • 24:38 - 24:43
    Transitstern anklicken und danach dann
    einfach immer, linker Mausklick, hier die
  • 24:43 - 24:47
    ähnlich hellen Vergleichsterne in der
    Umgebung. Ich nehme ich mal — nehm ich
  • 24:47 - 24:52
    einfach erst mal die hier, reicht schon
    oder den hier nehmen wir auch noch dazu,
  • 24:52 - 24:55
    der ist vielleicht ein bisschen zu hell.
    Er zeigt einem auch hier sozusagen den
  • 24:55 - 24:59
    Helligkeitswert insgesamt an. Dann kann
    man das auch ganz gut vergleichen. Kann
  • 24:59 - 25:02
    auch mal einen wegklicken, wenn einem der
    nicht gefällt. Jetzt muss ich nur rechte
  • 25:02 - 25:06
    Maustaste drücken, es gehen gleich ganz
    viele Fenster auf, und die Auswertung
  • 25:06 - 25:10
    dauert dann jetzt etwa so 5 Minuten.
    Können wir live zugucken. Ich erkläre
  • 25:10 - 25:15
    nebenbei auch noch so ein bisschen was.
    Ähm … wieder viele Facer in den Tutorials
  • 25:15 - 25:19
    ist das auch alles gut erklärt. Und wenn
    man da – es gibt auch ein Forum hier für
  • 25:19 - 25:22
    diese Software, wo man immer alle Fragen
    stellen kann, wo die Leute auch sehr
  • 25:22 - 25:28
    hilfsbereit sind. Und ich hab jetzt hier
    sozusagen dieses hier, also für die ganzen
  • 25:28 - 25:33
    Plotangaben kann ich hier verschiedene
    Sachen auswählen. Ich kann hier angeben,
  • 25:33 - 25:38
    wann der Transit angefangen hat. Und hab
    mir das mal rausgesucht also fing an dem
  • 25:38 - 25:41
    Abend. Also die Daten sind auch schon in
    den Bildern mit gespeichert, die jetzt
  • 25:41 - 25:44
    ausgewertet werden, deswegen weiß er jetzt
    schon, welche Uhrzeit zu welchem Bild
  • 25:44 - 25:49
    gehört, aber ich kann ihm sagen, wann er
    angefangen hat: 23:12 Uhr. Das wird dann
  • 25:49 - 25:55
    auch gleich in Dezimal umgerechnet. Und
    geendet hat der Transit an dem Aben um
  • 25:55 - 26:01
    00:29 Uhr, also ein 77 Minuten Transit in
    diesem Fall von einem Exoplaneten, der
  • 26:01 - 26:07
    Tres3b heißt. Und das auch so ein heißer
    Jupiterplanet. Und man sieht schon, da
  • 26:07 - 26:11
    werden schon so Linien gezeichnet. Die
    blauen Messpunkte sozusagen, die
  • 26:11 - 26:16
    Helligkeitswerte, die es aus diesen
    einzelnen Aufnahmen ausgewertet werden.
  • 26:16 - 26:21
    Und er hat mir jetzt ja schon gesagt, wann
    der Transit an dem Abend angefangen hat.
  • 26:21 - 26:25
    Das konnte man ja bei diesem Exoplaneten
    von der tschechischen Seite da sich
  • 26:25 - 26:29
    angucken. Ist jetzt als rote Linie erst
    mal markiert, wann das theoretisch
  • 26:29 - 26:34
    angefangen hat oder vorhergesagt war, dass
    es anfängt und wann es aufgehört hat. Ich
  • 26:34 - 26:38
    kann dann jetzt noch sagen, welche
    Messpunkte er hier für diese Auswertung
  • 26:38 - 26:42
    benutzen soll. Da soll er halt nicht die,
    den Transit benutzen, so als Basis, weil
  • 26:42 - 26:48
    da noch so fits gemacht werden, um da
    Trends auszurechnen. Dann sagt man ihm
  • 26:48 - 26:52
    nimm nicht die Werte hier aus diesen
    Transit Fit. Erkläre ich auch gleich noch
  • 26:52 - 26:56
    ganz kurz, klickt hier mit links sozusagen
    rein. Also drücke Steuerung und klicke
  • 26:56 - 27:00
    links, da kann ich jetzt einen Punkt
    markieren, welche Punkte er benutzen soll,
  • 27:00 - 27:04
    also alle die hier bis rechts, die er
    links liegen, auf der anderen Seite mache
  • 27:04 - 27:09
    ich es genauso, dann werden wir dann
    gleich noch sehen. Und was ich hier bei
  • 27:09 - 27:12
    diesem Fit-Parameter noch angebe, ne, ich
    sag, er, also, es ist die Software so
  • 27:12 - 27:15
    gebaut, dass sie automatisch so
    Transitprofile dann an die Messpunkte
  • 27:15 - 27:21
    anfitted. Dazu muss sie aber wissen,
    sozusagen, auch möglichst wie die Periode
  • 27:21 - 27:25
    dieses Exoplaneten um seinen Stern ist.
    Das habe ich von dieser exoplaneten.eu
  • 27:25 - 27:30
    rausgesucht. Und bei dem sind das 1,3 Tage
    hier ungefähr. Habe ich hier schon mal
  • 27:30 - 27:36
    reingepasted, was man auch angeben muss,
    um sozusagen physikalische Eigenschaften,
  • 27:36 - 27:41
    tatsächlich Exoplaneten auch raus kriegen
    zu können. Als Amateur kann ich dann auch
  • 27:41 - 27:45
    noch sozusagen, diesen, ähm die Größe des
    Sterns angeben. Es steht auch alles bei
  • 27:46 - 27:50
    exoplaneten.eu. Das sieht man hier. Der
    Stern, um den dieser heiße Jupiter kreist
  • 27:50 - 27:55
    dieser Tres3b. Der hat 0,924
    Sonnenmassen. Das gibt man dann ja auch
  • 27:55 - 27:59
    noch ein. Da haben die Astronomen dann so
    verschiedene Modelle, mit denen sie dann
  • 27:59 - 28:05
    so Sternenprofile berechnen können oder
    Sterngrößen, sodass man dann auch sagen
  • 28:05 - 28:09
    die Größe des Planeten ableiten kann. Man
    sieht schon, ne, also den Transit kann man
  • 28:09 - 28:12
    jetzt schon so richtig gut sehen, also
    hier, ging auch ungefähr wie man sieht,
  • 28:12 - 28:17
    offenbar zum vorhergesagten Zeitpunkt los.
    Helligkeit wird dann jetzt so um hier also
  • 28:17 - 28:22
    2%, 3% ungefähr schwächer. Man sieht
    schon, dass die Messpunkt natürlich
  • 28:22 - 28:25
    streuen. Das liegt einfach an der
    atmosphärischen Unruhe, die es auch so
  • 28:25 - 28:29
    gibt, an den Eigenschaften des Sensors, an
    Sensorrauschen und so weiter. Aber
  • 28:29 - 28:34
    insgesamt ist der Transit halt problemlos
    zu erkennen und man sieht auch, jetzt
  • 28:34 - 28:39
    gehen die Messpunkte auch langsam schon
    wieder nach oben. Und man sieht auch
  • 28:39 - 28:43
    schon, wenn man unten hinguckt, hier sind
    jetzt verschiedene Parameter auch über
  • 28:43 - 28:48
    diesen Planeten angegeben und hier auch.
    Also man sieht hier, man kann verschiedene
  • 28:48 - 28:52
    Sachen finden lassen, die automatisch
    gefitted werden, muss man sich wie gesagt
  • 28:52 - 28:54
    in der Software auch noch mal ein bisschen
    einfuchsen, was da jetzt was genau
  • 28:54 - 28:59
    bedeutet. Es gibt es auch ne große
    Dokumentation dazu und hier sind sozusagen
  • 28:59 - 29:03
    die Bahndaten, die aus diesem Fit, aus
    dieser Transitkurve herauskommen für den
  • 29:03 - 29:09
    Planeten. Also A ist diese kleine Achse,
    also Abstand von dem Stern im Verhältnis
  • 29:09 - 29:15
    zum Sternendurchmesser. Also der Stern
    hier. Also die kleine Halbachse, ne
  • 29:15 - 29:21
    Abstand des Planeten vom Stern wären
    sozusagen 6,4 Sternendurchmesser. Also
  • 29:21 - 29:25
    muss man sich vorstellen, bei der Erde
    sind das so ungefähr ein Faktor Hundert,
  • 29:25 - 29:31
    im Abstand, zur … also Erde-Sonne und
    Durchmesser der Sonne. Und was man hier
  • 29:31 - 29:35
    unten auch sieht. Hier wird auch die Größe
    des Planeten des Exoplaneten angegeben,
  • 29:35 - 29:39
    die aus dieser Lichtkurve rauskommt und
    aus diesem ganzen Fit. Da sieht man hier
  • 29:39 - 29:45
    1,4 facher Jupiterdurchmesser hat der,
    nach den Berechnungen aus den Messpunkten,
  • 29:45 - 29:49
    die ich aufgenommen habe. Und was man auch
    noch sieht: die Bahnneigung, also wie
  • 29:49 - 29:53
    unter welchem Winkel wir da draufgucken
    ist eben nicht 90 Grad, also nicht
  • 29:53 - 29:56
    senkrecht über den Stern drüber, sondern
    so ein bisschen mehr am Rand, also eben
  • 29:56 - 30:01
    mit 82,7 Grad Bahnneigung.
    Herald: Die echten –
  • 30:01 - 30:04
    Theusner: Ja?
    Herald: Ich fürchte deine Präsentation
  • 30:04 - 30:10
    ist, äh, rausgenommen, rausgefallen, und
    wir haben so ein kleines Zeitproblem. Es
  • 30:10 - 30:11
    tut mir –
    Theusner: Ich bin jetzt fertig, das äh,
  • 30:11 - 30:13
    wir sind jetzt fertig. Das ist das Ende
    schon.
  • 30:13 - 30:16
    Herald: Es tut mir jetzt in der Seele weh,
    dich sozusagen, da jetzt so kalt
  • 30:16 - 30:19
    rauszuholen.
    Theusner: Aber ich bin ja jetzt, ich bin
  • 30:19 - 30:21
    ja jetzt fertig, das ist eine Minute noch.
    Herald: Und du bist fertig? Alles klar.
  • 30:21 - 30:27
    Theusner: Genau. Und man sieht halt, der
    wahre Wert wären hier 1,3 Planetenradien
  • 30:27 - 30:32
    gewesen, Jupiterradien und der wahre Wert
    der Inklination 81,4 Grad. Also da kriegt
  • 30:32 - 30:35
    man wirklich Werte raus, die auch den
    wahren entsprechen, als Amateur. Starte
  • 30:35 - 30:39
    ich die Präsentation gleich wieder sind
    auch schon an der letzten Folie jetzt
  • 30:39 - 30:43
    insgesamt. Man sieht also selbst als
    Amateur kann man mit diesen einfachen
  • 30:43 - 30:46
    Mitteln tatsächlich heute selbst die
    physischen Eigenschaften von Exoplaneten
  • 30:46 - 30:50
    rauskriegen und die nützliche Links habe
    ich hier nochmal zusammengefasst, wer das
  • 30:50 - 30:54
    abfotografieren will, kann das gerne
    machen. Entsprechend kommen wir jetzt auch
  • 30:54 - 31:00
    schon zu den Fragen. Vielen Dank!
    Herald: Danke dir! Nur das allererste
  • 31:00 - 31:05
    begeisterte Feedback: über 300 Wesen im
    Chat! Bitte stelle dir jetzt einen Raum
  • 31:05 - 31:10
    mit mehr als 300 Menschen vor, die einen
    tosenden, begeisterten Applaus —
  • 31:10 - 31:13
    Theusner: Vielen Danke!
    Herald: — Dankeschön. Ich versuch das nur
  • 31:13 - 31:17
    zu vermitteln, weil wir natürlich jetzt
    hier im Virtuellen leider diese
  • 31:17 - 31:18
    Möglichkeit
    Theusner: Ich weiß das.
  • 31:18 - 31:26
    Herald: Deiner Imaginationsgabe äh … klick
    … sollte es möglich sein, sich das
  • 31:26 - 31:29
    vorzustellen. Ganz, ganz herzlichen Dank.
    Und wir haben viele Fragen.
  • 31:29 - 31:34
    Theusner: Ok, alles klar. Ist das Ende,
    das Ende noch drauf gewesen jetzt, oder?
  • 31:34 - 31:38
    Herald: Äh, die Regie weiß es, und wir
    werden es. Wir werden es erleben. Ich
  • 31:38 - 31:41
    hoffe ja. Wobei die Slides leider nicht,
    höre ich gerade.
  • 31:41 - 31:45
    Theusner: Okay.
    Herald: Gleichwohl die erste und … Die
  • 31:45 - 31:50
    erste Frage hast du gleich als letztes
    beantwortet: Hat es denn schon eigentlich
  • 31:50 - 31:53
    einen Amateur gegeben, der einen neuen
    Planeten entdeckt hat?
  • 31:53 - 31:56
    Theusner: Und soll ich das — ich kann
    jetzt einfach reinsprechen hier, ne?
  • 31:56 - 31:58
    Herald: Bitte. Ja.
    Theusner: Ja, genau es ist, es haben
  • 31:58 - 32:03
    schonmal Amateure so ein Suchsystem selber
    gebaut. Also das erdgebundene war mit
  • 32:03 - 32:06
    mehreren Teleskopen und die haben
    tatsächlich auch selbst mal einen
  • 32:06 - 32:10
    Exoplanetentransit neu entdeckt.
    Herald: Du selbst vor 14 Jahren?
  • 32:10 - 32:14
    Theusner: Ja ich nicht. Nein, die habe ich
    ja nicht entdeckt, sondern ich habe ja,
  • 32:14 - 32:17
    ich gucke ja immer nur nach, wann sind
    Transit die schon bekannt sind gucke kann
  • 32:17 - 32:21
    ich die mit einfachen Mitteln nachweisen.
    Das ist aber auch wichtig, weil die
  • 32:21 - 32:26
    Profiastronomen können ja nicht alle
    Exoplaneten ständig weiter verfolgen, weil
  • 32:26 - 32:31
    die Teleskopzeiten ja sehr sehr teuer
    sind, auch teilweise gebucht werden müssen
  • 32:31 - 32:35
    für die ganzen Forschungsprogramme die es
    gibt. Und ich kann jetzt ja gucken, ob
  • 32:35 - 32:39
    sich sozusagen der Anfang und das … also
    wann der Transit stattfindet, ob das noch
  • 32:39 - 32:44
    den Vorhersagen entspricht. Und da sieht
    man bei manchen, dass das sozusagen
  • 32:44 - 32:49
    langsam dann sich verschiebt. Ne, das
    meinetwegen 10 Minuten früher als
  • 32:49 - 32:52
    vorhergesagt kommt, aus den Vorhersagen,
    die damals in der ersten Veröffentlichung
  • 32:52 - 32:56
    getroffen worden sind, die die Profis
    gemacht haben. Und darüber kann man
  • 32:56 - 32:59
    natürlich die Bahndaten, die Umlaufzeit
    dann weiter verbessern.
  • 32:59 - 33:02
    Herald: Aber wenn du ganz zufällig der
    erste gewesen wärst –
  • 33:02 - 33:06
    Theusner: Ja das wäre schön!
    Herald: Also es wäre rein theoretisch
  • 33:06 - 33:08
    möglich.
    Theusner: Ja klar, da müsste ich halt,
  • 33:08 - 33:11
    genau das wäre natürlich ein riesen
    Zufall. Klar, kann ich machen. Ich kann
  • 33:11 - 33:14
    jetzt natürlich einfach jetzt die Nächte
    damit, in Anführungszeichen verbringen,
  • 33:14 - 33:18
    einfach dann immer von einer Stelle mal
    Fotos zu machen und dann die ganzen
  • 33:18 - 33:22
    Sterne, die da drin sind, auf
    Exoplanetentransit zu überprüfen. Das ist
  • 33:22 - 33:26
    natürlich theoretisch möglich, ne. Ja,
    aber die Wahrscheinlichkeit ist dann halt
  • 33:26 - 33:31
    sehr gering, vor allem weil die Transits,
    die halt sehr viel abgedeckt wird von den
  • 33:31 - 33:35
    ganz großen Planeten bei den helleren
    Sternen, die ich als Amateur beobachten
  • 33:35 - 33:39
    kann. Da sind mit Sicherheit schon recht
    viele auch bekannt. Aber klar.
  • 33:39 - 33:42
    Herald: Du kennst das Phänomen, so
    unwahrscheinlich es auch ist, dass man
  • 33:42 - 33:47
    einen Lottogewinn hat, es gibt immer einen
    glücklichen Exoplaneten entdeckt. Also das
  • 33:47 - 33:54
    … ähm … andere Frage: Könnt ihr eigentlich
    unterscheiden, ob ein Planet groß und nah
  • 33:54 - 33:58
    an der Sonne ist oder klein und weiter
    weg? Ich stelle mir das gerade so vor,
  • 33:58 - 34:03
    dass ich quasi mit meinem Daumen die, die
    die Sonne zudecken. Dann ist der Daumen da
  • 34:03 - 34:07
    zwar winzig, aber der, der Transit wäre ja
    da. Kann man das unterscheiden?
  • 34:07 - 34:10
    Theusner: Ja, auf jeden Fall. Wegen der
    Transitdauer kann man das unterscheiden.
  • 34:10 - 34:13
    Herald: Ach natürlich.
    Theusner: Weil der der weit weg läuft, der
  • 34:13 - 34:17
    braucht natürlich viel länger. Man muss
    sich das mal bei der Erde vorstellen,
  • 34:17 - 34:21
    warum es Planeten findet, die Umlaufzeit
    und vor ein paar Tagen hat, bei der Erde
  • 34:21 - 34:25
    müssen könnte man das ja nur einmal im
    Jahr sehen, so ein Transit, also wenn die
  • 34:25 - 34:29
    jetzt auf einem Stern vorbeiziehen würde
    von außen gesehen. Und insofern haben
  • 34:29 - 34:33
    natürlich diese Suchprogramm mit den
    Transitplaneten natürlich dann vor allem
  • 34:33 - 34:35
    die gefunden, die kurze Laufzeiten haben.
    Herald: Natürlich.
  • 34:35 - 34:38
    Theusner: und jetzt nicht — Deswegen ist
    auch die Frage da: gibt es unser
  • 34:38 - 34:42
    Sonnensystem jetzt eigentlich häufiger
    oder nicht? Also wie unseres aufgebaut
  • 34:42 - 34:46
    ist. Umlaufzeit von Neptun sind dann ja
    schon 89 Jahre. Da würde so ein Transit
  • 34:46 - 34:51
    einmal in 89 Jahren stattfinden lassen.
    Herald: Da braucht man langen Atem, ja. Zu
  • 34:51 - 34:56
    so einer philosophischen Frage komme ich
    gleich noch. Aber vorab vielleicht noch:
  • 34:56 - 35:02
    wäre es hilfreich, wenn sich mehrere
    Exoplanetenjäger verabreden würden, um auf
  • 35:02 - 35:07
    unserem Planeten über eine große
    geographische Entfernung gleichzeitig nach
  • 35:07 - 35:12
    Transits zu suchen bzw. ein Transit
    aufzunehmen? Also, weißt du, so die Idee,
  • 35:12 - 35:15
    dass man eventuell mit einer höheren
    Auflösung ist bei verteilten
  • 35:15 - 35:20
    Radioteleskopen ja auch gewinnbringend
    ist. Würde das helfen? Das geht ja bei
  • 35:20 - 35:24
    solchen visuellen Aufnahmen nicht, also
    musst du ja live zusammen schalten über
  • 35:24 - 35:30
    sehr komplizierte Methoden, die die Profis
    natürlich dann auch haben. Das ist für
  • 35:30 - 35:36
    Amateure nicht möglich. Das sind ja diese
    speziellen Anwendungen, mit denen dann
  • 35:36 - 35:40
    solche … das ist leider zu komplex. Also
    wüsste ich jetzt nicht, wie man sowas als
  • 35:40 - 35:44
    Amateur machen könnte.
    Herald: Dann nächste Frage: Wie
  • 35:44 - 35:49
    unterscheide ich ein Transit von einem
    veränderlichen Stern, also außer dass ich
  • 35:49 - 35:53
    das apriori weiß, da ich explizit in der
    Datenbank ein Transit herausgesucht habe.
  • 35:53 - 35:57
    Theusner: Genau, also die Profis, die
    suchen natürlich. Da gibt es Suchprogramme
  • 35:57 - 36:01
    für, und das ist natürlich eine der ganz
    wichtigen Fragen. Man kennt ja schon sehr,
  • 36:01 - 36:05
    sehr lange so die
    Helligkeitsänderungsprofile von so
  • 36:05 - 36:10
    veränderlichen Sternen, die halt aus einem
    anderen Entwicklungsstadium sind als die
  • 36:10 - 36:13
    Sonne, die halt regelmäßig auch ihre
    Helligkeit ändern, stärker. Und diese
  • 36:13 - 36:18
    Helligkeitsprofile der Transit sind halt
    sehr charakteristisch und man kann
  • 36:18 - 36:21
    natürlich nicht nur aus einer einzigen
    Transitbeobachtung dann gleich einen
  • 36:21 - 36:26
    Planeten nachweisen. Man muss das halt
    immer wieder mehrfach diesen Transit dann
  • 36:26 - 36:30
    sehen und dann kann man überhaupt erst
    sehen, wie lange der Umlauf dauert und
  • 36:30 - 36:32
    dann kann man das natürlich dann sicher
    sagen.
  • 36:32 - 36:35
    Herald: Also alle 89 Jahre, dann aber
    pünktlich da sein.
  • 36:35 - 36:37
    Theusner: lacht Ja genau. Ja deswegen.
    Also deswegen halt diese heißen Jupiter,
  • 36:37 - 36:41
    die decken halt viel ab, und sind halt
    irre schnell um den Stern rum. Man wusste
  • 36:41 - 36:44
    vorher überhaupt gar nicht, dass es solche
    Planeten überhaupt gibt und man hat immer
  • 36:44 - 36:47
    noch Schwierigkeiten zu erklären, wie die
    überhaupt entstehen und da hingekommen
  • 36:47 - 36:50
    sind. Das halt ein irre spannendes
    Forschungsthema.
  • 36:50 - 36:55
    Herald: Danke für die geniale Überleitung
    auf die philosophische Frage: Empfindet
  • 36:55 - 36:59
    ihr als Exoplanetenjäger
    eigentlich auch diese anthropologische
  • 36:59 - 37:03
    Kränkung, also bei Wikipedia unter
    "Kränkung der Menschheit" T lacht mal
  • 37:03 - 37:07
    nachgeschaut, weil wir als Menschheit ja
    jetzt nicht mehr im Mittelpunkt des
  • 37:07 - 37:11
    Universums stehen, sondern unser
    Planetensystem ja offenbar eins von
  • 37:11 - 37:16
    unglaublich vielen ist? Oder hilft uns das
    vielleicht, unsere Bedeutung ein bisschen
  • 37:16 - 37:19
    zu relativieren, um selber mehr
    Verantwortung zu übernehmen?
  • 37:19 - 37:21
    Theusner: Ja, natürlich haben wir also ,
    genau, das ist natürlich erstmal
  • 37:21 - 37:26
    unglaublich, was wir heute — also vor 30
    Jahren, da wusste man noch nicht, dass es
  • 37:26 - 37:28
    Planeten um andere Sterne gibt, hat man
    noch nicht, hat man vermutet, natürlich,
  • 37:28 - 37:35
    nie nachgewiesen. '92 das erste Mal. Und
    ähm, ja, dann hat sich das natürlich auch
  • 37:35 - 37:39
    dann immer bestätigt, ne, das es
    eigentlich gar nicht so einzigartig ist
  • 37:39 - 37:42
    ne, dass es Planeten an sich gibt. Aber
    soweit wir wissen, sind wir noch die
  • 37:42 - 37:46
    einzigen Bekannten und überhaupt der
    einzige bewohnte Planet bis jetzt. Nun,
  • 37:46 - 37:50
    wir sind ja jetzt in Anführungszeichen die
    einzigen, die das überhaupt alles
  • 37:50 - 37:53
    beobachten können und auch überhaupt
    versuchen können zu erklären, das
  • 37:53 - 37:57
    Universum zu verstehen. Und das find ich
    schon unglaublich spannend. Wir kriegen ja
  • 37:57 - 37:59
    auch immer mehr raus, wie viel
    Verantwortung wir von unserem Planeten
  • 37:59 - 38:02
    eigentlich haben, das es so eine besondere
    Lage ist. Also das hat das für mich
  • 38:02 - 38:05
    eigentlich noch viel mehr verstärkt.
    Herald: Die einen mehr, die anderen
  • 38:05 - 38:07
    weniger
    Theusner: Also auch aus dieser
  • 38:07 - 38:12
    Sonderrolle. Wer weiß — also jetzt mit den
    neuen Teleskopen, die jetzt kommen, als es
  • 38:12 - 38:17
    geht ja jetzt auch im nächsten Jahr dieses
    Extremely Large Telescope in Chile ans
  • 38:17 - 38:23
    Netz, dass ein 39 Meter Spiegel hat. Das
    ist zusammengesetzt aus 1000 Segmenten,
  • 38:23 - 38:27
    Einzelspiegeln. Und damit wird man
    natürlich dann auch tatsächlich die ähm …
  • 38:27 - 38:32
    also Spektren von Exoplanetenatmosphären
    aufnehmen können, und dann rauskriegen
  • 38:32 - 38:36
    können, woraus die bestehen, obs da
    meinetwegen freien Sauerstoff gibt und so
  • 38:36 - 38:39
    weiter. Und dann könnte man vielleicht
    dann schon in ein paar Jahren dann
  • 38:39 - 38:44
    zumindest untersuchen, ob das auf anderen
    Planeten dann auch vielleicht Leben gibt
  • 38:44 - 38:47
    oder so, ne, eine charakter… oder auch
    Chlorophyll, also kann man ja auch —
  • 38:47 - 38:50
    Herald: in der Atmosphäre mit Spektren
    Theusner: Ja oder auch einfach die
  • 38:50 - 38:53
    Spektren, das Licht, was man so einem
    Planeten dann reflektiert wird dann …
  • 38:53 - 38:57
    Herald: Das heißt, die Profis werden dann
    mit ihrem milliardenschweren Gerät dahin
  • 38:57 - 39:03
    schauen, wo die ganzen Amateure, die durch
    deinen Vortrag jetzt vor Begeisterung
  • 39:03 - 39:05
    sprühen, schon mal was vermutet haben.
    Sorum wirds laufen, oder?
  • 39:05 - 39:08
    Theusner: Ja oder man hat ja auch schon.
    Also man kann ja extrem viele Planeten
  • 39:08 - 39:12
    schon, auch welche, die in den, so wie man
    … also wie wir das so bezeichnen
  • 39:12 - 39:16
    habitablen Zonen eines Sterns liegen. Also
    da, wo die Temperatur richtig wäre, damit
  • 39:16 - 39:20
    da dauerhaft flüssiges Wasser existieren
    kann. Da kennt man ja auch schon relativ …
  • 39:20 - 39:24
    eine ganze Reihe und das wäre natürlich
    Kandidaten, die man zuerst vielleicht mal
  • 39:24 - 39:29
    anschaut, ne. Aber man weiß ja auch gar
    nicht, was für Leben es geben könnte und
  • 39:29 - 39:33
    in welcher Form und so weiter.
    Herald: Es muss nicht immer nur —
  • 39:33 - 39:35
    Theusner: Wir kennen ja nur ein Beispiel,
    ne, deswegen ist das natürlich immer nur
  • 39:35 - 39:41
    unsere eingeschränkte Sichtweise.
    Herald: Ja, du. Wir haben den ersten
  • 39:41 - 39:47
    Schwung von Fragen, die aus dem Chat
    kamen, wunderbar beantwortet, dank dir.
  • 39:47 - 39:53
    Ich werde jetzt noch eine kleine
    Moderation machen dürfen, aber alle Wesen
  • 39:53 - 40:00
    einladen, tatsächlich überzusiedeln in den
    Q&A Raum, weil wir da die
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    Diskussion noch ein bisschen weitertreiben
    können von dieser Stelle. An dieser Stelle
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    noch einmal einen herzlichen Dank und ich
    hoffe, wir sehen uns gleich.
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    rc3 2021 outro musik
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    Untertitel erstellt von c3subtitles.de
    im Jahr 2022. Mach mit und hilf uns!
Title:
Transits von Exoplaneten vermessen - eine Anregung zum Selbermachen mit Webcam oder DSLR an kleinen
Description:

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Video Language:
German
Duration:
40:26

German subtitles

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