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← Die nächste globale landwirtschaftliche Revolution

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Showing Revision 11 created 06/02/2020 by Sonja Maria Neef.

  1. 2019 erhielt die Menschheit eine Warnung:
  2. 30 führende Forscher
    veröffentlichten die Ergebnisse
  3. einer großangelegten 3-jährigen
    globalen Landwirtschaftsstudie
  4. und zeigten, dass Fleischerzeugung
    unseren Planeten zerstört
  5. und die globale Gesundheit gefährdet.
  6. Einer der Autoren erklärte,
  7. dass "die Menschheit eine Gefahr
    für die Stabilität des Planeten darstelle.
  8. [Dies bedarf] nichts weniger als eine neue
    globale landwirtschaftliche Revolution."
  9. Ich habe mich die letzten 2 Jahrzehnte

  10. für eine Abwendung von industrieller
    Fleischerzeugung eingesetzt.
  11. Ich wollte glauben, dass dieser Weckruf
    etwas bewirken würde.
  12. Allerdings habe ich sowas
    seit Jahrzehnten immer wieder gesehen.
  13. Hier 2018 aus dem Magazin "Nature".
    [Reduktion des Fleischkonsums essentiell]
  14. 2017 aus dem "Bioscience Journal".
    [16.000 Wissenschaftler warnen]
  15. 2016 von der National Academy of Sciences.
    [Die tiefgreifende Folgen ...]
  16. Der Fokus dieser Studien
    ist normalerweise der Klimawandel.

  17. Aber Antibiotikaresistenz
    stellt eine genauso große Gefahr dar.
  18. Wir verfüttern gewaltige Mengen
    von Antibiotika an Nutztiere.
  19. Diese Antibiotika
    mutieren dann zu Supererregern,
  20. die die Wirksamkeit von Antibiotika
  21. noch zu unseren Lebenszeiten gefährden.
  22. Schock gefällig?
  23. Googlen Sie: "Das Ende
    wirksamer Antibiotika."
  24. Ich möchte etwas klar stellen:

  25. Ich will niemandem vorschreiben
    was er essen soll.
  26. Individueller Einsatz ist großartig,
  27. aber Antibiotikaresistenzen
    und Klimawandel --
  28. dafür bedarf es mehr.
  29. Nebenbei: Die Welt zu überzeugen,
    weniger Fleisch zu essen,
  30. hat bisher nie funktioniert.
  31. Seit 50 Jahren flehen Umweltschützer,
    Gesundheitsexperten und Tierschützer
  32. die Öffentlichkeit an,
    weniger Fleisch zu essen.
  33. Trotzdem ist der Fleischverbrauch pro Kopf
  34. so hoch wie noch nie
    seit Beginn der Aufzeichnung.
  35. Im Durchschnitt aß ein Nordamerikaner
    letztes Jahr mehr als 200 Pfund Fleisch.
  36. Und ich habe keins gegessen.
    (Gelächter)
  37. Was bedeutet, dass irgendjemand
    400 Pfund Fleisch gegessen hat.

  38. (Gelächter)

  39. Mit den aktuellen Steigerungsraten

  40. müssen wir bis 2050 70-100 %
    mehr Fleisch produzieren.
  41. Dafür brauchen wir eine weltweite Lösung.
  42. Wir müssen das Fleisch produzieren,
    das die Menschen so lieben,
  43. allerdings auf eine ganz neue Art.
  44. Ich habe ein paar Ideen.
  45. Idee Nummer eins:
    Fleisch aus Pflanzen herstellen.

  46. Anstatt Pflanzen ganz ineffizient
    als Tierfutter anzubauen,
  47. sollten wir mit diesen Pflanzen
    Fleisch biomimetisch herstellen.
  48. Lasst uns pflanzliches Fleisch herstellen.
  49. Idee Nummer zwei: richtiges Fleisch

  50. kann direkt von Zellen erzeugt werden.
  51. Anstatt lebende Tiere aufzuziehen,
    lassen Sie uns die Zellen direkt züchten.
  52. Es dauert 6 Wochen bis ein Huhn
    Schlachtgewicht erreicht.
  53. Wenn die Zellen direkt gezüchtet werden,
  54. kann man die gleiche Masse
    in 6 Tagen erreichen.
  55. So sieht das im großen Maßstab aus.
  56. Das ist Ihre nette
    Fleischbrauerei um die Ecke.
  57. (Gelächter)

  58. Ich möchte auf 2 Dinge hinweisen.

  59. Erstens, wir glauben, wir können es.
  60. Seit einigen Jahren stellen mehrere Firmen
    Fleisch aus Pflanzen her,
  61. das Verbraucher nicht mehr von
    richtigem Fleisch unterscheiden können,
  62. und es gibt inzwischen
    dutzende von Firmen,
  63. die richtiges tierisches Fleisch
    direkt aus Zellen züchten.
  64. Dieses pflanzliche und
    zellbasierte Fleisch
  65. gibt den Verbrauchern alles
    was sie am Fleisch lieben --
  66. den Geschmack, Konsistenz und so weiter --
  67. aber ohne Antibiotika
  68. und mit einem Bruchteil von
    negativen Auswirkungen für das Klima.
  69. Und weil diese zwei Technologien
    so viel effizienter sind,
  70. im Produktionsmaßstab,
  71. werden diese Produkte billiger sein.
  72. Aber ein kurzer Punkt dazu --

  73. es wird nicht einfach sein.
  74. Diese pflanzlichen Firmen haben kleine
    Vermögen an ihren Burgern ausgegeben,
  75. und zellbasiertes Fleisch ist bislang
    noch nicht kommerziell erhältlich.
  76. Wir brauchen also alle Mann an Deck
  77. um dies weltweit zu verbreiten.
  78. Erstmal brauchen wir die
    derzeitige Fleischindustrie.

  79. Wir wollen die Fleischindustrie
    nicht zerstören,
  80. wir wollen sie verändern.
  81. Wir brauchen ihre
    Massenproduktionsvorteile,
  82. ihre Versorgungskette,
    ihre Marketing-Erfahrung,
  83. und den riesigen Kundenstamm.
  84. Wir brauchen auch Regierungen.

  85. Regierungen geben jedes Jahr
    Milliarden von Dollar
  86. für Forschung und Entwicklung aus
  87. mit Schwerpunkt auf
    globaler Gesundheit und Umwelt.
  88. Die sollten einen Teil des Geldes
    für die Optimierung und Perfektion
  89. von pflanzlichem und
    zellbasiertem Fleisch stecken.
  90. Zehntausende von Amerikanern
    starben letztes Jahr

  91. an anitbiotikaresistenten Superbugs.
  92. Bis 2050 wird diese Zahl auf weltweit
    jährlich 10 Millionen ansteigen.
  93. Und der Klimawandel stellt
    eine existentielle Gefahr dar
  94. für riesige Teile unserer
    globalen Familie,
  95. einschließlich einiger der
    ärmsten Menschen auf dieser Erde.
  96. Klimawandel, Antibiotikaresistenz --
    das sind globale Notstände.

  97. Die Fleischproduktion verschlimmert
    diese Notstände weltweit.
  98. Aber wir werden den
    Fleischkonsum nicht reduzieren
  99. wenn wir den Verbrauchern
    keine Alternativen bieten
  100. die das gleiche oder weniger kosten
    und genauso oder besser schmecken.
  101. Wir haben die Lösung.

  102. Lassen Sie uns Fleisch
    aus Pflanzen herstellen
  103. und direkt aus Zellen züchten.
  104. Wir sind spät dran
    um die notwendigen Ressourcen
  105. für die nächste landwirtschaftliche
    Revolution zu mobilisieren.
  106. Dankeschön.

  107. (Applaus)