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← Wieso du "Der Meister und Margarita" lesen solltest - Alex Gendler

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Showing Revision 2 created 09/30/2019 by Angelika Lueckert Leon.

  1. Der Teufel ist in die Stadt gekommen.
  2. Aber keine Sorge -- er will lediglich
    eine Zaubershow inszenieren.
  3. Diese absurde Prämisse bildet den
    zentralen Plot für Mikhail Bulgakovs Werk

  4. "Der Meister und Margarita".
  5. Verfasst in Moskau in den 1930ern,
  6. wurde der surreale Mix aus politischer
    Satire, hisorischer Fiktion
  7. und okkultem Mystizismus eines der
    größten Werke des 20. Jahrhunderts --
  8. und eines der merkwürdigsten.
  9. Die Geschichte beginnt als ein Treffen
    zweier Mitglieder der literarischen Elite

  10. von einem merkwürdigen Herrn
    namens Woland unterbrochen wird.
  11. Dieser stellt sich als
    ein fremder Gelehrter vor,
  12. eingeladen um ein eine Vorführung zu
    schwarzer Magie zu halten.
  13. Während der Fremde die zwei Freunde in
    eine philosophische Debatte verwickelt
  14. und ominöse Voraussagen
    über ihr Schicksal macht,
  15. findet sich der Leser plötzlich ins
    Jerusalem des 1. Jhd transportiert.
  16. Hier verurteilt ein gepeinigter
    Pontius Pilatus
  17. Jesus aus Nazareth widerstrebend zu Tode.
  18. Die Geschichte wechselt
    zwischen den zwei Schauplätzen,
  19. und Woland und seine Begleitung
    -- Azazello, Koroviev, Hella,
  20. und ein gigantischer Kater
    namens Behemoth --
  21. haben unheimliche magische Kräfte,
  22. die sie nutzen, um Ihre Show
    zu inszenieren
  23. und dabei eine Spur aus Verwüstung
    und Verwirrung zu hinterlassen.
  24. Der schwarze Humor des Romans stammt
    nicht nur aus diesem teuflischen Unheil

  25. sondern auch aus dem Hintergrund,
    vor dem es abläuft.
  26. Bulgakovs Geschichte spielt am selben
    Schauplats an dem sie geschrieben wurde --
  27. in der UdSSR auf der Höhe
    der Stalinistischen Periode.
  28. Hier arbeiteten Künstler und Autoren
    unter strikter Zensur,
  29. Mit drohender Haft, Verbannung
    oder Hinrichtung
  30. sollten sie die Staatsideologie
    untergraben.
  31. Selbst wenn genehmigt,
    wurde ihre Arbeit --
  32. sowie Wohnort, Reisen und alles andere --
  33. von verwickelter Bürokratie beherrscht.
  34. Im Roman manipuliert Woland dieses System
    und das Gewebe der Realität
  35. mit urkomischen Ergebnissen.
  36. Während Köpfe von Körpern getrennt werden
    und Geld vom Himmel regnet,
  37. reagieren die Bewohner Moskaus
    mit kleinlichem Eigennutz
  38. und zeigen wie die Sowjetgesellschaft Geiz
    und Zynismus nährt, trotz ihrer Ideale.
  39. Und die nüchterne Erzählweise
    vermischt ganz bewusst
  40. die Seltsamkeit der
    übernatürlichen Geschehnisse
  41. mit der Absurdität des
    Sowjetischen Alltagslebens.
  42. Wie hat es Bulgakov also geschafft,
    einen solchen staatskritischen Roman

  43. in einem unterdrückenden
    Regime zu veröffentlichen?
  44. Nun ... hat er nicht.
  45. Er arbeitete seit über 10 Jahren
    an "Der Meister und Margarita".
  46. Aber obwohl Stalins Gunst ihm gegenüber
  47. Bugakov vor ernstlicher
    Verfolgung bewahrte,
  48. wurden viele seiner Stücke und Werke
    nicht veröffentlicht.
  49. was ihn schützte aber
    gewissermaßen stumm machte.
  50. Als der Autor in den 1940ern verstarb,
  51. blieb das Manuskript unveröffentlicht.
  52. In den 1960ern wurde schließlich
    eine zensierte Version veröffentlicht,
  53. während Kopien des ungekürzten
    Manuskripts weiterhin
  54. im Untergrund zirkulierten.
  55. Der gesamte Text wurde
    erst 1973 veröffentlicht,
  56. mehr als 30 Jahre nach
    seiner Fertigstellung.
  57. Bulgakovs Erfahrungen mit Zensur
    und künstlerischer Frustration

  58. gaben dem zweiten Teil des Romans
    etwas Biografisches
  59. Hier treffen wir endlich
    den Namensvetter des Romans.
  60. 'Der Meister' ist ein namenloser Autor,
    der Jahre lang an einem Roman arbeitete,
  61. das Manuskript aber verbrannte
    als es von Verlegern abgelehnt wurde --
  62. eben so wie Bulgakov es
    mit seinen eigenen Werken tat.
  63. Und doch ist der wahre Protagonist
    die Geliebte des Masters, Margarita.
  64. Ihre Hingabe an die verworfenen Träume
    ihres Liebhabers bilden eine seltsame

  65. Verbindung zu den Eskapaden
    der diabolischen Truppe --
  66. und treibt die Geschichte
    auf ihren surrealen Höhepunkt.
  67. Trotz seines schwarzen Humors
    und der komplexen Strukturen, ist

  68. "Der Meister und Margarita", im Kern, eine
    Betrachtung von Kunst, Liebe und Erlösung
  69. die sich nie in Zynismus verliert.
  70. Die lang überfällige Veröffentlichung des
    Buches und sein erstaunliches Überleben
  71. bezeugen was Woland zum Meister sagte:
  72. "Manuskripte brennen nicht."