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← Everything is a Remix Part 3

Creativity isn’t magic. Part three of this four-part series explores how innovations truly happen.

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Showing Revision 6 created 07/30/2011 by Retired user.

  1. Der Akt der Kreation ist umgeben von einem Nebel aus Mythen

  2. Mythen, dass Kreativität aus Inspiration hervorgeht...
  3. ...dass originelle Werke aus der Reihe fallen,...
  4. ...dass sie Produkte von Genies sind...
  5. ...und dass sie so schnell auftauchen wie Elektrizität einen Glühfaden erhitzt.
  6. Aber Kreativiät ist keine Magie.
  7. Sie entsteht durch Anwendung gewöhnlicher Gedankenwerkzeuge auf vorhandenes Material
  8. Und der Nährboden unserer Kreation ist etwas, was wir verachten und missverstehen
  9. obwohl es uns so viel gibt...und das ist das Kopieren
  10. Vereinfacht gesagt ist Kopieren unser Weg des Lernens
  11. Wir können nichts Neues vorstellen bis wir die Sprache in unserem Fachgebiet fließend sprechen, und wir tun das durch Nachahmung
  12. Beispielsweise verbrachten alle Künstler ihre ersten formgebenden Jahre damit, abgekupferte Arbeiten herzustellen.
  13. Bob Dylans erstes Album enthielt elf Cover-Lieder
  14. Richard Pryor startete seine Stand-Up-Kariere mit einer nicht gerade guten Bill-Cosby-Imitation
  15. Und Hunter S. Thompson hat The Great Gatsby abgeschrieben, nur um das Gefühl zu bekommen, einen großartigen Roman zu schreiben
  16. Niemand fängt originell an.
  17. Wir brauchen das Kopieren, um eine Grundlage für Wissen und Verständnis zu bilden
  18. Und danach...dann können die Dinge interessant werden
  19. Nachdem wir uns durch das Kopieren in die Grundlagen eingearbeitet haben
  20. ist es uns dann möglich etwas neues durch Transformation zu schaffen.
  21. Sich eine vorhandene Idee vorzunehmen und Variationen davon zu erstellen
  22. ist zeitraubend, aber es kann letztlich zu einem Durchbruch führen
  23. James Watt hat die Dampfmaschine erheblich verbessert,
  24. weil er beauftragt wurde eine Thomas Newcomen Dampfmaschine zu reparieren
  25. Danach hat er zwölf Jahre damit verbracht, seine Version zu entwickeln
  26. Christopher Latham Sholes hat seine Schreibmaschine aus einem Klavier geformt
  27. über fünf Jahre hinweg entwickelte sich das Design in die QWERTY-Tastatur, die wir heute noch benutzen
  28. Und Thomas Edison erfand nicht die Glühbirne.
  29. Sein erstes Patent war "Verbesserungen elektrischer Lampen"
  30. Aber er stellte die erste kommerziell brauchbare Glühbirne her,
  31. nachdem er 6000 verschiedene Materialien für den Glühfaden getestet hatte
  32. Dies sind alles große Fortschritte,
  33. aber es sind keine originellen Ideen, sondern eher Wendepunkte
  34. in einer fortlaufenden Linie von Erfindungen vieler verschiedener Personen
  35. Aber die aufregendsten Ergebnissen können entstehen, wenn Ideen kombiniert werden.
  36. Durch die Verbindung von Ideen können kreative Sprüng vollbracht werden
  37. und es entstehen dann die größten Durchbrüche der Geschichte
  38. Johannes Gutenbergs Buchdruckmaschine wurde ungefähr um das Jahr 1440 erfunden,
  39. aber fast alle Komponenten gab es schon seit Jahrhunderten.
  40. Ford Motor Company erfand nicht das Fließband,
  41. austauschbare Teile oder sogar das Auto selbst,
  42. aber 1908 wurden dort all diese Elemente komibiniert,
  43. um das erste für den Massenmarkt geeignete Auto herzustellen, das Modell T.
  44. Und das Internet wuchs langsam über Jahrzehnte hinweg
  45. während Netzwerke und Protokolle sich immer mehr verflochten.
  46. Bis es schließlich 1991 die kritische Masse erreichte als Tim Berners-Lee das World Wide Web hinzufügte.
  47. Dies sind die Grundelemente von Kreativität
  48. Kopieren, Transformieren, Kombinieren.
  49. Und die perfekte, funktionierende Darstellung all dieser Elemente
  50. ist die Geschichte der Geräte, die wir genau jetzt nutzen.
  51. Lassen Sie uns zum Anfang der PC Revolution zurückreisen
  52. und die Firma ansehen, mit der alles begann: Xerox.
  53. Xerox erfand den modernen PC in den frühen Siebzigern
  54. Der Alto war ein mit einer Maus steuerbaren System mit einer grafischen Benutzeroberfläche
  55. Behalten Sie im Hinterkopf, dass ein gängiger PC dieser Zeit durch Kippschalter bedient wurde
  56. und wenn sie in der richtigen Reihenfolge bediente
  57. blinkende Lichter sehen konnte.
  58. Der Alto war seiner Zeit weit voraus.
  59. Schließlich hat Apple sich den Alto genau angeschaut
  60. und später nicht einen, sondern zwei Computer mit grafischen Oberflächen herausgebracht
  61. den Lisa und seinen erfolgreicheren Nachfolger, den Macintosh.
  62. Der Alto war nie ein kommerzielles Produkt
  63. aber Xerox brachte 1981 ein darauf basierendes System heraus,
  64. den Star 8010, zwei Jahren vor dem "Lisa"
  65. drei Jahre vor dem Mac
  66. Der Star und der Alto dienten dem Macintosh als Grundlage
  67. Der Xerox Star benutzte eine Desktop-Metapher mit Icons für Dokumente und Ordner.
  68. Er hatte einen Mauszeiger, Scrollbalken und Ausklappmenüs.
  69. Dies waren riesige Neuerungen und der Mac kopierte jede einzelne davon.
  70. Aber es war die erste Kombination, die er sich einverleibte, der den Mac auf den Weg für Langzeiterfolg brachte.
  71. Apple hatte das Ziel den Computer in die Haushalte zu bringen.
  72. Der Mac sollte ein einfaches Gerät wie ein Fernseher oder Radio sein.
  73. Ganz im Gegensatz zum Star, der für den professionellen Einsatz gedacht war
  74. und ganz im Gegensatz zu den schwerfälligen, kommandozeilen-basierten System, die damals vorherrschten.
  75. Der Mac war für Zuhause und dies hat zu einer Reihe von Veränderungen geführt.
  76. Erstens entfernte Apple eine der Maustasten, um sein neuartige Gerät weniger verwirrend zu machen
  77. Danach fügten sie den Doppelklick zum Öffnen von Dateien hinzu.
  78. Der Star benutzte eine separate Taste, um Dateien zu öffnen
  79. Mit dem Mac konnte man auch Icons verschieben und Fenster bewegen und in der Größe verändern.
  80. Der Star hatte kein Drag-and-Drop.
  81. man verschob und kopierte Dateien durch Auswahl eines Icons,
  82. Drücken einer Tasten und dann Klicken eines Zielortes.
  83. Und man änderte die Fenstergröße mit einem Menü.
  84. Der Star und der Alto besaßen beide Ausklappmenüs,
  85. aber weil deren Position sich auf dem Bildschirm änderte
  86. musste sich der Benutzer ständig neu orientieren
  87. Der Mac führte die Menüleiste ein,
  88. die immer an der gleichen Stelle blieb, egal was man gerade tat.
  89. Und der Mac fügte den Papierkorb hinzu, um das Löschen von Dateien intuitiver und weniger nervenaufreibend zu machen.
  90. Und schließlich hatte Apple es geschafft durch Kompromisse und geschickte Ingenieurskunst
  91. den Preis eines Mac auf 2500 $ einzuschrumpfen.
  92. Das war immer noch ziemlich teuer, aber viel günstiger als der 10000 $ teuere Lisa oder der 17000 $ teure Star.
  93. Aber was alles ins Rollen brachte war die grafische Oberfläche
  94. kombiniert mit der Idee des Computers für Zuhause.
  95. Der Mac ist ein Beispiel für das explosive Potential von Kombinationen
  96. Der Star und der Alto andererseits
  97. sind Produkte von Jahren elitärer Forschung und Entwicklung
  98. Sie sind ein Zeugnis der langsamen Macht der Transformation.
  99. Aber natürlich beinhalten auch sie Werke anderer.
  100. Der Alto und der Star sind evolutionäre Verzweigungen, die zurückführen zum NLS System,
  101. welches Fenster und die Maus einführte,
  102. dann zu Sketchpad, die erste interaktive Zeichenanwendungen
  103. und sogar zurück zum Memex,
  104. ein Konzept, dass den modernen PC Jahrzehnten ähnelt, bevor es überhaupt möglich war.
  105. Die wechselseitige Abhängigkeit unserer Kreativität wurde durch mächtige kulturelle Ideen verdeckt,
  106. aber die Technologie bringt diese Verbundenheit jetzt zum Vorschein
  107. Wir kämpfen rechtlich,
  108. ethisch und künstlerisch mit uns selbst, um mit diesen Konsequenzen umzugehen
  109. und damit geht es in unserer nächsten und letzten Episode weiter
  110. Teil 4
  111. Was wäre gewesen, wenn Xerox sich nie dafür entschieden hätte, die grafische Oberfläche weiter zu verfolgen?
  112. Oder wenn Thomas Edison einen anderen Markt gefunden hätte?
  113. Was wenn Tim Berners-Lee nie die Mittel bekommen hätte, um das World Wide Web zu entwickeln?
  114. Wäre unsere Welt anders?
  115. Wäre wir weiter zurück?
  116. Die Geschichte scheint uns zu erzählen, dass die Dinge nicht so anders wären.
  117. Wann immer es einen großen Durchbruch gibt,
  118. sind normalerweise andere schon auf dem selben Weg.
  119. Vielleicht ein bisschen hinterher,
  120. vielleicht gar nicht hinterher.
  121. Isaac Newton und Gottfried Leibniz erfanden beide ungefähr 1684 die Infinitesimalrechnung.
  122. Charles Darwin stellte natürlich die Evolutionstheorie vor,
  123. aber Alfred Russel Wallace hatte ziemlich genau die gleiche Idee zu ziemlich genau der gleichen Zeit.
  124. Und Alexander Graham Bell und Elisha Gray reichten am selben Tag Patente für das Telefon ein.
  125. Wir nennen das Mehrfachentdeckung.
  126. Dieselbe Innovation kommt an verschiedenen Orten auf.
  127. Wissenschaft und Erfindung ist davon durchlöchert,
  128. aber es kann auch in der Kunst vorkommen.
  129. Beim Film zum Beispiel gab es drei Coco Chanel Filme innerhalb von 9 Monaten
  130. Um 1999 gab es ein Quartett von Science Fiction Filmen über künstliche Realität.
  131. Sogar Charlie Kaufmans ungewöhnliches Original
  132. Synecdoche New York
  133. beinhaltet eine unheimliche Ähnlichkeit zu Tom McCarthys Roman "Remainder"
  134. Es sind beides Geschichten über Männer, die plötzlich reich werden
  135. und anfangen, Momente ihres Lebens neu zu gestalten,
  136. und gehen sogar so weit die Neugestaltungen neu zu gestalten.
  137. Und streng genommen auch das hier,
  138. das Video, das Sie gerade anschauen
  139. wurde geschrieben kurz bevor der New Yorker eine Malcolm Gladwell Story veröffentlicht hat
  140. und zwar über Apple, Xerox und die Natur der Innovation.
  141. Wir alle arbeiten mit dem gleichen Material
  142. und manchmal erhalten wir zufällig ähnliche Ergebnisse.
  143. Aber manchmal scheinen Innovationen einfach unvermeidbar.
  144. Hallo, ich bin Kirby
  145. ich bin der Schaffer von "Everything is a Remix"
  146. und vielen Dank nochmal fürs Anschauen
  147. Ich möchten gern kurz den Leuten danken, die an dieser Episode mitgearbeitet haben
  148. genau wie meinen Follwers bei Twitter, die mir gelegentlich bei der Recherche helfen.
  149. Zu guter Letzt sind finanzielle Spenden sehr geschätzt und
  150. willkommen. Sie tragen wirklich dazu bei diese Arbeit zu schaffen.
  151. Wenn Sie also in der Lage sind
  152. besuchen Sie doch bitte die Spendenseite auf meiner Website
  153. und steuern sie bei was immer diese Serien Ihnen wert ist.
  154. Denken Sie auch darüber nach die Quellen und Referenzen auf der Website zu besuchen
  155. und ein paar der Bücher, Musik und Filme dort zu kaufen.
  156. Das ist die Arbeit, auf der ich diese Serie aufbaue.
  157. Diese Leute können Ihre Unterstützung sicherlich auch gebrauchen.
  158. Zum Schluss: besuchen Sie mich. Live-Vorträge sind geplant. Schauen Sie auf der Website für nähere Infos.
  159. Wenn Sie mich für einen Vortrag buchen wollen
  160. schreiben Sie eine E-Mail an talks@everythingisaremix.info
  161. Das wär's! Schalten Sie nächstes Mal wieder ein für den aufregenden Schlusspart von "Everything is a Remix"
  162. und außerdem eine spannende Ankündigung
  163. Ok, macht's gut Leute. Wiedersehen!