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← Das Unmögliche tun – die Angst überwinden| Dan Meyer | TEDxMaastricht

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Showing Revision 18 created 05/20/2016 by Nadine Hennig.

  1. Danke schön.

  2. Es war einmal ein indischer König,
    ein Maharaja.
  3. An seinem Geburtstag
    gab es den Befehl,
  4. dass alle Häuptlinge dem König
    Geschenke bringen sollten.
  5. Manche brachten feine Seide,
    manche schöne Schwerter,
  6. manchen brachten Gold.
  7. Am Ende der Schlange ging
    ein sehr gebückter, alter Mann,
  8. der hatte einen tagelangen Fußmarsch
    aus seinem Dorf am Meer hinter sich.
  9. Als er an der Reihe war,
    fragte der Königssohn:
  10. "Welches Geschenk bringst
    du für den König?"
  11. Der alte Mann öffnete langsam seine Hand
  12. und zeigte eine wunderschöne Muschel
    mit Windungen in Lila, Gelb, Rot und Blau.
  13. Der Sohn des Königs sagte:
  14. "Das ist kein Geschenk für einen König!
    Was soll das für ein Geschenk sein?"
  15. Der alte Mann sah langsam
    zu ihm auf und sagte:
  16. "Langer Weg ... Teil von Geschenk."
  17. (Gelächter)
  18. Ich möchte Ihnen später
    auch ein Geschenk machen --
  19. ein Geschenk, das, glaube ich,
    Verbreitungswert hat.
  20. Doch vorher möchte ich Sie
    auf meinen langen Weg mitnehmen.
  21. Wie die meisten von Ihnen
    begann ich mein Leben als kleines Kind.
  22. Wie viele von Ihnen begannen
    ihr Leben als kleines Kind?
  23. Jung geboren?
  24. Ungefähr die Hälfte ... Okay.
  25. (Gelächter)
  26. Und der Rest wurde ausgewachsen geboren?
  27. Ihre Mütter möchte ich mal sehen!
  28. Das nenne ich mal "unmöglich"!
  29. (Gelächter)
  30. Schon als kleines Kind war ich davon
    fasziniert, das Unmögliche zu versuchen.
  31. Heute ist der Tag, auf den ich
    mich seit vielen Jahren freue,
  32. denn heute werde ich versuchen,
  33. das Unmögliche hier
    vor Ihren Augen zu tun,
  34. hier bei TEDxMaastricht.
  35. Ich beginne damit, Ihnen zu sagen,
    wie es enden wird:
  36. Ich werde Ihnen beweisen, dass
    das Unmögliche nicht unmöglich ist.
  37. Und ich werde es damit beenden,
  38. Ihnen ein Geschenk zu machen,
    das Verbreitungswert hat:
  39. Ich werde Ihnen zeigen, dass Sie in Ihrem
    Leben das Unmögliche erreichen können.
  40. Auf meinem Weg das Unmögliche
    zu tun, habe ich festgestellt,
  41. dass alle Menschen dieser Welt
    zwei Dinge gemeinsam haben:
  42. Jeder hat Ängste und jeder hat Träume.
  43. Auf meinem Weg, das Unmögliche zu tun,
  44. habe ich festgestellt,
    dass es drei Dinge gab,
  45. die ich über Jahre hinweg getan habe,
  46. die mich dazu gebracht haben,
    das Unmögliche zu versuchen:
  47. Völkerball, auf Niederländisch "Trefbal",
  48. Superman
  49. und Moskitos.
  50. Das sind meine Schlüsselwörter.
  51. Nun wissen Sie, warum ich in
    meinem Leben das Unmögliche versuche.
  52. Ich nehme Sie mit auf
    meine Reise, meinen langen Weg,
  53. von Ängsten zu Träumen,
  54. von Wörtern zu Schwertern,
  55. von Völkerball
  56. zu Superman
  57. zu Moskitos.
  58. Ich hoffe, ich kann Ihnen zeigen,
  59. wie Sie in Ihrem Leben
    das Unmögliche schaffen können.
  60. 4. Oktober 2007 --
  61. mein Herz raste, meine Knie zitterten,
  62. als ich auf die Bühne
    des "Sanders Theater"
  63. der Universität Harvard ging,
  64. um 2007 den Anti-Nobelpreis
    in Medizin zu erhalten,
  65. für einen medizinischen Forschungsbericht,
    den ich mitverfasst habe,
  66. genannt "Schwertschlucken ...
  67. und seine Nebenwirkungen".
  68. (Gelächter)
  69. Er wurde in einem
    kleinen Journal veröffentlicht,
  70. das ich zuvor nie gelesen hatte:
  71. das "British Medical Journal".
  72. Für mich ging damit
    ein Traum in Erfüllung,
  73. eine unerwartete Überraschung
    für jemanden wie mich.
  74. Es war eine unvergessliche Ehre.
  75. Aber es war nicht der
    denkwürdigste Tag meines Lebens.
  76. Am 4. Oktober 1967
  77. litt ein ängstlicher, schüchterner,
    dürrer, mutloser Junge
  78. an großen Ängsten.
  79. Als er die Bühne betrat,
  80. raste sein Herz,
  81. seine Knie zitterten.
  82. Er öffnete den Mund ...
  83. (versucht zu sprechen)
  84. doch er brachte kein Wort heraus.
  85. Er stand da, zitterte vor Tränen,
  86. gelähmt vor Panik,
  87. erstarrt vor Angst.
  88. Dieser ängstliche, schüchterne,
    dürre, mutlose Junge
  89. litt an großen Ängsten:
  90. Er hatte Angst vor der Dunkelheit,
  91. Höhenangst,
  92. Angst vor Spinnen und Schlangen.
  93. Wer hat Angst vor Spinnen und Schlangen?
  94. Okay, einige von Ihnen.
  95. Er hatte Angst vor Wasser und Haien,
  96. Angst vor Ärztzen,
    Krankenschwestern und Zahnärzten,
  97. vor Nadeln, Bohrern
    und scharfen Gegenständen.
  98. Doch vor mehr als allem anderen,
    hatte er Angst vor ...
  99. Menschen.
  100. Dieser ängstliche, schüchterne,
    dürre, mutlose Junge
  101. war ich.
  102. Ich hatte Angst
  103. vor Versagen und Ablehnung,
  104. ein schwaches Selbstbewusstsein,
    Minderwertigkeitskomplexe,
  105. und etwas, was damals
    noch nicht bekannt war:
  106. eine soziale Angststörung.
  107. Weil ich Ängste hatte, wurde ich
    von Rüpeln geärgert und verprügelt.
  108. Sie lachten und gaben mir Schimpfnamen;
  109. sie ließen mich nicht
    bei ihren Spielen mitmachen.
  110. Oh, es gab ein Spiel,
    bei dem ich mitmachen durfte ...
  111. Völkerball --
  112. ich war kein guter Spieler.
  113. Die Schläger riefen meinen Namen
    und als ich aufsah,
  114. sah ich diese roten Bälle mit großer
    Geschwindigkeit in mein Gesicht fliegen --
  115. bum, bum, bum!
  116. Ich erinnere mich, wie ich an vielen
    Tagen von der Schule nach Hause ging:
  117. Mein Gesicht war rot und brannte,
    meine Ohren waren rot und klingelten,
  118. meine Augen brannten vor Tränen,
  119. und ihre Worte brannten in meinen Ohren.
  120. Und wer auch immer sagte:
  121. "Stock und Stein bricht mein Gebein,
  122. aber Worte können mich nicht verletzen",
  123. der hat gelogen!
  124. Worte können schneiden wie ein Messer.
  125. Worte können stechen wie ein Schwert.
  126. Worte können tiefe Wunden hinterlassen,
  127. die man von außen nicht sehen kann.
  128. Ich hatte also Ängste, und Worte
    waren meine größten Feinde --
  129. sie sind es immer noch.
  130. Aber ich hatte auch Träume.
  131. Ich ging heim und flüchtete mich
    in Superman-Comics.
  132. Ich las diese Comics und träumte davon,
  133. ein Superheld wie Superman zu sein.
  134. Ich wollte für Wahrheit
    und Gerechtigkeit kämpfen.
  135. Ich wollte gegen Schurken
    und Kryptonit kämpfen.
  136. Ich wollte Übermenschliches
    leisten und Leben retten.
  137. Mich faszinierten auch Dinge,
    die real waren.
  138. Ich las das Guinness-Buch der Rekorde
    und Ripleys "Einfach Unglaublich".
  139. Wer hat das Guinness-Buch
    oder Ripleys Buch gelesen?
  140. Ich liebe solche Bücher!
  141. Echte Menschen
    vollbringen echte Leistungen.
  142. Ich sagte: "Das will ich machen."
  143. Wenn mich die Schläger nicht
    bei ihren Spielen mitmachen lassen,
  144. dann will ich echte Magie,
    echte Heldentaten vollbringen.
  145. Ich möchte Außergewöhnliches leisten,
    etwas, was diese Schläger nicht können.
  146. Ich wollte meine Berufung finden;
    ich wollte wissen, wofür ich lebe.
  147. Ich wollte Unglaubliches leisten,
    um die Welt zu verändern.
  148. Ich wollte beweisen, dass
    Unmögliches nicht unmöglich ist.
  149. 10 Jahre später.
  150. Es war die Woche
    vor meinem 21. Geburtstag.
  151. Zwei Dinge passierten an diesem Tag,
  152. die mein Leben
    für immer verändern würden.
  153. Ich lebte gerade in Tamil Nadu, Indien.
  154. Ich war dort Missionar
  155. und mein Mentor und Freund fragte mich:
  156. "Hast Du Triele, Daniel?"
  157. Und ich fragte: "Triele? Was sind Triele?"
  158. Er sagte: "Triele sind Ziele,
    die man in Leben erreichen will --
  159. eine Kombination von Träumen und Zielen.
  160. Wenn du alles tun, alles
    und überall sein könntest,
  161. wo immer und was du willst,
  162. wohin würdest du gehen?
  163. Was würdest du tun?
  164. Wer würdest du sein?"
  165. Ich sagte:
  166. "Nein, das kann ich nicht! Ich trau
    mich nicht, ich habe zu viel Angst!"
  167. In dieser Nacht nahm ich meine Strohmatte
    mit auf das Dach des Bungalows,
  168. legte mich unter die Sterne
  169. und beobachtete wie
    die Fledermäuse Moskitos jagten.
  170. Und alles, an was ich denken konnte,
    waren Triele: Träume und Ziele,
  171. und an die Schläger mit den Bällen.
  172. Ein paar Stunden später wachte ich auf.
  173. Mein Herz raste, meine Knie zitterten.
  174. Doch diesmal war es nicht Angst.
  175. Mein ganzer Körper hatte Schüttelkrämpfe.
  176. In den nächsten fünf Tagen
  177. wurde ich immer wieder bewusstlos,
  178. und auf meinem Totenbett
    kämpfte ich um mein Leben.
  179. Mein Kopf brannte mit 41°C Malariafieber.
  180. Doch immer wenn ich bei Bewusstsein war,
    konnte ich nur an Triele denken.
  181. Ich dachte: "Was fange ich
    mit meinem Leben an?"
  182. In der Nacht vor meinem 21. Geburtstag,
  183. in einem klaren Moment,
  184. kam ich schließlich zu dem Schluss:
  185. Ich erkannte, diesen kleinen Moskito,
  186. Anopheles Stephensi --
  187. dieser kleine Moskito,
    der weniger als 5 Mikrogramm wiegt,
  188. weniger als ein Salzkorn.
  189. Wenn dieser Moskito einen
    80 Kilo schweren Mann umhauen kann,
  190. dann ist das ist mein Kryptonit!
  191. Doch dann erkannte ich:
    Nein, es ist nicht der Moskito.
  192. Es ist ein kleiner Parasit im Moskito,
  193. Plasmodium Falciparum,
  194. der jedes Jahr über
    eine Million Menschen tötet.
  195. Ich erkannte: Nein,
    es ist noch kleiner als das,
  196. doch mir kam es viel größer vor.
  197. Ich erkannte:
  198. Angst war mein Kryptonit,
  199. mein Parasit,
  200. der mich und mein Leben
    verkrüppelt und gelähmt hat.
  201. Es gibt einen Unterschied
    zwischen Gefahr und Angst.
  202. Gefahr ist echt.
  203. Angst ist eine Wahl.
  204. Und ich erkannte, ich hatte eine Wahl:
  205. Ich könnte entweder in Angst leben
    und als Verlierer sterben,
  206. oder ich könnte meine Ängste überwinden
    und nach meinen Träumen greifen.
  207. Ich könnte es wagen, das Leben zu leben.
  208. Wenn man auf dem Totenbett liegt
    und den Tod vor Augen hat,
  209. möchte man nichts anderes,
    als wieder lebendig sein.
  210. Ich erkannte, dass jeder stirbt,
  211. aber nicht jeder wirklich lebt.
  212. Mit dem Sterben kommt das Leben.
  213. Wenn man lernt zu sterben,
  214. lernt man wirklich zu leben.
  215. Also habe ich beschlossen,
  216. meine Geschichte in dieser Nacht
    neu zu schreiben.
  217. Ich wollte nicht sterben.
  218. Also sprach ich ein kleines Gebet:
  219. "Gott, wenn du mich bis zu
    meinem 21. Geburtstag leben lässt,
  220. werde ich die Angst nicht länger
    mein Leben bestimmen lassen.
  221. Ich werde meine Ängste besiegen
    und nach meinen Träumen greifen.
  222. Ich werde mein Leben ändern;
  223. ich möchte etwas Unglaubliches
    aus meinem Leben machen;
  224. ich möchte meine Berufung finden.
  225. Ich möchte wissen, dass das
    Unmögliche nicht unmöglich ist."
  226. Ich verrate Ihnen nicht,
    ob ich diese Nacht überlebt habe,
  227. ich lasse es Sie selbst herausfinden.
  228. Noch in dieser Nacht machte ich eine
    Liste mit meinen ersten 10 Trielen:
  229. Ich beschloss, ich würde
    alle Kontinente besuchen;
  230. alle 7 Weltwunder besuchen;
    eine Menge Fremdsprachen lernen;
  231. auf einer einsamen Insel leben;
    auf einem Schiff im Ozean leben;
  232. mit einem Indianerstamm
    am Amazonas leben;
  233. den Gipfel des höchsten Berges
    in Schweden besteigen.
  234. Ich wollte Mount Everest
    bei Sonnenaufgang sehen;
  235. ich wollte im Musikgeschäft
    in Nashville arbeiten.
  236. Ich wollte in einem Zirkus arbeiten
  237. und aus einem Flugzeug springen.
  238. In den nächsten 20 Jahren
    erreichte ich die meisten meiner Triele.
  239. Und immer, wenn ich
    eines meiner Triele erreichte,
  240. fügte ich 5 oder 10 neue zu meiner Liste
    hinzu und meine Liste wächst weiter.
  241. 7 Jahre lang lebte ich auf einer
    kleinen Insel in den Bahamas --
  242. ungefähr 7 Jahre lang,
  243. in einer Strohhütte,
  244. fing mit einem Speer
    Haie und Rochen als Mahlzeit,
  245. als einziger auf dieser Insel,
    in einem Lendenschurz,
  246. und ich lernte,
    mit den Haien zu schwimmen.
  247. Von dort bin ich nach Mexiko gezogen,
  248. und anschließend zum Amazonas in Ecuador,
  249. Pujo Pongo Ecuador, und lebte
    dort mit einem Eingeborenenstamm.
  250. Stück für Stück begann ich Vertrauen
    zu gewinnen, nur durch meine Triele.
  251. Ich wechselte ins Musikgeschäft
    nach Nashville und dann nach Schweden,
  252. zog nach Stockholm
    und arbeitete dort im Musikgeschäft;
  253. dort bestieg ich auch den Gipfel
    des Mount Kebnekaise,
  254. hoch über dem Polarkreis.
  255. Ich lernte, ein Clown zu sein,
  256. zu jonglieren,
  257. auf Stelzen zu gehen,
  258. Einrad zu fahren,
    Feuer zu schlucken, Glas zu essen ...
  259. Und 1997 hörte ich,
  260. dass es nur noch ein Dutzend
    Schwertschlucker auf der Welt gibt.
  261. Ich sagte: "Das muss ich tun!"
  262. Ich traf einen Schwertschlucker
    und bat ihn um Tipps.
  263. Er sagte: "Ich gebe dir zwei Tipps:
  264. Nr. 1: Es ist extrem gefährlich;
  265. Leute sind dabei gestorben.
  266. Nr. 2: Mach es nicht!"
  267. (Gelächter)
  268. Also fügte ich es
    meiner Triele-Liste hinzu.
  269. Ich übte 10-12-mal am Tag, jeden Tag,
  270. über vier Jahre hinweg.
  271. Ich rechne das jetzt hoch:
  272. 4 x 365 [x 12] --
  273. es waren ca. 13 000 erfolglose Versuche,
  274. bevor ich 2001 mein erstes Schwert
    schlucken konnte.
  275. Während dieser Zeit
    setzte ich mir als Triel,
  276. der weltweit führende Experte
    im Schwertschlucken zu werden.
  277. Also durchsuchte ich jedes Buch,
    Magazin, Zeitungsartikel,
  278. jeden medizinischen Bericht.
  279. Ich las alles über
    Physiologie und Anatomie;
  280. ich sprach mit Ärzten
    und Krankenschwestern;
  281. vernetzte alle Schwertschlucker
  282. im Internationalen Schwertschluckerverband
  283. und führte zwei Jahre
    medizinische Forschungen
  284. über das "Schwertschlucken
    und seine Nebenwirkungen" durch.
  285. Der Bericht darüber wurde
    im British Medical Journal veröffentlicht.
  286. Danke.
  287. (Applaus)
  288. Ich lernte einige faszinierende Dinge
    über Schwertschlucken --
  289. einige Dinge, an die Sie
    sicher niemals gedacht hätten,
  290. aber nach heute Abend denken werden.
  291. Nächstes Mal, wenn Sie zu Hause
    ein Steak durchschneiden,
  292. mit Ihrem Messer, einem Schwert oder
    Ihrem "bestek", werden Sie daran denken.
  293. Ich lernte, dass Schwertschlucken
    aus Indien kommt --
  294. dort wo ich es als
    20-Jähriger erstmals sah,
  295. ungefähr vor 4000 Jahren,
    also 2000 Jahre vor Chr.
  296. In den letzten 150 Jahren,
    nutzte man Schwertschlucker
  297. in den Bereichen
    Wissenschaft und Medizin,
  298. um 1868 das erste starre
    Endoskop zu entwickeln,
  299. was Dr. Adolf Kussmaul
    in Freiburg, Deutschland, tat.
  300. 1906 wurde das Elektrokardiogramm
    in Wales erfunden,
  301. um Schluckstörungen
    und Verdauung zu untersuchen,
  302. Bronchoskopie, so was in der Art.
  303. Doch in den letzten 150 Jahren
  304. wissen wir von Hunderten von
    Verletzungen und Dutzenden von Toten.
  305. Hier ist das starre Endoskop, das von
    Dr. Adolf Kussmaul entwickelt wurde.
  306. Aber wir haben herausgefunden,
  307. dass es 29 Todesfälle
    in den letzten 150 Jahren gab,
  308. inklusive dem
    Schwertschlucker aus London,
  309. der sich mit seinem Schwert
    das Herz durchbohrte.
  310. Außerdem fanden wir heraus,
  311. dass es jährlich 3 bis 8 schwere
    Verletzungen durch Schwertschlucken gibt.
  312. Ich erhalte dann immer diese Anrufe,
  313. zwei in den letzten Wochen,
  314. einen aus Schweden und einen aus Orlando,
  315. von Schwertschluckern, die mit
    Verletzungen im Krankenhaus liegen.
  316. Es ist also extrem gefährlich.
  317. Ich habe auch gelernt,
    dass es 2 bis 10 Jahre dauern kann,
  318. um zu lernen, wie man
    ein Schwert schluckt,
  319. für die meisten Menschen.
  320. Aber die faszinierendste Entdeckung war,
  321. wie Schwertschlucker lernen,
    das Unmögliche zu tun.
  322. Ich verrate Ihnen ein kleines Geheimnis:
  323. Fixieren Sie sich nicht auf die 99,9 %,
    die unmöglich sind,
  324. sondern auf die 0,1 %, die möglich sind,
  325. und finden Sie heraus,
    wie sie möglich sind.
  326. Ich nehme Sie auf eine kleine Reise
  327. in die Gedanken
    eines Schwertschluckers mit.
  328. Um ein Schwert zu schlucken,
    braucht es Geist-über-Materie-Meditation,
  329. messerscharfe Konzentration,
  330. um punktgenau innere Organe zu isolieren
  331. und automatische Körperreflexe
    zu überwinden,
  332. durch verstärkte Gehirnsynopsen,
    durch wiederholtes Muskeltraining,
  333. durch gezielte Übungen
    und das über 10 000-mal.
  334. Ich nehme Sie auf eine kleine Reise
  335. in den Körper eines Schwertschluckers mit.
  336. Um ein Schwert zu schlucken,
  337. lasse ich die Klinge
    über meine Zunge gleiten,
  338. unterdrücke den Würgereiz
    im Halsbereich der Speiseröhre,
  339. navigiere einen 90-Grad-Winkel
    hinunter zum Kehldeckel,
  340. gehe durch den krikopharyngealen
    oberen Schließmuskel,
  341. unterdrücke den Peristalik-Reflex,
  342. schiebe die Klinge in die Brusthöhle,
  343. zwischen die Lungenflügel.
  344. An diesem Punkt
  345. muss ich mein Herz beiseite drücken.
  346. Wenn man genau hinsieht,
  347. sieht man, wie sich das Schwert
    mit dem Herzschlag bewegt,
  348. da es genau am Herz anliegt,
  349. nur etwa einen Millimeter davon getrennt
    durch die Speiseröhrenwand.
  350. Das kann man nicht fälschen.
  351. Dann schiebe ich es am Brustbein vorbei,
  352. passiere den unteren
    Speiseröhrenschließmuskel,
  353. weiter nach unten in den Magen,
  354. unterdrücke den Würgereiz im Magen
    bis unten zum Zwölffingerdarm.
  355. Ein Kinderspiel.
  356. (Gelächter)
  357. Ginge ich weiter hinunter,
  358. wäre ich bei den Eileitern,
    auf Niederländisch Eileiders, Eierstokken.
  359. Die Männer können ihre Frauen
    später danach fragen.
  360. Die Leute sagen:
  361. "Es muss eine Menge Mut kosten,
    sein Leben zu riskieren,
  362. sein Herz beiseite zu schieben
    und ein Schwert zu schlucken.“
  363. Nein. Was wirklich Mut erfordert,
  364. ist es für den ängstlichen,
    schüchternen, dürren, mutlosen Jungen
  365. Fehler und Ablehnung zu riskieren,
  366. sein Herz zu tragen,
  367. seinen Stolz zu schlucken,
  368. hier oben vor einer Menge
    von Fremden zu stehen
  369. und ihnen seine Geschichte über
    Ängste und Träume zu erzählen,
  370. sich die Eingeweide zu zerreißen,
    wörtlich und im übertragenen Sinn.
  371. Danke.
  372. (Applaus)
  373. Das wirklich Erstaunliche daran ist,
  374. dass ich immer etwas Außergewöhnliches
    in meinem Leben tun wollte
  375. und das tue ich gerade.
  376. Aber das wirklich
    Außergewöhnliche ist nicht,
  377. dass ich 21 Schwerter
    auf einmal schlucken kann,
  378. oder 6 Meter unter Wasser
    in einem Becken mit Haien und Rochen
  379. für Ripleys "Einfach unglaublich",
  380. oder ein auf 800°C erhitztes Schwert
    für Stan Lees "Superhumans"
  381. als "Ein Mann aus Stahl”,
  382. und es war verdammt heiß!
  383. Oder mit dem Schwert
    ein Auto zu ziehen für Ripleys,
  384. oder Guinness,
  385. oder es ins Finale bei
    "America got Talent" zu schaffen,
  386. oder 2007 den Anti-Nobelpreis
    für Medizin zu gewinnen.
  387. Nein, das ist nicht
    das wirklich Außergewöhnliche.
  388. Das denken die Leute.
    Nein, nein, das ist es nicht.
  389. Das wirklich Außergewöhnliche ist:
  390. Gott nimmt diesen ängstlichen,
    schüchternen, dürren, mutlosen Jungen
  391. der Höhenangst hatte,
    Angst vor Wasser und Haien,
  392. Angst vor Ärzten und Krankenschwestern,
    und Nadeln und scharfen Gegenständen,
  393. davor, vor Leuten zu sprechen,
  394. und lässt mich jetzt um die Welt fliegen,
  395. in Höhen von 10 000 Metern,
  396. scharfe Gegenstände unter Wasser
    schlucken, in einem Becken mit Haien,
  397. mit Ärzten und Krankenschwestern sprechen
    und einem Publikum wie Sie weltweit.
  398. Das ist das wirklich Tolle für mich.
  399. Ich wollte immer das Unmögliche machen.
  400. (Applaus)
  401. Danke.
  402. (Applaus)
  403. Ich wollte immer das Unmögliche machen
    und nun tue ich es.
  404. Ich wollte etwas Außergewöhnliches
    in meinem Leben machen
  405. und die Welt verändern,
    und nun tue ich es.
  406. Ich wollte immer um die Welt fliegen
    und Übermenschliches leisten
  407. und Leben retten, und nun tue ich es.
  408. Und wissen Sie was?
  409. Es ist immer noch einen kleiner Teil
  410. des großen Traumes
    des kleinen Jungen in mir.
  411. (Gelächter)
  412. (Applaus)
  413. Ich wollte immer meine Berufung finden
  414. und jetzt habe ich sie gefunden.
  415. Aber wissen Sie was?
  416. Es geht nicht um die Schwerter,
    nicht um meine Stärken.
  417. Es geht um meine Schwächen, meine Worte.
  418. Meine Berufung ist es,
    die Welt zu verändern,
  419. indem ich Ängste besiege:
  420. ein Schwert und ein Wort nach dem anderen,
  421. ein Messer und ein Leben nach dem anderen,
  422. um Menschen zu inspirieren,
    Superhelden zu sein,
  423. und in ihrem Leben das Unmögliche zu tun.
  424. Mein Ziel ist es, anderen zu helfen,
    ihr Ziel zu finden.
  425. Was ist Ihres?
  426. Was ist Ihr Ziel?
  427. Warum sind Sie hier?
  428. Ich glaube, wir alle sind berufen,
    Superhelden zu sein.
  429. Was ist Ihre Superkraft?
  430. Bei einer Weltbevölkerung
    mit über 7 Milliarden Menschen
  431. gibt es nur ein paar Dutzend
    Schwertschlucker weltweit,
  432. aber nur einmal Sie,
  433. Sie sind einzigartig.
  434. Was ist Ihre Geschichte?
  435. Was macht Sie anders?
  436. Erzählen Sie Ihre Geschichte,
  437. auch wenn Ihre Stimme
    dünn und zittrig ist.
  438. Was sind Ihre Triele?
  439. Wenn Sie alles tun,
    jeder und überall sein könnten,
  440. was würden Sie tun,
    wohin würden Sie gehen?
  441. Was würden Sie tun?
  442. Was würden Sie mit Ihrem Leben anfangen?
  443. Was ist Ihr größter Traum?
  444. Was war Ihr größter Traum
    als kleines Kind? Denken Sie zurück.
  445. Ich wette, es war das, oder ?
  446. Was waren Ihre kühnsten Träume,
  447. von denen Sie dachten,
    sie seien so seltsam und obskur?
  448. Ich wette, das hier lässt Ihre Träume
    nicht so seltsam wirken, oder?
  449. Was ist Ihr Schwert?
  450. Jeder von Ihnen hat ein Schwert,
  451. ein zweischneidiges Schwert
    aus Ängsten und Träumen.
  452. Schlucken Sie Ihr Schwert,
    was immer es auch ist.
  453. Verfolgen Sie Ihre Träume,
    mein Damen und Herren,
  454. es ist nie zu spät, um das
    zu sein, was man sein will.
  455. An alle Schläger mit den Bällen --
  456. diese Kinder, die dachten, ich würde
    das Unmögliche niemals schaffen,
  457. ich möchte ihnen nur eines sagen:
  458. Danke!
  459. Denn gäbe es keine Schurken,
    hätten wir auch keine Superhelden.
  460. Ich bin hier, um zu beweisen:
    Das Unmögliche ist nicht unmöglich!
  461. Das hier ist extrem gefährlich,
    es könnte mich umbringen.
  462. Ich hoffe, Sie genießen es.
  463. (Gelächter)
  464. Ich brauche Ihre Hilfe dafür.
  465. Nein, nein, nein ... Sie müssen mir
    beim Zählen helfen, okay?
  466. (Gelächter)
  467. Wenn Sie die Wörter kennen?
    Zählen Sie mit mir, fertig?
  468. Eins,
  469. zwei,
  470. drei ...
  471. Nein, das ist 2,
    aber Sie wissen, was ich meine.
  472. [Publikum]: 1, 2, 3 ...
  473. (tiefes Einatmen)
  474. (Applaus)
  475. Jawohl!
  476. (Applaus, Pfeifen)
  477. Vielen, vielen Dank.
  478. Danke, danke, danke,
    danke aus tiefstem Herzen.
  479. oder besser, aus tiefstem Magen.
  480. Ich sagte Ihnen, dass ich hierher kam, um
    das Unmögliche zu tun, und das habe ich.
  481. Aber das war nicht das Unmögliche,
    das mache ich jeden Tag.
  482. Das Unmögliche war für den ängstlichen,
    schüchternen, dürren, mutlosen Jungen,
  483. seinen Ängsten ins Auge zu sehen,
    hier auf der TEDx-Bühne zu stehen,
  484. und die Welt zu verändern,
    ein Wort nach dem anderen,
  485. ein Schwert und ein Leben
    nach dem anderen.
  486. Wenn ich Sie dazu gebracht habe,
    anders zu denken;
  487. wenn Sie nun wissen, dass Sie
    das Unmögliche in Ihrem Leben tun können,
  488. dann ist meine Arbeit getan,
    und Ihre hat gerade begonnen.
  489. Hören Sie nie auf,
    zu träumen und zu glauben.
  490. Danke, dass Sie an mich geglaubt haben,
  491. und danke, dass Sie ein Teil
    meines Traumes waren.
  492. Hier ist mein Geschenk für Sie:
  493. Das Unmögliche ist nicht ...
  494. [Publikum]: unmöglich!
  495. Langer Weg ... Teil von Geschenk.
  496. (Applaus)
  497. Danke.
  498. (Applaus)
  499. (Jubel)
  500. Moderator: Danke, Dan Meyer, ... Wow!