YouTube

Teniu un compte YouTube?

New: enable viewer-created translations and captions on your YouTube channel!

German subtítols

← Wie der Klimawandel unsere Lebensmittel Nährstoffarmer machen könnte

Obtén el codi d'incrustació
29 llengües

Showing Revision 14 created 10/06/2019 by Angelika Lueckert Leon.

  1. Yogi Berra, ein US-Baseballspieler
    und Philosoph, sagte:
  2. "Wenn wir nicht wissen, wohin wir gehen,
    könnten wir dort nicht ankommen."
  3. Zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse
    geben uns eine größere Einsicht,
  4. mehr Klarheit darüber, wie unsere Zukunft
    mit dem Klimawandel aussehen könnte,
  5. und was das für unsere
    Gesundheit bedeuten könnte.
  6. Ich bin hier, um über
    einen ähnlichen Aspekt zu reden,
  7. darüber, wie unsere
    Emissionen von Treibhausgasen
  8. bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe
  9. die Nährstoffqualität unserer
    Lebensmitten reduziert.
  10. Lassen Sie uns mit der
    Nahrungspyramide beginnen.

  11. Sie kennen sie alle.
  12. Wir müssen uns alle ausgewogen ernähren.
  13. Wir brauchen Proteine,
  14. wir brauchen Spurenelemente,
  15. wir brauchen Vitamine.
  16. Dies ist eine Möglichkeit für uns,
    darüber nachzudenken,
  17. wie wir sichergehen können,
    was wir täglich brauchen
  18. um wachsen und gedeihen zu können.
  19. Aber wir essen nicht nur, weil wir müssen,

  20. wir essen auch um zu genießen.
  21. Brot, Pasta, Pizza --
  22. es gibt eine Palette an Lebensmitteln,
    die kulturell relevant sind.
  23. Wir essen diese gerne.
  24. Sie sind also wichtig
    für unsere Ernährung,
  25. aber auch wichtig für unsere Kulturen.
  26. Der Kohlenstoffdioxidgehalt ist

  27. seit dem Beginn der
    industriellen Revolution gestiegen,
  28. von etwa 280 ppm auf über 410 ppm heute,
  29. und er steigt weiter an.
  30. Der Kohlenstoff, den Pflanzen
    zum wachsen brauchen,
  31. kommt von diesem Kohlenstoffdioxid.
  32. Sie bringen ihn in die Pflanze,
  33. zersetzen es in reinen Kohlenstoff
  34. und benutzen diesen, um zu wachsen.
  35. Sie brauchen auch Nährstoffe
    aus dem Boden.
  36. Also ja, Kohlenstoffdioxid
    ist Pflanzenfutter.
  37. Und es sollten gute Nachrichten sein,

  38. dass die Kohlenstoffdioxid-
    Konzentration steigt,
  39. für die Nahrungssicherung weltweit,
  40. um sicherzustellen, dass Menschen
    jeden Tag genug zu essen haben.
  41. Etwa 820 Millionen Leute weltweit
    haben täglich nicht genug zu essen.
  42. Es gibt also ausreichend Belege dafür,
    wie höhere CO2-Level
  43. dem Problem der
    Nahrungssicherung helfen wird.
  44. Wir müssen unseren Fortschritt
    in der Agrarproduktivität vorantreiben,
  45. um die 9 bis 10 Milliarden Menschen,
    die 2050 am Leben sein werden, zu ernähren
  46. und um die nachhaltigen
    Entwicklungsziele zu erreichen,
  47. insbesondere das zweite Ziel,
  48. die Nahrungsunsicherheit zu reduzieren,
  49. Ernährung zu verbessern,
  50. den Zugang zu Lebensmitteln,
    die wir alle brauchen zu erleichtern.
  51. Wir wissen, dass der Klimawandel
    die Agrarproduktivität beeinflusst.
  52. Die Erde hat sich um
    circa ein Grad erwärmt,
  53. seit der vorindustriellen Zeit.
  54. Das ändert lokale Temperaturen
    und Niederschlagsmuster
  55. und es hat Konsequenzen
    für die Agrarproduktivität
  56. in vielen Teilen der Welt.
  57. Und es gibt nicht nur lokale Veränderungen
  58. bei Temperatur und Niederschlägen,
  59. es sind Extremwerte.
  60. Extremwerte hinsichtlich Hitzewellen,
    Überschwemmungen und Dürren
  61. beeinflussen die Produktivität erheblich.
  62. Und dass Kohlenstoffdioxid,

  63. abgesehen von der Förderung
    des Pflanzenwachstums,
  64. auch andere Konsequenzen hat,
  65. dass Pflanzen mit höherem
    Kohlenstoffdioxid-Gehalt
  66. die Synthese von Kohlenhydraten,
    Zuckern und Stärke vermehren
  67. und die Konzentration von Proteinen
    und wesentlichen Nährstoffen verringern.
  68. Das ist sehr wichtig, wenn wir an die
    Entwicklung von Nahrungssicherheit denken.
  69. Und vor ein paar Tagen, bei den
    Tischgesprächen zum Klimawandel,

  70. sagte jemand, dass sie
    5/7-Optimistinnen seien:
  71. Sie sind Optimistinnen
    an fünf Tagen der Woche
  72. und dies sei ein Thema
    für die anderen zwei Tage.
  73. Wenn wir die Spurenelemente betrachten,

  74. sind fast alle von ihnen von der
    höheren CO2-Konzentration betroffen.
  75. Zwei davon sind Eisen und Zink.
  76. Wenn man nicht genug Eisen hat, kann sich
    eine Eisenmangelanämie entwickeln.
  77. Sie wird mit Erschöpfung
    assoziiert, mit Atemnot
  78. und anderen mittelschweren Konsequenzen.
  79. Wenn man nicht genug Zink hat,
  80. kann man seinen Appetit verlieren.
  81. Es ist ein erhebliches Problem weltweit.
  82. Etwa eine Milliarde Menschen
    leiden an einem Zinkmangel.
  83. Es ist wichtig für die Gesundheit
    von Müttern und Kindern.
  84. Es beeinflusst die Entwicklung.
  85. Die B-Vitamine sind wesentlich
    für eine Palette an Dingen.
  86. Sie helfen dabei, unser Essen
    in Energie zu wandeln.
  87. Sie sind wichtig für die Funktionen
  88. vieler physiologischer Aktivitäten
    in unserem Körper.
  89. Und wenn höhere Kohlenstoff-Level
    in Pflanzen vorhanden sind,
  90. gibt es weniger Stickstoff
  91. und weniger Vitamin B.
  92. Und es betrifft nicht nur uns.

  93. Rinder sind bereits betroffen,
  94. weil die Qualität ihres Futters abnimmt.
  95. In der Tat betrifft es alle
    Konsumentinnen von Pflanzen.
  96. Und denken Sie, zum Beispiel, auch an
    unsere Haustiere, Katzen und Hunde.
  97. Wenn man die Etiketten der meisten
    Tier- und Hundenahrung betrachtet,
  98. entdeckt man einen erheblichen Anteil
    an Getreide in den Produkten.
  99. Es betrifft also alle.
  100. Wie wissen wir, dass das ein Problem ist?

  101. Wir wissen es aus Feldstudien
  102. und aus experimentellen
    Studien in Laboren.
  103. In den Feldstudien --
  104. ich beziehe mich hauptsächlich
    auf Weizen und Reis --
  105. es gibt Felder, zum Beispiel Reisfelder,
  106. die in verschiedene
    Parzellen unterteilt sind.
  107. Und alle Parzellen sind gleich:
  108. die Erde ist die gleiche,
  109. der Niederschlag ist gleich --
  110. alles ist identisch.
  111. Außer, dass einige Parzellen mit
    Kohlenstoffdioxid angeblasen werden.
  112. Also kann man vergleichen,
  113. wie es unter heutigen Umständen aussieht
  114. und unter CO2-Einfluss
    später im Jahrhundert.
  115. Ich war Teil einer der wenigen Studien,
    die sich damit befassen.

  116. Wir haben 18 Reislinien in
    China und Japan betrachtet
  117. und sie unter Konditionen angebaut,
    die man erwarten kann,
  118. später im Jahrhundert.
  119. Und wenn man sich die Ergebnisse anschaut,
  120. der weiße Balken zeigt
    die heutigen Konditionen,
  121. der rote Balken die später im Jahrhundert.
  122. Protein geht um 10 Prozent zurück,
  123. Eisen um etwa 8 Prozent,
    Zink um etwa 5 Prozent.
  124. Das klingt nicht nach
    großen Veränderungen,
  125. aber wenn man an die arme
    Bevölkerung in jedem Land denkt,
  126. die hauptsächlich Stärke zu sich nimmt,
  127. dann wird es Menschen,
    die sich am Limit befinden
  128. den Rest geben, ihnen einen
    ehrlichen Mangel bereiten
  129. und alle möglichen gesundheitlichen
    Probleme verursachen.
  130. Die Situation ist noch deutlicher
    bei den B-Vitaminen.

  131. Wenn man das Level von
    Vitamin B1 und B2 betrachtet,
  132. ging es um etwa 17 Prozent zurück.
  133. Pantothensäure, Vitamin B5,
    gingen um etwa 13 Prozent zurück.
  134. Folsäure um etwa 30 Prozent.
  135. Und dies sind Mittelwerte aus
    verschiedenen Experimenten,
  136. die wir durchgeführt haben.
  137. Folsäure ist wesentlich für
    die kindliche Entwicklung.
  138. Schwangere Frauen, die nicht
    genug Folsäure bekommen,
  139. haben ein erheblich größeres Risiko
    Babys mit Geburtsfehlern zu gebären.
  140. Das sind also sehr ernst zu nehmende
  141. potentielle Konsequenzen
    für unsere Gesundheit,
  142. bei fortschreitendem Anstieg
    des CO2-Levels.
  143. Ein anderes Beispiel,

  144. das ist eine Modellarbeit von
    Chris Weyant und Kolleginnen,
  145. betrachtet diese Entwicklung von höherem
    CO2 zu niedrigerem Eisen und Zink --
  146. und sie betrachteten nur Eisen und Zink --
  147. zu diversen gesundheitlichen Auswirkungen.
  148. Sie betrachteten Durchfallerkrankungen,
    Malaria, Lungenentzündung,
  149. Eisenmangelanämie,
  150. und untersuchten, was die Auswirkungen
    in 2050 sein könnten.
  151. Und je dunkler die Farbe ist,
  152. umso größer ist die Konsequenz.
  153. Man kann also die wesentliche
    Auswirkung sehen,
  154. in Asien und Afrika
  155. aber beachten Sie auch,
    dass in Ländern wie den USA
  156. und Ländern in Europa
  157. die Population betroffen sein könnte.
  158. Sie schätzten, dass etwa 125 Millionen
    Menschen betroffen sein könnten.
  159. Sie modellierten außerdem,
    was die effektivsten Maßnahmen wären,
  160. und ihr Fazit war die Reduzierung
    unserer Treibhausgase:
  161. unsere Treibhausgas-Emissionen
    zur Mitte des Jahrhunderts zu senken,
  162. um sich nicht so viele Sorgen um
    diese Konsequenzen machen zu müssen,
  163. später im Jahrhundert.
  164. Diese Experimente, diese Modellierungen

  165. haben nicht den Klimawandel
    selbst berücksichtigt.
  166. Sie haben sich nur auf
    Kohlenstiffdioxid bezogen.
  167. Wenn man also beides zusammen nimmt,
  168. kann davon ausgegangen werden,
    dass die Auswirkungen viel größer sind.
  169. Ich wünschte, ich könnte
    Ihnen jetzt sagen,

  170. wie viel sich Ihr Frühstück und
    was Sie zu mittag essen werden,
  171. gewandelt hat,
    seit Zeiten Ihrer Großeltern,
  172. bezüglich der Qualität der Nährwerte.
  173. Aber das kann ich nicht.
  174. Es gibt keine Untersuchungen dazu.
  175. Ich würde Ihnen gerne sagen,
    wie sehr die aktuelle Nahrungsunsicherheit
  176. von diesen Veränderungen betroffen ist.
  177. Aber das kann ich nicht.
  178. Auch hierzu gibt es keine Untersuchungen.
  179. Es gibt noch vieles herauszufinden
    in diesem Bereich,
  180. einschließlich möglicher Lösungsansätze.
  181. Wir wissen nicht genau,
    wie diese Lösungen aussehen,
  182. aber wir haben eine Reihe an Optionen.
  183. Wir haben technologische Fortschritte.
  184. Wir haben Pflanzenzüchtung.
    Wir haben Biofortifikation.
  185. Böden könnten den Unterschied ausmachen.
  186. Und natürlich wäre es hilfreich zu wissen,
  187. wie diese Veränderungen unsere
    zukünftige Gesundheit beeinflussen,
  188. und die Gesundheit unserer Kinder
    und die unserer Enkelkinder.
  189. Diese Investitionen brauchen Zeit.
  190. Es wird Zeit brauchen,
    all diese Fragen zu klären.
  191. Es gibt keine nationale Einheit
    oder Unternehmensgruppe,
  192. die diese Forschung finanziert.
  193. Wir brauchen diese
    Investitionen dringend,
  194. um herauszufinden wohin wir gehen.
  195. Was wir währenddessen tun können,

  196. ist sicher zu stellen,
  197. dass alle Menschen Zugang zu einer
    ausgewogenen Ernährung haben,
  198. nicht nur diejenigen in wohlhabenden
    Bereichen der Welt, sondern überall.
  199. Wir müssen außerdem,
    individuell und gemeinsam,
  200. unsere Treibhausgasemissionen reduzieren,
  201. um die Herausforderungen
    später im Jahrhundert zu reduzieren.
  202. Es wird gesagt, dass wenn
    man denkt, Bildung sei teuer,

  203. sollte man nur einmal Ignoranz betrachten.
  204. Lassen Sie uns das nicht tun.
  205. Lassen Sie uns in uns selbst investieren,
  206. in unsere Kinder,
  207. und in unseren Planeten.
  208. Danke schön.

  209. (Applaus)