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Showing Revision 11 created 04/12/2020 by Michaela Stalder.

  1. Die Realisierung einer solchen Szene
    ist ein enormer Aufwand.
  2. Viele Personen sind daran beteiligt
  3. und viel Forschungsarbeit
    wurde dafür getätigt.
  4. Zu Beginn hatten wir keine Ahnung,
    ob es möglich sein wird,
  5. diese Szene mit all ihrem inhaltlichen
    Reichtum technisch umzusetzen.
  6. Es erfordert eine gewaltige
    Computer-Rechenleistung,
  7. um eine fotorealistische Umgebung
    mit einer solchen
  8. Vielfalt und Vielschichtigkeit
    zu erschaffen.
  9. Wir verwenden hier gerne Computergrafik,
  10. um Umgebungen, Tiere und
    Lebewesen anhand von Skizzen,
  11. Vorlagen oder Filmmaterial
    nachzubilden.
  12. Wir setzen auch die Technik
    der Fotogrammetrie ein.
  13. Mit der Fotogrammetrie werden
    Standbilder zusammengefügt,
  14. um daraus Computermodelle zu erstellen,
  15. oder grosse Gelände-Abschnitte
    nachzubilden.
  16. Fotogrammetrie ist
    sehr komplex,
  17. aber die Anwendung unter
    Wasser fasziniert mich.
  18. Wir haben mit internen und externen
  19. Forschern gearbeitet, die an
    Korallenriffen getaucht sind,
  20. und Tausende Fotos von verschiedenen
    Korallenarten aufgenommen haben.
  21. So sind mit Hilfe der Fotogrammetrie
  22. viele unserer Korallenmodelle entstanden.
  23. Die Erfahrung des Visualisierungsstudios
    beim Rendern von Rastern mithilfe
  24. der Fotogrammetrie ermöglicht, dass sie
    mich nun darin unterstützen können,
  25. diesen Prozess so zu optimieren, dass er
  26. zukünftig für die wissenschaftliche
    Forschung eingesetzt werden kann.
  27. Der schwierigste Teil dieser
    gigantischen Aufgabe war der Anfang,
  28. als Tausende Korallenteilchen
    so ausgelegt werden mussten,
  29. damit alles gut aussieht.
  30. Dafür nimmt man irgendein Teilchen,
    reproduziert es unzählige Male,
  31. probiert es aus und verändert es
    jedesmal ein bisschen.
  32. Man dreht es, verändert die Grösse und
    richtet es unterschiedlich aus,
  33. vielleicht ändert man
    die Farbe etwas,
  34. oder man erstellt systematisch
    feine Variationen davon.
  35. Solange so viele individuelle Beispiele
    eines jeden Objekts beteiligt sind –
  36. und das sind Abertausende –
    so sind das
  37. mehr, als ich nachverfolgen kann.
  38. Zusätzlich zu den Korallen,
    die ja Tiere sind,
  39. haben wir noch andere Lebewesen entworfen,
  40. um das Publikum an diesen Ort zu locken.
  41. Die Szene zeigt über 3000 Fische
  42. und 31 verschiedene Arten von Fischen.
  43. Wir haben damit begonnen, die Fische
    in unseren Tanks zu beobachten.
  44. Eine Weile ging ich jeden Morgen dahin,
  45. um die Fische und ihre
    Bewegungsmuster zu beobachten.
  46. Ich bin einfach nur dort gesessen
    und habe versucht,
  47. ihr Verhalten zu studieren.
  48. Danach haben wir für jeden Fisch
    ein Modell erstellt.
  49. In der Zwischenzeit mussten wir überlegen,
    wie wir die vielen Fische in der Szene
  50. unterbringen – denn wir wollten
    ziemlich viele Fische.
  51. Also begann ich zu recherchieren.
  52. Wir benützen eine Software,
    die gut darin ist,
  53. grosse Menschenmengen
    nachzubilden.
  54. Damit war es möglich, eine grosse
    Menge Fische nachzubilden.
  55. Im weiteren Verlauf machten wir eine
    interessante Beobachtung:
  56. Die Dornenkronen-Seesterne sind
    bemerkenswerte Wesen,
  57. die ganz mit Stacheln bedeckt sind.
  58. Sie fressen Korallen, um
    sich fortzubewegen und können
  59. so ein ganzes Riff vernichten, wenn
    man sie nicht in Schach hält.
  60. Aber in den Korallen lebt auch
    die winzige Acropora-Krabbe.
  61. Wenn nun ein Dornenkronen-Seestern
    das Heim dieser Krabbe angreift,
  62. kommt die Krabbe aus der Koralle
    heraus und vertreibt den Angreifer.
  63. Für die Kampfszene "Krabbe gegen Seestern"
    musste ich für die Krabbe
  64. viele Hand-Animationen umsetzen, weil die
  65. Krabbe die Stacheln des Seesterns
    ergreift und diese schüttelt.
  66. Das beinhaltet eine Menge
    praktische "Handarbeit" ...
  67. Kürzlich war eine Wissenschaftlerin hier.
  68. Als sie das sah, meinte sie:
  69. Wow, wie macht ihr das?
    Das sieht grossartig aus!
  70. Der ganze Prozess war
    ausserordentlich faszinierend.
  71. Ich hatte viel Spass an der Zusammenarbeit
    mit dem Visualisierungsteam.
  72. Immer wenn sie eine bestimmte
    Szene entwickelt haben,
  73. haben sie mich als Beraterin hinzugezogen,
    um diese Szene wissenschaftlich
  74. absolut korrekt darzustellen.
  75. Die angestrebte Detailgenauigkeit
    war einfach unglaublich.
  76. Es hat mich wirklich gefordert,
    die aktuellste Literatur zu beschaffen
  77. und sie mit so vielen Informationen
  78. wie nur möglich zu versorgen.
  79. Die Anfangsszene zeigt die Risiken,
    die wir eingegangen sind,
  80. was sich jedoch mit wunderschönem
    Bildmaterial ausgezahlt hat,
  81. welches das Publikum nun erleben kann.
  82. Wir möchten das Publikum
    nicht nur unterhalten,
  83. sondern die Zuschauer
    auch für die Bedeutung
  84. der Korallenriffe sensibilisieren.
  85. Korallenriffe werden überall auf der Welt
    durch noch nie dagewesene
  86. Belastungen bedroht, die meist durch
    den Menschen verursacht werden.
  87. Diese Vorführung weckt
    jedoch ein Gefühl der Hoffnung.
  88. Es ist ein schwieriges Thema,
    ein Wendepunkt für Riffe – aber
  89. es ist noch nicht zu spät.
  90. Mit verantwortungsvollen Entscheidungen
  91. können wir das gemeinsam
    wieder zum Besseren wenden.
  92. ♪ (Musik) ♪