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← Wie Gemeinden-geführter Naturschutz die Tierwelt retten kann

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Showing Revision 9 created 04/30/2020 by Sonja Maria Neef.

  1. (Applaus)
  2. Ich bin Löwenschützerin.
  3. Klingt cool, oder?
  4. Manche Leute haben vielleicht
    keine Ahnung, was das heißt.
  5. Aber sicher haben Sie alle
    von Cecil dem Löwen gehört.
  6. [Cecil der Löwe (2002-2015)]

  7. (brüllender Löwe)

  8. Er brüllt nicht mehr.

  9. Am 2. Juli 2015,
  10. wurde sein Leben von einem
    Trophäenjäger frühzeitig beendet.
  11. Man sagt, man fühlt mit
    den Tieren, die man erforscht.

  12. Das war für mich der Fall
    mit Cecil dem Löwen.
  13. Ich kannte und erforschte ihn drei Jahre
    im Hwange Nationalpark.
  14. Ich war todunglücklich über seinen Tod.
  15. Aber die gute Sache,
    die dieser Tragödie folgte
  16. war die Aufmerksamkeit, die die Geschichte
  17. auf die Notlage von bedrohten
    wilden Tieren lenkte.
  18. Nach Cecils Tod,

  19. fing ich an mir diese Fragen zu stellen:
  20. Was, wenn die Gemeinschaft,
    die bei Cecil dem Löwen nebenan lebte,
  21. in seinen Schutz involviert gewesen wäre?
  22. Was, wenn ich Cecil getroffen hätte,
    als ich 10 Jahre alt war, nicht 29?
  23. Hätten ich oder meine Klassenkameraden
    sein Schicksal verändern können?
  24. Viele Leute arbeiten daran,
    das Verschwinden von Löwen zu verhindern.
  25. Aber nur wenige dieser Leute
    sind heimisch in ebendiesen Ländern
  26. oder den am stärksten
    betroffenen Gemeinden.
  27. Aber die Gemeinden,
    die mit den Löwen leben,
  28. sind in der besten Position,
    um den Löwen zu helfen.
  29. Einheimische sollten
    an vorderster Front stehen,

  30. die Herausforderungen
    ihrer Tierwelt zu lösen.
  31. Manchmal kommt Veränderung erst dann,
  32. wenn die am meisten Betroffenen
    das Kommando übernehmen.
  33. Heimische Gemeinden
    spielen eine wichtige Rolle
  34. im Kampf gegen Wilderei und
    illegalem Handel mit Wildtieren,
  35. die eine große Gefahr für Löwen
    und andere Wildtiere sind.
  36. Als schwarze, afrikanische Frau
    in der Wissenschaft,

  37. sind die Menschen, die ich treffe,
    immer neugierig,
  38. ob ich schon immer
    Artenschützerin werden wollte,
  39. weil sie nicht viele Artenschützer
    treffen, die aussehen wie ich.
  40. In meiner Kindheit
  41. wusste ich überhaupt nicht,
    dass Artenschutz ein Beruf ist.
  42. Als ich das erste Mal ein wildes Tier
    in meinem Heimatland sah,
  43. war ich 25 Jahre alt.
  44. Und das obwohl Löwen und
    afrikanische Wildhunde
  45. nur wenige Meilen von
    meinem Zuhause entfernt lebten.
  46. Das ist ziemlich häufig in Zimbabwe,
  47. da viele Menschen
    der Tierwelt nicht begegnen,
  48. obwohl es ein Teil unseres Erbes ist.
  49. In meiner Kindheit

  50. wusste ich nicht mal, dass Löwen
    in meinem Hinterhof lebten.
  51. Als ich die Savé Vally Naturschutzbehörde
  52. vor 10 Jahren an einem
    kalten Wintermorgen betrat,
  53. um für meine Masterarbeit
    afrikanische Wildhunde zu erforschen,
  54. war ich fasziniert von der Schönheit
    und der Ruhe, die mich umgab.
  55. Ich fühlte mich, als ob ich meine
    Leidenschaft und meinen Sinn
  56. im Leben gefunden hatte.
  57. Ich verpflichtete mich an diesem Tag,
  58. mein Leben dem Schutz
    von Tieren zu widmen.
  59. Ich denke an meine Schultage in Zimbabwe

  60. und an die anderen Kinder,
    mit denen ich zur Schule ging.
  61. Hätten wir die Chance gehabt,
    mit der Tierwelt zu interagieren,
  62. würden vielleicht mehr
    meiner Klassenkameraden
  63. nun an meiner Seite arbeiten.
  64. Wenn die örtlichen Gemeinden
    die Tierwelt nicht schützen
  65. und an ihrer Seite existieren wollen,
  66. könnten alle Erhaltungsmaßnahmen
    umsonst sein.
  67. Sie sind die Gemeinden,
    die mit den wilden Tieren leben,
  68. im selben Ökosystem
  69. und sie tragen die Lasten davon.
  70. Wenn sie keine direkte Verbindung
  71. oder Vorteil von den Tieren haben,
  72. haben sie keinen Grund,
    diese beschützen zu wollen.
  73. Und wenn örtliche Gemeinschaften
    ihre Tierwelt nicht schützen,
  74. funktioniert kein Eingriff von außen.
  75. Also, was muss getan werden?

  76. Naturschützer müssen Umweltbildung
    zu einer Priorität machen
  77. und die Fähigkeiten der Gemeinden,
    ihre Tierwelt zu erhalten, ausbauen.
  78. Schulkinder und Gemeinden müssen
    in Nationalparks gebracht werden,
  79. damit sie eine Chance erhalten, eine
    Beziehung zur Tierwelt aufzubauen.
  80. Für jede Maßnahme und auf jeder Stufe
  81. muss der Naturschutz
    die Gemeinden der Menschen miteinbeziehen,
  82. die das Land mit den wilden Tieren teilen.
  83. Es ist auch entscheidend,
    dass lokale Naturschützer
  84. ein Teil jeder Umweltschutzmaßnahme sind,
  85. wenn wir Vertrauen aufbauen
    und den Naturschutz
  86. wirklich in die Gemeinden
    einbinden wollen.
  87. Als heimische Tierschützer
    stehen wir vielen Hürden gegenüber,
  88. von direkter Diskriminierung
    zu Barrieren wegen kultureller Normen.
  89. Aber ich gebe meine Versuche nicht auf,

  90. einheimische Gemeinden in diesen Kampf
  91. um das Überleben unseres
    Planeten einzubeziehen.
  92. Ich bitte Sie an meiner Seite zu stehen.
  93. Wir müssen die Hürden aktiv abbauen,
    die wir kreiert haben,
  94. die die einheimische Bevölkerung, bei
    Naturschutzmaßnahmen, außen vor lassen.
  95. Ich habe mein Leben
    dem Schutz von Löwen gewidmet.

  96. Und ich weiß, meine Nachbarn
    würden das auch tun,
  97. wenn sie die Tiere kennen würden,
    die direkt nebenan leben.
  98. Dankeschön.

  99. (Applaus)