German subtítols

← Didaktische Expedition in die Riffe| California Academy of Sciences

Obtén el codi d'incrustació
20 llengües

Showing Revision 37 created 03/25/2020 by ROBERTA RIGOLIO.

  1. (Hintergrundgeräusche)
  2. Korallenriffe machen unsere Welt bunt.
  3. Ihre Schönheit fasziniert uns.
    Ihre Vielfalt versetzt uns in Staunen.
  4. Wir bauen Aquarien,
    um diese Schätze zu bewahren.
  5. Ihr höchster Wert liegt aber
    in der Welt der Natur.
  6. ♪ (sanfte Musik) ♪
  7. Hier in der Nāhe von Devil's Point
    in den Philippinen
  8. sind wir mitten in einem
    der vielfältigsten Ökosysteme der Welt.
  9. Dieses System nutzt die Sonnenenergie
  10. durch die einzigartige Wechselwirkung
    von Tieren und Algen.
  11. Dieses System schließt
    Tausende von Arten ein,
  12. die die oft geringen Nährstoffe
    effizient verarbeiten.
  13. In diesen Ecken und Winkeln versteckt sich
    eine Vielzahl von Organismen
  14. in einem komplexen Netz
    von Wechselbeziehungen.
  15. Freunde leisten der Muräne
    eine kleine Hilfe:
  16. Die Putzgarnele und der Putzlippfisch
    untersuchen ihre Zähne.
  17. Sie fressen die kleinen für die Muräne
    schädlichen Parasiten.
  18. Eine ganz vorteilhafte Wechselbeziehung.
  19. Nicht alle Interaktionen
    sind so erfolgreich.
  20. Der Dornenkronenseestern
    zerfrisst die Koralle
  21. und läßt danach bloß weiße Skelette übrig.
  22. Einer winzigkleinen Trapezkrabbe
    gelingt es, ihr Korallenhaus
  23. vor dem viel größeren Tier zu schützen.
  24. Ein leuchtend bunter Nacktkiemer verspeist
  25. die das Riff überziehenden Schwämme.
  26. Seine Farben ermahnen Raubfische dazu,
    sich fernzuhalten.
  27. Durch die Einnahme von Chemikalien
    wird der Nacktkiemer giftig.
  28. Wir beobachten diese
    und viele andere Arten,
  29. aber wir können nicht alle Beziehungen
  30. dieser Lebensgemeinschaft erblicken.
  31. Am wichtigsten ist, dass sie
    Glieder einer Nahrungskette sind,
  32. iin der Produzenten und Konsumenten
    in Zusammenhang stehen,
  33. Raub- und Beutetiere.
  34. Auch Menschen sind
    an der Nahrungskette beteiligt.
  35. Die Nahrungsketten im Korallenriff
    sind komplexer
  36. als in allen anderen Gebieten
    unseres Planeten.
  37. Wieso ist dieses Gebiet so einzigartig?
  38. Wir verlassen die Philippinen,
  39. um zu entdecken, wo sich andere Riffe
    auf der Erde befinden.
  40. Obwohl das Korallenriff ein Viertel
    der Meearten unterhält,
  41. nimmt es viel weniger als ein Prozent
    des Ozeangebiets ein.
  42. Das Korallenriff gedeiht
    in den Weltregionen
  43. mit der höchsten Sonneneinstrahlung.
  44. Der Erdäquator teilt unseren Planeten
  45. in die nördliche und südliche Halbkugel.
  46. Ein Gürtel um den Äquator -- die Tropen --
  47. bekommt ständiges Sonnenlicht
    das ganze Jahr über.
  48. Das Korallenriff erstreckt sich
    den tropischen Küstenverlauf entlang,
  49. Diese Weltregion nimmt die Energie
    unseres Sternes am meisten auf:
  50. der Sonne.
  51. Diese Energie ist die Voraussetzung
    für die Nahrungsketten
  52. und für die bemerkenswerte Vielfalt
    im Ökosystem der Korallenriffe.
  53. Das Korallenriff ist die größte
    von Tieren gebildete Struktur
  54. und nimmt drei Grundformen an:
  55. Barrierriff, Saumriff und Atoll.
  56. Australiens Great Barrier Riff ist
    das größte Riff der Welt.
  57. Ein Barrierriff erstreckt sich
    entlang der Küste.
  58. Lagunen trennen das Riff von der Küste.
  59. In Curaçao, nicht weit von der Küste
    Südamerikas entfrernt,
  60. beobachten wir ein Saumriff,
    das dicht an der Küste wächst
  61. und einen Rand entlang der Küste bildet.
  62. Das ist ein Atoll
    im westlichen Pazifischen Ozean.
  63. Ein Atoll entsteht, wenn eine vulkanische
    Insel unter den Meeresspiegel versinkt
  64. und einen Ring von Korallen hinterläßt.
  65. Diese Riffe werden alle
    von Tieren gebildet,
  66. die die Sonnenenergie nutzen,
    um Gestein aus Wasser zu schaffen.
  67. Das Riff der Philippinen besteht
    aus vielen Arten von lebendiger Koralle.
  68. Zarte Weichkorallen sind häufig.
  69. Die Riffe werden aber vorwiegend
    von Steinkorallen gebildet.
  70. Daran haben sie länger
    als hundert Millionen Jahre gearbeitet!
  71. Beobachten wir, wie Korallen leben
    und Riffe aufbauen.
  72. Jede Koralle besteht aus einer Kolonie
  73. von winzig kleinen Tieren,
    den Korallenpolypen.
  74. Wie alle Tiere brauchen sie Nahrung.
  75. Ein Polyp fängt seine Beute.
  76. Ähnlich der ihr verwandten Qualle
  77. harpuniert die Koralle ihre Speise
  78. mit mikroskopischen von ihrem Tentakel
    ausgestoßenen Stacheln.
  79. Dann führt der Polyp den Ruderfüßer
    in den Mund ein, um ihn zu verdauen.
  80. Nahrung ist eine wichtige Energiequelle.
  81. Die Hauptenergiequelle der Koralle
    liegt aber irgendwo anders.
  82. Schauen wir näher an, um sie zu entdecken.
  83. In den inneren Zellen des Gewebes
    der Polypen sind Algen eingelagert,
  84. die sogennanten Zooxanthellen.
  85. Diese Algen verurscachen
    die Farbe der Koralle.
  86. Was wichtiger ist, absorbieren sie
    das Sonnenlicht
  87. durch einen Prozess,
    der Photosynthese heißt.
  88. Die im Inneren der Koralle lebenden Algen
    wandeln das Sonnelicht
  89. in energiereiche Kohlenhydrate
    und Aminosäure um.
  90. Die Koralle nimmt bis zu 90 Prozent
    dieser Energie auf.
  91. Im Gegenzug hängen die Algen
    von der Ausscheidung des Polypen ab,
  92. die ihnen als Hauptnahrung dient.
  93. Diese wirksame Wiederverwertung erlaubt
    den Korallen, im Tropenwasser zu gedeihen,
  94. wo Nährstoffe wegen der starken Konkurrenz
    schwer zu finden sein können.
  95. Beobachten wir wie der Polype
    an der Formation der Riffe beteiligt ist.
  96. Er bekommt Kohlenstoffe
    von Algen und Meereswasser
  97. und wandelt sie in Calciumcarbonat um.
  98. Beim Atmen stoßen wir Kohlendioxid aus--
  99. das tun alle Tiere,
    einschließlich Korallen.
  100. Der Kohlenstoff verbindet sich
    mit dem Kalzium im Meer
  101. und bildet dadurch Calciumcarbonat.
  102. Korallen lagern diese Kalkverbindung ein,
    um ihre Skeletten zu bilden.
  103. Steinkorallenpolypen verlassen
    ihre Aufenthaltsbasis
  104. und füllen dann die Lücke
    mit Calciumcarbonat aus.
  105. Die ständige Wiederholung dieses Vorgangs
  106. trägt zur Entstehung ganzer Riffe bei.
  107. Jährlich bauen die Korallen
    mehrere Zentimeter der Riffstruktur auf.
  108. Beobachten wir den Wachstum
    einer Korallekolonie in erhöhtem Tempo.
  109. Darin kämpfen die Einzelnen
    um Ressourcen gegeinander.
  110. Dieser langsame, ständige Prozess
    kann sehr lange dauern.
  111. Manche Korallenriffe sind jahrhundertealt.
  112. Meeresströmungen und andere Faktoren
    können die Korallenform verändern.
  113. Gleiche Spezies können
    unterschiedlich aussehen.
  114. Das hängt ganz einfach davon ab,
  115. wie schnell sich
    das umliegende Wasser bewegt.
  116. Das wird Attributplastizität genannt.
  117. Dank ihrer flexiblen Reaktion
    auf die Umwelt
  118. können sich die Korallen
    an Veränderungen anpassen.
  119. Uns kommen
  120. die bislang besichtigten farbigen
    oberflächlichen Riffe bekannt vor.
  121. Riffe dehnen sich tief unterhalb
    den sonnenbeschienenen Bereich aus.
  122. Wissenschaftler der California Academy
    of Sciences erforschen
  123. diese Tiefwasserriffe in einem Gebiet,
    das Twilight Zone benannt wurde.
  124. Anders als in Flachwasserriffen können
    Korallen hier mit wenig Licht leben.
  125. Da die Sonnenenergie gering ist,
    nehmen die Korallen mehr Nahrung auf.
  126. Sie fressen die winzigen Tiere, die
    in der Tiefe Schutz vor Raubtieren suchen.
  127. Die Plastizität der Koralle
    ist sehr hilfreich
  128. in diesem lichtarmen Gebiet.
  129. Einige Arten setzen ihre Pigmente
    oben zum Sonnenschutz
  130. und im Tiefwasser
    als fluoreszierende Stoffe ein.
  131. Pigmente wandeln
    das Licht in Farbstoffe um,
  132. die von den Algen für die Photosynthese
    gebraucht werden.
  133. Wissenschaftler tauchen
    bis zu fünfmal tiefer als Sporttaucher,
  134. um diese unerforschten Riffe
    zu untersuchen.
  135. Bei jeder Exploration wird
    etwas Neues entdeckt.
  136. Zum Beispiel diese benthischen Ctenophora.
  137. Die kleinen, gallertartigen Medusen
    haften an alten Angelschnuren an.
  138. Sie strecken ihre langen, dünnen Tentakel
    aus, um ihre Beute schnell zu fangen.
  139. Jede Expedition liefert Hinweise
  140. zum Schutz und Erhalten dieser Ökosysteme.
  141. Tief- und Flachwasserriffe besiedeln
    ein weites Meeresgebiet.
  142. Sie sind miteinader verbunden
    dank der Geographie des Meeresbodens
  143. und der sie durchfließenden Strömungen.
  144. Korallen migrieren mit den Strömungen,
  145. die Eier und Larven
    an neue Standorte treiben.
  146. Dabei bereichern sie
    die Riffe auf ihrem Weg.
  147. Auch die Menschen sind
    mit dieser Unterwasserwelt verbunden.
  148. Wie die Koralle von den Algen abhängt,
    sind Menschen auf Riffe angewiesen.
  149. Das Lebensunterhalt einer halben Milliarde
    Menschen hängt von Korallenriffen ab.
  150. Viele nutzen die Gaben der Riffe
    auf einer nachhaltigen Weise,
  151. die die Gesundheit
    der Ökosysteme bewährt.
  152. Riffe liefern nicht nur Nahrung.
    Sie gewähren auch Schutz.
  153. Orkane, Taifune und Zyklone
    entstehen im tropischen Ozean.
  154. Manchmal führen sie zu Erdrutschen,
    die schwere Schäden verursachen.
  155. 2017 verheerte der Zyklon Debbie
    Nordostaustralien.
  156. Das sind Satellitenbilder davon.
  157. Satelliten verfolgten tropische Stürme
    mehrere Jahreszeiten hindurch.
  158. Beobachten wir ihre Bewegung
    in erhöhtem Tempo.
  159. Fettere Linien zeigen heftigere Stürme an.
  160. Gesunde Riffe schützen das Land
    vor den schädlichen Wirkungen
  161. dieser tropischen Wirbelstürme.
  162. Da ist das mesoamerikanische Barriereriff,
  163. das größte Korallenriff in der Atlantik.
  164. Als 2007 Orkan Dean Mexikos
    Halbinsel Yucatàn verheerte,
  165. beschirmte das Riff die Küste.
  166. Mithilfe einer Computersimulation
    studierten die Forscher diese Wirkung.
  167. Riffe reduzieren Energie
    und Höhe der Wellen
  168. und verlangsamen das Wasser,
  169. ehe es gegen die Küste brandet.
  170. Riffe schützen Hundertmillionen
    von Menschen weltweit,
  171. die an Küstenorten wohnen.
  172. Der Erhalt gesunder Riffe
    bringt uns viel Nutzen.
  173. Im karibischen Meer litten Riffe
  174. durch jahrzehntenlange Überfischung.
  175. Auf der ganzen Welt werden die Riffe
    von Menschen ständig beinträchtigt.
  176. Die Entwicklung auf dem Festland kann
    Abflüsse herbeiführen,
  177. die die Korallenriffe gefährden.
  178. Schadstoffe wie Plastik und Pestizide
  179. können die Lage weiter verschlechtern.
  180. Riffe werden nicht nur von lokalen sondern
    auch von globalen Faktoren bedroht.
  181. Erwärmung und Versauerung
    der Meere gefährden die Riffe.
  182. Bei der Verbrennung von Kohle
    und anderen fossilen Brennstoffen
  183. wird Kohlenstoffdioxid
    in die Erdatmosphäre ausgestoßen.
  184. Dieses nimmt Wärme auf und erwärmt
    die ganze Erde und das Meereswasser.
  185. Das Flachwasser der Karibik
  186. erwärmt sich schneller
    als das Tiefwasser der Ozeane.
  187. Da leiden Riffe unter den Folgen
    der Erwärmung noch stärker.
  188. Beobachten wir das Saumriff in Curaçao.
  189. Da können wir diese Effekte
    direkt betrachten
  190. und entdecken, wie Forscher versuchen,
  191. Riffe zu erhalten.
  192. ♪ (sanfte Musik) ♪
  193. Flachwasserriffe sind besonders
    empfindlich gegen steigende Temperaturen.
  194. Die Erwärmung der Meere kann
    zur Korallenbleiche führen,
  195. wobei ein ganzer Korallenstock
    seine Farbe verliert.
  196. Beobachten wir einen einizgen Polyp,
    um den Prozess zu verstehen.
  197. Bei starkem Licht und hoher Temperatur
    emittieren Korallenalgen
  198. Schadstoffe, die auf den Wirt
    toxisch wirken.
  199. Unter Stress stoßt der Polyp die Algen ab
  200. und trennt sich dadurch
    von seiner Hauptnahrungsquelle.
  201. Das ist einem überreagierenden
    Immunsystem ähnlich.
  202. Ohne Algen verlieren Korallen
    ihre natürliche Farbe.
  203. Das wird Korallenbleiche genannt.
  204. Ausgebleichte Korallen sind
    geschädigt aber nicht tot.
  205. Algen besiedeln
    ausgebleichte Korallen wieder,
  206. wenn die Umstände schnell besser werden.
  207. Dadurch können sich Riffe regenerieren.
  208. Anscheinend sind einige Korallenarten
    widerstandsfähiger gegenüber Bleiche.
  209. Die überlebenden Tiere oder Algen --
  210. manchmal beide --
  211. können weniger
    resistenten Korallen helfen.
  212. Die Erholung dauert aber lange
  213. und wird von der Versauerung
    der Meere verlangsamt,
  214. einer zusätzlichen Folge der Emissionen
    von Kohlenstoffdioxid in die Luft.
  215. Kolonien regenerieren sich
    innerhalb von Jahren bis Jahrzehnten.
  216. Wir sollen also Methoden finden,
    um den Erholungsprozess zu beschleuinigen.
  217. Betrachten wir das Ökosystem
    der Korallenriffe anders.
  218. Jede Spezies trägt einen genetischen Code,
    eine Art molekulares Bedienungsbuch,
  219. das von einem Individdum
    zum anderen leicht variiert.
  220. Manche Textstellen enthalten Strategien
    zum Überleben in der veränderlichen Welt.
  221. Wenn Tiere sich fortpflanzen,
    vereinen sie diese Informationen.
  222. Dadurch kann die Erzeugung
    besserer Nachkommen erfolgen.
  223. Jedes abgestorbene Lebewesen ist ein Band
  224. in der genetischen Bibliothek der Spezies,
    der für immer verlorengeht.
  225. Darum ist es wichtig,
    die Artenvielfalt zu erhalten.
  226. Bei der Fortpflanzung geben
    Korallen die genetische Materie,
  227. üblicherweise nachts,
    ins umgebende Wasser ab.
  228. Da Korallen sich nicht paaren können,
  229. erfolgt die Befruchtung
    im freien Meereswasser.
  230. Zur gleichen Zeit legen
    auch viele andere Spezies
  231. ihren Laich der Küste entlang ab.
  232. Unter dem Einfluss von Sonnenschein
    und Wassertemperatur,
  233. sogar von Vollmondlicht,
  234. geben Korallen Massen
    von Spermien und Eizellen ab,
  235. die von der Strömung
    aufwärts getrieben werden.
  236. Die befruchteten Eizellen entwickeln sich
    zu frei treibenden Larven,
  237. die sich an geeigneten Orten ansiedeln
    und aus denen sich dann Polype entwickeln.
  238. Forscher experimentieren Methoden
  239. zu einer tausendfach erfolgreicheren
    Reproduktion der Korallen.
  240. Sie retten befruchtete Eizellen
    vor Raubtieren,
  241. züchten sie im Labor und lassen sie
    dann wieder ins Wilde frei.
  242. Eine Pyramide in der Größe einer Teetasse
    beherbergt kleine Korallenkolonien.
  243. Am Beginn der Bildung jeder Kolonie steht
    ein einziger widerstandsfähiger Polyp.
  244. Polype teilen sich, wachsen
  245. und besiedeln den Meeresboden.
  246. Ähnlich der Aufforstung im Wald
  247. planen Forscher die Einführung
    von Millionen von resistenten Korallen
  248. in stark unter Stress leidende Riffe.
  249. Wir haben wenige Ökosysteme beobachtet,
    die reich an Korallen sind.
  250. In diesen und in vielen
    anderen Gebieten hoffen wir,
  251. die Geheiminisse des Überlebens
    der Korallen zu enthüllen.
  252. Ihre Erhaltung gewährt uns
  253. Schutz, Lohn und Schönheit.
  254. Dank unserer Hilfe
  255. werden neue Generationen von Korallen
    unsere Welt weiter bunt machen.
  256. ♪ (sanfte Musik) ♪